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Alt 15.01.2015, 14:12   #1
JackCrow
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Aus einem anderen Thread:

Zitat:
Was die AfD angeht, wäre ich mir da nicht so sicher. Die CDU hat rechts einfach einiges an Platz geschaffen. Dass das jetzt jemand besetzt, wundert mich nicht. Vieles, was Lucke und Gauland so von sich gibt, wäre früher locker Leuten wie März, Koch oder Streibl (CSU) zuzuordnen gewesen. Und Leute, die den Euro nicht wollten gab es von Anfang an schon. Die Strömung fand halt, so lange alles gut lief, in der Öffentlichkeit kaum statt bzw. kaum Gehör. Durch die Krise hat sich das, fast schon logischerweise, geändert.
Dazu glaube ich bei der AfD an etwas wie eine selbsterfüllende Prophezeiung. Anfangs habe ich dort sehr viele wirtschaftsliberale Tendenzen neben einem Anti-Euro-Kurs wahrgenommen. Trotzdem wurde jedes Wort seziert und auf vermeintlich rechtes Gedankengut hin untersucht. Das ging dann so lange, bis die AfD deswegen für wirklich Rechte interessant wurde. Jetzt haben sie das Problem, dass der rechte Flügel und der wirtschaftsliberale Flügel sich ganz offensichtlich nicht grün sind (siehe z.B. Machtkampf Lucke/Gauland).
Wie seht ihr das? Was ist die AfD? Und wohin entwickelt sie sich?
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“Anti-intellectualism has been a constant thread winding its way through our political and cultural life, nurtured by the false notion that democracy means that 'my ignorance is just as good as your knowledge.'”

― Isaac Asimov
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Alt 15.01.2015, 14:51   #2
Moneytalks
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Die AFD war für mich von Anfang an eine Mischung aus beiden, aus rechten und (Ultra)lieralen Strömungen. Natürlich hat die "rechte" Seite den größeren Wind im Blätterwald verursacht. Logisch eigendlich, denn liberale Ansichten sind gesellschaftlich etabliert und akzeptiert. Von einer gesellschaftlichen Bedrohung durch den liberalen Rand hat man noch nie gehört.
Auch wenn die Protestwähler der politischen Mitte, die sich eher vom Rechtspopulismus angesprochen fühlten, meines Wissens und Empfindens nach ziemlich von Anfang an die Mehrzahl gebildet haben (bzw Leute, die zwischen den Stühlen stehen und sowohl rechts- als auch wirtschaftsliberal-politische Züge aufweisen), so hat sich das Ganze natürlich zugespitzt. Auch da wurde von Anfang an drauf hingearbeitet.
Im Zuge von Sarrazin und co haben sich einige Medien meiner Erinnerung nach Befürchtungen oder sogar Hoffnungen auf eine Partei rechts der CDU gemacht, nicht erst seit der Parteigründung der AFD. Als die AFD dann auftauchte, hat man sie schnell als ebendiese Partei angesehen und die AFD tat jetzt nicht viel für mich wahrnehmbares, um diesen Eindruck deutlich zu wiederlegen. Dementsprechen kippt das ganze jetzt nach rechts und aus einer Mitte-Rechts-Wählermehrheit wurde politischer Inhalt der Partei ansich.
Gerade bei so einer jungen Partei würde ich da überhaupt nicht von "Unterwanderung" sprechen, da man meines Wissens nach von Anfang an beide politischen Ströhmungen ohne Schikanen aufgenommen hat. Da wurde überhaupt nix unterwandert. Es ist halt zu einem Kreislauf gekommen und nun befindet sich zwischen der CDU/CSU und der Strauß'schen Wand eben noch die AFD.

Der rechte Einschlag war von Anfang an da, da wurde nix hineingeredet. Dass er medial durch die "kritische Lupe" quasi gehyped wurde, kann schon sein. Rechtsradikal ist die Partei meines Empfindens hingegen niemals. Wie es in den Parteiflügeln genau aussieht, weiß ich natürlich nicht. Vllt ist da vor allem 2014 einiges hinzugekommen, auch einiges, was vor 10 Jahren noch bei der NPD zu finden war. Aber das sollte keine Überraschung sein, wenn man bedenkt, dass auch die NPD nicht nur Überzeugungsnazis anspricht, sondern genauso es auch bei der Mitte versucht und es manchmal auch gelingt. Bei der selben Klientel, die jetzt die AFD u.a. erfolgreich abgreift. Und das macht weder die AFD rechtsradikal, noch die NPD zu einer gemäßigt rechten Partei.

Das sind jetzt meiner spontanen Gedanken dazu. Hoffentlich ist dieser Beitrag nicht zu unrund und bietet etwas brauchbare Substanz.

Geändert von Moneytalks (15.01.2015 um 14:54 Uhr).
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Alt 15.01.2015, 17:06   #3
Cactus
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Die Alternative für Deutschland ist in meinen Augen keine rechtsradikale Partei, sehr wohl aber eine rechte Partei. Und zwar - was für meinen Geschmack noch deutlich schlimmer ist - eine rechtspopulistische Partei im Schafspelz einer (konservativ-)liberalen Partei. Wäre die AfD einfach nur rechts oder rechtsradikal, dann würde sie/könnte sie (glücklicherweise) nicht den Erfolg haben, den sie nun hat. Deshalb versuchen einige ihrer Kritiker ja auch, die Partei in die rechte Ecke zu stellen. Ansatzpunkte dafür gibt es ja auch unbestreitbar, unter anderem in Form von rechtsradikalen Parteimitgliedern und Sympathisanten, die nicht zu leugnen sind (und trotzdem nicht die Partei als Ganzes repräsentieren).

Deine Aussage, Jack, bezüglich einer self-fulfilling prophecy halte ich aber für einen Trugschluss. Das Rechte bei der AfD gelandet sind, hat nicht damit zu tun, dass sie von den Medien quasi "herbeigeschrieben" wurden. Die wären auch gekommen, wenn die Medien nie unter die Lupe genommen hätten, wie rechts die AfD eigentlich ist. Denn ich sehe zwei andere Faktoren als entscheidend für den Fluss von Rechten in Richtung Alternative für Deutschland: 1) das (einstige?) "Kern-Thema" der Partei, welches - unabhängig von jedweder Berichterstattung - Anschlussmöglichkeiten für Rechte bot und bietet; 2) der Erfolg, den die Partei schon ziemlich früh hatte und immer noch hat. Dieser Erfolg - der natürlich mit medialer Berichterstattung zu tun hat, nicht aber zwingend mit der Form dieser Berichterstattung - hat "rechte Goldgräber" angelockt, die versuchten und versuchen, die Partei als Vehikel für ihre Überzeugungen zu nutzen und im Windschatten des Parteierfolges ihre Positionen zu propagieren.
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Alt 15.01.2015, 17:23   #4
Glissinda der Troll
Doghouse
 
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Ich finde die Überschrift ein wenig seltsam. Wieso geht nicht beides? Auch wenn die AfD rechtsradikal WÄRE könnte sie doch trotzdem eine echte Alternative zu den Systhemparteien sein. Genauso wie die Linkspartei (aka SED) auf der anderen Seite des Parteienspektrums. Das hängt ja vor allem davon ab für wen sie eine Alternative sein will.
Momentan sehe ich das allerdings noch nicht. Da steht doch vor allem noch der Euro im Vordergrund. Wenn man aber die Themen ein wenig weiter streut und auch Islamkritik und die ungesteuerte Zuwanderung stärker thematisiert dann wird man sowieso in die rechtsradikale Ecke gestellt. Warum dann nicht klar Kante zeigen und Stellung beziehen.
So lange das alles auf dem Boden des Grundgesetzes stattfindet muss es erlaubt sein. Natürlich können andere Parteien andere Meinungen vertreten und die Meinung der AfD scharf kritisieren.
Entscheiden muss dann der Wähler. Dmokratie halt.
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Alt 15.01.2015, 17:28   #5
ExtraKlaus
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Ich danke Cactus für diese wirklich intelligente und neutrale Analyse.

Die Partei hat einfach genauso wie viele andere Parteien (wie die Grünen z.b.) mehrere Flügel, die unterschiedliches wollen. Das unterscheidet sich bei der AfD aber halt noch stärker als z.b. bei den Flügeln anderer Parteien, weil sie eben noch sehr jung ist und es sich erst noch überhaupt entscheiden muss, welches Lager da den Ton angeben soll.
Luckes Machtposition z.b. wird auch teilweise von den Rechtsextremen untergraben, sodass er immer wieder dazu gezwungen wird, sich zwischen seiner eigenen Position und die eines Großteils seiner Basis (oft PEGIDA-Symphatisanten) zu entscheiden. Und da er die Basis nicht verlieren kann, muss er quasi so neutral wie möglich bei diesen Bewegungen agieren, aber der Gegenflügel in der AfD drückt ihn immer weiter zu solchen Positionen. Dadurch wird dem politischen Feind natürlich noch einfacher gemacht, die AfD als Nazi-Partei abzustempeln und das radikalisiert die Basis noch weiter, sodass sie regelrecht unter dem liberalen Wirtschaftsprofessor Lucke geradezu wegradikalisiert wird.

Und da sieht es momentan so aus als ob die Nazis in der AfD die Oberhand gewinnen. Aber das ist normal bei einer neuen Partei, das sich die eigentliche Marschrichtung erst entwickeln muss. Genau wie bei den Grünen, wo die Realos ja leider von den Fundis runtergedrückt wurden und werden.
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Alt 15.01.2015, 18:03   #6
JackCrow
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Zitat:
Zitat von Cactus Beitrag anzeigen
Deine Aussage, Jack, bezüglich einer self-fulfilling prophecy halte ich aber für einen Trugschluss. Das Rechte bei der AfD gelandet sind, hat nicht damit zu tun, dass sie von den Medien quasi "herbeigeschrieben" wurden. Die wären auch gekommen, wenn die Medien nie unter die Lupe genommen hätten, wie rechts die AfD eigentlich ist. Denn ich sehe zwei andere Faktoren als entscheidend für den Fluss von Rechten in Richtung Alternative für Deutschland: 1) das (einstige?) "Kern-Thema" der Partei, welches - unabhängig von jedweder Berichterstattung - Anschlussmöglichkeiten für Rechte bot und bietet; 2) der Erfolg, den die Partei schon ziemlich früh hatte und immer noch hat. Dieser Erfolg - der natürlich mit medialer Berichterstattung zu tun hat, nicht aber zwingend mit der Form dieser Berichterstattung - hat "rechte Goldgräber" angelockt, die versuchten und versuchen, die Partei als Vehikel für ihre Überzeugungen zu nutzen und im Windschatten des Parteierfolges ihre Positionen zu propagieren.
Warum sollten rechte Kräfte quasi "von selbst" in die Partei kommen? Wenn ich nicht davon ausgehe, dass die Partei meine politischen Überzeugungen vertritt, trete ich doch auch nicht auf Verdacht ein, oder? Wenn ich aber immer wieder höre und lese, dass die die neuen Rechten sind, versuche ich es. Was übersehe ich?
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― Isaac Asimov
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Alt 15.01.2015, 18:15   #7
Moneytalks
Genickbruch
 
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Zitat:
Zitat von JackCrow Beitrag anzeigen
Warum sollten rechte Kräfte quasi "von selbst" in die Partei kommen? Wenn ich nicht davon ausgehe, dass die Partei meine politischen Überzeugungen vertritt, trete ich doch auch nicht auf Verdacht ein, oder? Wenn ich aber immer wieder höre und lese, dass die die neuen Rechten sind, versuche ich es. Was übersehe ich?
Ganz doof gefragt: Wie hätte man stattdessen handeln sollen?
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Alt 15.01.2015, 18:45   #8
JackCrow
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Zitat:
Zitat von Moneytalks Beitrag anzeigen
Ganz doof gefragt: Wie hätte man stattdessen handeln sollen?
Tatsächlich objektiv berichten. Ich fand es immer befremdlich Lucke oder Henkel rechte Tendenzen zu unterstellen. Die beiden kann man aus so vielen anderen Gründen kritisieren, da hätte es das nicht gebraucht.
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Alt 15.01.2015, 19:01   #9
Darji
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Zitat:
Zitat von JackCrow Beitrag anzeigen
Warum sollten rechte Kräfte quasi "von selbst" in die Partei kommen? Wenn ich nicht davon ausgehe, dass die Partei meine politischen Überzeugungen vertritt, trete ich doch auch nicht auf Verdacht ein, oder? Wenn ich aber immer wieder höre und lese, dass die die neuen Rechten sind, versuche ich es. Was übersehe ich?
Weil sie vielleicht am meisten deinen Vorstellungen entspricht. Wenn du einer Partei beitritts wird es immer etwas geben was du anders siehst als die Parteispitze. Deswegen gibt es auch immer viele Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Parteispitze.
Darji ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.01.2015, 19:13   #10
Glissinda der Troll
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Zitat:
Zitat von Darji Beitrag anzeigen
Weil sie vielleicht am meisten deinen Vorstellungen entspricht. Wenn du einer Partei beitritts wird es immer etwas geben was du anders siehst als die Parteispitze. Deswegen gibt es auch immer viele Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Parteispitze.
Zu Anfang gings es bei der AfD ja wirklich nur um Euro- und ein wenig Europakritik. Das sind keine rechtsradikalen Themen aber eben auch keine Themen an denen sich Rechtsradikale stören würden. Also sahen wohl einige eine Chance da vielleicht aufsatteln zu können.
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Alt 15.01.2015, 19:45   #11
Mingolan
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Zitat:
Zitat von Glissinda der Troll Beitrag anzeigen
Zu Anfang gings es bei der AfD ja wirklich nur um Euro- und ein wenig Europakritik. Das sind keine rechtsradikalen Themen aber eben auch keine Themen an denen sich Rechtsradikale stören würden. Also sahen wohl einige eine Chance da vielleicht aufsatteln zu können.
Das sehe ich ähnlich. Und gerade bei jungen Parteien, deren Strukturen noch im Entstehen sind, versuchen es Rechte, auf der Welle im Parteienspektrum anzukommen. Bei den Piraten war es ähnlich. Nur dass die sich klar abgegrenzt haben, wohingegen die AfD ausdrücklich jedem offen stehen sollte, auch denen mit einer braunen Vergangenheit.
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Warum Boshaftigkeit unterstellen, wenn Unvermögen als Erklärung ausreicht.
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Alt 15.01.2015, 20:06   #12
Mirai
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Die AfD ist eine Alternative. Es gibt schließlich nicht nur sozialistisch, links oder liberal denkende Menschen. Konservativ denkende Menschen haben durch die AfD eine echte Alternative bekommen/gewonnen, da die CDU ins Liberale und die CSU ins Liberalkonservative gerutscht sind. Allerdings ist sich die AfD anscheinend momentan nicht sicher, wohin es gehen soll. Bleibt sie eine konservative Alternative oder wird sie ins konservativradikale Spektrum gezogen? Da müssten sich die liberalen sowie auch die konservativen Kräfte zur Wehr setzen, damit sie nicht von Radikalen unterwandert wird. Vermutlich war es auch von Anfang an ein Fehler, dass jede politische Meinung in die Partei eintreten durfte. Da hätte es von Anfang an von den AfD-Funktionären und -Politikern nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern auch Fakten geben müssen - zum Beispiel auch den Einblick in Lebensläufe und ehemalige politische Tätigkeit der jetzigen Mitglieder. Dadurch hätte sie vermutlich momentan weniger Mitglieder, aber müsste sich nicht über negative Meldungen beschweren.

Geändert von Mirai (15.01.2015 um 20:10 Uhr).
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Alt 15.01.2015, 21:33   #13
ExtraKlaus
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Das Problem ist, das das Parteienspektrum ganz schön durcheinander gewürfelt wird. Die CDU rückt nach links, macht zwischen CDU und CSU viel Platz für die AfD, die aber auch über die CSU rüber in Richtung NPD geht.
Die SPD verkauft sich immer mehr selbst und ich kann sie mittlerweile nicht mehr als Partei ernstnehmen. Entweder sie biedern sich bei den Grünen an oder vertreten noch linkere Positionen als die Linkspartei selbst.

Wir haben hier also seit einigen Jahren ein paar Parteien, die den ganzen Trott zwar nicht sichtbar, aber doch merklich durcheinanderwirbeln. Parteien, die ganz bewusst in den Lagern der anderen Parteien wildern, während man früher ein ganz einfaches Schema hatte.

Die Linken konnte/Wollte man nicht wählen, dafür wählte man die SPD
Die Konservativen wählen CDU
Die Bayern wählen CSU
Die Liberalen wählen FDP
und die Vollidioten wählen die NPD

.. und das ist heute nicht mehr so. Die Piratenpartei hat ja leider dabei versagt, sich zwar gegen rechtsextreme Strömungen zu wehren, aber dabei links die Tür so offen stehen zu lassen, das die an sich wählbaren Positionen zum Thema Transparenz und Datenschutz zu einer Suppe aus linksradikalem Blödsinn verkommen ist; Dabei hat man dann auch noch seine Kernkompetenzen ohne großen Kampf abgetreten, die anderen Parteien haben aus "Transparenz" quasi ein Schimpfwort gemacht und die Piraten haben sich stückweise selbst in die Bedeutungslosigkeit manövriert.

Die AfD hat es anders gemacht, musste aber nach rechts die Tür offen lassen und muss nun befürchten das der liberale Sektor, der die FDP teilweise ersetzt, nicht von den rechten Positionen rausgeschwemmt wird.

Die Grünen haben die Realos offensichtlich entgültig entsorgt und sorgen mit absurden Ideen bzgl Verkehrsplanung für heitere Gemüter und bei der Schulbildung für erhitzte Köpfe; dort haben Fundamentalisten leider das Ruder übernommen, die für ihre Ideologie auch ruhig ganze Städte opfern würden (Stichwort Verkehr).

Über die Linken kann ich nicht viel sagen. Ich kann sie nicht wählen, sie sind aus meiner Sicht auch objektiv nicht wählbar und mindestens so populistisch-verlogen wie sie es der AfD gerne vorwerfen zu sein.

Die CDU rutscht nach links, eine Kanzlerin ohne jegliches Profil, Politiker die sich madig reden lassen und eine Partei die es absolut verlernt hat "klare Kante" zu zeigen, außer es geht darum Konservative Stammwähler anzupissen, das kriegen die immer gut hin.

Man wählt ja heute im Grunde nur noch das kleinere Übel und neue bzw. kleine Parteien werden schnell abgekanzelt. Klar, das sich da einige nicht mehr wirklich vertreten sehen. Aber ich bin der Meinung, das sich das wieder legt. Die Liberalen werden zurückkommen und hoffentlich wieder alles in ein Gleichgewicht bringen. Die Hoffnung bleibt, das die AfD es schafft sich von der rechten Idioten-Basis abzukapseln, denn wirtschaftsliberale Positionen gehen momentan total unter. Und das liegt nicht einmal an Grünen oder Linken, sondern daran das die CDU bei ihrem Versuch den Linken die Wähler abzugrasen total den Bezug zu ihrer eigentlichen Kernklientel verloren hat. Und da springt die AfD ja auch rein, ALTERNATIVE für Deutschland, eine Alternative als Kontrapunkt zur "alternativlosigkeit" und der Versuch, dadurch auch die CDU wieder in die bürgerliche Mitte zu schieben, in der Hoffnung, das wieder etwas ordnung in die Politik kommt.

Ich rede hier explizit von der deutschen Parteienlandschaft, und wie man sieht, gehe ich auch mit "meiner" Partei (CDU) hart ins Gericht. Ich wollte einfach nur mal meinen Standpunkt zur Parteienlandschaft darstellen und zeigen, warum es offensichtlich an einer Alternative fehlt und wieso die Leute für PEGIDA oder wen auch immer auf die Straße gehen.
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Alt 15.01.2015, 21:43   #14
Glissinda der Troll
Doghouse
 
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@ ExtraKlaus

Ich würde dir da grössenteils zu stimmen. Mit einer Ausnahme.
Ich glaube nicht dass die FDP zurück kommt und ich glaube nicht dass man das nochmal ins Gleichgewicht bekommt.
Früher oder später wird es RRG als Regierung im Bund geben. Das wird ganz sicher schief gehen. Danach gibt es CDU Alleinregierung oder CDU/AfD Regierung. Das alles wird die Fronten eher verhärten.
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Alt 17.01.2015, 00:05   #16
lagerist
Knöchelbruch
 
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Beiträge: 866
Die Afd ist KEINE ALTERNATIVE!Denn sie hat sich nichts weiter als eine blaue FDP herausgestellt,die sich der CDU gern an den Hals werfen möchte.Und fremdenfeindliche Züge und Tendenzen gibts da noch obendrauf.Die haben genauso wenig für den kleinen Mann übrig wie die "Partei der sozialen Kälte"!Unwählbar für mich!
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Alt 21.01.2015, 22:40   #17
Mirai
Genickbruch
 
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Die stellvertretende Landesvorsitzende der AfD in Rheinland-Pfalz, Beatrix Klingel, tritt aus Protest aus der Partei aus, beklagt, dass Diskussionen in der AfD zunehmend "auf Stammtischniveau und oft ohne jede Sachkenntnis" ablaufen und in Fragen der Flüchtlingspolitik an "niedere Instinkte" appelliert wird.

Der AfD-Bundesparteitag in Bremen vom 30. Januar bis 01. Februar könnte interessant werden.

Geändert von Mirai (21.01.2015 um 22:45 Uhr).
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Alt 21.01.2015, 22:48   #18
Johnny Bravo
Schädelbasisbruch
 
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Zitat:
Zitat von SES Punkomaniac Beitrag anzeigen
Der AfD-Bundesparteitag in Bremen vom 30. Januar bis 01. Februar könnte interessant werden.
Insbesondere weil durchgängig in Bremen gegen Rechtspopolismus demonstriert werden wird. Und die Jungs und Mädels hier aus Bremen sind nicht ganz so zimperlich.
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Bravos wissen wer der Babo ist

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Johnny Bravo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.01.2015, 23:02   #19
Mirai
Genickbruch
 
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Beiträge: 30.610
Zitat:
Zitat von Johnny Bravo Beitrag anzeigen
Insbesondere weil durchgängig in Bremen gegen Rechtspopolismus demonstriert werden wird. Und die Jungs und Mädels hier aus Bremen sind nicht ganz so zimperlich.
Gut, ich meinte damit natürlich in erster Linie in der Halle (oder wo der Parteitag auch immer stattfinden wird). Draußen geht es (sicher) auch heiß her.

Flügelkämpfe, Lucke und Henkel gegen Petry und Gauland, Ein-Mann-Spitze + Generalsekretär oder eine Doppelspitze. Dazu herrscht momentan anscheinend ein kleines Chaos, da viele Mitglieder am Bundesparteitag teilnehmen wollen. Wenn man dann noch dazu nimmt, dass die Mitglieder wirklich von überall her kommen - liberal, konservativ, rechtsradikal, Vergangenheit in liberalen, konservativen oder rechtsradikalen Bewegungen/Parteien -, kann es nur heiß her gehen.

Geändert von Mirai (21.01.2015 um 23:08 Uhr).
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Alt 22.01.2015, 06:49   #20
Cactus
Mitarbeiter
 
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Beiträge: 14.331
Wessen Geistes Kind manche AfD-Funktionäre sind, hat sich gerade wieder in Thüringen gezeigt. Dort wollte die Partei am 27. Januar (Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus) einen Kranz an der KZ-Gedenkstätte Buchenwald niederlegen, mit dessen Inschrift auch die nach dem Krieg internierten NS-Verbrecher ins Gedenken eingeschlossen würden. Wurde der Partei glücklicherweise verboten.
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Alt 22.01.2015, 07:10   #21
umimatsu
ECW
 
Registriert seit: 22.05.2006
Beiträge: 9.813
Zitat:
Zitat von Cactus Beitrag anzeigen
Wessen Geistes Kind manche AfD-Funktionäre sind, hat sich gerade wieder in Thüringen gezeigt. Dort wollte die Partei am 27. Januar (Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus) einen Kranz an der KZ-Gedenkstätte Buchenwald niederlegen, mit dessen Inschrift auch die nach dem Krieg internierten NS-Verbrecher ins Gedenken eingeschlossen würden. Wurde der Partei glücklicherweise verboten.
In Buchenwald wurden nach dem Krieg nicht nur NS-Funktionäre, sondern auch Gegner des SED-Regimes interniert. Hätte DER SPIEGEL ruhig erwähnen dürfen. Unabhängig davon: dass die AfD am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus aller Opfer des Lagers gedenken wollte, lässt tief blicken, welches Geistes Kind diese Partei ist.
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Geändert von umimatsu (22.01.2015 um 07:12 Uhr).
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Alt 22.01.2015, 08:14   #22
LX VVVVll
Gehirnerschütterung
 
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Beiträge: 478
Ich würde ja verneinen, dass die NS-Kriegsverbrecher Opfer des Lagers sind, aber auf solche Spitzfindigkeiten sollte man es nciht ankommen lassen.
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Alt 24.01.2015, 21:34   #23
rantanplan
Höllen-Rentner
 
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Was diesen Kranz angeht, müsste man natürlich mal genau wissen, wer da wie agiert hat, aber die feine Art ist es glaube ich nicht, diesen Vorgang gleich an die Öffentlichkeit zu bringen, seitens der Stiftung, statt mit der AfD zu kommunizieren, was denn in Ordnung ist und was nicht.

Hier liest sich das eben schon wieder ein bisschen anders, als in den Medien, speziell was den Vorgang an sich angeht.

Dass die AfD da auch leicht provozieren wollte, ergibt sich aus dem Text, ist also fraglich, ob man Buchenwald zum Politikum machen sollte, wenn Knigge und Co hier aber gleich die Petzliese spielen, statt zunächst mal einfach drauf hinzuweisen, dass es so nicht geht, eine Lösung zu finden, finde ich auch schwach.

Wenn man sich da auf "In stillem Gedenken" "geeinigt" hat, und es Herrn Knigge dann auch nicht passt, (steht so auch in den Medien), dann scheint ihm wohl gar kein Kranz dieser Partei recht zu sein. Die Welt sagt sowas dann zum Beispiel auch nicht, dass der thüringische Landtag als solcher genau diesen Spruch nutzt.

Auf die Gefahr hin, dass ich mich hier unbeliebt mache, ich tue mich manchmal auch etwas schwer damit, den Holocaust als etwas hinzunehmen, was man immer nur einzeln betrachten darf, bei dem jeder Vergleich schon den Vorwurf des Relativismus nach sich zieht. Natürlich, wenn es ein Gedenktag ist, bei dem es um die Opfer des Nationalsozialismus in Buchenwald geht, dann sollte das im Vordergrund stehen. Aber ob die AfD nun diese Diskussion über die Bewertung anderer Opfer in Buchenwald so starten will, oder an irgendeinem anderen Tag, der Relativismus-Vorwurf (man kann auch Keule sagen) würde immer erwidert werden, nur, wann wäre denn die richtige Zeit, der richtige Ort, um über die Opfer, die ja eben nicht alle Nazis waren, nach der Befreiung zu reden?

Ich tue mich, sicherlich als jemand einer Generation weit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, trotz allen Verständnisses für die Bedeutung der Geschichte Deutschlands vor allem im Zweiten Weltkrieg bis heute, einfach schwer damit, wenn man den Holocaust immer nur isoliert betrachten darf. Es macht die Verbrechen der Nazis doch nicht besser, wenn man sagt: Ja, aber die Russen haben auch...., die Amis haben auch....das haben sie, die Gulags, Guantanamo, all das macht sie zu so ziemlich genauso großen Idioten, damit relativiere ich sie auf der Idiotenskala alle auf eine 10 von 10.
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Alt 24.01.2015, 21:44   #24
umimatsu
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Zitat:
Mit dieser Aussage wollte man vor dem Hintergrund einer augenfälligen Asymmetrie in der bundesdeutschen Erinnerungskultur behutsam aufzeigen, daß die Vernichtung von unschuldigen Menschenleben nach dem 8. Mai weiterging und daß es keine Unterscheidung zwischen Opfern 1. und 2. Klasse geben dürfe.
Natürlich muss man auf die "augenfällige Symmetrie in der bundesdeutschen Erinnerungskultur" am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus hinweisen. Liebe AfD, wie wär's denn mit dem 17. Juni oder 13. August? Alternativ könnt ihr euch für die Einführung eines Gedenktages für die Opfer des SED-Regimes stark machen.
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umimatsu ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.01.2015, 22:27   #25
rantanplan
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Zitat:
Zitat von umimatsu Beitrag anzeigen
Natürlich muss man auf die "augenfällige Symmetrie in der bundesdeutschen Erinnerungskultur" am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus hinweisen. Liebe AfD, wie wär's denn mit dem 17. Juni oder 13. August? Alternativ könnt ihr euch für die Einführung eines Gedenktages für die Opfer des SED-Regimes stark machen.
Ist das nicht auch Relativismus? Und mal Hand aufs Herz, gehen wir mit der NSDAP-Diktatur genauso oder ähnlich um, wie mit der SED-Diktatur? Ich weiß, ich bin da nah am "Das wird man doch mal sagen dürfen", es sind aber diese Fragen, die schnell in eine bestimmte Ecke gedrängt werden, weil man meint, dass man sie nicht beantworten muss, weil sie so sind, oder weil man sie nicht entsprechend beantworten kann.

Die Frage ist doch, ob die AfD hier einen Finger in eine Wunde legt oder nicht. Und natürlich sind Dinge, die man aufgrund von Political Correctness nicht sagen darf, Wunden. Wir haben ja hier und an anderen Stellen über Meinungsfreiheit diskutiert, man soll die Meinungsfreiheit des anderen mit seinem Leben verteidigen, selbst wenn sie dumm ist, wir unterscheiden aber doch gar nicht mehr, ob etwas dumm ist oder nicht. Und wenn wir für uns feststellen, dass eine Meinung dumm ist, dass man darüber nicht diskutieren muss, dann gehen wir halt. Kann man so machen, macht auch die Kanzlerin, machen die relevanten Parteien, nur sitzt diese "dumme" Meinung, die man so schön ignorieren kann, nun in Landtagen. Das sind die dummen Kinder, mit denen keiner spielen will, mit diesen dummen Kindern, nur von der anderen Seite, regiert die SPD nun in Thüringen, also wie wärs mal mit ernstnehmen?

Die AfD ist am Scheideweg, Lucke und die Eurokritiker, oder Petry, Konrad und Co, die lieber rechts, lieber fremdenfeindlich usw. argumentieren wollen, aber Parteien, die die Wähler beider Flügel ignorieren, machen was falsch. Deshalb wählen die Italiener einen Clown, die Deutschen AfD, Linkspartei oder den Tierschutz und die Griechen eben Syriza, solange es dem Michel gut geht, wählt er das was er kennt, danach nicht mehr. Vielleicht steht dann die AfD bereit, vielleicht der linke Flügel der Linkspartei, vielleicht kommt auch gar nichts, aber solange sich die Politik nicht für die Menschen interessiert, die gleichwohl in Buchenwald relativieren, soviele haben von den Wählern nicht da gesessen oder waren Wärter, während der ein oder andere einen Opa hatte, der nach '45 ermordet wurde, wird dumm das gleiche gewählt, bis es knallt, wie in Italien, Griechenland und Co.

Geändert von rantanplan (24.01.2015 um 22:30 Uhr).
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