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Alt 24.04.2021, 18:02   #76
Gazelle
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Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Als die Seehofers? Das wird schwer. Wer hätte die Polizei gegen diese diskriminierende Pseudo-Studie beschützt, mit der man ihr Rassismus ans Revers heften wollte, ohne sich sachlich und ehrlich für das Drumherum des Polizeialltags zu interessieren? Also ohne sich um Ursachenforschung oder echte wissenschaftliche Aufarbeitung zu scheren? Da wären nämlich Dinge aus dem Polizeialltag ans Tageslicht gekommen, die so manchem Befürworter der Studie gar nicht gefallen hätten. Also wollte man sich selektiv die ideologischen Rosinen rauspicken. Nicht aufdecken, sondern vor allem unter den Teppich kehren. Ich persönlich rechne es Seehofer hoch an, dass er das nicht mitgemacht hat. Ich weiß nicht, ob eine Ursula von der Leyen ein ebenso loyaler, anständiger Dienstherr gewesen wäre. Oder jemand von den Grünen.
Was darf Satire...oder ist das wirklich ernst gemeint? Falls ja, habe ich Fragen. Meinst du wirklich, dass bei allem, was in den letzten Jahren passiert und ans Licht gekommen ist, ausgerechnet die Polizei beschützt werden muss? Vor einer bösen wissenschaftlichen Studie? Warum sollte eine Studie nicht an Fakten interessiert sein? Es ist also besser, wenn ein loyaler Dienstchef wie Seehofer sich seine Statistiken einfach selber ausdenkt und ohne Quelle behauptet, dass 99 Prozent aller Polizisten sauber sind? Aufrichtige Politiker und Beamten hätten ein Interesse daran, solche Fälle in ihrem Sektor aufzuarbeiten. Stattdessen wird geschwiegen und gedeckt. Seehofer ist seinem Amt unzählige Male nicht gerecht geworden und der Tag, an dem er das Bundeskabinett verlässt, wird ein guter sein.

Zitat:
Wenn ich dann allerdings sehe, über welchen hanebüchenen Quatsch sich manche Parteilinken bei den Grünen aufregen (Stichwort: "Ich wollte als Kind Indianerhäuptling sein"), dann wird mir durchaus auch Bange vor diesen hysterischen Cancel-Typen. Da hätte die Berlinerin stark bleiben müssen. Diesen Dumpfbacken erklären, dass es eben gerade nicht (!) rassistisch ist, was sie als Spitzenkandidatin dort gesagt hat. Aber sie ist eingeknickt. Wie so viele heutzutage. Da hat man ein schlechtes Bild abgegeben. Ein richtig schlechtes. Hoffentlich geht das bei der Parteispitze nicht so weiter.
Wer wurde denn gecancelt? Es gab Kritik dafür, dass sie eine kolonial geprägte Fremdbeschreibung genutzt hat, was teilweise als diskriminierend empfunden wird. Sie hat sich entschuldigt. Ende der Geschichte. Wovor hast du Angst? Dass auf diskriminierendes Vokabular hingewiesen wird? Dass man sein eigenes Vokabular mal überdenken und alltagsrassistische Begriffe und Klischees aus seinem Sprachgebrauch entfernen muss? Bei solchen Anlässen kommen reflexartig immer wieder Leute mit den absurdesten Argumentationen über Cancel Culture, dem Ende der Meinungsfreiheit oder der Verrottung der Sprache um die Ecke. Ich verstehe das nicht und kann mir diesen Beißreflex nur damit erklären, dass man keinen Bock hat, sein eigenes Handeln zu hinterfragen und auf Alltagsrassismus zu prüfen und sich wirklich mal mit einer Bandbreite an (kultur)fremden Argumenten und Perspektiven auseinanderzusetzen.
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Bildung find ich dumm, ich bin doch eh schon schlau.
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Alt 24.04.2021, 21:37   #77
Moneytalks
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Ich verstehe das nicht und kann mir diesen Beißreflex nur damit erklären, dass man keinen Bock hat, sein eigenes Handeln zu hinterfragen und auf Alltagsrassismus zu prüfen und sich wirklich mal mit einer Bandbreite an (kultur)fremden Argumenten und Perspektiven auseinanderzusetzen.
Kurz: Angst vor der Wahrheit.
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Alt 25.04.2021, 07:29   #78
Der Zerquetscher
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Zitat:
Zitat von y2jforever Beitrag anzeigen
Wenn wir an dem Punkt angekommen sind wo jeglicher Versuch offensichtliche Probleme unabhängig zu untersuchen ein harter Schlag für die Glaubwürdigkeit der Polizei ist hat der Innenmister seinen Job nicht vernünftig gemacht. Mal gucken wer die letzten 16 Jahre den Innenminister gestellt hat. Die Ablehnung dieser dringend nötigen Untersuchungen positiv zu sehen empfinde ich schon als sehr ... speziell. Ein anständiger Dienstherr wäre nämlich bereit sich mit solchen Problemen auseinander zu setzen statt sie komplett zu ignorieren.

Ich habe Nestle Klöckner, Flinten Uschi, AKK und Anja Karliczek in meiner Liste auffällig fähiger Unionspolitiker noch vergessen. Einzig Altmaier und Müller aus dem aktuellen Kabinett fallen nicht pausenlos negativ auf.

Und wie weiter oben schon ausgeführt wurde: Merkel war als sie BK wurde auch ein relativ unbeschriebenes Blatt. Ja, Baerbock muss sich irgendwo an ihr messen. Vielleicht verliert sie da in Vergleich, das werden wir sehen. Bei Laschet wüssten wir jetzt schon das er da total versagt. Da sehe ich den Vorteil immernoch nicht.
Zitat:
Zitat von Gazelle Beitrag anzeigen
Was darf Satire...oder ist das wirklich ernst gemeint? Falls ja, habe ich Fragen. Meinst du wirklich, dass bei allem, was in den letzten Jahren passiert und ans Licht gekommen ist, ausgerechnet die Polizei beschützt werden muss? Vor einer bösen wissenschaftlichen Studie? Warum sollte eine Studie nicht an Fakten interessiert sein? Es ist also besser, wenn ein loyaler Dienstchef wie Seehofer sich seine Statistiken einfach selber ausdenkt und ohne Quelle behauptet, dass 99 Prozent aller Polizisten sauber sind? Aufrichtige Politiker und Beamten hätten ein Interesse daran, solche Fälle in ihrem Sektor aufzuarbeiten. Stattdessen wird geschwiegen und gedeckt. Seehofer ist seinem Amt unzählige Male nicht gerecht geworden und der Tag, an dem er das Bundeskabinett verlässt, wird ein guter sein.
Bevor ich auf euren Standpunkt eingehe, eine Frage: Habt ihr inzwischen mal "Deutschland im Blaulicht" gelesen? Ich meine, ich hatte das ja immerhin schon mehrfach in den letzten Jahren hier vorgeschlagen und dringend angeraten. Euch ans Herz gelegt. Vielleicht habt ihr aber andere, sozusagen ergänzende und wesensverwandte Literatur zum Thema gesichtet? Zum Beispiel dieses Büchlein hier. Über den Zustand an Berliner Schulen und wer daran einen großen Teil der Schuld trägt.

Nein? Habt ihr nicht?

Dann frage ich mich, warum nicht? Ich kann daraus nämlich nur schließen, dass es hier nicht wirklich um "Aufklärung" geht. Um einen echten Einblick. Oder auch nur um die Fairness, den anderen, sprich die Polizei, zu Wort kommen zu lassen. Denn eine wissenschaftliche Studie welcher Art auch immer zu dem Thema "Rassismus" müsste eines zum Fern-Ziel haben: Probleme abzustellen. Missstände zu beheben. Aber wie sollte eine Studie das, wenn sie nur ermittelt, wie "rassistisch" Polizisten im Schnitt sind, sich aber nicht für die Umstände interessiert, warum es jenseits vom überzeugten Quotenrassisten in Uniform (den es bestimmt auch gibt) so viele andere dort gibt, die privat (oder sogar beruflich) ein Vokabular zu benutzen beginnen, das sich verdächtig anhört? Wenn sie Faktoren, die zu dieser unschönen Entwicklung führen, ausblendet? Wenn sich einer von euch mal die Zeit nehmen und sich einlesen würde in den Polizeialltag, der eben leider nichts gemeinsam hat mit der politisch korrekten heilen Welt aus dem Tatort oder dem deutschen Vorabendfernsehen... dann würdet ihr sehen, dass eine Aufarbeitung, eine Studie zu dem Thema das Gesamtbild beleuchten muss. Unabdinglich. So wie Seehofer das gesagt hat. Und sich nicht wohlfeil nur die Folge, die sich aus der Situation ergibt, einseitig unter die Lupe schiebt. Das wäre so, als würden im Harz auffallend viele Fälle an Leukämie unter Kindern gemeldet werden, und die einzige Reaktion darauf wäre es zu versuchen, festzustellen, wie viele Kinder es denn nun wirklich im Harz sind, die Leukämie haben. Ich meine, ihr habt schon Recht, die Anzahl und der Zustand der Kinder ist wichtig. Aber noch dringender sogar wäre es herauszufinden, warum dort überhaupt so viele Kinder Leukämie haben. Welche Faktoren dort eine Rolle spielen. Woher das kommt. Aber die Ursachen... interessieren nicht. Sie werden von den Behörden beiseite geschoben, ihre Erwähnung lexikalisch geprüft. Wie bei der Polizei. So geht das aber nicht an. Das hat mit "Wissenschaftlichkeit" nämlich nichts zu tun. Rein gar nichts.

Zitat:
Zitat von Moneytalks Beitrag anzeigen
Schwache Leistung, Quetschi.
Findest du? Er findet das nicht...

Spoiler:
Der Zerquetscher


Zitat:
Zitat von Gazelle Beitrag anzeigen
Wer wurde denn gecancelt? Es gab Kritik dafür, dass sie eine kolonial geprägte Fremdbeschreibung genutzt hat, was teilweise als diskriminierend empfunden wird. Sie hat sich entschuldigt. Ende der Geschichte. Wovor hast du Angst? Dass auf diskriminierendes Vokabular hingewiesen wird? Dass man sein eigenes Vokabular mal überdenken und alltagsrassistische Begriffe und Klischees aus seinem Sprachgebrauch entfernen muss? Bei solchen Anlässen kommen reflexartig immer wieder Leute mit den absurdesten Argumentationen über Cancel Culture, dem Ende der Meinungsfreiheit oder der Verrottung der Sprache um die Ecke. Ich verstehe das nicht und kann mir diesen Beißreflex nur damit erklären, dass man keinen Bock hat, sein eigenes Handeln zu hinterfragen und auf Alltagsrassismus zu prüfen und sich wirklich mal mit einer Bandbreite an (kultur)fremden Argumenten und Perspektiven auseinanderzusetzen.
Wo hört das auf? Geht das immer so weiter? Immer neue Begriffe ausdenken, die alten tilgen? Gegen wen führen wir Krieg? Gegen Eurasien! Falsch! Gegen Ostasien!

Nee, Gazelle. Vielleicht sollten wir es einfach mal sachlich angehen. Juristisch. Und da ist "Rassismus" bzw. ein "rassistischer Begriff" einer, der etwa dazu benutzt wird, eine Minorität oder einen Zugezogenen zu beleidigen. In seiner Würde herabzusetzen. "Neger" ist heute so ein Begriff. "Kanacke" wäre so ein Begriff. Aber "Indianer" ist so ein Begriff nicht. Egal, wie man es hinbiegt und verdreht. Denn der Begriff "Indianer" ist bei uns in Deutschland schon seit Karl May positiv konnotiert. Seit Generationen. Und sich als Kind zu wünschen, "ein Indianerhäuptling zu sein", ist so ziemlich das Unrassistischste, was man sich überhaupt vorstellen kann. Das in den Dreck zu ziehen, wie das Teile der Grünenjugend dort getan haben, ist intellektuell liederlich. Ich meine, klar kann man seine Meinung sagen. Dass einem ein anderer Begriff lieber wäre. Aber dieses hysterische Moralisieren. Dieses aufgeschreckte Losbrüllen. Nee, ohne mich. Liebe Gazelle. Ohne mich, für mich bleibt Winnetou ein Indianer. Kein amerikanischer Ureinwohner. Denn das ist er ja eigentlich gar nicht. Er lebt doch in Kroatien.
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"Nachtbesucher" - erschienen im Audioparadies-Verlag, gelesen von Hajo Mans: Hörprobe

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Alt 25.04.2021, 07:37   #79
Coach CoC
Schädelbasisbruch
 
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Meinst du wirklich, dass bei allem, was in den letzten Jahren passiert und ans Licht gekommen ist, ausgerechnet die Polizei beschützt werden muss?
Ans "Licht gekommen" ist in den letzten Jahren nur, dass auch Polizisten in Whatsapp Gruppen jeden dummen Mist teilen.

Welche rechtsextremen Stukturen wurden denn entdeckt? Ermittlungen in den eigenen Reihen gab es ja genug? Es gibt lautes Pressegeschrei wenn die Ermittlungen beginnen und keine Berichterstattung wenn die Prozesse wieder ein eingestellt werden. Wo sind die Netzwerke? Ein Abruf auf einem Rechner in Hessen? Ein Minister der eine Waffe von nem anderen Schützenvereins Mitglied kauft?

Unglaubwürdig? Schauen wir uns doch mal so ein Beispiel einer "rechtsextremen" Polizistin genau an, die für ihre Gesinnung suspendiert wurde und dagegen Klage einreichte:

Auf ihrem Telefon befanden sich 790 Whatsapp Chats. 337.525 Textnachrichten und 172.214 Bilddateien (Bilder, GIFs, Memes etc.). Grund für die Suspendierung des jungen Neonazi? Sie selber meldete ihrer Dienstaufsicht, dass sie nach gründlicher Durchsicht 8 womöglich rechtsextreme Bilddateien gefünden hätte. Suspendierung, nächste "rechtsextreme Chatgruppe aufgeflogen" Nachricht.
Klage. Urteil. Suspendierung natürlich kassiert.

Skandale verkaufen sich immer gut. Diese Art der Berichterstattung zeigt nur, wie tief die Qualität der deutschen Presse bereits gefallen ist. Und zeigt, nebenbei gesagt, dann auch einen sehr unkritischen Medienkonsum, wenn man das so plump einfach übernimmt. Nur weil Dinge laut und wiederholt in die Welt geschrien werden, sind sie trotzdem nicht wahr.
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"es gibt nur Genickbruch; Gott schütze unser Board"
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Alt 25.04.2021, 11:14   #80
y2jforever
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Zitat:
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Bevor ich auf euren Standpunkt eingehe, eine Frage: Habt ihr inzwischen mal "Deutschland im Blaulicht" gelesen? Ich meine, ich hatte das ja immerhin schon mehrfach in den letzten Jahren hier vorgeschlagen und dringend angeraten. Euch ans Herz gelegt. Vielleicht habt ihr aber andere, sozusagen ergänzende und wesensverwandte Literatur zum Thema gesichtet? Zum Beispiel dieses Büchlein hier. Über den Zustand an Berliner Schulen und wer daran einen großen Teil der Schuld trägt.
Sollte ich das wie Amazon vorschlägt gleich zusammen mit "Die Destabilisierung Deutschlands" aus dem Koop Verlag, "Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen" von Thilo Sarraz und "Deutschland in Gefahr: Wie ein schwacher Staat unsere Sicherheit aufs Spiel setzt" von Rainer Wendt lesen? In sofern: nein, habe ich nicht. Und nein, werde ich nicht.

Unabhängig von diesen "illusteren" Vorschlägen: Warum genau ist die anekdotische Erzählung einer Polizistin oder eines Lehrers ein aussagekräftiger Beleg dafür das es kein Problem mit Rassismus in der Polizei gibt und man deswegen auf Studien zu dem Thema verzichten kann? Warum ist diese einzelne Anekdotensammlung glaubwürdiger/besser als die Anekdoten anderer? Und warum macht es strukturellen Rassismus besser wenn sich Menschen mit Migrationshintergrund daneben benehmen, sich nicht integrieren wollen, etc.? Warum genau rechtfertigt das ein überhartes Vorgehen gegen Linke und das Wegsehen bei Rechten?

Und insbesondere: wenn es doch deiner Meinung nach anscheinend keinen Probleme mit strukturellem Rassismus in der Polizei gibt, warum ist eine objektive Studie dann ein Problem? Mit diesem Standpunkt unterstellt man den Autoren einer Studie, dass sie diese verfälschen. Weitergedacht dazu, dass es keine Kontrolle der Polizei von außen geben darf. Und womit erklärst Du, dass es nur 2% der Anzeigen wegen Polizeigewalt überhaupt zu einer Anklage kommt? Sind das alles Linke die man nicht sanft genug gestreichelt hat und die den lieben, langen Tag eh nix besseres zu tun haben? " Im UN-Menschenrechtsrat wurde Deutschland unter anderem die Einrichtung unabhängiger Beschwerdestellen empfohlen. Diese gibt es in Deutschland bisher nicht." schreibt die Linksextreme Hetzseite Wikipedia zu dem Thema.
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"Remember - hate is always foolish ... and love, is always wise. Always try, to be nice and never fail to be kind" - The 12th Doctor
"Planeten gibt es viele, unsere Wirtschaft nur einmal." - Die Partei
"Wir wünschen allen ein frohes Fest und eine gesegnete Rest-Apokalypse." - Browser Ballet
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Alt 25.04.2021, 12:05   #81
Der Zerquetscher
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Zitat:
Zitat von y2jforever Beitrag anzeigen
Sollte ich das wie Amazon vorschlägt gleich zusammen mit "Die Destabilisierung Deutschlands" aus dem Koop Verlag, "Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen" von Thilo Sarraz und "Deutschland in Gefahr: Wie ein schwacher Staat unsere Sicherheit aufs Spiel setzt" von Rainer Wendt lesen? In sofern: nein, habe ich nicht. Und nein, werde ich nicht.
Was ist denn das für ein fadenscheiniger Versuch, sich zu rechtfertigen, nicht nachlesen zu müssen bzw. sich nicht informieren zu wollen? Das Buch ist bei "Piper" erschienen. Nicht im Kopp-Verlag.

Aber was sollst du jetzt auch sagen? "Okay, Quetscher, hast mich erwischt. Eigentlich interessiert mich die Sicht der Polizei bzw. die Realität da draußen nicht oder nur am Rande."

Zitat:
Zitat von y2jforever Beitrag anzeigen
Unabhängig von diesen "illusteren" Vorschlägen: Warum genau ist die anekdotische Erzählung einer Polizistin oder eines Lehrers ein aussagekräftiger Beleg dafür das es kein Problem mit Rassismus in der Polizei gibt und man deswegen auf Studien zu dem Thema verzichten kann? Warum ist diese einzelne Anekdotensammlung glaubwürdiger/besser als die Anekdoten anderer? Und warum macht es strukturellen Rassismus besser wenn sich Menschen mit Migrationshintergrund daneben benehmen, sich nicht integrieren wollen, etc.? Warum genau rechtfertigt das ein überhartes Vorgehen gegen Linke und das Wegsehen bei Rechten?

Und insbesondere: wenn es doch deiner Meinung nach anscheinend keinen Probleme mit strukturellem Rassismus in der Polizei gibt, warum ist eine objektive Studie dann ein Problem? Mit diesem Standpunkt unterstellt man den Autoren einer Studie, dass sie diese verfälschen. Weitergedacht dazu, dass es keine Kontrolle der Polizei von außen geben darf. Und womit erklärst Du, dass es nur 2% der Anzeigen wegen Polizeigewalt überhaupt zu einer Anklage kommt? Sind das alles Linke die man nicht sanft genug gestreichelt hat und die den lieben, langen Tag eh nix besseres zu tun haben? " Im UN-Menschenrechtsrat wurde Deutschland unter anderem die Einrichtung unabhängiger Beschwerdestellen empfohlen. Diese gibt es in Deutschland bisher nicht." schreibt die Linksextreme Hetzseite Wikipedia zu dem Thema.
Y2, Studie? Gerne! Aber bitte richtig. Und nicht aus dem Kontext gerissen. Also nicht so, dass ein Ergebnis ohne jeden praktischen Nutzen dabei herauskommt. Und ich glaube, ich habe jetzt mehr als deutlich gemacht, warum. Aber wenn man sich beharrlich weigert, audiatur et altera pars zu seinem Recht kommen zu lassen (und auch mal zuzuhören), dann ist man womöglich tatsächlich gar nicht so sehr an der Lösung von Problemen interessiert, sondern am Sammeln von Munition. Das Gegenteil sollte eigentlich der Fall sein.
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Alt 25.04.2021, 12:09   #82
Moneytalks
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Findest du? Er findet das nicht...
Laschet ist schlau und stellt sich dumm,
bei Quetschi ist es andersrum.

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Alt 25.04.2021, 12:12   #83
y2jforever
Genickbruch
 
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Zitat:
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Y2, Studie? Gerne! Aber bitte richtig. Und nicht aus dem Kontext gerissen. Also nicht so, dass ein Ergebnis ohne jeden praktischen Nutzen dabei herauskommt.
Ich finde es faszinierend, dass Du das Ergebnis einer noch nicht durchgeführten Studie im Voraus kennst und sogar schon weist das sie keinen praktischen nutzen hat. Andersrum bin ich derjenige, der nicht bereit ist sich unvoreingenommen zu informieren. Ich würde schreiben "merkste selber" aber anscheinend ist das nicht der Fall.
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Alt 25.04.2021, 12:41   #84
Coach CoC
Schädelbasisbruch
 
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Und insbesondere: wenn es doch deiner Meinung nach anscheinend keinen Probleme mit strukturellem Rassismus in der Polizei gibt, warum ist eine objektive Studie dann ein Problem? Mit diesem Standpunkt unterstellt man den Autoren einer Studie, dass sie diese verfälschen. Weitergedacht dazu, dass es keine Kontrolle der Polizei von außen geben darf. Und womit erklärst Du, dass es nur 2% der Anzeigen wegen Polizeigewalt überhaupt zu einer Anklage kommt? Sind das alles Linke die man nicht sanft genug gestreichelt hat und die den lieben, langen Tag eh nix besseres zu tun haben? " Im UN-Menschenrechtsrat wurde Deutschland unter anderem die Einrichtung unabhängiger Beschwerdestellen empfohlen. Diese gibt es in Deutschland bisher nicht." schreibt die Linksextreme Hetzseite Wikipedia zu dem Thema.
Schönes Beispiel Dänemarck, unabhängige Beschwerdestellen haben für ein deutlich besseres Verhältnis zwischen Polizei und Medien geführt. Dies wird in der Deutschland aber durch die Polizeigewerkschaft verhindert, die damit nur sich selber, aber sicherlich nicht ihren Polizisten einen Gefallen tut. Ich sehe übrigens kein Problem mit einer wissenschaftlichen Studie zu dem Thema. Aber ja, das Ergebnis steht, in Teilen, schon fest. Bei 260.00 Polizisten wird man Rassismus finden. Und ob oder wie der strukturell bedingt sein wird, wird den Medien, mal wieder, egal sein. Hauptsache die Schlagzeile von den Nazi Polizisten verkauft sich.
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Alt 25.04.2021, 12:44   #85
Der Zerquetscher
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Ich finde es faszinierend, dass Du das Ergebnis einer noch nicht durchgeführten Studie im Voraus kennst und sogar schon weist das sie keinen praktischen nutzen hat. Andersrum bin ich derjenige, der nicht bereit ist sich unvoreingenommen zu informieren. Ich würde schreiben "merkste selber" aber anscheinend ist das nicht der Fall.
Okay, Y2.

Dann reden wir zwei halt drüber, wie eine solche Studie aussehen müsste?!

Für mich müsste sie einerseits überprüfen, wie oft struktureller Rassismus (oder einfach nur Rassismus) in der Polizei an der Tagesordnung ist. Und andererseits müsste sie in ebensolchem Maße natürlich eruieren, warum die Situation dort so ist. Wie sieht der Alltag der Beamten aus? Ihre Arbeitsbelastung? Wie steht es um die Kontakte zu Menschen mit Migrationshintergrund? Gibt es dort gegenüber der alteingesessenen Bevölkerung Auffälligkeiten? Gar eklatante Unterschiede? In Berlin? In Frankfurt? Und warum? Solche Sachen sind zentral.

Wie siehst du das?
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Alt 25.04.2021, 13:39   #86
Gazelle
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Zitat:
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Bevor ich auf euren Standpunkt eingehe, eine Frage: Habt ihr inzwischen mal "Deutschland im Blaulicht" gelesen? Ich meine, ich hatte das ja immerhin schon mehrfach in den letzten Jahren hier vorgeschlagen und dringend angeraten. Euch ans Herz gelegt. Vielleicht habt ihr aber andere, sozusagen ergänzende und wesensverwandte Literatur zum Thema gesichtet? Zum Beispiel dieses Büchlein hier. Über den Zustand an Berliner Schulen und wer daran einen großen Teil der Schuld trägt.
Ich werde das Buch nicht lesen oder kaufen, aber kenne ihre Positionen. Die Anekdoten einer Polizistin, die die rechtspopulistische GdP im Rücken hat, sind sicher kein umfassender Einblick. Sondern ein Einblick, von dem der rechte und authoritäre Flügel der Polizei möchte, dass wir ihn bekommen. Gegenfrage: Kennst du PolizeiGrün? Diese Polizeivereinigung erwähnt immer wieder, dass es einen falschen Korpsgeist, schlechte Fehlerkultur und Probleme bei der Transparenz usw. gibt. Wer sich ein umfassendes Urteil bilden will, sollte dann auch diese Strömungen in der Polizei-Belegschaft hören. Viel wichtiger als die Selbstreflexionen einiger Polizisten über ihre Arbeitsweise bleibt aber eine unabhängige Untersuchung.

Zitat:
Dann frage ich mich, warum nicht? Ich kann daraus nämlich nur schließen, dass es hier nicht wirklich um "Aufklärung" geht. Um einen echten Einblick. Oder auch nur um die Fairness, den anderen, sprich die Polizei, zu Wort kommen zu lassen. Denn eine wissenschaftliche Studie welcher Art auch immer zu dem Thema "Rassismus" müsste eines zum Fern-Ziel haben: Probleme abzustellen. Missstände zu beheben.
Nein. Eine Studie hat das Ziel, Wissen und Klarheit zu schaffen. Nicht mehr, nicht weniger. Warum sollte es fair oder aufklärend sein, nur das zu lesen, was Polizisten über ihre eigene Arbeit berichten? Warum sollte ich den Berichten von Rechtsaußen-Polizisten über ihre eigene Arbeitsweise mehr trauen als einer unabhängigen Studie? Das wäre vollkommen absurd und unvernünftig.

Zitat:
Aber wie sollte eine Studie das, wenn sie nur ermittelt, wie "rassistisch" Polizisten im Schnitt sind, sich aber nicht für die Umstände interessiert, warum es jenseits vom überzeugten Quotenrassisten in Uniform (den es bestimmt auch gibt) so viele andere dort gibt, die privat (oder sogar beruflich) ein Vokabular zu benutzen beginnen, das sich verdächtig anhört? Wenn sie Faktoren, die zu dieser unschönen Entwicklung führen, ausblendet? Wenn sich einer von euch mal die Zeit nehmen und sich einlesen würde in den Polizeialltag, der eben leider nichts gemeinsam hat mit der politisch korrekten heilen Welt aus dem Tatort oder dem deutschen Vorabendfernsehen... dann würdet ihr sehen, dass eine Aufarbeitung, eine Studie zu dem Thema das Gesamtbild beleuchten muss. Unabdinglich. So wie Seehofer das gesagt hat. Und sich nicht wohlfeil nur die Folge, die sich aus der Situation ergibt, einseitig unter die Lupe schiebt. Das wäre so, als würden im Harz auffallend viele Fälle an Leukämie unter Kindern gemeldet werden, und die einzige Reaktion darauf wäre es zu versuchen, festzustellen, wie viele Kinder es denn nun wirklich im Harz sind, die Leukämie haben. Ich meine, ihr habt schon Recht, die Anzahl und der Zustand der Kinder ist wichtig. Aber noch dringender sogar wäre es herauszufinden, warum dort überhaupt so viele Kinder Leukämie haben. Welche Faktoren dort eine Rolle spielen. Woher das kommt. Aber die Ursachen... interessieren nicht. Sie werden von den Behörden beiseite geschoben, ihre Erwähnung lexikalisch geprüft. Wie bei der Polizei. So geht das aber nicht an. Das hat mit "Wissenschaftlichkeit" nämlich nichts zu tun. Rein gar nichts.
Kritik an einer Studie, ohne diese überhaupt zu kennen? Kein gutes Argument. Und ich bin mir sicher, gäbe es eine Studie, würde sie komplett anders aussehen als du beschreibst.

Zitat:
Wo hört das auf? Geht das immer so weiter? Immer neue Begriffe ausdenken, die alten tilgen? Gegen wen führen wir Krieg? Gegen Eurasien! Falsch! Gegen Ostasien!

Nee, Gazelle. Vielleicht sollten wir es einfach mal sachlich angehen. Juristisch. Und da ist "Rassismus" bzw. ein "rassistischer Begriff" einer, der etwa dazu benutzt wird, eine Minorität oder einen Zugezogenen zu beleidigen. In seiner Würde herabzusetzen. "Neger" ist heute so ein Begriff. "Kanacke" wäre so ein Begriff. Aber "Indianer" ist so ein Begriff nicht. Egal, wie man es hinbiegt und verdreht. Denn der Begriff "Indianer" ist bei uns in Deutschland schon seit Karl May positiv konnotiert. Seit Generationen. Und sich als Kind zu wünschen, "ein Indianerhäuptling zu sein", ist so ziemlich das Unrassistischste, was man sich überhaupt vorstellen kann. Das in den Dreck zu ziehen, wie das Teile der Grünenjugend dort getan haben, ist intellektuell liederlich. Ich meine, klar kann man seine Meinung sagen. Dass einem ein anderer Begriff lieber wäre. Aber dieses hysterische Moralisieren. Dieses aufgeschreckte Losbrüllen. Nee, ohne mich. Liebe Gazelle. Ohne mich, für mich bleibt Winnetou ein Indianer. Kein amerikanischer Ureinwohner. Denn das ist er ja eigentlich gar nicht. Er lebt doch in Kroatien.
Ich halte Indianer auch für eine okaye, wenn auch nicht optimale Bezeichnung. Aber bevor man rechte Narrative bedient, von Cancel-Dumpfbacken redet, und sich mit einem "Das lasse ich mir nicht nehmen" der Diskussion entzieht, kann man sich zumindest mal sachlich auf die Perspektive einlassen, dass Indianer eine kolonialistisch geprägte Fremdbeschreibung ist. Was man mit der Info dann anfängt, finde ich in diesem Fall in alle Richtungen völlig okay. Aber dass solche Diskussionen immer so enden, dass irgendjemand erklären muss, warum das auf jeden Fall und zu 100% gar nicht rassistisch sein kann, sagt schon einiges.

Zitat:
Zitat von Coach CoC Beitrag anzeigen
Ans "Licht gekommen" ist in den letzten Jahren nur, dass auch Polizisten in Whatsapp Gruppen jeden dummen Mist teilen.
Jeden dummen, rassistischen Mist, ja. Die Fälle rassistischer Verfehlungen der Polizei aufzulisten spare ich mir an der Stelle, sie sind aber offensichtlich.
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Geändert von Gazelle (25.04.2021 um 13:42 Uhr).
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Alt 25.04.2021, 15:15   #87
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Beiträge: 10.322
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Ich werde das Buch nicht lesen oder kaufen, aber kenne ihre Positionen. Die Anekdoten einer Polizistin, die die rechtspopulistische GdP im Rücken hat, sind sicher kein umfassender Einblick. Sondern ein Einblick, von dem der rechte und authoritäre Flügel der Polizei möchte, dass wir ihn bekommen. Gegenfrage: Kennst du PolizeiGrün? Diese Polizeivereinigung erwähnt immer wieder, dass es einen falschen Korpsgeist, schlechte Fehlerkultur und Probleme bei der Transparenz usw. gibt. Wer sich ein umfassendes Urteil bilden will, sollte dann auch diese Strömungen in der Polizei-Belegschaft hören. Viel wichtiger als die Selbstreflexionen einiger Polizisten über ihre Arbeitsweise bleibt aber eine unabhängige Untersuchung.
Ja, kenne ich. Finde ich gut. Denn im Gegensatz zu euch sichte ich nämlich (sehr gern) Lektüre, die unbequem ist. Das ist übrigens ein zentraler Unterschied zwischen uns. Nur so lernt man dazu. Aber für mich fühlt sich das an, als rede ich mit einer Wand.

Zitat:
Zitat von Gazelle Beitrag anzeigen
Nein. Eine Studie hat das Ziel, Wissen und Klarheit zu schaffen. Nicht mehr, nicht weniger. Warum sollte es fair oder aufklärend sein, nur das zu lesen, was Polizisten über ihre eigene Arbeit berichten? Warum sollte ich den Berichten von Rechtsaußen-Polizisten über ihre eigene Arbeitsweise mehr trauen als einer unabhängigen Studie? Das wäre vollkommen absurd und unvernünftig.
Also lieber ausschließlich Menschen mit Migrationshintergrund zu Wort kommen lassen? Nein? Na, dann würde ich sagen, man zieht das so auf, wie ich das die ganze Zeit schon vorschlage. Umfassend. Multiperspektivisch. Wissenschaftlich. Aussagekräftig. Brauchbar. Alle werden gehört. Alle Faktoren werden berücksichtigt. Ich frage auch dich: Hättest du damit ein Problem?

Zitat:
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Kritik an einer Studie, ohne diese überhaupt zu kennen? Kein gutes Argument. Und ich bin mir sicher, gäbe es eine Studie, würde sie komplett anders aussehen als du beschreibst.
Ich mir eben leider nicht.

Zitat:
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Ich halte Indianer auch für eine okaye, wenn auch nicht optimale Bezeichnung. Aber bevor man rechte Narrative bedient, von Cancel-Dumpfbacken redet, und sich mit einem "Das lasse ich mir nicht nehmen" der Diskussion entzieht, kann man sich zumindest mal sachlich auf die Perspektive einlassen, dass Indianer eine kolonialistisch geprägte Fremdbeschreibung ist. Was man mit der Info dann anfängt, finde ich in diesem Fall in alle Richtungen völlig okay. Aber dass solche Diskussionen immer so enden, dass irgendjemand erklären muss, warum das auf jeden Fall und zu 100% gar nicht rassistisch sein kann, sagt schon einiges.
Entschuldige bitte, jetzt verdrehst du aber die Fakten. Wer hat denn mit einem "Sturm der Entrüstung" geantwortet, als jemand völlig ohne böse Absicht (im Gegenteil!) von "Indianerhäuptlingen" sprach? Und wer musste denn vor wem zu Kreuze kriechen, weil er ein Wort benutzt hat, das einer kleinen Gruppe sendungsbewusster Aktivisten nicht gefallen hat? Die Engstirnigkeit geht hier eindeutig von den Kritikern aus. Von denen, die im Lichte ihrer vermeintlichen moralischen Zuständigkeiten andere angehen und sich über sie erheben. Und ganz bestimmt nicht von denen, die anmahnen, es nicht so furchtbar zu übertreiben mit dem Zurechtweisen anderer.
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Alt 25.04.2021, 17:31   #88
Creed
Schädelbasisbruch
 
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Viele der Punkte sind völlig richtig, Creed. Und genau das ist der Grund, warum ich der Union so eine richtige Klatsche gönne. Je härter, desto besser (möglichst ohne das mit dem Wahnsinn Rot-Rot-Grün zu bezahlen [Hat jemand sich mal das Trauerspiel gegönnt, der Hennig-Wellsow zwei Stunden zuzuhören? Bestimmt nicht. Denn dann würde man sie ja nicht mehr wählen ]). Die Union muss sich neu aufstellen. Weg mit den Leuten, die Merkel großgezogen hat und die ihr an Lippen hängen. Weg mit dem Filz. Nach sechzehn Regierungsjahren - es wundert nicht. Das wäre in anderen Parteien kein bisschen anders. Und war es auch nie.

Übrigens würde es nichts nutzen, wenn Deutschland über das wirklich wichtige Bestreben hinweg, etwas für die Umwelt zu tun, seine Wirtschaft ruinieren würde. Wie das manche Linke gern leichtfertig cool fänden. Unsere Nachbarn sehen nämlich genau hin, was ihr wirtschaftsgroßer Nachbar macht. Und wenn Deutschland in einem Anfall von Unvernunft und mangelnder Ausgewogenheit politisch Mist macht, setzt das ein mehr als abschreckendes Beispiel. Hast du gewusst, dass Polen derzeit sechs neue Atomreaktoren plant? Und die Tschechen und Franzosen denken da nicht groß anders. Wer hier Vorbild sein will, muss strategisch vorgehen. Und nicht wie manche der Fridays-For-Future-Aktivisten mit ihren Mikrofonen. Ob das Baerbock kann? Sich gegen naive oder überzogene Forderungen aus den eigenen Reihen durchsetzen? Ohne dass ihr eine Tomate ans Trommelfell klatscht? Hmm,... bin gespannt.

Hoffentlich kann sie es.
Meinst du das Interview bei Tilo Jung? Da ich fast alle Interviews von ihm sehe, habe ich es natürlich auch gesehen. Das war wirklich eine schwache Leistung. Man kann natürlich sagen, sie wurde das Wochenende davor erst gewählt und war bis dahin "nur" als Landespolitikerin tätig. Das sie da noch nicht in allen Fragen komplett drin ist, war zu erwarten. Das sie aber bei der Frage nach den Kampfeinsätzen so ins Straucheln kommt, war krass. Das ist eines der zentralen Themen bei den Linken, das müsste sie eigentlich wissen. Trotzdem wähle ich nicht sie (wohne ja nicht in Erfurt) sondern ihre Partei. Ich stimme auch nicht mit allen Sachen überein und es gibt auch dort genügend Personen die ich fragwürdig finde, trotzdem finde ich sie was die Sozialen Themen angeht noch am glaubhaftesten. Die SPD hat es vor knapp 20 Jahren verbockt und so lange noch jemand aus der Schröder Ära was zu sagen hat, finde ich sie in dem Punkt einfach nicht glaubwürdig. Den Grünen traue ich es leider zu in Sozialen Fragen Kompromisse einzugehen, nur um ihre Umwelt Themen durchzubekommen (was auch ein wichtiges Thema ist). CDU, FDP und die AfD spielen für mich in dieser Frage gar keine Rolle. Deswegen werde ich wahrscheinlich mal wieder die Linke wählen.

Wenn man gar nix macht und so weiter macht wie bis her, dann wird man die Deutsche Industrie/Wirtschaft killen. Die E-Autos (was man von der Technologie hält sei mal dahin gestellt) haben die Deutschen komplett verpennt, beim Thema Solar war man mal Marktführer hat man dann aber gegen die Wand gefahren, bei der Windkraft ist man dank immer bekloppteren Abstandsregeln ebenfalls auf einem guten Weg einen Industriezweig zu vernichten etc. Den Grünen traue ich es ehrlich gesagt eher zu die Wirtschaft und den Umweltschutz in Einklang zu bringen als der Union.
Das viele Länder weiter bzw. wieder auf Kernenergie setzt ist mir bekannt. Sollen wir deswegen auch wieder Atommeiler bauen? Irgendwann wird man komplett erneuerbar Energie erzeugen können, da bin ich mir sicher. Bis dahin braucht man eine Brückentechnologie. Persönlich fände ich Gas besser. Da wird zwar CO² erzeugt, dafür erzeugen sie aber keinen Müll den man Millionen Jahre sicher aufbewahren muss und bei einem Zwischenfall werden auch keine Landstriche verseucht. Klar kann Deutschland alleine nicht die Welt retten, aber wenn man voran geht und zeigt das Umweltschutz und Wirtschaft auch zusammen funktionieren, werden sich bestimmt einige Nachahmer finden.

Was genau jetzt gegen eine Studie spricht die klären soll ob es bei der Polizei ein Problem mit Rassismus gibt, habe ich bis heute nicht verstanden. Im Wissenschaftlichen Arbeiten haben wir gelernt das man wissenschaftliche Fragen möglichst konkret und eng stellen soll. Wenn man mit einer Studie die komplett Gesellschaft erforschen will, bekommt man am Ende höchstens sehr oberflächliche Ergebnisse, wenn man überhaupt etwas erhält. Man kann doch erst der Frage "Hat die Polizei ein Problem mit Rassismus?" nachgehen. Je nach Ergebnis kann man darauf aufbauen und weiter Forschen. Wenn ja, was sind die Ursachen, was kann man dagegen tun etc. Wenn nein, woher kommt das Vorurteil in der Gesellschaft, welche Rolle spielt eventuell die Polizei selbst dabei, welche Rolle die Medien, welche Lösungen gibt es etc.
Jetzt hat man überhaupt nix gemacht, womit auch keinem geholfen ist.
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Alt 25.04.2021, 17:52   #89
Coach CoC
Schädelbasisbruch
 
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Jeden dummen, rassistischen Mist, ja. Die Fälle rassistischer Verfehlungen der Polizei aufzulisten spare ich mir an der Stelle, sie sind aber offensichtlich.
Nochmal die Zahlen des Beispiels, 17.000 GIFs etc., 8 womöglich strafrechtlich relevant.

Und nochmal:

Der Rassimus in der Polizei ist signifikant höher als im Rest der Bevölkerung? Hat welche Auswirkungen auf den Dienst? Welche rechtsextremen Netzwerke wurden aufgedeckt? Ist das der strukturelle Rassismus, sollen das die konspirativen Netzwerke innerhalb der Polizei sein?

Hier ist nichts "offensichtlich".

Selbst "Auf dem rechten Weg?" ein journalistisches Werk, dass den Boom des Themas abgreifen möchte und dafür auf Opfer-Interviews setzt, muss verdruckst feststellen, dass von der großen Razzia bei 200 Polizeibeamten in NRW exakt 2 Personen übrigbleiben die tatsächlich der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind.
Von allem was gefunden wurde, haben diese beiden den mit Abstand größten Anteil. Hunderte rechtsextreme Bilddateien, Horst-Wessels Lied auf dem Rechner gespeichert, volles Programm. Allein dafür, dass diese zwei aus dem Dienst entfernt wurden, hat sich die Razzia schon fast gelohnt. Aber ich bezweifle, dass zwei Essener Hooligans in Uniform "unsere Gesellschaft in ihren Grundfesten erschüttern und unseren Rechtsstaat nachhaltig beschädigen." werden. So im übrigen der reißerische Klappentext. Hier wird mal wieder eine Sau durchs Dorf getrieben, mehr nicht.

Nazipolizisten generieren Klicks. Das ist das einzige was hier "offensichtlich" ist.

Die Presse fordert und peitscht die Öffenlichkeit hoch. Die Politik liefert öffenlichkeitswirksam Bauernopfer. Traurigerweise auf dem Rücken der Polizei.
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Alt 25.04.2021, 19:13   #90
k-town1900
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Wer meint Atomkraft wäre die Lösung im Klimawandel und dazu noch billig sollte sich mal diese Doku ansehen.

Zur Polizei kann ich nur aus meinen Erfahrungen berichten. Es gibt einige die sich schon auf die nächste Demo bei der sie eingesetzt werden freuen denn da dürfen sie wieder die Sau rauslassen. Die Polizeiberichte werden auch gerne mal geschönt. Da heißt es dann es gab 20 verletzte darunter 5 Polizisten. Das die 15 "Randalierer" allerdings allesamt durch die Polizei verletzt wurden steht nicht dabei genauso wenig das die 5 Beamten durch die eigenen Leute oder sich selbst verletzt wurden weil sie mal wieder mit Pfefferspray wild um sich gesprüht haben. Ich habe irgendwo eine Studie gelesen das seit die Polizisten eine Identifikationsnummer tragen müssen, mit Bodycam ausgestattet wurden und auch selbst bei Einsätzen filmen müssen die Beschwerden wegen Polizeigewalt rückläufig sind.

Es gibt aber auch noch die andere Seite und die hat mit dem Berufsalltag zu tun. Ich fahre oft mit dem Zug auf Arbeit und komme dementsprechend zu verschiedenen Tageszeiten wieder nach Hause. Gerade im Sommer kommt es öfter vor das ich entweder komplett nach Hause gehe oder vom Hbf in die Innenstadt gehe und dort erst den Bus nehme. Vom Hbf bis zu uns nach Hause komme ich je nach Route die ich gehe an min 4 Brennpunkte vorbei. Die Menschen die sich nicht benehmen können haben zu min 80% einen Migrationshintergrund. Da mögen zwar auch einige mit deutschem Pass dabei sein, aber an der Sprache erkennt man das sie keine Urdeutsche sind. Das man da als Polizist Frustration bekommen kann sollte man auch bedenken bevor man Draufhaut. Das die Polizisten am Bahnhof oder sonstwo eher den Ausländer kontrollieren und nicht den (nach dem Aussehen) Deutschen kommt auch aus genau diesen Erfahrungswerten zustande. Wenn dann 40 Leute am Bahnsteig stehen, davon nur 2 Farbige und gerade diese zwei kontrolliert werden hat wahrscheinlich mit Erfahrungswerten zu tun und nicht mit Rassismus wird aber oft als Rassismus ausgelegt. Ich hab da auch schon einige Diskussionen miterlebt wo sich andere eingemischt (die oft auch keine Ahnung hatten weil sie erst später dazu kamen) haben warum gerade die zwei kontrolliert werden und die Rassismuskarte ganz schnell gespielt wurde. Es kann auch gut sein daß gerade diese zwei keine unbeschrieben Blätter sind bei den Beamten und deswegen kontrolliert werden. Das kann man als Normalbürger doch überhaupt nicht wissen aber sich über Rassismus beschweren geht immer.
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Alt 25.04.2021, 20:50   #91
Gazelle
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Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Ja, kenne ich. Finde ich gut. Denn im Gegensatz zu euch sichte ich nämlich (sehr gern) Lektüre, die unbequem ist. Das ist übrigens ein zentraler Unterschied zwischen uns. Nur so lernt man dazu. Aber für mich fühlt sich das an, als rede ich mit einer Wand.
Unnötige Unterstellung. Ich kenne Interviews und Positionen der Autorin, der verschiedenen Gewerkschaften und Vereine innerhalb der Polizei. Dafür muss ich kein anekdotisches Buch gelesen haben. Und hier ist noch ein Unterschied zwischen uns: Ich werde niemals Bücher einer Autorin kaufen, die mit Rechtspopulismus kokettiert. Ich bin an Wissen interessiert, nicht an heißer Luft. Von daher: Ja, da redest du gegen eine Wand.

Zitat:
Also lieber ausschließlich Menschen mit Migrationshintergrund zu Wort kommen lassen?
Wer hat das bitte gefordert? Und was soll so eine Bemerkung überhaupt?

Zitat:
Na, dann würde ich sagen, man zieht das so auf, wie ich das die ganze Zeit schon vorschlage. Umfassend. Multiperspektivisch. Wissenschaftlich. Aussagekräftig. Brauchbar. Alle werden gehört. Alle Faktoren werden berücksichtigt. Ich frage auch dich: Hättest du damit ein Problem?
Natürlich nicht. Das ist doch das Ziel aller, die eine unabhängige Studie wollen! Das hast du aber nicht die ganze Zeit schon vorgeschlagen, sondern eindeutig gegen eine Studie argumentiert und Seehofer dafür gelobt, dass er eine Studie mit seiner selbst ausgedachten Statistik wegargumentiert.

Zitat:
Ich mir eben leider nicht.
Woher kommt das Misstrauen?
Zitat:
Entschuldige bitte, jetzt verdrehst du aber die Fakten. Wer hat denn mit einem "Sturm der Entrüstung" geantwortet, als jemand völlig ohne böse Absicht (im Gegenteil!) von "Indianerhäuptlingen" sprach? Und wer musste denn vor wem zu Kreuze kriechen, weil er ein Wort benutzt hat, das einer kleinen Gruppe sendungsbewusster Aktivisten nicht gefallen hat? Die Engstirnigkeit geht hier eindeutig von den Kritikern aus. Von denen, die im Lichte ihrer vermeintlichen moralischen Zuständigkeiten andere angehen und sich über sie erheben. Und ganz bestimmt nicht von denen, die anmahnen, es nicht so furchtbar zu übertreiben mit dem Zurechtweisen anderer.
Ich verdrehe angeblich Fakten, aber du sprichst von einem Sturm der Entrüstung? Im Ursprungstweet vom Tagesspiegel-Journalisten steht: "An dem Wort störten sich Einzelne in der Partei". Klingt nicht nach einem Sturm der Entrüstung, sondern normaler Diskussion. Einen Sturm der Entrüstung sehe ich dann eher in Reaktionen wie "Cancel-Dumpfbacken". Und ob etwas diskriminierend ist, hat nach wie vor nichts damit zu tun, ob es diskriminierend gemeint war.

Zitat:
Zitat von Coach CoC Beitrag anzeigen
Nochmal die Zahlen des Beispiels, 17.000 GIFs etc., 8 womöglich strafrechtlich relevant.
Wenn du Quellen für diese ganzen Zahlen hättest, könnte man sich auch mal ein Bild davon machen.

Zitat:
Der Rassimus in der Polizei ist signifikant höher als im Rest der Bevölkerung? Hat welche Auswirkungen auf den Dienst?
Weiß ich nicht. Wäre eine Frage, die man in einer Studie beantworten sollte. Wird leider von allen Seiten blockiert.

Zitat:
Welche rechtsextremen Netzwerke wurden aufgedeckt? Ist das der strukturelle Rassismus, sollen das die konspirativen Netzwerke innerhalb der Polizei sein?

Hier ist nichts "offensichtlich".
Ist dir diese Übersicht offensichtlich genug?
Zitat:
Die Presse fordert und peitscht die Öffenlichkeit hoch. Die Politik liefert öffenlichkeitswirksam Bauernopfer. Traurigerweise auf dem Rücken der Polizei.
Beispiele für diese Behauptungen?
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Bildung find ich dumm, ich bin doch eh schon schlau.

Geändert von Gazelle (25.04.2021 um 21:32 Uhr).
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Alt 25.04.2021, 21:40   #92
Moneytalks
Disqualifiziert
 
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Zitat von Creed Beitrag anzeigen
Meinst du das Interview bei Tilo Jung? Da ich fast alle Interviews von ihm sehe, habe ich es natürlich auch gesehen. Das war wirklich eine schwache Leistung. Man kann natürlich sagen, sie wurde das Wochenende davor erst gewählt und war bis dahin "nur" als Landespolitikerin tätig. Das sie da noch nicht in allen Fragen komplett drin ist, war zu erwarten. Das sie aber bei der Frage nach den Kampfeinsätzen so ins Straucheln kommt, war krass. Das ist eines der zentralen Themen bei den Linken, das müsste sie eigentlich wissen. Trotzdem wähle ich nicht sie (wohne ja nicht in Erfurt) sondern ihre Partei. Ich stimme auch nicht mit allen Sachen überein und es gibt auch dort genügend Personen die ich fragwürdig finde, trotzdem finde ich sie was die Sozialen Themen angeht noch am glaubhaftesten. Die SPD hat es vor knapp 20 Jahren verbockt und so lange noch jemand aus der Schröder Ära was zu sagen hat, finde ich sie in dem Punkt einfach nicht glaubwürdig. Den Grünen traue ich es leider zu in Sozialen Fragen Kompromisse einzugehen, nur um ihre Umwelt Themen durchzubekommen (was auch ein wichtiges Thema ist). CDU, FDP und die AfD spielen für mich in dieser Frage gar keine Rolle. Deswegen werde ich wahrscheinlich mal wieder die Linke wählen.
Das unterschreibe ich so. Die wenigstens Leute idealisieren ihre Partei. Letzendlich muss man sich die Frage stellen, worüber man hinweg sieht, was man kritisiert und was ein Ausschlussgrund darstellt. Eine Partei, bei der Egospielchen, Gier und Korruptionsschutz wichtiger sind, als die pofessioneller Bekämpfung einer Krise, die Millionen Menschenleben kostet, ist mit meiner Zustimmung nicht vereinbar. Abgesehen davon, dass ich keine Wirtschaftskompetenz darin erkennen kann, wenn man auf Basis von Problemverschleppung und Wissenschaftsignoranz die Wirtschaft mehr abwürgt, als es vernüftigerweise nötig wäre und den Wirtschaftszweigen von morgen heute schon die Zukunft kostet.

Eine Partei, die, seit ich sie kenne, einen Selbstreinigungsprozess durchläuft anstatt sich von "Einzelfällen" vertreten zu lassen, bekommt bei mir Chancen, wenn mir ihre politische Richtig gefällt. Und da sich bei aller Unzufriedenheit über andere Entwicklungen trotzdem keine Partei eher anbietet, linke Sozialpolitik besser zu vertreten und ich großen Teilen der SPD aus Erfahrung der letzten 20 Jahre bezüglich des "S" im Partienamen schlicht und einfach nicht traue und sie mich immer wieder darin bestätigt, bleibt die Auswahl eben nunmal begrenzt.

Zumindest bezüglich der Pandemiebekämpfung fehlt mir jedoch auch die Partei, die ein überzeugendes Gegenangebot macht seitdem ab Herbst 2020 viel zu viele Fehler gemacht wurden. Damit hätte man sich auszeichnen können. Die meisten bedienen da eher ihre jeweiligen Mileus, ob jetzt nun AFD, FDP oder Linkspartei. Die FDP dort leider oftmals mit der gleichen Lockerungs-Kurzsichtigkeit. Aber vielleicht übersehe ich was. Für umfangreiche Nachrichtensichtung fehlte mir zuletzt die Zeit.

Geändert von Moneytalks (25.04.2021 um 22:07 Uhr).
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Alt 26.04.2021, 12:06   #93
Der Zerquetscher
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Zitat:
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Meinst du das Interview bei Tilo Jung? Da ich fast alle Interviews von ihm sehe, habe ich es natürlich auch gesehen. Das war wirklich eine schwache Leistung. Man kann natürlich sagen, sie wurde das Wochenende davor erst gewählt und war bis dahin "nur" als Landespolitikerin tätig. Das sie da noch nicht in allen Fragen komplett drin ist, war zu erwarten. Das sie aber bei der Frage nach den Kampfeinsätzen so ins Straucheln kommt, war krass. Das ist eines der zentralen Themen bei den Linken, das müsste sie eigentlich wissen. Trotzdem wähle ich nicht sie (wohne ja nicht in Erfurt) sondern ihre Partei. Ich stimme auch nicht mit allen Sachen überein und es gibt auch dort genügend Personen die ich fragwürdig finde, trotzdem finde ich sie was die Sozialen Themen angeht noch am glaubhaftesten. Die SPD hat es vor knapp 20 Jahren verbockt und so lange noch jemand aus der Schröder Ära was zu sagen hat, finde ich sie in dem Punkt einfach nicht glaubwürdig. Den Grünen traue ich es leider zu in Sozialen Fragen Kompromisse einzugehen, nur um ihre Umwelt Themen durchzubekommen (was auch ein wichtiges Thema ist). CDU, FDP und die AfD spielen für mich in dieser Frage gar keine Rolle. Deswegen werde ich wahrscheinlich mal wieder die Linke wählen.

Wenn man gar nix macht und so weiter macht wie bis her, dann wird man die Deutsche Industrie/Wirtschaft killen. Die E-Autos (was man von der Technologie hält sei mal dahin gestellt) haben die Deutschen komplett verpennt, beim Thema Solar war man mal Marktführer hat man dann aber gegen die Wand gefahren, bei der Windkraft ist man dank immer bekloppteren Abstandsregeln ebenfalls auf einem guten Weg einen Industriezweig zu vernichten etc. Den Grünen traue ich es ehrlich gesagt eher zu die Wirtschaft und den Umweltschutz in Einklang zu bringen als der Union.
Das viele Länder weiter bzw. wieder auf Kernenergie setzt ist mir bekannt. Sollen wir deswegen auch wieder Atommeiler bauen? Irgendwann wird man komplett erneuerbar Energie erzeugen können, da bin ich mir sicher. Bis dahin braucht man eine Brückentechnologie. Persönlich fände ich Gas besser. Da wird zwar CO² erzeugt, dafür erzeugen sie aber keinen Müll den man Millionen Jahre sicher aufbewahren muss und bei einem Zwischenfall werden auch keine Landstriche verseucht. Klar kann Deutschland alleine nicht die Welt retten, aber wenn man voran geht und zeigt das Umweltschutz und Wirtschaft auch zusammen funktionieren, werden sich bestimmt einige Nachahmer finden.
Creed, es ist okay. Als Demokrat akzeptiere ich deine Entscheidung und finde deine bescheidenen Worte in ihrer Bedächtigkeit überdies sympathisch.

Zitat:
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Unnötige Unterstellung. Ich kenne Interviews und Positionen der Autorin, der verschiedenen Gewerkschaften und Vereine innerhalb der Polizei. Dafür muss ich kein anekdotisches Buch gelesen haben. Und hier ist noch ein Unterschied zwischen uns: Ich werde niemals Bücher einer Autorin kaufen, die mit Rechtspopulismus kokettiert. Ich bin an Wissen interessiert, nicht an heißer Luft. Von daher: Ja, da redest du gegen eine Wand.
Hmmm,..

Woran machst du fest, welcher Autor mit "Rechtspopulismus" kokettiert? Weil Beifall von der falschen Seite kommt? Weil ein Autor in seiner Biographie mal ein Statement vom Stapel gelassen hat, das dir nicht zusagt? Am Verlag? Ist die Gefahr nicht riesengroß, dass man für sich selbst alles, was einem potentiell an neuer Information oder konträren Sichtweisen zuwider ist, aussortiert? Unter dem Vorwand, diese Position sei anrüchig oder zwielichtig? Und irgendwann liest man dann nur noch das, was einem gefällt. Und perpetuiert so sein Weltbild. Gießt es in Beton. Ein Stillleben abgestorbener Intellektualität. Ein Gefrieren geistiger Flexibilität. Der Piper-Verlag, bei dem zum Beispiel Hape Kerkeling veröffentlicht, ist ein seriöser Verlag. Und ich erkenne keinen Grund, dessen Angebot nicht zu trauen. Oder es auszusortieren.

Versteh mich nicht falsch, auch ich habe Medien und Verlage, die ich partout nicht lese, weil ich weiß, was mich erwartet. Und zwar sowohl links-, wie rechtsradikale. Aber man muss doch sehr aufpassen, dass man sich im Lichte seiner zweifelhaften Aufgeklärtheit nicht im finsteren Wald der Voreingenommenheit vergaloppiert. Und das ist schnell passiert. Jedem von uns. Und ganz besonders denen, die meinen, ihnen könne das gar nicht passieren.


Ich selbst lese manchmal Bücher, bei denen mir das Messer in der Tasche aufgeht. Und doch verstehe ich manchmal die Positionen des jeweiligen Autors besser. Stichwort Asylpolitik. Wer sich etwa einliest in die lebensbedrohlichen Strapazen einer prekären Fahrt über das Mittelmeer, der kann unmöglich noch schnodderig von "selber schuld" sprechen, wenn da Leute ertrinken. Und exakt dasselbe gilt für die Polizei. Erst wenn man sich mit dem Alltag der Beamten beschäftigt, erfährt man Sensibilisierung. Fährt man Antennen aus. Sieht man die Realität. Aber bitte nicht mit irgendwelchen beim Warten am Bahnhof im Vorbeigehen beim Deutschlandfunk ergatterten Podcasts, sondern in Buchform. Sich Zeit nehmen. Die Sache ernst nehmen.


Zitat:
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Natürlich nicht. Das ist doch das Ziel aller, die eine unabhängige Studie wollen! Das hast du aber nicht die ganze Zeit schon vorgeschlagen, sondern eindeutig gegen eine Studie argumentiert und Seehofer dafür gelobt, dass er eine Studie mit seiner selbst ausgedachten Statistik wegargumentiert.
Dass die 99% vom Seehofer natürlich ausgedacht sind, stimmt. Die sind Blödsinn. Aber die Argumentation, eine Studie möglichst einzugrenzen, ist dennoch in diesem Fall unwissenschaftlicher Unsinn. Selbstverständlich würde eine solche Studie dokumentieren, dass es Rassismus bei der Polizei gibt. In welchem Ausmaß auch immer. Und das wäre nicht nur bei der Polizei so. Das wäre auch bei Lehrern so. Bei Betriebswirten. Oder bei der breiten Bevölkerung. Was wäre also das Ergebnis der eng gefassten Studie? "Ja, es gibt Rassismus bei der Polizei". Das kann ich dir jetzt auch schon sagen. Und dieser Aufhänger auf den Titelblättern würde die Studie zusammenfassen. Was bliebe hängen? "Ja, die Polizei ist rassistisch." Die Typen, die sich die Nächte um die Ohren schlagen, damit du und ich ruhig pennen können. Die sich derzeit allabendlich mit Gegnern der Corona-Maßnahmen herumärgern oder sogar -balgen müssen. Was glaubst du, was ein Beamter davon hält? Vor allem, wenn er der überwiegenden Masse der Beamten gehört, die nicht rassistisch sind. Vielleicht sogar türkischer Herkunft (Oder griechischer ). Nein, ich lehne es ab, die Polizei mit solchen wenig aussagekräftigen Versuchen, sie vorzuführen, zu gängeln. Nicht, wenn nicht zugleich auch nach den Gründen geforscht wird. Nach den Rahmenbedingungen.

Stell dir vor, eine Studie möchte herausbekommen, "in welchem Land die Menschen am meisten klauen". "Wo leben die meisten Diebe?" Klingt doch spannend. Und man könnte jetzt hergehen und Polizeistatistiken auswerten. Und man könnte zu einem Ergebnis kommen. Und schwupps ist ein bestimmtes Volk/Land als "diebisch" gebrandmarkt. "Vorsicht, liebe Touristen. Die sind so." Könnte man theoretisch tun. Die Frage ist, macht das viel Sinn? Denn die Rahmenbedingungen wären bisher völlig außer Beachtung geblieben. Wie hoch ist das Pro-Kopf-Einkommen im Land? Wie hoch der Lebensstandard? Das soziale Netz? Wirtschaftskrisen, Kriege, Strafverfolgung - alles bisher nicht berücksichtigt. Aber die Menschen dort tragen von nun an das Etikett "Dieb". Das ist nicht okay, Gazelle. Sorry, aber das ist weder moralisch noch politwissenschaftlich triftig. Und genau so ist es mit der Polizei. Entwerfen wir ein Bild vom großen Ganzen - gerne. Dann bin ich der erste, der sagt, können wir machen. Aber bitte keine "Studie", bei der das Ergebnis schon von vornherein feststeht, und bei der selbst von den "Schuldigen" nicht jeder wirklich schuldig ist. Sondern ein Rädchen im Getriebe. Ein Mensch seiner Umwelt und Umstände.


Zitat:
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Woher kommt das Misstrauen?
Lebenserfahrung. Meines Erachtens führt breitgestreutes Lesen unweigerlich dazu, dass man weg von den politischen Rändern rückt. Allerdings nur, solange es breit gestreut ist. Wenn ich dann aber sehe, wie viele im Netz vorgeblich politisch aufgeklärte Menschen ihre Informationen zuvorderst aus der Zeitung oder Podcasts gewinnen, nicht aber mehr aus breit gestreuter Literatur, dann empfinde ich das als Gefahr. Denn aufgeklärt ist man nicht, weil man meint, dass man aufgeklärt ist. Man ist es nur dann, wenn man immer auf der Suche ist. Wenn man erkannt hat, dass man irrt. Dass jeder irrt. Manchmal sogar in seinen grundsätzlichsten Überzeugungen. Und wenn man sich die Zeit nimmt, Unangenehmes zu durchwühlen. Und zu lesen. Und zwar eigentlich vor allem das, was weh tut.

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Ich verdrehe angeblich Fakten, aber du sprichst von einem Sturm der Entrüstung? Im Ursprungstweet vom Tagesspiegel-Journalisten steht: "An dem Wort störten sich Einzelne in der Partei". Klingt nicht nach einem Sturm der Entrüstung, sondern normaler Diskussion. Einen Sturm der Entrüstung sehe ich dann eher in Reaktionen wie "Cancel-Dumpfbacken". Und ob etwas diskriminierend ist, hat nach wie vor nichts damit zu tun, ob es diskriminierend gemeint war.
Warum hätte sie zurückrudern müssen, wenn es nur einzelne Stimmen gewesen wären, die sich zudem leise und bescheiden zu Wort gemeldet haben? Das macht überhaupt keinen Sinn. Außerdem habe ich die Formulierung verschiedener großer Gazetten übernommen. Das haben nämlich die meisten so berichtet und dabei genau diese Phrase gewählt. Und ich habe den "Systemmedien" einfach über den Weg getraut. Jo, so war das.
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Der Zerquetscher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.04.2021, 12:59   #94
Indikatorgroupie
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@Zerquetscher

Du bist ja eigentlich ein angenehmer Zeitgenosse. Von daher: Muss dieser arrogante, von oben herab Unterton von deiner Seite aus wirklich sein?
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Alt 26.04.2021, 13:11   #95
Der Zerquetscher
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Zitat:
Zitat von Indikatorgroupie Beitrag anzeigen
@Zerquetscher

Du bist ja eigentlich ein angenehmer Zeitgenosse. Von daher: Muss dieser arrogante, von oben herab Unterton von deiner Seite aus wirklich sein?
Es tut mir leid, wenn Du das so empfindest. Vielleicht habe ich dann tatsächlich was falsch gemacht. Welche Passage stört Dich insbesondere?

Alles, was ich über das Lesen gesagt habe, bezieht mich ausdrücklich mit ein. Denn ich habe mich auch schon oft geirrt. Ich hatte gehofft, das sei deutlich gewesen.
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Alt 26.04.2021, 13:20   #96
y2jforever
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Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Es tut mir leid, wenn Du das so empfindest. Vielleicht habe ich dann tatsächlich was falsch gemacht. Welche Passage stört Dich insbesondere?

Alles, was ich über das Lesen gesagt habe, bezieht mich ausdrücklich mit ein. Denn ich habe mich auch schon oft geirrt. Ich hatte gehofft, das sei deutlich gewesen.
Also grob seit einer Seite erklärst Du kleinen Kindern die Welt ohne auf Argumente einzugehen. In sofern für mich ab da.
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Alt 26.04.2021, 13:26   #97
Der Zerquetscher
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Zitat:
Zitat von y2jforever Beitrag anzeigen
Also grob seit einer Seite erklärst Du kleinen Kindern die Welt ohne auf Argumente einzugehen. In sofern für mich ab da.
Vielleicht sind es diese Tage. Diese Zeiten. Auch die Situation da draußen. Dann halte ich mich ab jetzt aus dem Thema raus, lieber Y2. Das ist für mich ehrlich okay. Ich will keine schlechte Stimmung.
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Der Zerquetscher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.04.2021, 13:28   #98
PrinceDevitt
ECW
 
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Ich für mich finde der Zerquetscher hat hier absolut sachlich argumentiert und auch mal gute Gegenbeispiele gebracht. In wie fern es arroganter oder belehrender war als die Posts auf die er sich bezog, erschließt sich mir hier nicht. Aber gut.

Zitat:
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Vielleicht sind es diese Tage. Diese Zeiten. Auch die Situation da draußen. Dann halte ich mich ab jetzt aus dem Thema raus, lieber Y2. Das ist für mich ehrlich okay. Ich will keine schlechte Stimmung.
Und da liegt heut zu Tage ein großes Problem, so werden Leute die sachlich argumentieren dazu bewegt den Mund zu halten damit andere sich wohl fühlen.
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Geändert von PrinceDevitt (26.04.2021 um 13:31 Uhr).
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Alt 26.04.2021, 14:33   #99
y2jforever
Genickbruch
 
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Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Vielleicht sind es diese Tage. Diese Zeiten. Auch die Situation da draußen. Dann halte ich mich ab jetzt aus dem Thema raus, lieber Y2. Das ist für mich ehrlich okay. Ich will keine schlechte Stimmung.
Das wäre jetzt von meiner Seite nicht das Ziel. Ich diskutiere grundsätzlich wie du weist durchaus gerne mit Dir. Und schlechte Stimmung sollte kein Grund gegen Argumente sein. Ich empfand es nur hier als "too much".
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y2jforever ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.04.2021, 14:50   #100
Gazelle
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Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Hmmm,..

Woran machst du fest, welcher Autor mit "Rechtspopulismus" kokettiert? Weil Beifall von der falschen Seite kommt? Weil ein Autor in seiner Biographie mal ein Statement vom Stapel gelassen hat, das dir nicht zusagt? Am Verlag? Ist die Gefahr nicht riesengroß, dass man für sich selbst alles, was einem potentiell an neuer Information oder konträren Sichtweisen zuwider ist, aussortiert? Unter dem Vorwand, diese Position sei anrüchig oder zwielichtig? Und irgendwann liest man dann nur noch das, was einem gefällt. Und perpetuiert so sein Weltbild. Gießt es in Beton. Ein Stillleben abgestorbener Intellektualität. Ein Gefrieren geistiger Flexibilität. Der Piper-Verlag, bei dem zum Beispiel Hape Kerkeling veröffentlicht, ist ein seriöser Verlag. Und ich erkenne keinen Grund, dessen Angebot nicht zu trauen. Oder es auszusortieren.
An ihren Inhalten (rechts) und ihrer Art zu argumentieren (populistisch). Sie berichtet von Erfahrungen und Anekdoten, die ich ihr nicht absprechen will. Okay, kann man machen. Aber aus ihren Gefühlen heraus zieht sie Schlüsse, äußert Statements und fordert Maßnahmen, ohne Fakten zu liefern. Mal ein Auszug aus einem Spiegel-Beitrag von ihr:

Spoiler:
Nach meiner Wahrnehmung werden die, die uns Polizisten die meisten Probleme machen, immer mehr. Und das sind vor allem junge Männer mit Migrationshintergrund oder Migranten aus Afrika oder dem Nahen Osten. Auf den Straßen im Ruhrgebiet ist es inzwischen so unsicher wie noch nie in meinem Leben. Ich hatte das Gefühl, ich müsse die Öffentlichkeit darüber aufklären, deswegen habe ich das Buch "Deutschland im Blaulicht. Notruf einer Polizistin" (Piper Verlag) geschrieben.

Ich kann gut nachvollziehen, dass viele Menschen Angst haben, auch ich fühle mich nicht mehr sicher, wenn ich privat unterwegs bin, dabei bin ich wahrlich kein furchtsamer Mensch. Im Dienst werden meine Kollegen und ich häufig angegriffen, bespuckt, bepöbelt. Beleidigungen und Respektlosigkeiten uns gegenüber sind leider längst alltäglich. Ich bin mehrfach verletzt worden.

Mein Eindruck ist, dass gerade diese Männer uns nicht ernst nehmen, dass sie uns für Vertreter eines schwachen Staates halten, dem sie in vielerlei Hinsicht auf der Nase herumtanzen können - ohne dass ihnen etwas geschieht. Als Polizistin muss ich mir von diesen Typen häufig anhören: "Du bist eine Frau. Mit dir reden wir nicht."

Andere meinen wiederum wegen meines Migrationshintergrunds müsste ich auf ihrer Seite sein, sie beschimpfen mich, weil ich mich für "Kartoffeln" - also die Deutschen - entschieden hätte und die Migranten damit verraten würde.

Wenn wir in unseren Städten die Kontrolle über ganze Viertel nicht vollständig verlieren wollen, müssen alle Behörden an einem Strang ziehen und endlich Härte zeigen: viel Polizei auf die Straßen, entschiedenes Durchgreifen, hohe Strafen, konsequente Kürzung etwa von Sozialleistungen. Die Realität aber ist: Wir lassen uns immer weiter einschüchtern, demütigen und für blöd verkaufen.


Eine Aneinanderreihung von Gefühlen und Meinungen, ohne zu ihren Aussagen Fakten zu liefern. Eine Behauptung wie "Auf den Straßen im Ruhrgebiet ist es inzwischen so unsicher wie noch nie in meinem Leben" einfach mal in den Raum gestellt, ohne irgendeinen Anhaltspunkt dafür zu liefern. Viel Meinung für so wenige (bzw. in diesem Fall genau gar keine) Fakten. Garniert wird das dann noch mit populistischen Forderungen (Sozialleistungen kürzen, mehr Polizei auf die Straßen,...). Selbst die GdP hat sie zwischenzeitlich zurückgepfiffen, weil sie ohne Belege irgendetwas über gefälschte Zahlen in der Flüchtlingskriminalistik gesprochen hat, weil sie politisch nicht gewollt sein sollen und die Polizei damit angeblich die Bevölkerung nicht verunsichern möchte. Wer mit solchen Vorwürfen und Statements an die Öffentlichkeit geht, Bücher schreibt und Talkshows abklappert, sollte sich dann vorher auch mit Zahlen, Daten, Fakten absichern. Ansonsten ist es für mich nichts anderes als Populismus.

Zitat:
Versteh mich nicht falsch, auch ich habe Medien und Verlage, die ich partout nicht lese, weil ich weiß, was mich erwartet. Und zwar sowohl links-, wie rechtsradikale. Aber man muss doch sehr aufpassen, dass man sich im Lichte seiner zweifelhaften Aufgeklärtheit nicht im finsteren Wald der Voreingenommenheit vergaloppiert. Und das ist schnell passiert. Jedem von uns. Und ganz besonders denen, die meinen, ihnen könne das gar nicht passieren.
Da zieht wohl jeder seine persönlichen Grenzen und das ist auch in Ordnung. Ich möchte aber aus der gegenteiligen Perspektive hinzufügen, dass es genauso passieren kann, dass man sich aus einer ultraliberalen Haltung, allem eine Chance geben zu wollen, radikale oder populistische Meinungen oder Narrative aneignen kann. Das wichtigste ist immer, sich den Fakten nicht zu verschließen und nicht belegte Anekdoten und Erfahrungen mit Vorsicht zu behandeln. Nicht nur in der Literatur, auch in den sozialen Medien und generell beim Medienkonsum.

Zitat:
Ich selbst lese manchmal Bücher, bei denen mir das Messer in der Tasche aufgeht. Und doch verstehe ich manchmal die Positionen des jeweiligen Autors besser. Stichwort Asylpolitik. Wer sich etwa einliest in die lebensbedrohlichen Strapazen einer prekären Fahrt über das Mittelmeer, der kann unmöglich noch schnodderig von "selber schuld" sprechen, wenn da Leute ertrinken. Und exakt dasselbe gilt für die Polizei. Erst wenn man sich mit dem Alltag der Beamten beschäftigt, erfährt man Sensibilisierung. Fährt man Antennen aus. Sieht man die Realität. Aber bitte nicht mit irgendwelchen beim Warten am Bahnhof im Vorbeigehen beim Deutschlandfunk ergatterten Podcasts, sondern in Buchform. Sich Zeit nehmen. Die Sache ernst nehmen.
Ich teile die Einschätzung nicht, dass Bücher die ultimative Informationsquelle sind. Im Gegenteil, wenn es um dynamische und hochaktuelle politische Entwicklungen geht, haben sie enorme Nachteile. Was nicht heißt, dass man keine Bücher mehr lesen sollte.

Zitat:
Dass die 99% vom Seehofer natürlich ausgedacht sind, stimmt. Die sind Blödsinn. Aber die Argumentation, eine Studie möglichst einzugrenzen, ist dennoch in diesem Fall unwissenschaftlicher Unsinn. Selbstverständlich würde eine solche Studie dokumentieren, dass es Rassismus bei der Polizei gibt. In welchem Ausmaß auch immer. Und das wäre nicht nur bei der Polizei so. Das wäre auch bei Lehrern so. Bei Betriebswirten. Oder bei der breiten Bevölkerung. Was wäre also das Ergebnis der eng gefassten Studie? "Ja, es gibt Rassismus bei der Polizei". Das kann ich dir jetzt auch schon sagen. Und dieser Aufhänger auf den Titelblättern würde die Studie zusammenfassen. Was bliebe hängen? "Ja, die Polizei ist rassistisch." Die Typen, die sich die Nächte um die Ohren schlagen, damit du und ich ruhig pennen können. Die sich derzeit allabendlich mit Gegnern der Corona-Maßnahmen herumärgern oder sogar -balgen müssen. Was glaubst du, was ein Beamter davon hält? Vor allem, wenn er der überwiegenden Masse der Beamten gehört, die nicht rassistisch sind. Vielleicht sogar türkischer Herkunft (Oder griechischer ). Nein, ich lehne es ab, die Polizei mit solchen wenig aussagekräftigen Versuchen, sie vorzuführen, zu gängeln. Nicht, wenn nicht zugleich auch nach den Gründen geforscht wird. Nach den Rahmenbedingungen.

Stell dir vor, eine Studie möchte herausbekommen, "in welchem Land die Menschen am meisten klauen". "Wo leben die meisten Diebe?" Klingt doch spannend. Und man könnte jetzt hergehen und Polizeistatistiken auswerten. Und man könnte zu einem Ergebnis kommen. Und schwupps ist ein bestimmtes Volk/Land als "diebisch" gebrandmarkt. "Vorsicht, liebe Touristen. Die sind so." Könnte man theoretisch tun. Die Frage ist, macht das viel Sinn? Denn die Rahmenbedingungen wären bisher völlig außer Beachtung geblieben. Wie hoch ist das Pro-Kopf-Einkommen im Land? Wie hoch der Lebensstandard? Das soziale Netz? Wirtschaftskrisen, Kriege, Strafverfolgung - alles bisher nicht berücksichtigt. Aber die Menschen dort tragen von nun an das Etikett "Dieb". Das ist nicht okay, Gazelle. Sorry, aber das ist weder moralisch noch politwissenschaftlich triftig. Und genau so ist es mit der Polizei. Entwerfen wir ein Bild vom großen Ganzen - gerne. Dann bin ich der erste, der sagt, können wir machen. Aber bitte keine "Studie", bei der das Ergebnis schon von vornherein feststeht, und bei der selbst von den "Schuldigen" nicht jeder wirklich schuldig ist. Sondern ein Rädchen im Getriebe. Ein Mensch seiner Umwelt und Umstände.
Wer hat denn konkret die Forderung gestellt, dass ausschließlich geprüft wird, ob es Rassismus in der Polizei gibt? Schon klar, dass "Gibt es Rassimus bei der Polizei?" nicht die einzige Forschungsfrage bei so einer Studie sein kann. Hat auch, glaube ich, niemand gewollt. Aber du scheinst weiterhin zu meinen, schon den kompletten Aufbau und Ablauf dieser Studie, die bisher einfach nur im Raum stand, zu kennen.

Zitat:
Lebenserfahrung.
Also habe ich das richtig verstanden: Deine Lebenserfahrung sagt dir, unabhängigen, wissenschaftlichen Ergebnissen nicht zu trauen? Und dafür lieber privaten Meinungen und Anekdoten Glauben zu schenken? Keine Antwort notwendig auf diese rhetorische Frage. Aber da du ja scheinbar Befürworter einer umfassenden Studie bist, warum dann diese krasse Ablehnungshaltung gegenüber der Idee bzw. die Befürwortung von Seehofers plumper Abfuhr?

Zitat:
Warum hätte sie zurückrudern müssen, wenn es nur einzelne Stimmen gewesen wären, die sich zudem leise und bescheiden zu Wort gemeldet haben? Das macht überhaupt keinen Sinn. Außerdem habe ich die Formulierung verschiedener großer Gazetten übernommen. Das haben nämlich die meisten so berichtet und dabei genau diese Phrase gewählt. Und ich habe den "Systemmedien" einfach über den Weg getraut. Jo, so war das.
Vielleicht hätte sie es auch gar nicht müssen, sondern hat von sich aus einfach aufgeschlossen auf eine neue Sichtweise reagiert und war froh, wie sie selbst sagt, dazugelernt zu haben.

PS. Niemand soll sich gedrängt fühlen, seinen Mund halten zu müssen. Was raus muss, muss raus. Aber da wir jetzt sehr weit off-topic sind, werde ich auch nicht viel mehr dazu schreiben.
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Bildung find ich dumm, ich bin doch eh schon schlau.

Geändert von Gazelle (26.04.2021 um 14:58 Uhr).
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