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Alt 15.06.2015, 12:35   #12576
PappHogan
Schädelbasisbruch
 
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Zitat:
Zitat von Kliqer Beitrag anzeigen
Spiel mir das Lied vom Tod

Natürlich mit extra stereotyper Charakterzeichnung und so plakativ wie es eben geht. Inhaltlich höchstens als gewollt plumpen Abgesang auf das Genre positiv umdeutbar, was die Dramaturgie und die optische Stilistik angeht, aber ein grandioses, gewagtes Meisterwerk, das es schafft Langeweile zu kultivieren und mit geschickter Inszenierung und einfachen Mitteln "Kunst" zu erzeugen.
Kan man so sagen, aber nur, wenn der Ton defekt ist.
Es gibt kaum einen Film, der so durch seine Musik lebt und atmet wie dieser hier.
Na ja Langeweile, die Einganssequenz ist Warten auf Godot im wilden Westen.
Wie auch immer, der Film kriegt auch am kältsten Tag des Jahres 10 Sterne von mir und Ennio Morricone kann sich ex Aequo zwischen Bach, Mozart und Beethoven einreihen.
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Alt 15.06.2015, 12:48   #12577
Kliqer
Genickbruch
 
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Zitat:
Zitat von PappHogan Beitrag anzeigen
Kan man so sagen, aber nur, wenn der Ton defekt ist.
Es gibt kaum einen Film, der so durch seine Musik lebt und atmet wie dieser hier.
Na ja Langeweile, die Einganssequenz ist Warten auf Godot im wilden Westen.
Wie auch immer, der Film kriegt auch am kältsten Tag des Jahres 10 Sterne von mir und Ennio Morricone kann sich ex Aequo zwischen Bach, Mozart und Beethoven einreihen.
Was kann man sagen, wenn der Ton defekt ist?
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Alt 15.06.2015, 16:03   #12578
Der Zerquetscher
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Zitat:
Zitat von Kliqer Beitrag anzeigen
Was kann man sagen, wenn der Ton defekt ist?
Du hast Dir "Spiel mir das Lief vom Tod" ohne Ton angeschaut? Das ist jetzt hoffentlich ein Scherz.

Im Übrigen halte ich "plump" für ein merkwürdig gewähltes Adjektiv, die Intention Leones zu etikettieren. Verstehe ich jedenfalls nicht. Inwiefern plump?
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Der Zerquetscher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.06.2015, 16:22   #12579
Kliqer
Genickbruch
 
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Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Du hast Dir "Spiel mir das Lief vom Tod" ohne Ton angeschaut? Das ist jetzt hoffentlich ein Scherz.

Im Übrigen halte ich "plump" für ein merkwürdig gewähltes Adjektiv, die Intention Leones zu etikettieren. Verstehe ich jedenfalls nicht. Inwiefern plump?
Natürlich habe ich den Film mit Ton geschaut. Ich wollte nur wissen, worauf sich PappHogans "Kan man so sagen, aber nur, wenn der Ton defekt ist." genau beziehen sollte.

Mit "plump" meine ich, dass Leone die Charaktere in "Spiel mir das Lied vom Tod" gewollt auf ihre stereotype Essenz reduziert dargestellt hat. Es sind alles extrem formelhafte Figuren, die aufs plakativste die gängigen Italo-Western-Konventionen verkörperten. Und das ist auch genau seine Absicht gewesen. Er wollte ja gar keinen Western mehr drehen zu der Zeit, wurde aber vom Studio dazu gezwungen. Somit hat er einen Abgesang aufs Genre inszeniert, "nachdem kein ernsthafter (Italo-)Western mehr möglich war" (Zitat Wim Wenders). In dem Fall ist "plump" also gar nicht wertend gemeint, sondern vielmehr einfach ein (Stil-)Mittel zum Zweck für Leone.
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Alt 15.06.2015, 16:51   #12580
Woodstock
Genickbruch
 
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Zitat:
Zitat von Kliqer Beitrag anzeigen
Natürlich habe ich den Film mit Ton geschaut. Ich wollte nur wissen, worauf sich PappHogans "Kan man so sagen, aber nur, wenn der Ton defekt ist." genau beziehen sollte.

Mit "plump" meine ich, dass Leone die Charaktere in "Spiel mir das Lied vom Tod" gewollt auf ihre stereotype Essenz reduziert dargestellt hat. Es sind alles extrem formelhafte Figuren, die aufs plakativste die gängigen Italo-Western-Konventionen verkörperten. Und das ist auch genau seine Absicht gewesen. Er wollte ja gar keinen Western mehr drehen zu der Zeit, wurde aber vom Studio dazu gezwungen. Somit hat er einen Abgesang aufs Genre inszeniert, "nachdem kein ernsthafter (Italo-)Western mehr möglich war" (Zitat Wim Wenders). In dem Fall ist "plump" also gar nicht wertend gemeint, sondern vielmehr einfach ein (Stil-)Mittel zum Zweck für Leone.
Er wollte keine Western mehr drehen und dreht vier Jahre später Mein Name ist Nobody... wahrlich er ist nicht ernst sondern lustig, aber ein Western, der durch die Musik Morricones, das Handwerks Leones und Hills lebt... also das er keine mehr drehen wollte bezweifel ich einfach mal.. und was Wim Wenders sagt ist eh wurscht!
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Benni : Also echt, ey!

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Alt 15.06.2015, 16:57   #12581
Kliqer
Genickbruch
 
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Zitat:
Zitat von Woodstock Beitrag anzeigen
Er wollte keine Western mehr drehen und dreht vier Jahre später Mein Name ist Nobody... wahrlich er ist nicht ernst sondern lustig, aber ein Western, der durch die Musik Morricones, das Handwerks Leones und Hills lebt... also das er keine mehr drehen wollte bezweifel ich einfach mal.. und was Wim Wenders sagt ist eh wurscht!
Hachja, Ignorance is a bliss. ;-)

"After making his American Civil War epic The Good, the Bad and the Ugly, Leone had intended to retire from making Westerns, believing he had said all he wanted to say. He had come across the novel The Hoods by the pseudonymous "Harry Grey", an autobiographical book based on the author's own experiences as a Jewish hood during Prohibition, and planned to adapt it into a film (this would eventually, seventeen years later, become his final film, Once Upon a Time in America). Leone though was offered only Westerns by the Hollywood studios. United Artists (who had produced the Dollars Trilogy) offered him the opportunity to make a film starring Charlton Heston, Kirk Douglas and Rock Hudson, but Leone refused. However, when Paramount offered Leone a generous budget along with access to Henry Fonda — his favorite actor, and one whom he had wanted to work with for virtually all of his career — Leone accepted the offer."

Das steht sogar so auf Wikipedia. Da muss man sich nicht mal durch wissenschaftliche Aufsätze kämpfen.

Und "My Name is Nobody" ist von Tonino Valerii. Leone war nur beteiligt. Außerdem: "By the 1970s, the spaghetti Western had almost become a parody of itself. The serious westerns were primarily violent, low-budget films that were barely distributed outside of Italy. Meanwhile, slapstick parodies of the genre were becoming more popular. Sergio Leone and his team decided that if anyone was going to make the ultimate "joke" version of the genre, they should be the ones."
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Geändert von Kliqer (15.06.2015 um 16:58 Uhr).
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Alt 15.06.2015, 17:00   #12582
Woodstock
Genickbruch
 
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Zitat:
Zitat von Kliqer Beitrag anzeigen
Hachja, Ignorance is a bliss. ;-)

"After making his American Civil War epic The Good, the Bad and the Ugly, Leone had intended to retire from making Westerns, believing he had said all he wanted to say. He had come across the novel The Hoods by the pseudonymous "Harry Grey", an autobiographical book based on the author's own experiences as a Jewish hood during Prohibition, and planned to adapt it into a film (this would eventually, seventeen years later, become his final film, Once Upon a Time in America). Leone though was offered only Westerns by the Hollywood studios. United Artists (who had produced the Dollars Trilogy) offered him the opportunity to make a film starring Charlton Heston, Kirk Douglas and Rock Hudson, but Leone refused. However, when Paramount offered Leone a generous budget along with access to Henry Fonda — his favorite actor, and one whom he had wanted to work with for virtually all of his career — Leone accepted the offer."

Das steht sogar so auf Wikipedia. Da muss man sich nicht mal durch wissenschaftliche Aufsätze kämpfen.

Und "My Name is Nobody" ist von Tonino Valerii. Leone war nur beteiligt. Außerdem: "By the 1970s, the spaghetti Western had almost become a parody of itself. The serious westerns were primarily violent, low-budget films that were barely distributed outside of Italy. Meanwhile, slapstick parodies of the genre were becoming more popular. Sergio Leone and his team decided that if anyone was going to make the ultimate "joke" version of the genre, they should be the ones."
Er war angeblich nur beteiligt, jedoch steht auch bei Wikipedia, dass du ja selbst zu Rate ziehst, dass überliefert ist, das Leone selbst die meisten Szenen bei Mein Name ist Nobody inszeniert hat. Nicht weil er musste, sondern weil er es besser konnte als der Depp der als Regisseur geplant war.

Kann man so oder so deuten, Wikipedia daher als komplett bare Münze zu nehmen ist wissenschaftlich sehr gefährlich
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Alt 15.06.2015, 22:56   #12583
Willy
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Kurt Cobain: Montage of Heck
Zitat:
Zitat von consequenceofsound.net
Kurt Cobain’s widow, Courtney Love, and their daughter, Frances Bean, gave filmmaker Brett Morgen access to journals, audio recordings, paintings, drawings, and home videos left behind by the late Nirvana frontman. Morgen’s journey to create the excellent Kurt Cobain: Montage of Heck began in 2007, and eight years later the director brings us what can only be defined as the definitive Cobain documentary. There is nowhere else to go from here."
[...]
"Some may question why the film itself ends when it does, but Morgen’s narrative is based on Cobain’s actions. These include his songs, words, videos, and artwork. When Cobain ceases to provide these, the film can no longer continue. The aftermath of his suicide is still felt, but so much of that comes down to how you felt about Nirvana’s music. Were you connected to it or indifferent to it? Your own answer is all that can come after the film concludes. As it stands, Kurt Cobain: Montage of Heck is the only documentary you ever need to see about the life and actions of the brilliant, tortured musician."
Hier findet man die vollständige Rezension, welche ich zu einhundert Prozent unterschreibe und der ich nichts hinzuzufügen habe. Außer einem Warnhinweis: Solltet ihr diesen Film gucken wollen, packt euch vorher Taschentücher ein. Ihr werdet sie definitiv brauchen.
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So we rise
Receive the pain, but this isn't where this ends
Don't you forget that you are perfect
Don't you forget just who we are
We're strong enough

Geändert von Willy (15.06.2015 um 22:57 Uhr).
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Alt 16.06.2015, 18:03   #12584
Fox Black
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Carnosaurus 2
90er-Dino-Trash aus der Schmiede von Roger Corman. Zwar der beste Teil der Reihe, aber so das Wahre ist's auch hier nicht. Billige Dino-Gummipuppen ergänzen sich mit laienhafter Darstellerleistung. Und was das nicht noch genug, so kopiert man in der zweiten Hälfte vom Handlungsverlauf her dreist "Aliens".
4/10
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Alt 16.06.2015, 21:51   #12585
Der Zerquetscher
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Zitat:
Zitat von Kliqer Beitrag anzeigen
Natürlich habe ich den Film mit Ton geschaut. Ich wollte nur wissen, worauf sich PappHogans "Kan man so sagen, aber nur, wenn der Ton defekt ist." genau beziehen sollte.
Okay. Gott sei Dank.

Naja, vermutlich bezog sich seine Bemerkung darauf, dass der Score von Ennio Morricone es vermag, den Film klanglich in Sphären zu hieven, in die 99,99% aller anderen Filme nie gelangen werden.

Zitat:
Zitat von Kliqer Beitrag anzeigen
Mit "plump" meine ich, dass Leone die Charaktere in "Spiel mir das Lied vom Tod" gewollt auf ihre stereotype Essenz reduziert dargestellt hat. Es sind alles extrem formelhafte Figuren, die aufs plakativste die gängigen Italo-Western-Konventionen verkörperten. Und das ist auch genau seine Absicht gewesen. Er wollte ja gar keinen Western mehr drehen zu der Zeit, wurde aber vom Studio dazu gezwungen. Somit hat er einen Abgesang aufs Genre inszeniert, "nachdem kein ernsthafter (Italo-)Western mehr möglich war" (Zitat Wim Wenders). In dem Fall ist "plump" also gar nicht wertend gemeint, sondern vielmehr einfach ein (Stil-)Mittel zum Zweck für Leone.
Dabei sollte man aber beachten, dass es gerade ein Sergio Leone war, der diesen Typus Antiheld erfunden hat. Vorher gab es allermeist nur die hollywoodschen schwarz-weiß Typen. Vom John Fords "Schwarzem Falken" einmal abgesehen.

Es ist also, finde ich, Leones gutes Recht, mit seinem ureigenen Typus Revolverheld so zu verfahren, wie es ihm beliebt. Nämlich nach seiner eigenen "Formel".

Wenn Du am Drehbuch mitschreiben würdest, welchen Charakter würdest Du inwiefern ändern? Diese "plumpen" Charaktere sind in ihrem mulipolaren Ensemble meines Erachtens nämlich das Mark von Leones Meisterwerk.
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Der Zerquetscher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.06.2015, 22:50   #12586
Kliqer
Genickbruch
 
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Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen

Dabei sollte man aber beachten, dass es gerade ein Sergio Leone war, der diesen Typus Antiheld erfunden hat. Vorher gab es allermeist nur die hollywoodschen schwarz-weiß Typen. Vom John Fords "Schwarzem Falken" einmal abgesehen.

Es ist also, finde ich, Leones gutes Recht, mit seinem ureigenen Typus Revolverheld so zu verfahren, wie es ihm beliebt. Nämlich nach seiner eigenen "Formel".

Wenn Du am Drehbuch mitschreiben würdest, welchen Charakter würdest Du inwiefern ändern? Diese "plumpen" Charaktere sind in ihrem mulipolaren Ensemble meines Erachtens nämlich das Mark von Leones Meisterwerk.
Das ist alles richtig, ja. Vor Leone war der Western, von seiner Grundstruktur, noch viel platter und eindimensionaler als mit dem Aufkommenden Italo-Western. Dass es Leones gutes Recht ist, ist natürlich ebenfalls wahr. Wie gesagt, mit "plump" wollte ich gar nicht werten, sondern nur verdeutlichen, dass die Charakterzeichnung eben (gewollt) stereotyp verlief. Und ich möchte mir auch nicht anmaßen, an einem Film wie "Spiel mir das Lied vom Tod" etwas ändern zu wollen. Ich finde ja ebenfalls, dass der Film gut funktioniert, wie er funktioniert. Ich sehe es nicht negativ wie bspw. Roger Ebert, der schrieb, dass "Spiel mir das Lied vom Tod" ein "überlanger Mash-Up von Western-Stereotypen" sei. Denn, wie gesagt, war es eben Leones Absicht "to use some of the conventions, settings, and stereotypical characters, of the American Western, and a series of references to individuals Westerns – but to use these things to tell my version of the story of a birth of a nation." Die Metaphorik ist da ja auch ziemlich eindeutig, vor allem gen Ende hin, als Jill als Matriarchin die Wiege der Fruchtbarkeit an die, eine neue Nation errichtende Arbeiterschaft verteilt. Aber ich schweife ab. Nein, "Spiel mir das Lied vom Tod" ist gut so wie er ist. Und genau wie du glaube ich, dass der Film vor allem aufgrund der plumpen Stereotypisierung funktioniert. Denn das war eben genau der Plan: "With these five most stereotypical characters from the American Western,” Leone explained, “I wanted to present an homage to the Western at the same time as showing the mutations which American society was undergoing at the time. So the story was about a birth and a death. Before they even come on to the scene these stereotypical characters know themselves to be dying in every sense, physically and morally - victims of the new era which was advancing”.
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Alt 17.06.2015, 12:06   #12587
Der Zerquetscher
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Zitat:
Zitat von Kliqer Beitrag anzeigen
Das ist alles richtig, ja. Vor Leone war der Western, von seiner Grundstruktur, noch viel platter und eindimensionaler als mit dem Aufkommenden Italo-Western. Dass es Leones gutes Recht ist, ist natürlich ebenfalls wahr. Wie gesagt, mit "plump" wollte ich gar nicht werten, sondern nur verdeutlichen, dass die Charakterzeichnung eben (gewollt) stereotyp verlief. Und ich möchte mir auch nicht anmaßen, an einem Film wie "Spiel mir das Lied vom Tod" etwas ändern zu wollen. Ich finde ja ebenfalls, dass der Film gut funktioniert, wie er funktioniert. Ich sehe es nicht negativ wie bspw. Roger Ebert, der schrieb, dass "Spiel mir das Lied vom Tod" ein "überlanger Mash-Up von Western-Stereotypen" sei. Denn, wie gesagt, war es eben Leones Absicht "to use some of the conventions, settings, and stereotypical characters, of the American Western, and a series of references to individuals Westerns – but to use these things to tell my version of the story of a birth of a nation." Die Metaphorik ist da ja auch ziemlich eindeutig, vor allem gen Ende hin, als Jill als Matriarchin die Wiege der Fruchtbarkeit an die, eine neue Nation errichtende Arbeiterschaft verteilt. Aber ich schweife ab. Nein, "Spiel mir das Lied vom Tod" ist gut so wie er ist. Und genau wie du glaube ich, dass der Film vor allem aufgrund der plumpen Stereotypisierung funktioniert. Denn das war eben genau der Plan: "With these five most stereotypical characters from the American Western,” Leone explained, “I wanted to present an homage to the Western at the same time as showing the mutations which American society was undergoing at the time. So the story was about a birth and a death. Before they even come on to the scene these stereotypical characters know themselves to be dying in every sense, physically and morally - victims of the new era which was advancing”.
Okay, ich verstehe. Dann kann ich nur zustimmen, Kliqer.

Toller Link übrigens!!!
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Alt 17.06.2015, 21:50   #12588
Bodyslam
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Torrente:

Ein Film über einen dicken, schmierigen, geizigen, rassistischen und notgeilen Bullen mit Haarsausfall, der sich die Nächte in Madrid, um die Ohren schlägt, in einer Bruchbude wohnt und an Damenunterwäsche schnüffelt. Auf spanisch ist der Film vermutlich viel lustiger, aber den kann man auch auf deutsch sehen, wenn man sich einfach auch mal derben Blödelei Humor geben und dabei entspannen will.
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"Shawn couldn't whip cream with an outboard motor in a real fight." J. Cornette


You come from nothing and you go back to nothing, so what have you lost? Nothing!

Geändert von Bodyslam (17.06.2015 um 21:51 Uhr).
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Alt 18.06.2015, 12:33   #12589
Kinderschreck
Schädelbasisbruch
 
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Beiträge: 3.431
Spartacus: Blood and Sand

Zwar ne Serie, aber egal. Jupiter's cock! Einnehmende Atmosphäre, grandiose Chemie zwischen den Darstellern, Intrigen galore und ein Finale, das zufriedenstellender nicht sein kann. Freue mich schon auf die nächste Staffel.


FASSBINDER – Ein Dokumentarfilm von Annekatrin Hendel


Allzu neue Erkenntnisse liefert die Doku leider nicht. Anders gesagt, wer "Ich will nicht nur, daß ihr mich liebt" gesehen hat, kann sich das hier im Prinzip schenken. Allerdings gibt es ein paar Ausschnitte aus "Der Bauer von Babylon" zu sehen. Immerhin.
__________________
Skip hip data to get the anti-matter / Blue lines are the reason why the temple had to shatter
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Alt 18.06.2015, 14:30   #12590
Paul Heyman Guy
Schädelbasisbruch
 
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Beiträge: 2.108
DVD: Movie Power / KNM
Frank and Jesse (1994)

Von der James Gang die es damals wirklich gegeben hat gibt es mehrere Verfilmungen diese hier von Robert Boris zählt sicher zu den besten. Gespielten werden die James Brüder hier von Rob Lowe (Jesse) und Bill Paxton (Frank) dazu ist auch der restliche Cast ordentlich besetzt.

Für einen Western aus den 90er ist der Film auch teilweise echt blutig und ich hab da schon an FSK ab 18 bei manchen Szenen gedacht der Film ist jedoch FSK ab 16 und in dieser Fassung komplett ungeschnitten damals 1994 kam eine stark gekürzte Fassung auf VHS heraus sowie eine Uncut VHS Fassung.

Ein sehr zu empfehlener Film aus den 90er 9/10 auf einer guten DVD von Bild und Ton her.
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Villain Club - Every Club needs a Villain
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Alt 18.06.2015, 23:00   #12591
mumu
Höllen-Rentner
 
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Beiträge: 17.147
John Wick

Ich freue mich. Wirklich, ich freue mich das Keanu Reeves es seit langer Zeit mal wieder geschafft hat in seiner Rollenwahl nicht ins Klo gegriffen zu haben. John Wick scheint ihm und seiner ganz eigenen Art zu schauspielern quasi auf dem Leib geschneidert zu sein. Allein das macht den Film schon sehenswert. Zusätzlich macht John Wick sehr vieles richtig um als sehr guter Verteter seines Genres zu gelten. Der Cast ist klug besetzt, das Setting ist stimmig, die Kampfszenen teilweise grandios in Szene gesetzt und auch der Plot hat mir gefallen. Mich persönlich bekommt man ja emotional viel mehr bei den Eiern wenn man wehrlose Tiere grundlos tötet als wenn es Menschen sind. Und hier war es sogar ein Welpe. Von da an hatte Reeves meine Absolution für alle Arten von Brutalität um die Schurken zu erledigen.

Einzig eine Sache hat mich zum Ende hin gestört, auch wenn es nur ein kleines Detail war:
Spoiler:
Wir haben diese Killerin, die bewusst für die fette Kohle, die Regeln des Hotels bricht um Wick zu töten. So weit so gut. Grundsätzlich kauft man ihr auch ab das sie was drauf hat und was von ihrem Handwerk versteht.
Dann wird sie vom Hotelangestelten angerufen, woraufhin sie zu einem Treffpunkt kommt um dort exekutiert zu werden.
Really?!
Die Dame ist Profi und hat die oberste Regel gebrochen. Sie ist gebrandmarkt, und das weiß sie. Und trotzdem geht sie zu einem Treffen an einen Standort welchen die Organisation die sie betrogen hat, bestimmt? Was hat sie erwartet? Das man ihr einen Klapps auf den Hintern gibt und gut? Das sind Killer, und die töten in aller Regel.

Dieser Tod war einfach totaler Quatsch.

8/10 Punkte
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Alt 18.06.2015, 23:33   #12592
Kliqer
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Victoria

Wer dachte das Sebastian Schipper hätte "Absolute Giganten" sein untoppbares Meisterwerk vollbracht, der bekommt mit "Victoria" links und rechts eine mit der flachen Hand durchs Gesicht gezogen. Der Film ist absoluter Wahnsinn. Absolut gigantisch. Alle Superlative, die ihr darüber lesen und hören werdet sind wahrscheinlich noch übertrieben. Ein Film, eine Szene, 140 Minuten. Kein Schnitt. Wirklich kein Schnitt, nicht wie "Birdman", der zwar wie eine einzige Plansequenz wirkt, aber tatsächlich so am Computer zusammengesetzt wurde.

Die junge Spanierin Victoria lebt seit drei Monaten in Berlin, arbeitet für vier Euro die Stunde in einem Kaffee und kennt dort niemanden so wirklich. Bis sie eines Abends auf Sonne, Boxer, Blinker und Fuss trifft. Boxer war einige Zeit im Knast, stand dort unter dem Schutz eines Gangsterbosses und muss ihm nun einen Gefallen tun.

Was sich recht generisch anhört, ist ein radikal-rasanter Ritt durch Berlin. Was als urbane Buddy- bzw. Liebesgeschichte anfängt, getragen von rüpelhaften Typen mit viel Herz, wird zu einem Thriller, der keine Sekunde langweilt und dich schweißgebadet aus dem Kino gehen lässt. Die Leistung des Regisseurs und des Kamerateams ist einfach unglaublich. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie das alles funktionieren konnte. Und die Darstellerriege ist ebenfalls phänomenal. Allen voran Frederick Lau, der nicht höchst sympathisch agiert, sondern sensibel, herzergreifend, intensiv und vor allem authentisch rüberkommt. Aber das tun sie alle. Es sind echte Jungs, echte Typen, keine stereotypen Abziehbilder, keine kantenlosen Posterboys ala Schweighöfer, Fitz oder Beck. Es ist auch nicht so als schauen wir hier "Filmfiguren" dabei zu, wie sie etwas inszenieren. Wir sind dabei. Neben der grundsätzlich hypernaturalistischen Stilistik des Films liegt das eben vor allem an dem Spiel der Schauspieler. Der Film ist innovativ im Konzept, hochgradigst ambitioniert, verlässt sich aber eben nicht nur auf die wahnwitzige Idee, die 100% funktioniert und eine regelrechte Sogwirkung entfaltet, sondern punktet in allen Belangen. Dass sowas möglich ist hätte ich nicht geglaubt. Und dann noch ein Film der aus Deutschland kommt. Wenn es "Victoria" nicht schafft, den Deutschen Film nach vorne zu bringen, dafür zur sorgen, dass sich mehr Regisseure etwas trauen, weit weg von den harmlosen Komödchen, schon tausend mal gesehenen Dramen und trashigen Thrillern, dann bin ich auch ratlos. Der Film ist international auf Top-Niveau, hat aber doch eine eigene, nationale Persönlichkeit. Ein absoluter Glücksfall für alle Beteiligten, den Deutschen Film und sämtliche Zuschauer, die sich trauen ihn anzuschauen.
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Alt 19.06.2015, 01:43   #12593
NarrZiss
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Victoria
Liest sich gut. Auf den Film warte ich seit den guten Kritiken auch schon etwas länger.
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Alt 19.06.2015, 16:48   #12594
Goldberg070
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Jurassic World

Überrschend gute Neuauflage des inzwischen doch etwas angestaubten Stoffs. Cast ist in Ordnung, es ist spannend ohne in eine übertriebene Actionorgie abzudriften und die Dinos sind, und das muss man schon sagen, wirklich gut gemacht. Dazu gibt es noch ein paar refrenzen zum ersten Jurassic Park, Fans des alten Films freuen dürften.

Den Hype um den Film kann ich zwar nicht nachvollziehen, aber Dinofans dürfen bedenkenlos zugreifen.

7/10
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"Wenn du deine Emotionen nicht kontrollieren kannst, musst du das Verhalten anderer Menschen kontrollieren. Deshalb dürfen die Empfindlichsten, Übersensibelsten und leicht Erregbarsten nicht den Standard für den Rest von uns setzen." - John Cleese
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Alt 19.06.2015, 21:45   #12595
Fox Black
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5 Days of War
Der Film schildert den 5-tägigen Krieg in Georgien von 2008. Und da der Film mit georgischen Geldern finanziert wurde kann man sich denken aus welcher Richtung der Wind weht. Alle Russen sind mordende und vergewaltigende Invasoren, alle Georgier edelmütig wie sonst was und mittendrin ein paar westliche Journalisten, die Neutralität und Authentizität heucheln sollen. Immerhin kann Regisseur Renny Harlin (12 Rounds, Stirb langsam 2) für ein paar nette Actionszenen sorgen und die meisten Darsteller machen angesichts der Progaganda-Keule einen einigermaßen soliden Job. Schade, dass Harlin keine Chance mehr auf einen Actioner mit größerem Budget erhält, denn sein Handwerk versteht er immer noch. Aber so ist es halt, wenn man mit Cena arbeitet: danach kann es im Standing nur noch abwärts gehen...
5/10

Geändert von Fox Black (19.06.2015 um 21:46 Uhr).
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Alt 20.06.2015, 18:24   #12596
Der Zerquetscher
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San Andreas

Dwayne Johnson als Feuerwehrmann in der Apokalypse. Dümmliches amerikanisches Mainstreamkino. Immerhin. 4/10
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Alt 20.06.2015, 18:40   #12597
Punisher 3:16
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San Andreas

Dwayne Johnson als Feuerwehrmann in der Apokalypse. Dümmliches amerikanisches Mainstreamkino. Immerhin. 4/10
Also das enttäuscht mich jetzt. Ich hatt eigentlich erwartet dass sich der Film mit dem menschlichen Wesen und der Frage um den Sinn des Lebens befasst.
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Alt 20.06.2015, 18:44   #12598
Humppathetic
Genickbruch
 
Registriert seit: 20.12.2005
Beiträge: 35.511
Zitat:
Zitat von Punisher 3:16 Beitrag anzeigen
Also das enttäuscht mich jetzt. Ich hatt eigentlich erwartet dass sich der Film mit dem menschlichen Wesen und der Frage um den Sinn des Lebens befasst.
Und ich dachte, es geht um "Autos klauen und Nutten niedermähen - das ist meine Welt".
__________________
What he didn't was, know was or was know was that I was dyslexic.
Humppathetic ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 20.06.2015, 18:49   #12599
Yaya
Genickbruch
 
Registriert seit: 29.08.2011
Beiträge: 14.270
Zitat:
Zitat von Humppathetic Beitrag anzeigen
Und ich dachte, es geht um "Autos klauen und Nutten niedermähen - das ist meine Welt".
Ach, ist das denn keine Verfilmung des GTA - San Andreas-Videospiels?
__________________
Hier könnte Ihre Werbung stehen.
"ASMR-Pornos finde ich voll doof. Ich schlafe dabei immer ein."
Yaya ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 20.06.2015, 18:51   #12600
Humppathetic
Genickbruch
 
Registriert seit: 20.12.2005
Beiträge: 35.511
Zitat:
Zitat von Jack Casady Beitrag anzeigen
Ach, ist das denn keine Verfilmung des GTA - San Andreas-Videospiels?
Als ich den Titel das erste Mal las, dachte ich genau das.
__________________
What he didn't was, know was or was know was that I was dyslexic.
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