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Alt 04.01.2022, 12:19   #23576
Blast
Schädelbasisbruch
 
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Wolfgang M. Schmitt ist ein Kulturkritiker mit großen Einflüssen aus der Philosophie Adornos. In seinen Kritiken geht es weniger darum, ob er den Film geil findet, sondern eher, welche Ideologie sich hinter den Filmen verbirgt und wie Machtverhältnisse dargestellt werden. Dass das vielen Leuten negativ aufstößt, die "einfach nur einen Film" gucken wollen, liegt irgendwo in der Natur der Sache. Ebenso, dass sehr viele Filme, darunter auch gerade die Beliebten, sehr schlecht wegkommen. Trotzdem ist er mir persönlich lieber als Kritiker wie Robert Hofman oder BeHaind, die einem lediglich erzählen, was sie gut finden oder nicht. Da fehlt mir irgendwie der Mehrwert und das kann ich mir auch von Freunden holen, die den Film gesehen haben. Schmitt gibt da wenigstens Einblicke in Philosophien, die dahinter stecken.

Das hat FilmTheory glaube ich auch vor einigen Jahren mal mit einer Reihe von Videos versucht, die am Ende des besten Film aller Zeiten vermitteln sollten. Leider wurden dort aber recht stumpfen Werken wie Wonder Woman mehr philosophische Hitnergedanken angedichtet, als sie eigentlich hatten. Ansonsten gab es da auch noch von Cracked eine Reihe namens Earthling Cinema, wo die Prämisse ist, dass ein Alien die Filme aus der Zukunft heraus wieder ausgräbt und mit Neugier und Befremdung die Handlung erklärt.
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Alt 04.01.2022, 12:40   #23577
Humppathetic
Genickbruch
 
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Das finde ich an seinen Kritiken auch immer interessant. Die Deutungsweisen der Filme aus seiner akademischen bzw. philosophischen Sicht sind erhellend und bei manchen Filmen auch schlicht von Nöten. Filme, die bereits philosophische, gesellschaftskritische oder sonst wie geartete Züge haben, zu kritisieren, ohne auf genau diese Aspekte einzugehen, ist ja doch schon etwas waghalsig. Möglich, aber doch inkomplett.
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Alt 04.01.2022, 12:50   #23578
Kain
Genickbruch
 
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Zitat:
Zitat von General Nek.F.U. Beitrag anzeigen
Aus welchem Grund zieht man sich überhaupt irgendwelche Kritiken von fremden Menschen rein?Versteh ich nicht.

Zum Beispiel um eine andere Perspektive zu bekommen. Mir fällt jetzt kein Filmbeispiel ein. Aber ich mag Alan Moore und H. P. Lovecraft. Moores "Providence" (von manchen als ein "Watchmen" des Horrorcomics bezeichnet) müsste mir also gefallen. Davon bin auch ausgegangen. Vielleicht waren also die Erwartungen zu hoch. Ich fand die Reihe nämlich eher bescheiden. Vielleicht kann ich durch eine Rezension einen anderen Blickwinkel erlangen. Muss jetzt aber niemand bei YT sein. Könnte z. B. auch jemand aus dem Forum sein.

Zitat:
Zitat von Humppathetic Beitrag anzeigen
Der wiederum feiert alles so hart ab, dass er ernsthaft, sagen wir mal (weil ich es nicht mehr genau weiß), die "Resident Evil"-Reihe als cineastisches Meisterwerk bezeichnet hat.
Da nehme ich Dich mal beim Wort. Ich habe da mal ein Video angefangen, fand es aber schnell ziemlich unerträglich. Nette Idee, aber die Ausführung hat mir nicht zugesagt.

Zitat:
Sehen viele so. Empfinde ich ganz anders. Aber du bist beileibe nicht der erste.
Ja, das habe ich schon bemerkt.

Zitat:
Um einen ersten Eindruck zu erlangen. Weil man die Person hinter der Kritik kennt und ihr vertraut. Weil man sich womöglich das teure Eintrittsgeld sparen will. Weil man gerne Fachbezogenes liest. Weil man den Schreibstil eines Kritikers / einer Kritikerin mag. Wären so meine ad hoc-Beispiele.
Das. Der erste Eindruck kann z. B. auch helfen, wenn man auf der Kippe steht, ob man sich etwas ansehen will oder nicht. Da sind dann besonders Meinungen von Leuten hilfreich, die man einigermaßen kennt und zu seinem eigenen Geschmack in Relation setzen kann.

Zitat:
Zitat von Blast Beitrag anzeigen
Wolfgang M. Schmitt ist ein Kulturkritiker mit großen Einflüssen aus der Philosophie Adornos. In seinen Kritiken geht es weniger darum, ob er den Film geil findet, sondern eher, welche Ideologie sich hinter den Filmen verbirgt und wie Machtverhältnisse dargestellt werden. Dass das vielen Leuten negativ aufstößt, die "einfach nur einen Film" gucken wollen, liegt irgendwo in der Natur der Sache. Ebenso, dass sehr viele Filme, darunter auch gerade die Beliebten, sehr schlecht wegkommen. Trotzdem ist er mir persönlich lieber als Kritiker wie Robert Hofman oder BeHaind, die einem lediglich erzählen, was sie gut finden oder nicht. Da fehlt mir irgendwie der Mehrwert und das kann ich mir auch von Freunden holen, die den Film gesehen haben. Schmitt gibt da wenigstens Einblicke in Philosophien, die dahinter stecken.

Das hat FilmTheory glaube ich auch vor einigen Jahren mal mit einer Reihe von Videos versucht, die am Ende des besten Film aller Zeiten vermitteln sollten. Leider wurden dort aber recht stumpfen Werken wie Wonder Woman mehr philosophische Hitnergedanken angedichtet, als sie eigentlich hatten. Ansonsten gab es da auch noch von Cracked eine Reihe namens Earthling Cinema, wo die Prämisse ist, dass ein Alien die Filme aus der Zukunft heraus wieder ausgräbt und mit Neugier und Befremdung die Handlung erklärt.
Von den anderen die Du da erwähnst kenne ich keinen einzigen. Ich schaue mir allerdings eher selten Filmkritiken an. Über die stolpere ich in der Regel eher zufällig, z. B. wenn sie jemand anbringt/verlinkt, um einen Punkt in einem Gespräch herauszustellen. So bin ich auch auf Wolle Schmitt gestoßen. Inhaltlich mag der treffend sein. Aber die Ausführung … puh. Das sieht alles so gewollt intellektuell aus. Und dadurch ziemlich unauthentisch. Da lese ich dann in der Tat lieber etwas hier im Forum.
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Alt 04.01.2022, 14:32   #23579
Duke Skywalker
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Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Dieser Schotte wurde mir vor ein paar Wochen empfohlen und ich, für mich, muss einfach sagen, der Typ trifft die Malaise des modernen Kinos voll auf den Kopf. Der Kniff, den letzten Star Wars mit einem dreißig Jahre alten B-Horrorfilm zu vergleichen (Gut, der war im Kino, aber er ist trotzdem B), ist rotzfrech. Und clever. Denn er führt vor Augen, dass selbst ein random B-Horrorfilm vor dreißig Jahren besser geschrieben, sprich in seiner Textur gewiefter geknüpft wurde als ein unzählige Millionen schwerer Blockbuster von heute.
Das ist vielleicht rotzfrech, aber sicherlich nicht clever. Vielmehr faul und billig. Dann könnte ich ja genauso "Get Out" nehmen und dem einfallsreichen Film von Jordan Peele die zig Fortsetzungen von "Nightmare", "Halloween" und "Friday, The 13th" gegenüberstellen (womit ich wenigstens im Genre bleibe ), die sich damals qualitativ gegenseitig unterboten. Oder Chucky II. Noch so ein Film aus dem goldenen Filmjahr 1990.


Zitat:
Diese herablassende Art aber ist mir zuwider, und sie ist beileibe kein Alleinstellungsmerkmal des Herrn. Auf Youtube tummelt sich ein Haufen solcher Kritiker. Die haben auch die meisten Klicks. Leute wie Fanboyflicks, der respektvoller mit der jeweiligen Thematik umgeht (bspw. hat er auch die neue Star Wars-Trilogie auseinandergenommen, aber halt konstruktiv), haben signifikant weniger. Diese Kultur des Verreißens finde ich persönlich nicht nur unangenehm, weil sie wie eine selbstgefällige Lobhudelei von Negativität wirkt, sondern auch respektlos, anstrengend und billig. Mag ich nicht, finde ich toxisch.
Damit triffst du den Nagel auf den Kopf. Problematisch ist nicht ein einzelner Verriss, sondern das toxische Hineinsteigern. Das beginnt schon mit der Analyse und Kritik jeder einzelnen Info im Vorfeld. Natürlich nostalgisch total verblendet, mit unerschütterlichem, an Arroganz grenzendem Selbstvertrauen ausgestattet und im Falle von Sequels/Reboots etc. ohne Blick für die Schwächen der Vorgänger oder Vorlagen. Und überall wittern sie den Feind "Wokeness".
Feiern aber gleichzeitig ein Jahrzehnt, in dem immer das Gute gewann und wo Filmstudios und Zensoren viel stärker als heute die Vision der Filmemacher beschnitten.
Sie zählen bei den neuen "Star Wars" Filmen jedes Messer im Rücken von George Lucas aber heulen gleichzeitig vor Freude wenn der von Lucas über den Jordan geschickte Boba Fett in "The Mandalorian" von den Toten aufersteht. Das ist dann in Ordnung, weil es ja ihrem sehnlichsten Wünschen entspricht. Das ist mir alles zu widersprüchlich, verschwörerisch und in den Resultaten zu groß gemacht.


Zitat:
Aber die beiden Filme sind absolute Ausnahmen in dem Budget-Bereich. Nehmen wir sogar einen angeblich anspruchsvolleren Film wie "Tenet" vom vorletzten Jahr, um zu verdeutlichen, was seit vielen Jahren im Kino passiert. Der Regisseur, Christopher Nolan, wurde bekannt mit einem Meisterwerk. Mit "Memento". Ein schlichtweg restlos geniales Drehbuch gepaart mit einer im höchsten Maße kreativen Geschichte. Derselbe Mann auf dem Regiestuhl verkauft uns, zwei Jahrzehnte später, eine restlos undurchdachte Geschichte, bauend darauf, dass sich sein Publikum, das sich ja zu Recht als traditionell anspruchsvoll adressieren lässt, fragt, wie anspruchsvoll solch eine Story sein muss, wenn man ihr selbst als anspruchsvoller Kinogänger nicht mehr folgen kann.
Findest du dieses Fazit nicht zu großspurig? Unter dem Strich ist doch nicht mehr passiert, als dass Nolan einen Film gedreht hat, der dir nicht schmeckt. Du konstruierst daraus nun wieder einen halben Untergang. Dabei ist ein Film wie Tenent doch tatsächlich eher ein Beweis für die Qualität des heutigen Kinos, weil Nolan die Mittel und Freiheit bekommt noch seine komplizierteste Vision kompromisslos ins Kino zu stellen.
Gleiches gilt auch für Denis Villeneuve. Vergleiche seinen Dune mit dem Dune von Lynch. Und zur Not schiebt dir Netflix die Mittel in den Hals für ein fast 4 stündiges Epos, über das in 10 Jahren keiner mehr reden wird.
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"I am hoping that I can be known as a great writer and actor some day, rather than a sex symbol."
Steven Seagal

Geändert von Duke Skywalker (04.01.2022 um 17:01 Uhr).
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Alt 04.01.2022, 16:40   #23580
Humppathetic
Genickbruch
 
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Er (der Critical Drinker) verschweigt auch einfach, dass es für die neue Trilogie mehrere Drehbuchansätze gab, dass über den Haufen geworfen wurde etc. - man kann vieles kritisch sehen (zum Beispiel Rey als überlegene Nutzerin der Macht ohne richtige Charakterentwicklung wie bei Luke damals; das neuerliche Auftischen alter Ideen, das Zerstören des Charakters Snoke im zweiten Film etc.), aber man muss fair und ehrlich bleiben.

Und was die Zensur angeht: Tarantino selbst sagte es mal, dass die 80er in Sachen Zensur das schlimmste moderne Jahrzehnt waren, aber trotzdem wird es total verklärt. Dafür braucht man nicht mal das Filmwissen von Quentin. Reicht ein Blick von selbst. Ich selbst sehe die Woke Culture aus Hollywood auch sehr kritisch, aber sie ist nicht das ausschlaggebende Momentum für das Scheitern der Star Wars-Trllogie. Aber so ist das halt. Zynische Zerstörer finden in einer toxischen Umgebung wie Youtube und seiner Kommentarsektion den perfekten Nährboden. Da lobe ich mir die von mir bereis genannten James A. Janisse und Mark von Fanboyflicks oder auch Chris Stuckmann. Letzterer wartete mit seiner negativen Kritik des "Black Christmas"-Remakes extra besonders lange, um nicht in den Sog derjenigen mit hineingezogen zu werden, die die fürwahr nervige politische Attitüde des Films für ihre stumpfe Misogynie nutzten. Anderes Beispiel: Das Review-Bombing von "Captain Marvel". Da reichte es bereits, dass der Hauptcharakter eine Frau war, damit "Kritiker" auf IMDB ihre ekelhafte Rückwärtsgewandtheit auskotzen konnten, und das schreibe ich als jemand, der, wie gesagt, das Hollywood'sche System durchaus kritisch sieht.
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Alt 04.01.2022, 17:23   #23581
Der Zerquetscher
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Zitat:
Zitat von Duke Skywalker Beitrag anzeigen
Das ist vielleicht rotzfrech, aber sicherlich nicht clever. Vielmehr faul und billig. Dann könnte ich ja genauso "Get Out" nehmen und dem einfallsreichen Film von Jordan Peele die zig Fortsetzungen von "Nightmare", "Halloween" und "Friday, The 13th" gegenüberstellen (womit ich wenigstens im Genre bleibe ), die sich damals qualitativ gegenseitig unterboten. Oder Chucky II. Noch so ein Film aus dem goldenen Filmjahr 1990.
Sehen wir uns doch mal zum Spaß die 10 erfolgreichsten Filme des Jahres 1990 an - und dann die 10 erfolgreichsten Filme des Jahres 2019 (Star Wars IX). Hier in Deutschland. Und jetzt gehen wir mal auf die Suche nach Anspruch. Nach Spuren von Intellektualität oder auch nur gewiefter Filmkunst. Wo finden wir mehr? Und natürlich sind die erfolgreichsten Filme nicht eben Garanten für geistig schöpferisch Erhabenes. Damals auch schon nicht. Dennoch haben wir im Jahr 1990 zwei anspruchsvolle Dramen und eine alles andere als dumme Horrorkomödie unter den erfolgreichsten Filmen des Jahres. Alles andere können wir auch gern auf seine intellektuelle Auffälligkeit hin überprüfen, wenn du willst, aber muss von mir aus nicht sein. Und wie sieht es jetzt im Jahr 2019 aus? Hmm... da finde ich genau eine (!) Produktion, die ich als inhaltlich anspruchsvoll bezeichnen würde. Nämlich den Joker. Das sind nach Adam Riese dreimal weniger als im Jahr 1990. In knapp dreißig Jahren. Zufall? Oder symptomatisch? Wir können auch gern die anderen Jahre in Abständen von dreißig Jahren im Vergleich ansehen. Aber ich sage dir jetzt schon voraus, es wird an meiner These nichts ändern, dass damals die großen Filme im Schnitt schlauer waren. Und ich sage ausdrücklich - im Schnitt. Der Joker ist ein Meisterwerk. Ein feinfühliger, psychologisch hochinteressanter Film. Aber damit ist er unter den 10 aufgelisteten Filmen von 2019 allein. 1990 sah das noch anders aus, wie du siehst.

Zitat:
Zitat von Duke Skywalker Beitrag anzeigen
Damit triffst du den Nagel auf den Kopf. Problematisch ist nicht ein einzelner Verriss, sondern das toxische Hineinsteigern. Das beginnt schon mit der Analyse und Kritik jeder einzelnen Info im Vorfeld. Natürlich nostalgisch total verblendet, mit unerschütterlichem, an Arroganz grenzendem Selbstvertrauen ausgestattet und im Falle von Sequels/Reboots etc. ohne Blick für die Schwächen der Vorgänger oder Vorlagen. Und überall wittern sie den Feind "Wokeness".
Feiern aber gleichzeitig ein Jahrzehnt, in dem immer das Gute gewann und wo Filmstudios und Zensoren viel stärker als heute die Vision der Filmemacher beschnitten.
Sie zählen bei den neuen "Star Wars" Filmen jedes Messer im Rücken von George Lucas aber heulen gleichzeitig vor Freude wenn der von Lucas über den Jordan geschickte Boba Fett in "The Mandalorian" von den Toten aufersteht. Das ist dann in Ordnung, weil es ja ihrem sehnlichsten Wünschen entspricht. Das ist mir alles zu widersprüchlich, verschwörerisch und in den Resultaten zu groß gemacht.
Ich selbst finde es cool, wenn in einem gewöhnlichen Blockbuster eine Frau eine Frau oder ein Mann einen Mann küsst. Denn es widerspiegelt die Realität da draußen in der Welt. Und warum sollte man die verstecken? Diese aufdringliche "alle Frauen sind schlauer als Männer" Tour, die Star Wars IX hingegen fährt, kann und sollte man meines Erachtens karikieren. Und kritisieren. Denn es widerspiegelt eben nicht die Realität irgendwo in der Welt und lässt niemanden zu Wort kommen, der es verdient hätte. Frauen sind im Schnitt so schlau oder intelligent wie Männer. Und andersrum. Wer das anders sieht, denkt sexistisch. Nun bin ich bei einem hervorragend inszenierten Film wie "Atomic Blonde" viel eher geneigt, solch Zwischenzeiliges oder Ideologisches zu akzeptieren. Denn groß stören tut es mich ehrlich gar nicht. Jedenfalls so lange nicht, wie der Film toll gemacht ist. Wenn der Film aber sonst wenig bietet und solch einen Käse in den Fokus rückt, dann erwarte ich sogar von einem Review des Films, dass es das thematisiert. Tut es das nicht, kann man das Review meines Erachtens vergessen.

Zitat:
Zitat von Duke Skywalker Beitrag anzeigen
Findest du dieses Fazit nicht zu großspurig? Unter dem Strich ist doch nicht mehr passiert, als dass Nolan einen Film gedreht hat, der dir nicht schmeckt. Du konstruierst daraus nun wieder einen halben Untergang. Dabei ist ein Film wie Tenent doch tatsächlich ehr ein Beweis für die Qualität des heutigen Kinos, weil Nolan die Mittel und Freiheit bekommt noch seine komplizierteste Vision kompromisslos ins Kino zu stellen.
Gleiches gilt auch für Denis Villeneuve. Vergleiche seinen Dune mit dem Dune von Lynch. Und zur Not schiebt dir Netflix die Mittel in den Hals für ein fast 4 stündiges Epos, über das in 10 Jahren keiner mehr reden wird.
Warum denn "großspurig"? Ich bin doch als Fan seiner Filme selbst Teil dieses Publikums, das er da verschaukeln will. Außerdem habe ich über sein Publikum kein Wort verloren. Nur darüber, dass er ihm etwas vormacht. Und ja, lieber Duke, ich sehe das komplett anders wie du. Für mich ist der "Tenet" kein willkürliches Beispiel eines Films "den ich halt nicht mag", sondern ein weiteres Beispiel einer errichteten Fassade vorgeblichen Anspruchs heute im Kino. Wenn auch ein auf den ersten Blick gewieft inszeniertes.

Geändert von Der Zerquetscher (04.01.2022 um 17:32 Uhr).
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Alt 04.01.2022, 17:25   #23582
Duke Skywalker
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Das die Diversität in Filmen mit den Holzhammer serviert bekommen liegt IMO weniger am Einfluss der Woke-Culture, als viel mehr an dem Versuch, in kürze dass wieder gut zu machen, was man Jahrzehnte lang versaut hat. Ich halte ein bisschen Fremdscham aufgrund unbeholfener Versuche gerne aus, wenn gleichzeitig talentierte Personen, die Minderheiten angehören, endlich im Kino eine Stimme erhalten und ihre Anerkennung wächst.

Zitat:
Zitat von Humppathetic Beitrag anzeigen
Und was die Zensur angeht: Tarantino selbst sagte es mal, dass die 80er in Sachen Zensur das schlimmste moderne Jahrzehnt waren, aber trotzdem wird es total verklärt.
Er prangerte nicht nur die Zensur an, sondern auch Hollywoods Hang zu einfachen Helden und Happy Ends. Im starken Kontrast zu den 70ern. Allerdings profitierten Scorsese und Coppola in dem Jahrzehnt von einer allgemein pessimistischen Grundstimmung im Land durch Krieg und Kriesen. Folgten letztlich also auch den Trends der Zeit.
Der Trend wurde dann durch Filme wie Rocky und Krieg der Sterne umgekehrt.
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Steven Seagal
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Alt 04.01.2022, 17:56   #23583
Duke Skywalker
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Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Aber ich sage dir jetzt schon voraus, es wird an meiner These nichts ändern, dass damals die großen Filme im Schnitt schlauer waren.
Für mich zeigt es einfach das die großen Filme (im Sinne von Budget) einfach zahlreicher geworden sind.
Grundsätzlich kannst du bei Listen ab Mitte der 70er (EDIT: Sogar die 60er. Edgar Wallace und Winnetou for the win) sehen, dass seichte Kost, Komödien und typischer Blockbuster-Stoff (Katastrophen) die Hitlisten dominieren.
Aber es ist in den Top 10 eben noch etwas mehr Platz für anderes.

Allein wie viele Studios mittlerweile im Animationsgenre vertreten sind, dank der effizienteren Computertechnik. Das war mal reines Disney-Territory (die damit auch früher die Charts dominiert haben) und der Output entsprechend überschaubar.
Da ist natürlich vieles dabei, was man nicht sehen muss. Tatsächlich aber auch ganz großartige Sachen. Ich habe 3 Experten dafür zu Hause.
Speziell an meinen 2 kleinen Mädels kann ich dabei auch sehen wie sich die Sehgewohnheiten einfach verändert haben. Die alten Disneyfilme machen da nicht automatisch Klick. Die sind teilweise aber auch einfach nicht gut geschrieben und wirklich altbacken.

Zitat:
Warum denn "großspurig"?
Weil es nach einem Abgesang klingt. Danach, dass Nolan sich hat vereinnahmen lassen von der schlechten Kinowelt. Sein nächster Film ist ein Biopic über Oppenheimer.
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Geändert von Duke Skywalker (04.01.2022 um 17:59 Uhr).
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Alt 04.01.2022, 18:11   #23584
Der Zerquetscher
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Zitat:
Zitat von Duke Skywalker Beitrag anzeigen
Für mich zeigt es einfach das die großen Filme (im Sinne von Budget) einfach zahlreicher geworden sind.
Grundsätzlich kannst du bei Listen ab Mitte der 70er (EDIT: Sogar die 60er. Edgar Wallace und Winnetou for the win) sehen, dass seichte Kost, Komödien und typischer Blockbuster-Stoff (Katastrophen) die Hitlisten dominieren.
Aber es ist in den Top 10 eben noch etwas mehr Platz für anderes.

Allein wie viele Studios mittlerweile im Animationsgenre vertreten sind, dank der effizienteren Computertechnik. Das war mal reines Disney-Territory (die damit auch früher die Charts dominiert haben) und der Output entsprechend überschaubar.
Da ist natürlich vieles dabei, was man nicht sehen muss. Tatsächlich aber auch ganz großartige Sachen. Ich habe 3 Experten dafür zu Hause.
Speziell an meinen 2 kleinen Mädels kann ich dabei auch sehen wie sich die Sehgewohnheiten einfach verändert haben. Die alten Disneyfilme machen da nicht automatisch Klick. Die sind teilweise aber auch einfach nicht gut geschrieben und wirklich altbacken.
Das klingt allerdings schön.

Zitat:
Zitat von Duke Skywalker Beitrag anzeigen
Weil es nach einem Abgesang klingt. Danach, dass Nolan sich hat vereinnahmen lassen von der schlechten Kinowelt. Sein nächster Film ist ein Biopic über Oppenheimer.
Ach so... hmm.. , naja, "Vereinnahmen lassen" hört sich hart an. So würde ich das selbst nicht sehen wollen. Es ist eher der Geist der Zeit, der hier weht. Viel bunt und noch mehr knall. Wovon er sich übrigens mit Sicherheit hat vereinnahmen lassen, war der Geist des Brexit. Mit "Dünkirchen". Der Film atmet förmlich den europaskeptischen Isolationismus, der einen zu großen Teil der Briten antrieb. Wenn ich also so darüber nachdenke, ist der Nolan für mich also tatsächlich jemand, der zumindest potentiell sein Fähnchen nach dem Wind hängt.
Der Zerquetscher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.01.2022, 18:14   #23585
Humppathetic
Genickbruch
 
Registriert seit: 20.12.2005
Beiträge: 33.058
Volker: Dass die zehn erfolgreichsten Filme 1990 intellektuell irgendwie anspruchsvoller waren als die von 2019, sagt ja eher was über das "Sehverhalten" der Zuschauermasse aus. Das heißt indes aber nicht, dass im Schnitt die Filme seit damals dümmer geworden sind. Vielleicht gibt es sogar mehr kluge Filme als damals (zumindest dürfte es mehr Filme über unterschiedlichere Themen geben mit neueren, früher nicht bekannten Ansätzen); man muss nur nach ihnen suchen?

Auf der anderen Seite sehe ich eine Problematik sowohl im woken Hollywood (das ich teilweise unehrlich und inkonsequent finde) als auch in einem Teil der Zuschauerschaft, der zunehmend reaktionär zu werden scheint. Da ist dann jeder feminine Mann gleich eine Schwuchtel, aber auch, wie Volker schon sagt, jeder Kritiker eines vielleicht etwas heuchlerischen Filmzirkus direkt ein Frauenfeind.

Sieht man sehr gut auf unter anderem Youtube und tatsächlich in einem Beispiel: Der Critical Drinker romantisiert alles Frühere, wie es scheint, und seine Kritik an Marvel und Star Wars ist mir auch zu polemisch und undifferenziert. Er erwähnt zwischendurch aber auch die Identitätspolitik von Hollywood oder Disney, die man ja trotzdem kritisieren darf. Es gibt darauf ein Reaktionvideo eines anderen Youtubers. Der bezeichnet ihn tatsächlich unumwunden als Frauenfeind. Manchmal glaubt man, die Menschen sähen nur noch schwarz und weiß. Ein Hoch auf unser Forum. Ein bisschen sowas wie die Insel der Vernunft (wenn sich auch mal gerieben wird) in einem Meer aus Polemik und zerebraler Verweigerungshaltung.
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Alt 04.01.2022, 18:32   #23586
Kain
Genickbruch
 
Registriert seit: 29.03.2001
Beiträge: 17.430
Zitat:
Zitat von Duke Skywalker Beitrag anzeigen
Und überall wittern sie den Feind "Wokeness".
Das finde ich ganz allgemein ziemlich lächerlich. Da gibt es eine Szene in "Avengers Endgame" über die sich viele aufgeregt haben. Ist mir völlig unverständlich. Da waren dann halt mal die fünf oder sechs Frauen aus dem Film zusammen zu sehen. Stört mich vielleicht auch nicht, weil es das in den Vorlagen spätestens seit den 70ern gibt. Die Lady Liberators waren da wohl auch viel "woker" als die Damen in "Endgame". Da war schon ein bissel "wir gegen das Patriarchat" dabei. Wenn auch mit einem Augenzwinkern.

Oder "Doctor Who" in den letzten paar Jahren. Ich habe schon immer Leute mit mehr Farbe im Gesicht gekannt als ich selbst sie habe. Für manche war es ja ein großes Verbrechen, dass sie eine Begleiterin indischer Abstammung hat und dann noch einen Schwarzen. Da frage ich mich dann immer, in welcher Welt diese Leute leben. Und wenn mich der Geschlechtswechsel in alten Marvel- und DC-Comics nicht gestört hat, stört er mich beim Doctor auch nicht. Manche machen sich ihre Probleme einfach selbst.

Was nun "Doctor Who" angeht, bevor einer nachfragt: Ich bin froh, dass RTD wieder das Ruder übernimmt. Nach wie vor meine liebste Phase von "New Who". Moffat als Showrunner lag mir nicht. Zu viel auf Fan-Fiction-Niveau. Matt Smith fand ich als Doctor unerträglich. Einige seiner Stories hätte ich gerne mit einem guten Doctor gesehen. Capaldi, hat er letztlich mit McGann gemeinsam, finde ich als Doctor gut. Aber seine Stories holen mich nicht hinterm Ofen vor. Ich habe davon noch keine einzige ein zweites Mal gesehen und das wird sich wohl auch nicht ändern. Whittaker ist irgendwo zwischen den beiden. Ich finde sie wesentlich angenehmer als Smith und ein paar Folgen werde ich definitiv öfter ansehen.
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Alt 04.01.2022, 19:08   #23587
Desperado
Genickbruch
 
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Beiträge: 11.516
Nach niveauvollen Kommentaren, bringe ich was kurz und schmerzlos:

Ich stimme jedem YouTube Kritiker zu, der die ganzen Avenger Filme Scheiße findet

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Alt 04.01.2022, 19:34   #23588
Akira
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 26.03.2008
Beiträge: 2.714
Zitat:
Zitat von Kain Beitrag anzeigen
Das finde ich ganz allgemein ziemlich lächerlich. Da gibt es eine Szene in "Avengers Endgame" über die sich viele aufgeregt haben. Ist mir völlig unverständlich. Da waren dann halt mal die fünf oder sechs Frauen aus dem Film zusammen zu sehen. Stört mich vielleicht auch nicht, weil es das in den Vorlagen spätestens seit den 70ern gibt. Die Lady Liberators waren da wohl auch viel "woker" als die Damen in "Endgame". Da war schon ein bissel "wir gegen das Patriarchat" dabei. Wenn auch mit einem Augenzwinkern.
Doctor Who habe ich nie gesehen, deshalb kann ich da nicht mitreden. Aber ich weiß genau welche Szene du bei Avengers Endgame meinst. Und ich kann da den Ärger teilweise verstehen. Weil es einfach zu konstruiert und unpassend im Film vorkam. Ich finde es nicht schlimm, dass die Szene so gezeigt wurde. Aber man hätte sie soviel besser inszenieren können...

Zitat:
Zitat von Humppathetic Beitrag anzeigen
Volker: Dass die zehn erfolgreichsten Filme 1990 intellektuell irgendwie anspruchsvoller waren als die von 2019, sagt ja eher was über das "Sehverhalten" der Zuschauermasse aus. Das heißt indes aber nicht, dass im Schnitt die Filme seit damals dümmer geworden sind. Vielleicht gibt es sogar mehr kluge Filme als damals (zumindest dürfte es mehr Filme über unterschiedlichere Themen geben mit neueren, früher nicht bekannten Ansätzen); man muss nur nach ihnen suchen?

Auf der anderen Seite sehe ich eine Problematik sowohl im woken Hollywood (das ich teilweise unehrlich und inkonsequent finde) als auch in einem Teil der Zuschauerschaft, der zunehmend reaktionär zu werden scheint. Da ist dann jeder feminine Mann gleich eine Schwuchtel, aber auch, wie Volker schon sagt, jeder Kritiker eines vielleicht etwas heuchlerischen Filmzirkus direkt ein Frauenfeind.

Sieht man sehr gut auf unter anderem Youtube und tatsächlich in einem Beispiel: Der Critical Drinker romantisiert alles Frühere, wie es scheint, und seine Kritik an Marvel und Star Wars ist mir auch zu polemisch und undifferenziert. Er erwähnt zwischendurch aber auch die Identitätspolitik von Hollywood oder Disney, die man ja trotzdem kritisieren darf. Es gibt darauf ein Reaktionvideo eines anderen Youtubers. Der bezeichnet ihn tatsächlich unumwunden als Frauenfeind. Manchmal glaubt man, die Menschen sähen nur noch schwarz und weiß. Ein Hoch auf unser Forum. Ein bisschen sowas wie die Insel der Vernunft (wenn sich auch mal gerieben wird) in einem Meer aus Polemik und zerebraler Verweigerungshaltung.
Trifft leider auch den heutigen Zeitgeist wieder: reines schwarz/ weiß Denken. Dann ist es eben auch so, dass Verrisse deutlich mehr "Likes" bekommen als eine gut fundierte und sinnvolle Kritik, die eben sozusagen "grau" ist.
Solche Diskussionen finde ich auch erfrischend und machen Spaß. Sollte mehr davon hier geben.

Zitat:
Zitat von Duke Skywalker Beitrag anzeigen
Das die Diversität in Filmen mit den Holzhammer serviert bekommen liegt IMO weniger am Einfluss der Woke-Culture, als viel mehr an dem Versuch, in kürze dass wieder gut zu machen, was man Jahrzehnte lang versaut hat. Ich halte ein bisschen Fremdscham aufgrund unbeholfener Versuche gerne aus, wenn gleichzeitig talentierte Personen, die Minderheiten angehören, endlich im Kino eine Stimme erhalten und ihre Anerkennung wächst.
Ich finde viele Filme zwingen sich Diversität leider zu sehr auf, sodass es einfach nicht mehr authentisch wirkt. Dabei gibt es Filme, die das ganz gut meistern. Gab es auch schon früher. Denke ich. Heute habe ich (um mal wieder ein wenig zum eigentlichen Thema zurück zu kommen, denn diese Diskussion verdient eigentlich seinen eigenen Thread) Thelma & Louise angesehen.
Ein Film, der zwei Frauen zeigt, die sich im Film deutlich verändern und im Grunde in den Suizid getrieben werden. Durch eine Problematik, die auch heute noch mehr als präsent ist und die auch das grandiose Promising Young Woman aufzeigt. Was erschreckend ist, dass sich in den 30 Jahren so ziemlich gar nichts getan hat.
Ein paar Jahrzehnte vorher gab es (was nun nur bedingt was mit dem Thema zu tun hat; habe den Film allerdings heute auch ebene erstmals gesehen) Das verflixte 7. Jahr.
Der ist alles andere als divers und ich habe keine Ahnung, ob der Film mittlerweile nicht stark sexistisch ist. Marylin Monroe hat sich mit dieser Rolle unsterblich gemacht, ihr Charakter hat allerdings nicht einmal einen Namen und sie wird eher als Objekt dargestellt. Ich fand den Film dennoch amüsant und unterhaltsam.

Edit: Lustigerweise passend: Cinema strikes back hat heute ein Video hochgeladen zum Thema Frauen in Hollywood.
Ich schaue btw auch gerne Kritiken von bestimmten Leuten an, einfach um auch Zeit zu sparen. Hat bei Matrix 4 jetzt nicht unbedingt geklappt, aber egal.
Aber gerade so Leute wie Robert Hoffmann, BeHaind, Cinema strikes back und Kino+ schaue ich dann doch die ein oder anderen Videos an, weil sie zumindest versuchen zu erklären, wieso ihnen der Film nun eben gefallen hat oder eben nicht. Ist ja erstmal ein subjektives Erlebnis. Bei W. M. Schmitt ist es mir zu anstrengend, wenn es auch ein interessanter Ansatz ist. Aber man sollte nicht vergessen, dass Filme in erster Linie zur Unterhaltung dienen. Zumindest bei mir. Und manchmal auch darüber hinaus.
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Geändert von Akira (04.01.2022 um 19:43 Uhr).
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Alt 04.01.2022, 20:06   #23589
Nani
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Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Sehen wir uns doch mal zum Spaß die 10 erfolgreichsten Filme des Jahres 1990 an - und dann die 10 erfolgreichsten Filme des Jahres 2019 (Star Wars IX). Hier in Deutschland
Vielleicht schreibe ich später nochwas dazu. Schöne Diskussion. Hatte bloß seither keine Zeit. =)

Was die Top10 angeht. Das sagt, wie Du ja sagst, nix über die durchschnittliche Qualität der Filme aus, sondern welche Filme als "gut" angesehen werden.
Ob die modernen Filmgucker einfach dümmer oder intellektuell weniger anspruchsvoll sind, ist eine andere Diskussion.

Wir haben heutzutage ein viel breiteres Angebot an Filmen mit ordentlichem Budget als früher. Leicht eingänglicher Trash hat sich evolutionär weiterentwickelt. Es gibt aber auch ne Menge Filme mit beeindruckender Qualität.
Und auch in den 90ern gab's im TV vor allem Schrott zu sehen. So richtig verändert hat sich das also nicht.

Geändert von Nani (04.01.2022 um 20:06 Uhr).
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Alt 04.01.2022, 20:48   #23590
Kain
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Beiträge: 17.430
Ich finde die Liste für 1990 ehrlich gesagt nicht sonderlich interessant. Anspruchsvoll würde ich da nur die toten Dichter nennen.
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We pledge allegiance to the leader of the mighty Cult of Cornette and to the Pro-Wrestling for which he stands.
No blowup dolls, dick spots or dance routines. With blood, sell-outs and shoot angles for all.
Thank you. Fuck you. Bye.
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Alt 04.01.2022, 21:05   #23591
Nani
Höllen-Rentner
 
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Beiträge: 14.892
Zitat:
Zitat von Kain Beitrag anzeigen
Ich finde die Liste für 1990 ehrlich gesagt nicht sonderlich interessant. Anspruchsvoll würde ich da nur die toten Dichter nennen.
Iieeh. Da ist ja die Unendliche Geschichte #2 drauf.

Sorry. Diskussion automatisch verloren, Quetschie. Da guck ich sogar lieber nochmal einen der verhunzten Starwarse.
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Alt 05.01.2022, 06:21   #23592
Der Zerquetscher
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Zitat:
Zitat von Humppathetic Beitrag anzeigen
Volker: Dass die zehn erfolgreichsten Filme 1990 intellektuell irgendwie anspruchsvoller waren als die von 2019, sagt ja eher was über das "Sehverhalten" der Zuschauermasse aus. Das heißt indes aber nicht, dass im Schnitt die Filme seit damals dümmer geworden sind. Vielleicht gibt es sogar mehr kluge Filme als damals (zumindest dürfte es mehr Filme über unterschiedlichere Themen geben mit neueren, früher nicht bekannten Ansätzen); man muss nur nach ihnen suchen?
Klar, aber Daniel, ich sprach von Anfang an und überhaupt immer nur vom Kommerz-Kino, wenn ich vom "Tod des Kinos" fabuliere. Äh, spreche. Selbstverständlich nicht vom Programmkino oder gar vom Tod des Films. Für mich ist ganz deutlich zu erkennen, dass die Storys im Massenkino früher insgesamt intelligenter geschrieben wurden. Und nichts anderes wollte und will ich sagen. Der minutiöse Vergleich der alten Star Wars (ein mit Sicherheit legitimer Vergleich) mit den neuen wäre in der Hinsicht so erhellend wie ein Flutlicht im Gesicht.

Ansonsten, diese Art Diskussion muss sein. Dazu ist ein Forum da. Dass sich interessierte Menschen in erwachsenem Diskurs austauschen. Und es geht nie darum, den anderen so weit zu bringen, dass er sich auf den Boden wirft, sondern darum, gegenseitig Denkanstöße zu liefern. Die irgendwann fruchten. So ist das im Leben und denkenden Menschen. Lebenswert.


Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Iieeh. Da ist ja die Unendliche Geschichte #2 drauf.

Sorry. Diskussion automatisch verloren, Quetschie. Da guck ich sogar lieber nochmal einen der verhunzten Starwarse.
Aber ich wollte doch noch,.... ich... Du kannst doch nicht einfach... ich..



..

Zuletzt:

The Endless (USA, 2017)

Ein Low-Budget-Mysteryfilm, der seine Kraft nicht aus vordergründigen Effekten, sondern aus seinen starken Dialogen zieht. Aus der Intensität dichter Erzählkunst. Lovecraft lässt hier schön grüßen auf dem Weg der Annäherung an das Unnahbare. Ambitioniert, apart, feinfühlig. Suchend. So müsste Kino sein. 8/10

Geändert von Der Zerquetscher (05.01.2022 um 06:26 Uhr).
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Alt 05.01.2022, 11:54   #23593
Nani
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 01.12.2003
Beiträge: 14.892
Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Aber ich wollte doch noch,.... ich... Du kannst doch nicht einfach... ich..



..
Ich hoffe, damit hast Du Deine Lektion gelernt, junger Mann.

Bei der Unendlichen Geschichte #2 und der Verfilmung von Per Anhalter Durch Die Galaxis verstehe ich keinen Spaß.

Nani ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.01.2022, 15:16   #23594
Kain
Genickbruch
 
Registriert seit: 29.03.2001
Beiträge: 17.430
Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Iieeh. Da ist ja die Unendliche Geschichte #2 drauf.

Sorry. Diskussion automatisch verloren, Quetschie. Da guck ich sogar lieber nochmal einen der verhunzten Starwarse.
Und "Pretty Woman". Wobei ich nicht mal unbedingt sagen will, dass die Liste aus 2019 besser ist. Von der kenne ich nur drei Filme. Auf der für 1990 gab es nur einen Film, den ich nie gesehen habe. Acht von den neun anderen würde ich aber eben nicht als anspruchsvoll bezeichnen.
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Alt 05.01.2022, 20:02   #23595
Indikatorgroupie
Genickbruch
 
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Ihr nehmt Filme viel zu ernst Leute...
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"Ich bin dumm." - Kliqer, 21. Februar 2017
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Alt 05.01.2022, 20:04   #23596
General Nek.F.U.
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Beiträge: 6.502
Zitat:
Zitat von Indikatorgroupie Beitrag anzeigen
Ihr nehmt Filme viel zu ernst Leute...
Bin mir gerade nicht sicher ob du das ernst meinst,ich sehe das aber auch so, da bin ich deutlich entspannter.
General Nek.F.U. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.01.2022, 20:26   #23597
Humppathetic
Genickbruch
 
Registriert seit: 20.12.2005
Beiträge: 33.058
Zitat:
Zitat von Indikatorgroupie Beitrag anzeigen
Ihr nehmt Filme viel zu ernst Leute...
Stimmt. Wie kann man bloß mit Passion über Filme diskutieren, noch dazu in einem Filmforum?
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How many zombies could Rob Zombie rob, if Rob Zombie would rob zombies?
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Alt 05.01.2022, 21:09   #23598
Nani
Höllen-Rentner
 
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Beiträge: 14.892
Zitat:
Zitat von Indikatorgroupie Beitrag anzeigen
Ihr nehmt Filme viel zu ernst Leute...
Are you talking to me?
Nani ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.01.2022, 06:31   #23599
Der Zerquetscher
Moderator
 
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Beiträge: 10.135
Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Ich hoffe, damit hast Du Deine Lektion gelernt, junger Mann.

Bei der Unendlichen Geschichte #2 und der Verfilmung von Per Anhalter Durch Die Galaxis verstehe ich keinen Spaß.

Das weiß ich jetzt.

Hätte ich es nur vorher gewusst... es wäre alles.. vielleicht wäre das alles nicht passiert. Ich...

Ich werde diese Lektion niemals vergessen.
Der Zerquetscher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.01.2022, 13:35   #23600
Nani
Höllen-Rentner
 
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Beiträge: 14.892
Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Das weiß ich jetzt.

Hätte ich es nur vorher gewusst... es wäre alles.. vielleicht wäre das alles nicht passiert. Ich...

Ich werde diese Lektion niemals vergessen.
Du hast halt das Pech, dass die Unendliche Geschichte #2 in meine Jugend gefallen ist (nachdem ist den ersten Teil geliebt habe). Darum ist er für mich die Mutter aller lieblos dahingestümperten Crashcrab-Sequels.
Nani ist offline   Mit Zitat antworten
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