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Alt 04.04.2022, 17:51   #1651
Ragtimer
Gehirnerschütterung
 
Registriert seit: 19.07.2016
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Bis jetzt hat die AfD die Austritte ehemaliger Gründungsmitglieder wie Lucke, Adam, Jung und Petry gut verkraftet und die Nationalsozialisten sind dabei innerparteilich stärker geworden. Das ist eben (inzwischen) eine reine Protestpartei. Von der Lucke-Professorenpartei hin zu Lindemann-Proletenpartei. Auf Leute die nur opponieren, weil sie opponieren wollen, muss nicht mehr eingegangen werden. Konrad Adam begründete seinen Austritt mit den finanziellen Unregelmäßigkeiten Meuthens und Weidels während ihrer Wahlkämpfe, den Lobbyistenfilz von Bauernverbänden und der Wohnungswirtschaft, Gaulands Unterstützung für Höcke und Kalbitz, dem unter Zeitdruck zusammen geflickten Parteiprogramm "voller hohlen Phrasen", die Ablehnung der Erbschaftssteuer durch den sich überschätzenden Albrecht Glaser, die Geldgier Armin-Paulus Hampels und so weiter.

Der Vorsitzende einer Partei sollte seine Partei einigermaßen gut kennen. Meuthen konnte sich letztes Jahr in einem Interview vor der Bundestagswahl trotz mehrfacher Nachfragen nicht dazu durchringen, die Wahl der Kandidaten seiner eigenen Partei, deren Vorsitzender er damals war, zu empfehlen. Als er nach Jens Meier gefragt wurde: "Wir können gern die 20 Minuten damit verbringen. Mir würden noch 10, 20 Namen einfallen."

Die Partei findet aber auch immer wieder adäquaten Ersatz, der die Wähler und erst recht die Mitglieder hervorragend repräsentiert. Ich denke zum Beispiel an den Bundesschatzmeister Carsten Hütter, der wegen 2G empfohlen hat mit Säuglingen zu konkurrieren und "Windeln zu horten".

Außenpolitisch isoliert sich die AfD aus dem Kreis der neuen europäischen Rechten heraus. Die Nazis der AfD sind für jemanden wie Orban viel zu extremistisch.
https://www.t-online.de/nachrichten/...itspielen.html

Der Corona-Beitrag der Berliner AfD. Sie stellte den Antrag*"Nicht Angela Merkel, Jesus Christus besiegt den Tod. Erlösung und Heil findet der Mensch durch Gottes Gnaden, nicht durch Merkels Gnaden!“
https://www.parlament-berlin.de/ados...g/d18-3535.pdf
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Alt 05.04.2022, 18:30   #1652
sun
Cut
 
Registriert seit: 28.03.2022
Beiträge: 57
Zitat:
Zitat von Ragtimer Beitrag anzeigen
Außenpolitisch isoliert sich die AfD aus dem Kreis der neuen europäischen Rechten heraus. Die Nazis der AfD sind für jemanden wie Orban viel zu extremistisch.
https://www.t-online.de/nachrichten/...itspielen.html
Nur das Orban ein Teil der EVP Familie für sehr lange Zeit war, und besondere Nähe zur CSU hat. Die AFD war ja teilweise Mitglied der EKR Fraktion ist aber den Weg von einer Europa kritischen Extrem konservativen Partei, zu einer Rechten Partei gegangen. Heute sollte sie eher in einer Liga mit der Liga Nord und dem FN sein.
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Alt 19.05.2022, 07:09   #1653
Ragtimer
Gehirnerschütterung
 
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Beiträge: 433
"In der Partei herrsche Kakophonie, deren Mitglieder ins Zelt schiffen uns und sich anschließend über die Nässe beschweren." Diese Einschätzung stammt vom Vorsitzenden der AfD. Vom aktuellen Vorsitzenden. Zehn verlorene Wahlen zehren anscheinend an den Nerven. Falls auch er wie seine Vorgänger die Partei verlässt, wird er vielleicht auch so reden wie der ehemalige Landesvorsitzende in RLP, der in guter AfD-Tradition aus der Partei austrat. Für ihn war sie am Ende zu asozial, zu Russland-freundlich, in Thüringen war zu viel Geflügel, Gauland, Weidel und Chrupalla bezeichnete er als oppurtunistische Mandatsträger, die Mitglieder und Wähler verbreiten Verschwörungstheorien, agieren polemisch und mit Stammtischgenörgel.

https://m.tagesspiegel.de/politik/in...l#opencomments

https://m.facebook.com/story.php?sto...ource=timeline
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Alt 19.05.2022, 08:16   #1654
Sirius
Genickbruch
 
Registriert seit: 04.12.2002
Beiträge: 27.982
Also alles wie immer, bei den Alternden faschistischen Deppen.
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Schleswig-Holstein - jetzt auch ohne AfD
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Alt 19.05.2022, 09:59   #1655
Nani
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 02.12.2003
Beiträge: 15.503
Ich finde es seit Jahren erstaunlich, dass immer mal wieder Spitzenpolitiker der AfD ausscheiden, weil die ihnen zu rechtsextrem, laut, antisemitisch, diktatorenfreundlich und asozial ist.

Die waren das doch nahezu immer. Wenn ich einen Porno gucke, beschwere ich mich hinterher doch auch nicht über Nacktheit.
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Alt 22.05.2022, 20:37   #1656
rantanplan
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 13.08.2008
Beiträge: 4.104
Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Ich finde es seit Jahren erstaunlich, dass immer mal wieder Spitzenpolitiker der AfD ausscheiden, weil die ihnen zu rechtsextrem, laut, antisemitisch, diktatorenfreundlich und asozial ist.

Die waren das doch nahezu immer. Wenn ich einen Porno gucke, beschwere ich mich hinterher doch auch nicht über Nacktheit.
Ich glaube nicht, dass die AfD die ganze Zeit über wirklich rechtsextrem war. Natürlich war sie immer auch Sammelbecken für Rechtsextreme, Antisemiten usw., aber zur Geschichte gehört auch, dass die Union in der Merkel-Ära sehr stark in die Mitte gerückt ist und in der AfD halt wirklich auch mal eine Reihe von sehr konservativen Menschen drin war. Professoren-Partei, gegen die Euro-Rettung usw. Lucke, Petry und Co sind halt einfach von rechts überrannt worden. Dass haben die womöglich nicht kommen sehen, sicher waren die zu naiv, aber wahrscheinlich hatten sie auch immer die Hoffnung, dass man sich FPÖ-mäßig halt irgendwo auch ausreichend bei den anderen anbiedern könnte.

Ist es denn nur ein Zufall, dass die AfD jetzt schwächer wird, wo die Union in der Opposition ist, wo mit Merz jemand CDU-Chef ist, den in den Online-Foren die gleichen Leute bejubeln, die an anderer Stelle auch pro-AfD sind?

Zumal wir hier auch bei den letzten Wahlen von Landtagen reden, wo die AfD auch bei der vorherigen Wahl nicht stark war.
NRW 7,4 --> 5,4
SH 5,9 --> 4,4
Saarland 6,2 --> 5,7

Und ich befürchte, dass sich das alles nochmal ganz massiv ins Gegenteil drehen wird, wenn die Leute verstehen, dass die Preiserhöhungen durch Corona, den Russland-Ukraine-Krieg und die Anforderungen durch den Klimawandel nicht nur kurzfristig sind. Da können die Regierenden nur bedingt eingreifen, dennoch braut sich da ganz viel Protestwähler-Potential zusammen. Und die Linken halte ich momentan für noch schlechter aufgestellt, als die Chaostruppe von der AfD.
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Alt 22.05.2022, 21:04   #1657
Humppathetic
Genickbruch
 
Registriert seit: 20.12.2005
Beiträge: 33.957
Allerdings wusste bereits Lucke von den Kontakten nicht gerade weniger AfD-Politiker in die rechtsextreme Szene. Unter anderem wurde er des Öfteren darauf angesprochen, dass sich Parteimitglieder mit der Identitären Bewegung, der Partei Die Rechte und anderem rechtsradikalen Gesocks "verbrüderten". Und statt diese Entwicklung ernstzunehmen und gezielt zu bekämpfen, leugnete er diese Richtung zumindest öffentlich immer wieder.
Aber ich stimme dir zu, dass die Partei sich immer weiter radikalisiert hat, doch glaube ich, dass die letzten Parteichefs, die ausstiegen (namentlich Frauke Petry und Jörg Meuthen), das nicht unbedingt nur taten, weil sie die Entwicklung der AfD mit Besorgnis beobachteten, sondern vor allem auch, um ihr Gesicht zu wahren, denn sie hatten diese Entwicklung ja selbst angeschoben.
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Geändert von Humppathetic (22.05.2022 um 21:11 Uhr).
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Alt 22.05.2022, 21:35   #1658
Cactus
Mitarbeiter
 
Registriert seit: 26.01.2005
Beiträge: 14.818
Zitat:
Zitat von rantanplan Beitrag anzeigen
Lucke, Petry und Co sind halt einfach von rechts überrannt worden. Dass haben die womöglich nicht kommen sehen, sicher waren die zu naiv, aber wahrscheinlich hatten sie auch immer die Hoffnung, dass man sich FPÖ-mäßig halt irgendwo auch ausreichend bei den anderen anbiedern könnte.
Da möchte ich vehement widersprechen, da ich überzeugt davon bin, dass es weder ein "Überrennen" gab noch "Naivität" der treibende Faktor war. Meiner Wahrnehmung nach haben alle - angefangen von Lucke und Henkel über Petry bis hin zu Meuthen - bewusst die Unterstützung von und durch Rechtsextreme in Kauf genommen bis forciert, solange es ihnen genutzt hat. Erst als sie die Geister, die sie selber riefen, nicht mehr kontrollieren konnten, haben sie hingeworfen und damit angefangen, ihre eigene Rolle als Steigbügelhalter kleinzureden oder zu bestreiten.

Sie haben mit dem Feuer gespielt, bis sie sich die Finger verbrannt haben. Sie wurden immer wieder darauf hingewiesen, welche Gefahren es mit sich bringt, und trotzdem haben sie das Feuer weiter geschürt. Dementsprechend sind es für mich Brandstifter. Ich lasse da weder Naivität noch Fahrlässigkeit gelten und finde so eine Erzählung auch mehr als schwierig.

Aktuell gibt es in der ARD-Mediathek übrigens die Doku AfD-Leaks: Die geheimen Chats der Bundestagsfraktion mit Auszügen aus der internen Whatsapp-Gruppe der AfD-Bundestagsfraktion 2017-2021. Da gibt es (mal wieder) genügend Beispiele dafür, was für eine Gefahr für unser freiheitlich-demokratische Grundordnung im Bundestag saß und sitzt.

Geändert von Cactus (22.05.2022 um 21:35 Uhr).
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Alt 23.05.2022, 09:26   #1659
Nani
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 02.12.2003
Beiträge: 15.503
Zitat:
Zitat von Cactus Beitrag anzeigen
Ich lasse da weder Naivität noch Fahrlässigkeit gelten und finde so eine Erzählung auch mehr als schwierig.
Genau.

Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den Leuten, ihren Zielen und ihrer Gefährlichkeit. Aber alle Prominente Köpfe der AfD haben in ihrer Zeit sich aktiv dafür entschieden, gewalttätige Extreme f0r ihre Zwecke zu nutzen. Und ob Du nun ein Steigbügelhalter (Lucke) oder ein zorniger verwirrt Ex-Konservativer (Gauland) oder ein fachistischer Ideologe (Höcke) bist, spielt nur eine untergeordnete Rolle, solange Du eine staats- und menschenfeindliche Horde anstachelst.

Auch in NSDAP gab es verwirrte Rechte, die nur aus pragmatischen Gründen mit den ideologischen Mörsern kollabiert haben.
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Alt 23.05.2022, 22:59   #1660
k-town1900
Schädelbasisbruch
 
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Gerade auf ARD:

AFD-Leaks: Die geheimen Chats

Wer keine Zeit hat gibt es die Sendung bestimmt auch in der Mediathek.
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Alt 24.05.2022, 10:47   #1661
Creed
Schädelbasisbruch
 
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Beiträge: 3.268
Zitat:
Zitat von k-town1900 Beitrag anzeigen
Gerade auf ARD:

AFD-Leaks: Die geheimen Chats

Wer keine Zeit hat gibt es die Sendung bestimmt auch in der Mediathek.
Die Doku findet man hier. Werde ich mir später mal anschauen.
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Glück und Pech sind nichts weiter als die richtige oder falsche Mischung aus einer Gelegenheit, der Vorbereitung darauf und des nötigen Selbstvertrauens.
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Alt 19.06.2022, 21:34   #1662
k-town1900
Schädelbasisbruch
 
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So darf es gerne weiter gehen
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Alt 19.06.2022, 22:03   #1663
Nani
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 02.12.2003
Beiträge: 15.503
Ich wäre stolz darauf gewesen, wenn sie den Parteitag trotz der tiefen ideologischen Gräben bis zum Ende durchgezogen hätten.

Wenn sie sich infolgedessen gegenseitig die Schädel eingeschlagen hätten, wäre das natürlich schweren Herzens zu billigen gewesen.

Es hätte zudem in einer zutiefst deutsch-patriotischen Weise der langfristigen moralischen Konsequenz ihrer begriffsgebundenen Religiosität am ehesten entsprochen.

Geändert von Nani (19.06.2022 um 22:04 Uhr).
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Alt 20.06.2022, 19:57   #1664
Der Landrat
Moderator
 
Registriert seit: 05.02.2003
Beiträge: 7.894
Vorstandsmitglied Roman Reusch sagte auf dem Parteitag gegenüber dem Verfassungsschutz folgendes: "Man kann es seinem Gegner auch sehr, sehr einfach machen". Ich finds amüsant, wie eine Partei vehement behauptet verfassungskonform zu sein, hier aber offen von dem Gegner spricht. Und unser aller Bernd treibt es sogar noch auf die Spitze und schwaffelt, dass der "sogenannte Verfassungsschutz" Teil dieses Machtinstruments, der unser Deutschland abwickeln will, sei und man sich deshalb nicht weiter um deren Einschätzungen kümmern solle. Bravo Bernd, bravo.
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Alt 20.06.2022, 22:46   #1665
y2jforever
Genickbruch
 
Registriert seit: 13.04.2013
Beiträge: 14.318
Zitat:
Zitat von Der Landrat Beitrag anzeigen
Vorstandsmitglied Roman Reusch sagte auf dem Parteitag gegenüber dem Verfassungsschutz folgendes: "Man kann es seinem Gegner auch sehr, sehr einfach machen". Ich finds amüsant, wie eine Partei vehement behauptet verfassungskonform zu sein, hier aber offen von dem Gegner spricht. Und unser aller Bernd treibt es sogar noch auf die Spitze und schwaffelt, dass der "sogenannte Verfassungsschutz" Teil dieses Machtinstruments, der unser Deutschland abwickeln will, sei und man sich deshalb nicht weiter um deren Einschätzungen kümmern solle. Bravo Bernd, bravo.
Gelegentlich tut man bei der AfD aber auch clevere Dinge. Zum Beispiel dem Verfassungsschutz kostenlos was zu lesen geben. So wurden beim Parteitag am Saaleingang kostenlose Magazine verteilt. Unter den Heften befanden sich Titel wie „Männer der Waffen-SS“ sowie ein „Kalender mit den schönsten Aktfotos 1920–1945“.

Wow, just wow ...
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"Remember - hate is always foolish ... and love, is always wise. Always try, to be nice and never fail to be kind" - The 12th Doctor
"Planeten gibt es viele, unsere Wirtschaft nur einmal." - Die Partei
"Wir wünschen allen ein frohes Fest und eine gesegnete Rest-Apokalypse." - Browser Ballet

Geändert von y2jforever (20.06.2022 um 22:47 Uhr).
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Alt 30.07.2022, 20:54   #1666
Ragtimer
Gehirnerschütterung
 
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Mitglieder und Wähler der AfD sind leichtgläubige Faschisten, die ausgenutzt gehören. Das dachte sich wohl der AfD-Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk als er Christian Lüth einen Arbeitsvertrag angeboten hatte. Lüth bezeichnete sich selbst als Faschist und wollte Migranten erschießen und vergasen. Gottschalk wollte für die Wahl als Bundessprecher Stimmen aus dem Flügel-Lager. Der Arbeitsvertrag wurde doch nicht abgeschlossen, nun fühlt sich das Geflügel getäuscht und der mickrige Rest hält Gottschalk für einen Opportunisten. Also sehr gut gemacht. Die Spaltung der Gesellschaft geht auch durch die Nazis und Opportunisten.

https://www.zeit.de/politik/deutschl....google.com%2F

Geändert von Ragtimer (30.07.2022 um 20:55 Uhr).
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Alt 30.11.2022, 15:47   #1667
Ragtimer
Gehirnerschütterung
 
Registriert seit: 19.07.2016
Beiträge: 433
Die Bundestagsabgeordnete Joana Cotar verlässt Fraktion und Partei der Putinsekte. Damit ist sie in dieser Legislaturperiode schon die fünfte Abgeordnete. Natürlich übernimmt die AfD den Part ihrer Gegner und macht sich über sie lustig. Mir wiederum ist sie aufgefallen als sie sich über die Corona-Infektion von Günther Jauch lustig machte, der kurz zuvor für Impfungen warb. Eine Auflistung von AfD-Politikern, die sich mit Corona infizierten, den Kurs der Partei folgten und deshalb ungeimpft an Corona starben, fand sie dann nicht so lustig.

Sie begründet ihren Ausstieg mit der Anbiederung an die diktatorischen und menschenverachtenden Regime in Russland, China und jetzt auch den Iran sowie mit Dauermobbing und Mandatsgeschachere statt inhaltlichen Auseinandersetzungen.
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Alt 30.11.2022, 16:11   #1668
Humppathetic
Genickbruch
 
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Beiträge: 33.957
Die Dame forderte übrigens auch eine Grenzschließung für sämtliche Migranten. Und sie postete in Bezug auf ein Foto von Claudia Roth und Jessica Lang*, das die beiden auf dem Oktoberfest zeigt, eine "Replik", in der sie das Bild der beiden mit "Sollen sie Kuchen essen" kommentierte und daneben eine Karikatur mit den Worten "Die Bonzen im Speck, das Volk im Dreck" packte. Diese Karikatur stammt übrigens aus einer nationalsozialistischen Propagandaschrift im Jahr 1931. Sie löschte ihren Tweet danach und ließ verlauten, sie habe den Ursprung nicht gekannt. Wie kommt man zu so einem Bild, ohne den Hintergrund zu kennen? Selbst wenn es wahr wäre, dass sie das nicht wusste, was ich, wie gesagt, stark anzweifle, frage ich mich, wie viel der eigene Hass und die Geschwindigkeit des Internets die Fähigkeit, simple Google-Bildersuchen auszuführen, beeinträchtigen.

Sie gehörte übrigens dem gemäßigten Flügel der AfD an und sprach sich - Achtung, jetzt wird's ironisch - gegen einen antisemitischen Kurs** der Partei aus.

*Da meinte ich natürlich Ricarda Lang und nicht die Schauspielerin Jessica Lange.

**Dass es solche Diskussionen in einer Partei überhaupt gibt, zeigt, dass die Überwachung durch den Verfassungsschutz, gegen den sie gewettert hat (u.a. bezeichnete sie den Präsidenten des Verfassungschutzes als Marionette), absolut richtig ist.

Nebenbei die geniale Logik: Spricht sich gegen einen möglichen antisemitischen Kurs der AfD aus. Hält die Überwachung durch den Verfassungsschutz für instrumentalisiert und eine beabsichtigte Beeinflussung des Wahlverhaltens der Deutschen.
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Geändert von Humppathetic (30.11.2022 um 16:19 Uhr).
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Alt 03.12.2022, 17:33   #1669
Ragtimer
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Beatrix von Storch, Enkelin von Hitlers Finanzminister, pflegt Kontakte zum russischem Oligarchen Malofejew. Im Gegensatz zu vielen anderen Oligarchen steht er schon seit 2014 auf der Sanktionsliste der EU. Malofejew unterstützt und finanziert, nach Informationen des ukrainischen Innenministeriums, die Separatisten in der Ostukraine. So war Alexander Borodai, Ex-Ministerpräsident der nicht anerkannten Volksrepublik Donezk, sein PR-Berater.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kons...tsch_Malofejew
https://www.tagesspiegel.de/berlin/s...t-8962915.html

Geändert von Ragtimer (03.12.2022 um 17:48 Uhr).
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Alt 04.12.2022, 15:43   #1670
Rallion
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 16.05.2001
Beiträge: 1.993
Beatrix von Storch. Hier der link zu dem Interview, dass sie 2016 für Jung und Naiv gegeben hat. Es ist nicht aus dem Kontext gerissen und die Professionalität des Interviewer: Hut ab.
https://www.youtube.com/watch?v=IV8UzT_9bXg
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Mein Hobby: ich sammle Figuren. http://www.figuresassemble.com
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Alt 08.12.2022, 00:06   #1671
k-town1900
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 24.08.2016
Beiträge: 3.656
Ich packe es mal hier rein:

https://www.spiegel.de/ausland/gross...RPU89NcCvtlFcJ

Das ist die neue Welt die ihr AFD Wähler haben wollt (hier auf dem Board gibt es bestimmt auch einige sie halten sich nur (meist) im Hintergrund). Das ist eure schöne neue Welt? Viel Spaß damit, aber kommt mir nicht mit der Ausrede das man es nicht wissen konnte wenn es euch an den Arsch geht.
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Alt 09.12.2022, 12:45   #1672
Thomas Jay
ECW
 
Registriert seit: 07.02.2002
Beiträge: 6.481
Vorab: Aufgrund von andauernder Depression und Burnout bin ich bei Nachrichten absolut nicht auf stand (habe schon genug Probleme ohne tägliche schlechte Nachrichten, die außerhalb meines Einflussbereichs liegen). Es folgen ein paar Eindrücke und Gedanken zu AfD, Patriotismus, und Links vs Rechts:

Ich konnte der Partei AfD noch nie etwas abgewinnen, auch in ihren Anfangszeiten nicht.

Zudem finde ich es bedauerlich, dass an sich gute Begriffe wie Patriotismus oder besorgte Bürger durch rechte Spinner so in den Dreck gezogen werden. Patriotismus ist solange man dabei transparent, ehrlich und kritikfähig bleibt, etwas Positives. Patriotismus kann z. B. sein, dass ich für die Werte, die unser Gesetz beinhaltet, eintrete. Aber auch Kritik daran, wie z. B. wieso Rechte von Eltern über die ihrer Kinder gestellt werden (z. B. bei Beschneidung), das finde ich verantwortungslos den Kindern gegenüber, aber müssten die Betroffenen vielleicht selbst laut werden, sonst wird einem vorgeworfen, man würde sich da einmischen. Aber zurück zum Wort „Patriotismus“: Was tut es unserem Land denn Gutes, dass viele von uns darauf weitestgehend schimpfen? Ein bisschen Freude und Respekt für unser Land und was in diesem erreicht wurde (politisch, kulturell usw.) sähe ich mal gerne. Dann wären vielleicht nicht ganz so viele Deutsche chronisch negativ drauf und es gäbe mal sowas wie ein Gemeinschaftsgefühl.
Das Negative das es gab und gibt definiert uns nicht, es sei denn, wir definieren uns rein darüber. Dann leben wir und unsere Nachkommen aber nur als geprügelte Hunde, wenn wir uns über einen genozidalen Fascho-Diktator und rechtes Gesocks definieren.


Ich frage mich, was zu der Ausbreitung von Rassismus beiträgt. Ob es auch mit anderen Faktoren zusammenhängt. Ich würde da an möglicherweise schlechtere Perspektiven durch immer teureren Wohnraum und die Spaltung der Gesellschaft durch soziale Medien denken. Und durch Linke (ja, auch die, so traurig es ist) und Rechte sowie Verschwörungstheoretiker. Mir kommt es zumindest so vor, dass es immer mehr Spinner aller politischen und weltanschaulichen Couleur gibt.

Z. B. habe ich von Grünen-Politikern und einer den Grünen nahestehenden Person Zitate gelesen wie:

„Natürlich kennen die Grünen Vaterlandsliebe. Wir kennen und verachten sie!“ - Timon Dzienus, Grüne Jugend Vorsitzender

„Rassismus gegen Deutsche ist richtig und wichtig.“ - Sibel Schick, von der Grünen-nahen Heinrich Böll Stiftung

„Wozu Heizungen, wenn man sich an brennenden Deutschlandflaggen wärmen kann?“ - Danilo Zoschnik, Grünen Kandidat

„In Dresden ist #Fliegerbombe DD in den (Twitter-)Trends? Das lässt ja hoffen. Do! It! Again!“ - Matthias Oomen, Grünen Politiker (der auf die Bombardierung Deutschlands anspielt und sich diese offenbar erneut wünscht)

„Ich werde mir irgendwann einen Besen nehmen und alle weißen Menschen aus Afrika raus kehren. - Sarah-Lee Heinrich, Grüne Jugend Vorsitzende

„Kann‘s kaum erwarten. #TeamUmvolkung“ - Georg Kurz, Grüne Jugend Vorsitzender 2019-2021 (Der Sprecher der Grünen Jugend kann es offenbar „kaum erwarten“, dass Europäer zur „bedrohten Minderheit“ werden.)

So können Leute von links fatalerweise den Zulauf zu rechts fördern.

Nicht nur das: Mal abgesehen davon, dass dadurch die Gesellschaft weiter gespalten und zudem Rechts gefördert wird, sind Aussagen wie diese Symptome der ideologischen Blindheit, Unmenschlichkeit und des Messiaswahns, den man bei manchen Linken leider beobachten kann und Politiker wie diese verschärfen das massiv. Aussagen wie diese könnten auch von Hitler persönlich stammen, sind aber von den Grünen und eine von davon von der ihr nahestehenden Heinrich Böll Stiftung.

Vielleicht kann Links das Problem Rechts überhaupt nicht lösen, sondern erhält dieses mit am Leben durch ideologische Verblendung und Hass? Druck erzeugt Gegendruck.
Vielleicht sind manche(!) Linke Teil des Problems bei der Spaltung der Gesellschaft und es ist ein munteres Spiel namens divide and conquer und wie in einem bekannten Ärzte Song führt es zu „Gewalt erzeugt Gegengewalt“?
Durch blinden, fanatischen Hass gegenüber Deutschland, Deutschen oder Weißen ist niemand geholfen. Das ist so hilfreich wie die Leugnung des Holocausts.


Statt für Links vs Rechts bin ich für Menschen vs Menschenfeindlichkeit, ehrlich und konsequent, ohne Scheuklappen bzw. Angst davor, „ketzerisch“ zu sein: Denn nur mit Fairness für alle gibt es keinen Grund, sich von Hetzern einlullen zu lassen, daher braucht es Konsequenz, denn z. B. auch manche religiösen Ansichten und Praktiken sind menschenfeindlich, da sollte man drüber sprechen und was z. B. mit Menschenrechten wie dem Recht auf Unversehrtheit in Konflikt ist reformieren. Entweder haben wir Werte oder sind Spielbälle von Interessengruppen. Und auch manche Ansichten und Praktiken von Linken, Grünen usw. sind menschenfeindlich (z. B. blinder Hass). Das gehört genauso offiziell angeprangert und notfalls verfolgt wie rechter Hass. Diese Denkweise „wir gegen die, Links gegen Rechts“ bringt nichts, sie treibt offenbar unsere Spaltung nur voran, ohne Verbesserung der Lage - zumindest kommt es mir so vor. Wir brauchen meiner Ansicht nach eine Politik f r e i von Ideologie für alle deutschen Bürger, für neue wie alte Bürger. Jeder Druck von der einen Seite würde sonst wieder zu mehr Druck von der anderen führen. Es gibt kein Happy End bei dieser Rechts - Links - Kiste.
Und ich bin es einfach müde, dass keine Fortschritte erzielt werden, sondern Probleme endlos wiederholt werden.

Wegen antisozialen Fanatikern von links, rechts, Schwurblern und religiösen Verblendeten bin ich inzwischen auch fast überhaupt nicht mehr bei Facebook und Twitter, mir ist der Hass und die Dummheit da zu viel.
Da bin ich lieber bei Instagram, da kann ich auch Bands folgen.


@k-town: Der Link oben führt zu einem Artikel mit dem Titel „Britischer Premier Sunak will Streikrecht einschränken“, ist das der Artikel, den du meintest?


Ich frage mich manchmal, wer aus Protest AfD wählt, das ist doch totaler Mumpitz: Die Partei ist nicht gut für Leute mit wenig Kohle, rassistisch sind sie auch und ansonsten ist mir nichts bekannt, das auch nur ein bisschen für die sprechen würde.

Es gibt so viele Parteien die man statt der großen wählen kann, z. B. Die PARTEI, die Partei Mensch Umwelt Tierschutz, die Freien Wähler, die Grauen usw. Da gibt oder gab es zumindest mal Punkte und Ansichten, denen ich mich anschließen kann, wenn ich alle vier Jahre in ihre Wahlprogramme mal geguckt hatte. Wieso wählen die anderen Menschen, die auch kein Bock mehr auf die großen Parteien (dazu zähle ich auch Linke, Grüne, FDP und AfD) haben, nicht o. g. kleinere Parteien oder andere? Manche von denen (ich glaube es waren Die PARTEI, die Tierschutzpartei und/oder die Freien Wähler) hätten soweit ich mich an die letzte Wahl erinnere sogar eine realistische Chance mit ein paar Stimmen mehr in den Bundestag zu kommen, wenn ich mich nicht vertue. Schlechter als die anderen Parteien können die kaum sein.
__________________
Alles mögliche günstig, WrestleMania Blu-Rays, WWE, The Simpsons, King of Queens, Two and a half Men, Pokerset, Trivial Pursuit, Kniffel, Tischplatte, Lampen und ganz viele andere Waren in gutem bis neuwertigem Zustand, teils eingeschweißt:
https://www.genickbruch.com/vb/showthread.php?t=88435

Geändert von Thomas Jay (09.12.2022 um 19:33 Uhr).
Thomas Jay ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.12.2022, 10:46   #1673
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Zitat:
Zitat von Thomas Jay Beitrag anzeigen
Vorab: Aufgrund von andauernder Depression und Burnout bin ich bei Nachrichten absolut nicht auf stand (habe schon genug Probleme ohne tägliche schlechte Nachrichten, die außerhalb meines Einflussbereichs liegen). Es folgen ein paar Eindrücke und Gedanken zu AfD, Patriotismus, und Links vs Rechts:

Ich konnte der Partei AfD noch nie etwas abgewinnen, auch in ihren Anfangszeiten nicht.

Zudem finde ich es bedauerlich, dass an sich gute Begriffe wie Patriotismus oder besorgte Bürger durch rechte Spinner so in den Dreck gezogen werden. Patriotismus ist solange man dabei transparent, ehrlich und kritikfähig bleibt, etwas Positives. Patriotismus kann z. B. sein, dass ich für die Werte, die unser Gesetz beinhaltet, eintrete. Aber auch Kritik daran, wie z. B. wieso Rechte von Eltern über die ihrer Kinder gestellt werden (z. B. bei Beschneidung), das finde ich verantwortungslos den Kindern gegenüber, aber müssten die Betroffenen vielleicht selbst laut werden, sonst wird einem vorgeworfen, man würde sich da einmischen. Aber zurück zum Wort „Patriotismus“: Was tut es unserem Land denn Gutes, dass viele von uns darauf weitestgehend schimpfen? Ein bisschen Freude und Respekt für unser Land und was in diesem erreicht wurde (politisch, kulturell usw.) sähe ich mal gerne. Dann wären vielleicht nicht ganz so viele Deutsche chronisch negativ drauf und es gäbe mal sowas wie ein Gemeinschaftsgefühl.
Das Negative das es gab und gibt definiert uns nicht, es sei denn, wir definieren uns rein darüber. Dann leben wir und unsere Nachkommen aber nur als geprügelte Hunde, wenn wir uns über einen genozidalen Fascho-Diktator und rechtes Gesocks definieren.


Ich frage mich, was zu der Ausbreitung von Rassismus beiträgt. Ob es auch mit anderen Faktoren zusammenhängt. Ich würde da an möglicherweise schlechtere Perspektiven durch immer teureren Wohnraum und die Spaltung der Gesellschaft durch soziale Medien denken. Und durch Linke (ja, auch die, so traurig es ist) und Rechte sowie Verschwörungstheoretiker. Mir kommt es zumindest so vor, dass es immer mehr Spinner aller politischen und weltanschaulichen Couleur gibt.

Z. B. habe ich von Grünen-Politikern und einer den Grünen nahestehenden Person Zitate gelesen wie:

„Natürlich kennen die Grünen Vaterlandsliebe. Wir kennen und verachten sie!“ - Timon Dzienus, Grüne Jugend Vorsitzender

„Rassismus gegen Deutsche ist richtig und wichtig.“ - Sibel Schick, von der Grünen-nahen Heinrich Böll Stiftung

„Wozu Heizungen, wenn man sich an brennenden Deutschlandflaggen wärmen kann?“ - Danilo Zoschnik, Grünen Kandidat

„In Dresden ist #Fliegerbombe DD in den (Twitter-)Trends? Das lässt ja hoffen. Do! It! Again!“ - Matthias Oomen, Grünen Politiker (der auf die Bombardierung Deutschlands anspielt und sich diese offenbar erneut wünscht)

„Ich werde mir irgendwann einen Besen nehmen und alle weißen Menschen aus Afrika raus kehren. - Sarah-Lee Heinrich, Grüne Jugend Vorsitzende

„Kann‘s kaum erwarten. #TeamUmvolkung“ - Georg Kurz, Grüne Jugend Vorsitzender 2019-2021 (Der Sprecher der Grünen Jugend kann es offenbar „kaum erwarten“, dass Europäer zur „bedrohten Minderheit“ werden.)

So können Leute von links fatalerweise den Zulauf zu rechts fördern.

Nicht nur das: Mal abgesehen davon, dass dadurch die Gesellschaft weiter gespalten und zudem Rechts gefördert wird, sind Aussagen wie diese Symptome der ideologischen Blindheit, Unmenschlichkeit und des Messiaswahns, den man bei manchen Linken leider beobachten kann und Politiker wie diese verschärfen das massiv. Aussagen wie diese könnten auch von Hitler persönlich stammen, sind aber von den Grünen und eine von davon von der ihr nahestehenden Heinrich Böll Stiftung.

Vielleicht kann Links das Problem Rechts überhaupt nicht lösen, sondern erhält dieses mit am Leben durch ideologische Verblendung und Hass? Druck erzeugt Gegendruck.
Vielleicht sind manche(!) Linke Teil des Problems bei der Spaltung der Gesellschaft und es ist ein munteres Spiel namens divide and conquer und wie in einem bekannten Ärzte Song führt es zu „Gewalt erzeugt Gegengewalt“?
Durch blinden, fanatischen Hass gegenüber Deutschland, Deutschen oder Weißen ist niemand geholfen. Das ist so hilfreich wie die Leugnung des Holocausts.


Statt für Links vs Rechts bin ich für Menschen vs Menschenfeindlichkeit, ehrlich und konsequent, ohne Scheuklappen bzw. Angst davor, „ketzerisch“ zu sein: Denn nur mit Fairness für alle gibt es keinen Grund, sich von Hetzern einlullen zu lassen, daher braucht es Konsequenz, denn z. B. auch manche religiösen Ansichten und Praktiken sind menschenfeindlich, da sollte man drüber sprechen und was z. B. mit Menschenrechten wie dem Recht auf Unversehrtheit in Konflikt ist reformieren. Entweder haben wir Werte oder sind Spielbälle von Interessengruppen. Und auch manche Ansichten und Praktiken von Linken, Grünen usw. sind menschenfeindlich (z. B. blinder Hass). Das gehört genauso offiziell angeprangert und notfalls verfolgt wie rechter Hass. Diese Denkweise „wir gegen die, Links gegen Rechts“ bringt nichts, sie treibt offenbar unsere Spaltung nur voran, ohne Verbesserung der Lage - zumindest kommt es mir so vor. Wir brauchen meiner Ansicht nach eine Politik f r e i von Ideologie für alle deutschen Bürger, für neue wie alte Bürger. Jeder Druck von der einen Seite würde sonst wieder zu mehr Druck von der anderen führen. Es gibt kein Happy End bei dieser Rechts - Links - Kiste.
Und ich bin es einfach müde, dass keine Fortschritte erzielt werden, sondern Probleme endlos wiederholt werden.

Wegen antisozialen Fanatikern von links, rechts, Schwurblern und religiösen Verblendeten bin ich inzwischen auch fast überhaupt nicht mehr bei Facebook und Twitter, mir ist der Hass und die Dummheit da zu viel.
Da bin ich lieber bei Instagram, da kann ich auch Bands folgen.


Ich frage mich manchmal, wer aus Protest AfD wählt, das ist doch totaler Mumpitz: Die Partei ist nicht gut für Leute mit wenig Kohle, rassistisch sind sie auch und ansonsten ist mir nichts bekannt, das auch nur ein bisschen für die sprechen würde.

Es gibt so viele Parteien die man statt der großen wählen kann, z. B. Die PARTEI, die Partei Mensch Umwelt Tierschutz, die Freien Wähler, die Grauen usw. Da gibt oder gab es zumindest mal Punkte und Ansichten, denen ich mich anschließen kann, wenn ich alle vier Jahre in ihre Wahlprogramme mal geguckt hatte. Wieso wählen die anderen Menschen, die auch kein Bock mehr auf die großen Parteien (dazu zähle ich auch Linke, Grüne, FDP und AfD) haben, nicht o. g. kleinere Parteien oder andere? Manche von denen (ich glaube es waren Die PARTEI, die Tierschutzpartei und/oder die Freien Wähler) hätten soweit ich mich an die letzte Wahl erinnere sogar eine realistische Chance mit ein paar Stimmen mehr in den Bundestag zu kommen, wenn ich mich nicht vertue. Schlechter als die anderen Parteien können die kaum sein.
Mit Patriotismus habe ich mich immer schwer getan. Zum einen kann er sehr schnell dazu führen das man "sein" Land über andere stellt und das dann so Sachen wie die "America First"-Politik rauskommt (wobei in meinen Augen jedes Land zu erst an sich denkt, aber das ist ein anderes Thema), zum anderen habe ich nie verstanden warum man auf etwas stolz ist für das man nix kann. Das ich ein Deutscher bin liegt daran das meine Eltern deutsche sind und ich in Deutschland geboren bin. Das war keine Leistung sondern schlicht Glück. Deswegen sage ich immer das ich froh, dankbar oder glücklich bin einen deutschen Pass zu haben. Warum den auch nicht? Deutschland ist ein entwickeltes Land, wir Leben hier in Freiheit, es ist sicher, wir haben ein gewisses maß an Wohlstand (leider nicht alle) etc.
Was das "schimpfen" angeht. Es kommt halt drauf an. Es gibt auch in Deutschland genügend Sachen die man kritisieren kann. Das Bildungssystem ist nicht grottig schlecht, trotzdem gibt es da noch genügend Baustellen die man verbessern könnte, das gleiche gilt für das Gesundheitssystem. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander, was für mich aktuell die größte Bedrohung für Deutschland ist. Bei der Digitalisierung und beim Klimaschutz hängt man hinterher etc.

Was die Aussagen der Grünen angeht. Die Grünen haben über 100k Mitglieder, das da auch ein paar Spinner dabei sind wundert mich nicht. Wenn man lang genug sucht findet man überall Idioten. Das macht die Aussagen jetzt natürlich nicht besser, für mich ist aber der entschiedene Unterschied zur AfD (und zu teilen der Union) der, das die Aussagen von Leuten kommen die in der Partei wenig bis gar nix zu sagen haben. Da sind die Reden der AfD im Bundestag oder so Aussagen wie "Wir erleben mittlerweile einen Sozialtourismus dieser Flüchtlinge: nach Deutschland, zurück in die Ukraine, nach Deutschland, zurück in die Ukraine." (Merz) oder "Eine Gratismentalität ist nicht nachhaltig finanzierbar, nicht effizient und nicht fair." (Lindner übers 9€-Ticket) deutlich gefährlicher. Da sie eben sagbar sind und die Leute gegeneinander ausspielt.

Ich finde eine gewisse "Spaltung" (bin mir gerade nicht sicher ob das dass richtige Wort ist) ehrlich gesagt auch nicht so schlimm. Es ist doch gut das Menschen unterschiedliche Meinungen haben und das man auch die Parteien, mal mehr mal weniger gut voneinander unterscheiden kann. Problematisch wird es halt wenn man andere Meinungen nicht mehr respektiert oder vergisst das die Meinungsfreiheit auch Grenzen hat.

Was das Thema Protestwahl angeht gibt es ein ganz nettes Zitat von Alan Moore "Bei einer Wahl eine Protestwahl zu machen, ist als ob man die Nacht in einem Hotel verbringt, einem das Zimmer aber nicht gefällt und man aus Protest ins Bett kackt. Nur um dann festzustellen, dass man im vollgekackten Bett schlafen muss." Es gibt so viele Parteien in Deutschland, ich glaube wenn man sich mit denen etwas beschäftigt finden alle eine Partei die man aus Überzeugung wählen kann, nicht aus Protest. In meinen Augen sollte bei einer Bundestagswahl für eine Partei stimmen, nicht gegen andere.
Aber selbst wenn man unbedingt aus Protest wählen geht, gibt es wie du bereits gesagt hast deutlich bessere "Alternativen". Bei der AfD kann keiner mehr sagen das man nicht wusste das es sich um eine rechte, in großen Teile rechtsextreme und faschistische Partei handelt.
Ich habe gerade nachgeschaut. Laut Wikipedia hatte die PARTEI bei der letzten Wahl knapp 1% der Stimmen, die Freien Wähler (eine 2. Union bräuchte ich ehrlich gesagt nicht im Bundestag aber gut) kam auf 2,4% und die Tierschutzpartei auf 1,5%. Es fehlen also mehr als nur ein paar Stimmen um in den Bundestag einzuziehen. Trotzdem profitieren die Parteien von einem besseren Abschneiden, weswegen es in meinen Augen keine Verschwendung ist, auch Kleinstparteien zu wählen.
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Glück und Pech sind nichts weiter als die richtige oder falsche Mischung aus einer Gelegenheit, der Vorbereitung darauf und des nötigen Selbstvertrauens.

Geändert von Creed (11.12.2022 um 10:51 Uhr).
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Alt 11.12.2022, 13:11   #1674
Thomas Jay
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@Creed: Zu Patriotismus dachte ich auch mal so, aber inzwischen denke ich mir: Es gibt in verschiedenen Ländern friedliche Feste, in denen Leute ihr Land feiern und es ist einfach unbeschwert und fröhlich. Die schwenken dann ihre Flaggen und überwinden bei so einem Fest die Unterschiede, die sie sonst haben und haben einfach eine gute Zeit miteinander.
Schwenkt hier einer eine Deutschlandfahne oder sagt, dass er auch mal Marschmusik gut findet, geht bei vielen direkt eine gedankliche Schublade mit einem Vorurteil drin auf.
Und das finde ich schade. Volksfeste mit Feiern und Musik mit Tradition, z. B. die Ode an die Freude, die glaube ich sogar die Europahymne ist, fände ich schön. Sich gemeinsam freuen, dass man in einem Land lebt, das zu den lebenswertesten der Welt gehört. Es gäbe vielleicht was aus der Zeit der Aufklärung zu feiern; Die Trennung von Kirche und Staat ist wichtig für unsere Freiheit. Oder man feiert einen Beethoven Tag, der hat super Musik geschrieben, die nach all der Zeit immer noch populär ist. Oder man bringt einen Klassik Tag. Oder einen Europatag, an dem die Einheit Europas gefeiert und Essen und Musik mit Tradition aus den europäischen Ländern geboten wird. Oder einen Vorfahrentag an dem alte Kulturen, die Teil unseres Werdens sind, gefeiert werden wie Germanen, Kelten, Römer und Griechen, dazu Musik aus alter Zeit (vielleicht Bands wie Wardruna, Heilung usw.). Man könnte dies zur Sommersonnenwende feiern, einen für mehrere alte Kulturen bedeutsamen Tag. Oder ein nationaler Renaissance Tag, an dem die Abkehr von der Unwissenheit des Mittealters gefeiert wird und man bedeutsame Denker wie Da Vinci feiert, es gäbe ausgestellte Erfindungen und Kunstwerke, die auch für uns bedeutsam sind, da sich die die deutsche Renaissance aus der italienischen entwickelt hatte, wir hatten hierzulande u. a. Albrecht Dürer. Gaukler und Hochseilartisten könnten auftreten und Musik aus Renaissance und Mittelalter gespielt werden.
Es gibt bestimmt vieles aus Kultur und Politik, das einen guten Aufhänger für eine Feier mit geschmückten Straßen, Marschkapellen und traditioneller Musik aus unserem Land (u. a.) bieten würde, wie es sie in anderen Ländern auch gibt.
Ein gemeinsamer Nenner, in einem Land, in dem es schön ist, zu leben, das politisch für Freiheit und Frieden über die Jahrhunderte einiges erreicht hat (man kann ja auch Bedeutsames aus Zeiten vor der Gründung der BRD miteinbeziehen) und alte kulturelle Schätze zu bieten hat.
Es ist so vieles, auch online, politisch aufgeladen, voller Anspannung und Schwere, sodass Feste als Gegenpol wohltuend wären.
Patriotismus kann etwas Friedliches sein. Ich glaube auch, dass wenn man den Leuten ein friedliches, heilsames Selbstbewusstsein für das eigene Land vorlebt, dass man dadurch den Rechten einen Teil ihrer Klientel wegnehmen würde, was gut für eine friedliche Gesellschaft wäre.

Politiker sollten die Interessen der eigenen Wähler als oberste Priorität haben. Das finde ich ist ihre Aufgabe, sonst versagen sie den Dienst an ihrer Wählerschaft.
Jeder denkt vor allem an sich, analog dazu sollten Regierungen zuerst an ihre Wähler denken, sonst werden sie und ihre Wähler ausgenutzt.
Auch ein Feuerwehrmann muss zuerst an seine eigene Sicherheit denken, denn sonst kann er niemandem helfen. Deshalb soll man beim Druckabfall im Flugzeug auch sich selbst zuerst die Sauerstoffmaske überziehen, bevor man seinem Nachbarn hilft. Das eigene Leben hat dabei Priorität. Das eigene Land sollte daher zuerst kommen, und zwar absolut ohne dass man dafür verurteilt wird, denn sonst schubst man einen durch Schuldzuweisungen in Richtung rechte Parteien, wenn die die einzigen wären die sagen, dass das eigene Land zuerst kommen sollte. Und das wäre fatal.
Ein partnerschaftliches Miteinander mit anderen Ländern gäbe es ja trotzdem. Aber von Politikern wünsche ich mir, dass z. B. das Gesundheitssystem nicht weiter abbaut und das Rentensystem nicht immer schlechter wird, sondern dass Mittel und Wege für eine Trendumkehr geschaffen werden, damit man nicht ein halbes Jahr auf einen Therapieplatz warten oder bis 70 arbeiten muss. Soziale Gerechtigkeit ist wichtig, aber als Mensch mit nur einem Leben, der hier arbeitet, Steuern zahlt und wählt, ist mir die soziale Gerechtigkeit hier bei uns für kleine Menschen wie mich wichtiger, als dass man Geld an andere Länder gibt, um dort zu unterstützen. Eine Politik, die nicht rechts ist, aber uns kleine Menschen die hier wählen und arbeiten priorisiert, ist sozial für uns, wäre populär und würde einen Teil des Klientels, das aus Frust sich von rechten Parteien einlullen lassen könnte, abgreifen.

Ein gesundes Selbstbewusstsein und ein gesunder Egoismus wären gut für Menschen hier und ein Mittel, um Rechts auszudünnen.
__________________
Alles mögliche günstig, WrestleMania Blu-Rays, WWE, The Simpsons, King of Queens, Two and a half Men, Pokerset, Trivial Pursuit, Kniffel, Tischplatte, Lampen und ganz viele andere Waren in gutem bis neuwertigem Zustand, teils eingeschweißt:
https://www.genickbruch.com/vb/showthread.php?t=88435

Geändert von Thomas Jay (11.12.2022 um 14:05 Uhr).
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Alt 11.12.2022, 13:58   #1675
Stefan "Effe" Effenberg
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Man sollte nun allerdings nicht (harmlosen) Patriotismus mit (nicht ungefährlichem) Nationalismus gleichsetzen...

Wenn indes Summen für Dinge im eigenen Lande aus welchen Gründen auch immer nicht aufgewendet werden (Gesundheitssystem etc), heißt das lange nicht, dass dieses Geld (das in einem ganz anderen Topf steckt) für's Nebendranland oder Nochweiterwegland ausgegeben würde. Diesem Irrglauben erliegen leider immer noch viele.

Wenn man sich noch dazu anschaut, dass Deutschland eines der wenigen europäischen (wenn nciht weltweiten) Länder ist, in denen es überhaupt dieses Auffangnetz finanzieller Natur bei Jobverlust (oder gar-nicht-Erwerb) gibt, lässt mich manch eine Ausführung sprachlos zurück, so ganz allgemein.
__________________
Der Klügere gibt nach. Nachgeben ist ein Zeichen von Stärke, das nicht jeder besitzt.
Formerly known as Johnboy Dog, Yukon, Lena Mayer-Landrut & David "Haymaker" Haye

Geändert von Stefan "Effe" Effenberg (11.12.2022 um 14:02 Uhr).
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