Boardhell
   

 
 
   

 

Zurück   Boardhell > Unterhaltung > Das anspruchsvolle Forum

Antwort
 
Themen-Optionen
Alt 11.10.2022, 20:52   #1326
Der Zerquetscher
Moderator
 
Registriert seit: 21.05.2002
Beiträge: 10.319
Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Mit "Moral" hat das dann tatsächlich auch nichts mehr zu tun. Das ist mir schon bewusst. Ich schreibe das auch nicht sorglos bzw. in einer mordverliebten Anwandlung, wie sie unsere Extremisten so gern befällt. Wenn die Diskussion in diesem Forum nicht so intelligent wäre, würde ich diese morbide philosophische Diskussion nicht aufmachen. Aber ich finde es wertvoll, wenn man trotzdem inhaltlich dahin geht, wo es wehtut.

Trotzdem gebe ich hiermit eine Triggerwarnung für meinen Beitrag raus.
Das ist lieb, musste aber nicht. Dein Beitrag ist so scharfsinnig, ehrlich und unprätentiös, dass ich eben meinen gemütlichen Leseabend auf morgen Früh um fünf verschoben habe. Dein Beitrag ist jetzt wichtiger.

Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Wenn ein Land ein anderes Land überfällt und dabei gezielt auf die Vernichtung von Menschen abzielt - was ja zurecht eine "rote Linie" ist - muss man die moralischen Optionen mE sehr genau bewerten. Wenn zum Beispiel die Opfer an der Moral festhalten, führt dies zu einem moralischen Paradoxon. Die moralische Kultur schafft sich selbst durch Kapitulation vor der Überlegenheit unmoralischer Taktiken ab.

Auf einer oft als "harmlos" bezeichneten Ebene wird dies hier bereits von allen hier akzeptiert. Wir alle sind uns bewusst, dass in diesem Krieg viel gelogen wird. Auch von der Ukraine. Die Wahrheit ist immer das erste Opfer. Das findet vermutlich niemand der Anwesenden gut, aber bereits hier wird das moralische Paradox deutlich.

Was die Gewalt gegen Zivilisten angeht, formuliere ich dazu einige Thesen und mache ich das mal an zwei Beispiel deutlich. Dabei verzichte ich mal auf die Erörterung der Verantwortlichkeit (denn jeder naive Putin-Unterstützer besitzt Mitschuld an dem Massenmord und ist daher kein Unschuldiger mehr) und gehe von der Annahme aus, dass zivile Oper per se unschuldig sind.
Kluge Prämisse. Nicht, weil sie der Realität entspräche. Sondern, weil wir der ehrwürdig römisch-antiken Unschuldsvermutung gemäß so handeln müssen.

Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Die These ist: Wenn ein moralischer Agent bei der Selbstverteidigung an moralische Regeln fest gebunden ist, die der gegnerischer, unmoralische Agent nicht beachtet, entstehen ersterem zahlreiche Nachteile, und infolgedessen Anreize für den unmoralischen Agent 2 sich unmoralisch zu verhalten. Das gilt, so lange es keine höhere Institution gibt, die dies wirksam verhindert bzw. bestraft.
Wenn Agent 2 bemerkt, dass unmoralisches Verhalten ihm höhere Siegeswahrscheinlichkeiten, Verhandlungsmacht und Durchhaltevermögen i.V.z. Agent 1 verschafft, wird er diese Option ergreifen. Es ist also im Erhalt einer moralischen Allokation wichtig, dass unmoralisches Verhalten dem Agent 2 teurer kommt als moralisches.
Die Situation, in der Agent 2 wesentlich höhere Siegeswahrscheinlichkeiten hat, indem er möglichst viele Zivilisten tötet, ist aber keine an der Praxis des Jahres 2022 abgeklopfte. Bei Alexander dem Großen oder Cäsar war das noch so. Da herrschte dann die vielzitierte römische "Friedhofsruhe" nach dem Ausrotten widerspenstiger Volksgruppen. Selbst in Japan 1945 ging es noch, damit durchzukommen, an zwei Nachmittagen 250.000 Zivilisten zu töten. Aber seitdem die Medien (und die Handys!) live dabei sind, hat es ein unmoralischer Agent zunehmend schwer, wenn nicht gar sehr, sehr schwer, eine auf solche Weise erfolgreiche Politik zu fahren. Eher gilt: Je mehr Zivilisten ermordet werden, desto mehr ist man international isoliert und schafft sich Probleme.

Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Beispiel 1 - Terrorismus: Terrorismus ist grundsätzlich erst einmal feige. Nehme wir aber mal an, die Russen gewinnen diesen Krieg. Sie säubern danach - wie sie es ja gern machen - ethnisch, kulturell und intellektuell. Wenn nun ukrainische Freiheitskämpfer im Stile der französischen Resistance im Gegenzug Anschläge auf öffentliche Einrichtungen durchführen, stellt das dann noch ein moralisches Verbrechen dar? In der Praxis müssen Terroristen ja auch dazu bereit sein zivile Kollaborateure zu ermorden. Sonst haben sie keine Chance, die Verbrechen des Aggressors zu bekämpfen.
Für "zivile Kollaborateure" würde dann aber nicht mehr die Unschuldsvermutung gelten. Obwohl die Übergänge freilich erstens fließend und zweitens schwer zu erkennen wären. Natürlich bewegt man sich spätestens hier in einem Graubereich, den ich aber als notwendiges Übel ansehen würde. Es ist nicht das gleiche, ob ich eine (russische) Polizeistation in die Luft sprenge, in der auch, sagen wir, inhaftierte Ukrainer sterben, oder ob ich mit einem Scharfschützengewehr einer russischen Mutter in einem Park vor den Augen ihres Kindes den Schädel wegschieße. Selbst wenn sie mit einer geschätzten Wahrscheinlichkeit von 70% Putin dufte findet. Das eine ist eine Maßnahme, die im weiteren Sinne die drückende Okkupation zu beenden helfen könnte. Das andere ist reiner Mord. Natürlich könnte auch der praktische Auswirkungen haben. Die Besatzer ziehen die Daumenschrauben an - was der Resistance theoretisch in der Folge weiteren Zulauf verschafft,... in der Praxis, im Jahr 2022, wie oben erwähnt, dir und deiner Sache aber wohl eher zum Nachteil gereicht. Ganz abgesehen davon, dass du jetzt ein Mörder bist und deine Sache moralisch besudelt hast. Aber natürlich. Hier ist längst alles grau und kaum an der Realität abgeklopft. Wer weiß, was wir täten, wenn unsere Frauen von einer russischen Soldateska vergewaltigt und mit einem Gewehrkolben erschlagen worden wären? Das alte Lied von Auge um Auge, Zahn um Zahn. Wohl eine Grundsatzfrage. Wohlgemerkt, eine theoretische.

Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Beispiel 2 - Atombomben: Wenn Russland infolge fehlender Alternativen den lang angedrohten Nuklearschlag durchführt, wie darf das Opfer bzw. seine westlichen Alliierten reagieren? Wenn die Ukraine bzw. der Westen keinen Gegenschlag durchführt, bedeutet das automatisch, dass Russland den Konflikt gewinnt. Da sollte keine Zweifel bestehen. Was für Anreize setzt also eine politische Situation, in der der Verkommene bereit ist Atomwaffen einzusetzen, während der Geistig Gesunde nicht willens ist dies zu tun? Meines Erachtens wäre die spieltheoretische Folge nämlich, dass sich Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, dass Russland diesen militärischen Schritt tatsächlich geht. - Denn es gibt nur solange eine gegenseitige Scheu vor diesem Mittel, solange auch der moralische Agent unter bestimmten Umständen bereit ist, eine Atomwaffe einzusetzen.
Ein extrem clever gewähltes Beispiel. Und ja, indem man droht, eine Kernwaffe als atomaren Zweitschlag (!) gegen fremde Städte einzusetzen (und auch dazu bereit ist), verhindert man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit den Erstschlag. Der Punkt ist, der Feind muss wissen, dass man dazu bereit ist. Nur so funktioniert dieses perverse Spiel. Ist man nicht dazu bereit, hat der Gegner, wie Du so intelligent und treffend argumentierst, schon gewonnen. Schach. Logik. Rationale Moral. Es hilft nichts.

Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Darum ist ja auch eine Welt mit einer grundsätzlichen Ordnung so wichtig. Wenn jemand mir droht mich umzubringen, muss es eine Polizei geben, die mich beschützt. Andernfalls ist es - trotz Moral - eigentliche eine logische Notwendigkeit, dass ich mich selbst verteidige und den Aggressor töte. Weil das aber zu einer kompletten Pervertierung und Degeneration unseres Zusammenlebens führen würde, ist es gut, dass wir eine öffentliche Ordnung haben.
International wurden dafür die Menschenrechte bzw. der Gerichtshof Den Haag geschaffen. Leider muss man konstatieren, dass dieses System derzeit nicht funktioniert. Seit Jahrzehnten verstoßen die größten internationalen Player ungestraft gegen Menschenrechte. Und

Wer will der Ukraine unter diesen Umständen verbieten, ALLE ihnen zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen, um sich selbst vor dem Putinschen Faschismus zu verteidigen? Wenn sich jemand mit den gleichen Mitteln verteidigt, die der Gegner aufbietet, sehe ich das lediglich als konsequent.
Deine Schlussfolgerung übersieht meiner Meinung nach eben die Praxis des Jahres 2022. Würde sich die Ukraine auf das moralische Niveau Russlands hinabbegeben, verlöre sie die Herzen der Weltgemeinschaft. Und auf die ist sie zwingend angewiesen. So einfach ist das. Dass russische Zivilisten keine Kombattanten und keine legitimen Ziele sind, ist an dieser Stelle noch gar nicht Teil der Argumentation. Obwohl auch diese Frage moralisch zwingend zu diskutieren wäre. Für einen anständigen Menschen. Aber selbst wenn nicht. Ein Schachspieler würde seine Emotion - trotz berechtigten Zorns - im Griff behalten können und diesen strategisch fatalen Zug nicht machen. So verführerisch er unter Umständen lockt. Denn dann ginge die Partie verloren.
__________________
"Nachtbesucher" - erschienen im Audioparadies-Verlag, gelesen von Hajo Mans: Hörprobe

Geändert von Der Zerquetscher (12.10.2022 um 05:36 Uhr).
Der Zerquetscher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.10.2022, 22:01   #1327
Face
Genickbruch
 
Registriert seit: 30.03.2001
Beiträge: 30.625
Wobei es für die Ukraine ja auch militärisch weit sinnvoller ist, ihre Waffen gegen die Militärmacht des Feindes einzusetzen, als damit auf die russische Zivilbevölkerung loszugehen. Und das ist IMO auch der Grund warum sie den Krieg militärisch gewinnen werden, weil es ihnen nur darum geht die feindlichen Soldaten zu bezwingen und aus dem Land zu vertreiben. Trotz oder gerade aufgrund dieser Terrorbombardements kommt dieser Sieg gefühlt näher. Wirkt wie ein letzter verzweifelter Versuch Russlands irgendetwas an der Niederlage zu ändern.
__________________
"You cannot shake hands with a clenched fist." (Indira Gandhi)
Face ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2022, 05:57   #1328
PappHogan
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 20.06.2008
Beiträge: 1.946
Ja, das passt alles ins Bild.
die russische Regierung sieht ihre Felle davonschwimmen und versucht durch Terror, dem Gegner irgendwie bei zu kommen.
Der "Anschlag" auf die Brücke wurde von von Putin geschickten Provokateuren begangen um eine Grund für "Vergeltung" zu haben.
Die ukrainische Armee könnte die Brücke kompett in den Bach schmeißen, wenn sie es wirklich gewollt hätten.
Als Nachschubweg wäre sie ein legitimes Ziel.
__________________
Live sometimes sucks!
But Death is no alternative.

How can i ever stand out being fake in aworld full of fakeness.
PappHogan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2022, 07:39   #1329
CM Punkomaniac
Genickbruch
 
Registriert seit: 15.02.2011
Beiträge: 31.427
Zitat:
Zitat von Face Beitrag anzeigen
Wobei es für die Ukraine ja auch militärisch weit sinnvoller ist, ihre Waffen gegen die Militärmacht des Feindes einzusetzen, als damit auf die russische Zivilbevölkerung loszugehen. Und das ist IMO auch der Grund warum sie den Krieg militärisch gewinnen werden, weil es ihnen nur darum geht die feindlichen Soldaten zu bezwingen und aus dem Land zu vertreiben. Trotz oder gerade aufgrund dieser Terrorbombardements kommt dieser Sieg gefühlt näher. Wirkt wie ein letzter verzweifelter Versuch Russlands irgendetwas an der Niederlage zu ändern.
Ich will das Posting mit ein paar Links unterfüttern.

Die Russen versuchen schlichtweg, mit diesem Terror die Zivilbevölkerung in der Ukraine zu brechen, damit diese wahnsinnig wird und der politischen und militärischen Führung in den Rücken fällt. Da sind wir uns, glaube ich, alle einig. Militärisch auf dem Schlachtfeld und an den Fronten im Osten und Süden kommen sie nicht voran. Ihr müsst zum Beispiel mal Bachmut googeln. Da sieht es zwar so aus, dass russische Truppen langsame Gebietsgewinne machen, aber wie lange dort die Russen schon kämpfen. Seit vier Monaten wird Bachmut in der Region Donezk mit russischen Geschützgranaten und Raketen beschossen, die direkten Eroberungsversuche der Russen gehen nun in den dritten Monat, die Stadt ist eine Trümmerlandschaft. Mittig in der Region Donezk liegt Bachmut, nördlich in der Region Donezk verzeichnen die Ukrainer Gebietsgewinne. Die Stadt Lyman zum Beispiel, wo sich Anfang Oktober die Russen zurückziehen mussten, liegt im Norden der Region Donezk.

Jetzt kommen immer mehr solche Berichte hier:

https://twitter.com/kromark/status/1579878847662915584
Zitat:
Mehr als 100 russische Wehrpflichtige aus Brjansk haben sich angeblich geweigert, von ihrem Stützpunkt in Soloti (Region Belgorod) in die Ukraine zu gehen. Fotos und sogar Live-Videostreams von Soldaten von dort lassen vermuten, warum: keine Ausbildung, alte Ausrüstung, totales Chaos.

https://pbs.twimg.com/media/FezUICJW...jpg&name=large
https://twitter.com/RALee85/status/1579993010150203392
Zitat:
Mobilisierte russische Soldaten erhalten Berichten zufolge R-159M-Funkgeräte aus der Sowjetära, die in den 1980er Jahren verwendet wurden.

https://pbs.twimg.com/media/Fe1CGZhW...jpg&name=large
https://pbs.twimg.com/media/Fe1CHuOW...jpg&name=large
https://pbs.twimg.com/media/Fe1CJDIW...name=4096x4096
https://pbs.twimg.com/media/Fe1CL-vX...pg&name=medium
https://twitter.com/BarracudaVol1/st...11653253029888
Zitat:
In den nächsten drei Jahren werden in der 103. Panzerfabrik in Tschita/Russland 800 T-62-Panzer modernisiert.
Was nützt es, wenn die Bevölkerung in der Ukraine dem Terror standhält, fast schon trotzig ist, Russland sich auf ganz wenige Offensivpunkte konzentriert, dort für beide Seiten grausame Abnutzungsschlachten führt, trotzdem nicht oder nur unter hohen Verlusten langsam vorankommt und jetzt mit schlecht ausgerüsteten und demoralisierten Soldaten etwas versucht, was vorher mit zumindest besser ausgerüsteten Soldaten nicht funktionierte.
Und anstatt neuere T-90-Kampfpanzer oder gar neueste Armata-Kampfpanzer - in den nächsten drei Jahren sollte eigentlich die Armata-Serienproduktion starten und erste Fahrzeuge in den offiziellen Dienst der russischen Streitkräfte übergeben werden - sollen nun in den nächsten drei Jahren - vor dem Hintergrund westlicher Sanktionen eine interessante Überschneidung des Zeitpunkts und der Zeitspanne - uralte sowjetische T-62-Kampfpanzer modernisiert werden.


Und im Gegenzug ein Blick auf die ukrainische Seite:

https://twitter.com/wartranslated/st...51035489345536
Zitat:
Die Russen merken, dass sie nicht genug Raketen haben, um den Schaden anzurichten, den sie anrichten müssten. Im Folgenden finden Sie eine Reaktion auf die Nachricht, dass Australien Ukrainer in der Ukraine ausbildet und mehr Militärgüter bereitstellen wird.
https://twitter.com/michaeldweiss/st...66774770302979
Zitat:
Einige der beruhigendsten Botschaften über den Stand und den Verlauf des Krieges kommen von russischen Ultras. Hier wird zu Recht vermutet, dass die Terrorisierung der Zivilbevölkerung, die keinem strategischen Zweck dient, nur zu mehr westlicher Sicherheitshilfe führt. Stimmt!
Der ukrainische Verteidigungsminister gestern Abend:

https://twitter.com/oleksiireznikov/...35298225831937
Zitat:
4 zusätzliche HIMARS von unseren US-Partnern sind eingetroffen! Ich danke Präsident Joe Biden, Verteidigungsminister Lloyd Austin III und dem amerikanischen Volk. HIMARS-Zeit: gute Zeit für die Ukrainer und schlechte Zeit für die Besatzer. Tolle Neuigkeiten am Vorabend von Ramstein 6, wohin ich morgen gehe. Es wird noch mehr geben.
https://twitter.com/oleksiireznikov/...41918720798720
Zitat:
In der Ukraine hat eine neue Ära der Luftverteidigung begonnen. IRIS-Ts aus Deutschland sind bereits da. US-NASAMS sind im Anmarsch. Das ist erst der Anfang. Und wir brauchen mehr. Es besteht kein Zweifel, dass Russland ein terroristischer Staat ist. Es ist ein moralisches Gebot, den Himmel über der Ukraine zu schützen, um unser Volk zu retten. Mein persönlicher Dank gilt auch meiner Kollegin, der deutschen Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, für ihre Partnerschaft und ihr starkes Engagement zur Unterstützung der Ukraine. Wir werden siegen.
Heute findet wieder ein Treffen mit der Ukraine und ihren Verbündeten statt.

Geändert von CM Punkomaniac (12.10.2022 um 19:08 Uhr).
CM Punkomaniac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2022, 23:28   #1330
Nani
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 02.12.2003
Beiträge: 15.488
Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Das ist lieb, musste aber nicht. Dein Beitrag ist so scharfsinnig, ehrlich und unprätentiös, dass ich eben meinen gemütlichen Leseabend auf morgen Früh um fünf verschoben habe. Dein Beitrag ist jetzt wichtiger.
Es ist mir ein Privileg. =)


Zitat:
Kluge Prämisse. Nicht, weil sie der Realität entspräche. Sondern, weil wir der ehrwürdig römisch-antiken Unschuldsvermutung gemäß so handeln müssen.
Nicht nur roman(t)isch, sondern entspricht auch dem Ansatz, mit dem ich immer gern anfange. Das theoretische Konzept des perfekt rationalen und sich logisch verhaltenden Menschen. Bin halt wirtschaftsstudiumgeschädigt.


Zitat:
Die Situation, in der Agent 2 wesentlich höhere Siegeswahrscheinlichkeiten hat, indem er möglichst viele Zivilisten tötet, ist aber keine an der Praxis des Jahres 2022 abgeklopfte. Bei Alexander dem Großen oder Cäsar war das noch so. Da herrschte dann die vielzitierte römische "Friedhofsruhe" nach dem Ausrotten widerspenstiger Volksgruppen. Selbst in Japan 1945 ging es noch, damit durchzukommen, an zwei Nachmittagen 250.000 Zivilisten zu töten. Aber seitdem die Medien (und die Handys!) live dabei sind, hat es ein unmoralischer Agent zunehmend schwer, wenn nicht gar sehr, sehr schwer, eine auf solche Weise erfolgreiche Politik zu fahren. Eher gilt: Je mehr Zivilisten ermordet werden, desto mehr ist man international isoliert und schafft sich Probleme.
Ich stimme zu, dass die Maximierung ziviler Opfer nicht automatisch die Siegeswahrscheinlichkeit erhöht. Mediale Transparenz kehrt das teilweise um.

Aber ich sehe es absolut nicht so, dass in 2022 das eindeutig ausgeschlossen ist. Wir erleben ja gerade bei den freien Medien, dass diktatorische Agenten inzwischen gut verstanden haben, die Mittel für die eigenen Zwecke zu nutzen. Zum Beispiel um Panik weiter zu schüren oder Desinformation oder Überforderung. Darum sehe ich diesen Faktor inzwischen auch sehr relativ.
Der Spin kann auch anders sein und einen Druck von außen zur Kapitulation verursachen. Da können zivile Opfer dem terroristischen Agenten durchaus helfen. - Man nehme als Beispiel nur die linke intellektuelle Elite, die hierzulande versucht hat, das in diese Richtung zu treiben. Und das nicht mal aus unmoralischen Gründen. Precht und Reinhardt May sind mir noch immer sympathisch. Ich respektiere auch unbedingten Pazifismus. Ich folge ihm nur nicht, wie auch keinem anderen Dogmatismus.

Für sich genommen bietet die Demoralisierung und Schwächung des Feindes durch zivilen Massenmord noch immer viele strategische Vorteile. Ob das in diesem Fall netto für die Russen der beste Weg war, ist eine andere Frage. Das wäre vermessen von mir einzuschätzen. Ich hoffe, dass es der russischen Führung im Hals stecken bleibt und sie daran krepieren.


Zitat:
Für "zivile Kollaborateure" würde dann aber nicht mehr die Unschuldsvermutung gelten. Obwohl die Übergänge freilich erstens fließend und zweitens schwer zu erkennen wären. Natürlich bewegt man sich spätestens hier in einem Graubereich, den ich aber als notwendiges Übel ansehen würde. Es ist nicht das gleiche, ob ich eine (russische) Polizeistation in die Luft sprenge, in der auch, sagen wir, inhaftierte Ukrainer sterben, oder ob ich mit einem Scharfschützengewehr einer russischen Mutter in einem Park vor den Augen ihres Kindes den Schädel wegschieße. Selbst wenn sie mit einer geschätzten Wahrscheinlichkeit von 70% Putin dufte findet. Das eine ist eine Maßnahme, die im weiteren Sinne die drückende Okkupation zu beenden helfen könnte. Das andere ist reiner Mord. Natürlich könnte auch der praktische Auswirkungen haben. Die Besatzer ziehen die Daumenschrauben an - was der Resistance theoretisch in der Folge weiteren Zulauf verschafft,... in der Praxis, im Jahr 2022, wie oben erwähnt, dir und deiner Sache aber wohl eher zum Nachteil gereicht. Ganz abgesehen davon, dass du jetzt ein Mörder bist und deine Sache moralisch besudelt hast. Aber natürlich. Hier ist längst alles grau und kaum an der Realität abgeklopft. Wer weiß, was wir täten, wenn unsere Frauen von einer russischen Soldateska vergewaltigt und mit einem Gewehrkolben erschlagen worden wären? Das alte Lied von Auge um Auge, Zahn um Zahn. Wohl eine Grundsatzfrage. Wohlgemerkt, eine theoretische.
Es ist natürlich nicht das gleiche, sondern eben sehr vielschichtig. Mir geht es ja - wie gesagt - auch nicht darum, mich in Gewaltlegitimationen reinzusteigern. Nur darum zu sagen, dass ich bei einem Opfer erst einmal Verständnis für alle Mittel habe.
Wenn ein Ukrainer in Russland nur noch eine Möglichkeit zur Kriegsführung, sehe ich sogar zivile Terroranschläge mehr als Konsequenz.
Wenn die besagte Mutter im Park zum Beispiel die Tochter von Putin ist, komme ich da zu einem differenzierten Schluss und enem ziemlichen morbiden Gedankenexperiment: Wie ließen sich die Handlungen von bösen, narzisstischen, größenwahnsinnigen Männern beeinflussen, wenn diese aus historischen Fakten heraus ablesen könnten, dass nach ihrem Tod ihre Nachkommen bestraft oder auch ihr ökonomisches Imperium zerstört würde?

Wie gesagt: Bei den Gelegenheiten darf man nicht den Fehler machen, nur individuelle moralische Handlungen zu betrachten. Wichtig sind v.a. das Gesamtkonstrukt und die Incentivierung. Eine Kette streng moralischer Handlungen in Gegenwart skurpellos unmoralischer Agenten führt zu einer unmoralischen Allokation.


Zitat:
Deine Schlussfolgerung übersieht meiner Meinung nach eben die Praxis des Jahres 2022. Würde sich die Ukraine auf das moralische Niveau Russlands hinabbegeben, verlöre sie die Herzen der Weltgemeinschaft. Und auf die ist sie zwingend angewiesen. So einfach ist das. Dass russische Zivilisten keine Kombattanten und keine legitimen Ziele sind, ist an dieser Stelle noch gar nicht Teil der Argumentation. Obwohl auch diese Frage moralisch zwingend zu diskutieren wäre. Für einen anständigen Menschen. Aber selbst wenn nicht. Ein Schachspieler würde seine Emotion - trotz berechtigten Zorns - im Griff behalten können und diesen strategisch fatalen Zug nicht machen. So verführerisch er unter Umständen lockt. Denn dann ginge die Partie verloren.
Ja, stimmt. Die Seite habe ich zwar nicht übersehen, aber nicht beleuchtet. Ich habe ja nicht die Empfehlung abgegeben, Ukraine solle jetzt russische Städte beschießen, sondern lediglich einen - durchaus kritisierbaren - Freifahrtsschein für mein Verständnis erteilt. Und auch der war nicht absolut. Ich hätte z.B. null Toleranz für ukrainische Vergewaltiger.

Jedenfalls ist es sehr richtig, dass die Ukraine durch die Sympathien des Westens einen riesigen Vorteil hat. Ohne die Kriegshilfen wären sie höchstwahrscheinlich schon längst besiegt.
Übrigens finde ich nicht nur bei der ukrainischen Führung diesen "kühlen Verstand" sehr positiv. Im Westen wäre es ja auch ein Leichtes verbal genauso auszuteilen wie Putin. Frei nach dem Motto: "Du drohst uns mit Atomwaffen? Hier, wir haben diese beiden bereits "Moskau" und "St. Petersburg" getauft." - Die Selbstdisziplin hier stets vorsichtige und diplomatische Sprache zu wahren, finde ich daher sehr angenehm.
Das zeigt auch einmal mehr, dass selbst die fehlerbehafteten Politiker unserer Demokratie bessere und weisere Menschen sind, als die geisteskranken Lautsprecher, die aus den extremen Lagern heraus Panik verbreiten.
Nani ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.10.2022, 00:23   #1331
Baptist Ziergiebel
Rippenprellung
 
Registriert seit: 16.10.2015
Beiträge: 149
Ich gebe zu, bei den gesprengten Pipelines vor ein paar Wochen war ich anfangs mit Verdächtigungen in alle Richtung offen; Rußland, Ukraine, Polen, Rußland, radikale Umweltschützer, Rußland, Motive ließen sich vielen unterstellen.

Hat sich aber schnell gegeben und heute habe ich mir dann mal Putins Auftritt bei der russischen Energiewoche reingezogen - und mich danach gefragt, wie ich auch nur zaghaft jemand anderes als Putinland als Verursacher in Betracht gezogen habe.

Von vier Nordstreamröhren sind drei zerstört, die Jamal-Röhre gehört zur Hälfte Polen und führt auch noch dadurch , was für Rußland schlimmer als eine Zerstörung ist, somit quasi verbrannt, doch halt: die vierte Nordstreamröhre ist ja verschont geblieben! Und schon bietet,übrigens zum zweiten Mal, Putin an, wieder Gas durchzuschicken, natürlich nur, wenn der Preis stimmt. Also Sanktionen aufheben und die hohen NS2 Preise zahlen (von wegen billiges Russengas). Ja wie, keine Angst vor weiteren Sprengungen an der letzten Röhre mehr?

Ja sach mal, für wie bescheuert hält dieser Putinocchio einen eigentlich? Wer dem glaubt, knüpft auch seine Hose hinten zu. Obwohl, wenn ich so durch die Kommentarbereiche der sog. sozialen Medien schaue, sind das irgendwie doch `ne ganz schöne Menge. Grausam.

Geändert von Baptist Ziergiebel (13.10.2022 um 01:48 Uhr).
Baptist Ziergiebel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.10.2022, 08:56   #1332
CM Punkomaniac
Genickbruch
 
Registriert seit: 15.02.2011
Beiträge: 31.427
Angeblich können mehr als 90.000 russische Soldaten aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr am Krieg in der Ukraine teilnehmen. Das sind Zahlen. Nach cirka siebeneinhalb Monaten großem Krieg.

«Важные истории»: безвозвратные потери России на войне против Украины превысили 90 тысяч человек
Zitat:
Die unwiederbringlichen Verluste der russischen Armee in der Ukraine belaufen sich auf mehr als 90.000 Menschen, berichtet die Website Vazhnye Istorii unter Berufung auf zwei Quellen: einen amtierenden FSB-Beamten und einen ehemaligen Offizier der russischen Spezialdienste. Zu den unwiederbringlichen Verlusten gehören Gefallene, Vermisste, an Verwundungen Verstorbene oder verletzte Personen, die nicht in den Militärdienst zurückkehren können.
Die Informationen, die von den Quellen von Vazhnye Istorii zur Verfügung gestellt wurden, kommen den Schätzungen nahe, die zuvor von den Verteidigungsministerien der USA und des Vereinigten Königreichs abgegeben wurden. Im August erklärte das Pentagon, dass seit Beginn des Krieges zwischen 70.000 und 80.000 russische Soldaten getötet oder verwundet wurden. Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace erklärte im September, dass die Gesamtverluste der russischen Armee 80.000 überstiegen, von denen schätzungsweise 25.000 getötet wurden.
- Das russische Verteidigungsministerium hat nur dreimal über seine Verluste in der Ukraine berichtet, zuletzt am 21. September, als Russland eine Mobilisierung ankündigte. Verteidigungsminister Sergej Schoigu erklärte, dass 5.937 russische Soldaten in diesem Krieg gefallen seien.
- Offenen Quellen zufolge sind bis zum 7. Oktober 7.184 Russen, die am Krieg in der Ukraine beteiligt waren, ums Leben gekommen, berichteten der russische Dienst der BBC und MediaZone, die offizielle Berichte über die Toten geprüft haben.
- Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte gibt an, dass bis zum Morgen des 12. Oktober mehr als 63.000 getötet worden sind.
https://twitter.com/wartranslated/st...21755153764352
Zitat:
In diesem abgehörten Gespräch warnt der russische Soldat, der im Gebiet Donezk eingekesselt ist, seine Frau, ihm keine Pakete zu schicken, wenn er sich nicht in den nächsten ein bis zwei Tagen meldet.
https://twitter.com/wartranslated/st...18776812072960
Zitat:
Der russische Soldat in Cherson beklagt sich in diesem abgehörten Gespräch über den Mangel an Nachschub und scherzt, dass man für sein eigenes Geld Ausrüstung kauft und auf eigene Kosten stirbt.

Und irgendwas stimmt nicht mit der Behauptung von russischer Seite, dass der Verkehr auf der Krim-Brücke wieder vollständig aufgenommen wurde.

https://twitter.com/OAlexanderDK/sta...84608615780353
Zitat:
Die Reparaturen an der Brücke von Kertsch haben begonnen. Sie beginnen mit dem Abriss und der Entfernung des am weitesten von der Explosion entfernten Segments mit Hilfe eines Schwimmkrans.
https://twitter.com/bayraktar_1love/...25856504414208
Zitat:
Neue Fotos der Krim-Brücke wurden veröffentlicht. Es ist sichtbar, dass die andere Fahrbahn ein wenig wackelig ist.
https://twitter.com/bayraktar_1love/...30919306502151
Zitat:
Nach Angaben des von Russland ernannten Leiters der Krim dauert die Wartezeit an der Fährüberfahrt auf die Krim etwa 3-4 Tage. Und derzeit stehen etwa 900 LKW in der Schlange.
https://twitter.com/bradyafr/status/1580396657971146752
Zitat:
Mehrere russische Militärfahrzeuge, die eine Fähre zur Überquerung der Straße von Kertsch benutzen, sind auf aktuellen Bildern von Maxar zu sehen.

Geändert von CM Punkomaniac (13.10.2022 um 09:58 Uhr).
CM Punkomaniac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.10.2022, 06:09   #1333
CM Punkomaniac
Genickbruch
 
Registriert seit: 15.02.2011
Beiträge: 31.427
https://twitter.com/JuliaDavisNews/s...23756934152193
Zitat:
Der führende russische Propagandist Wladimir Solowjow sagt, die Russen seien über die jüngsten Angriffe auf die Ukraine so aufgeregt gewesen, weil sie sich nicht sicher waren, ob sie genügend Waffen in ihren Lagern hätten, da ihre Uniformen, Ausrüstung und Munition für die Mobilisierung nirgends zu finden seien.
https://twitter.com/francis_scarr/st...66203562102784
Zitat:
Eine lokale Website in der russischen Stadt Tscheljabinsk berichtet, dass fünf Männer, die im Rahmen der "Teilmobilisierung" des Landes in die nahe gelegene Stadt Korkino einberufen wurden, bereits in der Ukraine getötet wurden.
https://twitter.com/francis_scarr/st...97639266975745
Zitat:
Die kriegsbefürwortende Bloggerin Anastasia Kashevarova ist empört über Berichte über Zinksärge mit den Leichen kürzlich mobilisierter Männer, die bereits in russische Städte zurückkehren. "Sie haben uns gesagt, dass es eine Ausbildung geben würde, dass sie nicht nach einer Woche an die Front geschickt werden würden."
Die nächsten russischen Soldaten, die sich ergaben, überlebten und in Kriegsgefangenschaft sind.

https://twitter.com/wartranslated/st...39069531279361
Zitat:
Diese Mobilisierten wurden am 27. September mobilisiert und landeten bereits drei Tage später in den Schützengräben von Swatowe, ohne jegliche Ausbildung oder Versorgung. Sie hatten Glück, dass sie auf ihrem Weg nach draußen auf einen ukrainischen Kontrollpunkt stießen, wo sie sich ergeben konnten.
Weitere russische Soldaten, die sich ergeben.

https://twitter.com/NikaMelkozerova/...25776575029248
Zitat:
Wir durchsuchen einen, und es kommen drei weitere Russen, um sich zu ergeben.
Hier im Video wird anscheinend ein frisch Mobilisierter von einem gepanzerten Fahrzeug überrollt.

https://twitter.com/AlexKokcharov/st...04786465456129
Zitat:
Alles, was Sie über die Fahrkünste der neu mobilisierten russischen Streitkräfte wissen möchten.
Und in der Region Cherson in der Südukraine herrscht offensichtlich Chaos aufseiten der russischen Statthalter.

https://www.ft.com/content/79ee35bf-...9-fa02825e6585
Zitat:
In einem Video, das er am Donnerstag auf seinem Social-Media-Kanal veröffentlichte, bat der von Moskau eingesetzte Leiter der Region Cherson, Vladimir Saldo, den Kreml um Hilfe bei der Evakuierung. "Ich wende mich an die Führung von [Russland]. Ich möchte Sie um Hilfe bei der Organisation der Evakuierung bitten", sagte er und erklärte, seine Regierung empfehle die Evakuierung vor allem der Bevölkerung auf der Westseite des Flusses Dnipro, wo die Ukraine auf dem Vormarsch ist. Das Angebot stehe aber allen Bewohnern offen, sagte er.
[...]
Kirill Stremousov, Saldos Stellvertreter in Cherson, veröffentlichte kurz darauf eine Videoansprache, in der er bestritt, dass eine Evakuierung angeboten worden sei oder stattfinde. Er sagte jedoch, dass "alle Möglichkeiten zum Verlassen der Risikogebiete, in denen Lebensgefahr besteht" in der Region Cherson arrangiert würden.
[...]
Die ukrainischen Streitkräfte durchbrachen Anfang des Monats die russischen Frontlinien in Cherson, wie das russische Verteidigungsministerium damals bestätigte, und markierten damit den größten Vorstoß der Ukraine im Süden seit Beginn der Moskauer Invasion im Februar. Seitdem hat die Ukraine bedeutende Gebiete westlich des Dnipro zurückerobert.
[...]
Westliche Militärs schätzen, dass die Ukraine bereits nächste Woche Cherson bis zum Dnipro einnehmen könnte.
[...]
https://www.theguardian.com/world/20...come-frontline
Zitat:
Moskau hat angekündigt, Cherson zu evakuieren, nachdem der von Russland eingesetzte Leiter der Region dazu aufgerufen hatte. Dies weckt Befürchtungen, dass die besetzte Stadt im Herzen der südukrainischen Oblast zu einer neuen Frontlinie werden könnte. Marat Chusnullin, ein stellvertretender russischer Ministerpräsident, sagte am Donnerstag im staatlichen Fernsehen, man werde den Bewohnern helfen, die Region in der Südukraine zu verlassen, die aufgrund eines erfolgreichen ukrainischen Gegenangriffs in den letzten Monaten nur noch teilweise von den Invasionstruppen besetzt ist.
[...]
Da kann man mal sehen, dass die wahllosen russischen Angriffe der letzten Tage nicht nur die russischen Propagandisten und Falken laut jubeln lassen, sondern auch uns Deutsche und die Mehrheit der westlichen Berichterstattung von Fortschritten der ukrainischen Streitkräfte ablenken können. Ein zäher Kampf in der Südukraine, nicht vergleichbar mit dem überfallartigen Vorrücken in der Region Charkiw Anfang September, aber der Durchbruch Anfang Oktober in der Region Cherson zeigt wohl Wirkung. Daumen drücken.


Aber zum Abschluss noch etwas kurioses.

https://twitter.com/NewVoiceUkraine/...89428702998533
Zitat:
In der Oblast Kiew haben russische Truppen einen Bienenstock mit einer Granate als eine Sprengfalle versehen. Der Feind hatte eine Granate so präpariert, dass sie beim Öffnen des Deckels des Bienenstocks detonieren sollte, aber im Laufe von sechs Monaten füllten die Bienen den Mechanismus des Granatenzünders mit Honig, so dass der Stift nicht herauskam.
CM Punkomaniac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.10.2022, 08:35   #1334
SuckyRocks
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 02.04.2001
Beiträge: 2.679
Ich möchte dir mal danken, dass du immer diese Einblicke hier postest. Ich finde das interessant, diese Zusammenfassungen hier lesen zu können. Daher danke ich dir für die Mühe die du dir damit gibst. 👍🏻🙂
__________________
Blaukraut bleibt Brautkleid
SuckyRocks ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.10.2022, 09:44   #1335
CM Punkomaniac
Genickbruch
 
Registriert seit: 15.02.2011
Beiträge: 31.427
Zitat:
Zitat von SuckyRocks Beitrag anzeigen
Ich möchte dir mal danken, dass du immer diese Einblicke hier postest. Ich finde das interessant, diese Zusammenfassungen hier lesen zu können. Daher danke ich dir für die Mühe die du dir damit gibst. 👍🏻🙂


-----

Der wahllose "V-Waffe"-Raketenterror des russischen Militärs hat bis jetzt Erfolg - für die Ukraine.

Deutschland hat schon das erste Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM in die Ukraine geschickt und drei weitere Systeme werden folgen.

Die USA werden die ersten zwei Luftverteidigungssysteme NASAMS in sehr naher Zukunft in die Ukraine schicken und sechs weitere Systeme werden folgen.

Und jetzt gerade lese ich, dass Spanien vier Luftverteidigungssysteme MIM-23 HAWK in die Ukraine schicken wird.

CM Punkomaniac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.10.2022, 10:01   #1336
Frank Drebin
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 02.03.2006
Beiträge: 2.118
Zitat:
Zitat von CM Punkomaniac Beitrag anzeigen


-----

Der wahllose "V-Waffe"-Raketenterror des russischen Militärs hat bis jetzt Erfolg - für die Ukraine. [...]
Apropos V-Waffe. Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt zu deutschen Panzerlieferungen: "Wir denken, es gebe diese Wunderwaffe, die auf magische Art dafür sorgen kann, dass Dinge verschwinden." Er spricht vom V2-Syndrom der Deutschen.
Bin ich der einzige der diesen Vergleich absolut unpassend findet? Panzer und Schützenpanzer verhindern, dass noch mehr ukrainische Soldat_innen bei ihren Offensiven ums Leben kommen. Diese Nazi-Waffenvergleich finde ich unerträglich. Aber scheinbar gehen die Ausreden langsam aus, warum immer noch nicht geliefert wird. Genauso absurd wie ein Tempolimit abzulehnen, weil es nicht genug Schilder dafür gibt.
__________________

#freelina
Frank Drebin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.10.2022, 13:36   #1337
CM Punkomaniac
Genickbruch
 
Registriert seit: 15.02.2011
Beiträge: 31.427
Zitat:
Zitat von Frank Drebin Beitrag anzeigen
Apropos V-Waffe. Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt zu deutschen Panzerlieferungen: "Wir denken, es gebe diese Wunderwaffe, die auf magische Art dafür sorgen kann, dass Dinge verschwinden." Er spricht vom V2-Syndrom der Deutschen.
Bin ich der einzige der diesen Vergleich absolut unpassend findet? Panzer und Schützenpanzer verhindern, dass noch mehr ukrainische Soldat_innen bei ihren Offensiven ums Leben kommen. Diese Nazi-Waffenvergleich finde ich unerträglich. Aber scheinbar gehen die Ausreden langsam aus, warum immer noch nicht geliefert wird. Genauso absurd wie ein Tempolimit abzulehnen, weil es nicht genug Schilder dafür gibt.
Die außenpolitische und nach außen strahlende Kommunikation der Bundesrepublik Deutschland bezüglich des tobenden russisch-ukrainischen Krieges hat sich im Gegensatz zu Ende Februar und den Monaten März und April zwar verbessert - auch wenn es natürlich weiterhin überhaupt kein Vergleich zum Beispiel zur amerikanischen oder auch zur estnischen und litauischen Kommunikation ist -, aber manche Aussagen sind immer noch unter aller Kanone und zum Haare raufen.

----------

Eine Meldung, die im letzten Jahr fast undenkbar war. Das Folgende ist keine NATO-Mission oder von einzelnen NATO-/EU-Staaten selbstständig entschieden, sondern es wird eine offizielle EU-Mission mit Billigung aller EU-Mitgliedsstaaten.

Mission gebilligt - EU-Staaten bilden ukrainische Soldaten aus
Zitat:
Die EU-Staaten haben sich auf eine Ausbildungsmission für die ukrainischen Streitkräfte verständigt. Nach Informationen des ARD-Studios Brüssel billigte der Ausschuss der ständigen Vertreter der 27 Mitgliedstaaten einstimmig Pläne, die Trainingsprogramme für rund 18.000 Soldaten vorsehen. Die Außenministerinnen und -minister der EU müssen die Mission in der kommenden Woche noch formal beschließen. Die EU-Mission ist zunächst auf zwei Jahre angelegt.
In Litauen befindet sich die sogenannte 'EFP-Battlegroup Lithuania' der NATO unter Bundeswehr-Führung. Ehemals deutsche, nun ukrainische Panzerhaubitzen 2000 werden wie es aussieht nach ihren Einsätzen in der Ukraine in Litauen gewartet. Hier der litauische Verteidigungsminister Arvydas Anušauskas:

https://twitter.com/a_anusauskas/sta...11628617994241
Zitat:
In Litauen reparierte PzH2000 werden auf das Schlachtfeld in der Ukraine zurückgebracht. Viel Glück!

Geändert von CM Punkomaniac (14.10.2022 um 14:49 Uhr).
CM Punkomaniac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.10.2022, 16:58   #1338
Baptist Ziergiebel
Rippenprellung
 
Registriert seit: 16.10.2015
Beiträge: 149
Erdogan legt sich mit Putin in`s Bett.
Ich wiederhole mich mal dazu:
Zitat:
Zitat von Baptist Ziergiebel Beitrag anzeigen

Was mich mich zur Türkei bringt, die bzw. ihre Führungsspitze um Erdogan ich mittlerweile als echten Problemfall sehe. "Für die Ukraine, aber nicht gegen Russland" nutzt dieser Opportunist den Krieg gegen die Ukraine aus, um sich außenpolitisch zu profilieren, und verkauft dies zu Hause, von der miserablen Lage dort ablenkend, als Erfolg, wenn er die Sanktionen unterläuft. Das aktuelle Waffenrasseln gegen Griechenland tut ein übriges. Erdogan ist ein Putin türkischer Prägung und nutzt seine Unangreifbarkeit durch die NATO-Mitgliedschaft, um eigene Süpplein zu kochen.
Man kann ja von der Energiewende und deren Durchführung halten, was man will. Aber allein um Typen wie diesen beiden, plus der teuer russisches Gas verkaufenden OPEC, von mir aus auch den auch nur auf Gewinn schielenden amerikanischen Öl- und Gaskonzernen den Hahn zuzudrehen, würde ich ganz Europa mit PV, Windrädern und Wasserstoff zuknallen und selbst in einem Windrad wohnen, wenns sein muß.
Baptist Ziergiebel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.10.2022, 17:24   #1339
CM Punkomaniac
Genickbruch
 
Registriert seit: 15.02.2011
Beiträge: 31.427
Mir wurde eben ein YouTube-Video der Bundeswehr vorgeschlagen.

Nachgefragt
Zitat:
Wie ist die derzeitige Lage im Ukraine-Krieg? Sind weitere ukrainische Offensiven zu erwarten? Welche Waffensysteme nutzen die Kriegsparteien? Wie ist es um die Führungsfähigkeit der russischen Truppen bestellt? Auf diese und andere Fragen antwortet Oberst Andreas Schreiber in dieser Folge von „Nachgefragt“. Oberst Schreiber unterrichtet an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg Militärisches Nachrichtenwesen und Cyber-Operationen. Zudem arbeitet er für das German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS), die Denkfabrik der Bundeswehr.

Geändert von CM Punkomaniac (14.10.2022 um 17:26 Uhr).
CM Punkomaniac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.10.2022, 06:28   #1340
CM Punkomaniac
Genickbruch
 
Registriert seit: 15.02.2011
Beiträge: 31.427
Zitat:
Zitat von CM Punkomaniac Beitrag anzeigen
Und irgendwas stimmt nicht mit der Behauptung von russischer Seite, dass der Verkehr auf der Krim-Brücke wieder vollständig aufgenommen wurde.

https://twitter.com/OAlexanderDK/sta...84608615780353
Zitat:
Die Reparaturen an der Brücke von Kertsch haben begonnen. Sie beginnen mit dem Abriss und der Entfernung des am weitesten von der Explosion entfernten Segments mit Hilfe eines Schwimmkrans.
https://twitter.com/bayraktar_1love/...25856504414208
Zitat:
Neue Fotos der Krim-Brücke wurden veröffentlicht. Es ist sichtbar, dass die andere Fahrbahn ein wenig wackelig ist.
https://twitter.com/bayraktar_1love/...30919306502151
Zitat:
Nach Angaben des von Russland ernannten Leiters der Krim dauert die Wartezeit an der Fährüberfahrt auf die Krim etwa 3-4 Tage. Und derzeit stehen etwa 900 LKW in der Schlange.
https://twitter.com/bradyafr/status/1580396657971146752
Zitat:
Mehrere russische Militärfahrzeuge, die eine Fähre zur Überquerung der Straße von Kertsch benutzen, sind auf aktuellen Bildern von Maxar zu sehen.
Der russische Überfall auf die Ukraine begann vor rund 8 Monaten.
Bis Anfang April war der Norden der Ukraine zurückgewonnen.
Bis Mitte September war der Nordosten der Ukraine zurückgewonnen.
Die Frontlinie im Osten der Ukraine verharrt im Großen und Ganzen.
Seit Anfang Oktober gibt es im Süden der Ukraine verstärkte Rückgewinne.
Am 8. Oktober wurde die Krim-Brücke beschädigt.
Behaltet das alles bitte bis zum Ende des Postings im Hinterkopf.

https://twitter.com/wartranslated/st...23172346118144
Zitat:
Eine interessante Analyse der russischen Logistik im Süden durch einen russischen Militärforscher. Sie zeigen, dass Russland sich in hohem Maße auf die Krim-Brücke verlassen hat und dass deren Beschädigung angesichts des Mangels an Alternativen für die Versorgung des Südens lang anhaltende Folgen haben wird:


"Was wissen wir über die Struktur der russischen Militärlogistik? Es ist üblich, sie mit der sowjetischen Logistik zu vergleichen, aber dieser Vergleich ist zutiefst fehlerhaft.

Die UdSSR verfolgte den sogenannten "mehrschichtigen" Ansatz, der sich auf eine leistungsfähige militärische Infrastruktur und umfangreiche, vorbereitete Bestände an militärtechnischer Ausrüstung stützte. Die Sowjets waren bei der Umsetzung der Innovationen, die die Versorgungswissenschaft während des Kalten Krieges mit sich brachte (wie z.B. Paletten), weit im Rückstand, und dennoch verfügte die Sowjetarmee über ein fortschrittliches System für die Lieferung von militärischem Nachschub, das auf den Komponenten Eisenbahn- und Autotransport basierte, die durch eine leistungsfähige Flotte von Militärtransportflugzeugen verstärkt wurden.

Die russische Militärlogistik ist in jeder Hinsicht ein Rückschritt: Sie ist ausschließlich auf den Schienenverkehr ausgerichtet und in hohem Maße von einem Netz großer Logistikzentren abhängig. Andererseits brauchten die Streitkräfte der Russischen Föderation nie mehr als das: Die russische Armee konzentrierte sich auf Kampfeinsätze mit geringer Intensität gegen offensichtlich schwache Gegner, das heißt auf das Szenario einer "Anti-Terror-Operation" in Tschetschenien oder einer "Friedensdurchsetzungsoperation" in Georgien. Bei solchen Begriffen war eine entwickelte Militärlogistik doktrinär nicht vorgesehen, und der Höhepunkt der Fähigkeiten des Heeres bestand darin, Übungen auf strategischer Ebene zu liefern.

Was hat die Brücke von Kertsch damit zu tun? Ganz einfach: Sie war die einzige Verkehrsader, die die Versorgung und den Transport von Verstärkungen für die Südgruppe der russischen Armee sicherstellte. Die Streitkräfte der Russischen Föderation konnten die Logistik nicht entlang des sogenannten "Landkorridors" aufbauen, da die Eisenbahnstrecken in der Region nahe der aktuellen Frontlinie verlaufen und de facto im Feuerbereich der Raketen- und Artillerieeinheiten der Streitkräfte der Ukraine liegen. Aus diesem Grund nutzten die russischen Streitkräfte das Eisenbahnnetz der Halbinsel und versorgten ihre Streitkräfte über das Logistikzentrum in der Region Dschankoj. Die Beschädigung der Eisenbahnbrücke über die Straße von Kertsch verändert die strategische Lage der russischen Gruppe im Süden völlig. Im Moment ist sie de facto von der Versorgung abgeschnitten und operiert auf Kosten der zuvor angehäuften Reserven.

Es ist schwierig, die Situation als kritisch zu bezeichnen, da Fracht und Verstärkung auch über den "Landkorridor" geliefert werden können, allerdings mit einigen Vorbehalten. In einem solchen Szenario wird die Russische Föderation gezwungen sein, auf eine autonome Logistik umzusteigen: Dies bedeutet einen mehrfachen Rückgang des Frachtverkehrs, eine erhebliche Verlängerung der Lieferzeiten für alles, was an der Front benötigt wird, sowie eine Reihe von organisatorischen Problemen. Die automobile Heereslogistik ist nur bei Entfernungen bis zu 100 Kilometer sinnvoll, während wir im Falle der Nutzung der Route Nowoasowsk-Mariupol-Berdjansk-Melitopol und darüber hinaus von einer Entfernung von ungefähr 450 Kilometer sprechen. Die Route ist aufgrund der geringen operativen Tiefe der Südfront alternativlos. Dieses Problem kann teilweise durch die Nutzung der Häfen des Asowschen Meeres gelöst werden, die den Bedarf der Logistikkolonnen an Treibstoff und Ersatzteilen decken können. Die Russische Föderation kann mangels einer ausreichenden Anzahl von Transportschiffen keine maritime Logistik aufbauen.

Bislang gibt es jedoch keine Anzeichen für eine Neuausrichtung der russischen Militärlogistik in der Südukraine. Das Oberkommando der russischen Streitkräfte setzt offenbar auf die rasche Instandsetzung der Eisenbahnbrücke über die Straße von Kertsch und auf die zuvor angehäuften Bestände an militärischer Ausrüstung im Gebiet von Dschankoj und Tschaplinka. Zugleich ist der Zustand der Brücke selbst derzeit unklar. Aufgrund der Besonderheiten ihrer Konstruktion aus Ganzmetall-Ballasttrögen könnte das Ausbrennen von 450 Tonnen Dieselkraftstoff und das anschließende Löschen mit kaltem Meerwasser die Integrität der Struktur ernsthaft beschädigen.

Mit einem Wort, die wahren Folgen der Geschehnisse auf der Brücke beginnen sich gerade erst zu manifestieren, zumindest in einem einigermaßen umfassenden Ausmaß. Was sie letztendlich bewirken werden, wird sich in den nächsten 3 bis 4 Wochen zeigen."


Quelle: https://t.me/atomiccherry/499
Wenn das auch nur im Ansatz stimmen sollte, erscheint die folgende Meldung von gestern noch einmal in einem ganz anderen Licht.

https://twitter.com/AFP/status/1580828922685853696
Zitat:
Die russische Regierung hat angeordnet, dass die Reparaturen an der Krim-Brücke bis Juli 2023 abgeschlossen sein müssen, nachdem Moskaus einzige Brücke, die das russische Festland mit der annektierten Halbinsel verbindet, durch eine Explosion beschädigt wurde. Die Brücke von Kertsch ist für Moskau logistisch von entscheidender Bedeutung - sie ist eine lebenswichtige Transportverbindung für den Transport von militärischer Ausrüstung zu den in der Ukraine kämpfenden Soldaten. Sie ist auch symbolisch wichtig für Putin, der die Brücke 2018 einweihte.
Juli 2023. Rund 9 Monate.

Geändert von CM Punkomaniac (15.10.2022 um 07:32 Uhr).
CM Punkomaniac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.10.2022, 11:59   #1341
S C H
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 08.07.2004
Beiträge: 4.760
Zitat:
Zitat von CM Punkomaniac Beitrag anzeigen


Juli 2023. Rund 9 Monate.
Ich denke das sind alles Spezialteile, die man nicht so einfach herstellen kann, die Frage ist eher ob man die Brücke solange weiterbenutzen sollte, oder ob nicht das ein oder andere Teil abfällt.

Aber es werden jetzt die sowjetischen Wunderwaffen an die Front gebracht:

S-60 Flugabwehrkanonen:
Entwicklungsjahr 1944
Produktionsstart 1950


Eine Frage der Zeit bis der erste FT-17 auf dem Schlachtfeld auftaucht.

Bei den benutzen Raketen geht es mittlerweile an die Notfallreserven.

Zitat:
Russia is using its emergency reserve, especially of Kalibr, with complete impossibility to re-stock. Russia will rapidly disarm itself if it continues to make such irrational decisions.
__________________
WCW 4 Life Feel the Bang
Friedensnobelpreisträger 2012, Skispringen: Vierschanzentournee: Sieger, Olympia: 2. und Skiflug-WM: 3.
S C H ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.10.2022, 12:41   #1342
CM Punkomaniac
Genickbruch
 
Registriert seit: 15.02.2011
Beiträge: 31.427
Mehrere russische Telegram-Kanäle drehen wieder durch. Wegen der Region Cherson im Süden der Ukraine. Die ukrainischen Streitkräfte sollen dort sehr aktiv sein.
CM Punkomaniac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.10.2022, 11:11   #1343
CM Punkomaniac
Genickbruch
 
Registriert seit: 15.02.2011
Beiträge: 31.427
Aber die Hochzeiten steigen rapide an.

https://twitter.com/francis_scarr/st...91693537869824
Zitat:
Ich bin ehrlich gesagt sprachlos.

Dies ist eine Massenhochzeit im Schnellverfahren für russische Wehrpflichtige in St. Petersburg.

Diesem Bericht des Lokalfernsehens zufolge gilt die Mobilisierung für den Kampf in der Ukraine jetzt als triftiger Grund für die Beschleunigung der Heiratsregistrierung.
CM Punkomaniac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.10.2022, 11:14   #1344
Nani
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 02.12.2003
Beiträge: 15.488
Wie romantisch.

"Ich geh mal kurz zu diesem Event und sichere mir da meine Witwenrente."

Davon haben sie als kleine Mädchen sicherlich geträumt.
Nani ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.10.2022, 11:14   #1345
S C H
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 08.07.2004
Beiträge: 4.760
Zitat:
Zitat von CM Punkomaniac Beitrag anzeigen
Aber die Hochzeiten steigen rapide an.

https://twitter.com/francis_scarr/st...91693537869824


Lada und Witwenrente muss man halt schnell noch abgreifen.
__________________
WCW 4 Life Feel the Bang
Friedensnobelpreisträger 2012, Skispringen: Vierschanzentournee: Sieger, Olympia: 2. und Skiflug-WM: 3.
S C H ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.10.2022, 11:16   #1346
Nani
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 02.12.2003
Beiträge: 15.488
Zitat:
Zitat von S C H Beitrag anzeigen
Lada und Witwenrente muss man halt schnell noch abgreifen.
Zwei Systemschafe. Ein Gedanke.
Nani ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.10.2022, 11:30   #1347
CM Punkomaniac
Genickbruch
 
Registriert seit: 15.02.2011
Beiträge: 31.427
Ladas ohne Airbag, ABS und anderen Sicherheitsvorkehrungen, die es seit Ende des letzten Jahrhunderts, spätestens Anfang diesen Jahrhunderts in Serienausstattung gibt. Und das bei den ganzen Dashcam-Videos aus Russland. Die jungen Witwen werden ihre Zwei-Wochen-Ehemänner schneller im Jenseits wiedersehen als es ihnen lieb ist.

Geändert von CM Punkomaniac (16.10.2022 um 12:12 Uhr).
CM Punkomaniac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.10.2022, 00:00   #1348
CM Punkomaniac
Genickbruch
 
Registriert seit: 15.02.2011
Beiträge: 31.427
Weitere Meldungen zur Mobilisierungskampagne in Russland. Unter anderem eine Schießerei mit mehreren Toten.

https://twitter.com/JuliaDavisNews/s...24134706655232
Zitat:
Unterdessen in Russland: Schauen Sie sich an, wie die neu mobilisierten Rekruten behandelt werden. Ein namentlich nicht genannter Mann beschwert sich, dass ihm seine Schuhe, sein Geld und seine Matratze gestohlen wurden. Er sagt, das sei nun einmal so. Alle sind krank geworden, weil sie die Zelte kaum heizen können. Düster.
https://twitter.com/k_sonin/status/1581665400466845696
Zitat:
Linkes Bild: Ehefrauen/Verwandte von neu mobilisierten Russen bringen Lebensmittel auf den Truppenübungsplatz, um die neuen Rekruten zu verpflegen. Rechtes Bild: Ein Sommerhaus des Verteidigungsministers Sergej Schoigu in der Nähe von Moskau.
https://twitter.com/wartranslated/st...11523138408449
Zitat:
Kasachen (und Russen) in Russland haben einen Mobilisierten angegriffen, der etwas Schlechtes über Kasachen gesagt hat. Dies scheint irgendwo in der Oblast Wolgograd geschehen zu sein. Die ethnischen Kasachen hier haben wahrscheinlich die russische Staatsbürgerschaft und sind Teil der Mobilisierungsbemühungen.
https://twitter.com/ChrisO_wiki/stat...92332688125952
Zitat:
Das unabhängige russische Medienunternehmen ASTRA hat ein Interview mit einem angeblichen Augenzeugen der Massenerschießung in einer Ausbildungseinrichtung der russischen Armee veröffentlicht. Er sagt, dass die Schießerei durch einen Streit zwischen muslimischen und christlichen Soldaten ausgelöst wurde. Übersetzung unten.
Zitat:
ASTRA-Journalisten konnten mit einem Soldaten sprechen, der behauptet, bei einer Schießerei auf dem Truppenübungsplatz Soloti in der Region Belgorod verwundet worden zu sein und den Vorfall mit eigenen Augen gesehen zu haben. Der Soldat befindet sich derzeit im Krankenhaus im Ort Walujki. ASTRA veröffentlicht den Namen des Soldaten nicht, um seine Sicherheit zu gewährleisten. WICHTIG: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren wir nicht in der Lage, die Identität des Erzählers selbst oder die Identitäten anderer Personen, die in der Geschichte vorkommen, unabhängig zu bestätigen.

"Es begann damit, dass einige unserer Soldaten - ein Dagestaner, ein Aserbaidschaner und ein Adyghe - sagten: 'Das ist nicht unser Krieg' und versuchten, einen Bericht zu schreiben, in dem sie erklärten, dass sie nicht mehr dienen wollten. Als Oberstleutnant Andrei Lapin dies über den Kompaniechef erfuhr, rief er alle zusammen und begann zu sagen, dass dies 'ein heiliger Krieg' sei. Alles geschah am Morgen auf dem Paradeplatz, wo die Aufstellung stattfand und die Hymne gesungen wurde. Ein Konflikt brach aus, die Leute fingen an, sich gegenseitig zu schubsen, darunter auch ein paar aus meiner Kompanie. Die Tadschiken erklärten Lapin, dass ein heiliger Krieg [nur] ein Krieg zwischen Muslimen und Ungläubigen sei. Lapin sagte: 'Allah muss ein Feigling sein, wenn er dir nicht erlaubt, für das Land zu kämpfen, dem du einen Eid geleistet hast.' Ich persönlich denke, dass der Satz 'Allah ist ein Feigling' am meisten schmerzt. Dieser Satz hat viele Leute schockiert - die, die dort auf dem Paradeplatz standen. Denn wir haben auch Muslime unter unseren Offizieren, sowohl Baschkiren als auch Tataren. Nach der Aufstellung setzten die Russen und die Muslime den Konflikt fort, woraufhin sich alle zerstreuten und, wie es schien, wieder beruhigten. Und anderthalb Stunden später, um die Mittagszeit, schickten sie uns alle zu den Schießständen, und drei der Tadschiken, die auf Vertragsbasis arbeiteten, brachten ihre automatischen Gewehre mit, sie hatten scharfe Munition, und schossen auf unseren Kommandeur, Oberstleutnant Lapin, der auf der Stelle starb. Und sie begannen wahllos zu schießen. Auf dem Schießstand befanden sich sowohl Vertragsbedienstete als auch Mobilisierte. Ich habe nur die Toten gesehen, es waren 29 Personen. Der 30. ist Oberstleutnant Lapin. Dabei sind zwei Tadschiken nicht mitgezählt; mit ihnen zusammen haben wir 32 Tote zu beklagen. Ich weiß nicht genau, wie viele Verwundete es gibt. Einige von ihnen wurden bereits mit dem Hubschrauber nach Belgorod gebracht, und einige von ihnen sind jetzt bei mir in Walujki. Zwei oder drei Minuten vor Beginn der Schießerei wurden wir Muslime aufgefordert, beiseite zu treten. Ich erinnere mich an die Namen der Schützen: Oberfeldwebel Bikzot, Anushe, und der Dritte ist Unteroffizier Ami. Ich erinnere mich nicht mehr an ihre Nachnamen. Unteroffizier Ami ist entkommen. Fähnrich Semjonow tötete zwei der Schützen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Semjonow in dem Raum, in dem die Munitionskisten aufbewahrt werden, wo wir Munition bekommen. Er hatte seine eigene Kampfpistole. Er war während der Schießerei nicht anwesend. Er hörte, was vor sich ging, kam heraus und erschoss beide Tadschiken. Er traf auch Ami an der Schulter, aber Ami konnte entkommen. Er überquerte den Draht, wo der Zaun ist. Es ist nicht einmal ein Zaun, sondern ein gebogener Draht. Das ist die Stelle, die einige Leute benutzten, um in die Stadt zu gehen, wenn es unmöglich ist, durch den Kontrollpunkt zu kommen. Da ist so eine Böschung, da ist er einfach drübergestiegen, um es mal ganz grob auszudrücken. Man sagte uns, er sei noch auf der Flucht, sie hätten ihn nicht gefasst. Vor allem die Tadschiken [die das Feuer eröffneten] waren glühende Verfechter ihres Glaubens. Sie haben sich ständig gestritten, weil sie nicht pünktlich zum Namaz [Gebet] kommen durften und ihnen kein Gebetsraum zur Verfügung gestellt wurde", so der junge Mann.
CM Punkomaniac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.10.2022, 10:20   #1349
CM Punkomaniac
Genickbruch
 
Registriert seit: 15.02.2011
Beiträge: 31.427
Unter anderem Kiew wurde am frühen Morgen von iranischen Kamikaze-Drohnen getroffen. Die ukrainischen Streitkräfte haben alleine in den letzten 14 Stunden in der gesamten Ukraine 37 iranische Kamikaze-Drohnen abschießen können. Da kann die iranische Regierung lügen, wie sie will. Die anti-westlichen Mullahs unterstützen Russland im anti-imperialistischen und anti-kolonialistischen Kampf gegen die imperialistische und kolonialistische... Ukraine.

https://twitter.com/RALee85/status/1581927587294883840 -> Die Ukrainer nennen die iranischen Drohnen umgangssprachlich "Moped", weil sie so laut sind. Der Ton im Video ist nicht verfälscht, die hören sich so an.

https://twitter.com/EuroMaydan/statu...25440436195329 -> Noch eine Aufnahme eines "Mopeds" von heute Morgen. Sieht nach einer Polizeistreife aus, die versucht zu helfen.

https://twitter.com/UkraineNowMedia/...30921682702336 -> Anna wurde aus einem mehrstöckigen Wohnhaus gerettet.

https://twitter.com/nolanwpeterson/s...12313615224832
Zitat:
Anleitung zum Abschuss einer Drohne mit Handfeuerwaffen - kursiert in ukrainischen sozialen Medien nach den russischen Drohnenangriffen auf Kiew heute Morgen.

Geändert von CM Punkomaniac (17.10.2022 um 12:15 Uhr).
CM Punkomaniac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.10.2022, 18:46   #1350
Stahlschmied
blaues Auge
 
Registriert seit: 10.10.2022
Beiträge: 14
Zitat:
Zitat von Baptist Ziergiebel Beitrag anzeigen
Man kann ja von der Energiewende und deren Durchführung halten, was man will. Aber allein um Typen wie diesen beiden, plus der teuer russisches Gas verkaufenden OPEC, von mir aus auch den auch nur auf Gewinn schielenden amerikanischen Öl- und Gaskonzernen den Hahn zuzudrehen, würde ich ganz Europa mit PV, Windrädern und Wasserstoff zuknallen und selbst in einem Windrad wohnen, wenns sein muß.
Deine Motivation in allen Ehren - leider allerdings benötigen volatile Energiequellen wie Solarzellen und Windräder zwingend schnell hochfahrbare Gaskraftwerke als Backup. Je mehr »erneuerbare Energien«, umso mehr Gaskraftwerke sind nötig.
Stahlschmied ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort
Themen-Optionen

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 01:54 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.4 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2023, Jelsoft Enterprises Ltd.