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Alt 15.08.2022, 22:57   #251
rantanplan
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 13.08.2008
Beiträge: 4.095
Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Hier muss ich echt reagieren.

Zunächst einmal finde ich es grundsätzlich falsch die Täter-Opfer-Verantwortung zu vertauschen. Objektiv sind die mit Abstand größten gesellschaftlichen Probleme dieses Landes derzeit:
1. Öko-Krise (mit Abstand auf Platz 1)
2. Der Verlust der demokratischen Substanz im Volk, inkl. gezielte Verblödung einiger Massenmedien und der unbestrafte extremistische Propagandismus
3. Die inzwischen komplett eskalierte Schere zwischen Arm und Reich bzw. das Fehlen einer Rückverteilung von Besitz sowie eine soziale Stabilisierung des Landes
Bin ich eigentlich ziemlich bei dir, was die Themen angeht. Wobei die Punkte 2 und 3 aus meiner Sicht mehr zusammenhängen, als das teilweise diskutiert wird. Ich würde da nicht nur "Arm" nehmen, sondern auch weite Teile der Mittelschicht, die irgendwo gar nicht mehr die Kapazitäten haben, nach dem Job noch andere Dinge wahrzunehmen. Egal ob das ein kritischer Umgang mit Medien ist (lieber Bild, TikTok usw. statt guter Journalismus), Politik (Auseinandersetzen mit Parteien, Themen) oder auch das Wahrnehmen der eigenen Interessen (Gewerkschaften, Betriebsratsarbeit u. v. m.)

Zitat:
Das sind allesamt Probleme, die in den letzten Jahrzehnten aktiv von Politikern (und medialer Stimmungsmache) verschlimmert wurden, die gesinnungstechnisch rechts liegen. Nicht nur CDU/CSU und FDP, sondern auch genügend Leuten aus dem Spektrum mit linker Identität.
Die oben genannten drei Themen wurden in den letzten Jahrzehnten nur aus jeweiligen Minderheiten des grünen Spektrums (1.), des linken Spektrums (3.) oder überhaupt nicht (2.) konkret eingefordert. Diese Minderheiten habe sich faktisch nicht durchgesetzt und sind daher irgendwann dazu übergegangen wenigstens kleine Pillepalle-Aktivitäten durchzubekommen.
Das sind die "Nebenkriegsschauplätze", die Du nennst. Sind mir z.T. auch peinlich, wie insgesamt auch die Kleinmütigkeit der Grünen Partei, aber für die Forderung von den WIRKLICHEN THEMEN wurde bisher jede Partei der letzten Jahre politisch abgestraft.
Darum sind z.B. SPD und Grüne derzeit auch weniger links, sondern eher mittig anzusiedeln.
Das klingt imho schöner als es ist. Wenn ich schon bei den großen Themen nichts erreichen kann, setze ich bei Pillepalle-Aktivitäten Nadelstiche - und sorge effektiv dafür, dass ich für die Mehrheit in diesem Land unwählbar werde oder bleibe.

Der Klimawandel ist natürlich ein extrem schwieriges Thema. Gewinnen kann die Politik hier absolut nichts, weil Verzicht, höhere Kosten usw. einfach vom Gewohnheitstier Mensch nicht gewünscht wird. Dass wir die heutige Situation nicht so hätten, wie sie ist - wenigstens was die Abhängigkeit von fossilen Energiequellen angeht - wenn man die Rot-Grüne Politik bis 2005 wenigstens fortgesetzt hätte, ist schwierig zu vermitteln. Dass die Antwort auf "Mit 2% Anteil an den CO2-Emissionen weltweit können wir eh nichts retten" eigentlich nur sein kann, dass wir als Land Technologieführer werden müssen um Vorbild zu werden und gleichzeitig damit Geld verdienen zu können, weil die Senkung unseres Anteils alleine halt tatsächlich nichts bringt, kann man mittelfristig auch nicht in Wahlstimmen ummünzen.

Beim zweiten Punkt fehlt mir tatsächlich auch ein wenig der politische Widerspruch. Ich bin mir allerdings unsicher, ob das anderswo besser funktioniert. Journalismus, der auf Klicks angewiesen ist, auf Agenturmeldungen, ist durch das Internet halt ungleich schwieriger geworden. Wenigstens vom Öffentlichen Rundfunk müsste hier eigentlich mehr zu erwarten sein, dafür haben wir ihn ja.

Was die Schere zwischen Arm und Reich angeht, würde ich die Täter-Opfer-Umkehr aber zurückgeben. Die Grünen reagieren seit Jahren über den Bundesrat mit, die SPD genauso, wenn sie nicht in Regierungsverantwortung war. Bei jedem staatstragenden Kompromiss, und wenn es "nur" um die Schuldenkrise in Griechenland ging, hätte man die Möglichkeit gehabt, Zugeständnisse einzufordern. Grüne und SPD sind also durchaus Täter, und ob die "linke, grün-woke Szene" - ja sie ist nicht homogen - die Interessen der Arbeiter im Sinne hat, würde ich mal bezweifeln.


Zitat:
Dennoch ist es eben ein riesen Unterschied, ob Du ein skrupelloser, wissender Täter bist (wie z.B. die Union; man vergebe mir diese harten Worte) oder eben nur zu schwach warst Dich gegen die rechte Mehrheit in diesem Land durchzusetzen. Solche Interpretationen kehren die Opfer-Rolle zum Täter um, und kommen logischerweise gern von Tätern, um von den eigenen Missetaten abzulegen.

So viel zum Grundsätzlichen.
Wie schon geschrieben, zu schwach waren wenigstens Grüne und SPD eigentlich nie, sie waren nur nicht eiskalt genug, um bei ihrem staatstragenden "Wir müssen da jetzt einfach mal zustimmen" auch eigene Forderungen durchzusetzen.

Zitat:
Gehen wir mal auf Deine Beispiele ein (sofern ich die nachvollziehen kann ). Obwohl ich Dich da teilweise verstehen kann - mich kotzt diese linke Arroganz lieber die eigenen Freunde wegen gradueller Differenzen zu zerfleischen anstatt sich in den wichtigen Fragen zu einen schon seit meiner Schulzeit an -, kann man daran schön das eigentliche Probleme exerzieren.
Ich bin mir nicht sicher, ob wir bei "woken" Linken von Freunden reden - für mich wirkt das oftmals eher wie ein Selbstzweck. Es sind ja nicht wirklich die Betroffenen, die bei den "Nebenkriegsschauplätzen" für sich etwas einfordern, sondern eher Unbetroffene, die halt - bad word, aber ich bezeichne sie mal so - als Gutmenschen rüber kommen möchten.

Zitat:
1. LAYLA: Aus meiner Sicht ist das eine typische Stellvertreterdiskussion, die in der konkreten Sache albern wirkt, aber einen verständlichen Grund hat. Ich persönlich finde den Song zum Beispiel harmlos, und der ist nicht einmal wirklich sexistisch. Allerdings ist der eben neu und ein weiterer Titel in einer langen Liste systematischer weiblicher Objektivierung. Nicht nur bei Malle-Songs oder Schlagern. Oder bei Pop, Hiphop, Reggae, usw.. Was im Einzelfall schon meist geht, wird in der schieren Masse zur gesellschaftlichen Gehirnwäsche. So wie zum Beispiel der traditionelle unrealistische Modell-Look schwere psychische Schäden bei vielen Frauen auslöst und derzeit - zurecht - attackiert wird.

Wenn Du allerdings jetzt anfängst irgendwelche Songs zu attackieren, die jeder mitsummen kann, wird die Diskussion erst recht zerrissen.
Insofern verstehe ich durchaus, dass man einen aktuellen Nummer-1-Hit aufs Korn nimmt, der halt im traditionellen Fahrwasser der weiblichen sexuellen Objektivierung fährt.
Da ich persönlich den Song für gar nicht so sexistische halte, unterstütze ich diesen konkreten Fall zwar nicht. ABER nur mit solchem unbequemem Gezicke lässt sich gegen die störrische Mauer unser langen Diskriminierungs-Kultur überhaupt etwas bewegen. Die Rechte der Schwulen (und Transgender) haben ja auch erst eine Lobby seit dem Beginn der LGBTQIA+-Vereinigung. Davor wurden deren Grundrechte über Jahrzehnte ignoriert, obwohl die Gleichstellung von Schwulen und das Selbstbestimmungsrecht über die persönliche Identität eigentlich grundsätzliche Elemente des Humanismus sind, auf dem ja eigentlich unsere Gesellschaft aufbaut.
Ich glaube mit diesem unbequemen Gezicke, wie du es nennst, sorgt man eher für das Gegenteil. Es wirkt einfach wie Bevormundung, wie Verbotspolitik - und im Falle von der Stadt Würzburg war es ja genau das. Dadurch bewegt man imho nichts. Die Gleichstellung der Homo-Ehe ist meines Erachtens auch nicht durch Rumgezicke entstanden, sondern durch einen steten Tropfen, der dazu geführt hat, dass irgendwann doch eine Mehrheit begriffen hat, dass anderen hierdurch nichts weggenommen wird. Wenn ich Menschen dazu bewegen möchte, bei einer Transperson bestimmte Pronomen zu verwenden, werde ich das auch nicht per Diktat hinkriegen, schon gar nicht mit Strafandrohung (okay, das würde klappen, sorgt aber dann auch für das Gegenteil von Akzeptanz).

Was sexistische Songs angeht, muss man daher aus meiner Sicht auch für ein Umdenken sorgen. Ziel muss doch sein, dass sich eine große Mehrheit an Menschen sagt: Hey, der Song ist sexistisch, der ist Scheiße. Auf diesen Gedanken müssen die Leute aber selbst kommen, sonst wird keine Akzeptanz - oder in dem Fall Ablehnung draus.

Zitat:
2. DREADLOCKS: Kann Dich hier absolut nachvollziehen. Ein Klassiker dafür, dass Woke wegen Peanuts ihre Freunde attackieren, statt sich auf die Feinde zu konzentrieren.
Inhaltlich ist aber sogar das berechtigt. Denn was tatsächlich rassistisch ist oder als kulturelle Aneignung empfunden wird, das entscheidet nicht der weiße Mann. Wenn Weiße nach Jahrhunderten voller vorgeschriebener Entscheidung über das Leben von Schwarzen jetzt auch noch bestimmen möchten, was Rassismus ist, dann ist das rassistisch. - Das verstehe sogar ich als Weißer.
Ich bin mir nicht sicher, wer sich in diesem konkreten Fall "unwohl" fühlte. Ich vermute aber, dass es niemand war, der sich persönlich in dem Zusammenhang rassistisch angegriffen fühlte. Letztlich geht es doch irgendwo auch um die eigene Haltung - warum ich mir etwas aneigne. Mit der Intention, jemandem etwas wegzunehmen? Dann ist es durchaus rassistisch. Mit der Intention, eine (kulturelle) Errungenschaft zu übernehmen, weil es eine Errungenschaft ist? Dann finde ich das nicht rassistisch. Ist es Aneignung/Rassismus, wenn ich chinesisch koche? Ist es Aneignung/Rassismus, wenn ich im Griechenland-Urlaub "Calimera" sage, wenn ich zum Frühstück gehe? Die Personen hier sehen alle nicht so rassistisch unterdrückt aus, während sie mit Gentleman auf der Bühne stehen - aber vielleicht ist das ja Ausbeutung?

Zitat:
3. HARRY POTTER: Den verstehe ich nicht. Müsstest mir sagen, wo da das Problem ist.
P.S.: Harry Potter ist schriftstellerisch super.
Hat Riddler ja schon erläutert - was du oder ich schriftstellerisch davon halten, kann man ja woanders diskturieren. Hoffe es ist klar geworden, dass ich Harry Potter lesen würde, wenn ich das für gute Literatur halten würde - oder es halt nicht tu, ganz unabhängig davon, wer J. K. Rowling canceln möchte. ^^

Zitat:
Darum bevorzuge ich auch im Stile von genau den Dingen, die wir beide gerade kritisiert haben, nicht gegen die Linken oder Grünen zu schießen, weil diese auch gern mal daneben schießen. Es ist gerade jetzt wichtig, dass man die eigentlichen Probleme benennt.
Die links-intellektuellen Arroganz-Selbstsabotagen darf und sollte man natürlich gern benennen. Aber das führt noch lange nicht dazu, dass diese Leute Verantwortung für die Taten der eigentlichen Täter tragen.

Den Linken vor den Latz hauen tu ich nur solchen Scheiß wie "ACAB". Wer sowas brüllt, ist für mich intellektuell auf AfD-Höhe.
Und den Grünen haue ich lediglich vor den Latz, dass sie inzwischen viel zu kleinmütig sind. Mir ist aber auch bewusst, dass sie wenn sie wieder deutlich unter 10% lägen, wenn sie wirklich konsequent grün wären.
Ja, die Konservativen schießen ja auch gerne mal völlig daneben (Leitkultur-Debatte zum Beispiel...). Auf beiden Seiten heißt "In der Realpolitik ankommen..." halt auch schmerzhafte Kompromisse eingehen. Wenn allerdings jemand wie Macron in Frankreich das politische Spektrum einfach mal so sprengt - auch wenn ich seine politischen Inhalte absolut nicht teile - gibt das ja irgendwo noch Hoffnung, dass es die Etablierten womöglich gar nicht braucht, um mit sinnvollen Zielen etwas zu bewegen. Die CDU/CSU war 16 Jahre gefangen zwischen realpolitischen Erwägungen (Merkel) und Ideologie (Rest der Union). Rechts der Mitte gibt es das also genauso. Inklusive Lautsprecher, die Scheiß von sich geben, der ähnlich ist wie ACAB, nur um Wähler nicht an die AfD zu verlieren.



Zitat:
Schönes Beispiel.
An sich ist das Thema simpel. Ich sehe das Gendern ein bisschen so als Experiment. Wenn es etwas bringt, dann war es das wert. Insofern sollte man sich bemühen zu gendern. Und wer das verpeilt, den muss man dafür auch nicht gleich die Achselhaare bügeln.
Aber statt des vernünftig zu sehen, wird lieber emotionalisiert. Die hypersensiblen Rechtsextrem um Axel Springer & co. greifen sowas gern raus und bringen die Diskussion in Gang. Andere steigen ein, weil mit Verdummung viel Geld gemacht werden kann.
Schuld ist nicht das "Gendern", sondern das unmoralische Krebsgeschwür unserer unregulierten Medienwirtschaft. - Darum würde ich persönlich zum Beispiel gern für jede nachweisliche Lüge dem entsprechenden Medium ein Bußgeld in Höhe von 200 % des damit erzielten (kalkulatorischen) Umsatzes in Rechnung stellen.
Ich mach das Gendern manchmal auch - spaßeshalber. Einen Sinn sehe ich allerdings nicht drin. Und ich mag mangels Gewohnheit auch keine Texte oder Nachrichten/Podcasts etc. im Radio, wo gegendert wird. Hört sich für mich seltsam an. Eigentlich ist das wieder so ein Bevormundungsthema, statt dafür zu werben, wird es von Medien (insbesondere ÖR) quasi diktiert. Aus meiner Sicht ist dabei nicht einmal klar, ob das überhaupt sinnvoll ist.

Zitat:
Links und Rechts hat damit mE überhaupt nichts zu tun.
Aber ich möchte hier noch einmal feststellen, dass trotz all der jahrzehntelangen Wiederholung der Gefahren der Klima-Krise (von den übrigen Gefahren z.B. der Ressourcekrise, Verschmutzungskrise, Artensterben, etc. ganz abgesehen) die absolute Mehrheit in Deutschland den Knall IMMER NOCH NICHT gehört hat.
Inzwischen gibt es vereinzelte Lippenbekenntnisse und "ja, ja, hab ich von gehört"s. Aber das ist genauso viel wert wie das vorangegangene Nichtstun, das wir seit den 1980ern praktizieren.

Wenn Du nur anerkennst, dass da vor Dir gerade jemand stirbt, ihm aber nicht hilfst, ist das nicht viel besser als wenn Du die Person komplett ignorierst.
Finde ich auch schlimm. Es ist 5 nach 12, andererseits erwarte ich hier von der Politik auch ganz klar Konzepte. Kein "5 Minuten weniger duschen", sondern "machen". Ich weiß nicht, ob die öffentliche Verwaltung ihre Büros weiterhin bis 23 Uhr heizt - sollte sie schnell unterlassen. Photovoltaik auf allen öffentlichen Gebäuden, sowas kann man nicht schnell umsetzen, aber zumindest schnell planen. Hier kann die Politik einfach mal vorangehen, den Handwerkern ein sicheres Auskommen für die nächsten 10 Jahre sichern - und damit Planungssicherheit schaffen. Da gibt es viel, und viel davon wird dem Durchschnittsbürger auch den Ernst der Lage veranschaulichen.


Zitat:
Und Nixon hat vor der Wahl ein Grundeinkommen in den USA gefordert.
Solange Du in der Opposition bist, kannst Du viel fordern. Da kann es sich ein Unioner sogar erlauben, mal was sozial vernünftiges vorzuschlagen.
Top wäre halt, wenn man es umsetzt, auch wenn es aus der Opposition kommt.



Zitat:
Das ist ein wichtiger Punkt.
Die größten Idioten, die früher nur besoffen an ihrem Stammtischen die Menge unterhalten haben, sind in den Sozialen Netzwerken überrepräsentiert und liefern durchaus ein falsches Bild.

Allerdings kommt da noch hinzu, dass die (Medien-) Wirtschaft inzwischen in einer Art Symbiose mit diesen Aufregungsjunkies stehen. Das Medium füttert die Leser mit einem Aufreger an, weil die dann kaufen, klicken und weitererzählen. Die Elite der Schwachmaten greift das auf, steigert sich rein und dreht den Dramaregler hoch. Schwupps, das besagte Medium hat eine neue Story. Und diese toxische Impulsflut vergiftet nebenher auch alle anderen Menschen, deren Aufmerksamkeit sie erreicht.
Die intellektuellen "Wackelkandidaten", um es mal positiv zu umschreiben, fangen ebenfalls an, zu einem gewissen Grad Blödsinn zu glauben.
Sensible werden emotional schwer geschädigt und krank gemacht.
Und bei vernünftigen Leuten reichen solche Eskalationen aus, um irgendwann die Schleusen "zu" zu machen, was dann auch bei denen zu geringerer Diskussionsbereitschaft über deren Glaubensinhalten führt.

Ich persönlich kenne bspw. niemanden, der nicht von der Corona-Schwurbler-Bewegung oder auch anderen Anti-Vernunftsnarrativen auf die eine oder andere Weise beeinflusst wurde. Dafür ist das alles einfach zu toxisch.
Ist ein Geben und Nehmen, solange der nächste Shitstorm passiert (und wenn nur 20 Leute einen Tweet retweeten) haben die Medien neues Futter, um die Social-Media-Gesellschaft zu füttern. Ich mache tatsächlich ab und an teilweise die Schleusen "zu" - wahrscheinlich deshalb meine Abneigung gegen die woke Szene.
rantanplan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.08.2022, 13:59   #252
Nani
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 02.12.2003
Beiträge: 15.339
Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Und das ist der Punkt: Es entscheidet eben doch wieder der weiße Mann, was rassistisch ist und was nicht. Die wenigsten Schwarzen stört es doch, wenn Weiße Dreadlocks tragen. Ich glaube sogar, bis auf wenige Ausnahmen, die man sofort vor eine Kamera zerrt, stört es gar niemanden, der schwarz ist. Wen es hingegen stört, sind weiße Selbstdarsteller*%$34INnen, denen ebenfalls im echten Leben niemand mehr zuhört, weil sie alle um sich herum nerven und vergraulen. Also gehen sie auf die Straße (für irgendwas), um gesehen zu werden und Aufmerksamkeit zu bekommen. Sarkasmus an: Dann fällt auch gar nicht so sehr auf, dass es mit dem 08/15 Popelstudium notentechnisch nicht so gut läuft. Und man selbst das nicht vernünftig hinbekommt. Aber muss man ja nicht. Man hat ja Wichtigeres zu tun. Man rettet die Welt!

Für mich ist diese Selbstdarstellerei immer nervig und moralinsauer. Völlig egal, wen ich da lese. Obwohl ich zugebe, dass mich die rechten Putinversteher zurzeit mit Abstand am meisten stören.
Das ist jetzt eine Behauptung Deinerseits.
Das Statement, dass Weiße sich gern in die Bewertung rassistischer Themen einmischen, habe ich in den letzten 1-2 Jahren v.a. eben von POC gehört. Insofern nehme ich das auch ernster als eine Aussage von Ute aus Bottrop oder irgendwelche anonymen Aussagen.

Was die konkrete Dreadlock-Sache angeht, habe ich davon tatsächlich ohne Personenbezug gehört. Ob das irgendwelche Weißen entschieden haben, weiß ich nicht. Dann hättest Du in dem Punkt recht, sofern die sich eben nicht auf Aussagen aus der jamaikanischen Ecke berufen.
Im Zweifel bin ich da also auf der Seite der "Canceler", wie das neuerdings immer so gern heulend bezeichnet wird.
Obwohl ich mir dann doch persönlich die Meinung erlaube, dass es ziemlich dumm ist kulturelle Nacheiferer (also Freunde) anzugreifen, wenn es noch viel größere Probleme und Feinde auf der Welt gibt.


Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Sehr interessant, denn mir geht es anders. Im engen Freundeskreis war das bei mir/uns nie Thema. Als Masken notwendig waren, weil die Leute wie die Fliegen gestorben sind, haben wir sie alle getragen, und heute, wo Corona mit Omikron statistisch harmloser ist als eine Grippe, tun wir das nicht mehr. Coronaleugner habe ich weder im Freundes- noch Kollegenkreis, weshalb auch da nie Probleme waren. Aber ansonsten gebe ich Dir völlig Recht. Im Netz, in den Sozialen, im Fitness und auf der Straße gibt es nur noch zwei unversöhnliche Lager.
Ich habe einen recht verzweigten Bekanntenkreis.
Die absolute Mehrheit war in der Pandemie auch recht vernünftig. Berechtigtes Meckern natürlich nicht ausgeschlossen.
Mit einem Freund (und zwei entfernten Bekannten) habe ich wegen Schwurbel-Nähe keinen Kontakt mehr. - So viel zur "Spaltung der Gesellschaft", denn da ging es von ihnen aus.

Allerdings meine ich damit v.a. auch den Stress au die "Vernünftigen". Diese Hassprediger bei den Montagsdemos und auch die lauten Querelen in anderen Medien sind ganz klar emotional und zwischenmenschlich toxisch. Und da man mit fanatischen Schwurbeleien auch keine sachliche Diskussionsgrundlage findet, kann man sich daran nur aufreiben (oder zynisch oder aggressiv werden), das Thema aber nicht argumentativ austragen.


Zitat:
Spruch des Monats.
Die besten Witze sind immer Wahrheiten.


Zitat:
Zitat von Goldberg070 Beitrag anzeigen
Eine Sache möchte ich bezüglich der sozialen Medien mal in den Raum stellen, auch wenn ich dazu keine Zahlen habe:

Wir sprechen davon, dass das, was wir insbesondere auf Facebook lesen, nicht der gesamtgesellschaftliche Konsens sein kann bzw. die Mehrheit der Menschen widerspiegelt. Aber wissen wir das? Ich meine, wir, die wir hier in dem Forum sitzen würde ich durchaus zu den hoch- oder zumindest überdurchschnittlich Gebildeten zählen. Ich weiß, in einem Forum, über einen Sport, in dem sich eingeölte Männer in Badehosen gegenseitig durch einen Ring schubsen und verpürgeln, klingt das ein wenig schräg. Aber dennoch sind auch wir, die wir so vortrefflich und größenteils sehr gesittet diskutieren Teil einer Hochgebildeten-Bubble. Tatsächlich könnte ich mir gut vorstellen, dass der durchschnittliche Max Mustermann tatsächlich mehrheitlich in Deutschland genau so vertreten ist, wie Facebook-Kommentare mit vierstelligen Like-Zahlen es vermuten lassen.

Wie gesagt, ich habe da keine konkreten Zahlen, bin mir aber mit der These, dass wir als doch eher vernünftig denkender Kreis von halbwegs normalen Leuten in Deutschland darstellen, gar nicht so sicher.
Kann Dich da verstehen und spüre auch manchmal diese Skepsis.
Aber wenn ich dann wieder so ne Rotte von sich gegenseitig hypenden Schwurbelbratzen Fascho-Kram liken sehe, gucke ich bewusst auf andere Seiten und sehe dann plötzlich mehrfach so viele "geistig gesunde" Likes.
Zum Beispiel bei Ralph Ruthe oder bei anderen progressiven Humanisten.

Die wirklich schlimmen Leute sind zum Glück nur eine recht kleine (laute) Gruppe. Ist echt so. Sorgen kann man sich aber durchaus über die große Masse an beeinflussbaren Leuten machen, die zwar keine Arschlöcher sind, aber opportunistisch, bequem und leicht zu triggern. Es gibt leider immer ein großes Potenzial von Leuten, die sich von dummen Ideen überzeugen lassen.


Zitat:
Zitat von rantanplan Beitrag anzeigen
Bin ich eigentlich ziemlich bei dir, was die Themen angeht. Wobei die Punkte 2 und 3 aus meiner Sicht mehr zusammenhängen, als das teilweise diskutiert wird. Ich würde da nicht nur "Arm" nehmen, sondern auch weite Teile der Mittelschicht, die irgendwo gar nicht mehr die Kapazitäten haben, nach dem Job noch andere Dinge wahrzunehmen. Egal ob das ein kritischer Umgang mit Medien ist (lieber Bild, TikTok usw. statt guter Journalismus), Politik (Auseinandersetzen mit Parteien, Themen) oder auch das Wahrnehmen der eigenen Interessen (Gewerkschaften, Betriebsratsarbeit u. v. m.)
Bin ich d'accord. 2. resultiert mE größtenteils aus 3.. Und 1. wird künftig auch 2. zunehmend bedingen. Betrachte es nur gern getrennt.


Zitat:
Das klingt imho schöner als es ist. Wenn ich schon bei den großen Themen nichts erreichen kann, setze ich bei Pillepalle-Aktivitäten Nadelstiche - und sorge effektiv dafür, dass ich für die Mehrheit in diesem Land unwählbar werde oder bleibe.

Der Klimawandel ist natürlich ein extrem schwieriges Thema. Gewinnen kann die Politik hier absolut nichts, weil Verzicht, höhere Kosten usw. einfach vom Gewohnheitstier Mensch nicht gewünscht wird. Dass wir die heutige Situation nicht so hätten, wie sie ist - wenigstens was die Abhängigkeit von fossilen Energiequellen angeht - wenn man die Rot-Grüne Politik bis 2005 wenigstens fortgesetzt hätte, ist schwierig zu vermitteln. Dass die Antwort auf "Mit 2% Anteil an den CO2-Emissionen weltweit können wir eh nichts retten" eigentlich nur sein kann, dass wir als Land Technologieführer werden müssen um Vorbild zu werden und gleichzeitig damit Geld verdienen zu können, weil die Senkung unseres Anteils alleine halt tatsächlich nichts bringt, kann man mittelfristig auch nicht in Wahlstimmen ummünzen.

Beim zweiten Punkt fehlt mir tatsächlich auch ein wenig der politische Widerspruch. Ich bin mir allerdings unsicher, ob das anderswo besser funktioniert. Journalismus, der auf Klicks angewiesen ist, auf Agenturmeldungen, ist durch das Internet halt ungleich schwieriger geworden. Wenigstens vom Öffentlichen Rundfunk müsste hier eigentlich mehr zu erwarten sein, dafür haben wir ihn ja.

Was die Schere zwischen Arm und Reich angeht, würde ich die Täter-Opfer-Umkehr aber zurückgeben. Die Grünen reagieren seit Jahren über den Bundesrat mit, die SPD genauso, wenn sie nicht in Regierungsverantwortung war. Bei jedem staatstragenden Kompromiss, und wenn es "nur" um die Schuldenkrise in Griechenland ging, hätte man die Möglichkeit gehabt, Zugeständnisse einzufordern. Grüne und SPD sind also durchaus Täter, und ob die "linke, grün-woke Szene" - ja sie ist nicht homogen - die Interessen der Arbeiter im Sinne hat, würde ich mal bezweifeln.
Na ja, die Grünen sind für viele Menschen schon seit immer unwählbar. Aber nicht wegen der Fahrradwege, Lastenräder oder Veggie-Day, die für mich eben Pillepalle-Kleinklein sind, sondern wegen Aussagen gegen z.B. den Individualverkehr. Und das IST halt ein wichtiges Thema, wo ich persönlich mehr Härte fordere.
Auf jeden Fall sehe den Kleinmut jetzt nicht als Wähler-Killer bei den Grünen. Im Gegenteil, es läuft hinsichtlich der Wählerstimmen besser, seit sie weichgespült sind.
Darüber hinaus nerven mich die gleichen Lapsus und Inkompetenzen wie bei allen anderen Parteien auch. Aber wer glaubt, dass eine Partei da viel besser ist, der ist halt einfach nicht ehrlich.

Was den eingeschlagenen Kurs der Grünen unter Schröder angeht, das war das Beste, was in den letzten 40 Jahren in der Politik passiert ist. War natürlich nur ein Anfang.
Wer da mit irgendwelchen "Aber China"-Whataboutismen kommt, für den habe ich nach all der Zeit auch keine wohlwollende Umschreibung des Geisteszustandes mehr.

In Bezug auf den 2. Punkt sehe ich da schon seitens der Medien viel Bemühung. Da fehlt es an politischen Mitteln. Ich finde beispielsweise, dass man durchaus das aktuell herrschende Verständnis von "Meinungsfreiheit" diskutieren sollte.
"Es gibt kein Corona" und "es gibt keine Klima-Krise" ist aus meiner Sicht auf Augenhöhe mit "Es gab keine Shoa".

Was Drittens angeht, da stimme ich Dir sogar zu. SPD und Grüne haben sich in den letzten Jahren von den linken Inhalten verabschiedet und sind zu "ein bisschen Links, solange es nicht weh tut" gewechselt. Und guck mal da, wer jetzt wieder regiert und wer unter die 5 %-Hürde gerutscht ist.
Das ist tatsächlich ein politisches Drama. Deutschland bräuchte eigentlich im Moment mehr linke politische Maßnahmen. Aber die absolute Mehrheit lehnt das komplett ab.


Zitat:
Wie schon geschrieben, zu schwach waren wenigstens Grüne und SPD eigentlich nie, sie waren nur nicht eiskalt genug, um bei ihrem staatstragenden "Wir müssen da jetzt einfach mal zustimmen" auch eigene Forderungen durchzusetzen.
Wann waren die Grünen denn mal stark?
Die SPD war in der vorletzten Regierung und musste mit der Union funktionieren. Das haben sie gut gemacht. Sogar einige linke Themen durchgebracht. Zum Dank wurden sie vom Wähler abgestraft und in der letzten Legislatur hatten wir eine inhaltlich schwarz dominierte Regierung der niedersten Güte.

Du kannst Dich in diesem Land halt nur durchsetzen, wenn Du Mehrheiten hast. RG haben die jetzt noch nicht. Ich persönlich war ja für einen SOFORTIGEN Kohleausstieg (was jetzt natürlich schön mit Putins "Bevor ich krepiere, mach ich nochmal was fürs Ego" Weltkrieg gerächt hätte). Aber wenn es hart auf hart kommt, wird die FDP so viel platzen wie sie können. - Da ist ja sogar die Union noch mehr öko...


Zitat:
Ich glaube mit diesem unbequemen Gezicke, wie du es nennst, sorgt man eher für das Gegenteil. Es wirkt einfach wie Bevormundung, wie Verbotspolitik - und im Falle von der Stadt Würzburg war es ja genau das. Dadurch bewegt man imho nichts. Die Gleichstellung der Homo-Ehe ist meines Erachtens auch nicht durch Rumgezicke entstanden, sondern durch einen steten Tropfen, der dazu geführt hat, dass irgendwann doch eine Mehrheit begriffen hat, dass anderen hierdurch nichts weggenommen wird. Wenn ich Menschen dazu bewegen möchte, bei einer Transperson bestimmte Pronomen zu verwenden, werde ich das auch nicht per Diktat hinkriegen, schon gar nicht mit Strafandrohung (okay, das würde klappen, sorgt aber dann auch für das Gegenteil von Akzeptanz).

Was sexistische Songs angeht, muss man daher aus meiner Sicht auch für ein Umdenken sorgen. Ziel muss doch sein, dass sich eine große Mehrheit an Menschen sagt: Hey, der Song ist sexistisch, der ist Scheiße. Auf diesen Gedanken müssen die Leute aber selbst kommen, sonst wird keine Akzeptanz - oder in dem Fall Ablehnung draus.
Wenn Du etwas anprangerst, erreichst Du ja immer zwei Sachen. Die einen sind getriggert und werden erst recht trotzig. Die anderen denken dann halt doch eher darüber nach, als wenn das Thema in der öffentlichen Wahrnehmung verpufft. Und das ist dann schon mal gut bzw. heiligt der Zweck mitunter die Mittel.

Wenn Du bequeme Themen nur sanft und intellektuell anschneidest, gewinnst Du in unserer Gesellschaft keinen Blumentopf. Schau Dir nur all die vernünftigen Leute in den Talk Shows und Medien an, die den Menschen ihre ausbalancierte Einschätzung näher bringen. Wie? Dir fällt keiner ein? Na sowas.

Die Gleichstellung von Schwulen und Lesben war zwar ein langer Kampf und bewegte sich auch nicht nur durch "Gezicke" weiter. Das stimmt. Aber auch hier wurde vom "gegnerischen" Lager das genau so empfunden. Auf ein knutschendes Homo-Pärchen in der Öffentlichkeit kamen 20 heulende Spacken, die davon schwadroniert haben, wie ekelhaft sich Schwule in der Öffentlich neuerdings zeigen dürfen. Ist gar nicht so lange her.


Zitat:
Ich bin mir nicht sicher, wer sich in diesem konkreten Fall "unwohl" fühlte. Ich vermute aber, dass es niemand war, der sich persönlich in dem Zusammenhang rassistisch angegriffen fühlte. Letztlich geht es doch irgendwo auch um die eigene Haltung - warum ich mir etwas aneigne. Mit der Intention, jemandem etwas wegzunehmen? Dann ist es durchaus rassistisch. Mit der Intention, eine (kulturelle) Errungenschaft zu übernehmen, weil es eine Errungenschaft ist? Dann finde ich das nicht rassistisch. Ist es Aneignung/Rassismus, wenn ich chinesisch koche? Ist es Aneignung/Rassismus, wenn ich im Griechenland-Urlaub "Calimera" sage, wenn ich zum Frühstück gehe? Die Personen hier sehen alle nicht so rassistisch unterdrückt aus, während sie mit Gentleman auf der Bühne stehen - aber vielleicht ist das ja Ausbeutung?
Ja, kann ich alles verstehen bzw. teile ich auch.

Aber vor dem Hintergrund jahrhundertelanger Diskriminierung (die immer noch fortbesteht) und Traumatisierung, können halt eben nur die Betroffenen entscheiden, was sich "rassistisch" anfühlt. Denn da geht es nicht um die Intention, sondern die Wirkung in einer komplexen defekten Welt.

Natürlich ist das eine schwierige Geschichte, wen man denn nun "entscheiden" lassen sollte. Ich rede zwar davon, dass POC dafür die einzige logische Kompetenz sind. Aber auch die Gruppe besteht ja aus vielen Menschen. Und es gibt ne Menge Schwarzer, die sich auch bei ganz anderen Themen auf "Rassismus" berufen. Deshalb ist auch nicht immer etwas rassistisch, weil ein POC das sagt.
Gleichzeitig ist eine Sache aber auch nicht "nicht rassistisch", nur weil das aus der Perspektive eines Weißen nicht so gemeint war.
Letztlich haben wir Weißen uns den Salat beigebracht, indem wir sowohl den Rassismus als auch den Humanismus parallel in unserer Gesellschaft zelebriert haben.


Zitat:
Ja, die Konservativen schießen ja auch gerne mal völlig daneben (Leitkultur-Debatte zum Beispiel...).
Ich bin FÜR Leitkultur.

Nur eben eine humanistische. =)


Zitat:
Ich mach das Gendern manchmal auch - spaßeshalber. Einen Sinn sehe ich allerdings nicht drin. Und ich mag mangels Gewohnheit auch keine Texte oder Nachrichten/Podcasts etc. im Radio, wo gegendert wird. Hört sich für mich seltsam an. Eigentlich ist das wieder so ein Bevormundungsthema, statt dafür zu werben, wird es von Medien (insbesondere ÖR) quasi diktiert. Aus meiner Sicht ist dabei nicht einmal klar, ob das überhaupt sinnvoll ist.
Jo, ich war anfangs dagegen. Inzwischen halte ich die Annahme für begründet, dass es was bringen wird. Deshalb bin ich jetzt eher dafür. Aber halt pragmatisch. Und mich nervt das ideologische Trara auf beiden Seiten. Einerseits ist es schon richtig Neutralität in die Sprache zu bringen, die ja unser Denken prägt. Andererseits muss sich halt erst noch bestätigen, dass der Nutzen den Aufwand rechtfertigt.

Das Thema "Bevormundung" kann ich emotional nachvollziehen. Aber Sprachreformen sind IMMER Bevormundungen. Wenn man das immer den Menschen freistellen würde, sprächen wir heute noch mittelhochdeutsch bzw. irgendwelchen regionalen Singsang.


Zitat:
Zitat von rantanplan Beitrag anzeigen
Finde ich auch schlimm. Es ist 5 nach 12, andererseits erwarte ich hier von der Politik auch ganz klar Konzepte. Kein "5 Minuten weniger duschen", sondern "machen". Ich weiß nicht, ob die öffentliche Verwaltung ihre Büros weiterhin bis 23 Uhr heizt - sollte sie schnell unterlassen. Photovoltaik auf allen öffentlichen Gebäuden, sowas kann man nicht schnell umsetzen, aber zumindest schnell planen. Hier kann die Politik einfach mal vorangehen, den Handwerkern ein sicheres Auskommen für die nächsten 10 Jahre sichern - und damit Planungssicherheit schaffen. Da gibt es viel, und viel davon wird dem Durchschnittsbürger auch den Ernst der Lage veranschaulichen.
Jep.
Wobei das halt nicht alles "coole" Maßnahmen sind, sondern - dank der Vernachlässigung - einfach unangenehme Einschränkungen.
Wenn ich dann ausgerechnet von der Union die Rhetorik hören, die solche Maßnahmen und die Grünen in die "Verbotspartei"-Ecke steckt, dann ist intellektuell und verantwortungstechnisch AfD-Niveau.


Zitat:
Zitat von rantanplan Beitrag anzeigen
Top wäre halt, wenn man es umsetzt, auch wenn es aus der Opposition kommt.
Grundsätzlich ja. Da ich mich damit aber nicht vertieft auseinander gesetzt habe, bleibe ich erstmal skeptisch.
Zu oft kamen in der Vergangenheit schon Vorschläge, die in der Summary nach "guten Ideen" klangen, und wo dann inhaltlich versteckt doch wieder nur eine andere Agenda getrieben wurde.
Womit ich jetzt nicht dasselbe in diesem konkreten Fall unterstelle.


Zitat:
Zitat von rantanplan Beitrag anzeigen
Ist ein Geben und Nehmen, solange der nächste Shitstorm passiert (und wenn nur 20 Leute einen Tweet retweeten) haben die Medien neues Futter, um die Social-Media-Gesellschaft zu füttern. Ich mache tatsächlich ab und an teilweise die Schleusen "zu" - wahrscheinlich deshalb meine Abneigung gegen die woke Szene.
Mach ich auch. Selbstfürsorge ist ebenso wichtig wie eine klare Meinung zu äußern, wenn es darauf ankommt.
Ich nehme dann Auszeiten von geraden solchen Themen, die ich eigentlich wichtig finde. Wie halt eben das Thema Okö-Krise.
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Die Öko-Krise ist kein Glauben, sondern eine Tatsache.

Angststörung + Irreführung = Extremismus

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Alt 22.08.2022, 11:17   #253
S C H
Schädelbasisbruch
 
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In Teilen von China gibt es seit mehreren Wochen bzw. Monaten eine Hitzewelle, an einigen Messstationen wurden die 30 heißesten Tage der letzten 70 Jahre alleine in dieser Zeit festgestellt. Früher war halt aber auch mal warm.
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Alt 22.08.2022, 11:49   #254
Face
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So blöd das aktuell ist, aber es kann wohl nichts Besseres passieren als dass China stark mitleidet, denn dann ist dieses riesige und wirtschaftlich mächtige Land am Ehesten bereit sich vor den Klimaschutz zu spannen. Wenn die Chinesen da ernst machen, kann es auf einmal schnell gehen.
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Alt 22.08.2022, 11:57   #255
Goldberg070
Moderator
 
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Zitat:
Zitat von S C H Beitrag anzeigen
In Teilen von China gibt es seit mehreren Wochen bzw. Monaten eine Hitzewelle, an einigen Messstationen wurden die 30 heißesten Tage der letzten 70 Jahre alleine in dieser Zeit festgestellt. Früher war halt aber auch mal warm.
Der Völlständigkeit halber: Überschwemmungen gabs auch. Das Pendel der Klimaextreme schlägt in beide Richtungen und wie Face schon schrieb, hilft das vielleicht, die Chinesen zum Umdenken zu bewegen.
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Alt 31.08.2022, 00:56   #256
y2jforever
Genickbruch
 
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Der Club of Rome hat heute eine neue Studie vorgestellt. Diese besagt, dass eine '"Kehrtwende" zur Rettung des Planeten nötig' ist. Also ziemlich genau 50 Jahre nach dem Bericht des Club of Rome zu den Grenzen des Wachstums in der 1972 gewarnt wurde das sonst Mitte des 21. Jahrhunderts die Katastrophe droht.

Der Club of Rome hat auch grob beschrieben was in Falle des "zu wenig, zu spät" Szenarios passiert das davon ausgeht was passiert wenn man weiterhin so handelt (bzw nicht handelt) wie zwischen 1980 und 2020. "Hier wächst die Ungleichheit, die in vielen Regionen zum Aufstieg von Populismus und Autoritarismus führt. Der wirtschaftliche Abstand zwischen einkommensstarken und einkommensschwachen Regionen vergrößert sich. Extreme Armut nimmt zu. Wohlstand gibt es noch privat, während Staaten einer strikten Sparpolitik folgen. Klimamigration nimmt zu, Pandemien häufen sich. 2050 überschreitet die Erderwärmung die Zwei-Grad-Grenze."
Zitat:
Zitat von Goldberg070 Beitrag anzeigen
Der Völlständigkeit halber: Überschwemmungen gabs auch. Das Pendel der Klimaextreme schlägt in beide Richtungen ....
Jupp. Und zwar durchaus bemerkbar. In meiner Jugend (also vor 25-30 Jahren) war es nicht nur kühler, es gab auch deutlich seltener extreme Unwetter.
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"Remember - hate is always foolish ... and love, is always wise. Always try, to be nice and never fail to be kind" - The 12th Doctor
"If you need the threat of hell to be a good person, then you are just a bad person on a leash" - Paul Kinsella
"Planeten gibt es viele, unsere Wirtschaft nur einmal." - Die Partei

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Alt 31.08.2022, 07:29   #257
Der Zerquetscher
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Zitat:
Zitat von y2jforever Beitrag anzeigen
Der Club of Rome hat heute eine neue Studie vorgestellt. Diese besagt, dass eine '"Kehrtwende" zur Rettung des Planeten nötig' ist. Also ziemlich genau 50 Jahre nach dem Bericht des Club of Rome zu den Grenzen des Wachstums in der 1972 gewarnt wurde das sonst Mitte des 21. Jahrhunderts die Katastrophe droht.

Der Club of Rome hat auch grob beschrieben was in Falle des "zu wenig, zu spät" Szenarios passiert das davon ausgeht was passiert wenn man weiterhin so handelt (bzw nicht handelt) wie zwischen 1980 und 2020. "Hier wächst die Ungleichheit, die in vielen Regionen zum Aufstieg von Populismus und Autoritarismus führt. Der wirtschaftliche Abstand zwischen einkommensstarken und einkommensschwachen Regionen vergrößert sich. Extreme Armut nimmt zu. Wohlstand gibt es noch privat, während Staaten einer strikten Sparpolitik folgen. Klimamigration nimmt zu, Pandemien häufen sich. 2050 überschreitet die Erderwärmung die Zwei-Grad-Grenze."Jupp. Und zwar durchaus bemerkbar. In meiner Jugend (also vor 25-30 Jahren) war es nicht nur kühler, es gab auch deutlich seltener extreme Unwetter.
Ich bin inzwischen völlig überzeugt davon, dass es dringend nötig ist, global eine völlig andere Klimapolitik zu fahren. "Club of Rome" - das klang vor 25-27 Jahren wie (w)irrste Prophezeiungen, die nochmal zwei Jahrzehnte zuvor von einigen Schwarzsehern herbeigeunkt worden waren. Der saure Regen hatte aufgehört, das Ozonloch schloss sich wieder - aber ein Trugschluss, dass unsere Umweltprobleme damit überwunden worden wären. Und so wie sich viele deutsche Linke damit geirrt haben, zu meinen, "Soldat spielen sei unnötig und höchstens ein Zeitvertreib für Kinder im Sandkasten" (Stichwort Bundeswehr), so sehr haben sich die deutschen Konservativen überwiegend geirrt, was die Klimakatastrophe angeht. So ehrlich muss man sein. Und wenn ich sehe, wie die FDP derzeit in der Regierung rumhampelt, was Tempolimit angeht, was das steuerliche Subventionieren schwerer, CO2 intensiver Dienstwagen betrifft, was die Unbezahlbarkeit des 9-Euro-Tickets (oder ähnlicher Ansätze) oder die Entrichtung einer Übergewinnsteuer (Stichwort: Mineralölkonzerne) anbelangt, dann sind mir die Grünen inhaltlich mit Abstand die liebste Partei in der aktuellen Regierung (Bei der SPD habe ich die Schnauze voll, was den latenten Kuschelkurs mit Russland angeht, der sich durch die Partei zieht wie Filz). Habeck, Baerbock, Hofreiter - alles Leute, denen ich für ihre rationale und ideologiefreie Art, Dinge anzugehen einfach mal gern die Hand schütteln würde.

Was den Alltag betrifft, so ist man natürlich versucht, die Vergangenheit zu verklären und seinen Standpunkt mit Emotion auszumalen. Aber ich bin da, was das Klima angeht, überhaupt nicht anfällig, und solche Sommer wie derzeit gab bei uns früher nicht. Es gab auch vor allem im Winter wesentlich mehr Schnee. Als Kind hatten wir auch in Norddeutschland nicht selten weiße Weihnachten. Heute ist das einmal in 15 Jahren der Fall. Auch die Einwanderung fremder Arten hat nicht nur mit Handel und unbeabsichtigtem Import nicht indigener Spezies zu tun, sondern mit den immer heißeren Sommern in Deutschland, die Tiere anziehen, die hier eigentlich nicht heimisch sind. Die Messungen sprechen ohnehin eine deutliche Sprache. Nee, ich bin zwar der Meinung, dass man mit Aktivismus wie Blockaden im Berufsverkehr mehr Schaden anrichtet als Gutes erreicht, aber mein Kreuzchen wäre derzeit bei den Grünen. Soviel zum Thema Ideologie.
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Alt 31.08.2022, 22:41   #258
rantanplan
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Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Ich bin inzwischen völlig überzeugt davon, dass es dringend nötig ist, global eine völlig andere Klimapolitik zu fahren. "Club of Rome" - das klang vor 25-27 Jahren wie (w)irrste Prophezeiungen, die nochmal zwei Jahrzehnte zuvor von einigen Schwarzsehern herbeigeunkt worden waren. Der saure Regen hatte aufgehört, das Ozonloch schloss sich wieder - aber ein Trugschluss, dass unsere Umweltprobleme damit überwunden worden wären. Und so wie sich viele deutsche Linke damit geirrt haben, zu meinen, "Soldat spielen sei unnötig und höchstens ein Zeitvertreib für Kinder im Sandkasten" (Stichwort Bundeswehr), so sehr haben sich die deutschen Konservativen überwiegend geirrt, was die Klimakatastrophe angeht. So ehrlich muss man sein. Und wenn ich sehe, wie die FDP derzeit in der Regierung rumhampelt, was Tempolimit angeht, was das steuerliche Subventionieren schwerer, CO2 intensiver Dienstwagen betrifft, was die Unbezahlbarkeit des 9-Euro-Tickets (oder ähnlicher Ansätze) oder die Entrichtung einer Übergewinnsteuer (Stichwort: Mineralölkonzerne) anbelangt, dann sind mir die Grünen inhaltlich mit Abstand die liebste Partei in der aktuellen Regierung (Bei der SPD habe ich die Schnauze voll, was den latenten Kuschelkurs mit Russland angeht, der sich durch die Partei zieht wie Filz). Habeck, Baerbock, Hofreiter - alles Leute, denen ich für ihre rationale und ideologiefreie Art, Dinge anzugehen einfach mal gern die Hand schütteln würde.
Es ist allerdings auch viel Symbolpolitik. Das Tempolimit, die Abschaffung des Dienstwagenprivilegs, das sind Dinge, die man machen kann, die das Klima allein aber nicht retten werden. Das 9-Euro-Ticket war effektiv eine Möglichkeit, die monatliche Belastung von Haushalten zu senken, aber man weiß doch mittlerweile, dass die dadurch vermiedenen Autofahrten minimal waren. Autofahrten vermeiden, Autos abschaffen, geht eigentlich nur mit einem realistischen Preis für ein All-Inclusive-Ticket oder dauerhafter hoher Subvention bei gleichzeitigem Ausbau des ÖPNV.

Und wer macht momentan Übergewinne? Das Merrit-Order-Prinzip wurde ja schon an anderer Stelle thematisiert - Übergewinne machen also zum Beispiel (auch) Betreiber von Windkraftanlagen, Photovoltaik, die ihren günstig erzeugten Strom zu den Peak-Preisen von Gaskraftwerken loswerden. Idealerweise investieren sie das Geld, haben also kaum Gewinne. Bei den Ölkonzernen sieht es etwas anders aus, aber welche nennenswerten deutschen Ölkonzerne gibt es?

Die Grünen bekommen derzeit ihr Wunschszenario durch Putin bzw. die globale Situation geliefert. Fossile Energie wird immer teurer, man muss also gar nicht die CO2-Steuer jedes Jahr erhöhen, die Leute sind gezwungen, umzurüsten. Nur werden die Eigentümer im Mieterland #1 in der EU (49,5% 2020) den Teufel tun, und Geld in die Hand nehmen. Die steigenden Energiekosten sind ja nicht ihr Problem, bis es zum Zahlungsausfall kommt. An der Stelle fehlt auch von den Grünen ein Konzept, wie Energiesparmaßnahmen umgesetzt werden können, wie man gleichzeitig auch die Fachkräfte beschafft, die Fenster isolieren können, Photovoltaik auf dem Dach installieren können usw.


Zitat:
Was den Alltag betrifft, so ist man natürlich versucht, die Vergangenheit zu verklären und seinen Standpunkt mit Emotion auszumalen. Aber ich bin da, was das Klima angeht, überhaupt nicht anfällig, und solche Sommer wie derzeit gab bei uns früher nicht. Es gab auch vor allem im Winter wesentlich mehr Schnee. Als Kind hatten wir auch in Norddeutschland nicht selten weiße Weihnachten. Heute ist das einmal in 15 Jahren der Fall. Auch die Einwanderung fremder Arten hat nicht nur mit Handel und unbeabsichtigtem Import nicht indigener Spezies zu tun, sondern mit den immer heißeren Sommern in Deutschland, die Tiere anziehen, die hier eigentlich nicht heimisch sind. Die Messungen sprechen ohnehin eine deutliche Sprache. Nee, ich bin zwar der Meinung, dass man mit Aktivismus wie Blockaden im Berufsverkehr mehr Schaden anrichtet als Gutes erreicht, aber mein Kreuzchen wäre derzeit bei den Grünen. Soviel zum Thema Ideologie.
Die Grünen sind ja ohnehin nicht diejenigen, die Blockaden im Berufsverkehr verursachen. Da reden wir eher von Menschen, denen die grüne Politik nicht weit genug geht. Das Klima werden wir dennoch nur dann verbessern, wenn alle an einem Strang ziehen und es sich leisten können, mitzuziehen. Zum Thema "Klimaschutz ja, aber sozial gerecht" fällt mir derzeit tatsächlich keine einzige Partei ein.
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Alt 01.09.2022, 08:16   #259
Der Zerquetscher
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Es ist allerdings auch viel Symbolpolitik. Das Tempolimit, die Abschaffung des Dienstwagenprivilegs, das sind Dinge, die man machen kann, die das Klima allein aber nicht retten werden. Das 9-Euro-Ticket war effektiv eine Möglichkeit, die monatliche Belastung von Haushalten zu senken, aber man weiß doch mittlerweile, dass die dadurch vermiedenen Autofahrten minimal waren. Autofahrten vermeiden, Autos abschaffen, geht eigentlich nur mit einem realistischen Preis für ein All-Inclusive-Ticket oder dauerhafter hoher Subvention bei gleichzeitigem Ausbau des ÖPNV.

Und wer macht momentan Übergewinne? Das Merrit-Order-Prinzip wurde ja schon an anderer Stelle thematisiert - Übergewinne machen also zum Beispiel (auch) Betreiber von Windkraftanlagen, Photovoltaik, die ihren günstig erzeugten Strom zu den Peak-Preisen von Gaskraftwerken loswerden. Idealerweise investieren sie das Geld, haben also kaum Gewinne. Bei den Ölkonzernen sieht es etwas anders aus, aber welche nennenswerten deutschen Ölkonzerne gibt es?

Die Grünen bekommen derzeit ihr Wunschszenario durch Putin bzw. die globale Situation geliefert. Fossile Energie wird immer teurer, man muss also gar nicht die CO2-Steuer jedes Jahr erhöhen, die Leute sind gezwungen, umzurüsten. Nur werden die Eigentümer im Mieterland #1 in der EU (49,5% 2020) den Teufel tun, und Geld in die Hand nehmen. Die steigenden Energiekosten sind ja nicht ihr Problem, bis es zum Zahlungsausfall kommt. An der Stelle fehlt auch von den Grünen ein Konzept, wie Energiesparmaßnahmen umgesetzt werden können, wie man gleichzeitig auch die Fachkräfte beschafft, die Fenster isolieren können, Photovoltaik auf dem Dach installieren können usw.
Ja, da ist in der Tat viel Symbolpolitik. Ich selbst bin nicht nur aus Umweltgründen für das Tempolimit, sondern auch, weil ich seit 13 Jahren arbeitstäglich eine Ausfahrt lang Autobahn fahre. Zweimal am Tag. Und was man da erlebt an rücksichtslosen Typen in Anzügen und dicken Autos (Bias Mode off), die fahren, als wären sie allein auf der Schnellstraße, lässt sich nicht vernünftig ermessen. Da wird man als vernunftbegabter Mensch ganz automatisch zum Tempolimitbefürworter. Was aber nun die CO2-Bilanz angeht... Ich bin überhaupt kein Fan davon, ein hübsches Mädchen als Klimaprofi vor die Kameras zu setzen eigentlich allein deshalb, weil sie hübsch ist und die Männer hingucken, aber hier hat die Neubauer einen Punkt. Wenn der Wissing 13,66 Millionen Tonnen CO2 einsparen möchte, dann ist das noch zu wenig. Andererseits könnte er seinen geplanten "Erfolg" ganz einfach um 10 bis 35 Prozent erhöhen, wenn das Tempolimit käme, das immerhin 1,9 bis 5,4 Millionen Tonnen CO2 einsparen würde.

Außerdem finde ich die Formulierung mit dem "Wunschszenario" unglücklich. Man kann in der Vergangenheit den Grünen so manches vorwerfen, aber von einem Krieg (bewusst) zu profitieren, gehört auch historisch nicht dazu. Da sind die vielleicht sogar die letzte Partei, die mir in dem Zusammenhang einfiele.

Was die Gewinne der Erzeuger erneuerbarer Energien angeht, so muss man die Zahlen halt mal in Relation setzen: Ein Unternahmen wie RWE hat einen Jahresumsatz von 25 Milliarden. Die meisten großen Hersteller erneuerbarer Energien machen nur ein Fünftel soviel Gewinn. Das heißt, der Zugewinn wäre ebenfalls nur ein Fünftel und damit nicht selten im unteren dreistelligen Millionenbereich. Dazu kommt, wie du sagst, dass diese Firmen expandieren (müssen!), also dringend zu investieren haben. Ich denke, dass da summa summarum eine Firma wie RWE ziemlich gut dabei wegkommt. Jedenfalls ungleich besser als die Erzeuger erneuerbarer Energie.

Zitat:
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Die Grünen sind ja ohnehin nicht diejenigen, die Blockaden im Berufsverkehr verursachen. Da reden wir eher von Menschen, denen die grüne Politik nicht weit genug geht. Das Klima werden wir dennoch nur dann verbessern, wenn alle an einem Strang ziehen und es sich leisten können, mitzuziehen. Zum Thema "Klimaschutz ja, aber sozial gerecht" fällt mir derzeit tatsächlich keine einzige Partei ein.
Zum Glück finden diese Autobahnaktionen und Verkehrsknotenpunkt-Sit-Ins nicht die breite Zustimmung bei den Grünen. Wäre das so, würde ich die Partei sicher nicht loben. Und was das Soziale angeht, so befürchte ich, werden wir uns noch umsehen in Deutschland. Stichwort Implosion der Hauptschulen, (meist totgeschwiegene) Migrations- und Integrationsproblematik, wachsende Kluft zwischen Spitzenverdienern und Prekariat, einem aus allen Nähten platzenden Sozialstaat... Ich muss ehrlich sein, auch als extrem positiver und tiefenentspannter Mensch sehe ich da schwarz, was die Zukunft angeht.
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Geändert von Der Zerquetscher (01.09.2022 um 08:26 Uhr).
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Alt 01.09.2022, 08:39   #260
Creed
Schädelbasisbruch
 
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Ja, da ist in der Tat viel Symbolpolitik. Ich selbst bin nicht nur aus Umweltgründen für das Tempolimit, sondern auch, weil ich seit 13 Jahren arbeitstäglich eine Ausfahrt lang Autobahn fahre. Zweimal am Tag. Und was man da erlebt an rücksichtslosen Typen in Anzügen und dicken Autos (Bias Mode off), die fahren, als wären sie allein auf der Schnellstraße, lässt sich nicht vernünftig ermessen. Da wird man als vernunftbegabter Mensch ganz automatisch zum Tempolimitbefürworter. Was aber nun die CO2-Bilanz angeht... Ich bin überhaupt kein Fan davon, ein hübsches Mädchen als Klimaprofi vor die Kameras zu setzen eigentlich allein deshalb, weil sie hübsch ist und die Männer hingucken, aber hier hat die Neubauer einen Punkt. Wenn der Wissing 13,66 Millionen Tonnen CO2 einsparen möchte, dann ist das noch zu wenig. Andererseits könnte er seinen geplanten "Erfolg" ganz einfach um 10 bis 35 Prozent erhöhen, wenn das Tempolimit käme, das immerhin 1,9 bis 5,4 Millionen Tonnen CO2 einsparen würde.
Was man beim Tempolimit auch nicht vergessen sollte, es wäre eine Maßnahme die quasi nix kostet und sie wäre sofort umsetzbar. In Anbetracht dessen finde ich ein Ersparnis von 1,9 bis 5,4 Millionen Tonnen CO2 eigentlich ziemlich gut. Klar im Verkehrssektor müsste noch mehr passieren um die Klimaziele zu erreichen, ein Tempolimit wäre aber schon mal ein guter Anfang.
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Alt 01.09.2022, 09:00   #261
k-town1900
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Was man beim Tempolimit auch nicht vergessen sollte, es wäre eine Maßnahme die quasi nix kostet und sie wäre sofort umsetzbar. In Anbetracht dessen finde ich ein Ersparnis von 1,9 bis 5,4 Millionen Tonnen CO2 eigentlich ziemlich gut. Klar im Verkehrssektor müsste noch mehr passieren um die Klimaziele zu erreichen, ein Tempolimit wäre aber schon mal ein guter Anfang.
Das 9€ Ticket hat laut unserer Tageszeitung auch ca 1,8 Mio t gespart
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Alt 01.09.2022, 20:22   #262
rantanplan
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Ja, da ist in der Tat viel Symbolpolitik. Ich selbst bin nicht nur aus Umweltgründen für das Tempolimit, sondern auch, weil ich seit 13 Jahren arbeitstäglich eine Ausfahrt lang Autobahn fahre. Zweimal am Tag. Und was man da erlebt an rücksichtslosen Typen in Anzügen und dicken Autos (Bias Mode off), die fahren, als wären sie allein auf der Schnellstraße, lässt sich nicht vernünftig ermessen. Da wird man als vernunftbegabter Mensch ganz automatisch zum Tempolimitbefürworter. Was aber nun die CO2-Bilanz angeht... Ich bin überhaupt kein Fan davon, ein hübsches Mädchen als Klimaprofi vor die Kameras zu setzen eigentlich allein deshalb, weil sie hübsch ist und die Männer hingucken, aber hier hat die Neubauer einen Punkt. Wenn der Wissing 13,66 Millionen Tonnen CO2 einsparen möchte, dann ist das noch zu wenig. Andererseits könnte er seinen geplanten "Erfolg" ganz einfach um 10 bis 35 Prozent erhöhen, wenn das Tempolimit käme, das immerhin 1,9 bis 5,4 Millionen Tonnen CO2 einsparen würde.
So genau verstehe ich ohnehin nicht, was die FDP so umtreibt bzw. was sie sich erhofft. Je nach Umfrage sind zwar 33-36% der Deutschen (eher) gegen ein Tempolimit, aber einerseits kann die FDP ja nicht darauf hoffen, dass die alle auch mal die FDP wählen, andererseits gibt es gewiss auch unter den Tempolimit-Befürwortern ein paar, die die FDP wählen würden. Man kann natürlich immer mit dem Freiheitsaspekt kommen, aber dadurch wird es halt auch Symbolpolitik in die andere Richtung. Ich habe auch grundsätzlich gar nichts gegen Symbolpolitik, wenn diese einem größeren Ziel dient. Der Kölner Dom wird nicht mehr beleuchtet, die Ersparnis entspricht dem Stromverbrauch von 100 Haushalten, das sind ja auch absolute Peanuts im Vergleich zu mehreren Hunderttausenden Haushalten in Köln, die Strom verbrauchen. Aber ja, nehmen wir die paar Millionen mit - ich sehe da nicht wirklich einen Nachteil, außer dass manche Leute 5 Minuten länger für eine durchaus lange Strecke brauchen. Womöglich kommen sie teilweise sogar schneller ans Ziel, weil deutliche Geschwindigkeitsunterschiede ja durchaus auch Stauursache sein können.

Zitat:
Außerdem finde ich die Formulierung mit dem "Wunschszenario" unglücklich. Man kann in der Vergangenheit den Grünen so manches vorwerfen, aber von einem Krieg (bewusst) zu profitieren, gehört auch historisch nicht dazu. Da sind die vielleicht sogar die letzte Partei, die mir in dem Zusammenhang einfiele.
Ja, das kann man durchaus als unglücklich bezeichnen. Ich denke, die Aussage dahinter ist klar: Vieles von dem, was jetzt an Energiesparmaßnahmen gemacht wird, vieles was jetzt an Umdenken stattfindet, war und ist ja durchaus notwendig und das, was die Grünen fordern. Ohne diesen Krieg, ohne die globale Situation, wäre das nur mit Preissteigerungen durch Steuern, mit Verboten (oder dem, was viele als "Verbote" wahrnehmen möglich gewesen. Natürlich glaube ich nicht, dass die Grünen innerlich über diesen Krieg jubeln, aber so wird das Notwendige von Bürgern und Unternehmen umgesetzt, ohne dass diese insgeheim die Grünen verfluchen.

Zitat:
Was die Gewinne der Erzeuger erneuerbarer Energien angeht, so muss man die Zahlen halt mal in Relation setzen: Ein Unternahmen wie RWE hat einen Jahresumsatz von 25 Milliarden. Die meisten großen Hersteller erneuerbarer Energien machen nur ein Fünftel soviel Gewinn. Das heißt, der Zugewinn wäre ebenfalls nur ein Fünftel und damit nicht selten im unteren dreistelligen Millionenbereich. Dazu kommt, wie du sagst, dass diese Firmen expandieren (müssen!), also dringend zu investieren haben. Ich denke, dass da summa summarum eine Firma wie RWE ziemlich gut dabei wegkommt. Jedenfalls ungleich besser als die Erzeuger erneuerbarer Energie.
Ich bin mir nicht sicher, ob es eine PR-Aktion ist, aber ich fahre relativ oft durch den Braunkohletagebau Garzweiler. Natürlich gibt es da Kraterlandschaften, aber es gibt auch eine Unmenge von Windkrafträdern mit RWE-Logo, oft auch NEW-Logo (Tochter von Innogy und den dort ansässigen Kommunen) und immer wenn ich durchfahre, sind neue im Bau. Auf Anhieb finde ich keine brauchbare Übersicht, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Stromriesen recht weit vorne unter den Produzenten von Erneuerbaren Energien sind. Aber was kann man da tun? Am Ende steht eine Zahl X als Gewinn, im - für RWE - besten Fall, wird die nicht als Übergewinn gesehen, vielleicht subventionieren die EE derzeit den Rest, vielleicht decken die EE die Investitionen in weitere EE, da kann man wohl gar nicht so pauschal sagen, ob nun in einem Geschäftsfeld Übergewinne entstehen.


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Zum Glück finden diese Autobahnaktionen und Verkehrsknotenpunkt-Sit-Ins nicht die breite Zustimmung bei den Grünen. Wäre das so, würde ich die Partei sicher nicht loben. Und was das Soziale angeht, so befürchte ich, werden wir uns noch umsehen in Deutschland. Stichwort Implosion der Hauptschulen, (meist totgeschwiegene) Migrations- und Integrationsproblematik, wachsende Kluft zwischen Spitzenverdienern und Prekariat, einem aus allen Nähten platzenden Sozialstaat... Ich muss ehrlich sein, auch als extrem positiver und tiefenentspannter Mensch sehe ich da schwarz, was die Zukunft angeht.
In dem Punkt brauchen wir vor allem einen effizienten Staat. In der Schulthematik bist du gewiss viel mehr drin als ich, hier ist glaube ich auch nicht viel an Effizienz rauszuholen, außer "lebenslanges Lernen" auch für Lehrer. Vielleicht ist es heute besser, aber zu meiner Schulzeit war da insbesondere bei älteren Lehrern halt auch nicht viel Effizienz. In den Behörden sehe ich dagegen extrem viel Potential. Man kann in den Behörden extrem viel vereinfachen. Durch Datenaustausch, durch weniger Bürokratie und vieles mehr. Es ist nicht vermittelbar, warum etliche Beamte sich nacheinander um den gleichen Vorgang kümmern. Das sind dann die Kapazitäten, die fehlen, wenn es zum Beispiel um eine vernünftige Betreuung von Arbeitslosen geht. Es bringt ja nichts, den Arbeitssuchenden zum 5. Bewerbungscoaching zu schicken und damit Statistiken schön zu machen. Wir haben in vielen Bereichen längst einen Arbeitnehmermarkt, die Unternehmen suchen, finden aber nicht. Entsprechend muss der Fokus auf Umschulungen liegen, auf Anerkennung von erworbenen Abschlüssen in anderen Ländern, auf Deutschkurse (Stichwort Ukraine-Flüchtlinge), auf individueller Betreuung der Arbeitssuchenden, nicht um die Vermittlung in seltsame Kurse.

Anderes Beispiel sind die Krankenkassen. Ich will gar nicht populistisch wirksam sagen, dass es ein Problem wäre, wenn 97 Menschen ein Vorstandsgehalt bei einer Krankenkasse verdienen. Aber dass wir 97 verschiedene Systeme mit unterschiedlichen Leistungen haben, finde ich schon schwierig. Konkurrenz ist gut, aber vielleicht reichen 10? Bei der Wahl des Handy/Festnetz-Anbieters haben die Leute weniger Wahlfreiheit.

Man braucht ja nicht einmal weniger "Staat", sondern nur einen effizienteren Staat. Beispiel Rentenversicherung: Im Dezember hat man mir bei der DRV Bund gesagt, dass die Angelegenheiten meines verstorbenen Vaters erledigt wären. Im Juli bekomme ich ein Schreiben mit der Anforderung von Unterlagen und die Bitte, noch ein Formular an die Krankenkasse zu schicken. Für mich ein paar Minuten Aufwand, lästig, aber okay. Für die DRV und für die Barmer aber ein ebenso großer Aufwand. Meine Eltern waren beide bei der DRV Bund und bei der Barmer - kann man in 2022 da nicht einfach meine Einwilligung für den elektronischen Datenaustausch einholen? Die haben ja beide alle Infos, müssen sie nur irgendwie zusammenführen...und brauchen dafür Formulare.
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Alt 01.09.2022, 21:37   #263
Nani
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Was die FDP will? Das ist auf Bundesebene seit Jahrzehnten eigentlich recht einfach: Das, was ihnen die Unternehmen diktieren, die sich die FDP eingekauft haben.

Eine gesunde Volkswirtschaft, eine liberale Gesellschaft, eine intakte Umwelt und glückliche Menschen sind denen egal. Wenn der Maßstab für schlechte Menschen nicht von AfD & co. so tief herabgesetzt worden wäre, würde ich anfangen Superlative zu vergeben.
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Alt 01.09.2022, 21:46   #264
y2jforever
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Zitat:
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Was die FDP will? Das ist auf Bundesebene seit Jahrzehnten eigentlich recht einfach: Das, was ihnen die Unternehmen diktieren, die sich die FDP eingekauft haben.

Eine gesunde Volkswirtschaft, eine liberale Gesellschaft, eine intakte Umwelt und glückliche Menschen sind denen egal. Wenn der Maßstab für schlechte Menschen nicht von AfD & co. so tief herabgesetzt worden wäre, würde ich anfangen Superlative zu vergeben.
Wobei wenn man jetzt böse wäre durchaus sagen könnte, dass der Unterschied zwischen FDP und AfD bei der Wirtschaftspolitik eigentlich nur ist, dass die FDP kein Problem damit hat auch Ausländer auszubeuten ...
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Alt 01.09.2022, 21:58   #265
Nani
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Zitat von y2jforever Beitrag anzeigen
Wobei wenn man jetzt böse wäre durchaus sagen könnte, dass der Unterschied zwischen FDP und AfD bei der Wirtschaftspolitik eigentlich nur ist, dass die FDP kein Problem damit hat auch Ausländer auszubeuten ...
Ausbeuten wollen die Rechten die Ausländer auch.

Die Unterschiede sind, dass die FDP nicht die Demokratie abschaffen will, Gewalttaten rechtfertigt und zwischenmenschlich diskussionsfähig ist.

Rüde ausgedrückt, die AfD will vorsätzlich Menschen kaputt machen. Die FDP nimmt dies lediglich billigend in Kauf.
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Geändert von Nani (01.09.2022 um 21:59 Uhr).
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Alt 01.09.2022, 22:15   #266
Riddler
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Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Ausbeuten wollen die Rechten die Ausländer auch.

Die Unterschiede sind, dass die FDP nicht die Demokratie abschaffen will, Gewalttaten rechtfertigt und zwischenmenschlich diskussionsfähig ist.

Rüde ausgedrückt, die AfD will vorsätzlich Menschen kaputt machen. Die FDP nimmt dies lediglich billigend in Kauf.
Also könnte man umgekehrt auch sagen, die AfD macht genau das, wozu sich FDP (und auch die CSU) bislang nicht getraut haben?
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Alt 01.09.2022, 22:44   #267
y2jforever
Genickbruch
 
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Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Ausbeuten wollen die Rechten die Ausländer auch.

Die Unterschiede sind, dass die FDP nicht die Demokratie abschaffen will, Gewalttaten rechtfertigt und zwischenmenschlich diskussionsfähig ist.

Rüde ausgedrückt, die AfD will vorsätzlich Menschen kaputt machen. Die FDP nimmt dies lediglich billigend in Kauf.
Deswegen sagte ich ja in der Wirtschaftspolitik
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Alt 02.09.2022, 00:32   #268
k-town1900
Schädelbasisbruch
 
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Zitat:
Zitat von Riddler Beitrag anzeigen
Also könnte man umgekehrt auch sagen, die AfD macht genau das, wozu sich FDP (und auch die CSU) bislang nicht getraut haben?
Naja, die AFD hat ein Wahlprogramm das der CDU/CSU von vor 20,25 Jahren doch sehr ähnelt. Die haben das Rad nicht neu erfunden sondern einfach nur abgeschrieben von den von ihn so verteufelten Altparteien. Ich habe es noch nie verstanden wie jemand der keine +10.000€ (früher 10.000 DM) Brutto verdient oder Beamter ist CDU/CSU/FDP heute auch AFD wählen kann. Diese Parteien standen/stehen nie für den kleinen Arbeiter ein damals wie heute, auch wenn Merz (gerade Merz ) in der Opposition gerne etwas anderes erzählt.

Um aber auf das eigentliche Thema zurück zu kommen:
Ich hatte einen Lehrer (mein Klassenlehrer in der 8. + 9. Klasse Hauptschule) der war der 68er Bewegung entsprungen. Der hätte vor meiner Zeit durchgesetzt das einige qm vom Pausenhof durch einen Teich ersetzt wurden mit dazugehöriger natürlich entstandener Wiese. Er hat (natürlich) auch Biologie unterrichtet und wir "durften" 1x/Jahr raus gehen auf die Wiese um invasive Pflanzen zu jäten. Er hat durchgesetzt das im Werkunterricht jedes Halbjahr für 4 Wochen Nistkasten für Vögel oder Fledermäuse gebaut wurden die im Herbst im Wald rund um die Schule von seinen Biologieklassen aufgehängt wurden. Im Herbst gingen wir im Unterricht raus um die Nistkästen zu säubern (wenn ich daran denke wie wackelig die Leiter oft war die wir zu den Kasten hochgeklommen sind, da gäbe es heute haufenweise Anzeigen wegen Gesundheitsgefährdung oder so). Damals haben wir ihn verspottet, was wir einem nicht zu geringen Teil von unseren Eltern gelernt haben (zb warum sollten wir den Müll nicht aus dem Autofenster werfen da draußen ist doch genug Platz), heute würde ich mich echt gerne (wenn er noch leben würde) bei ihm entschuldigen. Er hatte damals in vielen Dingen Recht wie zb, wenn jeder seine Grundstücksgrenze anstatt mit einer Beton oder gemauerte Wand mit einer Naturmauer abgrenzen würde wäre schon viel für den Artenschutz getan. Wenn jeder ein Eckchen im Garten einfach wuchern lassen würde, wäre viel für den Artenschutz getan, usw

Was mich allerdings sehr interessieren würde, er hat in den 60er den Wehrdienst (damals nannte man es auch Kriegsdienst) verweigert, er stand vor der US Air Base Sembach mit ein paar anderen Leuten und demonstrierte gegen die Stationierung von F16, Ami Go Home.. was er heute über seine damaligen Aktionen denkt.
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Alt 11.11.2022, 08:23   #269
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Wenn sich Mal wieder wer wundern sollte, warum bei der Bekämpfung der Klimakrise genau 0 weitergeht.
Am besten fasst ja den Status dieser Konferenz im speziellen und der Klimapolitik im generellen wirklich der Spruch von Philip Jakpor zusammen: wer Malaria bekämpfen möchte, lädt ja auch nicht die Moskitos ein.
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Wenn ein Nichtschwimmer ersauft ist das nicht tragisch, sondern konsequent. Gerhard Polt
Ich esse aus religiösen Gründen keine Leber. Welcher Konfession gehören sie an? Ich bin Alkoholiker.
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