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Alt 14.07.2020, 21:50   #126
Nani
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 02.12.2003
Beiträge: 15.314
Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Wahrscheinlich hast Du Recht, lieber Nani. Im Ernst. So hatte ich das nicht gemeint, dass nicht viel mehr über diese Berufe gesprochen gehört. Vor allem das Wort Wertschätzung in Bezug auf die, die ihre Gesundheit riskieren (medizinisches Personal, Feuerwehr, Polizei) würde ich hier besonders herausstreichen. Ich weiß, dass dieses "früher war alles besser" im Allgemeinen Unsinn ist, aber dass Sanitäter attackiert werden, weil man null Respekt vor deren Arbeit hat und solche Autoritäten nicht mehr akzeptiert, gab es früher nicht. Oder nicht entfernt so oft wie heute. Und warum das so ist - DAS wäre die interessante Frage. Was hat sich in unserer Gesellschaft verändert?
Ob es früher besser war, weiß ich nicht. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann diese Jobs wirklich gefördert und gefordert wurden.

Das hat mich schon immer in der Bildung geärgert. Zum einen werden Lehrer oft nicht respektiert. Zum anderen finde ich, dass viele Leute dem Beruf nicht gewachsen sind. Bei der Polizei ist das ähnlich.

Ich finde darum auch nicht, dass der Aufschrei übertrieben ist. Das einzige was sich die Aufschreienden vorwerfen lassen müssen, ist, dass viele von ihnen die Polizei seit Jahren diffamieren. Andere Seite der gleichen Münze.
__________________
Die Öko-Krise ist kein Glauben, sondern eine Tatsache.

Angststörung + Irreführung = Extremismus
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Alt 15.07.2020, 00:38   #127
Coach CoC
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 22.08.2002
Beiträge: 3.037
Zitat:
Zitat von Der Landrat Beitrag anzeigen
In diesem Thread wurde..
Ich habe mich auf den Link in diesem Thread bezogen, in der die verlinkte Presse von "Stammbaumforschung" spricht. Woraufhin einige User, die ich um des lieben Friedes willen nicht direkt angehen wollte, über Bestandteile des Ariernachweises fabulierten. So nachzulesen auf den letzten Seiten. Das niemand wortwörtlich die Polizei "Nazis" nennt, ist mir da egal. Die letzte "Polizei" die in Deutschland über die arische Herkunft ermittelt hat, war im 3. Reich. Wer da versucht eine Verknüpfung zur Polizei des Jahres 2020 herzustellen, verknüft mit dem 3. Reich.
Das man aus den benutzten Begriffen der Polizei, ausgerechnet das Wort "Stammbaumforschung" macht, hat eine Intention. Wer behauptet die CDU lasse zu "Rasse" forschen und zu "vollwertigen Deutschen" hat eine Intention oder folgt einer politischen Intention ohne es selbst zu merken.
Wer versucht herauszufinden, wer deine Elternteile sind, forscht im übrigen nicht über den Stammbaum. Wie der Ausdruck schon andeutet, geht es da um mehrere Generationen. Und genauso wurde es in den Folgenden Beiträgen (falsch) verstanden und weiter verbreitet. Ich kann gern Hinweise auf politische Intentionen bzw. Missverständlichkeiten unterlassen, aber denke nicht, dass dies wirklich im Interesse des Forums bzw. eines objektiven Wahrheitsbegriffes ist.
Vor meinem Beitrag haben User in diesem Thread sogar Verwirrung darüber geäußert warum die Polizei zu Rasse forscht und über mögliche Gründe nachgedacht.

Desweiteren liefere ich für externe Informationen regelmäßig Links mit oder zumindest nach. Polemik als Stilmittel lasse mir immer vorwerfen, Polemik ohne Inhalt gibt es bei mir nicht.

Verstoß gegen Boardregeln gab es hier nicht. Ich gehe mal im guten Glauben von einem Missverständnis der eifrigen Moderation aus und nicht von Schikane.

@boardhellinacell

Idioten wären es genauso, wenn die Randalierer blond und blauäugig wären, das ist doch keine Frage. Die Ermittlungen der Polizei verschaffen uns Informationen die für Milieustudien wichtig sind. Augbauend auf Milieustudien, also der Untersuchung wer ist das eigentlich und was macht er so, können dann politisch-gesellschaftliche Maßnahmen ergriffen werden. Zum Beispiel mehr Sozialarbeiter an Brennpunkten sozialer Unruhe. Jugendclubs! Sportförderung. Klingt bescheuert, sind aber ein tausendfach erprobte Mittel. Die müssen allerdings finanziert werden. Und soetwas bekommt man der Bevölkerung nur verkauft, wenn man Studien hat, die die eigene Ahnung belegen. Und selbst dann oft leider nicht.

@Cockney

Ich ging zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass du, wie andere, den Inhalt der Aussagen der Polizei bewusst intentiös interpretierst. Der Gedanke, es könnte sich um ein Missverständnis der User handeln, kam mir nicht. Daher der raue Ton. Eine Herabwertung der Diskussionsteilnehmer war aber, durch den Ton, nicht beabsichtigt. Ich bin immer an Austausch interessiert. Diskussion, auch scharfe, ist meiner Meinung lebenserhaltender Bestandteil der Demokratie. Nur Anhänger von Totalitarismus weigern sich mit dem "Feind" zu sprechen.
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Kenny Saturn
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Alt 15.07.2020, 10:50   #128
DocKeule
Disqualifiziert
 
Registriert seit: 11.09.2008
Beiträge: 7.498
Zitat:
Zitat von boardhellinacell Beitrag anzeigen
Link bitte. Würde gerne sehen, wo das mal jemand gesagt hat. Nach allem was ich weiß, kann genauso das Gegenteil der Fall sein. Bin aber auch Ösi und kriege nicht alles mit.
Das ergibt wenig Sinn, wenn man spezifisch nach noch dem kleinsten Migrationshintergründchen suchen will oder?

Als Ursprung des Vorgehens haben viele mittlerweile einen Antrag der CDU-Fraktion aufgemacht, der es schafft innerhalb weniger Zeilen die "Rassismuskeule" gegen die Polizei zu beanstanden und mehr als ein Dutzend Mal den Migrationshintergrund der Verdächtigen genauer ausleuchten zu wollen.


Zitat:
Zitat von boardhellinacell Beitrag anzeigen
Dann wird da wieder was instrumentalisiert. Die großen Schlagzeilen bei uns drehen sich nur noch um den Vorfall in Verbindung mit der BLM Bewegung...
Das wurde hier von den Rechten auch kurzfristig versucht, eben auch im Zusammenhang von der Kritik von Saskia Esken. Verfangen hat sich das aber kaum.


Zitat:
Zitat von boardhellinacell Beitrag anzeigen
Eine bei der nicht ohne Wissen über Hintergründe auf die Polizei drauf gehauen wird. Ob jetzt die Polizisten die Idioten waren oder die Jugendlichen ist mir grundsätzlich ziemlich egal. Die Idioten sollten bestraft werden und alle anderen sollten daraus lernen, damit so eine Sache nicht wieder passiert. Das ist halt schwierig wenn man von Haus aus davon ausgeht, dass eine bestimmte Gruppe daran schuld sei.
Ich finde es spannend, dass bei der Polizei jede Kritik gleich "draufhauen" oder "Generalverdacht" oder sonst irgendwie unangemessen sein soll.

Es sagt auch glaube ich niemand, dass die Krawalle gerechtfertigt waren. Aber es ist halt absolut kein singuläres Ereignis und auch nichts, wovon man überrascht tun muss (allein schon deshalb, weil die gleichen Leute alle paar Jahre von den angeblich nie gekannten Ausmaßen "überrascht" sind).


Zitat:
Zitat von boardhellinacell Beitrag anzeigen
Außerdem wäre es wirklich interessant, ob sich die Randale, die ja doch extrem waren, einfach so entwickelt haben, oder ob da eine Gruppe dahinter steckt.
Die Antwort der Polizei ist auch da relativ eindeutig. Nur die Leute, die immer und überall "Linke" als Drahtzieher vermuten, tun das auch hier. Von irgendwie belastbaren Indizien hätte ich dazu zumindest noch nichts gehört.



Zitat:
Zitat von boardhellinacell Beitrag anzeigen
Du vergisst aber leider, dass nicht jeder Polizeieinsatz gleich ist, nicht jeder Betrunkene gleich ist und nicht jede Situation gleich zu handhaben ist. Dazu kommt, dass auch Polizisten Menschen sind. Übrigens kenne ich Situationen, wo sehr wohl deeskalierend eingegriffen wurde, es aber aufgrund fehlender Kooperation es dann doch eskaliert ist. Ich glaube, du stellst dir die Arbeit viel zu einfach vor.
Trotzdem sei erwähnt, dass ich die "Bosspolizisten" auch kenne. Schwiegervater ist bei der Polizei, der kennt genug solche... Aber es sind auch nicht alle so.

Lustig ist, dass du mit dem Alkohol und den Festen eigentlich schon zwei Problemherde ausgemacht hast. Da kann die Polizei noch so lieb sein, da wird es immer wieder eskalieren, sagst du ja selbst. Wenn ich jetzt aber sagen würde, da muss mehr kontrolliert werden oder gar der Alkohol verboten werden, wie würdest du das finden? Einschränkung der Freiheit wäre das, hab ich mal von einem Kumpel dazu gehört.

Und eines noch:
Mir ist "da ist einfach Druck auf dem Kessel" zu einfach. Da dreht einer ab, weil er mit sich nicht klar kommt und dann wird über die Polizei geschimpft, weil die müssen den ja jetzt auf möglichst liebevolle Art runter bringen.
Auf die ganzen "was könnte sein, wenn" gehe ich jetzt nicht ein. Ich habe zumindest nichts über Gewalttätigkeiten oder Unruhe im Vorfeld der Kontrolle gelesen und selbst die Polizei behauptet nicht, einen Pöbler ruhig stellen zu müssen.

Von mehr Kontrollen halte ich nichts, aber über Alkoholbeschränkungen könnte man sicher nachdenken (oder darüber, wie es sein kann, dass öffentliche Saufgelage wie das Oktoberfest etc. bei uns gesellschaftlich einen Freifahrschein erhalten, während ein paar Jugendliche mit Dosenbier ein Ärgernis und eine Joint eine Straftat sind).


Zitat:
Zitat von Flamare Beitrag anzeigen
Ist jetzt aber auch mehr ein Beispiel als eine aussagekräftige Statistik.

Diese Studie sagt dass zumindest seit 2011, also fast 10 Jahre, keine wirkliche quantitative Steigerung zu merken ist. Und wenn, ist meist Alkohol im Spiel. Ich glaube nicht dass "die Jugend von heute den Respekt verloren hat". Betrunkene Idioten sind betrunkene Idioten. Das war vor 10, 20 oder 50 Jahren auch schon so.

Im gleichen Maße würde mich interessieren, ob die Polizei qualitativ vielleicht auch etwas stärker zulangt als früher. Oder schneller. Das rechtfertigt vielleicht keine Gewalt gegen Polizisten, erklärt aber vielleicht warum manche sich genötigt fühlen das zu tun.
Zumindest im Fall der Polizei sagen ihre eigenen Statistiken auch etwas vollkommen anderes, als sämtliche Polizei-Lobbyisten oder Innenminister immer wieder behaupten. Ich hab mir für eine ähnliche Debatte auf einer anderen Plattform mal die offiziellen Statistiken vorgenommen (die sowieso problematisch sind, weil es Eingangsstatistiken sind - es geht also um Verdächtige und nicht Verurteilte und gerade bei der politischen Zuordnung gibt es bei der Polizei eine eklatante Einseitigkeit). Zwischen 2016 und 2019 haben wir einen Rückgang von -51 % bei den schweren Körperverletzungen, -82 % bei den einfachen Körperverletzungen. Nötigungen und Bedrohungen sind stabil.

Was immer gerne als Beleg für die ach so furchtbaren Verhältnisse genommen wird, ist "Widerstand gegen die Staatsgewalt". Das ist aber kein Gewaltdelikt. Widerstand ist schon, wenn jemand die Arme so versteift, dass man ihm schwerer Handschellen anlegen kann oder sich irgendwo festhält, wenn er abgeführt werden soll.
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Alt 15.07.2020, 14:27   #129
Der Zerquetscher
Moderator
 
Registriert seit: 21.05.2002
Beiträge: 10.252
Zitat:
Zitat von Iceman.at Beitrag anzeigen
Ich hab da jetzt eine Theorie, die wird dir vielleicht nicht gefallen, denn der von vielen Konservativen wie dir gepredigte Kapitalismus spielt da eine große Rolle.
Das meiner Meinung nach große Problem ist, kein Normalverdienender, Geringverdiener schon gar nicht, kann sich heute noch ohne Erbschaft als Alleinverdiener mit Familie Wohnraum leisten. Das Ergebnis ist, beide Elternteile müssen arbeiten und das Kind wird ab 2 Jahren in die Kita, dann in den Kindergarten und schlussendlich in die Schule abgeschoben. Dort sollen dann Pädagogen bei 20+ Kindern im Grunde die Erziehung übernehmen, was einfach nicht geht. Die Kinder lernen keine Grenzen kennen, die sie nicht erst übertreten haben.
Früher war alles Besser ist natürlich Blödsinn, aber es war halt doch sehr viel einfacher und auch stressfreier, wenn 1 Verdiener in der Lage war, die Familie zu ernähren und für Wohnraum zu sorgen. Für die Kinder ist keine Zeit da und werden eben auch viel sich selber überlassen, was es sehr viel einfacher macht, falschen Einflüssen ausgesetzt zu sein. Und wie soll ein Kind/Jugendlicher, dem nie anerzogen wurde wo Grenzen liegen und zu ziehen sind, Entscheidungen treffen was richtig und was falsch ist.

Ist wie gesagt nur eine Theorie meinerseits.
So hat halt jeder seinen Lieblingsgrund dafür, dass alles, in dem Fall der Wohnraum, immer teurer wird. Für einen Rechten wären es übrigens die Millionen Zuwanderer, die in den letzten Jahren kamen. Klingt auf den ersten Blick auch nicht gerade wenig plausibel. Ich denke allerdings, es ist eine Mischung aus vielem. Vor allem aber mit dem Grund, dass die Erwartungen an den Lebensstandard seit ein paar Jahrzehnten drastisch gestiegen sind. Zweimal Urlaub im Jahr muss sein. Drittwagen auch, Zweitwagen sowieso. Kochen, nö, wir gehen dreimal die Woche essen (Das war so früher völlig unüblich - da wurde selbstredend zuhause gekocht). Und so weiter und so fort. Und das alles zusätzlich zum Häuslebau. Dazu kommt die Verstädterung der Landschaft, denn Jobs findet man immer seltener auf dem Land (Ein Grund übrigens, Homeoffice auszuweiten), aber Hauskauf ist dort halt wesentlich günstiger. Auch heute noch. Es ist schon richtig, was du sagst (oder meinst), dass das Leben immer schneller durchgetaktet ist, weil man mithalten können möchte mit den anderen, die wie die Irren malochen. Wer hier hat ein ziemlich neues Handy? Ich meine so eins, das ohne Not bald nach Erscheinen gekauft wurde? Es wären vermutlich nicht wenige. Wo ich dir völlig Recht gebe, ist der Punkt, an den du vermutlich willst und mit dem du dich kritisch gegen Gesellschaften wendest, die mit Wohnraum spekulieren und mit Preisen wuchern. Da bin ich sofort bei dir.

Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Ob es früher besser war, weiß ich nicht. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann diese Jobs wirklich gefördert und gefordert wurden.

Das hat mich schon immer in der Bildung geärgert. Zum einen werden Lehrer oft nicht respektiert. Zum anderen finde ich, dass viele Leute dem Beruf nicht gewachsen sind. Bei der Polizei ist das ähnlich.
Mit Sicherheit. Bei den Lehrern würde ich sagen, dass gefühlte 10% mit dem Job vollkommen überfordert sind. Mag bei der Polizei ähnlich sein. Und bei vielen anderen Jobs wahrscheinlich auch.

Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Ich finde darum auch nicht, dass der Aufschrei übertrieben ist. Das einzige was sich die Aufschreienden vorwerfen lassen müssen, ist, dass viele von ihnen die Polizei seit Jahren diffamieren. Andere Seite der gleichen Münze.
Das sehe ich auch so. Es sind oft vorgeblich an der Verbesserung der gesellschaftlichen Verhältnisse und der Sicherheit der Lebensumstände aller interessierte Menschen, die in ihren Chimären diese Fortentwicklung wahrscheinlich am liebsten ganz ohne Polizei erreichen würden. Ich weiß nicht, was da manchmal Pate steht, mir persönlich käme da als erstes Schlumpfhausen in den Sinn, aber ich weiß freilich nicht, was bei diesen dauernden Polizei-Bashern tatsächlich die Vision ist. Haben sie jedenfalls Probleme, zögern sonderbarerweise auch die vehementesten Polizeikritiker keine Sekunde, sich hilfesuchend an das Objekt ihres Unmuts wenden. Es ist nicht selten Realsatire.
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"Nachtbesucher" - erschienen im Audioparadies-Verlag, gelesen von Hajo Mans: Hörprobe

Geändert von Der Zerquetscher (15.07.2020 um 14:33 Uhr).
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Alt 18.07.2020, 12:24   #130
Coach CoC
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 22.08.2002
Beiträge: 3.037
Zusammenfassung der letzten Tage:

Bundesinnenministerium nennt Stuttgart einen Gewaltexzess „in dieser Form bisher unbekannt“, im Widerspruch zur hiesigen "normales Weinfest"-Theorie.
Polizei nennt Ermittlungen zum Hintergrund Standardverfahren, grüner Ministerpräsident bezeichnet das Vorgehen als "wichtig".

"Es sei wichtig, mehr über die mutmaßlichen Täter der Stuttgarter Krawallnacht und auch über ihre Lebensumstände zu erfahren - „und das ohne Ansehen der Person“"

https://www.merkur.de/politik/stuttg...-13829918.html

Die Bundesregierung betont, was man eigentlich auch hätte selbst wissen können, "Stammbaumforschung" sei ein "historisch belastetes und nicht angebrachtes Wort", das sich "verbietet".

Das Vorgehen der Polizei wird von Links wieter kritisiert und, in einem aus meiner Sicht deutlich angemesseneren Ton, als "diskriminierend" bezeichnet.

https://www.zeit.de/gesellschaft/zei...-piratenpartei
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Alt 20.07.2020, 11:46   #131
Goldberg070
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Beiträge: 15.786
In Frankfurt gab es am Wochenende ähnliche Szenen: Eine eskalierte Schlägerei, daraufhin Flaschenwürfe auf die Polizei, die vom Mob auch noch mit Applaus gefeiert wurde. Es ist eine beängstigende Entwicklung, die hier von Statten geht. Laut Polizeiangaben soll wohl die Mehrheit der Randalierer einen Migrationshintergrund haben.
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Alt 20.07.2020, 12:38   #132
Der Zerquetscher
Moderator
 
Registriert seit: 21.05.2002
Beiträge: 10.252
Diese Entwicklung gefällt mir auch nicht. Überhaupt nicht. Und das in Deutschland - wo mit am meisten in Polizeiausbildung investiert wird und die Polizei international gesehen weit überdurchschnittliches Ansehen genießt. Traurig.
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Alt 20.07.2020, 13:09   #133
Cockney
Genickbruch
 
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Beiträge: 10.745
An mir ist das bisher total vorbeigegangen, falls es noch anderen so geht, hier mal ein kleiner Artikel dazu.
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Alt 20.07.2020, 17:08   #134
DocKeule
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Beiträge: 7.498
Abgesehen davon, dass das mit "einer neuen Stufe von Gewalt" aus dem Artikel oder "Von der Qualität, aber auch von der Anzahl ist das etwas, was ich in Frankfurt noch nicht erlebt habe" halt immer noch Unsinn ist...ich denke, das wird kurzfristig nicht besser werden, weil sich die grundlegende Situation nicht ändert.

Die Menschen können (heute) grundlegende soziale Handlungen nicht ausführen, weil die dazu nötigen Orte nicht zugänglich sind. Also kommt es zu solchen "Wilden Partys" (im Sinne von nicht organisiert oder kontrolliert). Viele Menschen mit Alkohol auf verhältnismäßig engem Raum beinhaltet ein hohes Konfliktpotenzial. Das kann sich nach innen oder nach außen entladen.

Letztendlich würde meiner Meinung nach nur helfen, wenn man eine Möglichkeit fände, kontrolliert zu eskalieren (und nichts anderes ist Nachtleben ja über weite Strecken), ohne dabei das Infektionsrisiko on der Pandemie zu vergrößern. Und da fällt mir gerade gar nichts ein.
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Alt 20.07.2020, 21:12   #135
Der Landrat
Moderator
 
Registriert seit: 05.02.2003
Beiträge: 7.866
Zitat:
Zitat von DocKeule Beitrag anzeigen
Abgesehen davon, dass das mit "einer neuen Stufe von Gewalt" aus dem Artikel oder "Von der Qualität, aber auch von der Anzahl ist das etwas, was ich in Frankfurt noch nicht erlebt habe" halt immer noch Unsinn ist...ich denke, das wird kurzfristig nicht besser werden, weil sich die grundlegende Situation nicht ändert.

Die Menschen können (heute) grundlegende soziale Handlungen nicht ausführen, weil die dazu nötigen Orte nicht zugänglich sind. Also kommt es zu solchen "Wilden Partys" (im Sinne von nicht organisiert oder kontrolliert). Viele Menschen mit Alkohol auf verhältnismäßig engem Raum beinhaltet ein hohes Konfliktpotenzial. Das kann sich nach innen oder nach außen entladen.

Letztendlich würde meiner Meinung nach nur helfen, wenn man eine Möglichkeit fände, kontrolliert zu eskalieren (und nichts anderes ist Nachtleben ja über weite Strecken), ohne dabei das Infektionsrisiko on der Pandemie zu vergrößern. Und da fällt mir gerade gar nichts ein.
Wesentlich unterschiedlich ist allerdings die Gewalt, die sich schlagartig gegen die Polizei entlädt. Ist ja nicht so, dass in Großdiskos und während Festivals und ähnlichen Veranstaltungen bei einem aufkommenden Konflikt plötzlich sämtliche Sicherheitskräfte oder die Polizei angegangen wurde. Das ist in der Heftigkeit tatsächlich neu. Und ich denke auch nicht, dass "Dampf ablassen" allein der Grund dieses Handelns ist und das ein Ventil allein darauf ausgerichtet eine Lösung wäre.

Ich denke, es ist ein ekelhafter Cocktail aus der derzeitigen politischen Gesamtlage rund um Rassismus, Polizeigewalt, aufgestautem, sozialem Geltungsbedürfnis junger Menschen und den ersten gemeinsamen Nächten in gelockerten Umgebungen. Traurig, dass eben jene nicht differenziert betrachten können, was richtig und falsch, was wahr und gelogen und in Deutschland an- oder unangebracht, verhältnismäßig oder überzogen ist. Und traurig, dass hierbei jeme profitieren werden, die stets populistisch ihre Hasstriaden äußern. Vermutlich ein Bildungsproblem, wie so oft.

Geändert von Der Landrat (20.07.2020 um 21:14 Uhr).
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Alt 20.07.2020, 21:36   #136
Creed
Schädelbasisbruch
 
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Beiträge: 3.216
Seehofer fordert jetzt doch eine Studie - über Gewalt gegen die Polizei

So weit ich weiß ist es verboten Gewalt gegen die Polizei anzuwenden, also gibt es die logischerweise auch nicht

Aber Spaß beiseite. Man ließt ja immer weider Berichte das die Gewalt zugenommen haben soll. Das man da mal nachforscht, um herauszufinden wie schlimm es wirklich ist und welche Maßnahmen man dagegen ergreifen kann finde ich eine gute Idee. Trotzdem hat es einfach einen Beigeschmack das ausgerechnet Seehofer jetzt eine Studie fordert, nachdem er vor knapp 2 Wochen noch eine andere als unnötig bezeichnet hat. Das macht die Idee natürlich nicht besser oder schlechter, aber ich kann jeden voll und ganz verstehen der irgendeinen hämischen Kommentar von sich gibt.
__________________
Wie heißt es denn so schön? Mario steht für Multikulti, ein Italienischer Klempner, von Japaner erfunden, springt wie ein schwarzer und greift nach Münzen wie ein Jude!

Geändert von Creed (20.07.2020 um 21:43 Uhr).
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Alt 21.07.2020, 07:16   #137
DocKeule
Disqualifiziert
 
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Beiträge: 7.498
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Die eigenen Zahlen der Polizei zeigen seit Jahren stark sinkende Zahlen und es ist ein ziemlich trauriges Bild, dass praktisch alle großen Medien nur die Behauptungen aus der Politik nachplappern, statt die öffentlich zugänglichen Statistiken zu checken.

Es gab übrigens vor rund 10 Jahren schon mal so eine Studie, an der unter anderem Prof. Pfeiffer beteiligt war. Allerdings wollte der das Thema relativ breit angehen und hat in seinem Fragebogen auch Passagen eingebaut um abzufragen, ob Polizisten vielleicht einfach nur empfindlicher auf Kleinigkeiten reagieren.
Daraufhin heulten die Polizeigewerkschaften auf wie Kleinkinder, mehrere Bundesländer stiegen aus der Studie aus und letztendlich beschränkte sich Pfeiffer dann brav auf die reinen gemeldeten Fälle (während die Polizeigewerkschaften in ihren Mitgliederzeitschriften dafür trommelten, doch bitte die "richtigen" Antworten zu liefern, damit das Ergebnis so ausfalle, wie man es sich vorstellt). Die Angaben der Polizei werden selbst von polizeinahen Wissenschaftlern ohnehin als wenig zuverlässig und politisch motiviert kritisiert.

Dass Seehofer diese Studie genau jetzt ankündigt, nicht mal einen Monat, nachdem er die Rassismus-Studie abgeblockt hat, ist reine Trollerei. Es ist rechte Identitätspolitik und soll nur ein Signal an die selbsternannten Konservativen senden. Man könnte es auch als Trump-Move bezeichnen.
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Alt 21.07.2020, 10:03   #138
Coach CoC
Schädelbasisbruch
 
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Beiträge: 3.037
Zitat:
Zitat von DocKeule Beitrag anzeigen
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Die eigenen Zahlen der Polizei zeigen seit Jahren stark sinkende Zahlen und es ist ein ziemlich trauriges Bild, dass praktisch alle großen Medien nur die Behauptungen aus der Politik nachplappern, statt die öffentlich zugänglichen Statistiken zu checken.
Die öffentlichen Zahlen haben allerdings ein großes Dunkelfeld. Es handelt sich nur um angezeigte Taten. Sinkende Zahlen hier könnten auch andere Faktoren haben. Ich finde den Polizei internen Erklärungsansatz: Mangelnde bzw. sinkende Klagebereitschaft, durchaus nachvollziehbar. Wenn erkennbar ist, dass meine Klagen keine Aussicht auf Erfolg haben, dann höre ich irgendwann auf zu klagen.
Das ist aber dann kein Anzeichen für sinkende Gewalt.
Im übrigen einer der Gründe warum regelmäßige Befragungen im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie sinnvoll sind bzw. wären.

Ansonsten stehe ich voll hinter deiner Seehofer Kritik. Die Verknüpfung mit den Ausschreitungen in Stuttgart&Frankfurt ist einfach nur quatschig. Jetzt eine Studie zu Gewalt gegen Polizisten fordern ist ne schlichte Rauchbombe.

Auch "Neue Stufe von Gewalt" ist natürlich eine gewagte Aussage des Innenministeriums. Aber selbst du musst ja überrascht sein, dass sich die Vorkommnisse in Stuttgart so rasch anderswo wiederholt haben. Früher im Thread bist du ja noch davon ausgegangen, zwischen solchen Vorfällen würden "Jahre" vergehen. Ich denke, es würde der Diskussion nicht schaden, wenn du von deinem "normalen Weinfest" ein bisschen abrücken würdest. Dann könnten wir uns vielleicht langsam auf Hintergründe&Lösungsansätze konzentrieren, anstelle von Begrifflichlichkeiten&Seehoferbashing.
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Kenny Saturn
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Alt 22.07.2020, 08:38   #139
DocKeule
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Beiträge: 7.498
OK
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Alt 22.07.2020, 09:54   #140
Humppathetic
Genickbruch
 
Registriert seit: 20.12.2005
Beiträge: 33.640
Zitat:
Zitat von Coach CoC Beitrag anzeigen
Die öffentlichen Zahlen haben allerdings ein großes Dunkelfeld. Es handelt sich nur um angezeigte Taten. Sinkende Zahlen hier könnten auch andere Faktoren haben. Ich finde den Polizei internen Erklärungsansatz: Mangelnde bzw. sinkende Klagebereitschaft, durchaus nachvollziehbar. Wenn erkennbar ist, dass meine Klagen keine Aussicht auf Erfolg haben, dann höre ich irgendwann auf zu klagen.
Das ist aber dann kein Anzeichen für sinkende Gewalt.
Im übrigen einer der Gründe warum regelmäßige Befragungen im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie sinnvoll sind bzw. wären.
Durchaus richtig. Allerdings gab es bisher zweimal den sogenannten DVS (Deutscher Viktimierungssurvey), der auch das Dunkelfeld mit einbezieht. Man geht anhand der darin gesammelten Informationen davon aus, dass sich auch das Dunkelfeld reduziert hat.
Andererseits lassen sich Statistiken natürlich beliebig interpretieren. Zufällig habe ich letztens von der Verkehrssicherheit der letzten Jahre gehört. Laut Statistik gab es letztes Jahr so wenig Tote und Verletzte im Verkehr wie noch nie. Mögliche Schlussfolgerung: Die Menschen fahren sicherer und rücksichtsvoller. Das Gegenteil scheint der Fall. Es gab so viele Unfälle wie nie (oder selten) im letzten Jahr. Die Sicherheit der Autos ist nur einfach weiter gestiegen.

Zitat:
Zitat von Coach CoC
Auch "Neue Stufe von Gewalt" ist natürlich eine gewagte Aussage des Innenministeriums. Aber selbst du musst ja überrascht sein, dass sich die Vorkommnisse in Stuttgart so rasch anderswo wiederholt haben. Früher im Thread bist du ja noch davon ausgegangen, zwischen solchen Vorfällen würden "Jahre" vergehen. Ich denke, es würde der Diskussion nicht schaden, wenn du von deinem "normalen Weinfest" ein bisschen abrücken würdest. Dann könnten wir uns vielleicht langsam auf Hintergründe&Lösungsansätze konzentrieren, anstelle von Begrifflichlichkeiten&Seehoferbashing.
Es wäre einfach schön, wenn weder Medien, noch Politiker ständig in Superlativen redeten. Weder ist das eine neue Stufe der Gewalt, noch war das einfach nur ein aus den Bahnen geratenes Feiern, wie man es auf jedem Weinfest erlebt. Sachlichkeit ist eine Tugend.
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Cuiusvis Hominis Est Errare, Nullius Nisi Insipientis In Errore Perseverare.

Geändert von Humppathetic (22.07.2020 um 09:54 Uhr).
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Alt 22.07.2020, 10:48   #141
DocKeule
Disqualifiziert
 
Registriert seit: 11.09.2008
Beiträge: 7.498
Zitat:
Zitat von Pohjattomat Purkkihousut Beitrag anzeigen
Durchaus richtig. Allerdings gab es bisher zweimal den sogenannten DVS (Deutscher Viktimierungssurvey), der auch das Dunkelfeld mit einbezieht. Man geht anhand der darin gesammelten Informationen davon aus, dass sich auch das Dunkelfeld reduziert hat.
Vor allem geht es hier ausschließlich um Fälle mit Vollstreckungsbeamten als Opfer von Gewalttaten. Dass Polizisten vor Gericht ein Problem damit hätten, sich mit ihrer Version der Geschehnisse durchzusetzen, wäre mir neu.
DocKeule ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.07.2020, 11:23   #142
Cockney
Genickbruch
 
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Beiträge: 10.745
Zitat:
Zitat von Pohjattomat Purkkihousut Beitrag anzeigen
Es wäre einfach schön, wenn weder Medien, noch Politiker ständig in Superlativen redeten. Weder ist das eine neue Stufe der Gewalt, noch war das einfach nur ein aus den Bahnen geratenes Feiern, wie man es auf jedem Weinfest erlebt. Sachlichkeit ist eine Tugend.
Zitat:
Zitat von DocKeule Beitrag anzeigen
Es wäre wirklich wünschenswert, wenn ein Austausch mit Expert*innen wie Professor Zick von der Universität Bielefeld stattfinden würde, bevor große Reden bei Pressekonferenzen geschwungen werden. Es gibt nicht wenig Forschung in Deutschland zu Konfliktforschung und damit auch angesammelte wissenschaftliche Erkenntnisse. Es fehlt allein die Aufarbeitung für das grö0ere Publikum.

Dieses sachliche Interview gibt einige interessante Punkte wieder, gerade bei einer spontanen Konstruktion eines "Wir" und den Optionen von Regulierung, wenn die Eskalation bereits geschehen ist. Da braucht es dann keine großen Versprechen von einem Innenminister, die tendenziell sein Wähler*innenspektrum besänftigen sollen. Da wird die eigene Basis angesprochen und nicht vernünftig analysiert, welche Schritte gemacht müssen.
Cockney ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.07.2020, 11:40   #143
Coach CoC
Schädelbasisbruch
 
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Zitat:
Zitat von DocKeule Beitrag anzeigen
Vor allem geht es hier ausschließlich um Fälle mit Vollstreckungsbeamten als Opfer von Gewalttaten. Dass Polizisten vor Gericht ein Problem damit hätten, sich mit ihrer Version der Geschehnisse durchzusetzen, wäre mir neu.
Andere denkbare Faktoren:

"Gleichwohl wäre es unrealistisch, davon
auszugehen, dass jede Widerstandshandlung an einem Polizeibeamten statistisch erfasst wür-
de. Dies ist einerseits wiederum darauf zurückzuführen, dass selbst bei diesem Delikt Inter-
pretationsspielräume vorhanden sind, einige Beamte ein und dieselbe Tat also möglicherweise
nicht als Widerstandsdelikt einzustufen, andere hingegen schon. Anderseits dürfte es auf Sei-
ten der Beamten eine mehr oder weniger ausgeprägte Toleranz bis hin zur Gleichgültigkeit
gegenüber diesem Delikt geben. Toleranz bedeutet, dass Beamte als Vertreter des Gewaltmo-
nopols, die oft zu potenziell eskalierenden Situationen gerufen werden, durchaus damit rech-
nen, im Rahmen ihrer Tätigkeit angegriffen zu werden; wenn dieser Fall dann eintritt und
keine schweren Folgen nach sich zieht, wird vielleicht auf die Anzeigeerstattung verzichtet.
Gleichgültigkeit mag sich bei dem einen oder anderen Beamten aufgrund einer längeren An-
griffsbiografie eingestellt haben. Wiederholte Angriffe und ausbleibende Sanktionen veran-
lassen einige Beamte möglicherweise dazu, auf die Anzeigeerstattung zu verzichten. Auch für
das Delikt der Widerstandshandlungen gegen die Staatsgewalt gilt deshalb, dass an- oder ab-
steigende Trends in der Kriminalstatistik anzeigebedingt sein können und nicht per se eine
Veränderung der Häufigkeit von Widerstandshandlungen darstellen müssen."

Pfeiffer, Baier, Ellrich: Polizeibeamte als Opfer von Gewalt. Ergebnisse einer Befragung von Polizeibeamten in zehn Bundesländern, Baden-Baden, 2012, S. 8/9.
__________________
"es gibt nur Genickbruch; Gott schütze unser Board"
Kenny Saturn
Coach CoC ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.07.2020, 13:12   #144
DocKeule
Disqualifiziert
 
Registriert seit: 11.09.2008
Beiträge: 7.498
Zitat:
Zitat von Cockney Beitrag anzeigen
Es wäre wirklich wünschenswert, wenn ein Austausch mit Expert*innen wie Professor Zick von der Universität Bielefeld stattfinden würde, bevor große Reden bei Pressekonferenzen geschwungen werden. Es gibt nicht wenig Forschung in Deutschland zu Konfliktforschung und damit auch angesammelte wissenschaftliche Erkenntnisse. Es fehlt allein die Aufarbeitung für das grö0ere Publikum.

Dieses sachliche Interview gibt einige interessante Punkte wieder, gerade bei einer spontanen Konstruktion eines "Wir" und den Optionen von Regulierung, wenn die Eskalation bereits geschehen ist. Da braucht es dann keine großen Versprechen von einem Innenminister, die tendenziell sein Wähler*innenspektrum besänftigen sollen. Da wird die eigene Basis angesprochen und nicht vernünftig analysiert, welche Schritte gemacht müssen.
Gerade im Innen-Ressort ist viel Emotion und Show dabei. Da ist das Ziel oft das "Sicherheitsgefühl des Bürgers, das man vorher selbst mit (oft falschen oder aus dem Zusammenhang gerissenen) Angaben über die Gefahr verunsichert hat.

Abgesehen davon muss man vielleicht auch noch mal dazu sagen: Erklärung heißt nicht Verständnis oder Rechtfertigung. Aber es hilft ja auch nicht, diese Mechanismen zu ignorieren. Jetzt einfach nur nach mehr Druck zu schreien, wird das Problem nicht lösen, höchstens örtlich verdrängen und im schlechtesten Fall noch mehr Gegendruck erzeugen.
DocKeule ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.07.2020, 23:41   #145
rantanplan
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 13.08.2008
Beiträge: 4.094
Zitat:
Zitat von DocKeule Beitrag anzeigen
Mir fehlt auch hier der Quantensprung von einer Gruppe Jugendlicher, die sich mit einem, der auf Drogen kontrolliert wird, solidarisiert, zu einem randalierenden Mob von 500 Leuten. Ansonsten ist ja alles plausibel, was Andreas Zick sagt.

Vielleicht hat jedoch auch der Düsseldorfer OB alles richtig gemacht, indem er Farid Bang zu seinem Sprachrohr hinsichtlich Corona gemacht hat. Weil Farid Bang die "Partyszenen" eher erreicht, als ein Bürgermeister. Spannend wäre es natürlich gewesen, wenn Herr Zick die Zusammensetzung der Partyszenen analysiert hätte, auch um zu sehen, ob Farid Bang da überhaupt ankommt. Wie gesagt, der Düsseldorfer OB macht da viel richtig..
rantanplan ist offline   Mit Zitat antworten
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