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Alt 09.12.2020, 20:42   #22501
Jefferson D'Arcy
Schädelbasisbruch
 
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Zitat von Duke Skywalker Beitrag anzeigen
Welches Problem. Ich hatte mich nur daran erinnert, dass Kain generell keine Actionfilme mag, bzw. die Filme die er mag in ein anderes Genres verschiebt. Selbst wenn der Actionanteil überwiegt und die Filme auch relativ simple strukturiert sind. Terminator 2 z. B.
Das war eine etwas schnippische Reaktion darauf, dass Kain "Die Hard" als stumpf bezeichnet hat.
Das war lediglich eine rhetorische Frage Und "Die Hard" wäre für mich auch nicht stumpf, da gibt es viel passendere Kandidaten.
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"Du Missgeburt - das ist kein Eis - das ist ein Sorbet!"
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Alt 09.12.2020, 23:24   #22502
Kain
Genickbruch
 
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Zitat:
Zitat von Duke Skywalker Beitrag anzeigen
Terminator 2 -> Sci Fi.
Der bedient SF-Themen, er zeigt ein SF-Sujet, er wird als SF-Film bezeichnet (im Gegensatz z. B. zur Action-Film-Serie … ich schiebe da gar nichts irgendwohin.

Davon abgesehen gibt es durchaus Actionfilme die ich mag (z. B. "Lethal Weapon"). Oder SF-Filme, die ich nicht mag (z. B. "The Fifth Element").
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Alt 10.12.2020, 00:18   #22503
Duke Skywalker
Moderator
 
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Und T2 (auf den ich mich bezog) wird (IMO korrekt) auf Wikipedia als Sci-Fi Actionfilm bezeichnet.

An den Thread hier konnte ich mich u. a. noch dunkel erinnern. Da kam die Sci-Fi oder Action Diskussion auf. Oder auch im "Bester Film von James Cameron"
https://www.genickbruch.com/vb/showt...or#post2299857
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"I am hoping that I can be known as a great writer and actor some day, rather than a sex symbol."
Steven Seagal
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Alt 10.12.2020, 00:31   #22504
Kain
Genickbruch
 
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Das könntest Du beim ersten Teil aber auch machen (und bei denen ab dem dritten vermutlich auch). Action gibt es mitunter in der SF auch, das ist nun nichts Neues. Ob das jetzt Weltraumschlachten oder Roboter mit Waffen sind. Gerade in Amerika war das lange üblich. Bis Bradbury, um genau zu sein (aber das dürfte zu weit führen). Ist halt auch im zweiten Teil trotzdem noch ein typisches SF-Setting (und bei denen ab dem dritten Teil vermutlich auch).

EDIT:

Dass das ab und zu schon aufgekommen ist, ist mir durchaus bewusst.
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Geändert von Kain (10.12.2020 um 00:32 Uhr).
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Alt 10.12.2020, 00:41   #22505
Duke Skywalker
Moderator
 
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Alles gut. Ich hatte 2 Dinge etwas falsch im Kopf:

a) du magst generell keine Actionfilme (bezog sich aber wohl auf 80er Jahre)
b) du bist recht genau was die Genre Einteilungen betrifft
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Alt 10.12.2020, 00:45   #22506
Kain
Genickbruch
 
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Kann sein. Ich wüsste aber z. B. nicht mal von wann "Lethal Weapon" ist.

EDIT:

1987 wohl. Aber davon abgesehen kam das damals glaube ich nicht zur Sprache. Also der Film bzw. die Filme. Insofern kannst Du das u. U. gar nicht falsch im Kopf gehabt haben.
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Alt 11.12.2020, 13:55   #22507
Der Zerquetscher
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Rabid (Can, 1976)

Eines von Cronenbergs Frühwerken und filmisches Manifest verschrobener Fantasie. Ein hübsches Mädchen pikst Männer mit einem Stachel, der ihr nach einer Operation aus der Achselhöhle wächst, um deren Blut zu trinken. Ihre Opfer verwandeln sich binnen Stunden zu rasend Tollwütigen, die wie von Sinnen um sich beißen und kratzen. Epidemie. Notstand. Geil. Ich hab den damals bei Erscheinen der DVD einmal gesehen und bin ganz begeistert, dass der sogar noch besser gealtert ist, als ich ihn in Erinnerung hatte. 8/10
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"Nachtbesucher" - erschienen im Audioparadies-Verlag, gelesen von Hajo Mans: Hörprobe
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Alt 11.12.2020, 22:20   #22508
Duke of Bridgewater
Schädelbasisbruch
 
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"Men of War" (1994)

R.I.P. Zeus, du warst wirklich eine Urgewalt.
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Alt 11.12.2020, 22:28   #22509
MegultronF
ECW
 
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Beiträge: 8.004
MCU Phase II

Thor II

Für sich alleine stehend wieder sehr gut, habe ich aber schon zu oft gesehen, Loki ist hier natürlich wiedermal der Oberdrecksack, irgendwie kommt mir das immer lustiger weg als es eigentlich ist.

Guardians Of The Galaxy II


Endlich mehr von Thanos, seine "Töchter" reißen sich zum Glück mal am Riemen, wenn auch mit Nachdruck. (sehr sehr wichtig, wie sich später noch herausstellt) Ansonsten wieder pures Gold von vorn bis hinten. Bewusst oder nicht, geht mir Ego hier insgesamt zu sehr unter, immerhin gehört er einer Rasse an die uns später noch weiter begleiten wird,freu mich schon drauf. Rocket ist hier mal wieder der absolute Clown, der einen Spruch nach dem anderen bringt, ohne albern zu wirken. Auch sehr oft schon gesehen, aber geht noch angenehm ab.

Avengers - Age Of Ultron

Ähnlich wie beim Mandarin, kommt mir Ultron insgesamt zu luschig, genauso wie Strucker der viel zu kurz kommt Insgesamt aber dennoch unterhaltsam, besonders Hulk vs Iron Man und der Versuch Thors Hammer zu heben Am Ende dann Thanos, der sich seinen noch unbestückten Handschuh greift um zur Tat zu schreiten

Antman

Ich liebe ja die Liebling Filme,deshalb geht hier natürlich mein Herz richtig auf, die Szene in der Badewanne oder auf der Spielzeugeisenbahn alleine sind schon großartig, aber auch sonst macht man hier mMn alles richtig und der Film landet mit den Guardians in den Top 5.

Hellraiser II

Wie schon der Erste echt sehenswert, ärgere mich tierisch die nicht schon vor 2o Jahren gesehen zu haben, da kamen die garantiert noch geiler, obwohl es schon erstaunlich ist wie solche Filme teilweise den heutigen ohne Probleme den Rang ablaufen.

Evil Dead

Hatte ich mal wieder Bock drauf, hab ich auch erst einmal gesehen, Die Entscheidung war super, denn ich fand den sogar viel besser als bei der Erstsichtung, ein würdiges Remake.
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F.oxtrot U.niform

Geändert von MegultronF (12.12.2020 um 13:35 Uhr).
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Alt 11.12.2020, 23:12   #22510
Punisher 3:16
Genickbruch
 
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Texas Chainsaw Massacre 2

Mein Liebling der klassischen TCM Franchise (1974 bis 1990 [einen vierten Teil gibt es nicht! Es. gibt. ihn. nicht.]). Die Story ist okay, viel wichtiger sind die irren Charaktere. Allen voran Lefty, Chop Top und der Koch. Die Gore Effekte schwanken zwischen gut und liebenswürdig trashig. Meine persönlichen Lieblingsszenen sind jene auf der Brücke, Lefty im Kettensägenshop und natürlich das Kettensägenduell. Stretch tanzt übrigens deutlich besser mit der Kettensäge als Leatherface.

6/10
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Alt 15.12.2020, 18:01   #22511
Humppathetic
Genickbruch
 
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Einiges geguckt, aber schon länger her teilweise, daher eher kurze Rezensionen.

Der Staat gegen Fritz Bauer

Etwas unhandlicher Titel, aber geht im Endeffekt um den hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der mittels Landesverrats, weil er mit dem Mossad zusammenarbeitet, Adolf Eichmann, den Architekten des Holocaust, aus Argentinien entführen lässt. Der wird, was im Film nicht groß zu sehen ist, in Israel vor Gericht gestellt, zu Tode verurteilt und gehängt.

Ein bis auf die Erfindung eines homosexuellen Anwalts, der ihm hilft, faktengetreue Nacharbeitung des Bemühens Fritz Bauers, Nazis zur Rechenschaft zu ziehen. Tolle Dialoge, ansonsten recht typisch für deutsches Fernsehen in der Inszenierung. Nichtsdestotrotz ungeheim spannend.

7/10

No One Lives

Überraschend okayer Slasher, der weitestgehend auf CGI verzichtet. Nichts Besonderes, aber kann man gucken.

5/10

Operation Finale

Da geht es ebenfalls um die Entführung von Eichmann, allerdings weitaus mehr um die Beschattung und dann auch Entführung. Ben Kingsley spielt Eichmann, die Mossad-Agenten werden von unter anderem Oscar Isaac gespielt. Der Film nimmt sich mehrfach Freiheiten, weist keine sonderlich starken Dialoge auf und ist generell sehr hollywoodesk. Näh, ging.

5,5/10

Cable Guy - Die Nervensäge

Story bekannt. Als Kind mal angeschaut (also an-geschaut, nicht durchgehend geguckt), keine Erinnerung mehr gehabt. Erwartete eine ganz schwache Komödie, die in vielem versagen würde (wie ich Carreys frühere Filme trotz meiner Sympathie für ihn oft nicht mag (Die Maske, Dumm & Dümmer)), aber das war erfrischend gut. Flott erzählt, witzig, peinlich und irgendwie realistisch und nicht komplett überzogen, obwohl Carrey ein völliger Psychopath ist. Er ist aber auch irgendwie nachvollziehbar freundlich. Owen Wilson in einer untypischen Arschrolle.

6,5/10

The Watch - Nachbarn der dritten Art

Hatte den damals mit 3/10 bewertet und absolut gehasst. Jetzt nochmal geguckt und überrascht gewesen. Witzig, flott und mit tollen Darstellern.

6/10

Voces - Die Stimmen

Erstmal: DIE Stimmen? Einfach nur Stimmen wäre übersetzungtechnisch richtig gewesen und auch passender. Nach "Don't Knock Twice" ein erneuter Netflix-Horro(h)rkrepierer. Die Musik in den Jumpscares war schon unverschämt laut. Dazu völlig langweilig und nicht ein bisschen gruselig. Dazu kommen platteste Dialoge und das Abklappern aller Klischees (obschon sie im Laufe des Films aufgrund des schlechten Writings gar keinen Sinn ergeben...), richtig übel aber ist das dreiste Klauen bei anderen Filmen. Von Rosemarys Baby über Insidious und The Conjuring, The Ring... und das sind nur einige der Filme, bei denen sich unverschämt bedient wurde. Dazu ein Twist, der natürlich sein muss und am Film gar nichts ändert.

1/10

Erschütternde Wahrheit

Echt? Ein Wortspiel im Titel eines Films über das frühe Ableben von NFL-Spielern?
Interessante Geschichte, die wohl sehr frei erzählt wird und leider auch extrem dröge. Will Smith spielt halt wie immer - absolut ok, aber jetzt nicht so, dass ich abjubeln muss. Tolle Darstellerriege.
Dass man wohl leider vor der NFL einknickte und einige deftige Szenen rausschnitt, weil man von selbiger nicht verklagt werden wollte... verständlich.
Wer war eigentlich der Sportler, der auf der Autobahn auf der falschen Seite fuhr und dann direkt in einen Truck? Google spuckt nichts aus, und so lange dürfte das gar nicht her sein.

5/10

Ich kriege langsam Schmerzen in den Händen... zwei Filme noch...

Die Kunst des toten Mannes

Ein Haufen an Kunstkritikern, Kunstkäufern, Kunstverscherblern überbietet sich gegenseitig im Unsympathisch-Sein, weswegen man sich freut, wenn einer nach dem anderen ablebt. Hochkarätig besetzt und sehr satirisch, wirkt der Horror leichter gehetzt und wirkt nicht. Dazu ist der Film selbst irgendwie genauso pseudointellektuell und banal wie die parodierten Charaktere. Schade.

5/10

The Devil All The Time

Thriller / Diorama über eine Kleinstadt in Ohio (die sehr offensichtlich in Alabama gedreht wurde). Verschiedene Charaktere, viele unsympathisch, fast alle Dreck am Stecken, treffen irgendwie auf-, unter- und übereinander. Ein schleimiger Priester (fantastisch: Robert Pattinson), ein gottesgläubiger Vater (Bill Skarsgård), dessen nicht wirklich gläubiger, aber genauso subtil-tollwütiger Sohn (Tom Holland, der immer noch aussieht wie 12), ein Seriekillerpärchen (unter anderem Jason Clarke), ein zwei Wochen im Wandschrank abdrehender Überchrist, der seine Frau umbringt und sie dann wieder zum Leben erwecken will, ein Polizist, der sich schmieren lässt...

Ich mag solche Filme. Man sollte dem Trailer aber nicht trauen. Der vermittelt ein bisschen Grusel und sehr viel Speed. Der Film dauert 138 Minuten, ist geschwätzig und punktuell gewalttätig. Man fühlt sich an Filme wie Fargo erinnert, deren Klasse er hier leider nicht erreicht. Gut ist er definitiv trotzdem.

6,5/10

Zudem sah ich die fünfteilige Dokureihe "Devil Next Door" (Der Teufel wohnt nebenan) über John Demjanjuk, der in den USA lebt, bis er 1985 an Israel ausgeliefert wird, weil er für "Ivan, der Schreckliche" gehalten wird, ein Hilfswilliger, der in Treblinka mit grausamer Hand die Gaskammern bediente. War eine Verwechslung. Demjanjuk wird erst zum Tode verurteilt, nach einigen Jahren freigesprochen. Kommt zurück in die USA, verliert dann aber erneut seine Staatsbürgerschaft und wird nach Deutschland ausgeliefert, wo er wegen des 26000-fachen Mordes im Vernichtungslager Sobibor schuldig gesprochen wurde. Urteil wurde nicht rechtskräftig, da er zu alt war und in Revision ging und dann vor der nächsten Verhandlung mit 91 verstarb. Fast alle Beteiligten am Prozess in Israel (besonders der selbstgefällige Selbstdarsteller Yoram Sheftel) und aus seiner Familie kommen eher nicht gut weg, obwohl wir hier nur Interviews sehen. Die Leute sagen teils einfach sehr, sehr merkwürdige Dinge.

Top.
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Alt 16.12.2020, 03:32   #22512
Thomas Jay
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Mulan (2020)

Mich interessiert nicht, inwiefern der etwas mit einem Zeichentrickfilm zu tun hat, sondern nur, ob mir der Film gefällt. Das tut er sehr, hat viel Spaß gemacht. Ob er nun näher an der Legende ist oder nicht sei dahingestellt, wer Action, Spannung, eine starke Frau und asiatische Elemente sowie ein bisschen Fantasy mag, bekommt hier ein schönes Paket geschnürt.


@Nani, @Kain, @Pohjattomat:

Da finde ich die Punkte für Frodo als Hauptfigur überzeugender. Dazu kommt auch noch, dass Tolkien christlich geprägt war und dies sich, neben anderen Einflüssen, auch ein bisschen in Mittelerde widerspiegeln soll. Frodo ist der Erlöser, der die Bürde für die Welt auf sich nimmt, leidet und am Ende an den Anfurten quasi in ein himmlisches Reich reist aufgrund seiner tödlichen Verletzung.
Das mit Sam lässt sich finde ich einfach erklären: Er ist Frodo am nächsten, begleitet ihn, wie der Leser. So gesehen wird man per Sam in die Geschichte eingeführt und verlässt mit ihm die Story. Dadurch kann einem Sam als Hauptfigur vorkommen, obwohl er die der Hauptfigur am nächsten stehende Nebenfigur ist. Ich deute ihn eher als die Augen des Lesers, eine Art Avatar.

Scheint mir zumindest plausibel zu sein.
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Alles mögliche günstig, WrestleMania Blu-Rays, WWE, The Simpsons, King of Queens, Two and a half Men, Pokerset, Trivial Pursuit, Kniffel, Tischplatte, Lampen und ganz viele andere Waren in gutem bis neuwertigem Zustand, teils eingeschweißt:
https://www.genickbruch.com/vb/showthread.php?t=88435

Geändert von Thomas Jay (16.12.2020 um 04:19 Uhr).
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Alt 16.12.2020, 05:04   #22513
Humppathetic
Genickbruch
 
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Nebenbei: Tolkiens Sohn, Christopher Tolkien, der Nachlassverwalter des Werks seines Vaters war, starb dieses Jahr im Alter von 85.
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Alt 16.12.2020, 13:28   #22514
Humppathetic
Genickbruch
 
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Annihilation

Kritik enthält Spoiler allenthalben!

Lena ohne Nachnamen (Natalie Portman) ist Biologin an der Johns Hopkins-Universität in Baltimore, lehrt Studenten (als angehende Ärzte - ok...) und hat seit einem Jahr nichts von ihrem Mann (Oscar Isaac schon wieder) gehört. Sie igelt sich zu Hause ein, hat kaum soziale Kontakte, aber vögelt zwischendurch aus Selbsthass einmal mit ihrem Kollegen. Da steht er plötzlich wieder vor ihr. Er weiß nicht, wo er war, wie er zu ihr gekommen ist. Dann spuckt er Blut. Als er ins Krankenhaus gebracht wird, wird der Krankenwagen von Regierungsfahrzeugen gekapert. Beide werden entführt. Die Psychologin Ventress (Jennifer Jason Leigh) erklärt ihr recht widerwillig: Lenas Mann war im "Schimmer". Ein buntes, hübsches Ding, das seit drei Jahren im Sumpfgebiet von keine Ahnung (Louisiana? Hat auch eine Küste) vor sich hin wuchert und langsam alles verschlingt. Niemand, der da reinging, kam bisher wieder raus. Bis auf Lenas Ehemann, der übrigens Kane heißt. Lena und vier andere Frauen, unter ihnen Ventress, alle mit ihren eigenen Spezialgebieten, wollen in den Schimmer und schauen, was da los ist. Hat schließlich niemand einen Schimmer (höhö!). Die komplette Gruppe besteht neben Lena, die auch in der Armee war, und Ventress, die Krebs hat und keine Freunde, aus der Physikerin Radek (Tessa Thompson), die lange Klamotten trägt, weil sie sich schneidet, der Geomorphologin Sheppard (Tuva Novotny), die ihr Kind verloren hat und dadurch sich selbst, und der Sanitäterin Thorensen (Gina Rodriguez), die trockene Alkoholikerin ist und, wie sich zeigt, Aggressionsprobleme hat - und sie ist wohl bisexuell oder lesbisch. Im "Schimmer" verlieren sie das Gefühl für Zeit und Raum, Tiere und Pflanzen überschneiden sich durch künstliche Evolution und sowieso.
Eine nach der anderen stirbt dann, teilweise ziemlich deftig. Am Ende kommen sie an einem Leuchtturm an. Lena schafft es raus und trifft vorher auf ihren Mann. Oder einen Doppelgänger. Sie weiß es nicht. Zudem entsteht ein Wesen, das gesichtslos ist und ihre Bewegungen imitiert. Sie tötet es, als es sich in sie verwandelt. Die anderen sterben durch kosmische Implosion (Leigh), einen Bärenangriff (Rodriguez), einen anderen Bärenangriff aus der Dunkelheit, der dann die Stimme des Opfers imitiert (Novotny) und durch freiwilliges Aufgehen und Verschwinden als Pflanze (Thompson).

Ist am Ende eine Mischung aus Horror und Science-Fiction. Habe das sehr salopp zusammengefasst, war aber durchaus gut anzuschauen. Ästhetisch wirklich schöner Film im eigentlichen Sinne, langsam erzählt, mit heftigen Ausbrüchen und einer wirren Handlung. Ergibt sie Sinn? Waren das Aliens? Ist es Evolution? Oder nur eine Metapher?

Im ersten Moment dachte ich: Ah, also ist das wohl ein subtil feministischer Film. Nur Frauen ziehen los und fallen dann wie ihre männlichen Vorgänger. Wir sind alle nur Menschen.
Dann las ich eine weitaus stimmigere Interpretaton: Der Film handelt von Depression. Man hat keine Freunde mehr, verletzt sich selbst, wird Alkoholiker, verschwindet im Nichts der Gesellschaft, und keiner findet einen auf, und man ist sich selbst und seinem Partner fremd und geht ihm fremd. Passt definitiv.
Erinnerte mich sehr an Kubrick und seine Odyssee im Weltraum, ohne, sorry für die schon mal und oft benutzte Phrase, deren Klasse* zu erreichen. Ist aber definitiv einen Blick wert, wenn man ein bisschen gemindfuckt werden möchte.

6/10

*Zeigt sich auch in den Wertungen meiner Kontakte auf Moviepilot: von 3/10 über 5/10 (mein Bruder) bis 8/10 ist alles vorhanden.
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Geändert von Humppathetic (16.12.2020 um 13:36 Uhr).
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Alt 16.12.2020, 14:43   #22515
Creed
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 04.06.2009
Beiträge: 3.384
Kill Bill Vol. 1

Was eigentlich der schönste Tag im Leben sein sollte, entpuppt sich für die schwangere Braut als wahrer Alptraum, als ein Killerkomando die Hochzeitskappelle stürmt und alle anwesenden über den Haufen schießt. Wie durch ein wunder überlebt die Braut aber und erwacht 4 Jahre später aus ihrem Koma. Nun hat sie nur noch ein Ziel, Rache.

Oft wird Tarantino auf seine brutalen Szenen reduziert. Bei der ersten Hälfte seines 4. Filmes fällt es schwer dagegen zu argumentieren. Kill Bill Vol. 1 hat definitiv einige blutige Momente. Egal ob jetzt in der animierten Rückblende über O-Rens Vergangenheit, dem Kampf mit der Crazy 88 oder der finale Showdown, mit Blut und Gewalt wird definitiv nicht gespart. Trotzdem bietet der Film mehr als nur brutale, aber auch gute, Action.
Tarantino hat es geschafft Charaktere zu erschaffen die in Erinnerung bleiben werde. Selbst der Krankenpfleger Buck, wird dank seines Spruches "Ich bin Buck und hab Lust auf einen Fuck" länger in Erinnerung bleiben als manch andere Hauptfigur. Dies liegt nicht zuletzt auch an dem durchweg starken Cast.
Die Story ist zwar eine simple Rachegeschichte, die trotzdem coole Momente hat. Es ist auch nicht verkehrt das man keine moralischen Ansprachen aller "Rache ist schlecht" (war zwar stimmt, trotzdem können es unterhaltsame Geschichten sein) hält, sondern sich auf die Story konzentriert.
Die zahlreichen Anspielungen auf das Asiatische Kino, sind auch klasse, stehen zum Glück aber nicht so sehr im Fokus.

Alles in allem bekommt man mit "Kill Bill Vol. 1", einen schnörkellosen Rachefilm, mit tollen Charakteren, guter Action und einer Menge Blut. Aufgrund der Gewalt ist der Film sicherlich nicht für jeden geeignet, kommt man damit aber klar, wird man eine menge Spaß mit dem Film haben.

8/10

Mal eine Frage in die Runde. Wir müssen im Fach Medienpädagogik, einen Spielfilm in 60s nach erzählen. Wir haben uns jetzt für "Kill Bill Vol. 1" entschieden, da man die Story gut komprimieren kann und wir auch einfach bock drauf haben. Aufgrund von Corona haben wir uns dazu entschieden das jeder von uns 20s mit Stop Motion animiert. Wird ein Haufen Arbeit, aber ich wollte das schon immer mal ausprobieren und freue mich auch schon drauf mal eine Aufgabe zu erledigen wo man nicht den ganzen Tag am PC sitzen muss.
Meine Frage wäre. Welche Szenen würdet ihr auf jeden Fall in ein 60s langes Video reinpacken?
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Glück und Pech sind nichts weiter als die richtige oder falsche Mischung aus einer Gelegenheit, der Vorbereitung darauf und des nötigen Selbstvertrauens.
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Alt 16.12.2020, 15:58   #22516
Nani
Höllen-Rentner
 
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Zitat:
Zitat von Kain Beitrag anzeigen
Frodo wäre ohne Sam keine fünf Meter weit gekommen.

Samweis dürfte z. T. so etwas wie ein Stellvertreter für Tolkien selbst sein, da er viele seiner Ideale in sich vereint. Außerdem hilft ein Blick in die Biographie des Autoren. In diesem Fall ganz speziell Tolkiens Zeit als Offizier im ersten Weltkrieg. Sam ist Frodos "Batman". Im britischen Militär war das ein einfacher Soldat, der einem Offizier als eine Art Diener zugeteilt war. Tolkien betrachtete diese Männer als ihm weit überlegen.

Zitiert nach "J. R. R. Tolkien: A Biography" v. H. Carpenter (S. 89).

Außerdem, wie schon gesagt, ist das zentrale Thema in "Lord of the Rings" der Wert von Freundschaft. Und das geht alles von Sam aus (z. B. als er von Frodo weggeschickt wird aber sofort zurückkehrt, als er Gollums Spiel durchschaut). Der ganze Käse mit Sauron und dem Ring ist eigentlich nicht mehr als Makulatur.

https://www.theonering.net/torwp/201...amwise-gamgee/

Wenn Du viel Zeit hast:

https://scifi.stackexchange.com/ques...rd-of-the-ring


Dass es nicht immer so funktioniert wie er sich das gedacht hat, schreibe ich mal Tolkiens Unvermögen als Geschichtenerzähler zu.
Danke für die Hintergrund-Infos! Das sind sehr coole Details. =)

Ich sage ja nicht, dass er Sam nicht als die wichtigste Figur betrachtet hat. Aber er hat es halt handwerklich nicht so umgesetzt, dass dies deutlich wird.

In der Literaturgeschichte werden ja meistens die Offiziere gefeiert anstatt ihre "Batmen". Das ist ja auch logisch, denn die Hauptfigur definiert sich halt aus genau den Elementen, die für die Rolle Sam nicht typisch sind:

1. Aus wessen Blickwinkel wird die Geschichte beschrieben: Wenn ich mich recht erinnere, wurde v.a. aus Frodos Perspektive berichtet. Im zweiten Strang der "Schleicher Task Force" wurden auch die anderen Charaktere beleuchtet. Da hat sich Sam nicht hervorgehoben.

2. Wer trifft die Entscheidungen: Hier hat Frodo die Geschichte getragen. Er geht mit dem Ring auf Reisen. Er entscheidet, die Verantwortung auch weiterhin zu tragen. Er löst sich von den anderen (und erlaubt Sam ihn zu begleiten, was eine 50/50-Entscheidung war). Und er nimmt Gollum mit, was letztlich auch die richtige Entscheidung ist. Sam übernimmt erst gegen Ende die Entscheidungsgewalt, als Frodo bereits zu geschwächt von seiner Verantwortung ist. Gegen Ende wird er also für ein Sechstel des Buches zur Mit-Hauptrolle. Nur um im letzten Teil wieder Befehlsempfänger zu sein. - Das ist netto einfach zu wenig für diese Kategorie.

3. Heldentaten: Hier zeichnen sich einfach zu viele aus, als dass Sam "der" Held ist. Sogar Merry und Pippin bekommen ihre (etwas kleineren) Heldentaten. Frodo, Gandalf und Aragorn überstrahlen eh die anderen.

4. Charisma: Manchmal kann auch ein Nebencharakter zum heimlichen Star werden. Dafür sind hier aber auch die (meisten) anderen zu stark. Beziehungsweise ist sein Charakter auch eher still. Der spricht sicherlich einige an, aber eben nicht genug, um als strahlende No. 1 aus der Buchreihe hervorzugehen.

Alles in allem finde ich die Sache so eindeutig, dass ich hier leider nicht Tolkiens Einschätzung seines eigenen Buches folgen kann. Aber ich glaube, er wird es verschmerzen.


Zitat:
Zitat von Thomas Jay Beitrag anzeigen
@Nani, @Kain, @Pohjattomat:

Da finde ich die Punkte für Frodo als Hauptfigur überzeugender. Dazu kommt auch noch, dass Tolkien christlich geprägt war und dies sich, neben anderen Einflüssen, auch ein bisschen in Mittelerde widerspiegeln soll. Frodo ist der Erlöser, der die Bürde für die Welt auf sich nimmt, leidet und am Ende an den Anfurten quasi in ein himmlisches Reich reist aufgrund seiner tödlichen Verletzung.
Das mit Sam lässt sich finde ich einfach erklären: Er ist Frodo am nächsten, begleitet ihn, wie der Leser. So gesehen wird man per Sam in die Geschichte eingeführt und verlässt mit ihm die Story. Dadurch kann einem Sam als Hauptfigur vorkommen, obwohl er die der Hauptfigur am nächsten stehende Nebenfigur ist. Ich deute ihn eher als die Augen des Lesers, eine Art Avatar.

Scheint mir zumindest plausibel zu sein.
Kains Quelle geht ja eher in die Richtung, dass Tolkien selbst den "Avatar" als die eigentliche Hauptfigur angelegt hat oder zumindest hoffte, er würde so rüber kommen.
Irgendwo verstehe ich das auch: Du legst einen aus Deiner Sicht tollen Nebencharakter an, der sich dann klammheimlich zur Hauptfigur entwickelt. Der "Erlöser"-Frodo kann da durchaus nur die Träger-Geschichte sein.

Wenn aber der Rest einfach zu großen, stark, einflussreich und charismatisch ist, dann geht der Plan eben nicht auf. Ebenso gut könnte ich - am Ergebnis - argumentieren, dass Aragorn oder Gandalf die Hauptfiguren sind. =)
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Respektlosigkeit ist ein Gift, das andere fast genauso schmerzhaft vergiftet wie Dich selbst.
Nani ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.12.2020, 16:15   #22517
Blast
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In der Literatur im Allgemeinen ist das kein ungewöhnlicher Schachzug: Sämtliche Hauptcharaktere werden oftmals durch einen personalen Erzähler oder Ich-Erzähler begleitet, der diesem in der Handlung sehr nahe steht oder nahe kommt. Weitere Beispiele wären Great Gatsby, dessen Protagonist eigentlich Nick Carraway ist, Gegenstand das Romans aber Jay Gatsby.

Anderes Beispiel wäre das Lied von Eis und Feuer, wo wir fast nur POV-Charaktere haben, die Diener, Nahestehende oder Opfer eines Mächtigen sind. Selten haben wir dort mal einen Erzähler, der die mächtigen selbst wiedergibt. Wäre schon interessant, wenn wir Kapitel aus der Sicht von Joffrey, Stannis, Ramsay oder dem Nachtkönig hätten. Auf der anderen Seite würde uns aber wahrscheinlich NOCH mehr an Perspektiven dadurch fehlen, da Charaktere wie Sansa, Arya, Tyrion, Jon usw. immer auch eine Brücke von Macht zu Konsequenzen und den kleinen Leuten gesponnen haben. Die im übrigen sowohl in Buch als auch in der Serie überraschend kurz kommen.
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Alt 16.12.2020, 17:15   #22518
Goldberg070
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Zitat von Creed Beitrag anzeigen
Mal eine Frage in die Runde. Wir müssen im Fach Medienpädagogik, einen Spielfilm in 60s nach erzählen. Wir haben uns jetzt für "Kill Bill Vol. 1" entschieden, da man die Story gut komprimieren kann und wir auch einfach bock drauf haben. Aufgrund von Corona haben wir uns dazu entschieden das jeder von uns 20s mit Stop Motion animiert. Wird ein Haufen Arbeit, aber ich wollte das schon immer mal ausprobieren und freue mich auch schon drauf mal eine Aufgabe zu erledigen wo man nicht den ganzen Tag am PC sitzen muss.
Meine Frage wäre. Welche Szenen würdet ihr auf jeden Fall in ein 60s langes Video reinpacken?
Die Frage ist: Worauf wollt ihr den Fokus legen? Auf das zentrale Thema Rache des Films oder wollt ihr eher die Charaktere vorstellen?



Zu Frodo/Herr der Ringe: Ich glaube, dass Frodo einen schweren Stand bei vielen hat, liegt eventuell auch an der sehr weinerlichen Darstellung Frodos in den Filmen. Deswegen mag ich seinen Charakter auch am wenigsten, weil ich das mitunter schon sehr anstrengend finde. Ich weiß allerdings nicht (mehr), ob Frodo im Buch auch so dargestellt wurde.
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"Wenn du deine Emotionen nicht kontrollieren kannst, musst du das Verhalten anderer Menschen kontrollieren. Deshalb dürfen die Empfindlichsten, Übersensibelsten und leicht Erregbarsten nicht den Standard für den Rest von uns setzen." - John Cleese
Goldberg070 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.12.2020, 19:03   #22519
Punisher 3:16
Genickbruch
 
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Clouds

Zach Sobiech war 14 als er an einem Osteosarkom erkrankte, einem bösartigen Knochentumor. Im Alter von 17 schrieb er den Song Clouds, der auf internationale Beachtung stiess. Sein Schicksal wurde unter anderem im Rahmen der "My Last Days" Reihe auf Rainn Wilson's SoulPancake Website dokumentiert.

Dieser Film basiert auf dem Leben von Zach. Obwohl das Thema traurig ist, besteht der Film aber nicht nur aus evensolchen Momenten, es werden auch schöne Augenblicke gezeigt. Trotzdem schwebt natürlich die Krankheit ubd das viel zu kurze Leben von Zach wie ein Damoklesschwert über allem.

Die Darsteller machen ihre Sache gut. Vor allem Fin Argus in der Titelrolle weiss zu gefallen. Dazu kommt ein schöner Soundtrack.

7/10

Krebs ist ein Arschloch.
Punisher 3:16 ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 16.12.2020, 19:05   #22520
Kain
Genickbruch
 
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Zitat von Thomas Jay Beitrag anzeigen

So gesehen wird man per Sam in die Geschichte eingeführt und verlässt mit ihm die Story. Dadurch kann einem Sam als Hauptfigur vorkommen, obwohl er die der Hauptfigur am nächsten stehende Nebenfigur ist.
Das allein ist es nicht. Sam ist die einzige Figur im Buch, die eine Entwicklung durchmacht. Danach kommt Aragorn, wobei der vergleichsweise blass ist und fast nur die Rolle wechselt. Sam wächst. Der Rest nicht*. Das ist z. T. sicherlich Tolkiens Unvermögen als Geschichtenerzähler geschuldet. Auf der anderen Seite aber eben auch Intention, da er eben über Sam geschrieben hat.

* In der Hinsicht ist der Film übrigens um Welten besser. Da kommen die alle besser weg. Ganz besonders Frodo, der im Finale des Buches eigentlich komplett passiv bleibt während er im Film in die Zerstörung des Rings involviert ist. Um also einer Antwort für Nani vorzugreifen: Ich finde in dem Buch keine der genannten Figuren sonderlich charismatisch.

Ein Kumpel von mir, den ich seit der ersten Klasse kenne (also viel zu lange), ist Hardcore-Tolkienist.

All die Kieselstein-Historien im Buch ...

Zitat:
in der jeder Kieselstein eine wichtige Historie hat, weil irgendwann mal ein wichtiger Elb auf ihn getreten ist, und dementsprechend ein 100seitiger Diskurs über eben jenen Kieselstein eingeschoben werden muss,
… kann er aus dem Stehgreif rezitieren. Dementsprechend hat er ein teilweise zwiespältiges Verhältnis zu den Filmen. Einerseits liebt er sie, weil endlich LotR-Filme! Andererseits die bösen Änderungen … Er hat sich z. B. tierisch darüber aufgeregt, dass Aragorn Zweifel an seiner Rolle hat. Im Buch habe es für ihn immer festgestanden, dass er den Thron besteigen würde. Ich würde nun dieser Sichtweise nicht hundertprozentig zustimmen. Aber ich kann nachvollziehen, dass es nach der Lektüre des Buches so wahrgenommen wird. Unnötig zu erwähnen, dass ich den Film hier deutlich besser finde. Was ich aber auch Viggo zuschreibe, der das meines Erachtens exzellent darstellt.** So viel zur Entwicklung Aragorns im Buch.

** Lustigerweise gibt es aber eine Szene, die ich immer total gestellt fand. Als er den Helm am Scheiterhaufen wegtritt und dann schreit. War schon etwas seltsam als ich Jahre später rausfand, dass ausgerechnet dieser Schrei total echt war, da er sich da den Zeh gebrochen hat.

Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Danke für die Hintergrund-Infos! Das sind sehr coole Details. =)

Ich sage ja nicht, dass er Sam nicht als die wichtigste Figur betrachtet hat. Aber er hat es halt handwerklich nicht so umgesetzt, dass dies deutlich wird.
Das letzte sage ich ja die ganze Zeit. Allerdings habe ich Sam schon als Hauptfigur erkannt, bevor ich überhaupt gewusst habe, dass Tolkien in seinem Leben jemals einen Brief geschrieben hat.


Zitat:
Kains Quelle geht ja eher in die Richtung, dass Tolkien selbst den "Avatar" als die eigentliche Hauptfigur angelegt hat oder zumindest hoffte, er würde so rüber kommen.
Irgendwo verstehe ich das auch: Du legst einen aus Deiner Sicht tollen Nebencharakter an, der sich dann klammheimlich zur Hauptfigur entwickelt. Der "Erlöser"-Frodo kann da durchaus nur die Träger-Geschichte sein.
Er hat sich in Briefen überrascht davon gezeigt, dass Frodo und (mit Abstrichen) Aragorn als Hauptfiguren wahrgenommen wurden. Das ging ja nicht erst mit den Filmen los. Nach Veröffentlich des Buches gab es in Amerika (wenn ich mich recht entsinne) den Trend, dass "Frodo Lives" an Hauswände gesprayt wurden. Ich bin nicht Fan genug, um mir je Notizen darüber gemacht zu haben, was er in welchen Briefen gesagt hat. Seine gesamte veröffentlichte Korrespondenz ist theoretisch bei Klett-Cotta verfügbar. Das Buch ist aber derzeit nicht lieferbar. Die Formulierung legt die Vermutung nahe, dass es beizeiten nachgedruckt werden wird. Falls jemand Interesse hat.

Letztlich musst Du allerdings auch den ganzen Legendariums-Quatsch berücksichtigen. Und da ist es dann eben auch Sam, der heraussticht wenn er für die nächsten 700 Jahre Bürgermeister des Auenlandes, Stütze der Gesellschaft und Schlagmichtot wird. Außerdem wird dort Sam belohnt, der sich ebenfalls auf den Weg nach Valinor macht, dort mit Frodo wiedervereinigt wird und beide den Rest ihrer Tage verleben.

Schließlich und endlich sind noch die beiden großen Themen des Buches zu berücksichtigen. Das wäre einmal der Wert von Freundschaft. Das geht alles von Sam aus. Und Naturverbundenheit (Saruman ist hier als Sinnbild für Industrialisierung zu verstehen, als er die Wälder rodet). Auf der einen Seite steht also der Luftikus Frodo, der den Kopf in den Wolken hat, sich deutlich von den anderen Hobbits (die sich für ihre Liebe für alles was wächst auszeichnen) unterscheidet, sich für neue Dinge interessiert. Dem gegenüber befindet sich der bodenständige Sam, dem die wachsenden Dinge am Herzen liegen, der das mehrfach herausstellt. Z. B. als er feststellt, dass gerade die ersten Erdbeeren des Jahres im Auenland geerntet werden. Oder als er erkennt, dass in der Welt bald nichts mehr wachsen wird, wenn sie den Ring nicht zerstören. Und als kleineres Thema die Wichtigkeit der Heimat, die Tolkien ebenfalls sehr wichtig war. Frodo zieht es - wie Bilbo - nach draußen. Sam eher nicht. Man denke an die Gewürzdose. Wobei ich nicht mehr weiß, ob das so auch im Buch vorkam. Aber wie schon gesagt, ich finde die Filme allgemein besser als das Buch.

Der Ring-Krieg, die "Quest" und der ganze Kram sind alles nur Transportmittel, um diese Motive zu bearbeiten. Dementsprechend ist auch Frodo nur ein Transportmittel für Samweis.

Und jetzt lest nochmal eure Beiträge. Ihr schreibt von Heldentaten und großen Gefahren. Aber nie über die übergeordneten Themen des Buchs.

EDIT:

Zitat:
Zu Frodo/Herr der Ringe: Ich glaube, dass Frodo einen schweren Stand bei vielen hat, liegt eventuell auch an der sehr weinerlichen Darstellung Frodos in den Filmen. Deswegen mag ich seinen Charakter auch am wenigsten, weil ich das mitunter schon sehr anstrengend finde. Ich weiß allerdings nicht (mehr), ob Frodo im Buch auch so dargestellt wurde.
Ich finde Frodo im Film gar nicht so weinerlich. Im Buch ist er eher blass. Im Film darf er Emotionen haben. Das ist in Ordnung, auch in der Darstellung.
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Thank you. Fuck you. Bye.

Geändert von Kain (16.12.2020 um 19:08 Uhr).
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Alt 17.12.2020, 07:42   #22521
Humppathetic
Genickbruch
 
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Dass Frodo etwas weinerlich herüberkommt, liegt vielleicht auch daran, dass Darsteller Wood im ersten Film in manchen Szenen etwas schwach schauspielert. Da ist man direkt mehr genervt.

Was sagt ihr eigentlich dazu, dass in der Extended, Extended, Exteeeeeeended Edition von "Die Rückkehr des Königs" Saruman von den übrig gebliebenen Gefährten quasi gelyncht wird? Im ersten Film und auch im Buch sagt Gandalf zu Frodo in Bezug darauf, dass Frodo meint, er möchte Gollum, eine eher bemitleidenswerte Gestalt, umbringen, respektive dass Bilbo ihn hätte umbringen sollen, als er die Chance dazu hatte, statt Mitleid zu zeigen:"Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement."

Das steht irgendwie im Kontrast zur Handlung im Film. Saruman ist keine Gefahr mehr. Das einzige, was er noch tun kann, ist, sich künstlich über die Gefährten zu erheben und so zu tun, als bedeute seine Gestalt noch irgendwas. Und er singt trolololo. Und dann wird er gelyncht.
Im Buch erleidet Saruman ein ungleich gemeineres Schicksal: Er wird ein namen- und bedeutungsloser Landstreicher, der auf einer Straße im Auenland gesichtet, aber gar nicht wirklich wahrgenommen wird. Für den ehemals zweitmächtigsten Schergen Mittelerdes und den mächtigsten Zauberer Mittelerdes ein geradezu beschämendes Lebensende.

Joker

Gestern gesehen. Wow. Mein Bruder vergab 6/10. Ich bin eher bei 8/10. Wenn DC abliefert, was selten genug passiert, dann so eigen, dunkel und mächtig. Da stinken die Popcorn-Filme von Marvel - selbst die, die ich mag - doch ziemlich ab.
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What he didn't was, know was or was know was that I was dyslexic.

Geändert von Humppathetic (17.12.2020 um 07:50 Uhr).
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Alt 17.12.2020, 08:39   #22522
Duke Skywalker
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Deine Erinnerung trügt dich sowohl in Bezug auf den Film als auch auf das Buch (glaub ich).
Schlangenzunge stößt seinem Meister mehrfach hinterrücks einen Dolch in den Rücken (oder Nacken). Dann plumpst er runter.
Im Buch stirbt er AFAIK ebenfalls durch die Hand seines Handlangers, aber erst nach dem er noch weiteren Unsinn angestellt und das Auenland unterjocht hat. Buchfans mögen mich korrigieren.
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Steven Seagal
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Alt 17.12.2020, 09:14   #22523
Humppathetic
Genickbruch
 
Registriert seit: 20.12.2005
Beiträge: 35.511
Kann sein, dass Schlangenzunge ihn im Buch tötet, ja. Aber im Film sagt Gimli definitiv:"Shoot him! Put him out of his misery!"
Oh nein. Sehe gerade, dass Schlangenzunge ihn von hinten attackiert. Ich hatte nur das Trololo-Video in der Erinnerung, da war es anders.
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Alt 17.12.2020, 09:43   #22524
Der Zerquetscher
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Zitat von Pohjattomat Purkkihousut Beitrag anzeigen

Joker

Gestern gesehen. Wow. Mein Bruder vergab 6/10. Ich bin eher bei 8/10. Wenn DC abliefert, was selten genug passiert, dann so eigen, dunkel und mächtig. Da stinken die Popcorn-Filme von Marvel - selbst die, die ich mag - doch ziemlich ab.
Ich weiß net, ob der "Joker" als Comicverfilmung durchgeht, aber falls er eine ist, ist er die beste seit "Watchmen".
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"Nachtbesucher" - erschienen im Audioparadies-Verlag, gelesen von Hajo Mans: Hörprobe
Der Zerquetscher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.12.2020, 09:56   #22525
k-town1900
Schädelbasisbruch
 
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Ich kann mich noch erinnern das Christopher Lee sich tierisch aufgeregt hat das die Szene in der Saruman getötet wird es nicht in den Film geschafft hat.
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