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Alt 28.12.2015, 13:39   #14051
Bogaloo
Schädelbasisbruch
 
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Zitat:
Zitat von Bilo Beitrag anzeigen
"Der Marsianer"

Hatte mir wirklich mehr davon erhofft. Der Trailer schien spektakulär. Aber im Film selber finde ich das ganze ehr langweilig. Warum auch immer. Ich hab zwar nicht mit Action gerechnet, was auch nicht wirklich vorkam. Jedoch ein wenig detaillierter. Zum Ende hin finde ich den Film fast schon Comedy.
Das Buch ist übrigens wesentlich detaillierter. Der Film wäre aber auch sonst wohl eher 10 Stunden lang geworden
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Alt 28.12.2015, 19:48   #14052
Excalibur
ECW
 
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Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Excalibur, danke für diesen tollen Tipp. Hatte den Film bisher nicht auf dem Schirm. Hört sich für mich sehr interessant an.
Schau ihn dir ruhig an, ich bin mir sicher, dass du Elemente in Bone Tomahawk findest, die dir sicher gefallen werden.

Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen

Schöne Bescherung
(USA, 1989)

Chevy Chase, der inzwischen schon seit Ewigkeiten das Kino in Ruhe lässt, war damals auf dem Höheunkt seiner Blödelkarriere und ließ es sich nicht nehmen, seinen Weihnachtsbeitrag zu leisten. Als clumsy Papi will er unbedingt das geschmückteste Haus der Welt haben und tackert 250.000 Glüchbirnen an seinen Domizil. Dabei holt er sich Stromschläge und fällt wiederholt vom Dach. Wer das lustig findet, darf hier zuschlagen. Also einfach gestrickte Leute wie ich, denn ich fand diesen eigentlich nur leidlich komischen Streifen ganz okay. Mit von der Partie war die damals noch minderjährige Juliette Lewis, die nur wenig später, zu Beginn der 90er, mit Brad Pitt rumgemacht hat, bevor der sich die ungleich attraktivere Aniston gekrallt hat. Egal. Übrigens ist als vierzehnjähriger Junge auch Big-Bang-Theory-Darsteller Johnny Galecki zu sehen. Der wurde mit seinen 1,65 danach auch nicht mehr wesentlich größer und wirkt neben dem 1,93 Mann Chevy Chase wie ein Zwerg. 6/10
Für mich einer der besten, weil witzigsten, wenn auch dämlichsten Weihnachtsfilme. Da steckt sicherlich eine Menge kindliche Verklärung mit drin, aber ich mag den Film einfach für seinen Willen, vollkommen deppert zu sein.





Victoria (2015 – Sebastian Schipper)

Zitat:
Zitat von Kliqer Beitrag anzeigen
Ein absoluter Glücksfall für alle Beteiligten, den Deutschen Film und sämtliche Zuschauer, die sich trauen ihn anzuschauen. 9/10
Zitat:
Zitat von umimatsu Beitrag anzeigen
Victoria wird dem Hype, entfacht in den "Gazetten, die man früher Zeitungen nannte" ( Thomas Freitag ), vollkommen gerecht und das liegt neben der beeindruckenden Kameraarbeit auch an den großartigen Darstellern.
Zitat:
Zitat von ViddyClassic Beitrag anzeigen
Genauso kann eine Nacht in Berlin ablaufen, man fühlt sich die ganze Zeit, als wäre man dabei und ich bin immer noch tierisch geflasht, wie authentisch dieser Film ist. 9/10
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Zitat von PappHogan Beitrag anzeigen
Es ist der packendste, mitreissenste Film den ich seit ca 25 Jahren gesehen habe! 10/10
Zitat:
Zitat von Creed Beitrag anzeigen
Mich hat seit "The Raid 2" kein Film so geflasht wie dieser hier, für mich ist er bis jetzt ganz klar mein Film des Jahres und der beste Film aus Deutschland den ich kenne.
Zitat:
Zitat von Don_Haskins Beitrag anzeigen
Gerade aus dem Cineding nach Hause gekommen, waren 7 Leute und haben Victoria geschaut, alle 7 standen nach dem Film noch kurz vorm Kino und haben ein Fazit gezogen, was ein schön gemachter Film!
Zitat:
Zitat von Mein GOAT Walter Beitrag anzeigen
Ein besonderer Film; Prädikat wertvoll!
Zitat:
Zitat von Kinderschreck Beitrag anzeigen
Leider traut man sich hierzulande solche Experimente viel zu selten.
Zitat:
Zitat von Milford Cubicle Beitrag anzeigen
Dennoch ist der Film insgesamt sehr stark, da passt einfach vieles, wenn man sich mit der Geschichte, die nicht wirklich realistisch ist und in meinen Augen zu drastisch eskaliert, arrangieren kann. 8/10
Zitat:
Zitat von mumu Beitrag anzeigen
Er zieht dich Minute für Minute mehr ins Geschehen hinein bis du zum Finale hin komplett mitten drin bist.
Zitat:
Zitat von Jefferson D'Arcy Beitrag anzeigen
ich konnte meine Augen den ganzen Film über nicht abwenden. 9-9.5/10
Ein über zwei Stunden langer One Shot aus Deutschland, vollkommen Abseits von Schweiger oder Schweighöfer, ein Genrefilm, ein optischer Genuss – eine willkommene Abwechslung.
Die junge Spanierin Victoria, die in Berlin ihr Glück sucht, trifft in einer unbestimmten Nacht auf die vier Berliner Originale Sonne, Boxer, Blinker und Fuß. Mit ihnen beginnt eine Nacht in Victorias Leben, deren Ausgang im Ungewissen liegt.
Victoria ist ein technisches Meisterwerk. Ein echter One Shot, was eine enorme Herausforderung sowohl an das Kamerateam, aber vor allem auch an die Darsteller bedeuten dürfte. Ich möchte gar nicht wissen, wie groß die allgemeine Vorbereitung auf diesen Film gewesen sein muss, ehe er schließlich in diesem natürlich anmutenden Ausmaß im Kasten war. Dass es schon der dritte Take war, dass genommen wurde, schmälert diese Errungenschaft nicht.
Ein großes Lob muss ich zudem auch an die dargebotenen Charaktere aussprechen, welche sich lebendig, real und natürlich anfühlen. Jeder, der schon mit diversen Menschen zu tun hatte, kennt die hier gezeigten Personen, hat mit ihnen interagiert oder dabei zugesehen, wie sich bestimmte Situationen abspielen. Dass der Film dann natürlich über den normal erlebbaren Alltag hinausgeht ist vollkommen in Ordnung, immerhin muss er ja noch unterhalten können und nicht nur als Vorzeigedemo herhalten. Auch der Soundtrack weiß vollkommen zu überzeugen.
Und nun komme ich an einen Punkt, der dem ganzen Konzept widerspricht und der mich unschlüssig und rätselnd zurück lässt. Ich bin mir nicht im Klaren, ob es die Schuld der Charaktere, des Konzepts oder von mir selbst ist, dass ich mich schon sehr früh aus der Geschichte habe rausziehen lassen und das ich direkt im Anschluss anfing das Gezeigte in Frage zu stellen. Für mich war es schlicht nicht überzeugend oder erklärlich, dass Victoria mit den vier Jungs mitgeht. Diese wirken von Sekunde 1 an auf mich unsympathisch und irgendwo gefährlich. Wäre ich eine Frau in ihrem Alter, hätte ich eher Angst oder eine Art von Abscheu vor diesen betrunkenen und machohaften Dummschwätzern, als das ich mit ihnen mitgehen würde oder gar die Dinge mit ihnen mache, die später noch gezeigt werden. Sie nervten mich und ich schaffte es nicht, über diesen Aspekt hinwegzusehen. Im Gegenteil: dieses genervt sein steigerte sich im Laufe des Films in einigen Szenen gar noch, die ich irgendwo nicht als nachvollziehbar ansehen konnte.
Wie schon gesagt bin ich mir nicht sicher, ob dies an mir und meinen fehlenden Erfahrungen in der dargestellten Lebensweise liegen, oder ob für mich der technische Aspekt des Films, nämlich die Echtzeit, schließlich doch als Hindernis wahrgenommen wurde. Wäre die erzählte Zeit länger, so würde ich eventuell eher verstehen, wieso genau das passiert, was passiert. Vielleicht würde ich es dann eher akzeptieren. Die nun im Film genannten Gründe reichten schlicht nicht aus, um mich wieder hineinzuziehen.
Alles in allem bin ich der Überzeugung, einen zumindest interessanten Film gesehen zu haben, den man sich als Filmfan auf jeden Fall mal ansehen sollte. Dafür ist das zugrunde liegende Konzept einfach zu interessant und gut umgesetzt. Für mich selbst bleibt am Ende allerdings nicht mehr übrig als ein guter Film mit Längen und unüberwindbaren Hindernissen, weshalb ich ihn mir wohl nicht noch einmal ansehen möchte. Das finde ich schade, denn gerne wäre ich so begeistert gewesen, wie meine Vorredner hier auf dem Board. So scheint der Film für mich einfach nicht so brillant zu funktionieren.

4/4 --- 6/10
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Auf geht's!
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Alt 28.12.2015, 19:52   #14053
Fox Black
Disqualifiziert
 
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Beiträge: 17.617
War gestern nach längerer Zeit mal wieder im Kino, wo ich einen 3 Jahre alten Gutschein einlösen konnte.

Und nein, ich bin nicht dem Lemmings-Strom in SW7 gefolgt:

Die Tribute von Panem: Mockingjay - Teil 2
Wenigstens nicht ganz so langweilig wie MJ-Teil 1 und hält sich erstaunlicherweise recht eng an die literarische Vorlage, was ich eigentlich weniger erwartet hatte. Aber inzwischen ist wohl selbst für FSK 12-Verhältnisse einiges machbar, wenn man sich viel Kohle davon verspricht. Lawrence im Katniss-Modus ist gewohnt gut und auch der Rest macht einen guten Job. Von Seymour-Hoffman sieht man aus den bekannten Gründen leider nicht mehr allzu viel.
7,5/10
Fox Black ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.12.2015, 20:02   #14054
Goldberg070
Moderator
 
Registriert seit: 16.09.2003
Beiträge: 16.733
The Expendables 3 (Englisch)

Auf Englisch zwar oft serh schwer zu verstehen, aber viele Wortspiele und Anspielungen kommen nur im Originalton richtig zu Geltung. Der dritte Ausflug der Entbehrlichen ist ein Heidenspaß mit viel Geballer und hohem Bodycount und einer guten Portion Humior und Selbstironie. Es hätte der beste Teil der Serie werden können, wenn man den Film nicht für ein PG-13 Rating so steril gehalten hätte. Die nötige Gewalt hätte den Film richtig großartig gemacht. So bleibt er leider unvollkommen, auch wenn die harsche Kritik nicht wirklich fair ist, da der Film an sich gemessen an den Maßstäben für solche Filme schwer unterhaltsam ist.

7/10
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"Wenn du deine Emotionen nicht kontrollieren kannst, musst du das Verhalten anderer Menschen kontrollieren. Deshalb dürfen die Empfindlichsten, Übersensibelsten und leicht Erregbarsten nicht den Standard für den Rest von uns setzen." - John Cleese
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Alt 28.12.2015, 20:10   #14055
Milford Cubicle
Genickbruch
 
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Zitat:
Zitat von Excalibur Beitrag anzeigen
Für mich war es schlicht nicht überzeugend oder erklärlich, dass Victoria mit den vier Jungs mitgeht. Diese wirken von Sekunde 1 an auf mich unsympathisch und irgendwo gefährlich. Wäre ich eine Frau in ihrem Alter, hätte ich eher Angst oder eine Art von Abscheu vor diesen betrunkenen und machohaften Dummschwätzern, als das ich mit ihnen mitgehen würde oder gar die Dinge mit ihnen mache, die später noch gezeigt werden. Sie nervten mich und ich schaffte es nicht, über diesen Aspekt hinwegzusehen. Im Gegenteil: dieses genervt sein steigerte sich im Laufe des Films in einigen Szenen gar noch, die ich irgendwo nicht als nachvollziehbar ansehen konnte.

4/4 --- 6/10
Das war im Prinzip mein Hauptproblem mit dem Film, das ich aber irgendwann akzeptiert habe und deshalb hat es mich dann nicht weiter gestört. Ich kann das aber durchaus nachvollziehen, da es für mich unrealistisch war (insbesondere mit der krassen Eskalationsspirale), dass sie da mitgeht (und mitmacht). Auf der anderen Seite wäre der Film ansonsten auch sehr kurz:

Sonne: "Magst du mit uns absolut wildremden und betrunkenen Männern allein mitgehen?"
Victoria: "No, i want to go home!"

The End

Aber ja, ich fand eigentlich von den Männern auch keinen wirklich sympathisch, mit Ausnahme von Sonne, die anderen waren doch eher vernachlässigbar.
__________________
"Manche hängen ihre Fahnen, nach dem erstbesten Wind. Doch die Liebe beweist sich erst, wenn der Wind zunimmt. Und Liebe ohne Leiden, das hat noch niemand gesehen. Man kann ein Lied davon singen, man kann sich selbst nicht verstehen."
Tomte - Das hier ist Fußball
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Alt 28.12.2015, 20:20   #14056
Adun
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Beiträge: 2.929
The other F-Word

Eine nette Sache mit durchaus ernsten und komischen Seiten. Alleine wenn NOFX Fat Mike in den pinken Palast seiner Tochter geht oder aber ein Sänger vom Tod seines Sohnes erzählt... traurig und fröhlich zusammen.

8/10
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Alt 28.12.2015, 20:33   #14057
Delta Romeo
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Zitat:
Zitat von Milford Cubicle Beitrag anzeigen
Das war im Prinzip mein Hauptproblem mit dem Film, das ich aber irgendwann akzeptiert habe und deshalb hat es mich dann nicht weiter gestört. Ich kann das aber durchaus nachvollziehen, da es für mich unrealistisch war (insbesondere mit der krassen Eskalationsspirale), dass sie da mitgeht (und mitmacht). Auf der anderen Seite wäre der Film ansonsten auch sehr kurz:

Sonne: "Magst du mit uns absolut wildremden und betrunkenen Männern allein mitgehen?"
Victoria: "No, i want to go home!"

The End

Aber ja, ich fand eigentlich von den Männern auch keinen wirklich sympathisch, mit Ausnahme von Sonne, die anderen waren doch eher vernachlässigbar.
Ich empfand das nicht so. Sie war ja völlig einsam und das wohl schon ihr Leben lang. Sie hat ja ihr gesamtes Dasein der Chance gewidmet, an die Musikschule zu kommen. Vermutlich hatte sie nie Freunde, da sie immer nur übte. Nun ihr einziger Traum gescheitert und sie lebt als gänzlich gescheiterte Existenz in einer fremden Stadt, deren Sprache sie nicht einmal spricht. Insofern hat sie aus ihrer Sicht einfach mal gar nichts zu verlieren und es ist für so eine Person sicher auch schmeichelhaft, wenn mehrere Typen um sie herumschlawenzeln und auf verscheide Weisen um ihre Aufmerksamkeit buhlen. Zuvor hat sie für solche Aufmerksamkeiten vermutlich ein Ohr gehabt und damit vielleicht auch nicht die Erfahrung, wie man mit so was umgehen sollte. Außer denen hat sie aktuell nichts mehr in ihrem Leben. Entsprechend fand ich es auch nicht unglaubwürdig, dass sie sich auf die eingelassen hat, wenn das freilich von Anfang an keine kluge Entscheidung war. Was ihre soziale Entwicklung angeht, dürfte sie eher eine 13jährige sein und die handeln bekanntlich häufiger ziemlich dumm.
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"Was einer ohne Erklärung nicht versteht, versteht er auch nicht, wenn man es ihm erklärt." – Haruki Murakami: 1Q84
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Alt 28.12.2015, 23:25   #14058
Kliqer
Genickbruch
 
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Ich habe den neuen Star Wars jetzt auch gesehen. Och, naja.

Zitat:
Zitat von Milford Cubicle Beitrag anzeigen
Das war im Prinzip mein Hauptproblem mit dem Film, das ich aber irgendwann akzeptiert habe und deshalb hat es mich dann nicht weiter gestört. Ich kann das aber durchaus nachvollziehen, da es für mich unrealistisch war (insbesondere mit der krassen Eskalationsspirale), dass sie da mitgeht (und mitmacht). Auf der anderen Seite wäre der Film ansonsten auch sehr kurz:

Sonne: "Magst du mit uns absolut wildremden und betrunkenen Männern allein mitgehen?"
Victoria: "No, i want to go home!"

The End

Aber ja, ich fand eigentlich von den Männern auch keinen wirklich sympathisch, mit Ausnahme von Sonne, die anderen waren doch eher vernachlässigbar.
Dazu muss ich nochmal etwas sagen: Schauen wir uns doch mal Victoria an. Wir haben eine junge Frau, die ihr ganzes Leben lang über gearbeitet hat. Sie sagte selbst, dass sie mit 12 Jahren eine alte Frau war. Sie hatte keine Freunde, nur Konkurrenten. Sie hat nichts erlebt. Jetzt ist sie - komplett alleine, ohne Anschluss - in einer neuen Stadt, in einem anderen Land. Plötzlich lernt sie eine Bande von Jungs kennen. Jungs, mit Energie, mit Leidenschaft - die ich übrigens durchaus sympathisch finde; harmlose Rabauken eigentlich - die einen ganz besonderen Charme haben. Sie wird mitgerissen, sie hat das erste Mal die Chance ein Abenteuer zu erleben, bei etwas dabei zu sein, Kameradschaft zu spüren, mal verrückt und übermütig zu sein. Vielleicht hat sie sogar Mitleid, ist ein guter Mensch und will ihnen helfen. Ich konnte voll und ganz nachvollziehen, warum sie mit den Jungs mitgegangen ist.

Der Regisseur ergänzt meine Einschätzung übrigens damit, dass Victoria eine größenwahnsinnige Perfektionistin ist. Das zeigt sich u.a. damit, dass sie beim beiläufigen Pianovorspielen im Café den als unspielbar geltenden "Mephisto Waltzer" von Liszt auswählt. Sie will alles, was sie tut, perfekt machen. Darauf ist sie konditioniert. Und auch darauf, dass sie eben nie perfekt sein kann. Deswegen ist sie es auch, die die Sache am Ende mehr oder weniger in die Hand nimmt - bspw. in der Wohnung bei dem Pärchen mit dem Kind.

EDIT: Toll, ich sollte bevor ich überambitioniert auf Beiträge, denen ich widersprechen kann, antworte, erstmal nachlesen, ob mir da nicht schon jemand zuvor gekommen ist. Denn eigentlich hat Delta ja schon genau dasselbe geschrieben. Sorry.
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"Genickbruch.com ist eine topseriöse Seite." - Markus Lanz, 16.10.2014
I <3 woken Dreck

Geändert von Kliqer (28.12.2015 um 23:33 Uhr). Grund: doppelpost
Kliqer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.12.2015, 00:38   #14059
Milford Cubicle
Genickbruch
 
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Naja, wie geschrieben habe ich das akzeptiert und den Film sehr genossen. Was ihr schreibt ist auch durchaus plausibel und das wird auch während des Films deutlich. Doch das wusste ich während der Entscheidung mitzugehen ja nicht und in dem Moment hat mich das sehr gestört. Egal wie einsam ich bin, ich würde vermutlich als attraktive junge Frau nicht mit 4 wildfremden betrunkenen Kerlen mitgehen (Einsamkeit ist immer noch besser als Gang-Rape). Auch später nach der Szene im Café fand ich es zugegeben noch immer merkwürdig, dass sie mitgeht, gerade weil Boxer da auch sehr aggressiv gewirkt hat (Boxer war für mich aber von grundauf ein absoluter Unsympath). Das sind für mich alles ziemliche Schnellschüße, nachdem man sich 40 Minuten kennt. Auch empfand ich es nicht so, als ob sie nichts zu verlieren hätte, eher, dass sie einen Neuanfang in einer unbekannten Stadt wagen will, dementsprechend hat sie an sich sogar recht viel zu verlieren. Wenn ich darüber nachdenke hätte ich eben nicht so gehandelt, aber wie gesagt, dann wäre der Film ja auch zu Ende, bevor er angefangen hat.
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Milford Cubicle ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.12.2015, 01:13   #14060
Excalibur
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Zitat:
Zitat von Delta Romeo Beitrag anzeigen
Ich empfand das nicht so. Sie war ja völlig einsam und das wohl schon ihr Leben lang. Sie hat ja ihr gesamtes Dasein der Chance gewidmet, an die Musikschule zu kommen. Vermutlich hatte sie nie Freunde, da sie immer nur übte. Nun ihr einziger Traum gescheitert und sie lebt als gänzlich gescheiterte Existenz in einer fremden Stadt, deren Sprache sie nicht einmal spricht. Insofern hat sie aus ihrer Sicht einfach mal gar nichts zu verlieren und es ist für so eine Person sicher auch schmeichelhaft, wenn mehrere Typen um sie herumschlawenzeln und auf verscheide Weisen um ihre Aufmerksamkeit buhlen. Zuvor hat sie für solche Aufmerksamkeiten vermutlich ein Ohr gehabt und damit vielleicht auch nicht die Erfahrung, wie man mit so was umgehen sollte. Außer denen hat sie aktuell nichts mehr in ihrem Leben. Entsprechend fand ich es auch nicht unglaubwürdig, dass sie sich auf die eingelassen hat, wenn das freilich von Anfang an keine kluge Entscheidung war. Was ihre soziale Entwicklung angeht, dürfte sie eher eine 13jährige sein und die handeln bekanntlich häufiger ziemlich dumm.
Zitat:
Zitat von Kliqer Beitrag anzeigen
Ich habe den neuen Star Wars jetzt auch gesehen. Och, naja.



Dazu muss ich nochmal etwas sagen: Schauen wir uns doch mal Victoria an. Wir haben eine junge Frau, die ihr ganzes Leben lang über gearbeitet hat. Sie sagte selbst, dass sie mit 12 Jahren eine alte Frau war. Sie hatte keine Freunde, nur Konkurrenten. Sie hat nichts erlebt. Jetzt ist sie - komplett alleine, ohne Anschluss - in einer neuen Stadt, in einem anderen Land. Plötzlich lernt sie eine Bande von Jungs kennen. Jungs, mit Energie, mit Leidenschaft - die ich übrigens durchaus sympathisch finde; harmlose Rabauken eigentlich - die einen ganz besonderen Charme haben. Sie wird mitgerissen, sie hat das erste Mal die Chance ein Abenteuer zu erleben, bei etwas dabei zu sein, Kameradschaft zu spüren, mal verrückt und übermütig zu sein. Vielleicht hat sie sogar Mitleid, ist ein guter Mensch und will ihnen helfen. Ich konnte voll und ganz nachvollziehen, warum sie mit den Jungs mitgegangen ist.

Der Regisseur ergänzt meine Einschätzung übrigens damit, dass Victoria eine größenwahnsinnige Perfektionistin ist. Das zeigt sich u.a. damit, dass sie beim beiläufigen Pianovorspielen im Café den als unspielbar geltenden "Mephisto Waltzer" von Liszt auswählt. Sie will alles, was sie tut, perfekt machen. Darauf ist sie konditioniert. Und auch darauf, dass sie eben nie perfekt sein kann. Deswegen ist sie es auch, die die Sache am Ende mehr oder weniger in die Hand nimmt - bspw. in der Wohnung bei dem Pärchen mit dem Kind.

EDIT: Toll, ich sollte bevor ich überambitioniert auf Beiträge, denen ich widersprechen kann, antworte, erstmal nachlesen, ob mir da nicht schon jemand zuvor gekommen ist. Denn eigentlich hat Delta ja schon genau dasselbe geschrieben. Sorry.
Zitat:
Zitat von Milford Cubicle Beitrag anzeigen
Naja, wie geschrieben habe ich das akzeptiert und den Film sehr genossen. Was ihr schreibt ist auch durchaus plausibel und das wird auch während des Films deutlich. Doch das wusste ich während der Entscheidung mitzugehen ja nicht und in dem Moment hat mich das sehr gestört. Egal wie einsam ich bin, ich würde vermutlich als attraktive junge Frau nicht mit 4 wildfremden betrunkenen Kerlen mitgehen (Einsamkeit ist immer noch besser als Gang-Rape). Auch später nach der Szene im Café fand ich es zugegeben noch immer merkwürdig, dass sie mitgeht, gerade weil Boxer da auch sehr aggressiv gewirkt hat (Boxer war für mich aber von grundauf ein absoluter Unsympath). Das sind für mich alles ziemliche Schnellschüße, nachdem man sich 40 Minuten kennt. Auch empfand ich es nicht so, als ob sie nichts zu verlieren hätte, eher, dass sie einen Neuanfang in einer unbekannten Stadt wagen will, dementsprechend hat sie an sich sogar recht viel zu verlieren. Wenn ich darüber nachdenke hätte ich eben nicht so gehandelt, aber wie gesagt, dann wäre der Film ja auch zu Ende, bevor er angefangen hat.
Ich muss auch zugeben, dass Victoria wunderbar charakterisiert wird. Da steht und fällt für mich also alleine bei den vier Jungs, über die ich nicht hinweg komme. In der Szene, in der sie eingeführt werden, empfinde ich sie als nervig, prätentiös und eben durchaus sehr schnell recht nahegehend und fordernd. Das sind schlicht Eigenschaften, die, wenn ich solche Leute auf der Straße treffe, ich als unangenehm empfinde.
Das sie sich zudem so abschießen, obwohl zumindest Boxer der Meinung sein dürfte, dass sie das lassen sollten, kommt in Anbetracht des weiteren Plotverlaufes noch erschwerend hinzu. Bitte nicht falsch verstehen, ich finde die Typen als Charaktere überaus glaubwürdig und absolut stark gespielt. Aber über diesen Aspekt, dass sie in der Situation mitgeht, kam ich einfach nicht hinweg und dann zieht sich das durch den Film. Das wird auch dann nicht besser, wenn der Flirt mit Sonne beginnt. Nichts was er sagt ist wirklich witzig und sie wirkt nicht so betrunken, als das dieser "Betrunkenen-Humor" da durchkommen sollte. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich einfach auch das leichte Gefühl einer warmen, feucht-fröhlichen Partynacht in der Art nicht kenne, da ich keinen Alkohol trinke.
Und wie es dann bei Filmen so ist, stören dann andere Aspekte umso mehr, wenn man erst einmal rausgerissen wurde. Das es sie so überhaupt nicht stört, dass ein Auto geklaut wird, beispielsweise. Das sie im gleichen Club nochmal feiern gehen, der am Anfang auch gezeigt wird, anstatt alles erst einmal hinter sich zu bringen. Das alles irgendwie direkt beieinander spielt oder das Fuß offensichtlich in ihr Café kotzt et cetera. So wirkt sie für mich schon von vorne herein oder zumindest sehr früh zu allem bereit zu sein und wächst weniger in der einen Nacht, als sie es schließlich tut.
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Auf geht's!
Excalibur ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.12.2015, 07:44   #14061
Bilo
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Zitat:
Zitat von Bogaloo Beitrag anzeigen
Das Buch ist übrigens wesentlich detaillierter. Der Film wäre aber auch sonst wohl eher 10 Stunden lang geworden
Habe das Buch nicht gelesen, kommt jedoch mal auf die "To Do" Liste.
So ist es ja meistens, dass die Filme nicht so detailliert rüber kommen wie es im Buch der Fall war.
Ich finde nur, mit dieser Idee die man hatte, hätten man wirklich mehr anstellen können. Die Dramatik war auch kaum zu spüren irgendwie.
Bilo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.12.2015, 12:48   #14062
Kliqer
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Zitat:
Zitat von Milford Cubicle Beitrag anzeigen
Naja, wie geschrieben habe ich das akzeptiert und den Film sehr genossen. Was ihr schreibt ist auch durchaus plausibel und das wird auch während des Films deutlich. Doch das wusste ich während der Entscheidung mitzugehen ja nicht und in dem Moment hat mich das sehr gestört. Egal wie einsam ich bin, ich würde vermutlich als attraktive junge Frau nicht mit 4 wildfremden betrunkenen Kerlen mitgehen (Einsamkeit ist immer noch besser als Gang-Rape). Auch später nach der Szene im Café fand ich es zugegeben noch immer merkwürdig, dass sie mitgeht, gerade weil Boxer da auch sehr aggressiv gewirkt hat (Boxer war für mich aber von grundauf ein absoluter Unsympath). Das sind für mich alles ziemliche Schnellschüße, nachdem man sich 40 Minuten kennt. Auch empfand ich es nicht so, als ob sie nichts zu verlieren hätte, eher, dass sie einen Neuanfang in einer unbekannten Stadt wagen will, dementsprechend hat sie an sich sogar recht viel zu verlieren. Wenn ich darüber nachdenke hätte ich eben nicht so gehandelt, aber wie gesagt, dann wäre der Film ja auch zu Ende, bevor er angefangen hat.
Naja, sie arbeitet für vier Euro die Stunde in einem Kaffee, wo sie scheinbar auch häufiger schläft - zumindest hat sie dort ihre Zahnbürste deponiert - kennt keinen Menschen da (Sonne sagt ja auch: "Nimm das Geld, dich kennt keiner und hau ab!"), und so weiter. Es ist vielleicht ein Neuanfang, aber nichts zu verlieren hat sie dennoch.

Und Boxer finde ich auch nicht so unsympathisch. Er ist doch irgendwie ein lieber Kerl, der sich halt nicht immer unter Kontrolle hat und unter unglaublichem Druck steht. Das ist halt eine üble Kombination.

Zitat:
Zitat von Excalibur Beitrag anzeigen
Ich muss auch zugeben, dass Victoria wunderbar charakterisiert wird. Da steht und fällt für mich also alleine bei den vier Jungs, über die ich nicht hinweg komme. In der Szene, in der sie eingeführt werden, empfinde ich sie als nervig, prätentiös und eben durchaus sehr schnell recht nahegehend und fordernd.
Prätentiös? Für mich sind die Vier eigentlich das genaue Gegenteil von prätentiös. ;-)

Nervig? Ja, doch. Sie reden durcheinander, sind angetrunken, laut. Aber es ist auch Berlin, Victoria ist sowieso im Feiermodus, will etwas erleben, da stören solche Jungs wahrscheinlich weit weniger, als wenn man 1.) sich selten in diesen Szenen rumtreibt und 2.) auf dem gemütlichen Kinosessel sitzt.

Nahegehnd/fordernd? Durchaus, aber mir scheint eben, dass sie genau das braucht und genießt. Aufmerksamkeit, Lebenslust, Energie, Gesellschaft.

Zitat:
Das sind schlicht Eigenschaften, die, wenn ich solche Leute auf der Straße treffe, ich als unangenehm empfinde.
Treffe ich solche Leute nachmittags um 15 Uhr beim Bummeln stimme ich dir zu, stolpere ich um halb vier Uhr morgens aus einem Berliner Club, dann sieht das eventuell anders aus. ;-)

Zitat:
Das sie sich zudem so abschießen, obwohl zumindest Boxer der Meinung sein dürfte, dass sie das lassen sollten, kommt in Anbetracht des weiteren Plotverlaufes noch erschwerend hinzu.
Schießen sie sich denn wirklich ab? Klar: Fuß tut das. Aber der Rest ist doch eigentlich noch recht stabil unterwegs. Und so wie ich das verstanden habe, war nicht ganz klar, dass an dem Abend noch der Anruf kommen sollte. Er hätte auch 1-2 Tage später oder sonst wann erfolgen können.

Übrigens hat der Regisseur auch gesagt: "Victoria ist natürlich kein realistischer Film. Es ist aber auch nicht realistisch, einen Film ohne einen einzigen Schnitt zu drehen." Fand ich ein ganz gutes Fazit. ;-)
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Kliqer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.12.2015, 16:39   #14063
Excalibur
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Zitat:
Zitat von Kliqer Beitrag anzeigen
Prätentiös? Für mich sind die Vier eigentlich das genaue Gegenteil von prätentiös. ;-)
Der Duden sagt: "sich durch Äußerungen, bestimmte Mittel der Darstellung den Anschein von Wichtigkeit, Bedeutung gebend; durch betont gewichtiges Auftreten o. Ä. Eindruck machen wollend"
In meinen Augen genau das, was Sonne bis in die Café-Szene definitiv macht. Er buhlt doch sehr hart um sie.

Zitat:
Zitat von Kliqer Beitrag anzeigen
Nervig? Ja, doch. Sie reden durcheinander, sind angetrunken, laut. Aber es ist auch Berlin, Victoria ist sowieso im Feiermodus, will etwas erleben, da stören solche Jungs wahrscheinlich weit weniger, als wenn man 1.) sich selten in diesen Szenen rumtreibt und 2.) auf dem gemütlichen Kinosessel sitzt.

Nahegehnd/fordernd? Durchaus, aber mir scheint eben, dass sie genau das braucht und genießt. Aufmerksamkeit, Lebenslust, Energie, Gesellschaft.

Treffe ich solche Leute nachmittags um 15 Uhr beim Bummeln stimme ich dir zu, stolpere ich um halb vier Uhr morgens aus einem Berliner Club, dann sieht das eventuell anders aus. ;-)
Es ist ja nicht so, dass ich nicht auch mal Nachts unterwegs wäre, in Pubs et cetera. Und trotzdem habe ich immer Respekt vor Situationen, wenn ich alleine vier angetrunkenen Männern gegenüberstehe - und ich bin fast 1.90 groß und wiege jenseits der 100 Kg. Vielleicht ist mir Victoria auch zu hübsch, zu niedlich, als das ich der Figur abkaufe, dass erst jetzt, in dieser bestimmten Nacht, von Typen angesprochen wird. Auf der anderen Seite könnte man natürlich auch argumentieren, dass sie erstmal die Lockerheit brauchte und nachdem ihr Flirtversuch an der Bar scheiterte, einfach im richtigen Modus war - mhh.

Alles in allem empfehle ich den Film ja auch durchaus an alle Filmfans weiter, ich habe ihn ja nicht zerrissen, im Gegenteil. Ich finde die Machart und die Charaktere wundervoll. Ich stelle alleine in Frage, ob die Machart eventuell der Grund dafür ist, weshalb er für mich in seiner Logik nicht so gut funktioniert, als wenn man eine größere Erzählzeit hätte. Das ist kein Bashing, aber ich suche halt nach dem Grund dafür, wieso er für mich nicht funktionierte. Grundsätzlich bin ich aber immer bereit, Noten zu korrigieren. Nur selten kann ich Filme nach dem ersten Mal gucken auch wirklich in ihrer Bedeutung für mich voll erfassen.



Inside Out (2015 – Ronnie Del Carmen & Pete Docter)

Zitat:
Zitat von Spockster Beitrag anzeigen
Fantastisch, genial, kreativ...jeder erdenkliche Superlativ passt hier.
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Zitat von Kinderschreck Beitrag anzeigen
Sehr, sehr schön.
Zitat:
Zitat von Jefferson D'Arcy Beitrag anzeigen
Ich würde sogar soweit gehen, ihn als besten Pixar-Film seit "Wall-E" und "Oben" zu bezeichnen. 9/10
Zitat:
Zitat von ViddyClassic Beitrag anzeigen
Das Konzept ist so gut und was daraus gemacht wird, so sterbenslangweilig und schade. 5/10
Pixar hatten zuletzt mit Cars 2 und Brave zwei Titel herausgebracht, welche dem Kanon nach nicht wirklich gut angenommen wurden. Das gleiche wird zwar auch von Monsters University behauptet, dem würde ich allerdings eher wiedersprechen. Man konnte also gespannt darauf blicken, ob Inside Out eher ein Hit oder Mittelmaß werden würde – in meinen Augen ersteres.
Die zugrunde liegende Handlung ist relativ schnell erzählt. Die junge Riley wird von Geburt an durch die personifizierten Emotionen Freude, Kummer, Angst, Wut und Ekel begleitet, die wiederum die Erinnerung entsprechend färben und somit das Gemüt Rileys bestimmen. Freude stellt dabei die dominante Emotion dar. Irgendwann zieht Rileys Familie um gen San Francisco, womit die Emotion Kummer einen bedeutenderen Part einnimmt. Bei dem Versuch, Kummer von ihrem Werken abzuhalten, werden sowohl Freude als auch Kummer aus der Schaltzentrale geworfen – das Emotionschaos ist vorprogrammiert.
Eigentlich kann ich meine Kritik nun auch kurz halten, denn alles an dem Film stimmt. Die Sprecher sind gut, die Witze sitzen, der Film sieht super aus und ist schön bunt, die Story überzeugt, die Charaktere sowieso und alles geht eigentlich sehr leicht runter. Wieso ich den Film aber nochmal besonders hervorheben möchte ist die Tatsache, dass er auch emotional sehr gut funktioniert. Inside Out ist gerade zum Ende hin sehr ergreifend und dürfte denjenigen, die nahe am Wasser gebaut sind, doch manch eine Träne herauspressen, ohne dass man sich dabei schwermütig fühlt.
Der Film ist schlicht einer der besten des Jahres und darf ruhig von jedem gesehen werden, der nicht eine grundlegende Aversion gegen die Pixar-Filme hat. Er weiß zu begeistern und lässt den Zuschauer zudem über die eigenen Emotionen und Kernerinnerung nachdenken – das ist mehr, als ich erwartet habe.

3/4 --- 9/10
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Alt 29.12.2015, 17:05   #14064
umimatsu
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Zitat:
Zitat von Excalibur Beitrag anzeigen
Alles in allem empfehle ich den Film ja auch durchaus an alle Filmfans weiter, ich habe ihn ja nicht zerrissen, im Gegenteil. Ich finde die Machart und die Charaktere wundervoll. Ich stelle alleine in Frage, ob die Machart eventuell der Grund dafür ist, weshalb er für mich in seiner Logik nicht so gut funktioniert, als wenn man eine größere Erzählzeit hätte. Das ist kein Bashing, aber ich suche halt nach dem Grund dafür, wieso er für mich nicht funktionierte. Grundsätzlich bin ich aber immer bereit, Noten zu korrigieren. Nur selten kann ich Filme nach dem ersten Mal gucken auch wirklich in ihrer Bedeutung für mich voll erfassen.
Bei mir funktionierte der Film auch nicht in Gänze. Dieser ganze Bankraubtwist wirkt auf der narrativen Ebene wenig glaubwürdig und hat den Film für mich definitiv etwas gekillt. Optisch und schauspielerisch gehört Victoria dennoch zu den Highlights dieses Jahres, ja der Film findet sogar Eingang in meine persönliche Top 10 2015.
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Punko ist so niedlich, dass ich mir sicher bin, sein Gesicht wurde von einem Kinderserienanimateur gezeichnet. - Kliqer

One of the best movies of all time. Before films got full of CGI bullshit to make up for a crap storyline and bad acting. - YT-User Ryan Banks über Heat

Geändert von umimatsu (29.12.2015 um 17:10 Uhr).
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Alt 30.12.2015, 05:48   #14065
Fräulein Söckchen
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落跑吧 愛情 All you need is love (Trailer)

Romantic Comedy mit Richie Jen und Shu Qi. Die (fast) einzige Art, in der ich dieses Genre ertrage ist auf Chinesisch und mit Richie Jen. Dann funktionieren sie bei mir aber. Gut dass ich mich von den katastrophalen Kritiken nicht abschrecken hab lassen (Ich mein, "Romantic Comedy von und mit Richie Jen", und noch dazu sein Regiedebut - was genau erwarten die Leute? Einen Oscar-Anwärter-Film? ).
Die Story ist flach und vorhersehbar: reiche Chinesin mit trauriger Familiengeschichte (Shu Qi) urlaubt auf Penghu und trifft dort auf den unbekümmerten und fröhlichen B&B-Besitzer Richie Jen (ui, die Geschichte kennen wir doch - "Summer Holiday" anyone?). Wie es weitergeht, ist mehr oder weniger klar. Dennoch hab ich den Film ganz reizvoll gefunden, v.a. weil die Chemie zwischen Shu Qi und Richie Jen gestimmt und sich der Klamauk in Grenzen gehalten hat. Den Soundtrack hab ich schon gekannt, der ist super. Wenngleich er mir zu sparsam eingesetzt worden ist, denn ich hätte auf mehr voll ausgespielte Lieder gehofft. Aber man kann nicht alles haben. Ansonsten ist der Film über weite Strecken (abgesehen von der Lovestory) ein Werbefilm für Penghu. Da muss ich jetzt endlich einmal hinfahren.
Der Film wartet außerdem mit einigen interessanten Nebenrollen auf (die allerdings fast alle zu kurz kommen), allen voran Ti Lung. Ja, genau, der Ti Lung aus "A better tomorrow", der mir immer besser gefallen hat als Chow Yun-Fat. Jetzt ist er ein alter Mann (er spielt Richie Jens Vater). Ich wünschte fast, ich hätte das nicht mitgekriegt, dass ER in dem Film mitspielt (denn erkannt hätte ich ihn nicht) und ihn optisch jung in Erinnerung behalten.
Der Film ist nur für Fans (von Shu Qi und/oder Richie Jen). Aber für die ist er akzeptabel bis gut. Ich hab sowas wieder einmal gebraucht, war genau das Richtige gestern Abend.
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Oh Menschenkind, bedenk es wohl, dein größter Feind heißt Alkohol.
Doch in der Bibel steht geschrieben: Du sollst auch deine Feinde lieben!
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Alt 30.12.2015, 10:53   #14066
Der Zerquetscher
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Kampfstern Galactica (USA, 1978)

Der Kinofilm zur späteren Serie beginnt mit freudiger Erwartung ob eines bevorstehenden Friedendsschlusses zwischen den Menschen und einem Roboterimperium. Der friedensbewegte Präsident der Menschen hofft in die Geschichte eingehen zu können als der Mann, der die tausend (!!!) Jahre Krieg beendet hat. Leider sind die Avancen der bösen Zylonen nur Spiegelfechterei, um die Menschen in Sicherheit zu wiegen. Dabei kommt ihnen gerade recht, dass der Präsi verbietet, die Zylonen mit übermäßiger Militärpräsenz zu verärgern und damit den Friedensschluss zu gefärden. Postwendend wird soviel Gutmütigkeit die Rechnung präsentiert und fast die gesamte Flotte sowie alle unbewachten Kolonien der Menschen werden von den blankpolierten Blechkameraden zu Sternenstaub zerbröselt. Einsam zieht die Galactica fortan mit einer kleinen Flotte Überlebender durchs All auf der Suche nach dem kleinen blauen Planeten der Vorväter.

Im Jahr 1978 gedreht, meint der Film - wie auch später die Serie - auf den Star Wars Zug aufhüpfen zu müssen. Dabei ist das Szenario insgesamt etwas finsterer und die Effekte wesentlich billiger. Auch wird versucht, ähnlich wie bei Star Wars, eine komplexe Märchenwelt zu erschaffen, was allerdings nur halbherzig, wenig durchdacht und damit wenig faszinierend gelingt. Politisch wird es auch ein bisschen, denn die mittellosen Flüchtlinge der Kolonien müssen sich von den ihren Besitz hortenden Reichen ihre Nahrungsmittel ertrotzen. Außerdem lernen wir, analog zur damaligen Diskussion zum Nato-Doppelbeschluss, wer die Flinte ins Korn wirft, erntet keinen Frieden.

Mit gehörigem Nostalgiebonus (letztmalige Sichtung war, glaube ich, ungefähr 1989), denn als Kind habe ich diese Serie abgöttisch geliebt: 7/10
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"Nachtbesucher" - erschienen im Audioparadies-Verlag, gelesen von Hajo Mans: Hörprobe
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Alt 30.12.2015, 15:48   #14067
Excalibur
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Infini (2015 - Shane Abbess)

Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Dort ein wenig plötzlich ins Bild springender Schrecken, hier ein bisschen Ekel und das Ganze umrahmt mit einer schmucken Kulisse, in der sich die aus „Event Horizon" bekannten schizoiden Persönlichkeitsstörungen so richtig schön austoben können. 6/10
Der Zerquetscher hat in seinem Review an sich schon alles gesagt, was man zu dem Film wissen muss. Ein niedrig budgetierter Klau von meist besseren Genrekollegen, zusammengefasst um doch am Ende mit frischen Ideen aufzuwarten. Das klingt zunächst mäßig, ist es an sich auch, aber ich möchte an dieser Stelle trotz allem die gelungene Atmosphäre sowie die Kulisse hervorheben. Infini kostete nur 5. Millionen Dollar und von denen sieht man jeden einzelnen auf dem Bildschirm. Das weiß zu gefallen, wirkt an manchen stellen allerdings auch wie ein Videospiel. In meinen Augen durchaus für Genrefans, alle andere würden sich nur langweilen.

2/4 --- 5/10
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Alt 30.12.2015, 16:03   #14068
Old Holborn
Schädelbasisbruch
 
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Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Hmm,.. findest Du den echt so hart? Vielleicht bin ich zu abgestumpft.

Habe "Chained" hier im Regal, wie auch "Unter Kontrolle",.. von Jennifer Lynch, dem Töchterchen von Papa David. Und auch ich mag den Film. Der D'Onofrio ist einfach gut.
"Chained" hat mich schon sehr verstört. Eigentlich gehöre ich nicht zu den zart besaiteten Menschen. Daher war ich darüber selbst etwas verwundert. Sowohl von der Machart, als auch vom Thema her, habe ich schon härtere Filme gesehen. Die mich dann aber nicht so verstört haben.

Warum dies "Chained" in diesem hohen Maße gelungen ist kann ich mir daher selbst nicht erklären. Irgendeinen Nerv hat dieser Film in mir getroffen, von dem ich bisher scheinbar selbst nichts wusste. Daher auch die hohe Bewertung von mir für diesen Film. Hätte ich diesen emotionslos "nebenbei" angesehen, dann hätte es einen bis zwei Punkte weniger gegeben.
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Alt 31.12.2015, 11:18   #14069
Der Zerquetscher
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Kennst du "Unter Kontrolle" von Jennifer Lynch? Falls nicht, dann lies NICHTS drüber und sieh ihn dir an.
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Alt 31.12.2015, 11:31   #14070
Woodstock
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Drei Männer im Schnee

Ein Film von 55 über den man eigentlich nichts mehr sagen muss, außer das diejenigen, die ihn nicht kennen, selber Schuld sind.
Dahlke und Lüders, die Weltklasse aufspielen in einem Film der einfach gute Laune verbreitet..

10/10 Punkten
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Benni : Also echt, ey!

"I have a disease, I'm allergic to stupid shit. Now some of y'all might have that same disease. It starts when you're a child. I remember as a child being allergic to stupid shit." - Katt Williams
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Alt 31.12.2015, 11:33   #14071
Punisher 3:16
Genickbruch
 
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Beiträge: 16.864
Fast Five

Ein klassischer no-brainer. Aber er ist kurzweillig und unterhält. Ein guter Film ist es aber auf keinen Fall.

4/10
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Alt 31.12.2015, 11:34   #14072
Humppathetic
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Zitat:
Zitat von Woodstock Beitrag anzeigen
Drei Männer im Schnee

Ein Film von 55 über den man eigentlich nichts mehr sagen muss, außer das diejenigen, die ihn nicht kennen, selber Schuld sind.
Dahlke und Lüders, die Weltklasse aufspielen in einem Film der einfach gute Laune verbreitet..

10/10 Punkten
Wird bei uns jedes Jahr im kleinen Kreise (Mutter, Bruder, ich) geguckt. Diesmal habe ich das zwar verpasst, aber es wird noch viele weitere Winter geben.
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What he didn't was, know was or was know was that I was dyslexic.
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Alt 31.12.2015, 11:39   #14073
Woodstock
Genickbruch
 
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Beiträge: 16.342
Zitat:
Zitat von Humppathetic Beitrag anzeigen
Wird bei uns jedes Jahr im kleinen Kreise (Mutter, Bruder, ich) geguckt. Diesmal habe ich das zwar verpasst, aber es wird noch viele weitere Winter geben.
Ist bei uns auch so eine Familientradition. Immer zwischen den Feiertagen.
Der Lachkrampf von Lüders ist einfach unvergesslich
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Alt 01.01.2016, 04:04   #14074
Old Holborn
Schädelbasisbruch
 
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Beiträge: 1.651
Zitat:
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Kennst du "Unter Kontrolle" von Jennifer Lynch? Falls nicht, dann lies NICHTS drüber und sieh ihn dir an.
Werde ich tun und dann Bericht erstatten. - Wird jedoch nicht in den nächsten Tagen geschehen. Bissl Geduld und ich melde mich zu diesem Film.
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