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Alt 29.02.2012, 23:56   #1
Delta Romeo
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Gail Kim gab dem Shema Magazine ein längeres Interview. Dabei sprach die kürzlich von WWE zu Total Nonstop Action Wrestling zurückgekehrte Wrestlerin vor allem über ihre Herkunft aber auch über das Business. Thema war zudem das Ende ihrer WWE-Karriere. Was sie zu sagen hatte, könnt ihr hier nachlesen:

Wie fühlt es sich an, die erste Frau zu sein, die den TNAW Women's Knockout Title und den WWE Women's Title gewann? Warst du überrascht von dem Erfolg, den du im Business hattest?
Es passierte ja nicht schnell. Um dahin zu kommen, brauchte ich mindestens sechs Jahre. Ich bin froh, dass alles so passiert ist, wie es passiert ist. Ich bereue nichts. Ich glaube, alles im Leben geschieht aus einem Grund, ob nun gut oder schlecht. Man lernt aus jeder Erfahrung.

Wann wusstest du, dass du Wrestlerin werden willst?
Ich wusste es, als ich 23 war. Ich wusste es, als ich praktisch süchtig nach dem Schauen von Wrestling wurde. Ich sah Frauen wie Trish Stratus, Victoria, Molly Holly, Jazz und so weiter in der golden Ära des Frauwrestlings, wie man heute wohl sagt. Ich sah das und dachte, dass ich das auch könnte. Außerdem stellte ich fest, dass es gar keine asiatischen Frauen gibt und dass ich diese Lücke füllen könnte.

Wo siehst du dich im Business in den nächsten fünf bis zehn Jahren?
Ich bin nicht sicher. Ich habe Glück, dass ich das schon so lange tun kann. Zur Zeit arbeite ich an einem Projekt fürs Fernsehen, aber ich rede nicht darüber, bis es wirklich fertig ist. Ich hoffe, es geht alles gut und irgendwann kann ich mein eigentliches Ziel erreichen und meine eigene Fitness-Marke etablieren. Davon träume ich jeden Tag.

Du hast einen asiatischen Hintergrund, bist in Kanada geboren und hast die meiste Zeit deines Arbeitslebens in den USA verbracht. Das ist eine sehr mannigfaltige Geschichte. Kannst du etwas über deine Identität sprechen und welcher Kultur du dich am zugehörigsten fühlst?
Ich beschreibe mich selbst immer als koreanisch-kanadisch. Ich bin in Toronto geboren und wuchs auch dort auf, bin also vor allem dort sozialisiert wurden. Meine Eltern sprachen mit mir aber hauptsächlich Koreanisch und ich wuchs mit meiner Schwester in einem traditionellen koreanischen Haushalt auf. Ich fühle mich daher beiden Kulturen zugehörig. Gerne würde ich meine koreanische Herkunft noch viel stärker erkunden und mehr darüber lernen.

Du hast einige Fotoshootings und Werbeauftritte in Korea gehabt. Fühltest du dabei eine starke Verbindung zu deinen Wurzeln? Glaubst du, dass es zu deiner Popularität beigetragen hat? Hast du schon darüber nachgedacht, in die dort boomende Medienindustrie einzusteigen?
Ich fühle eine starke Verbindung. Das tat ich, wahrscheinlich auf Grund meiner Eltern, schon immer. Ich denke, sie habe es geschafft, uns in Kanada groß zu ziehen, ohne dabei die kulturellen Wurzeln aus dem Blick zu verlieren. Ob es meinem Bekanntheitsgrad nützlich war, weiß ich nicht, aber ich weiß definitiv, dass es mich auf eine gute Art und Weise besonders macht. Es unterscheidet mich von allen anderen und ich liebe das. Ich erhalte viel Unterstützung von Fans, mit einem solchen Hintergrund, die mir sagen, dass sie stolz auf mich und meine Erfolge sind. Das macht auch mich stolz und dankbar. Für koreanische Medien wollte ich schon immer etwas machen. Der Wrestling-Terminplan hat das wohl die letzten zehn Jahre verhindert. Ich würde aber eines Tages sehr gerne dort arbeiten und dort auch eine Fitnesslinie auf den Markt bringen.

Du bist ja sehr häufig unterwegs, wann kommst du da mal in deine Heimstadt Toronto? Was hat sich in den letzten Jahre dort verändert? Was vermisst du besonders?
Jedes Mal, wenn ich nach Hause komme, stelle ich fest, dass es multikultureller wird. Und der Verkehr wird immer schlimmer. Ich kannte Toronto mal wirklich gut, aber das letzte Mal, dass ich da war, gab es neue Straßen, Häuser, … es entwickelt sich alles wahnsinnig schnell. Manchmal ist das schon etwas überwältigend. Am meisten vermisse mein Familie und meine Freunde. Aber den Winter vermisse ich überhaupt nicht!

Es heißt ja, dass kanadische Fans dazu tendieren, nicht für die zu jubeln, für die sei es nach Plan der Booker tun sollten. Kannst einen Unterschied zwischen US-amerikanischen und kanadischen Fans feststellen?
Das kann ich wirklich nicht, aber ich stand auch noch nicht so oft vor kanadischem Publikum, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich war schon eine ganze Weile nicht mehr da. Ich weiß nur, dass die kanadischen Fans rocken.

Du bist einer der wenigen asiatischen Wrestler, die man in Nordamerika regelmäßig im TV sieht. Denkst du, dass du dabei eine besondere Verantwortung hast? Gibt es Leute mit asiatischen Wurzeln in der Unterhaltungsindustrie zu denen du aufschaust oder die dich inspiriert haben?
Ich glaube, ich repräsentiere Asiaten überall auf der Welt, aber auch Frauen ganz allgemein, besonders in einem Business, dass so von Männern dominiert wird. Ich wollte nie ein Stereotyp sein und bisher bin ich sehr glücklich mit dem Verlauf meiner Karriere. Ich schätze Leute wie Maggie Q und Grace Park sehr. Diese Frauen sind nicht nur wunderschön, sondern stellen starke Frauen in der Fernsehlandschaft dar. Ich liebe die Femme Fatale, die Maggie spielt und sie inspiriert mich auch bei der Arbeit im Ring. Der Unterschied ist, dass ich im Moment die Böse gebe. Ich liebe zudem Margaret Cho. Sie ist lustig und ich glaube, sie sagt genau, was sie denkt und das gefällt mir sehr. Kimora Lee Simmons kommt mir da auch noch in den Sinn. Sie fing als Model an, leitet jetzt ein Unternehmen und ist dabei dreifache Mutter. Sie ist wirklich eine erstaunliche Frau.

Wrestling wird sehr von Männern beherrscht. Hast du spezielle Frauen, die dir Vorbild sind?
Ich schaute immer zu Molly Holly auf, die jetzt nicht mehr aktiv ist. Ihr habe ich meinen Durchbruch zu verdanken. Neben ihrem Talent schätze ich an ihr vor allem, dass sie ehrlich nett und immer gutherzig ist. Einfach eine wunderbare Person.

Das Wrestling ist für seine Stereotypen und überzeichneten Karikaturen bekannt, wie zum Beispiel The Iron Sheik, Muhammad Hassan, Cryme Tyme, Jimmy Wang Yang oder La Résistance. Hattest du je eine Rolle, die du für klischeehaft hieltest oder mit der du dich unwohl fühltest? Wie bist du damit umgegangen?
Ich kann mich nicht erinnern, mich wirklich unwohl gefühlt zu haben, weil ich nie gezwungen wurde, eine klischeehafte Rolle zu spielen, aber vielleicht könnte ich das auch gar nicht. Ich spreche koreanisch nicht fließend; ich bereue sehr, den Unterricht als Kind abgebrochen zu haben. Es wäre also schwer gewesen, mich in diese Rolle zu pressen. Das Einzige, womit ich mich unwohl fühlte, war, wenn ich gebeten wurde, Dinge zu tun, die übermäßig anzüglich sind. Oder alles, was mit Tanzen zu tun hat. Ich glaube, sexy bin ich vor allem, wenn ich ich selbst bin. Und was das Tanzen betrifft, habe ich einfach zwei linke Füße.

Warum, glaubst du, gibt es in den USA bisher keinen männlichen Wrestler, der vergleichbare Erfolge hätte feiern können? Denkst du, dass wir je einen asiatisch-stämmigen Mann sehen werden, der in einer großen amerikanischen Promotion einen World Title gewinnt?
Es ist schon eine ganze Weile her, dass ein solcher Mann eine dominante Rolle einnahm. Ich weiß nicht genau, warum eigentlich. In Japan gibt es unheimlich viele talentierte Wrestler. Es hat sich so viel verändert, seit ich damit angefangen habe. Das Business ist jetzt mehr auf das Entertainment konzentriert. Vielleicht ist das ja der Grund.

Du hast dich bei RAW aus dem Ring gerollt, weil du frustriert darüber warst, dass du keine Matches und Stories bekommen hast. Glaubst du, man hat dich nicht richtig eingesetzt?
Darüber habe ich schon so oft gesprochen. Das macht mir zwar nichts aus, aber ich denke, das Thema hat sich für meinen Fans und mich mittlerweile erledigt. Aber um das festzuhalten, das war nicht der Grund. Es gab viele Gründe, darunter, der teilweise respektlose Umgang mit den Frauen. Ich hatte mich also entschieden weiter zu ziehen. Das habe ich getan und ich bin glücklicher als je zuvor. Jedes Motiv werde ich selbst wohl nie ergründen und so habe ich mich entschieden, darüber nicht mehr nachzudenken. Ich kann nur nach vorn schauen und die Zukunft positiv gestalten. Impact Wrestling ist für mich eine Heimat und hier gibt es ein positives Umfeld für Frauenwrestling. Ich habe nicht mehr das Gefühl, dass ich mich selbst beschränken muss.
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"Was einer ohne Erklärung nicht versteht, versteht er auch nicht, wenn man es ihm erklärt." – Haruki Murakami: 1Q84
Ignition #77 „TitleMADness” | ECW #148 "Ragnarok im Jégcsarnok“ | Der Locker Room von CJ Perry und Rusev wird von einem Schatten verdunkelt, welchen der massive Knödel Earthquake in den Raum wirft.
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Alt 01.03.2012, 15:21   #2
Light Yagami
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 24.08.2009
Beiträge: 3.227
Nichts neues im Westen. Immer die selben Fragen immer die selben Antworten. Gabs nicht erst vor kurzem ein ähnliches Interview von Gail Kim.
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RBTV
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Alt 01.03.2012, 17:03   #3
daniboon
blaues Auge
 
Registriert seit: 11.05.2010
Beiträge: 47
Hier auf Genickbruch vor etwa nem halben Jahr... - aber im Grunde hast du Recht. Es werden die selben Fragen gestellt und viele Antwortmöglichkeiten bleiben damit nicht wirklich über. Wobei, dass mit ihrer eigenen Fitnesslinie war mal etwas Neues für mich....
daniboon ist offline   Mit Zitat antworten
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Stichworte
gail kim, interview
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