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Alt 06.06.2018, 18:32   #1
Der Zerquetscher
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Racism in Germany

Das Mädchen ist eine ziemlich sympathische farbige Amerikanerin, die in Deutschland lebt und deren Videos ich in manchen Kaffeepausen gern mal gucke, weil sie sich so authentisch über die Unterschiede zwischen den USA und Deutschland auslässt. Meist bezüglich Mode und Essen und sowas. Und in der Mehrzahl der Fälle hat Deutschland ihre Sympathien und die Nase vorn. Auch hier...
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Alt 07.06.2018, 15:37   #2
Humppathetic
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Zitat:
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Racism in Germany

Das Mädchen ist eine ziemlich sympathische farbige Amerikanerin, die in Deutschland lebt und deren Videos ich in manchen Kaffeepausen gern mal gucke, weil sie sich so authentisch über die Unterschiede zwischen den USA und Deutschland auslässt. Meist bezüglich Mode und Essen und sowas. Und in der Mehrzahl der Fälle hat Deutschland ihre Sympathien und die Nase vorn. Auch hier...
Also guckst du dir quasi Lifestyle-Videos auf Youtube an. Du bist nicht mehr der Mann, den ich einst zu lieben begann.

Edit: Der dreifache Reim war nicht beabsichtigt.
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Alt 07.06.2018, 15:52   #3
Kliqer
Genickbruch
 
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Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Racism in Germany

Das Mädchen ist eine ziemlich sympathische farbige Amerikanerin, die in Deutschland lebt und deren Videos ich in manchen Kaffeepausen gern mal gucke, weil sie sich so authentisch über die Unterschiede zwischen den USA und Deutschland auslässt. Meist bezüglich Mode und Essen und sowas. Und in der Mehrzahl der Fälle hat Deutschland ihre Sympathien und die Nase vorn. Auch hier...
Eine schwarze Freundin von mir wurde neulich in einer (ihr bis dato unbekannten) Bar angespuckt und an den Haaren herausgezerrt. Nur weil sie schwarz war. Tatäschlich nur deswegen. Sie ging zur Polizei und diese sagte: "Tja, selber Schuld, wenn Sie sich in solchen Läden aufhalten. Da weiß man doch, was da für Leute sind."

Ich weiß nicht genau, warum du das Video gepostet hast. Was es aussagen soll; auch weil es qualitativ echt mäßig ist, da recht zäh und unspannend vorgetragen. Aber das nur mal als eine weitere Erfahrung diesbezüglich.
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acab

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Alt 07.06.2018, 16:17   #4
Mein GOAT Walter
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Zitat:
Zitat von Kliqer Beitrag anzeigen
"Tja, selber Schuld, wenn Sie sich in solchen Läden aufhalten. Da weiß man doch, was da für Leute sind."
Welche "solche Läden" waren denn gemeint?
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Alt 07.06.2018, 16:22   #5
Kliqer
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Zitat:
Zitat von Mein GOAT Walter Beitrag anzeigen
Welche "solche Läden" waren denn gemeint?
Läden, von denen angeblich bekannt sei, dass sich da gerne auch mal Klientel tummelt, das schwarze Mädchen bespuckt und rauswirft.
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Alt 07.06.2018, 19:34   #6
Der Zerquetscher
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Zitat:
Zitat von Humppathetic Beitrag anzeigen
Also guckst du dir quasi Lifestyle-Videos auf Youtube an. Du bist nicht mehr der Mann, den ich einst zu lieben begann.
Als hättest Du mich je wirklich geliebt. Das einzige, an dem Du je interessiert warst, war mein Körper.

Humppi, ich guck die Tussi auch deshalb ab und zu, weil ich sie sympathisch (und ziemlich attraktiv) finde und sie ein schönes amerikanisches Englisch spricht. Eigentlich bin ich nämlich viel mehr Fan von Britisch, Australisch, Schottisch oder Irisch. Aber ihr US-Englisch mag ich. Außerdem gefällt mir diebisch, wie gern sie Deutschland mag und ihr hier Einiges besser gefällt als in den Staaten.

Zitat:
Zitat von Kliqer Beitrag anzeigen
Eine schwarze Freundin von mir wurde neulich in einer (ihr bis dato unbekannten) Bar angespuckt und an den Haaren herausgezerrt. Nur weil sie schwarz war. Tatäschlich nur deswegen. Sie ging zur Polizei und diese sagte: "Tja, selber Schuld, wenn Sie sich in solchen Läden aufhalten. Da weiß man doch, was da für Leute sind."

Ich weiß nicht genau, warum du das Video gepostet hast. Was es aussagen soll; auch weil es qualitativ echt mäßig ist, da recht zäh und unspannend vorgetragen. Aber das nur mal als eine weitere Erfahrung diesbezüglich.
Siehste, und ich habe von den schwarzen Schülerinnen, die ich ab und zu unterrichen darf, noch kein einziges Mal gehört, dass sie ernsthaft aufgrund ihrer Hautfarbe attackiert worden wären. Und ich frage in Sozialkunde immer explizit nach, wenn es um Grundrechte usw. geht. Da haben wir zwei wohl vollkommen unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

Ich habe das Video deshalb verlinkt, weil das Mädchen so unaufgeregt, ohne Hintergedanken und ohne politische Agenda ihre Erfahrungen in Sachen Rassismus in Deutschland preisgibt. Und die decken sich absolut mit den meinen. Dass wir hier große kulturelle Differenzen mit einer Anzahl an Migranten haben, das ist von mir völlig unbestritten. Die habe ich ganz ausdrücklich nämlich auch selbst. Aber einen breiten Rassismus, wie ihn einige überall in Deutschland zu sehen glauben, kann ich nicht erkennen. Und ja, ich mag das Mädchen auch, weil sie hier ist und sich offenbar pudelwohl fühlt. Hoffentlich kehrt sie nicht eines Tages diesem Land doch wieder den Rücken.

Geändert von Der Zerquetscher (07.06.2018 um 19:44 Uhr).
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Alt 07.06.2018, 19:43   #7
Kliqer
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Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Siehste, und ich habe von den schwarzen Schülerinnen, die ich ab und zu unterrichen darf, noch kein einziges Mal gehört, dass sie ernsthaft aufgrund ihrer Hautfarbe attakiert worden wären. Und ich frage in Sozialkunde immer explizit nach, wenn es um Grundrechte usw. geht. Da haben wir zwei wohl vollkommen unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

Ich habe das Video deshalb verlinkt, weil das Mädchen so unaufgeregt, ohne Hintergedanken und ohne politische Agenda ihre Erfahrungen in Sachen Rassismus in Deutschland preisgibt. Und die decken sich absolut mit den meinen. Dass wir hier große kulturelle Differenzen mit einer Anzahl an Migranten haben, das ist von mir völlig unbestritten. Die habe ich ganz ausdrücklich nämlich auch selbst. Aber einen breiten Rassismus, wie ihn einige überall in Deutschland zu sehen glauben, kann ich nicht erkennen. Und ja, ich mag das Mädchen auch, weil sie hier ist und sich offenbar pudelwohl fühlt. Hoffentlich kehrt sie nicht eines Tages diesem Land doch wieder den Rücken.
Ich werde, meiner Freundin deine Worte des Bedauerns ausrichten. ;-)

Wurden die Mädchen, die du unterrichtest denn "unernsthaft" wegen ihrer Hautfarbe attackiert? Und wie sicher kannst du dir sein, dass sie es einem Lehrer anvertrauen, der sie "ab und an unterrichtet"? Ich kenne Personen, die erzählten es nicht mal ihren Eltern. Aus Scham.

Es mag durchaus sein, dass es Menschen - je nachdem wo sie in Deutschland leben - noch keine Erfahrungen mit Rassismus haben machen müssen. Ich glaube auch nicht, dass es einen "flächendeckenden Rassismus" gibt. Ich habe aber durchaus Sorge vor der aktuellen Entwicklung, bei der rassistische Ressentiments wieder zunehmend ungeniert durch die Gegend posaunt werden. Bei der Menschen anderer Hautfarbe, Religion, Herkunft pauschal verunglimpft werden. Dem darf man sich nicht verschließen. Eine Partei, die offen rechtsradikale Menschen in ihren Reihen duldet und in Führungspositionen beruft, Aktionen wie "Schule ohne Rassismus" abschaffen wollen, um den "linken Sumpf auszutrocken und politische Gegner "ins Gas" schicken möchte, ist dirttstärkste Kraft in Deutschland. Nicht alle, die sie wählen sind Nazis. Klar. Aber alle dulden Nazis. Was ich fast noch schlimmer finde. Und da hilft es in der aktuellen Situation mMn wenig, blumige Videos einer Person, die glücklicherweise noch keine rassistischen Erfahrungen machen musste, als in irgendeiner Art und Weise repräsentativ darzustellen. Und vor allem gleicht der (noch-) nicht erlebte Rassimus der einen Seite, den erlebten Rassismus der anderen Seite in irgendeiner Weise aus oder macht ihn weniger schlimm.

Ich weiß, das hast du nicht gesagt, aber ich wollte es dennoch hervorheben, wenn Videos wie das solche mit einer latent-verklärten "Guck mal, so schlimm ist es in Deutschland gar nicht"-Absicht gepostet werden.
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Alt 08.06.2018, 08:01   #8
Mein GOAT Walter
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Zitat:
Zitat von Kliqer Beitrag anzeigen
Läden, von denen angeblich bekannt sei, dass sich da gerne auch mal Klientel tummelt, das schwarze Mädchen bespuckt und rauswirft.
. Ich dachte das wäre in Köln und du kennst die Läden, kannst was du den Bars sagen, fernab vom Statement der Cops..

Ist natürlich eine richtig bittere und traurige Geschichte; das steht völlig ausser Frage.
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Alt 08.06.2018, 08:36   #9
Kliqer
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Zitat:
Zitat von Mein GOAT Walter Beitrag anzeigen
. Ich dachte das wäre in Köln und du kennst die Läden, kannst was du den Bars sagen, fernab vom Statement der Cops..

Ist natürlich eine richtig bittere und traurige Geschichte; das steht völlig ausser Frage.
Nee, das war in Siegen. Kenne die Kneipe selbst nicht. Sie vorher auch nicht, sonst wäre sie da natürlich auch nie reingegangen. Entschuldigt aber natürlich eigentlich rein gar nichts.
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Alt 08.06.2018, 09:03   #10
Face
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Wenn man bedenkt dass es vor 30 Jahren noch recht üblich war dunkelhäutige Fussballer mit Affenlauten zu diskriminieren, haben wir es gottseidank eh schon weit gebracht. Aber definitiv noch nicht weit genug. Zu meinen Fortgehzeiten hatte ich auch einen farbigen Bekannten und der kam in manche Lokale nur mit uns rein, alleine oder mit seinen farbigen Bekannten hingegen nicht. Obwohl ihn die Türsteher kannten und er nie Probleme gemacht hat. Und das ist nur ein Beispiel was ihm so wiederfahren ist aufgrund seiner Hautfarbe.
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Alt 08.06.2018, 10:33   #11
Humppathetic
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Zitat:
Zitat von Face Beitrag anzeigen
Wenn man bedenkt dass es vor 30 Jahren noch recht üblich war dunkelhäutige Fussballer mit Affenlauten zu diskriminieren, haben wir es gottseidank eh schon weit gebracht. Aber definitiv noch nicht weit genug. Zu meinen Fortgehzeiten hatte ich auch einen farbigen Bekannten und der kam in manche Lokale nur mit uns rein, alleine oder mit seinen farbigen Bekannten hingegen nicht. Obwohl ihn die Türsteher kannten und er nie Probleme gemacht hat. Und das ist nur ein Beispiel was ihm so wiederfahren ist aufgrund seiner Hautfarbe.
Affenlaute bzw. die Assoziation von Schwarzen und Affen gibt's auch heute noch, siehe Dani Alves und das Ding mit der Banane.
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Alt 08.06.2018, 12:13   #12
Mein GOAT Walter
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Zitat:
Zitat von Humppathetic Beitrag anzeigen
Affenlaute bzw. die Assoziation von Schwarzen und Affen gibt's auch heute noch, siehe Dani Alves und das Ding mit der Banane.
Das war aber früher schon schlimmer. Zum Glück ist hôrbarer Rassismus in den Kurven nicht mehr so präsent. Dass es dies noch gibt, kann ich leider nicht widerlegen u. will ich auch nicht verunglimpfend darstellen. Doch dank Fanarbeit etc. hat ein Wandel zumindest stattgefunden.
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Alt 08.06.2018, 12:38   #13
Humppathetic
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Zitat:
Zitat von Mein GOAT Walter Beitrag anzeigen
Das war aber früher schon schlimmer. Zum Glück ist hôrbarer Rassismus in den Kurven nicht mehr so präsent. Dass es dies noch gibt, kann ich leider nicht widerlegen u. will ich auch nicht verunglimpfend darstellen. Doch dank Fanarbeit etc. hat ein Wandel zumindest stattgefunden.
Ja, schon richtig. Hatte Faces Kommentar falsch interpretiert bzw. wichtige Details überlesen.
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Alt 08.06.2018, 13:18   #14
Der Zerquetscher
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Zitat:
Zitat von Kliqer Beitrag anzeigen
Wurden die Mädchen, die du unterrichtest denn "unernsthaft" wegen ihrer Hautfarbe attackiert? Und wie sicher kannst du dir sein, dass sie es einem Lehrer anvertrauen, der sie "ab und an unterrichtet"? Ich kenne Personen, die erzählten es nicht mal ihren Eltern. Aus Scham.
Ja, das wurden sie. Das hatten sie mir auch erzählt, weshalb ich bewusst "ernsthaft" schrieb. Damit ist gemeint, dass im Streit unter Kindern ein Kind mit Brille eben eine "Brillenschlange" ist, ein hoch gewachsenes Kind zum "langen Lulatsch" und ein schwarzes Kind zum "Neger" wird. Selbst unter Freundinnen im Streit. Mit politisch motiviertem oder weltanschaulichem Rassismus hatten ihre Erfahrungen aber nichts zu tun.

Zitat:
Zitat von Kliqer Beitrag anzeigen
Es mag durchaus sein, dass es Menschen - je nachdem wo sie in Deutschland leben - noch keine Erfahrungen mit Rassismus haben machen müssen. Ich glaube auch nicht, dass es einen "flächendeckenden Rassismus" gibt. Ich habe aber durchaus Sorge vor der aktuellen Entwicklung, bei der rassistische Ressentiments wieder zunehmend ungeniert durch die Gegend posaunt werden. Bei der Menschen anderer Hautfarbe, Religion, Herkunft pauschal verunglimpft werden. Dem darf man sich nicht verschließen. Eine Partei, die offen rechtsradikale Menschen in ihren Reihen duldet und in Führungspositionen beruft, Aktionen wie "Schule ohne Rassismus" abschaffen wollen, um den "linken Sumpf auszutrocken und politische Gegner "ins Gas" schicken möchte, ist dirttstärkste Kraft in Deutschland. Nicht alle, die sie wählen sind Nazis. Klar. Aber alle dulden Nazis. Was ich fast noch schlimmer finde. Und da hilft es in der aktuellen Situation mMn wenig, blumige Videos einer Person, die glücklicherweise noch keine rassistischen Erfahrungen machen musste, als in irgendeiner Art und Weise repräsentativ darzustellen. Und vor allem gleicht der (noch-) nicht erlebte Rassimus der einen Seite, den erlebten Rassismus der anderen Seite in irgendeiner Weise aus oder macht ihn weniger schlimm.

Ich weiß, das hast du nicht gesagt, aber ich wollte es dennoch hervorheben, wenn Videos wie das solche mit einer latent-verklärten "Guck mal, so schlimm ist es in Deutschland gar nicht"-Absicht gepostet werden.
Das Problem mit dem in der Tat wachsenden Rassismus ist - und jetzt trete ich vielleicht auf die Füße - ein Stück weit hausgemacht. Denn noch vor wenigen Jahren war es nach meinem Empfinden kaum möglich, sachlich vor einem öffentlichen Forum nachzufragen, ob es überhaupt "positiv" ist, dass Deutschland zehntausende Flüchtlinge aus Nordafrika aufnimmt, von denen neun von zehn gar nicht mit ihrem Leben bedroht, sondern Wirtschaftsmigranten sind. Allein diese Frage hatte ausgereicht, um in die rechte Ecke gestellt oder gar als Rassist abgestempelt zu werden. Dabei sollte die Frage eigentlich völlig entkoppelt von politischer Gesinnung eine reine Selbstverständlichkeit sein (dürfen). Und wenn jahrelang das Wort "Rassismus" so inflationär gebraucht wird, wie es zuletzt zu beobachten war, dann nutzt es sich ab. Es verliert seinen Schrecken. Und niemandem ist das übrigens lieber als den echten Rassisten. Und die gibt es. Da gebe ich Dir vollkommen Recht. Das sind absolut miese Typen. Die miesesten. Aber genau dadurch, dass man sich sozusagen entscheiden musste: "Entweder bin ich nicht rechts, dann muss ich aber Merkels zweifelhaften Flüchtlingskurs gut finden - oder ich bin rechts",.. genau dadurch hat man einen Nährboden geschaffen, auf dem sich jetzt tatsächlich gefährliches Gedankengut ausbreiten kann (Auch wenn ich, wie gesagt, nicht glaube, dass die Gefahr strukturell oder flächendeckend so groß ist). Es gibt Unzählige, die fühlen sich von der politischen Mitte ausgestoßen, obwohl sie eigentlich zu ihr gehören. Weil dort meines Erachtens selbstverständliche Forderungen (wie z.B. die nach Einhaltung und strikter Durchsetzung deutscher Gesetze) als latent oder offen intolerant gebrandmarkt werden oder eben wurden. Und, wenn ich das sagen darf, ich habe davor schon vor drei Jahren gewarnt und meine Bedenken gehabt. Ich will auch keine Rassisten eines Tages an der Regierung haben. Um Gottes Willen, ein Alptraum. Und zwar einer der schlimmsten Sorte. Nur, und das ist meine feste Überzeugung, tragen an der derzeitigen Misere diejenigen einen (großen!) Teil der Schuld, die "alternativlos" ihre selbst definierten moralischen Maßstäbe sogar solchen aufoktroyieren wollen oder wollten, die mit ihrem Finger auf das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland zeigten und einen funktionierenden Rechtsstaat forderten (Und dazu gehört eben auch, dass wenn 40 Menschen abgeschoben werden sollen, es nicht sein kann, dass nach dem Ausnutzen einer Unzahl an Schlupflöchern [und der Hilfe kleiner politischer Interessensgruppen], nur noch 14 Leute im Flieger sitzen). So ein politisch abstruses Verhalten kann nicht, so ein Verhalten muss quasi automatisch nach hinten losgehen und als rechtsstaatliche Schwäche ausgelegt werden. Es macht angreifbar. Es macht unglaubhaft. Es schafft Begehrlichkeiten. Und überhaupt erst manche Möglichkeit, den Rechtsstaat zu umgehen. Und ich weiß, wie schwer es ist, an diesem wunden Punkt ein bisschen selbstkritisch zu sein und sich selbst zu fragen, wie schnell man bei der Hand ist, Leute, die eine konträre politische Sicht haben, in eine Schublade zu stecken.

Die AfD effektiv zu bekämpfen, heißt Rechtsstatlichkeit ernsthaft, mit der nötigen Konsequenz und ohne Angst vor der eigenen Rechtsstaatlichkeit durchzusetzen. Und eben nicht zu kuschen. Und wer das nicht sehen will, der wird eben wohl oder übel zusehen müssen, was in den nächsten Jahren im Bundestag passiert. Und davor graust mir genauso wie Dir.
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Alt 08.06.2018, 13:59   #15
Kliqer
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Immer noch kein Wort, zu der von mir geschilderten Erfahrung meiner Bekannten. Wenn ich solche Geschichten höre, kann ich meinen Unmut, meinen Ekel, meine Abscheu darüber kaum im Zaum halten. Du würdigst es keines Wortes. Entweder weil du es vergessen hast, was natürlich jedem passieren kann, oder weil du es für nicht wichtig hältst, was ich traurig finde. Oder aus noch schlimmeren Gründen, was ich dir allerdings nicht unterstellen möchte.

Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Ja, das wurden sie. Das hatten sie mir auch erzählt, weshalb ich bewusst "ernsthaft" schrieb. Damit ist gemeint, dass im Streit unter Kindern ein Kind mit Brille eben eine "Brillenschlange" ist, ein hoch gewachsenes Kind zum "langen Lulatsch" und ein schwarzes Kind zum "Neger" wird. Selbst unter Freundinnen im Streit. Mit politisch motiviertem oder weltanschaulichem Rassismus hatten ihre Erfahrungen aber nichts zu tun.
Und doch ist diesen Kinder offenbar schon irgendwie bewusst gemacht worden, dass die Hautfarbe ein Grund sein kann, den Gegenüber zu beleidigen. So etwas entsteht nicht natürlich. Mit dieser Tendenz wird niemand geboren. Sowas erlernt man. Durch Zuschauen und Zuhören. Und somit ist auch sowas die Folge eines passiv miterlebten, strukturellen Rassismus. Den es zu häufig gibt und der nicht durch verklärte Gegenbeispiele bagatellisiert werden sollte. Nicht mehr und nicht weniger wollte ich sagen.

Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher
Das Problem mit dem in der Tat wachsenden Rassismus ist - und jetzt trete ich vielleicht auf die Füße - ein Stück weit hausgemacht. Denn noch vor wenigen Jahren war es nach meinem Empfinden kaum möglich, sachlich vor einem öffentlichen Forum nachzufragen, ob es überhaupt "positiv" ist, dass Deutschland zehntausende Flüchtlinge aus Nordafrika aufnimmt, von denen neun von zehn gar nicht mit ihrem Leben bedroht, sondern Wirtschaftsmigranten sind. Allein diese Frage hatte ausgereicht, um in die rechte Ecke gestellt oder gar als Rassist abgestempelt zu werden.
Wer eine solche Frage stellt, der tut es doch bereits mit einer Agenda. Und die ist alles andere als sachlich. Denn mit dieser Formulierung stellt man bereits fest, dass tatsächlich 9 von 10 Flüchtlingen konkret Wirtschaftsflüchtlinge seien. Allein diese Annahme lässt doch schon merklich auf die Gesinnung schließen. Und falsch ist diese Behauptung auch noch. Auch im Bezug auf Afrika.

Stellt man also diese Frage, mit genau dieser Formulierung, wird man nicht in eine rechte Ecke gestellt, sondern hat sich bereits höchst selbst darin positioniert.

Und was mich darüber hinaus stört, ist, dass wir Rassisten in den letzten Jahren viel zu sehr den Arsch gepudert haben. "Man muss die Ängste der Menschen ernst nehmen". Kommt ganz auf die Angst an:

"Setz’ zentrales Argument: Ängste sind grosso modo keine rationalen Argumente – und damit keine taugliche Grundlage einer politischen Debatte. „Angst ist, wie Gott, unwiderlegbar“, schreibt er, „sie ist der Endpunkt jeder Diskussion.“ Conclusio: Man sollte Angst eben genau nicht ernst nehmen, sollte diese irrationale Wahrnehmung nicht noch dadurch bestärken, dass man ihr reale politische Maßnahmen folgen lässt."

Auch du tust etwas, was man häufiger liest. Du schiebst die Schuld des Rassismus den Nicht-Rassisten zu und ziehst so die tatsächliche Rassisten aus der Verantwortung und gestattest ihnen so eine Rechtfertigung für ihr menschenverachtendes Weltbild. Nazis zu wählen und Nazis zu dulden kann allerdings nie Schuld der Nicht-Nazis sein. Es gibt keine rationale Legitimation dafür, Nazis zu wählen. Es gibt Erklärungen, klar, aber im Endeffekt läuft alles darauf hinaus, dass derjenige, der Nazis wählt, eben rassistisch, dumm oder unanständig ist.

Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher
Aber genau dadurch, dass man sich sozusagen entscheiden musste: "Entweder bin ich nicht rechts, dann muss ich aber Merkels zweifelhaften Flüchtlingskurs gut finden - oder ich bin rechts",.. genau dadurch hat man einen Nährboden geschaffen, auf dem sich jetzt tatsächlich gefährliches Gedankengut ausbreiten kann
Nein. Nicht richtig. Niemand, der fundiert und auf der Basis von Fakten und seriöser Prognosen, ohne auf Panikmache des rechten Rands hineinzufallen, der seine Ängste selbstkritisch als diffus charakterisiert, nicht in den identitären Sprech abrutscht und generell einfach ein wenig Anstand besitzt, die Geschichte kennt, und so weiter, hat sich dafür entscheiden müssen, rechts zu sein. Auch nicht, wenn man Merkels Flüchtlingspolitik kritisiert. Denn davon gibt es genug und die verabscheuen die AfD und ihrer Wähler genauso, wie diejenigen, die mit den damals getroffenen Entscheidungen einverstanden waren.

Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher
Es gibt Unzählige, die fühlen sich von der politischen Mitte ausgestoßen, obwohl sie eigentlich zu ihr gehören.
Wer sich von der politischen Mitte ausgestoßen fühlt und als Konsequenz AfD wählt, der hat nie wirklich der politischen Mitte angehört. Punkt. Und ich würde mir wünschen, solche klaren Formulierungen auch mal häufiger - es gibt sie ja durchaus - auch von Zugehörigen der politischen Mitte zu lesen. Anstatt ständig apologetisch versuchen den Rechtsruck zu rechtfertigen.

Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher
Und ich weiß, wie schwer es ist, an diesem wunden Punkt ein bisschen selbstkritisch zu sein und sich selbst zu fragen, wie schnell man bei der Hand ist, Leute, die eine konträre politische Sicht haben, in eine Schublade zu stecken.
Diesen Teil mal stellvertretend für die Aussagen zuvor. Denn: von welcher konträren Sicht soll denn hier die Rede sein? Welcher demokratische, deutsche Mitbürger findet es denn ernsthaft gut, wenn deutsche Gesetze nicht eingehalten werden? Hier wird ein Graben konstruiert der gar nicht da ist. Die Schere zwischen rechts und links hat sich doch nicht geöffnet, weil solche Dinge gefordert wurden.

@Mods: Vielleicht ist es sinnvoll alles ab Zerquetschers Video auszulagern? In den AfD-Thread oder irgendwo hin ins anspruchsvolle Forum, vielleicht?
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Alt 08.06.2018, 16:29   #16
DocKeule
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Ja, immer wieder spannend, wer Rassismus für beendet erklären will, im gleichen Atemzug fremdenfeindliche Narrative predigt und dann die verfolgte Unschuld spielt, wenn sie auf die Rechtdlastigkeit ihrer Aussagen hingewiesen werden.

Und der Trick, schon mir der Frage (falsche) Tatsachenbehauptungen etablieren zu wollen, ist ausdieyen Reihen auch ein Klassiker.
DocKeule ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.06.2018, 22:32   #17
PrinceDevitt
ECW
 
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Beiträge: 7.816
@ Zerquetscher: Ich kenne das Mädel auch schon länger von Youtube, habe sie aber nicht im Abo. Da sehe ich mir lieber Videos von NALF an, einem amerikanischen American Football Spieler der hier spielt und ebenfalls die Unterschiede zwischen den Staaten und Europa aus seiner Sicht erläutert. Er hat mehr Themen die mich interessieren. Life Style und so Zeugs zählt da eher nicht dazu.

Zum Thema. Ich habe einen schwarzen Bekannten (aus England), er ist 31 und wurde 2 mal bepöbelt. Er sagt selbst das dies Idioten sind und er sich dies nicht zu Herzen nimmt. Er ist nun seit 10 Jahren in Deutschland. Wenn ihn in 10 Jahren 2 Leute schief anmachen ist das auch wenig, zwar 2 mal zu viel aber wenig. In England ist ihm dies öfter passiert als hier betonte er einst in einem Gespräch. Klar gibt es gewisse Wirr Köpfe aber das dies ein umfassendes, allgegenwärtiges Problem ist, sehe ich auch nicht, Gott sei Dank.
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The Face that runs the Place... Vol.2
Unterstützt eure lokalen Tierschutzhäuser und Tierheime sowie Organisationen die eine wichtige Arbeit leisten, wie:
PrinceDevitt ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.06.2018, 23:27   #18
Angler
Disqualifiziert
 
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Beiträge: 137
Ich glaube es gibt in der Welt kein ausländerfreundlicheres Volk als uns Deutsche.
Angler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.06.2018, 23:40   #19
Punisher 3:16
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Zitat:
Zitat von Angler Beitrag anzeigen
Ich glaube es gibt in der Welt kein ausländerfreundlicheres Volk als uns Deutsche.
Und worauf beruht dieser Glaube?
Punisher 3:16 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.06.2018, 00:04   #20
Angler
Disqualifiziert
 
Registriert seit: 09.05.2018
Beiträge: 137
Zitat:
Zitat von Punisher 3:16 Beitrag anzeigen
Und worauf beruht dieser Glaube?
Zahlreiche Besuche im Jobcenter.
Angler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.06.2018, 00:57   #21
Blast
Schädelbasisbruch
 
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Beiträge: 1.552
Die Fragestellung lädt ja fast schon zu Konflikten ein, da hier Anekdoten ausgetauscht werden. Anekdoten sind ja was rein subjektives, welche bei jedem anders ausfallen. Und anstatt diese anzunehmen, sie einzuordnen, verfallen viele zu sehr in ihr eigenes Holo-Deck und sprechen anderen Individuen ihre rein persönlichen Empfindungen ab. Eigentlich sollten wir den Kram sammeln, und wenn sich keiner mehr meldet, dann ein (auf's Boardhell bezogenes) Urteil fällen. Grundsatzdiskussionen führen, was Rassismus überhaupt ist oder definitorische Offenpunkte, wie z. B. ab wann der Begriff Gültigkeit erlangt, und wann nicht, dass sind so Dinge, die kriegen doch die besten Philosophen nicht eindeutig in den Griff. Einfach, weil Sprache eben etwas menschlich geschaffenes ist, was sich immer wieder wandelt.

Zerquetschers Meinung, dass die Menschen den Rassismus-Begriff begriff falsch verwenden, teile ich auch in gewissen Abschnitten, aber nur dahingehend, dass dessen Semantik mittlerweile tatsächlich sehr verschwommen ist. Deswegen reden so viele Personen gekonnt aneinander vorbei. Zerquetscher meint mit Rassisten offenkundig politisch motivierte Personen, die Menschen anderer Abstammung kategorisch ablehnen und ihr Existenzrecht anzweifeln, gar absprechen, also in der ausgeprägten Form (ich hoffe das ist so korrekt). Kliqer fasst den Begriff etwas weiter. Für ihn können es auch Personen sein, die einen passiven Rassismus - mal mehr mal weniger bewusst- verbreiten und vielleicht nicht unbedingt Schaden anrichten wollen, aber es trotzdem durch gewisse Handlungen tun.
Da muss die Frage, was Rassismus ist, nochmal konkreter mit Fällen beantwortet werden.

z. B.: Ist man schon ein Rassist, wenn man Angela Merkels Entscheidungen zur Flüchtlingspolitik nicht zustimmt?
Auf der einen Seite ja, es kann natürlich sein, auf der anderen Seite muss es nicht unbedingt an der Herkunft oder Hautfarbe von Personen liegen, dass Leute da keinen Bock drauf haben, sondern eher rein pragmatische Befürchtungen hegen, wie z. B.: Negative Veränderungen der eigenen Infrastruktur, die Einreise von mittellosen Menschen und die damit einhergehenden Bedrohung steigender Kriminalität. Wenn man Menschen aufgrund dessen Asyl verwehren will, ist man dann schon per Definition ein Rassist? Nein, man ist höchstens ein egoistisches Arschloch. Der Umstand, dass man denkt, diese Leute seien Tiere oder nicht der Deutschen Würde wert, wird nicht erfüllt. Ergo, kein Rassismus.

Andere Fragen wären da auch noch:
- Ist es angemessen, Straftaten von Flüchtlingen in der Zeitung zu veröffentlichen?;
- Steht man als Individuum in der Schuld von Kriegsländern, obwohl man dieser Politik nie beigewohnt hat etc.
- Wenn Person X etwas rassistisches oder vorurteilsbelastetes sagt, jene Aussage aber nicht so meint, sondern sogar denkt, dass sie ein Kompliment ist, ist dieser Person Rassismus vorzuwerfen? Daran anknüpfend: Wird Rassismus bewusst oder unbewusst praktiziert?


Um es noch deutlicher zu veranschaulichen, hier eine Hypothese: Würde anstelle von Syrien jetzt Amerika im Krieg stecken, und wir müssten einen Haufen amerikanischer Männer aufnehmen, wäre der Aufschrei fast genauso groß. Wenn man hier auch noch Rednecks hat, die glauben, dass sie hier noch ihre Waffe tragen dürfen, würde die Bildzeitung wahrscheinlich auch hart auf diese Leute schimpfen, obwohl es natürlich genauso viele Amis gibt, die sich benehmen.


Nun zum Thema:
Bei mir gibt es sehr viele Engländer, die kommen nicht in deutsche Clubs rein. Die werden nach einem deutschen Ausweis gefragt, den sie dann nicht haben. Warum? Ich weiß es nicht so genau. Meiner Spekulation nach kann das tatsächlich rechtliche Gründe haben, da es sich um Soldaten handelt. Wenn diese irgendeinen Mist im Club anstellen, muss die Military Police geholt werden, da sie nach deutschem Recht nicht behandelt werden dürfen. Ist dann irgendeine Sonderreglung.
Auf der anderen Seite kann ich mir auch vorstellen, dass die Betreiber keine Lust auf die Engländer haben und das aus dem Grund, da schlechte Erfahrungen mit denen gemacht wurden. 90% der vielen Abende draußen, wenn ich an dem Engländer-Club vorbeiging, war da schon ein Wagen der Military Police. Man muss bedenken, es sind Soldaten, und mir wurde oft erzählt - auch von Engländern selbst - das hier nicht die als sozialtauglich eingestuften Soldaten ihren Platz finden. Da gibt es halt sehr viele Fälle, wo das mit denen in Clubs und Bars nicht geklappt hat.
Ebenfalls nicht reinkommen tun Südländer. Aber eigentlich nur, wenn sie in einer Gruppe von ca. mehr als 4 Personen unterwegs sind. Einen kurdischen Kollegen konnten wir als gemischte Truppe aus Jungs und Mädchen immer relativ locker mit rein nehmen, aber sobald da ein homogenes Grüppchen auftaucht, werden die Türsteher garstig. Ich denke, dass geschieht erstmal aus einem pragmatischen Grund, weil man im Club keinen Männerüberschuss produzieren will. Der andere werden wohl Vorurteile auf der Basis schlechter Erfahrungen sein. Aus meiner anekdotischen Sicht kann ich viele Bedenken leider bestätigen, Südländer in den Clubs verhielten sich sehr oft wesentlich dreister gegenüber den Mädchen, die mit uns mit waren. Zum Glück war es meistens nur aufdringliches Antanzen, ein paar mal wurden intime Stellen angefasst und wir musst eingreifen. Ging immer glimpflich aus. Zu deren Verteidigung muss ich aber auch sagen, dass da immer noch 2 Personen in der Gruppe waren, die den Belästigern Vernunft eingeredet haben. Deswegen will ich hier auch nicht zu stark generalisieren.

Politisch motivierten Rassismus in Reinform habe ich bisher nur einmal erlebt. Wir waren ca. 16-17, ich chillte mit 4-5 KollegInnen, inklusive einem Afrikaner (bester Mann übrigens). Da geht aufeinmal so ein Typ lang, bleibt stehen, zeigt auf meinen schwarzen Freund und sagt: "Wir beide haben ein Problem!" Sind natürlich perplex, wussten erstmal nicht, was der Dude wollte. Dann zog er den Reißverschluss seiner schwarzen Sweatshirt-Jacke herunter und auf seinem ebenfalls schwarzen T-Shirt stand original "White Pride". Fuck, was hatte ich Angst. Haben den aber schnell verscheucht gekriegt. Hat das übliche gefaselt, von wegen, er hätte eine Waffe dabei und man müsse ihn [meinen afrikanischen Kollegen] dahin verweisen, "wo er zu sein hat" etc. Das erste und zum Glück letzte Mal, dass ich auf so einen Klischee-Hardcore-Nazi traf. Hatte übrigens eine übergewichtige Frau mit dabei, die das ganze sehr männlich fand.

Hui, ist viel geworden

Geändert von Blast (09.06.2018 um 00:59 Uhr).
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Alt 09.06.2018, 06:52   #22
Punisher 3:16
Genickbruch
 
Registriert seit: 10.10.2002
Beiträge: 15.467
Zitat:
Zitat von Angler Beitrag anzeigen
Zahlreiche Besuche im Jobcenter.
Und was willst du uns damit sagen?

Geändert von Punisher 3:16 (09.06.2018 um 08:38 Uhr).
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Alt 09.06.2018, 08:22   #23
Humppathetic
Genickbruch
 
Registriert seit: 20.12.2005
Beiträge: 33.469
Zitat:
Zitat von Blast Beitrag anzeigen
Wand aus Text
Steht vieles Richtiges drin, ich tendiere allerdings schon dazu, zu behaupten, dass Deutsche mit amerikanischen Flüchtlingen weniger Probleme hätten, es sei denn, es wären Latinos und/oder Afroamerikaner. Die Menschen pauschalisieren eben. Hören sie von einem Flüchtling, der eine deutsche Frau vergewaltigt und umgebracht hat, ist automatisch jeder Flüchtling ein Mörder und Vergewaltiger. Afroamerikaner und Latinos haben von vornherein bereits dieses Stigma; das würde sich hier nicht ändern.
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There was a young lady named Bright
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She took off one day,
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And returned on the previous night.
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Alt 09.06.2018, 09:17   #24
Cactus
Mitarbeiter
 
Registriert seit: 26.01.2005
Beiträge: 14.796
Zitat:
Zitat von DocKeule Beitrag anzeigen
Ja, immer wieder spannend, wer Rassismus für beendet erklären will, im gleichen Atemzug fremdenfeindliche Narrative predigt und dann die verfolgte Unschuld spielt, wenn sie auf die Rechtdlastigkeit ihrer Aussagen hingewiesen werden.

Und der Trick, schon mir der Frage (falsche) Tatsachenbehauptungen etablieren zu wollen, ist ausdieyen Reihen auch ein Klassiker.

Traurig aber wahr.

Zitat:
Zitat von Humppathetic Beitrag anzeigen
Steht vieles Richtiges drin, ich tendiere allerdings schon dazu, zu behaupten, dass Deutsche mit amerikanischen Flüchtlingen weniger Probleme hätten, es sei denn, es wären Latinos und/oder Afroamerikaner. Die Menschen pauschalisieren eben. Hören sie von einem Flüchtling, der eine deutsche Frau vergewaltigt und umgebracht hat, ist automatisch jeder Flüchtling ein Mörder und Vergewaltiger. Afroamerikaner und Latinos haben von vornherein bereits dieses Stigma; das würde sich hier nicht ändern.
Zustimmung. Es kommt in der Regel eben nicht auf den Geburtsort einer Person an, sondern auf die Hautfarbe und/oder Religion (wobei das auch alles gerne miteinander vermischt wird).

Ich kenne da aus meinem Umfeld einige Beispiele - siehst du anders aus oder hast einen anderen Namen als der Durchschnitts-Deutsche, bekommst du immer wieder mal größere und kleinere Probleme, auch wenn du in Deutschland geboren und aufgewachsen bist und deutscher Staatsbürger bist. Der "Alltagsrassismus" ist in Deutschland leider weit verbreitet. Mit dem Fall der rheinland-pfälzischen SPD-Abgeordneten, die aufgrund ihrer Hautfarbe zusammen mit ihrer Familie ein Erste-Klasse-Abteil im Zug verlassen sollte, gab es ja gerade mal wieder ein öffentlichkeitswirksamees Beispiel. Und ich finde bedenklich, was sie zu sagen hat:

Zitat:
Ist die Diskriminierung in letzter Zeit schlimmer geworden?
Ich merke, dass das Klima wieder schlechter wird - so schlimm war es nicht mehr, seit mich in den 90ern Neonazis belästigt haben. Das liegt wohl am öffentlichen Diskurs, der sich seit 2015 verschärft hat. (…) In den letzten zwei, drei Jahren gab es Momente, in denen ich an eine Flucht aus Deutschland gedacht habe.
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Alt 09.06.2018, 09:37   #25
Humppathetic
Genickbruch
 
Registriert seit: 20.12.2005
Beiträge: 33.469
Interessant für Herrn Zerquetscher dürfte auch folgende Passage sein:

Zitat:
Zitat von sueddeutsche.de
Dass man sich nicht schämen sollte, wenn man diskriminiert wird. Viele wollen nicht zugeben, dass ihnen so etwas passiert, weil sie dann wieder manifestieren, dass sie nicht dazugehören.
Das war ja auch das, was Kliqer angesprochen hat. Menschen schämen sich manchmal für Sachen, die ihnen widerfahren sind und für die sie gar nichts können. Dadurch erlangen die Täter noch mehr Macht und Selbstbewusstsein. Sie schüchtern ein, diskriminieren und wissen, dass sie oft genug damit wegkommen. Das gilt für Rassismus genauso wie für eine Vergewaltigung oder den Enkeltrick. Den falschen Leuten ist der Vorgang peinlich.
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