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Alt 08.10.2018, 19:55   #76
Great Mustachio
Schädelbasisbruch
 
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Zitat von mumu Beitrag anzeigen
Es geht nicht darum gar nichts zu tun, sondern darum das ALLE etwas tun müssen.

Es ist völlig egal wie viel wir hier machen wenn die anderen großen Nationen nicht mitziehen. Und dann muss man schlicht den Nutzwert in Frage stellen. Es ist ja nicht so, dass wir nichts tun würden. Das stimmt ja so nicht, wir machen ja schon im Verhältnis einiges. Wie gesagt, wenn man es hinbekommen könnte diesen deutschen Standard global zu etablieren dann wären wir generell viel weiter. Das sollten wir vorantreiben, anstatt noch einen Windpark, noch mehr Fahrverbote etc. zu beschließen.

Und darum geht es mir. Ich stelle die Wirksamkeit der aktuellen Vorgehensweise in Frage. Kleinstaaterei die ein globales Problem nicht lösen kann und wird.
Einer muss nun mal anfangen, der Mensch ist ein Herdentier. Mancmal muss man die Herde treiben, von aussen oder von innen.
Warum nicht wir? Wir haben Gewicht, vielleicht nicht wie die Russen oder die Amis oder die Chinesen, aber in der EU. Wenn wir anfangen gibt es das richtige Signal und eine Verhandlungsbasis, nicht nur aus geopolitischer Sicht, sondern vielleicht auch aus moralischer.
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Alt 08.10.2018, 20:28   #77
mumu
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Zitat von Great Mustachio Beitrag anzeigen
Einer muss nun mal anfangen, der Mensch ist ein Herdentier. Mancmal muss man die Herde treiben, von aussen oder von innen.
Warum nicht wir? Wir haben Gewicht, vielleicht nicht wie die Russen oder die Amis oder die Chinesen, aber in der EU. Wenn wir anfangen gibt es das richtige Signal und eine Verhandlungsbasis, nicht nur aus geopolitischer Sicht, sondern vielleicht auch aus moralischer.
Noch mal, wir haben schon angefangen und das auch schon vor längerer Zeit. Es interessiert die EU nur bedingt und den Rest quasi gar nicht. Verhandelt haben wir auch immer und immer wieder. Und so funktioniert das einfach nicht, dass sollte man inzwischen auch mal endlich geschnackelt haben. Es nützt nichts wenn nur ein paar Staaten sich strecken und winden. Das muss global gemacht werden. Herdentiere hin oder her, die Realität zeigt ein anderes Bild. So wie wir es bis jetzt versucht haben, klappt es offensichtlich nicht.

Ich sage auch nicht, dass wir Dinge zurück drehen sollen, absolut nicht. Weiterentwickeln, optimieren und forschen ja, aber die Bevölkerung weiter mit Steuern und Verboten gängeln sollte jetzt auch mal aufhören. Davon haben wir nämlich inzwischen genug.

Es geht mir nur darum die "Brille des moralischen Vorbild seins" mal kurz abzunehmen und sich umzuschauen und zu analysieren ob wir als einzelne Nation es realistisch schaffen können die Klimaerwärmung quasi im Alleingang zu reduzieren oder die Welt zum Umdenken zu bewegen. Können wir nun mal nicht und das müssen wir auch mal so kommunizieren und resümieren.

Ich würde mir die Leidenschaft mit der innenpolitisch darüber diskutiert wird auch außenpolitisch wünschen. Aber was das Thema Klimaschutz angeht sitzen wir bei den Klassen-Nerds die zwar von der Lehrerschaft geliebt, aber zu keiner Party der coolen Typen eingeladen wird (um es mal Bildlich auszudrücken). An dieser Stelle ist die deutsche Klimapolitik, so moralisch richtig sie auch sein mag, der sprichwörtlich umgefallene Sack Reis.
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Alt 08.10.2018, 23:24   #78
PrinceDevitt
ECW
 
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Ich persönlich bin seit mehreren Jahren der Meinung das dieses 2 Grad Ziel schon nun nicht mehr zu halten ist. Hier sind Mechanismen im Gange die wie Zahnräder in einander greifen. Es wird wärmer, Eisflächen schmelzen, ergo weniger Weiß Flächen die Licht reflektieren können, dadurch wird der Prozess noch schneller, dann schmelzen die Perma Frost Böden, ergo es dreht sich noch schneller. Dazu kommen sicher noch 1-2 Effekte, die wir aktuell noch gar nicht verstehen. Ich denke, selbst wenn man nun umdenkt (was aufgrund der Wirtschaft, die dies nicht will) wird es jetzt schon auf 3-4 Grad hinaus laufen. Traurig aber wahr. Und wenn man weiterhin nichts tut, wonach es aussieht, können wir uns 2100 eher auf knackige 5-6 Grad mehr freuen.

Die Wirtschaft treibt ja schon andere Dinge voran, weil man kein Einsehen hat, Wirtschaft, Energie etc. um zu stellen. Bsw. wird tatsächlich diskutiert Sonnen Segel im Weltall auf zu bauen die das Licht gar nicht erst durch lassen. Daran sieht man doch schon wie viel sich ändern wird...
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Unterstützt eure lokalen Tierschutzhäuser und Tierheime sowie Organisationen die eine wichtige Arbeit leisten, wie:

Geändert von PrinceDevitt (08.10.2018 um 23:25 Uhr).
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Alt 09.10.2018, 08:35   #79
Kliqer
Genickbruch
 
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Ich sage auch nicht, dass wir Dinge zurück drehen sollen, absolut nicht. Weiterentwickeln, optimieren und forschen ja, aber die Bevölkerung weiter mit Steuern und Verboten gängeln sollte jetzt auch mal aufhören. Davon haben wir nämlich inzwischen genug.
Ist dem wirklich so? Ist jetzt natürlich nur ein subjektiver Einzelfallbericht: aber ich wurde jetzt noch von keinem Verbot gegängelt oder habe große Nachteile zu spüren, aufgrund irgendwelcher Steuern. Deswegen wundere ich mich. Aber vielleicht geht es anderen ja da tatsächlich anders.

Ansonsten verstehe ich dein Anliegen tatsächlich nicht. Bitte korrigiere mich, wenn ich dich falsch verstanden habe, aber deine Aussage ist: Deutschland alleine kann nicht wirklich etwas ausrichten, deswegen ist jetzt auch mal gut mit neuen Maßnahmen zum Klimaschutz? Richtig?

Wenn dem so ist, frage ich mich, wie Deutschland (theoretisch) auf internationaler Ebene überhaupt irgendwen überzeugen soll, "grüner" zu werden. Soll man sich ewig in einem "Wir tun erst etwas wenn ihr auch etwas tut!"-Kreis drehen? Oder ist es nicht vielleicht - man mag es als romatisch-verklärt diffamieren, ich persönlich finde es richtig und wichtig - eine bessere Option eine Vorreiterrolle einzunehmen, die es einem a.) erlaubt, seriöser Ansprüche bzw. Forderungen nach dem Motto "So, wir haben das schon umgesetzt, jetzt ihr aber auch" und b.) symbolhaft aufzuzeigen, dass es eben möglich ist, die Politik einer Industrienation "grüner" zu gestalten, ohne, dass dadurch alles zusammenbricht. Monkey see, monkey does.

Mir geht dieser Wirtschaftshörigkeit wahnsinnig auf den Sack. Dieser kurzsichtige Renditefetisch. Dieses resignierende "Wir können eh nichts machen" oder das weinerlich-genervte "Jetzt ist aber auch mal gut!". Nein, ist es nicht. Klimaschutz muss langsam auch mal anfangen richtig weh zutun. Schluss mit der Streichel-Öko-Politik, hin zu ernsthaften, langfristigen Maßnahmen, die, wie gesagt, eben auch mal wehtun müssen. Und das auch, wenn wir die einzigen sind, die sie umsetzen. Denn die Alternative dazu, dass es nur einer macht, ist, dass es keiner macht. Und die ist nicht besser. Und natürlich ist der Gesamtzusammenhang wichtig, natürlich ist es wichtig, was die anderen so tun, aber sich davon (in negativer Hinsicht, also im Bezug auf das "Weniger-Tun" von einem selbst) leiten zu lassen, kann doch auch nicht die Lösung sein. In keinerlei Hinsicht.

Eine Hoffnung, die ich persönlich habe, ist, dass in der nahen Zukunft - "irgendwann" wird das so oder so passieren, nur dann eventuell viel zu spät - eingesehen wird, dass eine grüne, umweltfreundlichen Politik eben auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Ist sie ja auch. Alleine im Bezug auf die zu erwarteten Klimaflüchtlinge - nachvollziehbar übrigens, dass die AfD den menschengemachten Klimawandel leugnet, denn würde man dagegen etwas tun und so bspw. Klimaflüchtlinge verhindern oder eindämmen können, würde man sich ja der eigenen "Kernkompetenz", dem Hetzen gegen Fremde, berauben - wäre dem ja auch so. Aber auch hier muss die Politik Anreize schaffen. Sinnvolle Anreize mit Vorbildcharakter, die adaptierbar und langfristig so sinnvoll und nützlich sind, dass sie die kurzfristige Wirtschaftlichkeit, nach der sich zu viele noch zu häufig richten, überstrahlt. Und das erreicht man nicht, in dem man auf die anderen wartet, sondern indem wir selbst vorweg gehen. Deutschland wird gerne als Innovationsstandort gepriesen, seien wir es doch auch für den Klimaschutz, die Energiewende, für eine grüne Politik und beißen wir auf die Zähne, wenn es auch mal weh tut. Denn dieser "Schmerz" ist ein Fliegenschiss verglichen mit dem, was auf uns bzw. nachfolgende Generationen zukommen wird.
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acab
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Alt 09.10.2018, 08:44   #80
DocKeule
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Zum einen sind "Modell-Staaten" wichtig, damit andere Länder bzw. progressive Parteien in anderen Ländern ein Beispiel haben, was möglich ist. Im US-Diskurs ist Deutschland nicht selten als Beispiel genannt worden, wenn Mal wieder jemand behauptet hat, was alles unmöglich sei.

Viel wichtiger aber: Wir tun gar nicht viel.Seit 2005 verschiedene Merkel-Regierungen an der Macht waren, wurde die Energiewende konsequent behindert und verlangsamt, um die Rentabilität der konventionellen Kraftwerke zu sichern. Es wurden strengere Grenzwerte etwa für PKW und weiterreichende Maßnahmen für den Klimaschutz über das bereits vereinbarte Maß hinaus abgeblockt. Wir gehören zu den größten Bremsern und sind maßgeblich verantwortlich für 13 verlorene Jahre bei diesem Thema.
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Alt 11.10.2018, 05:19   #81
DocKeule
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Hier mal ein ganz aktuelles Beispiel: Der CSU Bundesverkehrsminister kritisiert die SPD Bundesumweltministerin, dass sie die strengeren Abgaswerte in den EU Verhandlungen nicht verhindert hat. dAS ist die deutsche Umweltpolitik mit Unionsbeteiligung in Reinkultur.
DocKeule ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.10.2018, 08:26   #82
mumu
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Zitat:
Zitat von DocKeule Beitrag anzeigen
Hier mal ein ganz aktuelles Beispiel: Der CSU Bundesverkehrsminister kritisiert die SPD Bundesumweltministerin, dass sie die strengeren Abgaswerte in den EU Verhandlungen nicht verhindert hat. dAS ist die deutsche Umweltpolitik mit Unionsbeteiligung in Reinkultur.
Scheuer ist Verkehrsminister, dementsprechend ist es imo sein Job hier den Finger zu heben. Genauso ist es der Job der Umweltministerin für strengere Abgaswerte zu plädieren, am Ende kam dann aus deutscher Sicht sowas wie ein Mittelwert dabei raus.

Ich bin mit deiner Kritik bzgl. der Union absolut bei dir. Aber hier "verteidigen" Minister ihr Ressort. Das würde ich mir, unabhängig von Thema und Ressort, öfters wünschen.

Bzgl. Wirtschaftshörigkeit (hier lass ich die Großkonzerne mal raus, die muss man wohl gesonderter und kritischer betrachten):
Am Ende sorgen die mittelständischen Unternehmen zu einem großen Teil dafür das die Leute nicht zum Amt müssen, und dass die Haushaltskassen der Kommunen gefüllt werden. Und wenn ich sehe was mein Arbeitgeber (65 Mitarbeiter) allein an Energiekosten Monat für Monat abdrücken muss, dann ist das schlicht ein Wettbewerbsnachteil. Fast die Hälfte der Energiekosten fällt dabei nur für EEG und Co. an (und ich rede hier nicht von 3-stelligen Beträgen, sondern 4 bis 5-stellig in jedem Monat). Das heißt, eigentlich kostet die Energie nur die Hälfte, der Rest geht schon in andere Töpfe. Solche Betriebe wie die von meinem Arbeitgeber müssen diese Kosten schlucken, sie können weder ins Ausland umsiedeln oder ihre Produkte verteuern. Die gehen kaputt bzw. entlassen die "teure" Stammbelegschaft und holen sich "billigere" Zeitarbeiter. Firmenflotten verlieren massivst an Wert, was wieder zu Lasten der Belegschaft geht.
Das kann man jetzt alles klein reden, wenn man möchte aber dann darf man sich nicht wundern wenn Leute Probleme haben Mieten, Strom und Co. zu zahlen. Das ist doch ein Rattenschwanz der dem folgt. Dass das Geiz-ist-geil Prinzip so gut funktioniert liegt doch nicht nur daran das man einfach nur viel und billig konsumieren möchte.

Aber das alles wird ja dem moralisch ehrenwerten Ziel die Welt zu retten untergeordnet. Kann man machen, wenn das aber nur 80 Millionen von 6 Milliarden machen, ist das halt Blödsinn.

Mir ist klar, dass nicht allein EEG und Co. für die Mißstände verantwortlich sind, dass Leute nicht mit ihrem Einkommen auskommen können, aber sie sind ein Faktor der hier einen großen Anteil hat und das Budget eines Jeden stark beeinflusst.

Ja, Deutschland muss ein Vorreiter in Sachen Umweltschutz sein, aber ebend mit anderen Herangehensweisen. Mehr dahin gehend andere Staaten zu unterstützen hier aktiver zu werden. Mit Know How, mit Manpower etc. Eine Entwicklungshilfe-Umwelt wenn man so will.
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mumu ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.10.2018, 09:09   #83
Kliqer
Genickbruch
 
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Zitat:
Zitat von mumu Beitrag anzeigen

Aber das alles wird ja dem moralisch ehrenwerten Ziel die Welt zu retten untergeordnet. Kann man machen, wenn das aber nur 80 Millionen von 6 Milliarden machen, ist das halt Blödsinn.
Ja, natürlich. Und doch auch richtigerweise so. Was bringen denn volle Kommunenkassen in einem zerstörten Planeten? Es wird immer so als verträumt-idealistische Weltretter-Romantik abgetan, aber, machen wir uns doch nichts vor: hier geht es am Ende um Leben und Tod. Ganz einfach. Und zwar nicht um das Leben einer Einzelperson, sondern von uns allen. Das ist kein "moralisch-ehrenwertes Ziel", das ist ultimativer Überlebenskampf. Und das hat nichts mit fatalistischer Panik zutun, das ist das reale Ziel, auf das uns alle zukommt. Das sollten wir uns wirklich vor Augen halten. Und dann ist es kein Blödsinn wenn nur 80 Millionen von 6 Milliarden tun - was übrigens ja so auch nicht stimmt - sondern absolut notwendige Vorreiterarbeit und das Mindeste, was man tun kann, tun muss. Es fängt immer bei einem selbst an. In den eigenen vier Wänden, der eigenen Kommune, der eigenen Stadt, dem eigenen Land. Zu sagen "Ich mache nichts, weil mein Nachbar auch nichts macht", ist kein pragmatischer Ansatz, sondern eine Verklärung der eigentlichen Problematik in der Fokussierung auf das bzw. den Anderen. Ein großer Fehler, mMn.

Und natürlich hast du Recht, dass es am "Wie" oft krankt. Aber die Frage nach dem korrekten "Wie" darf nie zu einer Frage nach dem "Ob" werden. Denn das etwas getan werden muss, von uns, von allen, steht außer Frage. Die Schlussfolgerung, aber daraus, dass die anderen nichts machen, dann selbst auch weniger zutun (im Sinne von weniger starke Reglementierung, weniger "schmerzhaften" Reformen, etc.). Am Ende bin ich auch voll bei dir, wenn wir sagen: Umweltschutz muss sich lohnen. Sowohl bzw. vor allem ökologisch, aber eben auch ökonomisch. Und hier müssen von politischer Ebene einerseits eben Verbote & Co. durchgesetzt, aber andererseits auch Anreize geschaffen werden, damit es nicht ausschließlich als Last, sondern als Chance verstanden wird.
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acab
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Alt 11.10.2018, 10:41   #84
y2jforever
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Zitat von Kliqer Beitrag anzeigen
Und dann ist es kein Blödsinn wenn nur 80 Millionen von 6 Milliarden tun - was übrigens ja so auch nicht stimmt - sondern absolut notwendige Vorreiterarbeit und das Mindeste, was man tun kann, tun muss. Es fängt immer bei einem selbst an. In den eigenen vier Wänden, der eigenen Kommune, der eigenen Stadt, dem eigenen Land. Zu sagen "Ich mache nichts, weil mein Nachbar auch nichts macht", ist kein pragmatischer Ansatz, sondern eine Verklärung der eigentlichen Problematik in der Fokussierung auf das bzw. den Anderen. Ein großer Fehler, mMn.
Ich bin da völlig bei Dir. Wobei es ja auch nicht so ist, dass wir die einzigen sind die etwas machen. Wärend Trump umweltpolitisch sagen wir ma fragwürdig aggiert hat dies ja dazu geführt, dass einzelne US Bundesstaaten zum Ausgleich aktuell mehr machen als vorher. China (der größte Markt der Welt) hat für eine 10% Quote für Elektroautos eingeführt. Während die deutschen Autobauer lustig betrügen damit man weiter veraltete Diesel Autos verkaufen kann verliert man im Bereich Elektroautos den Anschluss. Das ist nicht ökologisch sondern auch ökonomisch bestenfalls zweifelhaft. Aber genau das ist hat das Ergebnis wenn man sich auf eine kurzfristige Gewinnmaximierung focussiert und alles andere ignoriert. Bei der Energiewende gilt in Summe das gleiche. Hier auf Kohle und Öl zu setzen ist nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch mittel und langfristig sinnlos.

Insgesamt finde ich persönlich auch den Ansatz "wenn die anderen nichts machen, machen wir auch nichts" nicht nur moralisch fragwürdig. Die Energiewende muss kommen. Wenn man dort Vorreiter ist, dann ist das auch ökonomisch sinnvoll. Stattdessen schiebt man (jetzt überspitzt gesagt) den Kohleausstieg so lang hinaus wie es noch ein einzelnes Fischerdorf in Afrika gibt wo noch Holz oder Kohle verbrannt wird ....
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Alt 11.10.2018, 11:15   #85
mumu
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Zitat von Kliqer Beitrag anzeigen
Ja, natürlich. Und doch auch richtigerweise so. Was bringen denn volle Kommunenkassen in einem zerstörten Planeten? ...
Das Erste was über Bord geworfen wird, wenn die Kassen leer sind ist der Umweltschutz. Das dürfte ziemlich sicher sein, denn hier handelt es sich um Ausgaben die man nicht zwingend sofort mit Ergebnissen untermauern kann. Wenn es dann heißt Geld für die Kita oder die Renaturierung einer Brachfläche dürfte klar sein wo investiert wird (um es mal überspitzt darzustellen). Das meine ich mit Rattenschwanz. Das Eine bedingt das Andere.

Und mein 80 Millionen zu 6 Milliarden Vergleich sollte nur ausdrücken, dass wir noch so Vorreiter sein können. Uns selbst noch so sehr erziehen und regulieren können, am Ende kämpfen wir einen aussichtslosen Kampf weil die überwältigende Mehrheit genau das Gegenteil macht.

Ich habe eigentlich immer das "Wie" kritisiert, nicht das "Ob". Zudem habe ich gesagt, dass man sich nicht gesamtgesellschaftlich ökologisch wie ökonomisch überhebt während die Meisten nichts tun.
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mumu ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.10.2018, 12:04   #86
Kliqer
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Zitat von y2jforever Beitrag anzeigen
Ich bin da völlig bei Dir. Wobei es ja auch nicht so ist, dass wir die einzigen sind die etwas machen. Wärend Trump umweltpolitisch sagen wir ma fragwürdig aggiert hat dies ja dazu geführt, dass einzelne US Bundesstaaten zum Ausgleich aktuell mehr machen als vorher. China (der größte Markt der Welt) hat für eine 10% Quote für Elektroautos eingeführt
Genau, das meinte ich ja auch mit dem kleinen Einschub, dass das so nicht stimmt. Auch in Schweiz, Luxemburg, Singapur, Schweden, Australien, Tschechien wird bspw. aktiv für den Umweltschutz getan. Es so aussehen zu lassen, als würde Deutschland alleine gegen (bzw. für) Windmühlen kämpfen, wird der Sache nicht gerecht.

Zitat:
Zitat von mumu Beitrag anzeigen
Und mein 80 Millionen zu 6 Milliarden Vergleich sollte nur ausdrücken, dass wir noch so Vorreiter sein können. Uns selbst noch so sehr erziehen und regulieren können, am Ende kämpfen wir einen aussichtslosen Kampf weil die überwältigende Mehrheit genau das Gegenteil macht.

Ich habe eigentlich immer das "Wie" kritisiert, nicht das "Ob". Zudem habe ich gesagt, dass man sich nicht gesamtgesellschaftlich ökologisch wie ökonomisch überhebt während die Meisten nichts tun.
Naja, eben nicht unbedingt. Wie gesagt, "alleine" tun wir das ja jetzt schon nicht und darüber hinaus ist "Vorreiter sein" ja nicht automatisch eine Bürde. Sondern in vielerlei Hinsicht eine Chance. Das haben DocKeule und ich ja bereits erwähnt. Sich demotivieren lassen, weil andere nicht in gewünschtem Tempo und Umfang nachziehen, ist aber so oder so die schlechteste Option.

Stimmt, du hast immer das "Wie?" kritisiert. Aber ich habe immer noch nicht die Alternative gecheckt. Du schriebst "Irgendwann ist auch mal gut". Deswegen war ja auch meine Frage: "Bitte korrigiere mich, wenn ich dich falsch verstanden habe, aber deine Aussage ist: Deutschland alleine kann nicht wirklich etwas ausrichten, deswegen ist jetzt auch mal gut mit neuen Maßnahmen zum Klimaschutz? Richtig?"

Wenn du sagst, wir müssen effizientere Umweltschutz betreiben, ökologisch und ökonomisch, bin ich bei dir. Aber das beginnt doch nicht damit, dass wir umweltbelastende, nicht gesetzeskonforme Diesel-Autos weiter einfach so durch die Straßen fahren lassen. Oder wir den Müll nicht mehr trennen. Oder das Haus isolieren. Und so weiter.
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acab
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Alt 11.10.2018, 12:09   #87
Creed
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Und mein 80 Millionen zu 6 Milliarden Vergleich sollte nur ausdrücken, dass wir noch so Vorreiter sein können. Uns selbst noch so sehr erziehen und regulieren können, am Ende kämpfen wir einen aussichtslosen Kampf weil die überwältigende Mehrheit genau das Gegenteil macht.

Ich habe eigentlich immer das "Wie" kritisiert, nicht das "Ob". Zudem habe ich gesagt, dass man sich nicht gesamtgesellschaftlich ökologisch wie ökonomisch überhebt während die Meisten nichts tun.
Wobei man auch diskutieren kann ob Deutschland wirklich so ein toller Vorreiter ist. Die Energiewende kommt nicht voran, bei der E-Mobilität sind andere Länder deutlich weiter und allgemein habe ich das Gefühl das man lieber den Diesel und die Kohle schützt als das Klima. Bei dem Beschluss vor ein paar Tagen hätte die Bundesregierung auch lieber eine nicht so "strenge" Regelung gehabt.
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Wie heißt es denn so schön? Mario steht für Multikulti, ein Italienischer Klempner, von Japaner erfunden, springt wie ein schwarzer und greift nach Münzen wie ein Jude!
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Alt 11.10.2018, 12:29   #88
Blast
Schädelbasisbruch
 
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Um jetzt mal zur Grundfrage zurückzukommen. Das Thema ist für mich ziemlich schwierig, um es genau zu beurteilen. Auf der einen Seite hat DocKeule schon Recht damit, dass sehr viele Werte, Entwicklungen und Korrelationen darauf hinweisen, dass die ganze Sache menschengemacht ist, und dass es noch schlimmer wird. Auf der anderen Seite kriege ich seit Jahren schon mit, dass immer wieder Untergangsszenarien auftauchen, die dann durch die jeweilige Wetterlage der jeweiligen Zeit noch Bestätigung fanden. Darauf aufbauend wurden weitere Prognosen gestellt, die sich aber nicht wirklich bewahrheiteten. Ein Mainstream-Beispiel wäre der Al-Gore-Film, der natürlich on point ist, aber jetzt - wo viele der Zeitpunkte aus seinem Film eingetroffen sind und keine größeren Katastrophen als sonst geschahen - angezweifelt wird.
Das Problem ist, unsere Hetz-Gesellschaft kann nicht in längeren Zeitabschnitten denken. Warum auch, ist diese Fähigkeit auch eher nutzlos im alltäglichen Gebrauch. Zusätzlich ist es immer einfacher Leute vom Status Quo als dagegen zu überzeugen. Selbst wenn man es also schafft, die nötigen Gesetze durchzubringen, hat man am Ende immer noch genervte Leute auf den Barrikaden, die mal mehr mal weniger berechtigt den Sinn der Maßnahmen hinterfragen. Es ist ein finanzielles Dilemma, wie man ja am Hambacher Forst sieht: Warum sich Milliarden-Umsätze entgehen lassen, nur weil die Wissenschaft darauf hindeutet, dass das vielleicht nicht so gut für die Umwelt ist?
mumu liegt schon dahingehend richtig, dass sich bei der Debatte meiner Beobachtung nach viel zu sehr auf die Verantwortung des Individuums konzentriert wird (was grundsätzlich nichts falsches ist), aber Großindustrien aufgrund ihrer finanziellen Macht und unserer Abhängigkeit von ihnen eher mit Samthandschuhen angefasst werden. Eigentlich müsste man weltweit viele Produzenten dazu zwingen, ihre veralteten Komplexe Stück für Stück abzubauen und durch umweltfreundlichere Alternativen zu ersetzen. Damit wäre schon für die lokalen Ökosysteme sehr viel getan.

Kleiner Funfact: Ich hatte als junger Spund früher mal die naive Verschwörungstheorie, dass der Klimawandel ein ausgedachtes Produkt ist, da jede Ideologie ihr Untergangsszenario braucht, um einen Großteil der Gesellschaft reumütiger zu machen. Also praktisch das weltliche Pendant zur Hölle oder dem jüngsten Gericht.

Glaube ich jetzt an den Klimawandel oder nicht? Die Frage kann und will ich nicht beantworten. Denn jetzt mal davon abgesehen, ob wir nun in 30 Jahren in brühender Hitze verkommen oder nicht, es schadet keineswegs, die Luft und die Gewässer reinzuhalten, sowie einen Großteil der Wälder stehen zu lassen. Die Menschheit hat ebenfalls auch lange Zeit ohne jeden Tag Fleisch ausharren können. Es ist bezeichnend, wie viele Stadtmenschen sich zu Kurorten begeben, aber nicht bedenken, dass mit genug Aktivismus sie eigentlich selbst einen solchen Platz vor ihrer Haustür haben könnten in einigen Jahren.
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"Wenn es in deinem Leben bergab geht, lauf einfach rückwärts!" - Konfuzius

Geändert von Blast (11.10.2018 um 15:00 Uhr).
Blast ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.10.2018, 13:13   #89
Duke Skywalker
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Zitat von Blast Beitrag anzeigen

Glaube ich jetzt an den Klimawandel oder nicht? Die Frage kann und will ich nicht beantworten. Denn jetzt mal davon abgesehen, ob wir nun in 30 Jahren in brühender Hitze verkommen oder nicht, es schadet keineswegs, die Luft und die Gewässer reinzuhalten, sowie einen Großteil der Wälder stehen zu lassen.
Übrigens ein ganz großartiger Punkt.
Ich weiß das der Klimawandel keine Erfindung ist, aber ich finde es fast kontraproduktiv ständig darüber zu debattieren ob das nun in wie weit vom Mensch beeinflusst oder einfach der Lauf der Dinge ist.
Der drohende Untergang übersteigt offenbar den Horizont der Menschen und sie flüchten sich in Ausreden.
Aber keiner der Auto fährt kann z.B. den Benzinpreis ignorieren.
Kein Mensch mag Smog. Niemand möchte, dass der Fisch nach Plastik schmeckt.
Lösen wir die kleinen Probleme, die jeder aus dem Alltag kennt, "lösen" wir ultimativ auch das große.

Mann sollte entsprechend VW und Co. weniger Umweltbewusstsein aufzwingen und ihnen stattdessen in Erinnerung rufen, dass Öl keine endlose Ressource ist und der Wechsel auf Elektro (oder was auch immer) damit unumgänglich ist.
__________________
"I am hoping that I can be known as a great writer and actor some day, rather than a sex symbol."
Steven Seagal

Geändert von Duke Skywalker (11.10.2018 um 13:13 Uhr).
Duke Skywalker ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.10.2018, 13:16   #90
Face
Genickbruch
 
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Ich habe vor ein paar Tagen auf Bloomberg einen interessanten Artikel dazu gelesen, der sinngemäß davon spricht, dass die Kohlekraftwerke auch ohne strenge Klimavorgaben ihren Zenit bereits überschreiten und bis 2030 bereits deutlich zurückgehen werden. Und zwar weil die erneuerbaren Formen Elektrizität zu gewinnen immer billiger werden, so dass sich Kohlekraftwerke schlichtweg neu nicht mehr rechnen und die alten Kraftwerke immer kürzere Lebenszyklen haben, da sie selten mit Vollauslastung fahren (ständiges Hoch- und Runterfahren ist für ein Kohlekraftwerk ziemliches Gift).

Sprich man sollte das Pferd von der anderen Seite aufzäumen und Geld reinstecken in die Erforschung und Verbesserung von umweltfreundlichen Technologien, dann sind diese über kurz oder lang den Klimakillern überlegen und das Problem löst sich von selbst. Ist ein wenig wie mit den E-Autos ... wenn sie quasi vorgeschrieben werden, aber die Kosten hoch bleiben, werden die Konsumenten fluchen. Wenn E-Autos billig sind und technologisch einen Verbrenner ersetzen können, dann werden sie auch ohne Vorschriften gekauft werden.

Idealerweise setzt man zumindest auf einen Mix - Vorschriften dort, wo es nicht danach aussieht, als wäre der technologische Fortschritt unmittelbar in der Lage eine umweltschädliche Technologie abzulösen, Förderung der umweltfreundlichen Technologie dort, wo sie bereits eine starke Konkurrenz darstellt.
__________________
"You cannot shake hands with a clenched fist." (Indira Gandhi)
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Alt 11.10.2018, 19:13   #91
DocKeule
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Scheuer ist Verkehrsminister, dementsprechend ist es imo sein Job hier den Finger zu heben. Genauso ist es der Job der Umweltministerin für strengere Abgaswerte zu plädieren, am Ende kam dann aus deutscher Sicht sowas wie ein Mittelwert dabei raus.

Ich bin mit deiner Kritik bzgl. der Union absolut bei dir. Aber hier "verteidigen" Minister ihr Ressort. Das würde ich mir, unabhängig von Thema und Ressort, öfters wünschen.
Ich weiß nicht, wie du das siehst, aber in meiner Welt ist der Verkehrsminister nicht der Repräsentant der Autoindustrie.

Davon abgesehen, hat er aber einfach die Wahrheit gesagt. Der Auftrag der deutschen Regierung an ihre Umweltministerin war, die Verschärfung der Grenzwerte so gering wie möglich zu halten. Und das ist kein Ausrutscher, sondern der Normalfall. Deutschland gehört seit Jahren (also genau genommen seit 2005) zu den Bremsern, wenn es um Umwelt- und Klimaschutz geht. Wir waren mal für einen kurzen Moment innovativ, als wir die Energiewende angestoßen haben und ohne Fokushima hätten Union und FDP das postwendend wieder beerdigt.



Zitat:
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Bzgl. Wirtschaftshörigkeit (hier lass ich die Großkonzerne mal raus, die muss man wohl gesonderter und kritischer betrachten):
Am Ende sorgen die mittelständischen Unternehmen zu einem großen Teil dafür das die Leute nicht zum Amt müssen, und dass die Haushaltskassen der Kommunen gefüllt werden. Und wenn ich sehe was mein Arbeitgeber (65 Mitarbeiter) allein an Energiekosten Monat für Monat abdrücken muss, dann ist das schlicht ein Wettbewerbsnachteil. Fast die Hälfte der Energiekosten fällt dabei nur für EEG und Co. an (und ich rede hier nicht von 3-stelligen Beträgen, sondern 4 bis 5-stellig in jedem Monat). Das heißt, eigentlich kostet die Energie nur die Hälfte, der Rest geht schon in andere Töpfe. Solche Betriebe wie die von meinem Arbeitgeber müssen diese Kosten schlucken, sie können weder ins Ausland umsiedeln oder ihre Produkte verteuern. Die gehen kaputt bzw. entlassen die "teure" Stammbelegschaft und holen sich "billigere" Zeitarbeiter. Firmenflotten verlieren massivst an Wert, was wieder zu Lasten der Belegschaft geht.
Das kann man jetzt alles klein reden, wenn man möchte aber dann darf man sich nicht wundern wenn Leute Probleme haben Mieten, Strom und Co. zu zahlen. Das ist doch ein Rattenschwanz der dem folgt. Dass das Geiz-ist-geil Prinzip so gut funktioniert liegt doch nicht nur daran das man einfach nur viel und billig konsumieren möchte.

Aber das alles wird ja dem moralisch ehrenwerten Ziel die Welt zu retten untergeordnet. Kann man machen, wenn das aber nur 80 Millionen von 6 Milliarden machen, ist das halt Blödsinn.

Mir ist klar, dass nicht allein EEG und Co. für die Mißstände verantwortlich sind, dass Leute nicht mit ihrem Einkommen auskommen können, aber sie sind ein Faktor der hier einen großen Anteil hat und das Budget eines Jeden stark beeinflusst.

Ja, Deutschland muss ein Vorreiter in Sachen Umweltschutz sein, aber ebend mit anderen Herangehensweisen. Mehr dahin gehend andere Staaten zu unterstützen hier aktiver zu werden. Mit Know How, mit Manpower etc. Eine Entwicklungshilfe-Umwelt wenn man so will.
Also zum einen sind ohnehin schon (zu) viele Unternehmen von der EEG Umlage befreit. Zum anderen waren es gerade die "Reformen" der schwarz-gelben Regierungsperiode, durch die die EEG aufgeblasen wurde. Das größte Problem daran ist aber, dass die günstigen Preise an den Strombörsen, die ja der Grund für die hohe EEG Umlage sind, nicht an die Verbraucher weitergegeben werden, sondern die Gewinne der Stromkonzerne erhöht. Ein anderer Punkt ist, dass andere Energieformen auch nicht weniger subventioniert werden, nur dass diese Summen nicht auf der Stromrechnung auftauchen und weniger offensichtlich sind.
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Alt 30.06.2021, 18:29   #92
S C H
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49,5° in Kanada, ich hoffe der Markt regelt bald mal.
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Alt 30.06.2021, 19:18   #93
Mustakrakish
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Zitat:
Zitat von S C H Beitrag anzeigen
49,5° in Kanada, ich hoffe der Markt regelt bald mal.
Tut er doch. In Landshut gabs das woanders fehlende Wasser. Fairer Handel.
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#EC4ESC
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Alt 30.06.2021, 19:34   #94
Great Mustachio
Schädelbasisbruch
 
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Klingt doch nach nem Kanadischen Problem. Sollen die was gegen Klimawandel tun, wir müssen auf unsere Wirtschaft achten! CO² Ausstoß können wir in 10-20 Jahren noch mal drauf schauen.

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Alt 30.06.2021, 20:32   #95
Nani
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Beiträge: 15.124
Zitat:
Zitat von Great Mustachio Beitrag anzeigen
Klingt doch nach nem Kanadischen Problem. Sollen die was gegen Klimawandel tun, wir müssen auf unsere Wirtschaft achten! CO² Ausstoß können wir in 10-20 Jahren noch mal drauf schauen.

Schritt 1: Das hat nix mit Klimawandel zu tun.
Schritt 2: Erstmal müssen die anderen was tun. Nur weil Klimawandel ist, heißt das noch lange nicht, dass ich dafür zahlen muss.
Schritt 3: Okay. Jetzt ist alles im Arsch. Und schuld sind die Grünen. Die hätten den Schlamassel doch verhindern müssen!

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die Mehrheit
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Die Öko-Krise ist kein Glauben, sondern eine Tatsache.

Angststörung + Irreführung = Extremismus
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Alt 30.06.2021, 20:55   #96
Flip McVicker
ECW
 
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Bei dem Thema fiel mir gerade mal wieder diese grandiose Szene aus The Newsroom ein.
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Alt 30.06.2021, 22:00   #97
S C H
Schädelbasisbruch
 
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Beiträge: 4.665
Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Schritt 1: Das hat nix mit Klimawandel zu tun.
Schritt 2: Erstmal müssen die anderen was tun. Nur weil Klimawandel ist, heißt das noch lange nicht, dass ich dafür zahlen muss.
Schritt 3: Okay. Jetzt ist alles im Arsch. Und schuld sind die Grünen. Die hätten den Schlamassel doch verhindern müssen!

/signed
die Mehrheit
Schritt 1,5 nicht vergessen: Wir emittieren nur 2% des Weltweiten CO2. *




* Niemand darf erfahren das Deutschland nur 1% der Weltbevölkerung stellt und wir 1/5 des CO2-Ausstoßes der EU haben, soviel wie 2 und 3 (Frankreich + Italien) zusammen.
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Alt 02.07.2021, 12:37   #98
S C H
Schädelbasisbruch
 
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Beiträge: 4.665
Zitat:
Zitat von S C H Beitrag anzeigen
49,5° in Kanada, ich hoffe der Markt regelt bald mal.
Der Ort Lytton, in dem die Rekordtemperaturen gemessen wurden, ist durch eine Feuerwalze komplett zerstört worden. Da hat der Markt schneller geregelt als gedacht.

Jetzt macht auch noch der scheiß Golf von Mexiko Klimapropaganda und brennt einfach.
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Geändert von S C H (03.07.2021 um 13:58 Uhr).
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Alt 03.07.2021, 23:57   #99
rantanplan
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 13.08.2008
Beiträge: 4.050
Zitat:
Zitat von S C H Beitrag anzeigen
Schritt 1,5 nicht vergessen: Wir emittieren nur 2% des Weltweiten CO2. *




* Niemand darf erfahren das Deutschland nur 1% der Weltbevölkerung stellt und wir 1/5 des CO2-Ausstoßes der EU haben, soviel wie 2 und 3 (Frankreich + Italien) zusammen.
Sprechen wir doch mal über Frankreich. Warum haben die einen relativ niedrigen CO2-Ausstoß? Anteil am Strommix: 71% Kernenergie 2019. Ich sehe den Klimawandel durchaus als ernsthafte Bedrohung und ich glaube auch, dass "wir" mit unseren 2% voran gehen können - weil ich es wirtschaftlich sehe. Wenn wir Vorreiter werden, können wir wie mit dem Maschinenbau international sehr viel Geld verdienen.

Trotzdem fehlt mir ein glaubhaftes Konzept. Sonne und Wind werden es nicht richten, es sei denn man geht Kooperationen mit nordafrikanischen Ländern ein und baut dort Solarfarmen - was fehlt ist die Speichertechnologie. Wenn wir immer mehr Autos elektrifizieren, wird der Bedarf ja eher größer. Zeig mir also mal bitte ein schlüssiges Konzept für den Energiebedarf von Deutschland für die nächsten 10,20 Jahre, was mit Abschaltung von Kohle UND AKW funktioniert.

Ich glaube eher, dass wir Atomkraft nutzen sollten, auch wenn oder gerade weil das ein Problem für 1 Million Jahre ist. Viel Zeit, um sich mit der Endlagerung zu beschäftigen. Natürlich ist Atomkraft nicht kostenneutral, aber Geld dürfte ja kein Kriterium bei der Erdenrettung sein. Und vielleicht können wir den Atommüll in 20,30 Jahren auch einfach ins Weltall schießen. Die Alternative ist massive Einschränkiung, das geht aber beim Handy los, geht bei Kryptowährungen weiter und endet irgendwo beim Komfort, der unsere Zivilisation ausmacht. Da reden wir halt nicht nur vom SUV (finde ich eh unsinnig), sondern auch vom Laptop wovon ich das hier gerade schreibe. Sorry meine Strompauschale ist jetzt aufgebraucht, deshalb endet dieser Post...
rantanplan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.03.2022, 23:03   #100
S C H
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 07.07.2004
Beiträge: 4.665
In der Antarktis sind die Temperaturen aktuell 30 Grad höher als üblich zu dieser Jahreszeit.

In 100 Jahren haben wir dann wohl 2 mal die Venus im Sonnensystem.
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biologische vielfalt, globale erwärmung, klimagipfel, klimawandel, meeresspiegel, naturschutz, umweltschutz
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