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Alt 13.02.2021, 01:06   #26
lone
Schädelbasisbruch
 
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Zitat von rantanplan Beitrag anzeigen
Für die meisten Wähler reicht es aber vermutlich, da nur wenige taktisch wählen.
Wobei "taktisch wählen" auch verdammt schwer geworden ist, wenn fast jeder mit jedem koaliert.
Also allein auf die letzte BuTa-Wahl geschaut, bei der die CDU erst mit Grünen/FDP verhandelt um dann mit der SPD zu koalieren, die das völlig ausgeschlossen hatte. Da hätte man schon AfD/Linke/Sonstige wählen müssen, wenn man Merkels Politik nicht gut fand.
Ganz zu schweigen von Thüringen, wo plötzlich ein abgewählter Kandidat regierte.

Ich finde ja, man sollte direkt Koalitionen wählen können.
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Alt 13.02.2021, 10:34   #27
Nani
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Zitat:
Zitat von lone Beitrag anzeigen
Wobei "taktisch wählen" auch verdammt schwer geworden ist, wenn fast jeder mit jedem koaliert.
Also allein auf die letzte BuTa-Wahl geschaut, bei der die CDU erst mit Grünen/FDP verhandelt um dann mit der SPD zu koalieren, die das völlig ausgeschlossen hatte. Da hätte man schon AfD/Linke/Sonstige wählen müssen, wenn man Merkels Politik nicht gut fand.
Ganz zu schweigen von Thüringen, wo plötzlich ein abgewählter Kandidat regierte.

Ich finde ja, man sollte direkt Koalitionen wählen können.
Ich würde mir wünschen, wenn man direkt bestimmte Inhalte wählen könnte anstatt "nur" die Personen. Klar sind kompetente Politiker wichtig, denn davon hängt ab, ob man bei Lageveränderungen oder in Krisensituationen vernünftige Entscheidungen trifft. Aber die Kompetenz wird im aktuellen System mE eher benachteiligt. Die Leute wählen ja lieber Heißluftballons bzw. Teflonpolitiker.

Im Tagesgeschäft sollte es für zentrale politische Themen demokratische Mandate geben, die dann eben umgesetzt werden. Das kann natürlich auch schief gehen. Aber immerhin dürften dann politische Dummheiten wie das Mautsystem, das von einer bayerischen Stammtischminderheit zur reinen Selbstprofilierung durchgedrückt wurde, unwahrscheinlich werden. Vielleicht würde es auch den Einfluss der Lobbies verringern, wenn sich diese direkt dem demokratischen Prozess stellen müsste. Im Moment haben die es ja verhältnismäßig leicht. Sie müssen nur an den jeweils zuständigen Heißluftballon kommen, der für 4 Jahre ins Amt geschwebt ist, und ihn im Hinterzimmer das richtige Gasgemisch einfüllen.
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Alt 13.02.2021, 15:22   #28
Duke of Bridgewater
Schädelbasisbruch
 
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Ich denke, dafür müsste man "einfach" Koalitions- und Parteidisziplin abschaffen. Jeder Abgeordnete stimmt entspechend seiner Überzeugungen, die er vor der Wahl klar kommuniziert hat, ab. Ich wähle dann den, der in möglichst vielen Punkten mit meiner Meinung übereinstimmt.

Das geht natürlich nicht in allen Fragen, denn am Ende muss der Haushalt aufgehen und die Aussenpolitik muss einigermaßen verläßlich sein. Aber gibt es irgendeinen Grund, etwa eine Änderung im Strafrecht von Koalitionsverhandlungen abhängig zu machen?
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Alt 19.02.2021, 21:59   #29
rantanplan
Höllen-Rentner
 
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Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Ich würde mir wünschen, wenn man direkt bestimmte Inhalte wählen könnte anstatt "nur" die Personen. Klar sind kompetente Politiker wichtig, denn davon hängt ab, ob man bei Lageveränderungen oder in Krisensituationen vernünftige Entscheidungen trifft. Aber die Kompetenz wird im aktuellen System mE eher benachteiligt. Die Leute wählen ja lieber Heißluftballons bzw. Teflonpolitiker.

Im Tagesgeschäft sollte es für zentrale politische Themen demokratische Mandate geben, die dann eben umgesetzt werden. Das kann natürlich auch schief gehen. Aber immerhin dürften dann politische Dummheiten wie das Mautsystem, das von einer bayerischen Stammtischminderheit zur reinen Selbstprofilierung durchgedrückt wurde, unwahrscheinlich werden. Vielleicht würde es auch den Einfluss der Lobbies verringern, wenn sich diese direkt dem demokratischen Prozess stellen müsste. Im Moment haben die es ja verhältnismäßig leicht. Sie müssen nur an den jeweils zuständigen Heißluftballon kommen, der für 4 Jahre ins Amt geschwebt ist, und ihn im Hinterzimmer das richtige Gasgemisch einfüllen.
Sind das dann nicht Volksabstimmungen? Ich bin mir leider relativ sicher, dass die Autobahnmaut bei einer Volksabstimmung durchgekommen wäre.

Allerdings hat es jede Partei auch weiterhin in der Hand, die besten Leute aufzustellen und nicht die Leute, die Mittelmaß als "super" verkaufen können. Man könnte sogar behaupten, dass höhere Gehälter für Politiker dazu führen, dass sich kompetentere Leute finden, aber dazu reicht ein Blick auf die Wirtschaft, um das zu entkräften, weil dort ebenso gut die besten Blender in den wichtigsten/bestbezahltesten Jobs sind. Um es aber mit den Ballons zu sagen: Wer kein Heißluftballon ist, braucht auch keine Leute, die ihn füllen.

Vielleicht muss man also doch eher an die Wurzel und aus blökenden Schafen kritisch-analytisch denkende Menschen machen? Es ist doch schon irgendwo ein Unding, dass man Leute in Schulen auf das Leben vorbereitet, aber bei denen, wo das vor 60 Jahren passiert ist, nicht mehr nachbessert. Vielleicht sollte man also z.B. Bildungsurlaube verpflichtend machen? Kommt natürlich auf die Inhalte an, die sollten nicht von Parteipolitikern festgelegt werden, aber was spricht dagegen, Menschen mit 50, 60, 70 auch nochmal zu kritischem Denken anzuregen?
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Alt 20.02.2021, 12:00   #30
Nani
Höllen-Rentner
 
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Zitat:
Zitat von Duke of Bridgewater Beitrag anzeigen
Ich denke, dafür müsste man "einfach" Koalitions- und Parteidisziplin abschaffen. Jeder Abgeordnete stimmt entspechend seiner Überzeugungen, die er vor der Wahl klar kommuniziert hat, ab. Ich wähle dann den, der in möglichst vielen Punkten mit meiner Meinung übereinstimmt.

Das geht natürlich nicht in allen Fragen, denn am Ende muss der Haushalt aufgehen und die Aussenpolitik muss einigermaßen verläßlich sein. Aber gibt es irgendeinen Grund, etwa eine Änderung im Strafrecht von Koalitionsverhandlungen abhängig zu machen?
Die Entscheidung von den Politikern abhängig zu machen, finde ich weniger sinnvoll. Die Materie ist ja komplex und im Wandel. Adaptive (Neu-) Entscheidungen sind sowohl menschlich als auch notwendig.


Zitat:
Zitat von rantanplan Beitrag anzeigen
Sind das dann nicht Volksabstimmungen? Ich bin mir leider relativ sicher, dass die Autobahnmaut bei einer Volksabstimmung durchgekommen wäre.

Allerdings hat es jede Partei auch weiterhin in der Hand, die besten Leute aufzustellen und nicht die Leute, die Mittelmaß als "super" verkaufen können. Man könnte sogar behaupten, dass höhere Gehälter für Politiker dazu führen, dass sich kompetentere Leute finden, aber dazu reicht ein Blick auf die Wirtschaft, um das zu entkräften, weil dort ebenso gut die besten Blender in den wichtigsten/bestbezahltesten Jobs sind. Um es aber mit den Ballons zu sagen: Wer kein Heißluftballon ist, braucht auch keine Leute, die ihn füllen.

Vielleicht muss man also doch eher an die Wurzel und aus blökenden Schafen kritisch-analytisch denkende Menschen machen? Es ist doch schon irgendwo ein Unding, dass man Leute in Schulen auf das Leben vorbereitet, aber bei denen, wo das vor 60 Jahren passiert ist, nicht mehr nachbessert. Vielleicht sollte man also z.B. Bildungsurlaube verpflichtend machen? Kommt natürlich auf die Inhalte an, die sollten nicht von Parteipolitikern festgelegt werden, aber was spricht dagegen, Menschen mit 50, 60, 70 auch nochmal zu kritischem Denken anzuregen?
Ich glaube zwar nicht, dass die Maut durchgekommen wäre. Aber natürlich kann bei einer Volksabstimmung auch totaler Blödsinn rauskommen. Selbst wenn die Menschen im Zuge dieses Systems anfangen würde, das Pro und Contra abzuwägen, werden ja nicht auf einen Schlag alle klüger.

Im Gegensatz zu klassischen Volksentscheiden würde ich auch nicht konkrete Maßnahmen abstimmen lassen, sondern allgemeine Richtungen. In Detailfragen entscheiden sich die Leute klassischerweise populistisch und/oder bequem. Man müsste die Detailfragen zu inhaltlich verknüpften Kernfragen ausbauen, wo es eben keine klar "bequemste Strategie" mehr gibt.

Z.B. Steuersenkung:
Szenario Pro: Höherer individueller Wohlstand mit diversen Konsequenzen
vs.
Szenario Contra: Geringeres staatliches Budget mit diversen Konsequenzen

Z.B. Verbraucherschutz:
Szenario Scheißegal, Hauptsache Wirtschaft (Klöckner)
vs.
Szenario "Mir ist es lieber, dass ich und meine Kinder nicht systematisch an dem legalen Gift in unserer Billignahrung verrecke, und nehme dafür Preisdumpingverbot und witschaftliche Einbußen in Kauf"

Die verschiedenen politischen Prämissen könnten dann personenunabhängig bindend sein, bis eben zur nächsten Erhebung.

Geändert von Nani (20.02.2021 um 12:02 Uhr).
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Alt 10.03.2021, 17:20   #31
k-town1900
Schädelbasisbruch
 
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Philipp Athmor wird Spitzenkandidat in Meck-Pom. Das war wohl der mit dem wenigsten Dreck am Stock? Mit dieser Wahl zum Spitzenkandidat müsste die CDU eigentlich so richtig abgewatscht werden und an der 5% Hürde scheitern leider wird es dazu nicht kommen.
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Alt 10.03.2021, 21:21   #32
Moneytalks
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Zitat:
Zitat von k-town1900 Beitrag anzeigen
Philipp Athmor wird Spitzenkandidat in Meck-Pom. Das war wohl der mit dem wenigsten Dreck am Stock? Mit dieser Wahl zum Spitzenkandidat müsste die CDU eigentlich so richtig abgewatscht werden und an der 5% Hürde scheitern leider wird es dazu nicht kommen.
Okay, das überrascht mich dann doch. Die CDU hat sicher auch in MV mindestens einen Kandidaten, der Lokalpolitik macht und in seinem Kaff gut ankommt und wenigstens deutlich seriöser wirkt als Phillip Amthor.
Aber gut, gewissen Gesellschaftsschichten ist auch alles scheißegal, hauptsache Macht. Und warum sollen sich ausgerechnet diese Leute an Amthor stören, der da nicht anders ist?
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Alt 12.03.2021, 20:12   #33
rantanplan
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Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Ich glaube zwar nicht, dass die Maut durchgekommen wäre. Aber natürlich kann bei einer Volksabstimmung auch totaler Blödsinn rauskommen. Selbst wenn die Menschen im Zuge dieses Systems anfangen würde, das Pro und Contra abzuwägen, werden ja nicht auf einen Schlag alle klüger.

Im Gegensatz zu klassischen Volksentscheiden würde ich auch nicht konkrete Maßnahmen abstimmen lassen, sondern allgemeine Richtungen. In Detailfragen entscheiden sich die Leute klassischerweise populistisch und/oder bequem. Man müsste die Detailfragen zu inhaltlich verknüpften Kernfragen ausbauen, wo es eben keine klar "bequemste Strategie" mehr gibt.
Grundsätzlich ein interessanter Gedanke, aber wie erfolgt die Kontrolle? Eine reguläre Wahl hilft ja wenig, es scheint ja schon jetzt nicht zu funktionieren, dass der Wähler "kontrolliert", ob die gewählten bzw. regierenden Parteien die Wahlversprechen im Rahmen der Möglichkeiten, soweit man sie vor der Wahl vorhersehen konnte, umgesetzt haben oder nicht. Ich stelle mir da halt vor, dass der Wähler 2017 zum Beispiel 5 bestimmte Richtungsentscheide gewählt hat und wenn man die FDP fragt, hat die Koalition keinen davon umgesetzt, wenn man die Koalitionäre fragt, hat man 3 umgesetzt und konnte bei den anderen beiden aufgrund von Corona nicht mehr umsetzen - wer entscheidet jetzt, ob das alles so gepasst hat? Die Wähler bei der nächsten Bundestagswahl? Wäre ja kein großer Unterschied zu heute, außer dass die FDP (nehme ich beispielhaft, Grüne, Linke, AfD usw. passen auch) eine weitere Grundlage zur Regierungskritik hätte - aber es bleibt Interpretationssache. Ansonsten..die Justiz? Ein Expertengremium?

Zitat:
Z.B. Steuersenkung:
Szenario Pro: Höherer individueller Wohlstand mit diversen Konsequenzen
vs.
Szenario Contra: Geringeres staatliches Budget mit diversen Konsequenzen
Das ist eigentlich schon eine ganz große Frage, die quasi alle Lebensbereiche abdeckt. Egal ob Bildung, Verkehr, Soziales, aber ich als Mensch, der sich als politisch interessiert sieht, wäre hier auch schon relativ überfordert. Für die überwiegende Mehrheit hängt die Frage glaube ich davon ab, ob sie effektiv Transferleister oder Transferempfänger ist und ich behaupte mal, dass sich die subjektive Wahrnehmung da wahrscheinlich sogar eher Richtung Pro Steuersenkung geht. Wenn man aber mal aufschlüsselt, wieviel ich persönlich an Steuern (inklusive KFZ, Mehrwertsteuer usw.) zahle und entgegenstellt, wieviel ich den Staat durch "meinen" Anteil am Straßennetz, durch die bisher erhaltene und möglicherweise noch zu erhaltende Bildung usw. koste, bin ich, wie vielleicht 80 oder 90% der Leute (reine Spekulation) Nettotransferempfänger und würde mir ins eigene Fleisch schneiden, wenn mein Weg zur Arbeit, in die Stadt, zum Supermarkt usw. plötzlich auf Mautstraßen stattfinden würde, wenn eine Schule, eine Universität usw. nicht deutsche "Preise" hätte, sondern amerikanische - also effektiv habe ich keine Ahnung, ob das Szenario Pro für mich persönlich wünschenswert wäre. Dass ich es als solidarischer Mensch sowieso ablehnen würde, ist natürlich eine andere Frage.

Zitat:
Z.B. Verbraucherschutz:
Szenario Scheißegal, Hauptsache Wirtschaft (Klöckner)
vs.
Szenario "Mir ist es lieber, dass ich und meine Kinder nicht systematisch an dem legalen Gift in unserer Billignahrung verrecke, und nehme dafür Preisdumpingverbot und witschaftliche Einbußen in Kauf"

Die verschiedenen politischen Prämissen könnten dann personenunabhängig bindend sein, bis eben zur nächsten Erhebung.
Auch hier müsste man unterstellen, dass sich die Wähler bewusst sind, welche Konsequenzen ihr Votum hätte. Dabei ist das ja schon eine relativ simple Frage - wenn man es sich leisten möchte, hat man schon jetzt die Wahl und es gilt: Angebot und Nachfrage. Natürlich kann man Klöckner verurteilen, aber ich behaupte mal, dass keiner gezwungen wird, seine Kinder systematisch zu vergiften. Natürlich kann es sich nicht jeder leisten, einmal die Woche Fleisch beim Bauern zu kaufen, mit Szenario 2 würde aber ein Zwang draus. Wirtschaftliche Einbußen bedeuten hier und da, dass man sich Dinge nicht mehr in dem Maße leisten kann - aber das kann man ja ohnehin nicht, wenn man nicht Discounterfleisch aus dem Supermarkt kauft. Die Entscheidung trifft allerdings momentan kein mündiger Bürger. Im Endeffekt läuft es also doch auch hier eher auf Aufklärung hinaus, in dem Fall über die Risiken der Ernährung, über Unterschiede, über Nährstoffe usw. - oder eine Mehrheit entscheidet für die Minderheit, was diese frisst.

Wie gesagt, den Grundgedanken finde ich gut, aber die Umsetzung ist schwierig, zumal die Parteien ja im Grunde genommen genau diese Aufgabe haben - an der Willensbildung mitzuwirken und letztenendes habe ich irgendwo im linken Spektrum das Gefühl, dass zumindest die Beispielszenarien relativ offensichtlich abgedeckt werden, im Sinne von starker Staat und Verbraucherschutz. Irgendwo erfüllen sie also die Aufgabe der Willensbildung - FDP und Union auf der anderen Seite aber auch.
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Alt 14.03.2021, 15:21   #34
k-town1900
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Mit Frau und Kind etwas spazieren gewesen und auf dem Rückweg ins Wahllokal. Entweder haben sich das viele Leute heute so gedacht oder die Wahlbeteiligung zumindest in den 3 Bezirken die hier angefertigt werden ist sehr hoch. Ich habe noch nie so viele Menschen an einem Wahltag in der Turnhalle gesehen
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Alt 16.03.2021, 08:16   #35
Duke of Bridgewater
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Mal so eine Überlegung:
Jim Cornette spricht ja gern mal "Name Check", wenn es um die Frage geht, ob es jemand in den Main Event schaffen kann. Wenn du Chilly McFreeze heißt, wirst du wohl nie World Champion.

Auf die Politik übertragen stellt sich mir die Frage, welchen Einfluss der Name darauf hat, ob jemand nominiert bzw. gewählt wird. "Martin Schulz" klingt einfach kraftvoller als "Thorsten Schäfer-Gümbel". Das muss langfristig kein Vorteil sein, denn wenn du mit zu großen Erwartungen startest, kann es nur bergab gehen. Allerdings musst du ja überhaupt erst einmal starten.

Könnte also etwa Armin Laschet (klingt wie "Armin, lass es!" im Dialekt) durch seinen Namen verlieren? Oder aber gewinnen, da er ja, als Ministerpräsident von NRW schon erfolgreich ist. Man sieht ihn dann bergauf steigen, während Markus Söder weiter oben startete und dann etwas ins Straucheln kommt und Friedrich Merz den Berg herunterrollt.
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Alt 16.03.2021, 08:30   #36
Moneytalks
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Zitat:
Zitat von Duke of Bridgewater Beitrag anzeigen
Mal so eine Überlegung:
Jim Cornette spricht ja gern mal "Name Check", wenn es um die Frage geht, ob es jemand in den Main Event schaffen kann. Wenn du Chilly McFreeze heißt, wirst du wohl nie World Champion.

Auf die Politik übertragen stellt sich mir die Frage, welchen Einfluss der Name darauf hat, ob jemand nominiert bzw. gewählt wird. "Martin Schulz" klingt einfach kraftvoller als "Thorsten Schäfer-Gümbel". Das muss langfristig kein Vorteil sein, denn wenn du mit zu großen Erwartungen startest, kann es nur bergab gehen. Allerdings musst du ja überhaupt erst einmal starten.

Könnte also etwa Armin Laschet (klingt wie "Armin, lass es!" im Dialekt) durch seinen Namen verlieren? Oder aber gewinnen, da er ja, als Ministerpräsident von NRW schon erfolgreich ist. Man sieht ihn dann bergauf steigen, während Markus Söder weiter oben startete und dann etwas ins Straucheln kommt und Friedrich Merz den Berg herunterrollt.
Ich denke, keiner der von dir erwähnten Politiker ist an seinen Namen gescheitert. Das spielt dann ne Rolle, wenn der Name wirklich unstreitbar lächerlich klingt oder derjenige nen Doppelnahmen hat und man sich diesen selbst mit Eselsbrücke kaum einprägen kann. Das Thema ist also im von dir benannten Fall zu vernachlässigen. Andere Faktoren spielen aktuell eine viel größere Rolle.
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Alt 16.03.2021, 12:11   #37
Nani
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Zitat:
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Grundsätzlich ein interessanter Gedanke, aber wie erfolgt die Kontrolle? Eine reguläre Wahl hilft ja wenig, es scheint ja schon jetzt nicht zu funktionieren, dass der Wähler "kontrolliert", ob die gewählten bzw. regierenden Parteien die Wahlversprechen im Rahmen der Möglichkeiten, soweit man sie vor der Wahl vorhersehen konnte, umgesetzt haben oder nicht. Ich stelle mir da halt vor, dass der Wähler 2017 zum Beispiel 5 bestimmte Richtungsentscheide gewählt hat und wenn man die FDP fragt, hat die Koalition keinen davon umgesetzt, wenn man die Koalitionäre fragt, hat man 3 umgesetzt und konnte bei den anderen beiden aufgrund von Corona nicht mehr umsetzen - wer entscheidet jetzt, ob das alles so gepasst hat? Die Wähler bei der nächsten Bundestagswahl? Wäre ja kein großer Unterschied zu heute, außer dass die FDP (nehme ich beispielhaft, Grüne, Linke, AfD usw. passen auch) eine weitere Grundlage zur Regierungskritik hätte - aber es bleibt Interpretationssache. Ansonsten..die Justiz? Ein Expertengremium?
Ob man "genug" oder die richtigen Maßnahmen getroffen hat, darüber kann man dann immer noch streiten. Aber die Diskussion ist dann (hoffentlich) inhaltlicher. Derzeit haben wir vornehmlich Oberflächendiskussionen.

Beispiel
E-Fahrzeuge: Man hat sich lange Zeit über die Frage gefetzt über emotionalen Auto-Traditionalismus und ob E-Fahrzeuge pauschal ökologisch sind. Sinnvoller wäre es, da einmal eine Grundsatzentscheidung zu treffen (der Trend geht hin, aber E-Autos sind natürlich nicht klimaneutral) und sich dann über die Detail-Fragen zu fetzen (Öko-Regeln für E-Autos, Investitionen Infrastruktur, etc.).
Ich möchte nicht ausschließen, dass es dann keine Schlammschlachten und emotionalisierenden Populismus gibt. Aber wenigstens lassen sich dann leichter die permanente Grundsatzdiskussionen abmoderieren. Im Moment ist es viel zu leicht für laute Minderheiten die Diskussion immer wieder zurückzuwerfen und eine Vertiefung zu verhindern. Für einen guten konstruktiven Streit wäre es sinnvoll, das auf bestimmte Phasen zu beschränken und das Thema dann erstmal für z.B. 2 Jahre zu fixieren.

Ein noch besseres Beispiel wäre Corona, wenn auch mit kürzeren Intervallen. Da ärgern sich derzeit (mir inklusive) die meisten Leute darüber, dass es a.) keine klare mehr Linie gibt, die konsequent durchgeführt wird und b.) die Gründe für viele Entscheidungen nicht transparent/nachvollziehbar sind.


Zitat:
Das ist eigentlich schon eine ganz große Frage, die quasi alle Lebensbereiche abdeckt. Egal ob Bildung, Verkehr, Soziales, aber ich als Mensch, der sich als politisch interessiert sieht, wäre hier auch schon relativ überfordert. Für die überwiegende Mehrheit hängt die Frage glaube ich davon ab, ob sie effektiv Transferleister oder Transferempfänger ist und ich behaupte mal, dass sich die subjektive Wahrnehmung da wahrscheinlich sogar eher Richtung Pro Steuersenkung geht. Wenn man aber mal aufschlüsselt, wieviel ich persönlich an Steuern (inklusive KFZ, Mehrwertsteuer usw.) zahle und entgegenstellt, wieviel ich den Staat durch "meinen" Anteil am Straßennetz, durch die bisher erhaltene und möglicherweise noch zu erhaltende Bildung usw. koste, bin ich, wie vielleicht 80 oder 90% der Leute (reine Spekulation) Nettotransferempfänger und würde mir ins eigene Fleisch schneiden, wenn mein Weg zur Arbeit, in die Stadt, zum Supermarkt usw. plötzlich auf Mautstraßen stattfinden würde, wenn eine Schule, eine Universität usw. nicht deutsche "Preise" hätte, sondern amerikanische - also effektiv habe ich keine Ahnung, ob das Szenario Pro für mich persönlich wünschenswert wäre. Dass ich es als solidarischer Mensch sowieso ablehnen würde, ist natürlich eine andere Frage.
Genau diese Beschäftigung mit den Themen muss man den Wählern aber halt abfordern. Sonst hast Du eben eine Demokratie von Primaten, wo eine überforderte, rein individualistisch denkende Mehrheit, eine kollektivistisch unsinnige Politik anstrebt. Früher oder später führt das nur zum Erstarken von korrupten diktatorischen Systemen, wo es wenigstens einen Plan gibt, auch wenn der Plan in 90% der Fälle kollektivistisch sogar noch schlimmer ist.


Zitat:
Auch hier müsste man unterstellen, dass sich die Wähler bewusst sind, welche Konsequenzen ihr Votum hätte. Dabei ist das ja schon eine relativ simple Frage - wenn man es sich leisten möchte, hat man schon jetzt die Wahl und es gilt: Angebot und Nachfrage. Natürlich kann man Klöckner verurteilen, aber ich behaupte mal, dass keiner gezwungen wird, seine Kinder systematisch zu vergiften. Natürlich kann es sich nicht jeder leisten, einmal die Woche Fleisch beim Bauern zu kaufen, mit Szenario 2 würde aber ein Zwang draus. Wirtschaftliche Einbußen bedeuten hier und da, dass man sich Dinge nicht mehr in dem Maße leisten kann - aber das kann man ja ohnehin nicht, wenn man nicht Discounterfleisch aus dem Supermarkt kauft. Die Entscheidung trifft allerdings momentan kein mündiger Bürger. Im Endeffekt läuft es also doch auch hier eher auf Aufklärung hinaus, in dem Fall über die Risiken der Ernährung, über Unterschiede, über Nährstoffe usw. - oder eine Mehrheit entscheidet für die Minderheit, was diese frisst.

Wie gesagt, den Grundgedanken finde ich gut, aber die Umsetzung ist schwierig, zumal die Parteien ja im Grunde genommen genau diese Aufgabe haben - an der Willensbildung mitzuwirken und letztenendes habe ich irgendwo im linken Spektrum das Gefühl, dass zumindest die Beispielszenarien relativ offensichtlich abgedeckt werden, im Sinne von starker Staat und Verbraucherschutz. Irgendwo erfüllen sie also die Aufgabe der Willensbildung - FDP und Union auf der anderen Seite aber auch.
Genau das muss aber die Aufgabe der Politik sein: Da wo der Individualismus nicht ausreicht, mit kollektivistischen Regeln den Wohlstand der Bevölkerung zu maximieren.

Der freie individualistische Markt bei Nahrungsmitteln läuft derzeit nach "der unsichtbaren Hand" individualistisch-kurzfristigen Denkens. Sichtbar/spürbar ist, ob das Essen lecker und billig ist. Danach entscheidet der Konsument. Nicht sichtbar ist, dass infolge dieser systemischen Selbstoptimierung unser Essen inzwischen erschreckend nährstoffarm, zuckerreich und mit schädlichen künstlichen Substanzen versetzt ist.

Nur eine Minderheit nimmt das überhaupt war. Selbst in dieser Minderheit existieren viele unterschiedliche, teilweise auch esoterische, wirre Ansätze. Sogar diejenigen, die bereit sind mehr Geld auszugeben (und es sich leisten können!), haben noch immer eine sehr unsichere Bewertungsgrundlage. Fleisch vom Bauern ist natürlich besser als vom LIDL. Aber nicht immer gut. Die Fleischverzehrmengen sind absurd und medizinisch nachweislich ungesund. Brot und Milch sind als Grundnahrungsmittel in diesem Umfang ebenfalls kritisch zu sehen. Ganz unabhängig von der Qualität, die auch beim Bauern nicht normiert immer einwandfrei ist.

Im Prinzip wird uns die Komplexität der Entscheidung hier bereits jetzt überlassen und (individualistisch) scheitern wir komplett daran. Hier bräuchte es kollektivistisch legitimierte Experten, die regelmäßig Lehrmeinungen erneuern und eine Politik, die entsprechend Anreize setzt.

Wenn ich objektiv den Ist-Zustand mit einem rational vernünftigen Weltbild abgleiche, sind wir da komplett von der Schiene. Unabhängig von Rechts/Links/Grün/Wasweißich finde ich die Sache hier eigentlich sogar recht eindeutig: Wenn wir uns alle die derzeitige Situation intellektuell bewusst machen würden, würden wir diese mit 99% Mehrheit abwählen.

Ich glaube, mit dem folgenden Leitsatz würden nahezu alle Menschen in Deutschland lieber leben und einen höheren Wohlstand genießen (wobei "Wohlstand" eben nicht nur materiell, sondern auch physiologisch, emotional usw. ist):

Im Interesse einer gesunden, funktionierenden Gesellschaft und der Minimierung von Zivilisationskrankheiten hat jeder Mensch Anspruch auf eine nahrhafte, gesunde Ernährung*, ohne dass von ihm gefordert wird, sich permanent über die Inhaltsstufe zu informieren. Die Verantwortung diese zu gewährleisten, wird den kollektivistischen Staatsorganen übertragen.

*hier könnte man noch "fair bezahlbar" einfügen. Die Diskussion, ob Nicht-Arbeitende ebenfalls Anspruch darauf haben, möchte ich an dieser Stelle nicht aufmachen.


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Ich denke, keiner der von dir erwähnten Politiker ist an seinen Namen gescheitert. Das spielt dann ne Rolle, wenn der Name wirklich unstreitbar lächerlich klingt oder derjenige nen Doppelnahmen hat und man sich diesen selbst mit Eselsbrücke kaum einprägen kann. Das Thema ist also im von dir benannten Fall zu vernachlässigen. Andere Faktoren spielen aktuell eine viel größere Rolle.
In der Politik sehe ich das absolut nicht als Problem. Im Gegenteil. Ein lustiger Name landet häufiger in Presse und Parodien, und das ist - wenn überhaupt - ein Marketingvorteil.
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Alt 12.05.2021, 14:45   #38
Duke of Bridgewater
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Der Wahl-O-Mat für Sachsen-Anhalt ist da.

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Alt 12.05.2021, 16:30   #39
S C H
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Ich hatte noch nie eine grüne Partei vorne und jetzt sind es direkt Zwei, verrückte Zeiten. Werde aber die Nummer drei meiner Liste wählen.
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Alt 06.06.2021, 19:09   #40
Baptist Ziergiebel
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Lol über den Kirchner von der AfD gerade im Wahlstudio. Auf Knopfdruck erstmal alle Phrasen wieder rausgekotzt, konstante Hetze gegen die AfD durch die Medien, die Kirchen... ja ALLE!!
Hoffnungslos.

Bin sehr zufrieden. Klar, der CDU Erfolg liegt auch viel bei Haseloff, schmälert ihn aber nicht. Ich schätze den sehr, unaufgeregt (meistens ), pragmatisch, in der Lage, auch schwierige Koalitionen zu managen, mit vernünftigen Plänen für die Landeszukunft, siehe Wasserstoff. Glückwunsch von mir.
Links und rechts bröckeln erfreulich, die SPD auf dem Weg Richtung Prozenthürde, weniger erfreulich, FDP wieder gut drin, was Möglichkeiten für Koalitionen eröffnet...erfreulich. Ein guter Wahlabend.

Gruß.

Geändert von Baptist Ziergiebel (07.06.2021 um 00:48 Uhr).
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Alt 06.06.2021, 20:08   #41
k-town1900
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Naja, wer als Arbeitnehmer CDU/CSU, AFD, FDP oder Grüne wählt der muss schon eine masochistische Ader haben außer er ist Beamter.

Gerade im Osten sollten sie noch wissen wie sie damals von der CDU mit dickes fettes Helmut an der Spitze abgezockt wurden (Stichwort: blühende Landschaften, Treuhand) und nun wählen sie genau die Parteien wobei die AFD mit fast den selben Inhalten in den Wahlkampf geht wie damals die CDU.
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Alt 06.06.2021, 20:42   #42
Duke of Bridgewater
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Da bleiben von den Parteien mit Wahlchancen nur SPD und Linke.
Was haben die mir zu bieten, dass ich als Arbeitnehmer eine von ihnen wählen sollte?
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Alt 06.06.2021, 21:24   #43
k-town1900
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Tja, und genau da haben wir/ich das Problem. Es gibt bestimmt einige Parteien die mir besser gefallen würden als Rot/Rot, da ist halt dann wieder das Problem das ich Angst habe das wir am Ende wieder 1933 landen trotz der 5% Hürde.

Je mehr Parteien im Bundestag landen, desto weniger Demokratie. Schade aber ist mMn so.
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Alt 06.06.2021, 21:57   #44
Duke of Bridgewater
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Warum glaubst du, dass mehr Parteien schlecht für die Demokratie sind?

In den USA gibt es praktisch nur zwei, und ich finde nicht, dass sie ein Vorbild für uns sein sollten.
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Alt 06.06.2021, 22:39   #45
k-town1900
Schädelbasisbruch
 
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Das US Wahlsystem finde ich auch nicht richtig weil sich andere Parteien außer die Demokraten und Republikaner nicht profilieren können. Werden es allerdings zu viele Parteien im Bundestag dann haben wir ganz schnell die Arschkarte und alle paar Monate eine neue Wahl. Also mehr als eine zusätzliche Partei darf mMn nicht mehr (in den Bundestag) kommen sonst wird es zu schwierig eine Regierung zu bilden die auch die (vorgesehnen) 4 Jahre hält.

Ich muss allerdings auch schreiben, das ich seit meiner Lehrzeit keinem Politiker/in weiter traue als ich ihn/sie werfen kann. Naja, Schröder hab ich etwas getraut und wieder enttäuscht worden.
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Alt 06.06.2021, 22:59   #46
Duke of Bridgewater
Schädelbasisbruch
 
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Sicher wird es schwierig, aber wie willst du entscheiden, dass nicht noch mehr als eine Partei rein darf? Wenn du etwa die Hürde von 5% auf 10% erhöhst, müssten kleinere Parteien vor der Wahl Bündnisse für Einheitslisten eingehen. (In Sachsen-Anhalt hätten das vielleicht SPD und Grüne gemacht.) Aber damit bewegst du dich in Richtung USA, wo die beiden Parteien ja auch nur solche Bündnisse sind, wo sich ein Kandidat eben rechts oder links der Mitte einordnet.

Nein, ich denke, die Zeiten klarer Rechts-Links-Einordnung sind vorbei, und damit auch die der großen Volksparteien. Was meines Erachtens die Demokratie gefährdet sind Koalitionsverträge, die den Abgeordneten auch in Fragen Zügel anlegen, wo das gar nicht nötig ist. Es gibt Bereiche, wo die Politik aus einem Guss sein muss. Aber bei anderen kann man die Abgeordneten frei abstimmen lassen.

Wenn etwa jemand eine Strafrechtsänderung vorschlägt, kann man das einfach zur Abstimmung stellen, ohne sich in der Koalition vorher zu einigen. Es kann da durchaus wechselnde Mehrheiten geben. Dagegen muss der Haushalt schon aufgehen, da kann man nicht frei Schnauze für weniger Einnahmen und mehr Ausgaben stimmen.
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Alt 18.06.2021, 22:54   #47
rantanplan
Höllen-Rentner
 
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Zitat:
Zitat von Duke of Bridgewater Beitrag anzeigen
Warum glaubst du, dass mehr Parteien schlecht für die Demokratie sind?

In den USA gibt es praktisch nur zwei, und ich finde nicht, dass sie ein Vorbild für uns sein sollten.
Auch ich sehe die USA nicht als Vorbild für uns, aber was für mich als politischer Mensch vor rund 20 Jahren (als Erstwähler) mal eine Wahl zwischen Rot-Grün und Schwarz-Gelb war, bei der man relativ eindeutig einem Lager die Stimme geben konnte, relativ deutlich einen Schwerpunkt innerhalb dieses Lagers setzen konne, ist heute ungleich schwieriger geworden. Die teilweise Marginalisierung der Volksparteien, die Verfestigung von AfD und Linkspartei macht es nicht wirklich einfacher. Wenn wir noch die Piraten, die Satiriker und die freien Wähler dazu packen, was bringt das für die Koalitionsmöglichkeiten?

Ich bin, wie die meisten denke ich, keiner, der eine Partei zu 80 oder 90% unterstützt, im Sinne von: Mitregieren, dann kann man einen Teil umsetzen. Ich habe eine relativ klare Vorstellung davon, wie ich die nächsten 4 Jahre regiert werden möchte, aber ich kann halt nirgendwo "Ampel-Koalition" ankreuzen, oder "Ampelkoalition mit dunkelrot". Je mehr Parteien in einem Parlament sitzen, umso schlechter sind die Chancen, dass eine Regierung gebildet wird, die ich gutheiße. "Ich" ist dabei halt jeder Wähler, der sich ein wenig Gedanken macht.

Natürlich kann man hoffen, dass durch die konsensorientierte Politik der Parteien der Mitte am Ende etwas halbwegs vernünftiges herauskommt, das ist vielleicht sogar die Stärke momentan, aber wenn sich 3 oder 4 oder mehr Parteien zusammenraufen, wird man sich eben sehr nah an den Mittelpunkt bewegen. Veränderung sieht anders aus. Viele, die etwas wollen, bedeutet halt auch irgendwo Stillstand.

Den Klimawandel erkenne ich zum Beispiel als wichtiges Thema an, würde ihn sinnvollerweise durch eine bestimmte Koalition bearbeitet wissen. Die FDP, damit die Wirtschaft irgendwo mitspricht, die Grünen, weil sie hier sehr gut führen können, dazu SPD oder besser Linke, um das Ganze sozial gerecht zu gestalten. Aber was wähle ich denn nun? Wenn FW und Piraten auch noch einziehen, dazu die PARTEI, wird es ja nochmal schlimmer. Würde man die Hürde auf 10% erhöhen, müssten im Zweifel mal die Linke und die SPD eine gemeinsame Liste machen...und ich hätte nicht die Sorge, dass die Sozialdemokraten das Gleiche machen wie in den letzten 12 von 16 Jahren.
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Alt 19.06.2021, 17:18   #48
Duke of Bridgewater
Schädelbasisbruch
 
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Zitat:
Zitat von rantanplan Beitrag anzeigen
Würde man die Hürde auf 10% erhöhen, müssten im Zweifel mal die Linke und die SPD eine gemeinsame Liste machen...und ich hätte nicht die Sorge, dass die Sozialdemokraten das Gleiche machen wie in den letzten 12 von 16 Jahren.
Müssten sie das?

Noch ist die SPD auf Bundesebene nicht in Gefahr, in den einstelligen Bereich zu rutschen. Warum sollte sie also den Linken gute Listenplätze abtreten? Es würde doch die SPD stärken, wenn Wähler ihre Stimme nicht an die Linke verschwenden würden, sondern sie einer Partei geben, die es auch in den Bundestag schafft.

In den aktuellen Umfragen hat die SPD etwa 15%, die Linke etwa 7%. Das heißt aber nicht, dass die rot-rote Liste 22% bekäme. Ich denke, viele SPD-Mitglieder und -Wähler haben Probleme mit der ehemaligen SED und/oder der ehemaligen WASG. Das würde dann eher die Grünen stärken.
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Alt 25.06.2021, 22:02   #49
rantanplan
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 13.08.2008
Beiträge: 3.868
Zitat:
Zitat von Duke of Bridgewater Beitrag anzeigen
Müssten sie das?

Noch ist die SPD auf Bundesebene nicht in Gefahr, in den einstelligen Bereich zu rutschen. Warum sollte sie also den Linken gute Listenplätze abtreten? Es würde doch die SPD stärken, wenn Wähler ihre Stimme nicht an die Linke verschwenden würden, sondern sie einer Partei geben, die es auch in den Bundestag schafft.

In den aktuellen Umfragen hat die SPD etwa 15%, die Linke etwa 7%. Das heißt aber nicht, dass die rot-rote Liste 22% bekäme. Ich denke, viele SPD-Mitglieder und -Wähler haben Probleme mit der ehemaligen SED und/oder der ehemaligen WASG. Das würde dann eher die Grünen stärken.
Wir reden hier von einer Partei, die vor 16 Jahren noch 34% erhalten hat. Ich glaube nicht, dass da bei den verbliebenen 15% viel Überzeugung hintersteckt, eher Gewohnheit. Ich könnte mir einen umgekehrten Effekt vorstellen, dass die Linkspartei profitiert und noch ein paar Prozent wegnimmt. Die "ehemalige SED oder WASG" lockt doch bei Linken ohnehin nur noch ein Lächeln hervor, das würde ich mit der "ehemaligen Sozialdemokratie" kontern. Linkspartei-Wähler, die taktieren, dürften doch eher bei der AfD oder bei den Grünen landen. Für die 15% SPD-Wähler gilt das gleiche, wie für die Unions-Wähler, sie werden in Summe weniger, naturbedingt.

Es ist einfach bedauerlich, dass es beiden linken Parteien, den ehemaligen Sozialdemokraten und den Linken nicht gelingt, ihre Wähler richtig zu definieren und entsprechend Forderungen für diese potentiellen Wähler zu formulieren.

In der Addition könnten die beiden aber durchaus auf mehr als 22% kommen, wenn man den grünen Zauber entlarvt als das was er ist, Klimaschutz für die, die es sich leisten können. Da ist nichts mehr Linkes an den grünen Vorstellungen und irgendwer wird es entlarven. Ich fürchte allerdings, dass es wieder einmal die Union ist, die das hinkriegt.
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Alt 02.09.2021, 12:42   #50
Duke of Bridgewater
Schädelbasisbruch
 
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Der Wahl-O-Mat ist da.

Ich habe alle Parteien getestet und keine kommt schlechter weg als die FDP (43,4%).
CDU/CSU schafft auch nur 46,1 %, die AfD genau 50%.
Die Grünen schaffen immerhin 55,3%, SPD und Linke sind mit je 57,9% gleichauf.

Sieger ist eine "Bürgerbewegung für Fortschritt und Wandel", von der ich noch nie gehört habe. 77,6%, soviel hatte noch nie eine Partei bei mir.

Wie ist das bei euch? Wieviel Prozent schaffte die beste Partei, egal ob ihr jetzt sagen wollt, welche das ist?
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