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Alt 10.05.2008, 18:22   #1
Fräulein Söckchen
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 30.03.2001
Beiträge: 13.560
Er war einer DER Superstars des Wrestling der frühen 90er Jahre. Im Oktober 2007 veröffentliche Bret Hart seine Autobiographie "Hitman: My Real Life in the Cartoon World of Wrestling", und nun stand der mehrfache Champion Genickbruch.com für ein Exklusivinterview zur Verfügung. In einem sehr persönlichen Telefonat mit GB-Mitarbeiterin Miss Socko sprach der Hitman über sein Buch, seine Karriere und vieles mehr. Hier ist Teil 1 des Interviews, Teil 2 folgt in ein paar Tagen, ebenso wie eine Rezension zu seinem Buch.

Zuerst einmal vielen Dank im Namen des gesamten Teams von Genickbruch.com, dass du uns die Zeit für ein Interview gewährst. Für mich ist es eine große Ehre, mit dir sprechen zu können.
Vielen Dank. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass ich in Deutschland so viele Fans habe und werde sie nie vergessen.

Einige von unseren Lesern werden das vielleicht nicht wissen, doch du hattest 2002 einen Schlaganfall, und deine Genesung war sehr mühsam. Deshalb zuerst die wichtigste Frage: Wie geht es dir heute?
Mir geht es gut. Es war für mich ein außergewöhnliches Jahr. Die Veröffentlichung meiner Autobiographie war für mich ein großer Schritt, an dem ich 7 Jahre lang gearbeitet habe. Ich habe mir große Mühe gegeben, so ehrlich und interessant wie möglich zu schreiben. Die ganze Publicity hat viel Kraft gekostet, zudem habe ich dieses Jahr einige gute Freunde verloren. Zuerst der Tod von Crush, der ein wirklich guter Freund war, dann diese Tragödie um Chris Benoit und dessen Familie und zum Schluss dann auch noch meine Scheidung, die mir doch sehr nahe ging. Doch im Moment geht es wieder besser... Man kann es mit meinen Wrestlingmatches vergleichen... Ich habe mich selber wieder aus dem Sumpf gezogen. Im Moment arbeite ich an meinem zweiten Buch, das sehr wahrscheinlich ein Roman wird.

Ein Roman?
Ja genau, ich wollte mich an was neuem versuchen.

Das ist großartig zu hören! Ich wollte dir sowieso zu deiner Autobiographie gratulieren. In Europa ist das Buch leider noch nicht erhältlich, doch ich habe es mir aus Kanada bestellt. Es ist wirklich großartig geworden, und ich konnte es fast nicht zur Seite legen.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es ab nächstem Herbst in Deutschland erhältlich sein wird. Ich möchte, dass alle meine deutschen Fans die Chance erhalten, das Buch zu lesen und so meinen Lebensweg besser zu verstehen.

Wie ist es eigentlich, seine eigene Autobiographie zu schreiben? Immerhin hattest du eine lange und großartige Karriere und für mich war es sehr interessant, dies alles noch einmal nachzulesen.
Ich denke, die ganze Arbeit war gut für meine Seele. Ich konnte mich auf diese Art von allem befreien... All den Erinnerungen, den großen Momenten, aber auch Dinge, die ich bereut habe. Das Buch ist... oder besser gesagt, die meisten Menschen finden das Buch eher traurig, doch ich persönlich denke eher, dass viele traurige Dinge passiert sind. Über die meisten Ereignisse in meiner Karriere bin ich aber dankbar. Ich habe es immer geliebt, der Wrestlingcharakter Bret „Hitman“ Hart zu sein, da er für mich einer der realistischsten Charaktere von allen war. Er war der einzige reale Charakter... Nicht mein persönlicher, aber wie soll ich sagen... Er war eine Art reale Person. Einige Leute behaupten, ich hätte alles geglaubt, was ich in dieser Rolle tat, doch das stimmt nicht... Vielleicht wollte ich es glauben. Ich wollte das Gimmick glaubhaft gestalten.

Ich glaube, dies war auch eine Stärke des Hitman, dass er nicht cartoonartig und austauschbar rüber kam. Es gibt einige, die ein Gimmick besaßen und es änderten, wenn sie z.B. in eine andere Promotion wechselten, doch du warst immer Bret Hart. Besonders in Europa warst du so beliebt wie fast nirgendwo. Woran glaubst du liegt das?
Ich glaube nicht, dass es hier nur eine richtige Antwort gibt. Es war eine Mischung aus vielem. Zu der damaligen Zeit entdeckten europäische Wrestlingfans erst so richtig das amerikanische Wrestling, vor allem die damalige WWF. Das englische und deutsche Wrestling war immer etwas trocken und farblos und so konnten sie sich für diese neue Art des Wrestlings mit Musik und Lichteffekten immer mehr begeistern. Es entstand damit eine ganz neue Wrestlingwelt für europäische Fans. Hulk Hogan war der erste Wrestler, mit dem sie in Kontakt kamen, doch meiner Meinung nach war er nicht mehr präsent genug um die Herzen dieser Fans zu gewinnen. Natürlich glaube ich, dass sie Hulk Hogan liebten, doch er war bereits auf seinem Höhepunkt angelangt und zog sich immer mehr zurück. Dies gab mir die Gelegenheit, seinen Platz einzunehmen. Die Zeit für die europäischen Fans war reif, sich nach einem Champion umzusehen, mit dem sie sich identifizieren konnten. Meine Wrestlingart und mein Aussehen – sexy und doch aggressiv, ähnlich wie Michael Jackson mit Lederjacke. All dies komplettierte meine Art, und ich denke, ich war zur rechten Zeit am rechten Ort.
Was ich besonders an meinen europäischen Fans liebe, ist die Tatsache, dass sie mich liebten und bis heute nicht damit aufgehört haben. Sie liebten mich auf die Art, wie ich war und haben mich nie vergessen. Sie mochten mich genauso, wie ich war.


Du hast gesagt, dass du dir viel von der Seele geschrieben hast mit deiner Autobiographie. Du hast auch gesagt, dass manche Leute das Buch traurig finden, aber mein Gefühl am Ende war eher, dass du damit auch vielleicht irgendwie deinen Frieden mit der Vergangenheit gemacht hättest. Nachdem du einige Leute gelobt und einige wiederum sehr offen kritisiert hast, frage ich mich, welche Reaktionen du von deinen ehemaligen Kollegen bekommen hast.
Da ist noch nicht viel zurückgekommen. Mick Foley hat mich vor ein paar Wochen angerufen und mir gesagt, dass er das Buch sehr mochte. Er hat mir ein paar wirklich nette Komplimente dazu gemacht. Aber außer von ihm habe ich noch von niemandem etwas gehört. Ich habe das Buch an einige Wrestler geschickt, wie Steve Austin, Roddy Piper, King Kong Bundy oder Jim Neidhart, aber die haben sich noch nicht gemeldet. Ich glaube auch nicht, dass sie es werden. Einige von den Leuten werden sich vielleicht nicht so sehr darüber aufregen, während andere das schon tun werden. Ich glaube aber nicht, dass ich zu viel über den Charakter der Leute gesagt habe, ich habe nur Situationen beschrieben, die tatsächlich so stattgefunden haben, und man kann sich daraus seine eigene Meinung bilden, denke ich. Ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht bei den Dingen über meine Familie oder Freunde, und ob es OK wäre, dies oder jenes so oder so darzustellen, aber im Endeffekt bereue ich eigentlich kein einziges Wort in diesem Buch. Und sollten irgendwelche Wrestler ein Problem damit haben, dann können sie mir den Buckel runterrutschen. Es ist mir wirklich egal, was sie davon halten. Ich hoffe natürlich, dass sie es mögen.

Ich hoffe, dass Wrestler wie Bundy oder Jim Neidhart das Buch lesen und die Reise in die Vergangenheit schätzen, dass sie sich an all die Dinge zurückerinnern, und dass das Buch auch ihre eigenen Erinnerungen wieder weckt. Ich denke, das Buch ist anregend, eine Möglichkeit, sich daran zurückzuerinnern, wie hart wir alle gearbeitet haben. Ich war damals ja nicht der einzige, der hart gearbeitet hat. Da waren viele Wrestler, die wirklich hart gearbeitet haben und diesen schweren Terminplan eingehalten haben, und ich finde es wichtig, die Wahrheit zu dokumentieren. Ich denke, die Wahrheit wird im Wrestling viel zu oft ausgelöscht, um darum herum eine künstliche Storyline zu machen und so zu tun, als ob niemand Bescheid wüsste, was im Wrestling wirklich vor sich geht. Wenn man mein Buch liest, dann erfährt man endlich die Wahrheit über das Wrestling. Das ist etwas, das meiner Meinung nach bisher schmerzlich gefehlt hat bei allen Büchern, die ich über Wrestling gelesen habe. In den letzten Jahren sind all diese Bücher erschienen... Hulk Hogans Buch zum Beispiel, das war wohl das schlechteste Buch, das jemals von einem Wrestler geschrieben worden ist. Diamond Dallas Page und all diese Leute kommen mit ihren Autobiographien daher, aber sie erzählen darin nicht die Wahrheit. Sie werfen nur einen Haufen Namen hin und erfinden Geschichten über ihre Kindheit und so, aber ich glaube nicht, dass das irgendwen interessiert. Die Leute wollen die Geschichte über den Wrestler wissen.

Ja, ich habe die vielen Details ganz besonders genossen und die vielen kleinen Geschichten von hinter den Kulissen und von deinen Reisen. Könntest du uns vielleicht eine Geschichte erzählen, die dir besonders gefallen hat? Vielleicht etwas, das dich zum Lachen gebracht hat beim Schreiben?
Oh, da gibt es einige. Ich mochte die Geschichte über diesen Midget-Wrestler immer gerne, dem wir das Fell an den Kopf geklebt haben, Little Wolf-Man, oder „Wolfie“, wie wir ihn nannten. Das war in Stampede-Wrestling und eine Geschichte darüber, wie emotional er war. Es war einfach eine lustige kleine Wrestling-Anekdote. Davon gab es viele. Ich mag auch die Geschichte mit Jim Neidhart, King Kong Bundy und mir, als wir um Madison Square Garden herumgefahren sind um den Fans zu entgehen, und wie wir versehentlich wieder zurück in dieselbe wütende Menge gefahren sind, und das ganze Spiel ging von neuem los. Die Fans haben an die Scheiben getrommelt und versucht, unser Auto umzukippen. Das war einfach irgendwie lustig. Das Leben als „bad guy“ war manchmal wirklich lustig...

Weißt du, in Wirklichkeit war mein Manuskript zwei Mal so lang wie das schließlich veröffentlichte Buch. Ich hatte weit über 1100 Seiten und sie mussten das auf 553 Seiten zusammenstutzen. Sie haben mit dem Editieren wirklich gute Arbeit geleistet, aber ich habe noch eine ganze Menge weiterer Geschichten. Ich weiß nicht, ob die jemals für irgendetwas anderes verwendet werden, aber da sind noch mehr als 500 Seiten voller Geschichten, mehr Details und Sachen über andere Länder und so.

Ich persönlich hätte nichts gegen weitere ein-zweitausend Seiten gehabt.
[lacht] Tja, man kann nie wissen. Vielleicht veröffentlichen sie eines Tages eine erweiterte Version. Ich habe noch eine Menge Geschichten und viele Dinge, die man vielleicht einmal in einem zweiten oder dritten Buch verarbeiten könnte. Ich finde, es tut mir gut, offen meine Meinung sagen zu können. Wenn The Rock ein Filmstar werden kann, dann könnte ich vielleicht ein Autor werden.

Nun, Mick Foley ist diesen Weg gegangen, also... Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg mit deinem Roman! Worüber schreibst du denn?
Ich möchte gerne einen historischen Roman schreiben, vielleicht etwas, das in Italien spielt, nachdem mich mit dem Platz einige Erinnerungen verbinden. Aber das ist derweil nur eine Idee, ich habe noch keinen fixen Plan. Ich denke, in ein paar Monaten werde ich dann einen Entwurf haben und eine Gliederung. Dann weiß ich auch, worum es in meinem Buch gehen wird, ein Thema, und vielleicht muss ich nach Europa kommen zum Recherchieren. Das könnte lustig werden. Vielleicht komme ich auch nach Deutschland. Ich würde gerne wieder nach Deutschland kommen.

Oder nach Österreich? Oder in die Schweiz?
Ja, ich vermisse alle diese Orte wirklich. Ich würde da gerne überall wieder hinfahren. Manchmal geben mir diese Fan-Wrestlingshows Gelegenheit dazu, dass ich rauskomme und wieder ein bisschen mit Fans zusammenkommen kann. Ich mochte diese Dinge immer sehr gerne, und ich bin noch immer der Meinung, dass ich die besten Fans in Europa und speziell in Deutschland hatte. Sie waren leidenschaftlicher dort und liebten mich wirklich. Ich habe das nie vergessen und immer versucht, mit den Fans dort in Kontakt zu bleiben. Obwohl die Erinnerung an mich schon lange verblasst ist, werde ich meine Fans dort nie vergessen.

Lass uns wieder zu den Dingen zurückkehren, über die du in deinem Buch geschrieben hast. Es ist offensichtlich, dass du zwar noch immer einen Groll gegen gewisse Leute hegst, aber Vince McMahon scheint nicht mehr unter ihnen zu sein. Stimmt das? Wie würdest du dein kompliziertes Verhältnis zu Vince McMahon heute beschreiben?
Nun, die traurige Wahrheit ist, dass ich nicht mit dir telephonieren würde heute, wäre da nicht Vince McMahon gewesen. Es ist also egal, was ich von ihm denke, oder was er mir damals angetan hat, ich darf nicht vergessen, was er für mich getan hat und wie dankbar ich ihm bin für die Möglichkeiten, die er mir eröffnet hat. Weißt du, ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu Vince. Wenn ich in meinem Leben zurückblicke, dann muss ich fair sein und erkennen, dass er damals unter großem Druck gestanden hat. Ich verzeihe ihm nicht, was er mir angetan hat, aber ich verstehe... Du musst verstehen, dass ich vom ersten Tag, als ich für Vince zu arbeiten begonnen habe, gewusst habe, dass er ein sehr rücksichtsloser, kaltherziger Geschäftsmann war, und dass er sehr berechnende Entscheidungen trifft. Ich wusste all die Jahre, dass Vince ein bisschen wie eine Schlange war. Und wenn du es mit einer Schlange zu tun hast... Wie dieser Krokodil-Typ in Australien – wenn du mit einem Stachelrochen spielst, dann weißt du, worauf du dich einlässt. Und wenn dann etwas Schlimmes passiert... Nun, du kennst einfach das Risiko. So war es auch ein bisschen mit Vince. Für ihn war es einfach eine Geschäftsentscheidung. Vielleicht nicht unbedingt eine besonders weise, aber trotzdem. Mit Shawn und Hunter ist das allerdings etwas anderes...

Ja, ich habe mich gefragt... Als du im Jahr 2006 in die Hall of Fame aufgenommen worden bist, hast du Shawn Michaels getroffen? Oder Triple H?
Nein, ich habe ihn nicht getroffen, und Hunter auch nicht. Ich habe Vince sogar ausdrücklich gebeten, ihnen zu sagen, dass sie sich von mir fernhalten sollen. Ich habe absolut kein Interesse daran, sie zu sehen und ihre falschen Entschuldigungen zu hören oder ihre Hände zu schütteln und so. Was das betrifft, so habe ich dasselbe auch Hulk Hogan gesagt. Ich wollte nicht, dass er daherkommt mit gekünsteltem Händeschütteln und so tut, als ob er mein Freund wäre, und dann fällt er mir wieder in Rücken, wie er es so oft getan hat. Wie ich in meinem Buch geschrieben habe – die Wrestler im Lockerroom sind wie eine Kompanie Soldaten. Wir gehören alle zusammen, wir haben alle zusammen gearbeitet. Und wenn du dann von einem deiner eigenen Leute betrogen wirst, ob nun Shawn oder Hunter, wenn man so unprofessionell ist und ein Lügner, und einfach nur ein Feigling... Nachdem ich so hart gearbeitet habe, ist das für mich einfach unverzeihlich. Ich werde keinem von ihnen jemals vergeben.

Nachdem ich nun die Gelegenheit habe, mit einem sehr erfahrenen Wrestler zu sprechen, hätte ich eine Frage zum Wrestling-Business generell. Du hast in einem früheren Interview gesagt, und es ist auch sehr offensichtlich von den Geschichten in deinem Buch, dass der unmenschliche Terminplan, der ständige Druck und die Konkurrenzsituation zwischen den Wrestlern der traurige Schlüssel zu vielen Problemen ist, die das Business hatte und vermutlich noch immer hat. Ich denke da an Steroide, Drogen, Alkohol etc. Denkst du, dass sich die Situation mit den Jahren verändert hat, und was haltest du von Maßnahmen der jüngeren Vergangenheit wie die „WWE Wellness Policy“?
Ich denke, das war schon lange überfällig. Ich bin noch immer der festen Überzeugung, dass die Wrestler eine Gewerkschaft bräuchten. Aber ich glaube, es ist ein Schritt in die richtige Richtung. WWE ist momentan bemüht, die älteren Wrestler zu erreichen, die Probleme mit Drogen haben. Ich denke, dass sie momentan alles tun, um weitere unnötige Todesfälle zu vermeiden. Die Sucht nach Schmerzmitteln ist wie eine Seuche im Wrestling, und ich kenne einige Wrestler, die ernsthafte Probleme mit diesem Zeugs haben. Ich denke, zu viele Wrestler sind gestorben, und die Wrestler selbst haben die Nase voll davon. Es gibt jetzt keine Entschuldigung mehr dafür, dass weitere Wrestler an Drogen sterben. Genug Wrestlern sind die Probleme jetzt bewusst, wir wissen voneinander und kümmern uns umeinander. Ich denke, von jetzt an wird man viel öfter sehen, dass jemand einschreitet, dass die Leute „Bruder für ihre Brüder“ sind. Sie können diese Leute nicht weiter sterben lassen. Zu viele von ihnen haben ihre Probleme unterschätzt, und ich denke, dass die Wellness Policy... Hoffentlich gibt es da keine Doppelmoral, wo Leute Steroide nehmen können, weil sie vielleicht mit Vinces Tochter verheiratet sind oder so...

Die Wahrheit ist ja, dass die einzige Zeitperiode, in der das Wrestling wirklich „clean“ war, die Zeit in den 90ern war, als ich Champion war. Das war die einzige Zeit, in der Pro Wrestling Steroid-frei war, als es um das Wrestling und nicht um die Körper gegangen ist. Nicht viel später haben sie das alles geändert. WWF hat ihre Drogentest-Politik innerhalb einer Woche nach meinem Match gegen Shawn in Montreal fallengelassen. Nach einer Woche haben sie die Drogenpolitik verworfen, und so ziemlich ab diesem Zeitpunkt waren die Wrestler wieder auf Steroide.

Traurigerweise denke ich nicht, dass das irgendjemandem geholfen hat. Ich weiß nicht, ob Steroide tatsächlich das „große Böse“ sind, als das sie hingestellt werden, aber eines weiß ich sicher, nämlich dass man keine Steroide braucht im Wrestling. Sie müssen da einfach durchgreifen und eine strenge Drogenpolitik einführen. Aber es ist einfach so, dass Wrestler die meiste Zeit deswegen Mittel nehmen, weil – wie du gesagt hast – der Terminplan so anstrengend ist und so zermürbend, und dann ist da noch das Krafttraining und jeden Tag wrestlen und die langen Reisen. Es ist ein hartes Leben. Aber ich weiß auch, dass der Terminkalender für die Wrestler heute nicht einmal annähernd so hart ist wie der, den ich vor zehn, zwölf Jahren hatte. Das war wirklich 300 Tage im Jahr arbeiten, Jahr für Jahr.

Das ist unglaublich, eigentlich...
Ja, ich weiß nicht, wie ich das geschafft habe. Ich sitze hier und spreche mit dir, und erst vor zwei Tagen hatte ich eine Operation an beiden Knien. Ich habe Verbände an beiden Knien und gehe an Krücken. Nun, man schleppt seine Wunden weiter mit sich... Das ist eines der Probleme im Wrestling – da gibt es so viele Wrestler, die sich selbst so sehr zusetzen, dass sie kaum mehr laufen können, und ihre Knie und ihre Schultern sind kaputt, ebenso wie ihre Hüfte, und einige der Wrestler haben ein kaputtes Genick und all diese verschiedenen Verletzungen. Und dann fangen sie an, Mittel gegen die Schmerzen zu nehmen, und wenn sie dann gefeuert werden und ihre Karriere in einer Talsohle angelangt ist, dann werden sie depressiv und nehmen noch mehr Pillen, und einige fangen zu trinken an. Und wenn du dann all diese Dinge zusammenmischst, die Wrestler, die nicht mehr arbeiten und nirgendwo hinkönnen, die große und schwere Männer sind, und die dann auch noch Herz-Kreislauf-Probleme bekommen... Und sie sehen keinen Ausweg mehr. Weißt du, da gibt es dann diese ganzen Geschichten über verlorene und einsame Wrestler, die keinen Platz zum Arbeiten mehr finden. Ich finde es traurig, wenn das Business sich nicht um seine Leute kümmert. Sie stellen all diese Leute von außerhalb ein, aber sie würden nie auf die Idee kommen, einen Wrestler einzustellen. Jetzt fangen sie damit an, Wrestler für Jobs im Konzern einzustellen, damit sie vielleicht in Connecticut arbeiten und so. Ich denke, es ist wichtig, die Wrestler am Ball zu halten, sie soviel wie möglich arbeiten zu lassen, sie wieder am Geschehen teilnehmen zu lassen. Hoffentlich ändert sich das bald.

Du hast gesagt, dass du für eine mögliche Wrestlergewerkschaft wärst. Denkst du, dass die Bildung einer Gewerkschaft irgendwann einmal möglich wäre?
Ich denke nicht. Es gibt niemanden, der wichtig oder mächtig genug wäre, eine Gewerkschaft ins Leben zu rufen. Der einzige, der das jemals machen hätte können, wäre Hulk Hogan gewesen. Steve Austin und The Rock waren nie so hoch in der Rangordnung. Wenn Steve Austin oder The Rock gesagt hätten: „Pass auf, ich werde nicht mehr wrestlen, ich trete in Streik mit den anderen Wrestlern, und wir bilden eine Gewerkschaft,“ dann denke ich, dass Vince gesagt hätte: „OK, Steve Austin, du kannst gehen. Rock, du kannst gehen.“ Er hätte sie entlassen und ohne sie irgendwie weitergemacht, und sie wären vielleicht bei WCW oder sonst wo gelandet. Aber Hulk Hogan, damals in den 80ern, da war niemand, der ihn ersetzen hätte können. Wenn Hulk Hogan gesagt hätte: „Ich will eine Gewerkschaft für alle Wrestler“, dann hätten wir unsere Gewerkschaft gekriegt. So einfach war das. Er war der einzige, der soviel Macht hatte, aber er war zu gierig und selbstsüchtig um seine Position zu der Zeit zu nutzen. Im Endeffekt war er es, der jeden verpetzt hat, der eine Gewerkschaft gründen wollte, und die Leute wurden alle gefeuert. So wie Jesse Ventura. Hulk Hogan hat damals die Katze aus dem Sack gelassen, dass im Lockerroom über eine Gewerkschaft geredet wurde. Aber ich denke, ein John Cena oder ein Batista, die Leute von heute, die haben nicht die Macht, für eine Gewerkschaft aufzustehen. Und viele von ihnen sind wie programmiert. Ich mag John Cena, aber er war bei Larry King und hat gesagt, dass eine Gewerkschaft die Probleme nicht lösen würde. Ich denke aber, da liegt er falsch, denn eine Gewerkschaft würde eine Menge der Probleme lösen, die die Wrestler heute haben. Schau dir doch einmal an, sogar Rodeo-Clowns oder Stuntmen, Lacrosse-Spieler, Football-Spieler, jede Sportart hat ihre Gewerkschaft. Die Spieler sind versichert, und es gibt Maßnahmen, die die Spieler schützen. Das ist einfach eine Selbstverständlichkeit, die es überall gibt. Nur Wrestler sind unglücklicherweise zu dumm, eine Gewerkschaft zu bilden... zu dumm und zu feige.

Aber, wie du gesagt hast, wenn sie gefeuert werden, dann können sie nirgendwo sonst hin. Sie haben also nicht wirklich eine Wahl, oder?
Ich glaube, dass es jemand mit Köpfchen, ein Jesse-Ventura-Typ unter den Wrestlern heute, vielleicht schaffen könnte, Pläne für eine Gewerkschaft zu machen. Ich weiß nicht wie, aber ich denke, WWE sollte den Wrestlern eine Gewerkschaft erlauben oder ihnen eine Gewerkschaft geben. Momentan gibt es viele Kontroversen im Wrestling wegen den Drogen und den Steroiden und diesen ganzen Problemen. Ich denke, die Tragödie um Chris Benoit hat alle im Wrestlinggeschäft sehr getroffen.

Vielleicht war das auch ein Weckruf.
Ja, das hoffe ich wirklich. Aber wie ich gesagt habe, es gibt noch eine Menge Wrestler, die in die Statistik dieses furchtbaren Dilemmas mit Wrestlern und ihren Drogenproblemen eingehen könnten.

Teil 2 des Interviews folgt in ein paar Tagen.
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Oh Menschenkind, bedenk es wohl, dein größter Feind heißt Alkohol.
Doch in der Bibel steht geschrieben: Du sollst auch deine Feinde lieben!

Geändert von Fräulein Söckchen (12.05.2008 um 23:58 Uhr).
Fräulein Söckchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.05.2008, 18:59   #2
Mr. Al Bundy
Disqualifiziert
 
Registriert seit: 19.02.2005
Beiträge: 3.439
Bis jetzt ein tolles Interview, was auch sehr die Schattenseiten des Pro Wrestlings aufzeigt. Aber ich finde es deswegen auch so toll, weil Bret seine Meinung sehr gut und sachlich vertritt, so dass sie jeder verstehen und nachvollziehen kann. Ich freue mich auf den zweiten Teil.

P.S.: Kann ich Brets Nummer haben?
Mr. Al Bundy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.05.2008, 19:02   #3
Peisistratos
ECW
 
Registriert seit: 04.09.2007
Beiträge: 6.083
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich Miss Socko jetzt beneide

Ein tolles Interview. Freut mich immer wieder, etwas vom Hitman zu hören. Schließlich war er es, der mich von langer, langer Zeit zum Wrestling-Fan gemacht hat!

Danke für das Interview!
Peisistratos ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.05.2008, 19:05   #4
Fräulein Söckchen
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 30.03.2001
Beiträge: 13.560
Zitat:
Zitat von Arzt Beitrag anzeigen
P.S.: Kann ich Brets Nummer haben?
Er hat angerufen.
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Doch in der Bibel steht geschrieben: Du sollst auch deine Feinde lieben!
Fräulein Söckchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.05.2008, 19:09   #5
X2sagat
blaues Auge
 
Registriert seit: 18.09.2006
Beiträge: 22
Zitat:
Hulk Hogans Buch zum Beispiel, das war wohl das schlechteste Buch, das jemals von einem Wrestler geschrieben worden ist.
made my day

Geändert von X2sagat (10.05.2008 um 19:10 Uhr).
X2sagat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.05.2008, 19:11   #6
Mr. Al Bundy
Disqualifiziert
 
Registriert seit: 19.02.2005
Beiträge: 3.439
Zitat:
Zitat von Miss Socko Beitrag anzeigen
Er hat angerufen.
Schade

Naja, wenn der gute Bret hier mitliest kann ich ihm ja gerne meine Nummer mitteilen, er müsste sich nur bei mir melden....
Mr. Al Bundy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.05.2008, 19:23   #7
doktor_tod
Rippenprellung
 
Registriert seit: 27.08.2007
Beiträge: 229
Auch von mir vielen Dank für dieses Interview.

Sehr Interessant finde ich die Beschreibung von Vince:
Das man man sich bewusst in Gefahr begibt wenn man sich mit ihm einlässt weil er ein so harter Geschäftsmann ist.Das du als Wrestler immer damit rechnen musst fallen gelassen zu werden.

Und die Anspielung auf Triple H kam auch rüber.

Zur Gewerkschaft:
Wenn es die Wrestler wirklich wollten müssten sich halt die Top Stars oder besser das gesamte Roster der WWE zusammentun und geschlossen sagen das sie eine Gewrkschaft gründen wollen und bei Widerstand gegen diese Pläne halt auch geschlossen in den Streik treten.
Das würde dann schon viel mehr Eindruck machen als wenn sich nur einzelne Wrestler dafür aussprechen.Und letztendlich ist Vince ja auf seine Wrestler angewiesen und müsste dann letztendlich nachgeben.
__________________
Der Tod ist der Horizont unseres Lebens, doch der Horizont ist nur das Ende der Sicht.
doktor_tod ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.05.2008, 21:08   #8
Grissom
Rippenprellung
 
Registriert seit: 17.07.2007
Beiträge: 204
Ein wirklich sehr gutes und sehr interessantes Interview.Bret spricht sehr offen über viele dinge und hat eigentlich im jeden Punkt den er anspricht recht,besonders was das mit der Gewerkschaft angeht.Ansonsten find ich die aussagen über Vince sehr gut und er sieht die sache mittlerweile wirklich sehr objektiv.Bin schon auf den zweiten Teil des interviews sehr gespannt.
Grissom ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.05.2008, 21:15   #9
Der Landrat
Moderator
 
Registriert seit: 04.02.2003
Beiträge: 7.862
Das beste, was ich seit langem gelesen habe. Tolles Interview, toller Mensch, der jetzt in meinen Augen noch viel höher steht als zuvor. Und ich war nie ein Hitman Mark, sondern früher war er eher für mich farblos. Aber nach der Zeit.... Anders kann ich es nicht ausdrücken. Absolut TOP vom menschlichen her.
Der Landrat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.05.2008, 21:18   #10
TylerDurden
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 12.07.2005
Beiträge: 2.033
Ein wirklich tolles Interview von meinem ewigen Liebling Bret "The Hitman" Hart

Mir ist schon fast eine Träne gekullert, als er über die europäischen Fans, ganz besonders die deutschen Fans. gesprochen hat. Es macht einen Stolz ein Teil dieser Fangemeinde zu sein, die Bret immer noch so im Herzen hat.

Seine Verbitterung ist rauszulesen und wird wohl nie verschwinden. Aber wer kann ihm das schon verübeln?

Die Sache mit der Gewerkschaft sehe ich ebenso wie Bret und ich kann seinen Antworten auch nicht wiedersprechen.

Vielen Dank für den Einsatz Miss Socko

Ich freue mich auf Teil 2.
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TylerDurden ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.05.2008, 21:28   #11
Kliqer
Genickbruch
 
Registriert seit: 23.12.2004
Beiträge: 29.730
Zitat:
Zitat von TylerDurden Beitrag anzeigen
Ein wirklich tolles Interview von meinem ewigen Liebling Bret "The Hitman" Hart

Mir ist schon fast eine Träne gekullert, als er über die europäischen Fans, ganz besonders die deutschen Fans. gesprochen hat. Es macht einen Stolz ein Teil dieser Fangemeinde zu sein, die Bret immer noch so im Herzen hat.

Seine Verbitterung ist rauszulesen und wird wohl nie verschwinden. Aber wer kann ihm das schon verübeln?
Ich!

Naja, ich kann schon nachvollziehen, dass er keinen Wert auf die "Entschuldigungen" von Hunter und Shawn legt. Zwar hat sich Shawn bereits entschuldigt, aber im gleichen Atemzug erwähnt, dass er immer wieder so handeln würde, was der Entschuldigung ja eigentlich jeden Wert nimmt.

Trotzdem halte ich es für übertrieben, noch nach zig Jahren gegen die beiden zu sticheln, auch wenn ich die Argumente für seine große Enttäuschung verstehen kann. Wrestling kann nur funktionieren, wenn man sich untereinander vertraut und davon ist Bret eben ausgegangen. Nach all dem was vorher passiert ist, war das wahrscheinlich etwas blauäugig. Wobei ich auch sagen muss, dass ich die Entscheidung von Vince und die Haltung von Hunter/Shawn ebenfalls nachvollziehen kann.
Es würde von deutlich mehr menschlicher Größe und Reife zeugen, wenn Hart nicht gefordert hätte, dass Hunter und Shawn von ihm fernbleiben sollten. Er macht ansonsten einen sehr intelligenten Eindruck und so wäre es m.E auch ratsam, wenn er langsam anfängt über den Dingen zu stehen. Aber wahrscheinlich repräsentiert der Screwjob für Bret immer noch die negative Entwicklung seiner Karriere und steht für viele Schicksalsschläge, auch im privaten Bereich, weswegen man einen endgültigen Abschluss mit dem Thema nicht unbedingt erwarten sollte.

Wäre auch irgendwie schade. Es gibt nämlich nur wenige Themen, die so interessant sind.

Insgesamt jedoch vorbildliches Interview. Miss Socko hat da einen weltklasse Job hingelegt!
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"Genickbruch.com ist eine topseriöse Seite." - Markus Lanz, 16.10.2014
acab

Geändert von Kliqer (10.05.2008 um 21:29 Uhr).
Kliqer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.05.2008, 21:55   #12
El King
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 03.02.2004
Beiträge: 19.666
Ich bin zwar kein persönlicher Fan des Hitman bzw. war nie sein größter Fan. Dennoch begeistert mich diese Interview bislang.
Diesen Blick hinter die Kulissen, den Blick in die Vergangenheit oder der Blick in ein verbittertes Herz. Alles ist drin und dadurch wird das ganze zum Plicht-Interview.
__________________
Stranger in a Strange Land! R.I.P. Perfect Stranger
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El King ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.05.2008, 23:59   #13
Officer Snickers
ECW
 
Registriert seit: 18.04.2006
Beiträge: 7.138
MARK OUT

Bret Hart, der Mann dank dem ich Wrestling Fan bin, ich hatte schon ein Kribbeln im Bauch als ich das alte Bild vom Hit Man gesehen habe und feuchte Augen bekommen als ich seinen Namen gelesen habe.

Kann mich nur zu meinen Vorrednern anschließen. Zum Screwjob. Ich weiß ja das jeder hier seine eigene Meinung vertreten darf, aber ich finde zu diesem Thema sollte man es nicht tun, da man sich einfach nicht richtig in die Lage vom Hit Man versetzen kann. Wir sind da einfach viel zu weit weg vom Buisness und so und können nicht richtig darüber Urteilen.
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Sieger des Fantasy Rumbles 2011 mit CM Punk
Officer Snickers ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.05.2008, 03:39   #14
Hotclock
blaues Auge
 
Registriert seit: 25.03.2005
Beiträge: 32
Ich glaube nicht, dass es hier nur eine richtige Antwort gibt. Es war eine Mischung aus vielem. Zu der damaligen Zeit entdeckten europäische Wrestlingfans erst so richtig das amerikanische Wrestling, vor allem die damalige WWF. Das englische und deutsche Wrestling war immer etwas trocken und farblos und so konnten sie sich für diese neue Art des Wrestlings mit Musik und Lichteffekten immer mehr begeistern. Es entstand damit eine ganz neue Wrestlingwelt für europäische Fans. Hulk Hogan war der erste Wrestler, mit dem sie in Kontakt kamen, doch meiner Meinung nach war er nicht mehr präsent genug um die Herzen dieser Fans zu gewinnen. Natürlich glaube ich, dass sie Hulk Hogan liebten, doch er war bereits auf seinem Höhepunkt angelangt und zog sich immer mehr zurück. Dies gab mir die Gelegenheit, seinen Platz einzunehmen. [...]

Der Mann hat's auf den Punkt gebracht.

Sehr gutes Interview. Danke!!

Geändert von Hotclock (11.05.2008 um 03:40 Uhr).
Hotclock ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.05.2008, 05:06   #15
Darth Schaffi
BelaFarinRod
 
Registriert seit: 24.01.2008
Beiträge: 11.826
Bevor ich zum Interview kommen, erstmal dies für Miss Socko

Ich war oder bin nie ein großer Bret Fan gewesen. Aber es ist wirklich ein tolles Interview. ER ist wirklich immer noch verbittert, dass kann man rauslesen, aber seine Kommentare gegen Hogan und Hunter sowie Michels haben mir gefallen da ich sie, also jetzt Brets Kommentare für 100 Prozent glaube.

Aber das mit Vine ist leicht übertrieben. Man muss ein harter Geschäftsmann sein im leben. Wenn Vinnie Mc nichts so knallhart gewesen wäre, meint ihr es würde die WWE in dieser Form geben ? Ich glaube nicht.

Ich bin wirklich gespannt über den 2. Teil

Geändert von Darth Schaffi (11.05.2008 um 05:07 Uhr).
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Alt 11.05.2008, 08:33   #16
Kain
Genickbruch
 
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Beiträge: 17.454
Zitat:
Zitat von Schaffmaster Beitrag anzeigen
Bevor ich zum Interview kommen, erstmal dies für Miss Socko

Ich war oder bin nie ein großer Bret Fan gewesen. Aber es ist wirklich ein tolles Interview. ER ist wirklich immer noch verbittert, dass kann man rauslesen, aber seine Kommentare gegen Hogan und Hunter sowie Michels haben mir gefallen da ich sie, also jetzt Brets Kommentare für 100 Prozent glaube.

Aber das mit Vine ist leicht übertrieben. Man muss ein harter Geschäftsmann sein im leben. Wenn Vinnie Mc nichts so knallhart gewesen wäre, meint ihr es würde die WWE in dieser Form geben ? Ich glaube nicht.

Ich bin wirklich gespannt über den 2. Teil
Natürlich würde es WWE in dieser Form nicht geben. Ob man VKM sein Geschäftsgebahren vorwerfen will oder nicht sei jedem selbst überlassen, aber Brets Beschreibung ist durchaus treffend gewählt und eigentlich auch in keine Weise beleidigend. Insofern gibt es doch nichts daran auszusetzen.
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We pledge allegiance to the leader of the mighty Cult of Cornette and to the Pro-Wrestling for which he stands.
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Thank you. Fuck you. Bye.
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Alt 11.05.2008, 09:42   #17
Darth Schaffi
BelaFarinRod
 
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Zitat:
Zitat von Kain Beitrag anzeigen
Natürlich würde es WWE in dieser Form nicht geben. Ob man VKM sein Geschäftsgebahren vorwerfen will oder nicht sei jedem selbst überlassen, aber Brets Beschreibung ist durchaus treffend gewählt und eigentlich auch in keine Weise beleidigend. Insofern gibt es doch nichts daran auszusetzen.
Ich wollte Vince damit nicht hochpreisen, doch er hat vorher noch nie so über Vince gesprochen und ich denke auch nicht einmal gedacht. Vieleicht wollte er es nicht wahr haben, dass Vinnie Mc so ist und denkt nun seit dem Screw Job anders bzw. er denkt nun so.

Achtung ein Wortspiel : Vieleicht hat er auch alles durch die Rosarote Brille gesehen.
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Alt 11.05.2008, 09:49   #18
Kriddl
unverletzt
 
Registriert seit: 30.01.2006
Beiträge: 4
Aaargh!
Da klicke ich nichtsahnend die Genickbruchseite an und was blitzt mir als erstes entgegen?!
Ein schwarz/weiß Foto vom Hitman! Das ist doch sonst immer ein Indiz auf einen Todesfall!
So ein Schreck am frühen morgen... ich leg mich wieder hin.
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Alt 11.05.2008, 11:07   #19
kamorra
blaues Auge
 
Registriert seit: 15.02.2006
Beiträge: 37
Ich weiß nicht. Mir gefallen seine Aussagen einfach nicht. Als Kind war ich ein echter Hart Mark aber sein unerbittlicher Hass und das ewige Gestichele ist meiner Meinung nach etwas zu kindisch. Warum bei dieser Screwjob Diskussion von ihm genauso wie von seinen Fans immer wieder unterschlagen wird das Bret "nur" ein Angestellter von Vince war und dieser mit seinem Gürtel machen kann was er will will mir nicht in den Kopf. Sicher, die feine Art war die Sache sicher nicht, aber mittlerweile finde ich es schon so übertrieben das es fast als jahrelangen Work, der einfach kein Ende nehmen will, durchgehen könnte.
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Alt 11.05.2008, 11:32   #20
Fräulein Söckchen
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 30.03.2001
Beiträge: 13.560
Zitat:
Zitat von Kriddl Beitrag anzeigen
Aaargh!
Da klicke ich nichtsahnend die Genickbruchseite an und was blitzt mir als erstes entgegen?!
Ein schwarz/weiß Foto vom Hitman! Das ist doch sonst immer ein Indiz auf einen Todesfall!
So ein Schreck am frühen morgen... ich leg mich wieder hin.
Ach du Scheiße, das hab ich garnicht bedacht bei der Auswahl des Bilds! Das ist ein Ausschnitt der Vorderseite seines Buchs (und ich als Mädl hab das Photo recht hübsch gefunden.. er ist so vorteilhaft getroffen.. ). Bitte um Verzeihung für den Schreck.

Euch allen vielen Dank für das Lob, da wird man ja ganz verlegen..

Ich muß mich allerdings auch bedanken bei The Rated R Superstar für das Übersetzen des Anfangs und bei Stinkyface für's Korrekturlesen.

Zur Reaktion zum Screwjob: Es mag vielleicht manchen als "kindisch" erscheinen, aber menschlich verstehe ich Bret hier durchaus, und ich tue mir auch schwer, das als "Verbitterung" abzutun. Wenn man bedenkt, daß ein Triple H heute noch(!) auf der offiziellen WWE-Homepage gegen ihn stichelt, dann ist es wohl nicht sehr verwunderlich, daß von Brets Seite da nicht gerade Freudestrahlen kommt. Wenn mir jemand etwas antut, das mich selbst so irrsinnig verletzt (und ich bezweifle, daß da Bret an den Verlauf seiner weiteren Karriere denkt, er bezieht sich sicher ausschließlich punktuell auf das Ereignis in Montreal), und dann weiß ich, daß es den Schuldigen all die Jahre nicht ein Fünkchen leidtut - ganz im Gegenteil, daß sie alles daran setzen, meinen Namen in den Schmutz zu ziehen, dann will ich denen garantiert auch nicht die Hand geben, sondern ihnen bestenfalls eine reinhauen. Ein Vince McMahon hat es (wieder einmal) gescheit gemacht: er hat gesehen, daß er mit Bret im Boot mehr Geld machen kann als ohne ihn. Das Ergebnis ist, daß die beiden das Kriegsbeil begraben haben, und Bret heute auch Verständnis für Vinces Standpunkt zeigt, ja, sogar recht freundlich von ihm spricht (wartet auf den 2. Teil des Inteviews). Brets Buch offeriert übrigens auch in Bezug auf "Shawn und Hunter" eine recht differenzierte Sichtweise, was ihm hoch anzurechnen ist.
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Oh Menschenkind, bedenk es wohl, dein größter Feind heißt Alkohol.
Doch in der Bibel steht geschrieben: Du sollst auch deine Feinde lieben!
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Alt 11.05.2008, 12:00   #21
Mr. Al Bundy
Disqualifiziert
 
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Gibt es das Buch schon bei Amazon? Obs jetzt die englische Ausgabe ist, ist mir egal, aber jetzt hat mit der "Totschläger" neugierig gemacht. ^^
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Alt 11.05.2008, 12:13   #22
Fräulein Söckchen
Höllen-Rentner
 
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Beiträge: 13.560
Zitat:
Zitat von Arzt Beitrag anzeigen
Gibt es das Buch schon bei Amazon? Obs jetzt die englische Ausgabe ist, ist mir egal, aber jetzt hat mit der "Totschläger" neugierig gemacht. ^^
Leider noch nicht. Derweil gibt es das Buch nur in Kanada (ich selbst hab's über amazon.ca bestellt), und meine Anfrage in Richtung amazon.de und amazon.co.uk war leider erfolglos, weil die hatten von dem Buch überhaupt keine Ahnung und wußten dementsprechend auch nicht, wann man es in Europa kriegen wird. In Europa kriegt man es, soviel ich weiß, über diese "Amazon-Marketplace"-Dinger, aber das sind ebenfalls kanadische Ausgaben und dementsprechend teuer.

Nachdem Brets Agenten zum Zeitpunkt des Interviews (vor genau einem Monat) allerdings erst nach einem europäischen Verlag umgesehen haben, kann's also noch ein bisserl dauern (das war allerdings lt. Bret, und inwieweit der da Einblick hat, was sein Verleger so macht, kann ich nicht beurteilen). Vor einem Monat ca. war auf der amerikanischen Amazon-Seite die Taschenbuchausgabe mit Mai angekündigt, aber Bret hat mich da korrigiert und gesagt, die erscheint erst im September oder so. Und jetzt finde ich das Buch auf amazon.com auch nicht mehr.

Eine Rezension des Buchs von meiner Seite kommt in den nächsten Tagen.

Edit: auf Deutsch wirds wohl ohnehin nicht erscheinen. Zumindest ist mir kein Wrestlingbuch bekannt, das auf Deutsch erschienen wäre.
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Geändert von Fräulein Söckchen (11.05.2008 um 12:13 Uhr).
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Alt 11.05.2008, 13:09   #23
NJack
Knöchelbruch
 
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Beiträge: 608
Erstmal: Klasse Interview. Viel besser kann mans nicht machen. Und dass du Bret ans Telefon bekommen hast, dass schafft nicht jeder.

Zu dem allgemeinen Kram (Screwjob, seine Verbitterung usw.) kam ja schon von meinen Vorrednern genug.

Was mich ein wenig an Bret aufregt (nicht erst seit diesem Interview, sondern schon lange, lange Zeit davor) ist sein Umgang mit der Gewerkschaft. Dass die Wrestler dringend eine brauchen ist ein unumstreitbarer Fakt. Die Jungs müssen Sachen machen, die kein anderer Sportler mit sich würde machen lassen. Bis hierhin gebe ich ihm Recht.
Das aber es heute nicht möglich ist, eine Gewerkschaft zu eröffnen, ist totaler Quatsch. Mal ehrlich: wenn einer alleine das Szepter an sich reißen würde, hätte das nicht mal bei Hogan geklappt. Die Masse machts. Stellt euch vor, die gesamte WWE und TNA gründen eine GEwerkschaft (ohne Außnahme JEDER), dann könnte da niemand was machen, wenn die streiken. Aber dazu sind die Wrestler zu große Egoisten. Es brauch jemand, der das Iniziert. Aber dazu brauch es keinen Hulk Hogan, der bei vielen Mitarbeitern sowieso verhasst war. Ich denke da z.B. an Edge und Christian Cage. Kann mir durchaus denken, dass die beiden noch immer in Kontakt miteinander stehen und so Zugriff auf die gesamte TNA und WWE hätten um so etwas zu koordinieren.
Und Bret Hart soll doch bitte mal selbst was unternehmen. Er soll über seinen Schatten springen, bei ein paar Shows der WWE und TNA auftauchen, ein paar Leute motivieren und ihnen helfen. Und nicht bloß immer meckern, dass genau das keiner macht... da, so finde ich, macht Bret wirklich einiges falsch. Aber das ist nur meine Meinung.

Edit: Dass es funktionieren kann, wenn Wrestler sich gegen ihre Arbeitgeber verbinden... nun... dass hat man ja in Mexiko gesehen, falls ihr euch an den Prostestmarsch vor kurzer Zeit erinnern könnt.

Geändert von NJack (11.05.2008 um 13:10 Uhr).
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Alt 11.05.2008, 13:35   #24
ViddyClassic
Genickbruch
 
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Beiträge: 16.662
Zitat:
Zitat von Miss Socko Beitrag anzeigen
Edit: auf Deutsch wirds wohl ohnehin nicht erscheinen. Zumindest ist mir kein Wrestlingbuch bekannt, das auf Deutsch erschienen wäre.
Wrestlingbiographien vielleicht weniger, aber Mick Foleys Novelle "Tietam Brown" wurde auf Deutsch übersetzt und als "Wie die Helden" veröffentlicht. Empfehlenswertes Buch, aber harter Tobak.
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Alt 11.05.2008, 14:09   #25
DuK3AndY
Gehirnerschütterung
 
Registriert seit: 03.03.2007
Beiträge: 428
Sehr sehr geiles Interview.
Bret Hart wird für mich je mehr ich von ihm höre, immer sympathischer. Ich war schon immer ein großer Fan vom Wrestler, aber auch der Privatmann scheint sehr nett zu sein.

Wie kam es eigentlich zu dem Interview? Würde mich gerne mal interessieren. Wie nimmt man mit einem Bret Hart Kontakt auf? Ein paar Einblicke wie es zu dem Interview kam wären wirklich sehr interessant.
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Do you smell what The Rock ist cooking?
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Stichworte
bret hart, exklusivinterview, gewerkschaft, interview, montreal screwjob
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