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Alt 21.12.2020, 17:40   #2501
Der Zerquetscher
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Historische Reisen (Audiobuchverlag)

Leider nur gekürzte, dafür aber recht aufschlussreiche Einblicke in Grenz- und Kulturerfahrungen großer Menschen vergangener Tage. Auch wenn man den Darwin und Humboldt kennt, hier sind genug andere Geschichten, die Hunger auf mehr machen.

Something Wicked This Way Comes (von Ray Bradbury)

Ray Bradburys teils gescholtene Rückkehr zum Surrealen und sein persönliches Lieblingswerk. Ich kannte es nicht und war durchwegs gefesselt, wenn auch die Sprache, die den Schrecken kodiert, eine sehr blumige ist. Poetisch geradezu. Das muss man wirklich mögen, diesen Genremix. Hier hat sich King übrigens also sein "IT" stibitzt. Gaukler die geschminkt einen Gruselzirkus betreiben, Ballons, die als Hexen unheimlich umhertreiben, Horror, der einmal in der Generation wiederkommt und die Macht der Angst, die es zu besiegen gilt. War interessant, diese Wissenslücke zu füllen.
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Die Entschleierung der Wahrheit ist ohne die Divergenz der Meinungen nicht denkbar.

Alexander von Humboldt

Geändert von Der Zerquetscher (21.12.2020 um 17:41 Uhr).
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Alt 27.01.2021, 12:14   #2502
Der Zerquetscher
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Mohamed - Eine Abrechnung (von Hamed Abdel-Samad)

"Fundamentalismus und Intoleranz sind nicht eine Folge der Fehlinterpretation der Texte, sondern eine Folge ihrer Überhöhung."
"Monty Python, Loriot, Mr. Bean, Charlie Hebdo... Politische, religiöse und gesellschaftliche Satire war immer ein Teil des Selbstreinigungsprozesses einer Gesellschaft."
"Vielleicht braucht der Islam keinen Luther, sondern einen Erasmus, einen Voltaire und viele Charlie Hebdos"

Bissig setzt sich der einst gläubige Muslim mit seinem Propheten auseinander und versucht, dessen teils widersprüchliches und narzisstisches Handeln vor einen psychologischen und historischen Hintergrund zu stellen. Allerdings vergaloppiert er sich stellenweise ein wenig, etwa wenn er den Judenhass des älteren Mohammed und der späteren Suren mit dem der Nazis vergleicht. Sicher, da sind Parallelen. Aber er vergisst, dass ein Jude in Hitlers Machtbereich noch so sehr darum bemüht sein konnte, sich anzupassen. Er wurde trotzdem ermordet. Die Juden der arabischen Halbinsel wurden auch von Mohammed vernichtet und zu Tausenden exekutiert. Aber sie hatten die Wahl. Ein ehrenwertes Buch, wenn auch nicht fehlerfrei oder schriftstellerisch hochwertig.

Wehrmacht im Ostkrieg - Front und militärisches Hinterland 1941/42 (Hartmann, Christian)

Noch nie ist ein Buch der Antwort auf die Frage nähergekommen, wie schuldig die Wehrmacht ist. Anhand von fünf völlig unterschiedlichen Divisionen an der Ostfront wird aufgrund vorzüglicher Quellenlage ein sehr differenziertes Bild "der" Wehrmacht gezeichnet. Und ich meine, ein wahrheitsgemäßes. Weder der um Apologetik bemühte Geschichtsrevisionist der Sorte Paul Carell noch der populärwissenschaftlich in die Irre geführte Besucher der Wehrmachtsausstellung eines Reemstma wird nach der Lektüre von Hartmann bei seiner Meinung bleiben können. Quellenlage und sachliche Analyse sind zu dicht, zu aussagekräftig, zu klar. Das "Fazit" (wenn man es so nennen mag): Die Schuld, die die Wehrmacht auf sich geladen hat, steigt im Schnitt mit dem Dienstgrad der Verantwortlichen und sinkt im Schnitt in den Reihen der einfachen Soldaten, die von Hitler in einen barbarischen Krieg geworfen wurden, auf den sie überhaupt nicht vorbereitet waren, in dem beide Seiten für totalitäre Systeme kämpfen mussten, auf einem Kriegsschauplatz, der auf unter 40 Grad gefroren war und der weder Gnade (des Gegners) noch Hoffnung auf baldige Heimkehr kannte. Eine Apokalypse für alle Beteiligten. Überschüttet mit Lügen. Und Propaganda. Zahlreiche Beispiele der Fürsorge von Verantwortlichen der Wehrmacht oder ihrer Soldaten gegenüber der russischen Zivilbevölkerung werden genannt und in ihren Hintergrund eingeordnet, genauso wie grauenhafte Exzesse und die Verstrickung in den Holocaust. Preußisch-deutsche Militärtradition traf auf NS-Ideologie. Altes auf Neues. Eine Zeit der Widersprüche nicht nur für die einfachen Landser. Aufschlussreich. Und zermürbend.

Edit:

Chris Carter - Written in Blood

Den neuen Chris Carter habe ich auch noch verschlungen. Zweimal im Jahr hab ich Lust auf seine Psychopathen. War okay. Die großen Ideen fehlen diesmal. Macht nix.
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Alexander von Humboldt

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Alt 28.01.2021, 08:28   #2503
Sirius
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Star Trek Discovery: Der Enterprise-Krieg

Während der 2. Staffel Discovery erfährt man, dass die Enterprise nicht am Krieg gegen die Klingonen teil nahm. In diesem Buch geht es, kurz gesagt, um die Abenteuer der Enterprise während dieser Zeit.

Das Schiff und seine Crew erforschen den unbekannten Pergamon-Nebel in der Nähe des lurianischen Königreichs, als sie bei der Erforschung eines Planeten angegriffen werden und ein 30-Mann starkes Außenteam verlieren. Entsetzt will Pike zurück in den Föderationsraum, doch mehren sich Hinweise, dass die Crew-Mitglieder, unter ihnen Mr. Spock, noch leben könnten. Das Außenteam wurde von einer Kriegspartei namens Die Grenzenlosen entführt und für ihren Krieg gegen die Rengru zwangsrekrutiert. Bei ihren Recherchen auf der Suche nach dem Außenteam wird die Enterprise unwissend das neue Ziel der Grenzenlosen.

Nach "Drastische Maßnahmen" ist "Der Enterprise-Krieg" der zweite Discovery-Roman, der komplett abseits von Michael Burnham und der Discovery spielt. Die Story könnte glatt der Pilotfilm von "Strange Worlds" sein. Man erfährt, u.a., etwas über Pikes Vergangenheit als Jugendlicher und den Namen von "Nummer Eins".
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Die drei universellen Konstanten:
1. Die Lichtgeschwindigkeit beträgt 299.792.458 m/s.
2. Die Mütter von Idioten sind immer schwanger.
3. Man kann alles mit Käse überbacken, .... auch Käse.
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Alt 23.02.2021, 18:24   #2504
Der Zerquetscher
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Gems From the Equinox (Aleister Crowley)

Ich weiß nicht. Er gibt Schriften, die müsste man nicht lesen. Weiß ich. Aber möglicherweise erweitern sie ja den Horizont. Ob das hier die Frage ist, weiß ich allerdings nicht. Ich hab das Ding jedenfalls komplett gesichtet, weil mich interessiert hatte, wo viele der Metalbands (z.B. Morbid Angel, Behemoth usw.) ihre Terminologie hernehmen. Und die Sprache ist auch wirklich ansprechend. Die religiösen Anwandlungen Aleister Crowleys in Kombination mit dem Yoga für Irre hingegen eher weniger. Zwei Tage komplett still stehen, dazu eine Schale randvoll mit Wasser auf dem Kopf jonglieren und in der Nase bohren. Und du siehst einen Gott (oder einen Psychiater). Nix wirklich für jemanden, der völlig unreligiös und noch viel weniger esoterisch veranlagt ist. Total verschwendete Lebenszeit geht trotzdem anders. Ich weiß jetzt wenigstens, was Thelema, Mega Therion, Azarath, Nephesh und Choronzon ist. Und falls ich das schon vorher wusste, dann weiß ich es jetzt erst recht. Juhu.
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Alt 02.03.2021, 10:11   #2505
berghutzen
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Barack Obama - Ein verheißenes Land

Biographien sind bei mir bislang eher zu kurz gekommen, aber dann direkt mit Obamas über 1.000 Seiten langem ersten Teil der Präsidentschaft anzufangen, war ein wenig vermessen. Dachte ich jedenfalls. Nur vorweg: Ich bin noch lange nicht durch, aber ich möchte euch dennoch empfehlen, das Buch mal zu lesen. Es liest sich gut.

Obama erzählt seinen Werdegang zum Präsidenten und auch die erste Wahlperiode sehr ausführlich, mit vielen Anekdoten (und vor allem Namen) ausgeschmückt. Anspruchsvoll, da man wissen sollte, wie der Präsident in Amerika gewählt wird, und vor allem auch wie ein Bewerber überhaupt bis zum entscheidenden Wahlgang kommen kann. Dieses Hintergrundwissen schadet dem Lesefluß nicht

Natürlich ist eine Autobiographie immer sehr gefärbt - aber wer erzählt von sich selbst nicht gerne nur die guten Dinge?

Wenn man eine kritische-neutrale Betrachtung von Obamas Regierungszeit erwartet, dann ist das vielleicht das falsche Buch. Wenn man sich aber mal mit Beweggründen persönlicher Art auseinandersetzen will und eher die Person Obama hinter dem Amt kennenlernen will, so kann ich das Buch nur empfehlen. Allerdings mit der Einschränkung, dass Obama halt Amerikaner ist: Seine Freunde sind immer "brillant", "aufopfernd", "der Beste in ..." oder sonst wie herausragende Multitalente. Ich mag diesen implizierten Gedanken des American Way of Life nicht so gerne, da man scheinbar nur dann honoriert und anerkannt wird, wenn man sich von 7 bis 7 des Arsch aufreißt um dann noch 2 Nebenjobs zu machen, das hat sowas von "Lebe wie ein Radiergummi, reib dich auf, bis nix mehr von dir übrig ist". Work-Life Balance hat wohl in den USA eine andere Definition.

Wenn man also gedanklich das Selbstbeweihräuchernde oder die Loblieder auf die vielen Mitstreiter ein wenig abschwächt, dann, so finde ich, erwartet einen eine spannende Zeit zwischen 2007 und 2013, wenn auch mit zu wenig kritischer Selbstbetrachtung, dafür tollen Einsichten in die Person/Familie von Barack Obama.
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Alt 12.03.2021, 18:48   #2506
Jack Casady
Genickbruch
 
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Dan Brown - Origin

In diesem Buch geht es um den Mord an den Wissenschaftler Edmond Kirsch, der während der Präsentation seiner Entdeckung, die die Frage beantwortet, woher wir als menschliche Spezies kommen und wohin wir gehen, ermordet wird. Der Mord geschieht allerdings, bevor Kirsch seine Entdeckung der Weltöffentlichkeit endgültig mitteilen kann. Sein ehemaliger Uni-Professor Robert Langdon und die zukünftige spanische Königin Ambra Vidal setzen anschließend alles daran, damit die Welt von dieser Entdeckung erfährt. Es liegen ihnen aber Steine im Weg, da diverse religiöse Individuen etwas gegen diese Veröffentlichung haben.
Sehr spannend geschrieben bis zum Ende. Kann ich empfehlen.

Spoiler:
Auch wenn ich den Mörder schon einige Kapitel vor dem Ende des Buches erraten haben. Hilfe auf ihrem Weg zum Ziel erhalten Vidal und Langdon von Winston, einer künstlichen Intelligenz, die Kirsch erschaffen hat. Dieser entpuppt sich letztendlich als Mörder Kirschs, wenn auch aus gutgemeinten Gründen.
Wenn auch wie erwähnt gut geschrieben und spannend, der wahrscheinlich durchschaubarste Langdon-Roman von Dan Brown.
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Alt 02.04.2021, 09:40   #2507
Der Zerquetscher
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All For the Union - The Civil War Diary and Letters of Elisha Hunt Rhodes


Das inzwischen wohl gesuchteste Tagebuch aus dem Bürgerkrieg. Warum? Weil sich hier kein General nach dem Krieg Lorbeeren anheftet oder seine Fehlleistungen schönfärbt, sondern ein bescheidener Mensch, der sich stets im Understatement übt, den Alltag in der Truppe und in der Schlacht beschreibt. Ohne Apologetik oder politische Motivation. Ein Highlight für jeden, der sich für das Thema interessiert und tiefer eintauchen möchte.

Die römischen Bürgerkriege - Archäologie und Geschichte einer Krisenzeit (Maschek, Dominik)

Entlang neuester Forschung und Ausgrabungsbefunde wird ein erschütterndes Bild der letzten zwei Jahrhunderte vor der Zeitenwende gezeichnet. Ein Einblick, der allerdings Vorwissen voraussetzt und nicht für den Neuling zu empfehlen ist. Man ist in seiner modernen Naivität immer noch überrascht, mit welch unfassbarer Barbarei die Römer Städte samt ihrer Einwohner zerstörten, die sich der Ausbeutung durch die späte Republik widersetzten oder im Falle (einst/eigentlich befreundeter) latinischer Gemeinden meinten, nicht genug an den allgemeinen Eroberungen zu partizipieren. Und warum hackten die Legionäre Haustiere und Säuglinge in Stücke (Quellenfunde insbesondere aus Spanien), warum vergewaltigten sie Frauen, Kinder und Jugendliche, um sie danach zu erschlagen oder (wenn die Glück hatten), in die Sklaverei zu führen? Aus sakralen Gründen. Aus Gründen der Religion. Und um Platz zu schaffen. Lästige illoyale Bevölkerung auszurotten. In dieser Dimension war mir das noch nicht bewusst. Der Gegner sollte geschändet werden. Das Andenken an ihn getilgt oder mit Grausen versetzt werden. Seine Gebäude als Obdach seiner Schutzgeister - eingeebnet werden. Was für ein Bruch muss die Zeitenwende unter Augustus für die damaligen Menschen gewesen sein?! Der Beginn einer neuen Epoche, die für zweihundert Jahre mit kurzen Unterbrechungen Frieden in den Kernregionen des Imperiums bedeuten würde.

The Outsider (von Stephen King)

Was als unglaublich spannendes, fantastisch verwirrendes Szenario beginnt, gerät ab der zweiten Buchhälfte erstaunlich unspektakulär. Nicht selbstreferentiell, sondern sich selbst kopierend. Schade. Da hatte ich mir vom Meister ehrlich gesagt mehr erhofft, als dieses letztlich doch recht offensichtliche Bedienen am eigenen Œuvre.
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Alexander von Humboldt

Geändert von Der Zerquetscher (02.04.2021 um 10:11 Uhr).
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Alt 02.04.2021, 14:01   #2508
Blast
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Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen

Die römischen Bürgerkriege - Archäologie und Geschichte einer Krisenzeit (Maschek, Dominik)

Entlang neuester Forschung und Ausgrabungsbefunde wird ein erschütterndes Bild der letzten zwei Jahrhunderte vor der Zeitenwende gezeichnet. Ein Einblick, der allerdings Vorwissen voraussetzt und nicht für den Neuling zu empfehlen ist. Man ist in seiner modernen Naivität immer noch überrascht, mit welch unfassbarer Barbarei die Römer Städte samt ihrer Einwohner zerstörten, die sich der Ausbeutung durch die späte Republik widersetzten oder im Falle (einst/eigentlich befreundeter) latinischer Gemeinden meinten, nicht genug an den allgemeinen Eroberungen zu partizipieren. Und warum hackten die Legionäre Haustiere und Säuglinge in Stücke (Quellenfunde insbesondere aus Spanien), warum vergewaltigten sie Frauen, Kinder und Jugendliche, um sie danach zu erschlagen oder (wenn die Glück hatten), in die Sklaverei zu führen? Aus sakralen Gründen. Aus Gründen der Religion. Und um Platz zu schaffen. Lästige illoyale Bevölkerung auszurotten. In dieser Dimension war mir das noch nicht bewusst. Der Gegner sollte geschändet werden. Das Andenken an ihn getilgt oder mit Grausen versetzt werden. Seine Gebäude als Obdach seiner Schutzgeister - eingeebnet werden. Was für ein Bruch muss die Zeitenwende unter Augustus für die damaligen Menschen gewesen sein?! Der Beginn einer neuen Epoche, die für zweihundert Jahre mit kurzen Unterbrechungen Frieden in den Kernregionen des Imperiums bedeuten würde.
Es ist interessant, dass du den Punkt mit den Religionen ansprichst. Vor einiger Zeit zum Thema Religion einen kritischen Podcast gehört, wo beschrieben wurde, dass gerade im alten Testament sehr grausame Dinge geschehen und auch genau das, was du hier sagst: Sogar die Haustiere werden nicht verschont, alle Männer und Söhne umgebracht und die Frauen vergewaltigt und - wenn sie "Glück" haben- versklavt.
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"Es kommt nicht drauf an, wie oft du fällst, sondern wie oft du aufstehst! Außer beim Alkoholtest." - Konfuzius
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Alt 02.04.2021, 15:04   #2509
Der Zerquetscher
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Zitat:
Zitat von Blast Beitrag anzeigen
Es ist interessant, dass du den Punkt mit den Religionen ansprichst. Vor einiger Zeit zum Thema Religion einen kritischen Podcast gehört, wo beschrieben wurde, dass gerade im alten Testament sehr grausame Dinge geschehen und auch genau das, was du hier sagst: Sogar die Haustiere werden nicht verschont, alle Männer und Söhne umgebracht und die Frauen vergewaltigt und - wenn sie "Glück" haben- versklavt.
Jepp.

Es ist ja oft so, dass argumentiert wird, die vorchristliche Zeit sei religiös toleranter gewesen. Im Sinne von: Jeder durfte seinen eigenen Lieblings-Gott haben. Sicher. Das war so. Aber deshalb wurde nicht weniger im Namen irgendwelcher Götter getötet oder sogar geopfert. Die Römer haben während des zeitweise desaströs für sie verlaufenden Zweiten Punischen Kriegs (den mit Hannibal) Menschenopfer dargebracht. Es wird überliefert, dass sie ein keltisches und ein griechisches Pärchen lebendig begraben haben, um Mars milde zu stimmen. Das war nicht in grauer Vorzeit, sondern um 216 v. Chr. Zum Höhepunkt der Republik. Heftig.
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Alexander von Humboldt
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Alt 03.04.2021, 16:07   #2510
NarrZiss
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Ich schreibe hier leider viel zu wenig und stelle damit zu wenig interessante Bücher vor, aber da ich momentan ein Buch lese, dass es definitiv wert ist, möchte ich einfach mal wieder einen Beitrag verfassen.

Der tiefe Graben: Die Geschichte der gespaltenen Staaten von Amerika (Org. Why We're Polarized) von Ezra Klein

Ich habe mir das Buch damals nach einem Interview mit dem Autor notiert und später eingekauft. Damals ging zur Wahl oder direkt nach der Wahl um das Thema, dass es bis zur Vereidigung von Biden zu Gewalt von "Trumpänhängern" kommen wird. Leider finde ich das Interview nicht mehr.

Das Buch habe ich bislang jetzt auch erst zur Hälfte durchgelesen. Im ersten Teil des Buches geht es v.a. um die Wandlung der Parteien und die Aufzeichnung der Polarisierung der amerikanischen Gesellschaft mit Einbezug der beiden Parteien und die daraus folgenden Konsequenzen. Klein ist als Autor der liberalen Seite zuzuordnen, schreibt seine Ausführungen jedoch vollkommen sachlich aus wissenschaftlicher Sicht.

Allgemein kann ich nur jedem dieses Buch ans Herz legen, der/die sich für Politik bzw. die USA und amerikanische Politik interessiert.


Schlachten, die unsere Welt veränderten: Ursachen, Folgen, Hintergründe von Philip Parker , Reg G. Grant und Andrew Humphreys

Dieses Buch gebe ich mir eher so nebenbei. Leider bin ich doch massiv enttäuscht von dem ganzen Buch. Es ähnelt mehr einem Bilderbuch und bietet leider zu den einzelnen Schlachten sehr wenig Input. Da hätte ich mir deutlich mehr erwartet.

Geändert von NarrZiss (03.04.2021 um 16:14 Uhr).
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Alt 08.04.2021, 14:44   #2511
Sirius
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Die Eugenischen Kriege: Aufstieg und Fall des Khan Noonien Singh, Teil 1

Im Epilog diskutieren Kirk, Pille und Spock über den Antrag der Sycorax auf Aufnahme in die Föderation. Kirk und McCoy sind besorgt, da die Sycorax Eugenik und Genmanipulation praktizieren und auch die Föderation diesem Thema wieder aufgeschlossener zu sein scheint. Um sich in seinen Entscheidungen von Fakten leiten zu lassen beschließt Kirk sich die Aufzeichnungen zu den Eugenischen Kriegen anzuschauen. Es beginnt mit dem Kampf eines außerirdischen Geheimagenten um den Durchbruch in der Genforschung zu verhindern.

In diesem Roman gibt es endlich ein Wiedersehen mit Gary Seven und Roberta Lincoln aus der TOS-Episode "Ein Planet, genannt Erde". Seven hat herausgefunden, dass führende Wissenschaftler im Bereich Genetik verschwinden. Während Seven über den zwielichtigen Ralph Oppenhouse herausfinden will, wo eventuelle geheime Labore sind, ist Seine Assistentin Roberta derweil mit Isis in Rom bei einer wissenschaftlichen Konferenz. Nach dem sie dort an der Bar auf eine junge Meeresbiologin namens Gillian Taylor traf (#FanService), trifft sie recht schnell auf jene Wissenschaftler, die nichts weniger planen, als die Revolution der Evolution. Aber sind Seven und Roberta vielleicht schon zu spät?

Fun Fact: In der deutschen Synchro von "Ein Planet, genannt Erde" heißt Gary Seven aus unerfindlichen Gründen Felix Sevenrock, während alle anderen Charaktere ihre richtigen Namen (z.B. Roberta Lincoln) haben. Was diesen ganzen Blödsinn noch unsinniger macht ist die Tatsache, dass man in der Folge mehrere Ausweise mit dem Namen "Gary Seven" zu sehen bekommt. Laut Memory Alpha sollte "Felix Sevenrock" eine Anspielung auf den damaligen Aufnahmeleiter Felix Siebenrock sein. Dümmer geht es kaum.

Fun Fact II: Damals war eigentlich geplant, dass Gary Seven seine eigene Serie bekommt.

Fun Fact III: Beim Wort "Seven" muss ich mich jedes Mal anstrengen, dass Gesicht von Robert Lansing vor Augen zu haben und nicht das von Jeri Ryan.
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Geändert von Sirius (09.04.2021 um 04:49 Uhr).
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Alt 20.04.2021, 08:07   #2512
Der Zerquetscher
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Der Deutsch-Dänische Krieg 1864 - Vorgeschichte, Verlauf, Folgen (Haselhorst, Olaf, u.a.)

Sachlich und unvoreingenommen gehaltene Abhandlung über einen kurzen Krieg, den die allermeisten Deutschen heute gar nicht mehr kennen. Einer der sogenannten Einigungskriege (auch wenn der Begriff artifizieller Natur und nachträglich konstruiert worden ist). Ein weiterer Krieg im Schlagschatten der beiden Weltkriege. Mir fiele keine Kritik an diesem hochinformativen Sachbuch ein.

River of Darkness (von Rennie Airth)

Im Deutschen heißt dieser Thriller "Nacht ohne Gesicht". England im Jahr 1921. Die Polizei ermittelt bei einer Reihe von grotesken Morden auf dem Land, bei denen ganze Familien überfallartig mit aufgepflanztem Bajonett erdolcht werden. Die Nachforschungen des Inspektors führen nur wenige Jahre zurück - in das Gemetzel des Stellungskriegs, das ganze Nationen traumatisiert zurückließ. Und nicht nur sichtbare Wunden hinterlassen hat. Bei allen Beteiligten. Ganz tolles Ding. Und trotz des schweren Themas leichtfüßig geschrieben.
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Alexander von Humboldt
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Alt 20.04.2021, 09:41   #2513
Coach CoC
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Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Was für ein Bruch muss die Zeitenwende unter Augustus für die damaligen Menschen gewesen sein?! Der Beginn einer neuen Epoche, die für zweihundert Jahre mit kurzen Unterbrechungen Frieden in den Kernregionen des Imperiums bedeuten würde.
Es zeigt eher die Qualität der augusteischen Propaganda, dass sich seine "Zeitenwende" nicht aus der Welt schaffen lässt.
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Kenny Saturn
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Alt 20.04.2021, 10:17   #2514
Der Zerquetscher
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Zitat:
Zitat von Coach CoC Beitrag anzeigen
Es zeigt eher die Qualität der augusteischen Propaganda, dass sich seine "Zeitenwende" nicht aus der Welt schaffen lässt.
Natürlich. Das weiß ich. Er war auch ein ziemlich cleverer Mann. Und doch gab es danach außer dem "Vierkaiserjahr" 68/69 n. Chr. (und auch da nur innerhalb eines halben Jahres in zwei Schlachten bei Bedriacum) bis zum späten zweiten Jahrhundert (genauer: 193 n. Chr.) keine Bürgerkriege mehr im Reich. Es herrschte die sprichwörtliche Pax Augusta. Egal, wie man zu Augustus steht. Frieden hat er gebracht. Nach der verfliegenden Friedhofsruhe.
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Geändert von Der Zerquetscher (20.04.2021 um 10:18 Uhr).
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Alt 20.04.2021, 11:10   #2515
Hennig1979
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Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Der Deutsch-Dänische Krieg 1864 - Vorgeschichte, Verlauf, Folgen (Haselhorst, Olaf, u.a.)

Sachlich und unvoreingenommen gehaltene Abhandlung über einen kurzen Krieg, den die allermeisten Deutschen heute gar nicht mehr kennen. Einer der sogenannten Einigungskriege (auch wenn der Begriff artifizieller Natur und nachträglich konstruiert worden ist). Ein weiterer Krieg im Schlagschatten der beiden Weltkriege. Mir fiele keine Kritik an diesem hochinformativen Sachbuch ein....
Danke für den Tipp! Habs eben bestellt. Da ich mich seit längerem mit den sog. drei Einigungskriegen beschäftige, stelle ich fest, das dieser - der erste - meist zu kurz kommt. Bzw. dass es über die Kriege 1866 und 1870/71 wesentlich mehr Lektüre etc. gibt.
Ich bin gespannt
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Hennig1979 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2021, 15:39   #2516
Der Zerquetscher
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Die frühen Christen (von Leppin, Hartmut)

Ich schreibe an alle Gemeinden und schärfe allen ein, dass ich freiwillig für Gott sterbe, es sei denn, ihr hindert mich daran. Ich ermahne euch, dass mir keine unpassende Fürsorge zuteilwird. Lasst mich der wilden Tiere Fraß sein, durch die es möglich ist, zu Gott zu gelangen. Gottes Weizen bin ich und durch der wilden Tiere Zähne werde ich gemahlen, damit ich als reines Brot des Christus erwiesen werde. Schmeichelt lieber den wilden Tieren, damit sie mir zum Grab werden und nichts von meinen Körperteilen übrig lassen, damit ich nach dem Tod niemandem zur Last falle. Dann werde ich wirklich Jünger Christi sein, wenn nicht einmal meinen Leib die Welt sehen wird. (Ignatios von Antiochia)

Viel weiß man über die Geschichte der Kirche - über die Geschichte des Christentums nach Konstantin. Hartmut Leppin versucht nun, die nur fragmentarisch fassbare, komplexe Geschichte des frühen Christentums in einen Rahmen zu legen. Und das ist schwer. Denn vieles, was nie kanonisch wurde, bleibt im Dunkel der Geschichte, obwohl es für die Christen etwa des zweiten Jahrhunderts nach Christus Alltag war. Schlaglichtartig hören wir von selbstlosen Menschen, die in ihrer Gemeinde für die Ärmsten sammelten. Von die heidnischen Nachbarn beeindruckender Nächstenliebe. Und wir hören von Menschen, die sich als bedürftig ausgaben, um die Hilfsbereitschaft der Anhänger dieser seltsam todesfreudigen neuen Religion auszunutzen. Wir hören von Inhabern von Kirchenämtern, die für ihren Glauben oder ihre Schäfchen bereitwillig in den Tod gingen. Und von solchen, die sich gern im Stillen mit hübschen jungen Christinnen umgaben oder einander an die Gurgel gingen über ganz profane Fragen bischöflicher Macht und Zuständigkeit. Ein anschaulich, wenn auch etwas erratisch gehaltenes Buch über Menschen und ihre Hoffnungen in einer Zeit, die dringend der Hoffnung bedurfte. Die Parallelen zur Realität moderner Ideologien springen mir jedenfalls direkt eins Auge. Denn auch die scheitern in ihrer naiven Weltsicht nicht an ihren schönen Worten, sondern an der Natur der Menschen. Für mich war die Lektüre genauso spannend wie die vom folgenden Buch.

The Andromeda Strain (Michael Crichton)

Ein halbes Jahrhundert hat der damals bahnbrechende Roman inzwischen auf dem Buckel. Deshalb die sonderbar ausschweifenden Erklärungen zu DNA und den sich bietenden Möglichkeiten von "Computern". Für den modernen Leser sind diese Passagen eher Telefonbuch, denn bahnbrechend. Und doch fesselt das Buch. Wenn man sich die Zeit, in der es geschrieben wurde, vor Augen führt. Crichton war jedenfalls ein Pionier des wissenschaftlichen Thrillers. Und allein dafür hat er für seine spannende Story über einen außerirdischen Mikroorganismus, der droht, das Leben auf der Erde zu zerstören, eine tiefe Verbeugung verdient.
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Alt 16.05.2021, 17:23   #2517
Darth Schaffi
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Zitat:
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Chris Carter - Written in Blood

Den neuen Chris Carter habe ich auch noch verschlungen. Zweimal im Jahr hab ich Lust auf seine Psychopathen. War okay. Die großen Ideen fehlen diesmal. Macht nix.
Habe mir überlegt die Reihe zu zu legen. Lohnt es sich? Wenn ich mich recht erinnere, hast du ja auch die Balzano & Byrne Reihe auch gelesen. Ist es ungefähr genau so?
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Alt 16.05.2021, 18:09   #2518
Der Zerquetscher
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Habe mir überlegt die Reihe zu zu legen. Lohnt es sich? Wenn ich mich recht erinnere, hast du ja auch die Balzano & Byrne Reihe auch gelesen. Ist es ungefähr genau so?
Ah, da verwechselst du mich. Den Montanari und seine Sachen habe ich noch nicht gelesen. Da kann ich also nichts dazu sagen.

Der Carter schreibt jedenfalls extrem spannend und sehr brutal. Aber auf das Nötige reduziert. Die Figuren wirken so etwas unnahbar. Denn was sie denken, erfahren wir nicht. Der Autor ist bzw. war ja selbst in der Polizei in L.A. tätig. Daher die Expertise. Aber er wohl eher in der Forensik als in der Psychologie. Weiß nicht. Dennoch, ganz starke und schnell zu lesende Dinger sind das. Das Innenleben eines "Silence of the lambs" wird man hier aber vergeblich suchen. Fairerweise muss man sagen, das ist bei den allermeisten derben Thrillern so.
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Alexander von Humboldt
Der Zerquetscher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2021, 18:17   #2519
Darth Schaffi
BelaFarinRod
 
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Ah, da verwechselst du mich. Den Montanari und seine Sachen habe ich noch nicht gelesen. Da kann ich also nichts dazu sagen.
Oh sorry.
Stimmt aber, dass du auch so ein King Fan bist wie ich und wir uns darüber schon mal hier unterhalten haben

Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Der Carter schreibt jedenfalls extrem spannend und sehr brutal. Aber auf das Nötige reduziert. Die Figuren wirken so etwas unnahbar. Denn was sie denken, erfahren wir nicht. Der Autor ist bzw. war ja selbst in der Polizei in L.A. tätig. Daher die Expertise. Aber er wohl eher in der Forensik als in der Psychologie. Weiß nicht. Dennoch, ganz starke und schnell zu lesende Dinger sind das. Das Innenleben eines "Silence of the lambs" wird man hier aber vergeblich suchen. Fairerweise muss man sagen, das ist bei den allermeisten derben Thrillern so.
Gut, dass man denn nicht weiß, was sie denken, ist denn schon für mich ein kleiner Nachteil für mich. Es sei denn, es nimmt einen denn nicht den Lesegenuss.
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1. Champion of Boardhell.
Darth Schaffi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.06.2021, 13:10   #2520
Der Zerquetscher
Moderator
 
Registriert seit: 20.05.2002
Beiträge: 9.837
Zuletzt mal keine Geschichtswissenschaft...

Gut Nass (von Ulf Imwiehe)

Was war das eigentlich?! Eine Art entschleunigtes Real-Life Drama mit sehr ungewöhnlichem Setting. Melancholisch. Entgeistert. Mit einer phlegmatischen Hauptfigur, mit der es eine größere Leserschaft sicherlich nicht leicht haben wird, sich zu identifizieren. Ambitioniert allemal. Und mal was anderes. Dennoch nicht die Art Roman, die mich abholt. Ich denke mir nur, wäre ich in diesem Szenario - ich wäre ein Alien. Ein Fremdkörper. Reine Typsache.

The Art of Metal

Ein schon etwas älteres Geburtstagsgeschenk - nun endlich gelesen und genossen. Metal ist für mich neben der Klassik und dem Jazz die potentiell hochwertigste Form der Musik. Die Spielwiese der begabtesten und handwerklich ambitioniertesten Musiker und kompositorischen Künstler. Und die Kunst der Plattencover spiegelt das wider. Seit Jahrzehnten. Seit Generationen. Ich empfinde es als erhebend, das alles zu erleben und dabei zu sein. Ein mikroskopischer Teil davon zu sein. Ein vom schallenden Vibrieren der Luft umhergetragener Partikel.
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Die Entschleierung der Wahrheit ist ohne die Divergenz der Meinungen nicht denkbar.

Alexander von Humboldt
Der Zerquetscher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.06.2021, 12:25   #2521
Blast
Schädelbasisbruch
 
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Beiträge: 1.321
Monika Maron - Endmoränen (2002)

Für ein Seminar gelesen. Geht ziemlich gut runter im Vergleich zu dem Material, was wir sonst in der Universität vorgelegt kriegen, die Geschichte zieht sich nur ewig und ist recht deprimierend, nur um dann auf den letzten fünf Seiten spontan ins fröhliche und aufbruchmäßige aufgelöst zu werden. Soll wohl dadurch Sinn ergeben, dass es einen Nachfolger zu dem Buch gibt, bringt halt nur nicht so viel, wenn man nur das Buch dann lesen muss.

Zur Handlung: Eine mittelalte Frau kriegt eine Art Midlife-Crisis und verbringt die meiste Zeit alleine auf einem Landhaus in einem fiktiven Dorf in Brandenburg. Mit ihrem eigenen Mann hat sie so gut wie keinen Kontakt, die Tochter ist im Ausland, weswegen sie sich mit ihrer besten Freundin trifft und Briefkontakt zu einer Fast-Affäre pflegt (nur ein Kuss). Die Crisis ergibt sich daraus, dass sie in der DDR lebte und als Autorin von Klappentexten und Nachrufen gerne mal versteckte, regimekritische Botschaften in diese einstreute. Auch ihr eigenes Biographie-Projekt kommt nicht wirklich voran (sie schreibt über eine Adelige und Geliebte des Königs Friedrich Wilhelm II., die ein bisschen edgy gewesen ist, Wilhelmine von Lichtenau).
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"Es kommt nicht drauf an, wie oft du fällst, sondern wie oft du aufstehst! Außer beim Alkoholtest." - Konfuzius
Blast ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.06.2021, 15:10   #2522
Johnny Bravo
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 25.07.2005
Beiträge: 4.716
Gerade durch mit:

Der Wal und das Ende der Welt

Ein junger Mann flieht aus dem Investimperium in der er arbeitet, weil er mit "Shorten" und Leerverkäufen die Firma in den finanziellen Ruin getrieben hat. Gleichzeitig scheint ein globale Pandemie aus Ostasien den gesamten Erdball zu erfassen. Zwischen beidem entwickeln sich immer mehr Zusammenhänge, in die der junge Mann verwickelt ist.

Das Buch ist aus dem März 2020. Also kurz bevor Corona zu einem globalen Problem wurde und circa ein Jahr, bevor die Finanzmärkte mit Leerverkäufen in Schieflage gerieten. Es ist spannend geschrieben, gut und einfach zu lesen, allerdings sollte man es auch als Roman verstehen und nicht als Sachbuch. Nicht alles ist im kleinsten Detail richtig beschrieben, sondern wird teilweise so umgebogen, dass es der Geschichte dient.
Trotzdem ein gutes Buch, dass sich mit Blick auf Corona und gameStop doppelt interessant liest.


Außerdem gerade durch mit:

Terry Pratchett - Die Farben der Magie

Ich hatte es schon lange vorgehabt, aber endlich bin ich dazu gekommen mit den Scheibenwelt-Romanen von Pratchett anzufangen.
Inhaltlich will gar nichts dazu sagen, denn ein Versuch das Buch zusammenzufassen würde dem Inhalt nicht gerecht werden.
Das Buch ist super zu lesen, die Geschichte spannend zu lesen und dabei immer wieder mit augenzwinckernden Inhalten. Sehr zu empfehlen.
__________________
König der Dummen - Corona Edition
Filsener Dorfmeister '17 & '18
Johnny Bravo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.06.2021, 10:45   #2523
Kain
Genickbruch
 
Registriert seit: 29.03.2001
Beiträge: 17.252
Ich fand "Die Farben der Magie" ehrlich gesagt ziemlich zäh. Bin ganz froh, dass ich die "Scheibenwelt" nicht mit diesem Buch kennengelernt habe. Wäre das mein erster Pratchett gewesen, hätte ich wohl nie einen weiteren in die Hand genommen. Die direkte Fortsetzung der Story - "Das Licht der Fantasie" - liegt hier inzwischen seit einigen Jahren ungelesen rum. Hach ja, vielleicht bringe ich es ja dieses Jahr zu Ende …

David Drake & Karl Edward Wagner - Killer

Habe ich mir gekauft weil Karl Edward Wagner. Die Beschreibung finde ich etwas irreführend. Wenn man es mit den dort angesprochenen Filmen vergleichen will, dann dürfte "Predator in Rom" wohl passender sein. Zwar hat der titelgebende "Killer" auch einen außerirdischen Gegenspieler, aber der lässt sich in keiner Weise mit den Aliens vergleichen. Das Buch war in Ordnung. Teilweise sogar echt gut. Aber ich fand es nicht sonderlich zwingend. War auch immer ganz froh, wenn ich es mal aus der Hand legen konnte. Wäre u. U. was für den Zerquetschling.

Hugh B. Cave - Murgunstrumm

Eine etwas eigenwillige, pulpige Vampirgeschichte. Von dem Autoren hatte ich vorher noch nie gehört. Er hat in den 30ern in den bekannten Pulps veröffentlicht und war wohl bis kurz vor seinem Tod 2004 fleißig. Damals hat er in Lovecrafts Nähe gelebt. Die beiden haben sich aber nie getroffen. Sie führten wohl aber eine briefliche Debatte über Sinn und Unsinn der Veröffentlichung in den Pulps. Zwei von Caves Beiträgen sind wohl auch dem Cthulhu-Mythos zuzurechnen. Dadurch musste ich mal reinschauen. Hat sich auch gelohnt. Im Original ist die Novelle zusammen mit einigen Shorts erschienen. Darunter die beiden Mythos-Beiträge. Ich finde es etwas schade, dass Festa sich dazu entschlossen hat, nur die titelgebende Geschichte zu bringen. Gerade "The Isle of Dark Magic" und "The Death Watch" hätten mich durchaus interessiert. Wäre vielleicht auch was für den Zerquetscher.
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No blowup dolls, dick spots or dance routines. With blood, sell-outs and shoot angles for all.
Thank you. Fuck you. Bye.
Kain ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.06.2021, 15:55   #2524
Johnny Bravo
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 25.07.2005
Beiträge: 4.716
Zitat:
Zitat von Kain Beitrag anzeigen
Ich fand "Die Farben der Magie" ehrlich gesagt ziemlich zäh. Bin ganz froh, dass ich die "Scheibenwelt" nicht mit diesem Buch kennengelernt habe. Wäre das mein erster Pratchett gewesen, hätte ich wohl nie einen weiteren in die Hand genommen. Die direkte Fortsetzung der Story - "Das Licht der Fantasie" - liegt hier inzwischen seit einigen Jahren ungelesen rum. Hach ja, vielleicht bringe ich es ja dieses Jahr zu Ende …
Hah! Dann kann ich mich ja auf die anderen Teile noch mehr freuen. "Das Licht der Fantasie" lese ich gerade. Habe mich an einen Ratgeber im Internet gehalten, in welcher Reihenfolge man die Bücher lesen soll.

Wie gesagt, mir gefiel das Buch sehr gut.
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Johnny Bravo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.06.2021, 15:58   #2525
y2jforever
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Beiträge: 12.240
Zitat:
Zitat von Johnny Bravo Beitrag anzeigen
Hah! Dann kann ich mich ja auf die anderen Teile noch mehr freuen. "Das Licht der Fantasie" lese ich gerade. Habe mich an einen Ratgeber im Internet gehalten, in welcher Reihenfolge man die Bücher lesen soll.

Wie gesagt, mir gefiel das Buch sehr gut.
Das liegt halt daran, dass die auch alle sehr gut sind
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