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Alt 06.08.2022, 22:29   #226
rantanplan
Höllen-Rentner
 
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Beiträge: 4.054
Zitat:
Zitat von mumu Beitrag anzeigen
Letztlich muss so ein Ticket halt voll finanziert werden, dass hat mit Markt überhaupt nichts zu tun. Das ein Finanzminister, egal welcher Partei er auch angehört, erst mal abwinkt ist für mich normal und ein Stück weit auch sein Job jede Mehrausgabe kritisch zu sehen.

Von diesem Ticket hat die DB weder seine Züge erneuert, dass Streckennetz saniert etc.. Man hat, durch die Politik forciert, die aktuelle Infrastruktur inkl. Mitarbeiter einfach 150% laufen lassen (müssen).

Ich habe nichts dagegen, dass man über ein Nachfolgemodell redet aber dann gehören dazu auch Zielvereinbarungen mit der DB was ebend Infrastruktur und Personalentwicklung angeht.
Ich bin bei dir, was ein zukunftsfähiges Konzept mit Zielvereinbarungen etc. angeht. Über die Finanzierung kann man ja reden. Ich persönlich wäre irgendwo zwischen:
a) Finanzierung aus Steuermitteln - wir haben ja irgendwo ein gesamtgesellschaftliches Interesse am Ausbau des ÖPNV oder
b) einer Abgabe ähnlich zur ehemaligen GEZ. Richtig, nicht jeder profitiert im gleichen Maße vom ÖPNV, die Landbevölkerung eher wenig, aber nicht jeder profitiert gleichermaßen vom Öffentlichen Rundfunk. Im Rahmen eines Gesamtkonzepts kann man natürlich dann auch die Höhe des Beitrags in eine Relation zur Anbindung der Landbevölkerung bringen.

Es geht aber halt auch nicht nur um die DB, sondern auch um die Dutzenden Nahverkehrsverbünde, die ihrerseits unendlich viele Waben haben, sodass gefühlt der Gelegenheitsfahrer alles finanziert. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, was im Hintergrund passiert, wenn ich ein Ticket von Aachen nach Köln kaufe. Kassiert nur die DB? Vielleicht fahre ich im Nationalexpress, aber das wird am Ticketautomaten ja nicht zwingend festgelegt. Was ist, wenn ich mit dem Bus von Aachen Richtung Rhein-Sieg-Kreis fahre? Ist teuer, aber dann sind halt AVV und VRS am Start, wer bekommt wieviel?

Ich bin mir relativ sicher, dass sowas softwaremäßig relativ einfach zu handlen ist, das wird es im Zusammenhang mit dem 9-Euro-Ticket ja auch sein - oder schmeißt man da einfach jedem Nahverkehrsverbund ne Tonne Geld hin?

Deshalb doch bitte einfach nen Betrag x ermitteln, was das alles kostet, durch die Anzahl der Haushalte teilen und dann bezahlen wir das wie die Haushaltsgebühr für den Rundfunk. Investitionen in neue Strecken sollten dann über den Bundeshaushalt laufen, wegen dem gesamtgesellschaftlichen Interesse.
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Alt 12.08.2022, 12:15   #227
y2jforever
Genickbruch
 
Registriert seit: 13.04.2013
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Der Rhein in Zeiten der Dürre. Ich finde die Fotos schon erschreckend. Noch hat man (im Unterschied z.B. zu Flüssen in Italien) keine historischen Tiefststände erreicht. Wenn der Regen aber weiterhin ausbleibt geht da noch was.
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Alt 12.08.2022, 13:42   #228
S C H
Schädelbasisbruch
 
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Zitat:
Zitat von y2jforever Beitrag anzeigen
Der Rhein in Zeiten der Dürre. Ich finde die Fotos schon erschreckend. Noch hat man (im Unterschied z.B. zu Flüssen in Italien) keine historischen Tiefststände erreicht. Wenn der Regen aber weiterhin ausbleibt geht da noch was.
Früher war es auch schon trocken!

Zum Glück müssen wir nur noch ein paar AKW kühlen, nicht wie in Frankreich.
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Alt 12.08.2022, 13:44   #229
Goldberg070
Moderator
 
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Zitat:
Zitat von y2jforever Beitrag anzeigen
Der Rhein in Zeiten der Dürre. Ich finde die Fotos schon erschreckend. Noch hat man (im Unterschied z.B. zu Flüssen in Italien) keine historischen Tiefststände erreicht. Wenn der Regen aber weiterhin ausbleibt geht da noch was.
Ergänzend dazu:

Auch die Wassertemparaturen steigen - mit entsprechenden Folgen.
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Alt 12.08.2022, 16:17   #230
Nani
Höllen-Rentner
 
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Leute. Glaubt doch einfach an Gott. Oder an die unsichtbare Hand der Ellenbogen-Gesellschaft. Das regelt sich alles von allein, ohne dass jemand Verantwortung übernehmen muss.
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Die Öko-Krise ist kein Glauben, sondern eine Tatsache.

Angststörung + Irreführung = Extremismus
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Alt 12.08.2022, 17:19   #231
El Clon
Schädelbasisbruch
 
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Beiträge: 3.490
Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Leute. Glaubt doch einfach an Gott. Oder an die unsichtbare Hand der Ellenbogen-Gesellschaft. Das regelt sich alles von allein, ohne dass jemand Verantwortung übernehmen muss.
Ohne jetzt zu philosophisch werden zu wollen, aus einer pantheistischen Sicht wird Gott das von alleine regeln. Die Frage ist nur, ob uns das Ergebnis gefällt.
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Geändert von El Clon (12.08.2022 um 17:19 Uhr).
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Alt 12.08.2022, 17:26   #232
Nani
Höllen-Rentner
 
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Beiträge: 15.146
Zitat:
Zitat von El Clon Beitrag anzeigen
Ohne jetzt zu philosophisch werden zu wollen, aus einer pantheistischen Sicht wird Gott das von alleine regeln. Die Frage ist nur, ob uns das Ergebnis gefällt.
Touché.
Und selbst wenn es uns nicht gefällt, dann schütten wir die Schuld einfach wieder über der linken, grün-woken Szene aus.
Wir haben's ja nicht besser gewusst. <3
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Angststörung + Irreführung = Extremismus
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Alt 12.08.2022, 21:31   #233
S C H
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 07.07.2004
Beiträge: 4.675
Pff Gott, der Markt wird es schon regeln, wo es Wasser braucht wird der Markt schon Wasser hinbringen. Notfalls gibt es einen Flüsserettungsschirm und Deutschland kauft von Nestlé Wasser aus afrikanischen Brunnen und kippt es in den Rhein.

Apropos knappes Wasser, die Oder wurde anscheinend durch eine Chemiehavarie verseucht, wie haben es ja.
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Alt 13.08.2022, 11:33   #234
Goldberg070
Moderator
 
Registriert seit: 15.09.2003
Beiträge: 15.667
Am 21. September erscheint das neue Buch von Wissenschafts-Kabarettist Vince Ebert. Lichtblick statt Blackout - Warum wir beim Weltverbessern neu denken müssen

Ich bin da schon sehr gespannt drauf und werde mir das auf jeden Fall mal zu Gemüte führen. Ist vielleicht auch für Interessierte hier spannende Lektüre.
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Alt 13.08.2022, 21:42   #235
rantanplan
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 13.08.2008
Beiträge: 4.054
Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Touché.
Und selbst wenn es uns nicht gefällt, dann schütten wir die Schuld einfach wieder über der linken, grün-woken Szene aus.
Wir haben's ja nicht besser gewusst. <3
Diese Szene ist leider eher Teil des Problems, weniger Teil der Lösung, wenn ich einfach mal mit pauschalisiere. Die "linke, grün-woke Szene" eröffnet haufenweise absurde "Nebenkriegsschauplätze" sodass es niemanden wundert, wenn die "Szene" nicht ernst genommen wird. Kann ich Layla nett finden, Reggae von weißen Musikern mit Dreadlocks feiern und und Harry Potter lesen (oder es auch ablehnen, weil das einfach schriftstellerische Kacke ist), ohne gleich gleich den Klimawandel zu leugnen?

Bevor ich mich - als Linker - mit solchen Leuten gemein mache, hab ich wirklich lieber nix gewusst...
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Alt 13.08.2022, 22:14   #236
S C H
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 07.07.2004
Beiträge: 4.675
Zitat:
Zitat von rantanplan Beitrag anzeigen
Kann ich Layla nett finden,
Ja, pass auf die links Woke CSU auf.
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Alt 13.08.2022, 22:17   #237
Riddler
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 27.06.2005
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Naja, diese Nebenkriegsschauplätze sind ja mittlerweile kein exklusives Vorrecht der linken Szene mehr. Obgleich die schon fast Tradition darin haben.
Es gibt einfach generell zu viele, schlichtweg unwichtige und irrelevante Leute, die sich medial in Vordergrund drängen (Bundestag-Hinterbänkler, Kommunalpolitiker, Polemiker aus allen extremeren Lagern) und ihren geistigen Dünnpfiff ungefiltert in die Welt posaunen.

Kombiniert man das dann noch mit der zunehmenden Medieninkompetenz in der Bevölkerung, hat man dann genau diese Übersättigung unter den Menschen. Eine Meinung hört man sich an. Eine zweite vielleicht auch noch, aber dann ist schon Schluss.

Geändert von Riddler (13.08.2022 um 22:18 Uhr).
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Alt 13.08.2022, 23:28   #238
Creed
Schädelbasisbruch
 
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Beiträge: 3.192
Zitat:
Zitat von rantanplan Beitrag anzeigen
Diese Szene ist leider eher Teil des Problems, weniger Teil der Lösung, wenn ich einfach mal mit pauschalisiere. Die "linke, grün-woke Szene" eröffnet haufenweise absurde "Nebenkriegsschauplätze" sodass es niemanden wundert, wenn die "Szene" nicht ernst genommen wird. Kann ich Layla nett finden, Reggae von weißen Musikern mit Dreadlocks feiern und und Harry Potter lesen (oder es auch ablehnen, weil das einfach schriftstellerische Kacke ist), ohne gleich gleich den Klimawandel zu leugnen?

Bevor ich mich - als Linker - mit solchen Leuten gemein mache, hab ich wirklich lieber nix gewusst...
In meinen Augen ist es ein Fehler zu denken das man automatisch links ist, wenn man die Gefahren des Klimawandels ernst nimmt. Genauso wenig ist man nicht automatisch links wenn man die Gefahren von Rechts ernst nimmt. Beides erwarte ich eigentlich von jedem vernünftig denkenden Menschen.
Mich nervt es zwar auch das sich die Linkeszene wegen Nichtigkeiten selbst zerlegt, weswegen ich nicht glaube das wir in absehbarer Zeit eine linke Regierung erhalten werden, trotzdem nervt es mich auch das man einer lauten Minderheit immer so viel Aufmerksamkeit schenkt. Anstatt über, mal mehr mal weniger gute Vorschläge wie man die Klimakriese, die Energiekrise oder die soziale Ungleichheit bewältigt zu diskutieren, macht man es sich lieber bequem und diskutiert über Fantasyromane oder Schlagersongs.
Wie bei der AfD muss man auch hier nicht über jedes Stöckchen springen was einem vor die Füße geworfen wird.
__________________
Wie heißt es denn so schön? Mario steht für Multikulti, ein Italienischer Klempner, von Japaner erfunden, springt wie ein schwarzer und greift nach Münzen wie ein Jude!
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Alt 14.08.2022, 11:50   #239
Great Mustachio
Schädelbasisbruch
 
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Ich wünschte Konservative würden erkennen, das Klimaschutz ein konservatives Thema ist. Ich meines es geht wortwörtlich um die Konservierung unseres Planeten?
Ich persönlich gebe dem Neoliberalismus die Schuld. Profite sind wichtiger, klar dürft ihr Giftmüll in die Oder pumpen. Kein Problem. Dividende über alles.
__________________
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Alt 14.08.2022, 21:03   #240
rantanplan
Höllen-Rentner
 
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Beiträge: 4.054
Zitat:
Zitat von Riddler Beitrag anzeigen
Naja, diese Nebenkriegsschauplätze sind ja mittlerweile kein exklusives Vorrecht der linken Szene mehr. Obgleich die schon fast Tradition darin haben.
Es gibt einfach generell zu viele, schlichtweg unwichtige und irrelevante Leute, die sich medial in Vordergrund drängen (Bundestag-Hinterbänkler, Kommunalpolitiker, Polemiker aus allen extremeren Lagern) und ihren geistigen Dünnpfiff ungefiltert in die Welt posaunen.

Kombiniert man das dann noch mit der zunehmenden Medieninkompetenz in der Bevölkerung, hat man dann genau diese Übersättigung unter den Menschen. Eine Meinung hört man sich an. Eine zweite vielleicht auch noch, aber dann ist schon Schluss.
Medieninkompetenz ist ein schönes Wort, man kann es so verstehen, wie du es schreibst und die Bevölkerung als zunehmend medieninkompetent sehen - man kann es aber auch als Kompetenz der Medien verstehen. Die Medien, auch und gerade die Mainstream-Medien, nehmen halt auch jeden Bundestag-Hinterbänkler, Kommunalpolitiker, Polemiker in ihre Nachrichten auf. Hätte die Stadt Würzburg nicht Layla verboten und hätten die Mainstreammedien nicht darüber berichtet, wäre das halt ein Sommerhit gewesen, der nach 3 Wochen wieder von Platz 1 verschwunden wäre.

Natürlich sind die Medien irgendwo in einer Zwickmühle: Blenden sie Dinge aus, machen sie sich angreifbar, thematisieren sie Dinge, werden sie zum Katalysator.

Muss so ein Artikel sein?

Zitat:
Zitat von Creed Beitrag anzeigen
In meinen Augen ist es ein Fehler zu denken das man automatisch links ist, wenn man die Gefahren des Klimawandels ernst nimmt. Genauso wenig ist man nicht automatisch links wenn man die Gefahren von Rechts ernst nimmt. Beides erwarte ich eigentlich von jedem vernünftig denkenden Menschen.
Mich nervt es zwar auch das sich die Linkeszene wegen Nichtigkeiten selbst zerlegt, weswegen ich nicht glaube das wir in absehbarer Zeit eine linke Regierung erhalten werden, trotzdem nervt es mich auch das man einer lauten Minderheit immer so viel Aufmerksamkeit schenkt. Anstatt über, mal mehr mal weniger gute Vorschläge wie man die Klimakriese, die Energiekrise oder die soziale Ungleichheit bewältigt zu diskutieren, macht man es sich lieber bequem und diskutiert über Fantasyromane oder Schlagersongs.
Wie bei der AfD muss man auch hier nicht über jedes Stöckchen springen was einem vor die Füße geworfen wird.
Nicht-Linke akzeptieren durchaus auch den Klimawandel als Fakt - von den paar Prozent Querdenkern einmal abgesehen, aber auch die bekommen viel zu viel mediale Präsenz - aber es gibt ja durchaus auch Positionen, die von der unbedingten Vermeidung abweichen. Sei es "Der Markt wird es richten" oder "Schutz vor den Folgen".

Ich persönlich habe mir vor der letzten BTW tatsächlich die Ampel gewünscht, weil in der Theorie: Dem Klimawandel durch die Grünen eine ausreichende Würdigung erfolgen würde, in der Umsetzung die SPD für soziale Gerechtigkeit und die FDP für wirtschaftliche Machbarkeit stehen würden.

Dass nun ausgerechnet von der CDU ein sinnvoller Vorschlag kommt, wie man die Heizkosten begrenzen kann, hätte ich dagegen nicht vermutet: "Eine Möglichkeit wäre, dass der Staat für untere und mittlere Einkommen bis zu einer bestimmten Menge einen Energiebasistarif garantiert. So werden bedürftige Haushalte zielgerichtet entlastet und zugleich ein Anreiz zum Energiesparen gesetzt."

Was fast schon kommunistisch wirkt, bleibt für mich weiterhin ein interessanter Ansatz. Insbesondere die Energiekonzerne dürften hier überhaupt kein Problem haben, das technisch umzusetzen. Ich würde das nicht einmal auf untere und mittlere Einkommen beschränken, sondern auch dem Millionär in seiner Villa zum Beispiel 5.000 kWh Erdgas pro Person zum Basistarif zur Verfügung stellen. Entweder zahlt dann jeder, der mehr verbraucht, dafür Marktpreise oder subventioniert sogar den Basistarif. Beim Stromverbrauch kann man es ganz genauso machen.

Beim Tanken ist das Ganze deutlich schwieriger, aber gewiss auch nicht so völlig unmöglich. Müsste man sich halt mal überlegen, aber muss ein Rentnerehepaar, was vielleicht 1,2 notwendige Arztfahrten und Einkäufe pro Woche macht, zwingend den gleichen Spritpreis zahlen, wie jemand der täglich 20km zur Arbeit fährt? Muss man den Rentnern ja nicht verbieten, Spaßfahrten zu machen, aber sie sollten dann halt einfach mehr kosten.
rantanplan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.08.2022, 21:49   #241
Riddler
Schädelbasisbruch
 
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Zitat:
Zitat von rantanplan Beitrag anzeigen
Medieninkompetenz ist ein schönes Wort, man kann es so verstehen, wie du es schreibst und die Bevölkerung als zunehmend medieninkompetent sehen - man kann es aber auch als Kompetenz der Medien verstehen. Die Medien, auch und gerade die Mainstream-Medien, nehmen halt auch jeden Bundestag-Hinterbänkler, Kommunalpolitiker, Polemiker in ihre Nachrichten auf. Hätte die Stadt Würzburg nicht Layla verboten und hätten die Mainstreammedien nicht darüber berichtet, wäre das halt ein Sommerhit gewesen, der nach 3 Wochen wieder von Platz 1 verschwunden wäre.

Natürlich sind die Medien irgendwo in einer Zwickmühle: Blenden sie Dinge aus, machen sie sich angreifbar, thematisieren sie Dinge, werden sie zum Katalysator.
Generell sehe ich auch die Medien als Teil der Bevölkerung. Diesen kommt aber mMn eine gesonderte Verantwortung zu, die relevanten Beiträge zu Themen vorab zu filtern. Vor allem Fakten und die Kompetenz der Person, die sich äußert, wird ja teilweise gefühlt gar nicht mehr geprüft und nur der Schlagzeilen willen in den Äther geblasen.

Teilen der Bevölkerung hingegen scheint aber auch nicht klar zu sein, dass soziale Medien nicht wirklich immer als seriöse Quellen herhalten können.
Aber so funktioniert die menschliche Psyche. Die erste wahrgenommene Information wird erstmal geglaubt. Andere Sichtweisen und Fakten haben es dann mittlerweile zunehmend schwer, die Mauer der Ignoranz zu durchbrechen.
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Alt 15.08.2022, 06:02   #242
Der Zerquetscher
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Zitat:
Zitat von Riddler Beitrag anzeigen
Teilen der Bevölkerung hingegen scheint aber auch nicht klar zu sein, dass soziale Medien nicht wirklich immer als seriöse Quellen herhalten können.
Aber so funktioniert die menschliche Psyche. Die erste wahrgenommene Information wird erstmal geglaubt. Andere Sichtweisen und Fakten haben es dann mittlerweile zunehmend schwer, die Mauer der Ignoranz zu durchbrechen.
Da ich auf Facebook, während des Fingerausschüttelns beim Gitarre spielen, ganz gern mal in den Kommentarspalten stöbere, meine ich, dass es aufgrund der Informations- und Quellenflut, die seit zehn oder zwölf Jahren über uns schwappt, längst so ist, dass sich vor allem Bildungsferne und Wenigleser nur noch die Informationen heraussuchen, die ihnen ins Konzept passen und genehm sind. Man glaubt dort also nur potentiell alles, und nicht das Erstbeste, sondern das, was man aufgrund seiner politischen Philosophie, seines Weltbilds oder psychischen Zustands glauben möchte. Ich habe ernsthaft noch nie so viele dumme Menschen auf einmal gelesen wie in den Kommentaren zum Weltgeschehen auf Facebook. Und guckt man in den Profilen nach, wird schnell klar, warum das so ist. Campingplatzromantik vermischt mit intellektuellem Unterschichtentum, deren Träger, weil es Zeitgeist (und obendrein nur allzu menschlich) ist, um Aufmerksamkeit buhlen. Du bist nur wer, wenn du Likes hast. Also exponieren sich dort Menschen, denen im analogen Leben niemand Beifall klatscht, mit den krudesten Ansichten und Behauptungen vor ihresgleichen, um das erste Mal im Leben Erwähnung zu finden. Und sei es nur für ein paar Stunden, bevor die kurzlebige aktuelle Facebookdiskussion in den Fluten des Unsinns untergeht.
Der Zerquetscher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.08.2022, 14:42   #243
Nani
Höllen-Rentner
 
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Zitat:
Zitat von rantanplan Beitrag anzeigen
Diese Szene ist leider eher Teil des Problems, weniger Teil der Lösung, wenn ich einfach mal mit pauschalisiere. Die "linke, grün-woke Szene" eröffnet haufenweise absurde "Nebenkriegsschauplätze" sodass es niemanden wundert, wenn die "Szene" nicht ernst genommen wird. Kann ich Layla nett finden, Reggae von weißen Musikern mit Dreadlocks feiern und und Harry Potter lesen (oder es auch ablehnen, weil das einfach schriftstellerische Kacke ist), ohne gleich gleich den Klimawandel zu leugnen?

Bevor ich mich - als Linker - mit solchen Leuten gemein mache, hab ich wirklich lieber nix gewusst...
Hier muss ich echt reagieren.

Zunächst einmal finde ich es grundsätzlich falsch die Täter-Opfer-Verantwortung zu vertauschen. Objektiv sind die mit Abstand größten gesellschaftlichen Probleme dieses Landes derzeit:
1. Öko-Krise (mit Abstand auf Platz 1)
2. Der Verlust der demokratischen Substanz im Volk, inkl. gezielte Verblödung einiger Massenmedien und der unbestrafte extremistische Propagandismus
3. Die inzwischen komplett eskalierte Schere zwischen Arm und Reich bzw. das Fehlen einer Rückverteilung von Besitz sowie eine soziale Stabilisierung des Landes

Das sind allesamt Probleme, die in den letzten Jahrzehnten aktiv von Politikern (und medialer Stimmungsmache) verschlimmert wurden, die gesinnungstechnisch rechts liegen. Nicht nur CDU/CSU und FDP, sondern auch genügend Leuten aus dem Spektrum mit linker Identität.
Die oben genannten drei Themen wurden in den letzten Jahrzehnten nur aus jeweiligen Minderheiten des grünen Spektrums (1.), des linken Spektrums (3.) oder überhaupt nicht (2.) konkret eingefordert. Diese Minderheiten habe sich faktisch nicht durchgesetzt und sind daher irgendwann dazu übergegangen wenigstens kleine Pillepalle-Aktivitäten durchzubekommen.
Das sind die "Nebenkriegsschauplätze", die Du nennst. Sind mir z.T. auch peinlich, wie insgesamt auch die Kleinmütigkeit der Grünen Partei, aber für die Forderung von den WIRKLICHEN THEMEN wurde bisher jede Partei der letzten Jahre politisch abgestraft.
Darum sind z.B. SPD und Grüne derzeit auch weniger links, sondern eher mittig anzusiedeln.

Dennoch ist es eben ein riesen Unterschied, ob Du ein skrupelloser, wissender Täter bist (wie z.B. die Union; man vergebe mir diese harten Worte) oder eben nur zu schwach warst Dich gegen die rechte Mehrheit in diesem Land durchzusetzen. Solche Interpretationen kehren die Opfer-Rolle zum Täter um, und kommen logischerweise gern von Tätern, um von den eigenen Missetaten abzulegen.

So viel zum Grundsätzlichen.

Gehen wir mal auf Deine Beispiele ein (sofern ich die nachvollziehen kann ). Obwohl ich Dich da teilweise verstehen kann - mich kotzt diese linke Arroganz lieber die eigenen Freunde wegen gradueller Differenzen zu zerfleischen anstatt sich in den wichtigen Fragen zu einen schon seit meiner Schulzeit an -, kann man daran schön das eigentliche Probleme exerzieren.

1. LAYLA: Aus meiner Sicht ist das eine typische Stellvertreterdiskussion, die in der konkreten Sache albern wirkt, aber einen verständlichen Grund hat. Ich persönlich finde den Song zum Beispiel harmlos, und der ist nicht einmal wirklich sexistisch. Allerdings ist der eben neu und ein weiterer Titel in einer langen Liste systematischer weiblicher Objektivierung. Nicht nur bei Malle-Songs oder Schlagern. Oder bei Pop, Hiphop, Reggae, usw.. Was im Einzelfall schon meist geht, wird in der schieren Masse zur gesellschaftlichen Gehirnwäsche. So wie zum Beispiel der traditionelle unrealistische Modell-Look schwere psychische Schäden bei vielen Frauen auslöst und derzeit - zurecht - attackiert wird.

Wenn Du allerdings jetzt anfängst irgendwelche Songs zu attackieren, die jeder mitsummen kann, wird die Diskussion erst recht zerrissen.
Insofern verstehe ich durchaus, dass man einen aktuellen Nummer-1-Hit aufs Korn nimmt, der halt im traditionellen Fahrwasser der weiblichen sexuellen Objektivierung fährt.
Da ich persönlich den Song für gar nicht so sexistische halte, unterstütze ich diesen konkreten Fall zwar nicht. ABER nur mit solchem unbequemem Gezicke lässt sich gegen die störrische Mauer unser langen Diskriminierungs-Kultur überhaupt etwas bewegen. Die Rechte der Schwulen (und Transgender) haben ja auch erst eine Lobby seit dem Beginn der LGBTQIA+-Vereinigung. Davor wurden deren Grundrechte über Jahrzehnte ignoriert, obwohl die Gleichstellung von Schwulen und das Selbstbestimmungsrecht über die persönliche Identität eigentlich grundsätzliche Elemente des Humanismus sind, auf dem ja eigentlich unsere Gesellschaft aufbaut.

2. DREADLOCKS: Kann Dich hier absolut nachvollziehen. Ein Klassiker dafür, dass Woke wegen Peanuts ihre Freunde attackieren, statt sich auf die Feinde zu konzentrieren.
Inhaltlich ist aber sogar das berechtigt. Denn was tatsächlich rassistisch ist oder als kulturelle Aneignung empfunden wird, das entscheidet nicht der weiße Mann. Wenn Weiße nach Jahrhunderten voller vorgeschriebener Entscheidung über das Leben von Schwarzen jetzt auch noch bestimmen möchten, was Rassismus ist, dann ist das rassistisch. - Das verstehe sogar ich als Weißer.

3. HARRY POTTER: Den verstehe ich nicht. Müsstest mir sagen, wo da das Problem ist.
P.S.: Harry Potter ist schriftstellerisch super.

Darum bevorzuge ich auch im Stile von genau den Dingen, die wir beide gerade kritisiert haben, nicht gegen die Linken oder Grünen zu schießen, weil diese auch gern mal daneben schießen. Es ist gerade jetzt wichtig, dass man die eigentlichen Probleme benennt.
Die links-intellektuellen Arroganz-Selbstsabotagen darf und sollte man natürlich gern benennen. Aber das führt noch lange nicht dazu, dass diese Leute Verantwortung für die Taten der eigentlichen Täter tragen.

Den Linken vor den Latz hauen tu ich nur solchen Scheiß wie "ACAB". Wer sowas brüllt, ist für mich intellektuell auf AfD-Höhe.
Und den Grünen haue ich lediglich vor den Latz, dass sie inzwischen viel zu kleinmütig sind. Mir ist aber auch bewusst, dass sie wenn sie wieder deutlich unter 10% lägen, wenn sie wirklich konsequent grün wären.


Zitat:
Zitat von rantanplan Beitrag anzeigen
Muss so ein Artikel sein?
Schönes Beispiel.
An sich ist das Thema simpel. Ich sehe das Gendern ein bisschen so als Experiment. Wenn es etwas bringt, dann war es das wert. Insofern sollte man sich bemühen zu gendern. Und wer das verpeilt, den muss man dafür auch nicht gleich die Achselhaare bügeln.
Aber statt des vernünftig zu sehen, wird lieber emotionalisiert. Die hypersensiblen Rechtsextrem um Axel Springer & co. greifen sowas gern raus und bringen die Diskussion in Gang. Andere steigen ein, weil mit Verdummung viel Geld gemacht werden kann.
Schuld ist nicht das "Gendern", sondern das unmoralische Krebsgeschwür unserer unregulierten Medienwirtschaft. - Darum würde ich persönlich zum Beispiel gern für jede nachweisliche Lüge dem entsprechenden Medium ein Bußgeld in Höhe von 200 % des damit erzielten (kalkulatorischen) Umsatzes in Rechnung stellen.


Zitat:
Nicht-Linke akzeptieren durchaus auch den Klimawandel als Fakt - von den paar Prozent Querdenkern einmal abgesehen, aber auch die bekommen viel zu viel mediale Präsenz - aber es gibt ja durchaus auch Positionen, die von der unbedingten Vermeidung abweichen. Sei es "Der Markt wird es richten" oder "Schutz vor den Folgen".
Links und Rechts hat damit mE überhaupt nichts zu tun.
Aber ich möchte hier noch einmal feststellen, dass trotz all der jahrzehntelangen Wiederholung der Gefahren der Klima-Krise (von den übrigen Gefahren z.B. der Ressourcekrise, Verschmutzungskrise, Artensterben, etc. ganz abgesehen) die absolute Mehrheit in Deutschland den Knall IMMER NOCH NICHT gehört hat.
Inzwischen gibt es vereinzelte Lippenbekenntnisse und "ja, ja, hab ich von gehört"s. Aber das ist genauso viel wert wie das vorangegangene Nichtstun, das wir seit den 1980ern praktizieren.

Wenn Du nur anerkennst, dass da vor Dir gerade jemand stirbt, ihm aber nicht hilfst, ist das nicht viel besser als wenn Du die Person komplett ignorierst.


Zitat:
Dass nun ausgerechnet von der CDU ein sinnvoller Vorschlag kommt, wie man die Heizkosten begrenzen kann, hätte ich dagegen nicht vermutet: "Eine Möglichkeit wäre, dass der Staat für untere und mittlere Einkommen bis zu einer bestimmten Menge einen Energiebasistarif garantiert. So werden bedürftige Haushalte zielgerichtet entlastet und zugleich ein Anreiz zum Energiesparen gesetzt."
Und Nixon hat vor der Wahl ein Grundeinkommen in den USA gefordert.
Solange Du in der Opposition bist, kannst Du viel fordern. Da kann es sich ein Unioner sogar erlauben, mal was sozial vernünftiges vorzuschlagen.


Zitat:
Zitat von Der Zerquetscher Beitrag anzeigen
Da ich auf Facebook, während des Fingerausschüttelns beim Gitarre spielen, ganz gern mal in den Kommentarspalten stöbere, meine ich, dass es aufgrund der Informations- und Quellenflut, die seit zehn oder zwölf Jahren über uns schwappt, längst so ist, dass sich vor allem Bildungsferne und Wenigleser nur noch die Informationen heraussuchen, die ihnen ins Konzept passen und genehm sind. Man glaubt dort also nur potentiell alles, und nicht das Erstbeste, sondern das, was man aufgrund seiner politischen Philosophie, seines Weltbilds oder psychischen Zustands glauben möchte. Ich habe ernsthaft noch nie so viele dumme Menschen auf einmal gelesen wie in den Kommentaren zum Weltgeschehen auf Facebook. Und guckt man in den Profilen nach, wird schnell klar, warum das so ist. Campingplatzromantik vermischt mit intellektuellem Unterschichtentum, deren Träger, weil es Zeitgeist (und obendrein nur allzu menschlich) ist, um Aufmerksamkeit buhlen. Du bist nur wer, wenn du Likes hast. Also exponieren sich dort Menschen, denen im analogen Leben niemand Beifall klatscht, mit den krudesten Ansichten und Behauptungen vor ihresgleichen, um das erste Mal im Leben Erwähnung zu finden. Und sei es nur für ein paar Stunden, bevor die kurzlebige aktuelle Facebookdiskussion in den Fluten des Unsinns untergeht.
Das ist ein wichtiger Punkt.
Die größten Idioten, die früher nur besoffen an ihrem Stammtischen die Menge unterhalten haben, sind in den Sozialen Netzwerken überrepräsentiert und liefern durchaus ein falsches Bild.

Allerdings kommt da noch hinzu, dass die (Medien-) Wirtschaft inzwischen in einer Art Symbiose mit diesen Aufregungsjunkies stehen. Das Medium füttert die Leser mit einem Aufreger an, weil die dann kaufen, klicken und weitererzählen. Die Elite der Schwachmaten greift das auf, steigert sich rein und dreht den Dramaregler hoch. Schwupps, das besagte Medium hat eine neue Story. Und diese toxische Impulsflut vergiftet nebenher auch alle anderen Menschen, deren Aufmerksamkeit sie erreicht.
Die intellektuellen "Wackelkandidaten", um es mal positiv zu umschreiben, fangen ebenfalls an, zu einem gewissen Grad Blödsinn zu glauben.
Sensible werden emotional schwer geschädigt und krank gemacht.
Und bei vernünftigen Leuten reichen solche Eskalationen aus, um irgendwann die Schleusen "zu" zu machen, was dann auch bei denen zu geringerer Diskussionsbereitschaft über deren Glaubensinhalten führt.

Ich persönlich kenne bspw. niemanden, der nicht von der Corona-Schwurbler-Bewegung oder auch anderen Anti-Vernunftsnarrativen auf die eine oder andere Weise beeinflusst wurde. Dafür ist das alles einfach zu toxisch.
__________________
Die Öko-Krise ist kein Glauben, sondern eine Tatsache.

Angststörung + Irreführung = Extremismus

Geändert von Nani (15.08.2022 um 14:43 Uhr).
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Alt 15.08.2022, 15:06   #244
Riddler
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 27.06.2005
Beiträge: 4.096
Zur Erklärung beim Thema Harry Potter: JK Rowling hatte sich zum Thema Transsexualität sagen wir mal etwas "unglücklich" geäußert, was aber für die Woke-Cancel-Culture-Fraktion schon völlig ausgereicht hat, eine Hexenjagd zu eröffnen.

Kurz und knapp: Diskussionen, die die Welt nicht braucht und nur von solchen Menschen angefeuert wird, die sich in dieser Rolle selbst am besten gefallen.
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Alt 15.08.2022, 15:47   #245
Nani
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 01.12.2003
Beiträge: 15.146
Zitat:
Zitat von Riddler Beitrag anzeigen
was aber für die Woke-Cancel-Culture-Fraktion schon völlig ausgereicht hat, eine Hexenjagd zu eröffnen.
Danke für die Erklärung und diese Formulierung.

Also ging es um Transgender-Sensibilisierung, was ich grundsätzlich gut finde.
Und es wurde wieder mal wieder dumm gemacht, indem man das nicht einfach anmahnt oder anspricht, sondern gleich die schweren Geschütze abfeuert.

Jep. Typischer Fall von Shitstorm-Gesellschaft. Das einzige, wofür Du heutzutage noch nicht automatisch eine Morddrohung bekommst, sind lustige Tierbabyvideos.
__________________
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Alt 15.08.2022, 17:10   #246
S C H
Schädelbasisbruch
 
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Beiträge: 4.675
Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Das einzige, wofür Du heutzutage noch nicht automatisch eine Morddrohung bekommst, sind lustige Tierbabyvideos.
Wow, du feierst die Tierleidindustrie und findest Tierbabys sind zu deiner Belustigung da? Hast du ein Glück dass ich hier nicht gesperrt werden will, sonst würde ich was schreiben!

__________________
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Friedensnobelpreisträger 2012, Skispringen: Vierschanzentournee: Sieger, Olympia: 2. und Skiflug-WM: 3.
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Alt 15.08.2022, 17:17   #247
Nani
Höllen-Rentner
 
Registriert seit: 01.12.2003
Beiträge: 15.146
Zitat:
Zitat von S C H Beitrag anzeigen
Wow, du feierst die Tierleidindustrie und findest Tierbabys sind zu deiner Belustigung da? Hast du ein Glück dass ich hier nicht gesperrt werden will, sonst würde ich was schreiben!

Als ich es abgeschickt habe, dachte ich sofort bei mir: "Mist, wenn da jetzt einer von diesen naseweisen Sackgesichtern auf Tiere in der Massetierhaltung zu sprechen kommt, stürzt meine Analogie ab wie Bill Cosbys Popularität."

Ja, ja. Hast recht, Du superduperwoker Schlingel, Du! =)
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Geändert von Nani (15.08.2022 um 17:17 Uhr).
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Alt 15.08.2022, 17:20   #248
Der Zerquetscher
Moderator
 
Registriert seit: 20.05.2002
Beiträge: 10.230
Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
2. DREADLOCKS: Kann Dich hier absolut nachvollziehen. Ein Klassiker dafür, dass Woke wegen Peanuts ihre Freunde attackieren, statt sich auf die Feinde zu konzentrieren.
Inhaltlich ist aber sogar das berechtigt. Denn was tatsächlich rassistisch ist oder als kulturelle Aneignung empfunden wird, das entscheidet nicht der weiße Mann. Wenn Weiße nach Jahrhunderten voller vorgeschriebener Entscheidung über das Leben von Schwarzen jetzt auch noch bestimmen möchten, was Rassismus ist, dann ist das rassistisch. - Das verstehe sogar ich als Weißer.
Und das ist der Punkt: Es entscheidet eben doch wieder der weiße Mann, was rassistisch ist und was nicht. Die wenigsten Schwarzen stört es doch, wenn Weiße Dreadlocks tragen. Ich glaube sogar, bis auf wenige Ausnahmen, die man sofort vor eine Kamera zerrt, stört es gar niemanden, der schwarz ist. Wen es hingegen stört, sind weiße Selbstdarsteller*%$34INnen, denen ebenfalls im echten Leben niemand mehr zuhört, weil sie alle um sich herum nerven und vergraulen. Also gehen sie auf die Straße (für irgendwas), um gesehen zu werden und Aufmerksamkeit zu bekommen. Sarkasmus an: Dann fällt auch gar nicht so sehr auf, dass es mit dem 08/15 Popelstudium notentechnisch nicht so gut läuft. Und man selbst das nicht vernünftig hinbekommt. Aber muss man ja nicht. Man hat ja Wichtigeres zu tun. Man rettet die Welt!

Für mich ist diese Selbstdarstellerei immer nervig und moralinsauer. Völlig egal, wen ich da lese. Obwohl ich zugebe, dass mich die rechten Putinversteher zurzeit mit Abstand am meisten stören.

Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Das ist ein wichtiger Punkt.
Die größten Idioten, die früher nur besoffen an ihrem Stammtischen die Menge unterhalten haben, sind in den Sozialen Netzwerken überrepräsentiert und liefern durchaus ein falsches Bild.

Allerdings kommt da noch hinzu, dass die (Medien-) Wirtschaft inzwischen in einer Art Symbiose mit diesen Aufregungsjunkies stehen. Das Medium füttert die Leser mit einem Aufreger an, weil die dann kaufen, klicken und weitererzählen. Die Elite der Schwachmaten greift das auf, steigert sich rein und dreht den Dramaregler hoch. Schwupps, das besagte Medium hat eine neue Story. Und diese toxische Impulsflut vergiftet nebenher auch alle anderen Menschen, deren Aufmerksamkeit sie erreicht.
Die intellektuellen "Wackelkandidaten", um es mal positiv zu umschreiben, fangen ebenfalls an, zu einem gewissen Grad Blödsinn zu glauben.
Sensible werden emotional schwer geschädigt und krank gemacht.
Und bei vernünftigen Leuten reichen solche Eskalationen aus, um irgendwann die Schleusen "zu" zu machen, was dann auch bei denen zu geringerer Diskussionsbereitschaft über deren Glaubensinhalten führt.

Ich persönlich kenne bspw. niemanden, der nicht von der Corona-Schwurbler-Bewegung oder auch anderen Anti-Vernunftsnarrativen auf die eine oder andere Weise beeinflusst wurde. Dafür ist das alles einfach zu toxisch.
Sehr interessant, denn mir geht es anders. Im engen Freundeskreis war das bei mir/uns nie Thema. Als Masken notwendig waren, weil die Leute wie die Fliegen gestorben sind, haben wir sie alle getragen, und heute, wo Corona mit Omikron statistisch harmloser ist als eine Grippe, tun wir das nicht mehr. Coronaleugner habe ich weder im Freundes- noch Kollegenkreis, weshalb auch da nie Probleme waren. Aber ansonsten gebe ich Dir völlig Recht. Im Netz, in den Sozialen, im Fitness und auf der Straße gibt es nur noch zwei unversöhnliche Lager.

Zitat:
Zitat von Nani Beitrag anzeigen
Jep. Typischer Fall von Shitstorm-Gesellschaft. Das einzige, wofür Du heutzutage noch nicht automatisch eine Morddrohung bekommst, sind lustige Tierbabyvideos.
Spruch des Monats.

Geändert von Der Zerquetscher (15.08.2022 um 17:22 Uhr).
Der Zerquetscher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.08.2022, 17:32   #249
Goldberg070
Moderator
 
Registriert seit: 15.09.2003
Beiträge: 15.667
Eine Sache möchte ich bezüglich der sozialen Medien mal in den Raum stellen, auch wenn ich dazu keine Zahlen habe:

Wir sprechen davon, dass das, was wir insbesondere auf Facebook lesen, nicht der gesamtgesellschaftliche Konsens sein kann bzw. die Mehrheit der Menschen widerspiegelt. Aber wissen wir das? Ich meine, wir, die wir hier in dem Forum sitzen würde ich durchaus zu den hoch- oder zumindest überdurchschnittlich Gebildeten zählen. Ich weiß, in einem Forum, über einen Sport, in dem sich eingeölte Männer in Badehosen gegenseitig durch einen Ring schubsen und verpürgeln, klingt das ein wenig schräg. Aber dennoch sind auch wir, die wir so vortrefflich und größenteils sehr gesittet diskutieren Teil einer Hochgebildeten-Bubble. Tatsächlich könnte ich mir gut vorstellen, dass der durchschnittliche Max Mustermann tatsächlich mehrheitlich in Deutschland genau so vertreten ist, wie Facebook-Kommentare mit vierstelligen Like-Zahlen es vermuten lassen.

Wie gesagt, ich habe da keine konkreten Zahlen, bin mir aber mit der These, dass wir als doch eher vernünftig denkender Kreis von halbwegs normalen Leuten in Deutschland darstellen, gar nicht so sicher.
__________________
"Wenn du so dumm bist, und AfD wählst... todeslost sein Urgroßvater!" ~Rezo 2021

Geändert von Goldberg070 (15.08.2022 um 17:36 Uhr).
Goldberg070 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.08.2022, 18:22   #250
Riddler
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 27.06.2005
Beiträge: 4.096
Zitat:
Zitat von Goldberg070 Beitrag anzeigen
Eine Sache möchte ich bezüglich der sozialen Medien mal in den Raum stellen, auch wenn ich dazu keine Zahlen habe:

Wir sprechen davon, dass das, was wir insbesondere auf Facebook lesen, nicht der gesamtgesellschaftliche Konsens sein kann bzw. die Mehrheit der Menschen widerspiegelt. Aber wissen wir das? Ich meine, wir, die wir hier in dem Forum sitzen würde ich durchaus zu den hoch- oder zumindest überdurchschnittlich Gebildeten zählen. Ich weiß, in einem Forum, über einen Sport, in dem sich eingeölte Männer in Badehosen gegenseitig durch einen Ring schubsen und verpürgeln, klingt das ein wenig schräg. Aber dennoch sind auch wir, die wir so vortrefflich und größenteils sehr gesittet diskutieren Teil einer Hochgebildeten-Bubble. Tatsächlich könnte ich mir gut vorstellen, dass der durchschnittliche Max Mustermann tatsächlich mehrheitlich in Deutschland genau so vertreten ist, wie Facebook-Kommentare mit vierstelligen Like-Zahlen es vermuten lassen.

Wie gesagt, ich habe da keine konkreten Zahlen, bin mir aber mit der These, dass wir als doch eher vernünftig denkender Kreis von halbwegs normalen Leuten in Deutschland darstellen, gar nicht so sicher.
Konkrete Zahlen brauchst du nicht. Man kann es ja bereits in diesem Unterforum auf 15-20 User runterbrechen, die sich regelmäßig äußern. Dann haben wir auch hier eine nicht erfassbare Menge von Usern, die einfach nur mitlesen, sich aber nicht äußern (wollen?).

Gäbe es hier auch so eine Live-Funktion könnte man dann wahrscheinlich beobachten, dass viele die eine oder andere Ansicht teilen. Dies führt dann unweigerlich - das ist schlichtweg ein unterbewusster, psychologischer Prozess - zu einem Gefühl der Bestätigung oder der Frustration beim Beitragschreiber.

Durch ein anonymisiertes "Belohnungssystem" hat unsere Gesellschaft es erreicht, dass keine Form einer Streitkultur mehr existieren kann. Aktiv seinen Standpunkt zu vertreten, ist mittlerweile einfach anstrengend und dem möchten sich immer weniger aussetzen.
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biologische vielfalt, globale erwärmung, klimagipfel, klimawandel, meeresspiegel, naturschutz, umweltschutz
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