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Alt 04.01.2022, 19:34   #23588
Akira
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 26.03.2008
Beiträge: 2.714
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Zitat von Kain Beitrag anzeigen
Das finde ich ganz allgemein ziemlich lächerlich. Da gibt es eine Szene in "Avengers Endgame" über die sich viele aufgeregt haben. Ist mir völlig unverständlich. Da waren dann halt mal die fünf oder sechs Frauen aus dem Film zusammen zu sehen. Stört mich vielleicht auch nicht, weil es das in den Vorlagen spätestens seit den 70ern gibt. Die Lady Liberators waren da wohl auch viel "woker" als die Damen in "Endgame". Da war schon ein bissel "wir gegen das Patriarchat" dabei. Wenn auch mit einem Augenzwinkern.
Doctor Who habe ich nie gesehen, deshalb kann ich da nicht mitreden. Aber ich weiß genau welche Szene du bei Avengers Endgame meinst. Und ich kann da den Ärger teilweise verstehen. Weil es einfach zu konstruiert und unpassend im Film vorkam. Ich finde es nicht schlimm, dass die Szene so gezeigt wurde. Aber man hätte sie soviel besser inszenieren können...

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Zitat von Humppathetic Beitrag anzeigen
Volker: Dass die zehn erfolgreichsten Filme 1990 intellektuell irgendwie anspruchsvoller waren als die von 2019, sagt ja eher was über das "Sehverhalten" der Zuschauermasse aus. Das heißt indes aber nicht, dass im Schnitt die Filme seit damals dümmer geworden sind. Vielleicht gibt es sogar mehr kluge Filme als damals (zumindest dürfte es mehr Filme über unterschiedlichere Themen geben mit neueren, früher nicht bekannten Ansätzen); man muss nur nach ihnen suchen?

Auf der anderen Seite sehe ich eine Problematik sowohl im woken Hollywood (das ich teilweise unehrlich und inkonsequent finde) als auch in einem Teil der Zuschauerschaft, der zunehmend reaktionär zu werden scheint. Da ist dann jeder feminine Mann gleich eine Schwuchtel, aber auch, wie Volker schon sagt, jeder Kritiker eines vielleicht etwas heuchlerischen Filmzirkus direkt ein Frauenfeind.

Sieht man sehr gut auf unter anderem Youtube und tatsächlich in einem Beispiel: Der Critical Drinker romantisiert alles Frühere, wie es scheint, und seine Kritik an Marvel und Star Wars ist mir auch zu polemisch und undifferenziert. Er erwähnt zwischendurch aber auch die Identitätspolitik von Hollywood oder Disney, die man ja trotzdem kritisieren darf. Es gibt darauf ein Reaktionvideo eines anderen Youtubers. Der bezeichnet ihn tatsächlich unumwunden als Frauenfeind. Manchmal glaubt man, die Menschen sähen nur noch schwarz und weiß. Ein Hoch auf unser Forum. Ein bisschen sowas wie die Insel der Vernunft (wenn sich auch mal gerieben wird) in einem Meer aus Polemik und zerebraler Verweigerungshaltung.
Trifft leider auch den heutigen Zeitgeist wieder: reines schwarz/ weiß Denken. Dann ist es eben auch so, dass Verrisse deutlich mehr "Likes" bekommen als eine gut fundierte und sinnvolle Kritik, die eben sozusagen "grau" ist.
Solche Diskussionen finde ich auch erfrischend und machen Spaß. Sollte mehr davon hier geben.

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Zitat von Duke Skywalker Beitrag anzeigen
Das die Diversität in Filmen mit den Holzhammer serviert bekommen liegt IMO weniger am Einfluss der Woke-Culture, als viel mehr an dem Versuch, in kürze dass wieder gut zu machen, was man Jahrzehnte lang versaut hat. Ich halte ein bisschen Fremdscham aufgrund unbeholfener Versuche gerne aus, wenn gleichzeitig talentierte Personen, die Minderheiten angehören, endlich im Kino eine Stimme erhalten und ihre Anerkennung wächst.
Ich finde viele Filme zwingen sich Diversität leider zu sehr auf, sodass es einfach nicht mehr authentisch wirkt. Dabei gibt es Filme, die das ganz gut meistern. Gab es auch schon früher. Denke ich. Heute habe ich (um mal wieder ein wenig zum eigentlichen Thema zurück zu kommen, denn diese Diskussion verdient eigentlich seinen eigenen Thread) Thelma & Louise angesehen.
Ein Film, der zwei Frauen zeigt, die sich im Film deutlich verändern und im Grunde in den Suizid getrieben werden. Durch eine Problematik, die auch heute noch mehr als präsent ist und die auch das grandiose Promising Young Woman aufzeigt. Was erschreckend ist, dass sich in den 30 Jahren so ziemlich gar nichts getan hat.
Ein paar Jahrzehnte vorher gab es (was nun nur bedingt was mit dem Thema zu tun hat; habe den Film allerdings heute auch ebene erstmals gesehen) Das verflixte 7. Jahr.
Der ist alles andere als divers und ich habe keine Ahnung, ob der Film mittlerweile nicht stark sexistisch ist. Marylin Monroe hat sich mit dieser Rolle unsterblich gemacht, ihr Charakter hat allerdings nicht einmal einen Namen und sie wird eher als Objekt dargestellt. Ich fand den Film dennoch amüsant und unterhaltsam.

Edit: Lustigerweise passend: Cinema strikes back hat heute ein Video hochgeladen zum Thema Frauen in Hollywood.
Ich schaue btw auch gerne Kritiken von bestimmten Leuten an, einfach um auch Zeit zu sparen. Hat bei Matrix 4 jetzt nicht unbedingt geklappt, aber egal.
Aber gerade so Leute wie Robert Hoffmann, BeHaind, Cinema strikes back und Kino+ schaue ich dann doch die ein oder anderen Videos an, weil sie zumindest versuchen zu erklären, wieso ihnen der Film nun eben gefallen hat oder eben nicht. Ist ja erstmal ein subjektives Erlebnis. Bei W. M. Schmitt ist es mir zu anstrengend, wenn es auch ein interessanter Ansatz ist. Aber man sollte nicht vergessen, dass Filme in erster Linie zur Unterhaltung dienen. Zumindest bei mir. Und manchmal auch darüber hinaus.
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Geändert von Akira (04.01.2022 um 19:43 Uhr).
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