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Alt 03.01.2022, 17:31   #3963
Humppathetic
Genickbruch
 
Registriert seit: 20.12.2005
Beiträge: 33.068
Prince, so ein Gespräch hatten wir schon mal im November. Bei allem Respekt vor deiner Kritik und deiner Sorge behauptest du meines Erachtens aber einfach einiges, das entweder die Realität verzerrt, auf Annahmen beruht, schlicht falsch ist oder argumentativ unsinnig. Und wirklich auf Argumente gehst du dann auch nicht ein. Im Gegenteil: Ich bin mir nicht mal sicher, ob du meine Antwort auf deinen Beitrag damals überhaupt gelesen hast. Deinen ganzen Behauptungen, die unrecherchiert wirkten, habe ich recherchierte Zahlen entgegengestellt. Offensichtlich umsonst, denn dein jetziger Beitrag liest sich wieder genauso.

Zitat:
Zitat von PrinceDevitt Beitrag anzeigen
Ich stimme dir zu. Für den der sich impfen lässt, bringt es was (aber auch hier gibt es trotz allem einige schwere Verläufe, das muss man so kommunizieren).
Schwere Vorläufe lassen sich nicht zu 100% ausschließen. Es ist immer noch Medizin, keine Magie. Und du brauchst nur zu schauen, wo in Deutschland die Impfquote am geringsten ist und wo schwere Verläufe von Covid-19 weiterhin ein Problem darstellen, zum Beispiel in Thüringen, das den Notstand ausgerufen hat und Patienten wegen der Überbelastung der Krankenhäuser nach unter anderem Hamburg schickte.

Zitat:
Zitat von PrinceDevitt Beitrag anzeigen
Es verhindert trotzdem nicht in dem Ausmaß das wir bräuchten eine Ansteckung und Übertragung,
Das behauptetest du schon mal. Ich zitiere abermals das Robert-Koch-Institut:

Zitat:
Zitat von Robert-Koch-Institut
Darüber hinaus ist die Virusausscheidung bei Personen, die trotz Impfung eine SARS-CoV-2-Infektion haben, kürzer als bei ungeimpften Personen mit SARS-CoV-2-Infektion. In welchem Maß die Impfung die Übertragung des Virus reduziert, kann derzeit nicht genau quantifiziert werden.
Und ich wiederhole meine Aussage von damals:"Man weiß also noch nicht, ob geimpfte Infizierte das Virus eventuell weniger weitertragen als Leute, die nicht geimpft sind. Dadurch, dass sie das Virus seltener kriegen, ist aber da schon ein Hebel zur Verhinderung betätigt."

Zitat:
Zitat von PrinceDevitt
genau das ist ja wirklich das Problem, also wenn man so leben möchte wie vorher. Ich würde mir auch einen besseren Impfstoff wünschen aber man muss auch langsam mal eingestehen das er das vermutlich nicht ist. Und so lang das nicht der Fall ist finde ich es nicht richtig eine allgemeine Impfpflicht ein zu führen.
Die Wirksamkeit der Grippeimpfung liegt bei Erwachsenen zwischen 59% und 67%, bei deutlich älteren Menschen gar nur bei 41% bis 63%. Komisch, dass dort noch nie gegen die Impfung argumentiert wurde. Die momentanen Impfstoffe gegen Covid-19 bieten bei Delta eine Wirksamkeit von 90%, bei normalem Covid-19 75%. Mehr als 90% wäre quasi nur noch 100%. Die Argumentation erschließt sich mir auch nicht. Wenn du Krebs hast, und der Arzt sagt dir, die Behandlung hat eine wahrscheinliche Wirksamkeit von 5% - verzichtest du dann darauf und stirbst lieber? Wieso sind 95% bei Krebs es wert, die Scheiße trotzdem anzupacken, aber bei der Impfung vor einer potentiell tödlichen Erkrankung reichen bereits 10% bzw. 25% Unsicherheit aus?

Zitat:
Zitat von PrinceDevitt
Denn es suggeriert in meinen Augen wieder das dann nächsten Winter alles gut wird und wie früher. Und das glaube ich einfach nicht wenn ich mir die Lage so anschaue. Es gibt ja Hoffnung, 3 neue Impfstoffe kommen, zwei davon sogar auf Basis üblicher Impfstoffe, vielleicht zeigen die mehr Effektivität und evtl. bringt das die Quote dann auch noch mal hoch, weil ich sicher bin das einige einfach Angst haben vor dem Neuartigen Impfstoff.
Niemand suggeriert ernsthaft, dass nächsten Winter alles wieder gut wird. Aber mit dem Impfstoff ist es nachweislich besser. Die Gesellschaft und das Gesundheitssystem können wieder einen relativ normalen Verlauf nehmen, wenn so viele geimpft sind, dass selbst viele Infizierte keinen Schrecken mehr einjagen müssen. Stattdessen haben wir eine Überlastung der Krankenhäuser dort, wo die Leute sich - zum großen Teil aus Weigerung, Fakten zu akzeptieren, und weil AfD und Co. sie erfolgreich aufhetzen - nicht impfen lassen. Und wer glaubt, Staatsbeamte schössen einem durch die Kanalisation Nadeln in die Wade oder man werde von Bill Gates durch die Impfung unfreiwillig gechippt, den interessiert auch kein neuer Impfstoff - ganz im Gegenteil: Jeder neue Impfstoff wird in Grund und Boden verschwörungstheoretisiert. Das heißt genauer, dass die von dir im November beklagte Desinformation und Verunsicherung größtenteils von Impfgegnern stammt, die bewusst (und sehr einfach nachzuweisen) erst Covid-19 relativierten und dann den Impfstoff diskreditierten. Und was heißt neuartiger Impfstoff? Zwar erst seit 2017 von der WHO zugelassen, aber schon lange in der Testung für zahlreiche Erkrankungen. Der Grippeimpfstoff wurde 1936 erstmals theoretisch möglich, 1942 haben die USA bereits großflächig impfen lassen. Und rate mal was: Auch diese Impfung hat seltene, unerwünschte Nebenwirkungen. Zwei von 1.000.000 Geimpften erkrankt am Guillain-Barré-Syndrom, einer Erkrankung, die eine Letalität von 5% hat.

Zitat:
Zitat von PrinceDevitt
Und ich finde auch, da einige Leute wirklich schwere Erkrankungen bis ja, auch Tod aus einer Impfung raus gehen, so lange darf der Staat das auch nicht vorschreiben. Es stimmt das diese Zahl in Gesamtbetrachtung der verabreichten Dosen sehr gering ist. Aber ob es nun 1000, 2000 oder 3000 sind, das sind Menschen die gestorben sind weil sie diesen Impfstoff nicht vertragen haben
Es gibt bisher keine Studien zur kausalen Korrelation von Covid-19-Impfung und nachfolgendem Tod. Die einzigen Zahlen, die ich zu nach der Impfung Verstorbenen finden konnte, waren aus England. Da sprach man von 1800, die eben nach der Impfung verstarben. Nachdem sie geimpft wurden und weil sie geimpft wurden, sind allerdings zwei gewaltig unterschiedliche Paar Schuhe. Post hoc ergo propter hoc. Es passierte danach, daher passierte es deswegen. Aber selbst, wenn wir annähmen, dass diese 1800 an der Impfung starben: Vor dem Impfstoff betrug die Letalität von Covid-19 2,5%. 50.000.000 Menschen wurden in England (zum Zeitpunkt, als ich die Zahl der 1800 Toten fand) geimpft. Das wären dann also 0,0036%, die durch die Impfung gestorben wären. Mathematisch gesehen, ist diese Argumentation also widersinnig. Anders wird's vielleicht noch klarer: Vor dem Impfstoff starb jeder 40., der an Covid-19 erkrankte. Von der Impfung stirbt jeder 27777. Mensch.

Zitat:
Zitat von PrinceDevitt
und der Staat muss in meinen Augen vorher prüfen woran das liegt, schauen warum es bei einigen diese Wirkung hat und diese dann natürlich von der Impfpflicht befreien.
Genau das ist passiert, nachdem es Fälle von Thrombose bei AstraZeneca gab. Zunächst wrude der Impfstoff sogar grundsätzlich ausgesetzt, bis herausgefunden wurde, was passierte und wer betroffen war. Du forderst also etwas, das eingetreten ist.

Zitat:
Zitat von PrinceDevitt
Ansonsten sehe ich es so, das einige auf staatliche Anordnung schwere Schäden erleiden. Und wenn man das dann hat, also einen effektiven Impfstoff, einen sicheren Impfstoff (bzw. das die, die ihn nicht vertragen befreit sind), dann wäre auch ich für eine Impfpflicht.
Siehe oben.

Zitat:
Zitat von PrinceDevitt
Und genug Impfstoff muss auch zur Verfügung stehen, der uns langsam auch ausgeht. Ich möchte nur meine Meinung sagen, wir werden auch keinen "normalen" Winter haben mit einer Impfquote von 90 oder 100 %. Ich sehe das wirklich nicht.
Hier sieht man, dass der Engpass wohl nicht so gravierend zu sein scheint, wenn man überhaupt von einem sprechen kann. Jemand anders mögen aufdröseln, welche Zahlen gut sind und welche nicht.

Maaßen gerät nach weiteren Verschwörungserzählungen in der CDU unter Druck

Was der Typ mittlerweile vom Stapel lässt ... Hat wahrscheinlich zu oft bekifften Fisch im Restaurant von Antigen-Attila gefuttert.
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How many zombies could Rob Zombie rob, if Rob Zombie would rob zombies?

Geändert von Humppathetic (03.01.2022 um 17:32 Uhr).
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