Thema: Wahljahr 2022
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Alt 12.05.2022, 20:47   #21
rantanplan
Höllen-Rentner
 
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Zitat von Sirius Beitrag anzeigen
Günther ist halt ein Pragmatiker und setzt auf Koopertation. Daher auch die hohen Beliebtheitswerte. In der Coronapolitik wurde zB auch immer die Opposition mit ins Boot geholt, damit Entscheidungen möglichst von allen getragen werden. In der CDU ist er damit ein klarer Gegenpol zu Friedrich Merz, der ja eher konfrontierend agiert.
Das ist halt auch eine Gratwanderung bzw. auch eine Frage der eigenen Situation. Aus der Regierung heraus bzw. aus einer angehenden neuen Regierung heraus kann man solche Angebote leichter machen, die Opposition (und diese Rolle hat Merz) wird nur gefragt, wenn sie benötigt wird - und kann sich dann staatstragend geben, aber ich wüsste nicht, ob das in Deutschland mal honoriert werde.

Die großen Koalitionen im Bund wurden irgendwo auch nie pragmatisch wahrgenommen. 2009 kamen die "kleinen" Parteien von 26,6% auf 37,2%, 2017 von 26,5% auf 41,4% und das Ergebnis haben sie 2021 mit 41,5% gehalten. Umgekehrt war die SPD aus der Opposition heraus 2009 bis 2013 zum Beispiel bei der Eurokrise sehr pragmatisch, was ihr einen Zuwachs von 2,7% brachte.

Spannend ist in dem Zusammenhang aber auch die Rot-Grüne Minderheitsregierung in NRW unter Hannelore Kraft (und damit hätte man den Brückenschlag zur NRW-Wahl): 2010 noch ohne Mehrheit gestartet, hat insbesondere die SPD bis 2012 ganz ordentlich zugelegt.

Klar, Günther hat sehr vieles richtig gemacht - und macht es noch, aber wenn die SPD keine harte Opposition in SH fährt, werden die Wähler halt beim nächsten Mal auch wieder die AfD und die Linke in den Landtag wählen.
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