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Alt 26.04.2013, 10:21   #1
The Showstopper
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UFC 159 steht an, und wie auch bei den letzten PPVs wird es damit wieder Zeit für einen MMA-Roundtable. Und dieses Mal ist der Tisch sogar runder als sonst, denn außer den Stammautoren Ligaradiofan und The Showstopper gibt es dieses Mal mit dem VarsityVillain einen weiteren Schreiber aus dem GB-Team, der seine Einschätzung des Events mit dem Publikum teilen möchte. Und was für ein Event das zu versprechen scheint: Nicht nur, dass sich in den Prelims im dritten Damenkampf der UFC-Geschichte mit Sheila Gaff eine Deutsche im Octagon versuchen darf; auch steht mal wieder ein Titel auf dem Spiel, möglicherweise auch ein Tattoo und auf jeden Fall für viele Fighter auch die Chance, sich wieder ins Titelrennen einzubringen. Wie immer freuen wir uns auf euer Feedback und wünschen euch viel Spaß beim Lesen!

Jim Miller vs. Pat Healy

VarsityVillain:

Aufgrund mangelnder Kenntnis über beide Fighter kann ich zu diesem Kampf nicht sehr viel sagen, aber basierend auf dem wenigen das ich kenne, sehe ich Jim Miller als klaren Favoriten in diesem Kampf, da er Healy einfach in allen Belangen überlegen ist und diesen daher wohl auch 3 Runden lang beherrschen wird. Ein (T)KO werden wird allerdings definitiv nicht zu sehen bekommen, da beiden Kämpfern dafür schlicht und einfach die Knockout-Power fehlt. Höchstens eine gut getimte Submission von Miller könnte diesen Kampf unter Umständen vorzeitig beenden, aber auch das wird wohl nicht passieren, weshalb Miller im Endeffekt deutlich per Punkte den Sieg zugesprochen bekommen wird.
Sieger: Jim Miller via Unanimous Decision

Ligaradiofan:

Die bockstarke Main Card beginnt mit Miller gegen Healy. Ihr Stil ist ähnlich, das heißt wir könnten hier ohne Probleme den Fight of the Night haben. Eine wirkliche Chance für Healy sehe ich allerdings nicht wirklich. In allen Teilaspekten des Kampfes sehe ich Miller vorne. Für Jim ist es ein wichtiger Kampf um weiterhin in der Nähe eines Titleshots zu bleiben. Healy dagegen kann eigentlich nur gewinnen. Ein Finish dürfte es zwar eher nicht geben, dafür drei dominanten Runden des jüngeren Miller-Bruders.
Sieger: Jim Miller

The Showstopper:

Definitiv der heimliche FOTN-Kandidat. Miller gehört zur Spitze in der Lightweight-Division, das hat er mehrfach bewiesen, trotz Niederlagen gegen Gray Maynard, Ben Henderson oder Nate Díaz. Healy hat eine solide Bilanz bei Strikeforce vorzuweisen, auch wenn es an großen Namen in seiner Strikeforce-Kampfhistorie fehlt (wenn man von der Niederlage gegen Josh Thomson absieht). Letztlich dürfte Healey auch keine allzu große Herausforderung für Miller darstellen, der sich damit hoffentlich weiter an ein Rematch mit Henderson herantasten darf.
Sieger: Jim Miller


Phil Davis vs. Vinny Magalhaes

VarsityVillain:

Ein Kampf, der ohne Frage blitzschnell auf den Boden verlagert werden wird, denn dort haben die beiden Kontrahenten definitiv ihre jeweiligen Stärken. Das größte Fragezeichen wird daher auch sein, wer seinen Gegenüber zuerst auf den Boden bringen kann, denn derjenige wird besonders in diesem Kampf einen möglicherweise entscheidenen Vorteil haben, da wie bereits erwähnt beide auf der Matte sehr stark sind. Dort sehe ich auch keinen der zwei wirklich im Vorteil. Beide werden sich wohl gegenseitig neutralisieren und ihrer gemeinsamen Stärke, des Ansetzen einer sehr gefärhrlichen Submission, berauben. Ein Sieger ist daher auch schwer extrem schwer zu tippen, weshalb ich jetzt einfach mal einen enorm unwahrscheinlichen Tipp abgebe und auf einen Draw als Unentschieden setzen. Sollte es nicht so kommen, dann nur weil einer der beiden es wirklich geschafft hat, eine brandgefährliche Submission anzusetzen, wobei ich im Zweifelsfall mein Geld eher auf Vinny Magalhaes setzen würde. Auf jeden Fall haben wir hier potenzielle Kandidaten sowohl für Fight of the Night als auch für Submission of the Night.
Sieger: Draw

Ligaradiofan:

Endlich kommt es zum Kampf der beiden, auf Twitter dauert ihr persönlicher Kleinkrieg mittlerweile schon eine gefühlte Ewigkeit. Sicher dürfte sein, dass der Kampf früher oder später auf der Matte enden wird. Da wird sich dann zeigen wer das bessere MMA-Grappling hat. Im reinen BJJ ist Vinny klar der bessere, aber das muss nichts heißen, denn Davis hat im Oktagon auch schon einige Gegner zur Aufgabe gebracht. Endet der Kampf vorzeitig, sehe ich Vinny vorne, geht es über die Distanz eher Davis. Schwer zu tippen, aber ich entscheide mich einfach mal für Magalhaes.
Sieger: Vinny Magalhaes

The Showstopper:

Ein Do-or-Die Fight für Davis, der nach seiner Niederlage gegen Rashad Evans noch nicht wirklich wieder in der Spur zurück ist. Gleichzeitig stellt sich aber auch die Frage, ob Magalhaes seine positive Entwicklung (6-0 in den letzten 6 Fights) fortführen kann. Am Boden könnte es auf jeden Fall sehr interessant werden, da Magalhaes ein erstklassiger Grappler ist, während auch Davis als All American im Amateur Wrestling durchaus über Skills im Bodenkampf verfügt. Insgesamt dürfte Davis der etwas flexiblere Grappler sein, was aber gegen einen Weltklasse-BJJ-Fighter nicht allzuviel heißen muss. Ich denke, Davis wird vorrangig versuchen, den Fight im Standup zu halten, dort dürften seine Chancen etwas größer sein. Insgesamt gehe ich aber davon aus, dass Pezao sich am Ende aufgrund seines Groundgames durchsetzen dürfte.
Sieger: Vinny Magalhaes


Roy Nelson vs. Cheick Kongo

VarsityVillain:

Der Sieger des Kampfes steht eigentlich bereits jetzt fest, denn Cheick Kongo bewegt sich nicht einmal annähernd auf dem Niveau von "Big Country" Roy Nelson, weshalb nur noch abzuwarten bleibt, wann und wie der Kampf zu dessen Gunsten entschieden wird, was stark davon abhängen wird, wie Nelson diesen Kampf angehen wird und ob er Kongo gerechtfertigerter Weise auf die leichte Schulter nehmen und mit diesem spielen wird. Falls nicht, wird Kongo wohl einen absoluten Glückstreffer brauchen, um überhaupt eine geringen Sieg-Chance habe. Diesen Glückstreffer wird Roy mit all seiner Erfahrung allerdings kaum zulassen und daher Kongo in der ersten, spätetens in der zweiten Runde humorlos zu Boden schicken und spätetens dort brutal ausknocken.
Sieger: Roy Nelson via KO (Round 1)

Ligaradiofan:

Der Ausgang des Kampfes hängt stark davon ab, wer als dritter Mann mit im Oktagon steht. Auf Geschlechtsneutralität wird bewusst verzichtet, das würde ja heißen Kim Winslow wäre der Referee... Warum ist das wichtig? Kongo kann den Kampf eigentlich nur durch den wiederholten Einsatz seiner stärksten Offensivaktion gewinnen – dem Knee to the Groin. Von Big Country würde ich mir wünschen, dass wir endlich mal seine Grapplins-Skills sehen, er könnte Kongo locker submitten. Ich vermute allerdings, dass er sich wie schon gegen Mirko Cro Cop oder Junior dos Santos auf einen Schlagabtausch einlässt. In dem Fall hoffe ich, dass sein Chin weiterhin hält.
Sieger: Roy Nelson

The Showstopper:

Wenngleich es kein Leckerbissen zu werden verspricht, so könnte es bei diesem Kampf bereits um einen der Boni gehen: Sowohl Big Country als auch Kongo sind Fighter, die den Kampf lieber im Standup betreiben, was eine lustige Angelegenheit werden kann, aber nicht muss. Die Frage wird sein, ob Kongo wieder seine schmutzigen Tricks auspackt, oder ob es dieses Mal einen Referee gibt, der auch auf solche Kleinigkeiten achtet. Würde es auf den Boden gehen, wäre Kongo Nelson wohl gnadenlos ausgeliefert. Ansonsten bleibt zu hoffen, dass Big Country seinem Ruf, fast unstoppbar zu sein (nur eine seiner 7 Niederlagen war vorzeitig), gerecht wird und den Franzosen auf die Bretter schickt.
Sieger: Roy Nelson


Michael Bisping vs. Alan Belcher

VarsityVillain:

Allein für seinen göttlichen Akzent würde ich Michael Bisping den Sieg wünschen, aber ob das passieren wird? Schwer zu sagen, für mich persönlich sogar der am schwersten vorherzusagende Kampf des gesamten Abend, denn beide sind aus meiner Sicht in der Top 5 im Middleweight, weshalb am Ende auch die vielzitierten wenigen Prozente über Sieg oder Niederlage entscheiden werden. Nur wer der beiden kann genau diese Extraleistung abrufen und sihc dafür mit diesem Triumph belohnen? Meine Antwort: Alan "The Talent" Belcher wird es machen. Denn auch wenn ihm Bisping im Standup Striking deutlich überlegen ist, hat Belcher den Vorteil eines wahren Allround-Talentes und Bisping ist am Boden relativ schwach. Sollte Belcher "The Count" wirklich effektiv dort hin bringen und handeln können, was ihm letzlich zu einem Sieg durch TKO verhelfen wird. Im Anschluss sehe ich für ihn entweder einen Titelkampf gegen Anderson Silva (unwahrscheinlich) oder einen Rückkampf von UFC 155 gegen Yushin Okami (wahrscheinlich).
Sieger: Alan Belcher via TKO

Ligaradiofan:

Steht die Wette zwischen beiden jetzt eigentlich? Vor ein paar Wochen hieß es ja mal, dass Belcher sich den Union Jack tätowieren lässt sollte er durch (T)KO in der ersten Runde verlieren, und Bisping sollte sich umgekehrt Johnny Cash auf den Oberarm stechen lassen. Eigentlich ein sicherer Deal für Belcher, ist Bisping doch so gar nicht für seine Knockout-Power bekannt. Ich vermute mal stark, dass der Kampf gar nicht mit einem Finish endet. Auch wenn es gegen Okami anders aussah halte ich Belcher weiterhin für underrated, Bisping sehe ich allerdings als Top 3-Middleweight. Damit ist auch klar, wen ich vorne sehe, Bisping wird es mit seiner altbekannten Taktik zu einem Sieg durch Decision bringen.
Sieger: Michael Bisping

The Showstopper:

Belcher war in den letzten Jahren im Aufwind, daran hat auch die Niederlage gegen Okami wenig ändern können. Mit Bisping bekommt er jetzt jedoch einen Gegner, der nach wie vor zur Spitze der Middleweight-Division gehört, auch wenn es bei ihm offensichtlich nicht für den ganz großen Sprung ins Title Picture reichen dürfte. Ein Sieg über Belcher könnte das natürlich ändern, genauso wie ein Sieg Belchers diesen ganz nah an den Titel herantragen dürfte. Belchers Vorteil liegt eindeutig in seinem besseren Striking, Bisping dürfte hingegen taktisch besser geschult sein. Dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass Bisping seine übliche Strategie durchziehen kann, und so wird es letztlich Belcher sein, der sich am Ende knapp durchsetzen kann.
Sieger: Alan Belcher


UFC Light Heavyweight Title: Jon Jones (c) vs. Chael Sonnen

VarsityVillain:

Ein Mainevent, der mit der enorm starken 17. Staffel von The Ultimate Fighter sehr gut aufgebaut wurde. Natürlich wäre es noch besser gewesen, wenn die beiden Coaches auch mal richtig heftig Stress miteinander gehabt hätten, aber seien wir doch mal ehrlich: Ein trashtalkender Chael P. Sonnen hätte doch vorne und hinten nicht in den neuen Stil der Sendung gepasst oder? Und wenn wir schon bei Trashtalk sind. Natürlich hat sich Sonnen seinen Weg in diesen Kampf geredet und nicht einmal annähernd erkämpft, aber was kann Sonnen schon für die momentane Schwächephase der Division und dem Fehlen neuer Contender? Richtig, gar nichts und damti auch auf zur Analyse, ob Sonnen trotzdem eine Chance gegen Jones hat. Eine Analyse, die nicht leicht ist, denn schließlich musste Jones noch nie einen Takedown einstecken und sich in den Bodenkampf begeben, wo sein Größen- und Reichweitenvorteil ihm nicht mehr viel bringen werden. Daher wird es für Chael sehr wichtig sein, früh einen ersten erfolgreichen Takedown zu schaffen und Jones möglichst am Boden zu halten. Je nachdem wie Jones sich dann auf diesem für ihn ungewohnten Terrain verhält, wird dies auch enormen Einfluss auf den Kampfausgang haben. Wird er nervös, wird Sonnen diese Chance ergreifen und ihn im Ground and Pound finishen. Davon ist allerdings nicht auszugehen, weshalb ich eher einen Kampf erwarte, der frühestens in den Championship-Runden entschieden werden wird. Für noch wahrscheinlicher halte ich allerdings eine Entscheidung nacn 5 Runden, wobei Sonnen aufgrund seiner Takedowns zum Sieger und neuen UFC Light Heavyweight Champion durch Split Decision gekrönt wird.
Sieger: Chael Sonnen via Split Decision

Ligaradiofan:

Es ist noch gar nicht so lange her, da galt die Light Heavyweight Division als Flagschiff von Ultimate Fighting Championship. Es ist zwar im letzten Jahr etwas Bewegung durch Alexander Gustafsson oder Glover Teixeira in die Division gekommen, trotzdem sehe ich sie aktuell als – was Contender angeht – am schwächsten besetzte Gewichtsklasse an. So war es für Chael P. Sonnen kein Problem sich in einen weiteren Titelkampf zu reden, den er dieses Mal auf keinen Fall verdient hat. Auch wenn ich die aktuelle TUF-Staffel sehr gut fand, ist es doch etwas schade, dass die beiden Coaches so gar nicht aneinander geraten sind. Dementsprechend kann man den Kampf auch nicht hypen wie seinerzeit Matt Hughes vs. Matt Serra oder Quinton Jackson vs. Rashad Evans. Bleibt noch zu klären ob Sonnen überhaupt eine Chance hat. In meinen Augen nur, wenn er es schafft Jones auf die Matte zu bringen, denn dort wurde der Champion noch nie getestet. Im Gegensatz zu Anderson kann Jon allerdings ein paar Wrestling Credentials vorzeigen. Vor einem Takedown bewahren dürfte ihn das nicht, für die Titelverteidigung reichts allerdings.
Sieger: Jon Jones

The Showstopper:

Eine der verrücktesten Stories der letzten Jahre findet nun ihren Höhepunkt: Nach zwei gescheiterten Titlechancen Sonnens im Middleweight, einem late Replacement, einem geplatzten PPV, einer überraschend friedlich verlaufenen TUF-Staffel und unerwartet wenig bösem Blut im Vorfeld des Fights treffen nun endlich Jonny "Bones" Jones und Chael Sonnen aufeinander. Und ich wäre nicht besonders überrascht, wenn sich der PPV trotz des relativ harmlosen verbalen Vorgeplänkels und des für einige Experten offensichtlichen Mismatches dennoch recht gut verkaufen dürfte: Jones kommt beim Publikum recht gut an und hat schon bei seinen letzten Fights solide Buyrates eingefahren, und Sonnen versteht es sowieso wie kaum ein zweiter in der UFC, seinen Fight und seine Events vernünftig zu vermarkten. Die Frage, die sich nun stellt, ist die, ob der Kampf wirklich das befürchtete Mismatch ist: Fakt ist, dass Jones ein recht präziser Striker ist, dessen Groundgame aus meiner Sicht unterschätzt wird; er ist und bleibt ein passabler Freistilringer mit guten Submission-Skills. Auf der anderen Seite haben wir Sonnen, der zwar im Gegensatz zu Jones nicht mehr über dessen jugendliche Agilität verfügt, dafür aber sehr routiniert ist und sich sowohl im Striking als auch im Groundgame nicht verstecken muss. Viel dürfte es dementsprechend ausmachen, welchen Gameplan Greg Jackson seinem Schützling Jones mit auf den Weg gibt. Es wird nicht reichen, den Kampf im Standup zu halten, dafür sind Sonnens Takedown-Skills zu stark. Wichtig wird es sein, Sonnens Ground & Pound zu verhindern und ihn auf Dauer zu zermürben. Je länger der Fight dauert, desto größer ist aus meiner Sicht die Chance auf ein Finish zugunsten des Champs. Aber auch, wenn es über die volle Distanz geht, dürfte Jones als Sieger aus dem Duell hervorgehen.
Sieger: Jon Jones
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"Habe grade ein "AfRo liest" aufgenommen und erst beim Schneiden bemerkt, dass man außer Onaniergeräuschen nichts hören kann." (AfRotaker)
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Zitat von The Viddy Classic: "Ich will Cena. Nachts und im Ring. Manchmal auch Beides."
TNMania: 1x Boardhell Champion
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