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Eine Schippe Geschichte

In dieser von verschiedenen Mitarbeitern übersetzten Reihe kann man in erster Linie ungeordnete Artikeln aus den WAWLI Papers finden. Die Reihe "Wrestling As We Liked It" stammt aus der Feder von J. Michael Kenyon, seines Zeichens einer der Wrestlinghistoriker mit der größten Fülle an Wissen. Die WAWLI Papers sind eine per e-Mail verschickte Onlinepublikation, mit der versucht werden sollte, bei den Wrestlingfans Interesse an einer Ära ihres Sports zu wecken, die schon lange zurückliegt und deshalb kaum noch Beachtung findet. Hier könnt ihr die 42 bisherigen Ausgaben unserer "Schippe Geschichte" nachlesen.
Kapitel

21. Januar 1930: Wirrwarr um den Champion-Titel: Ein Brief
Wirrwarr um den Champion-Titel: Ein Brief

Der folgende Brief wurde von James G. Brown, Manager von Champion Gus Sonnenberg, an John W. Driskill, seines Zeichens Sekretär der National Boxing Association, gesendet.

Boston, Massachusetts, 21. Jänner 1930

Mr. John W. Driskill Secretary, National Boxing Association
1008 Ingalls Building 6
East Fourth St.
Cincinnati, Ohio


Sehr geehrter Herr!

Ihr Brief vom 10. Jänner an Gus Sonnenberg wurde an mich zur Beantwortung weitergeleitet, und ich habe ihn sorgfältig studiert, bevor ich Ihnen diese Antwort übersende.

Als erstes möchte ich mich bei Ihnen für Ihr freundliches Angebot bedanken, Gus Sonnenberg zu erlauben, in Ihrem Elimination Turnier anzutreten, welches Sie in naher Zukunft planen.

Vor einiger Zeit schrieb Paul Prehn, der zu dieser Zeit Vorsitzender der Illinios Athletic Commission war, viele Briefe an verschiedene Promoter und Vereinigungen in den gesamten Vereinigten Staaten. In diesen Briefen ersuchte Mr. Prehn, daß Ed Lewis von allen Vereinigungen und Promotern als World Heavyweight Champion anerkannt wird. Einige Zeit später verschickte Mr. Prehn eine weitere Serie Briefe an Vereinigungen und Promoter landesweit, in denen er erklärte, daß Ed "Strangler" Lewis und Joe Stecher in St. Louis, Montana, zu einem Championship-Match aufeinandertreffen werden. Des weiteren verlautbarte Mr. Prehn, daß der Sieger dieses Matches zum „Champion Heavyweight Wrestler of the world“ erklärt wird, und daß er diesen Titel mindestens einmal in sechs Monaten verteidigen müßte. Zwei dieser Briefe, die Mr. Prehn geschrieben hatte, liegen nun vor mir, während ich diesen Brief schreibe. Es ist eine Tatsache der Geschichte, daß Ed "Strangler" Lewis Joe Stecher in diesem Match in St. Louis besiegt hat, und daß er seinen Titel erfolgreich verteidigt hat, bis er am 4. Jänner 1929 im Boston Garden gegen Gus Sonnenberg angetreten ist. Es ist ebenfalls eine geschichtliche Tatsache, daß Gus Sonnenberg in diesem Titelmatch Ed "Strangler" Lewis besiegt hat. Seitdem hat Sonnenberg Ed "Strangler" Lewis, Dan Koloff, Joe Stecher, Marin Pleština, Joe Malcewicz, Stanley Stasiak, Pat McGill und viele weitere besiegt.

Geht man von Mr. Prehns eigenen Voraussetzungen aus, dann macht dies Gus Sonnenberg zweifelsohne zum „Champion Heavyweight Wrestler of the world“. Nun behaupten Sie in Ihrem Schreiben, daß Richard Schikat, John Pesek, Jim Londos und Peter Sauer (Ray Steele) für die logischen Anwärter gehalten werden, um gemeinsam mit Sonnenberg um den Titel zu kämpfen.

Ihr Untersuchungskomitee macht sich mit dieser Auswahl zumindest eines von drei möglichen Fehlern schuldig. Entweder kennen sie sich nicht mit dem Können von richtigen Wrestlern aus, oder sie haben ein sehr schlechtes Urteilsvermögen. Oder aber sie behandeln einige Leute unfair, indem sie andere bevorzugen.

Dick Shikat wurde von Jim Londos und Wladek Zbyszko besiegt. Jim Browning gab in einem privaten Match gegen Pat McGill auf und hat gegen Wrestler wie Nick Lutze, Renato Gardini, Dick Daviscourt und andere entweder verloren oder bestenfalls ein Unentschieden erreicht.

John Pesek ist viele Male von Ed "Strangler" Lewis, Joe Stecher, Stanislaus Zbyszko, Jim Londos, Toots Mondt, Nick Lutze und anderen besiegt worden.

Jim Londos wurde besiegt von folgenden Wrestlern: Wladek Zbyszko, Stan Zbyszko, Ed "Strangler" Lewis, Joe Stecher, Earl Caddock, Joe Malcewicz, Renato Gardini, George Calza, Dick Daviscourt und vielen anderen.

Pete Sauer, alias Ray Steele, ist schon so oft besiegt worden, daß es schwer nachzuvollziehen ist, wie ein seriöses Komitee ihn tatsächlich als Herausforderer für den Schwergewichtstitel in Betracht ziehen kann.

Ich denke, das illustriert meine Meinung über die von Ihrem Komitee ausgesuchten Herausforderer, und es beweist jedem fairen Beobachter, daß die Auswahl dieser Herausforderer nicht gerecht war. Ein Turnier zwischen diesen Wrestlern, wie Sie es vorschlagen, würde weder etwas beweisen noch entscheiden – es würde nur den Boden für weitere Streitereien ebnen.

Das einzige Turnier, das Licht in die gegenwärtigen Umstände bringen würde, wäre ein legitimes Elimination Turnier, das jedem Wrestler der Welt offensteht, der denkt wrestlen zu können, ein Paar Trainingshosen anhat und genug Vertrauen in sein eigenes Können. Solch ein Turnier, wie ich es hier beschreibe, wird gerade vorbereitet unter der Leitung von General John V. Clinin, dem Vorsitzenden der Illinois Athletic Commission. Das ist die einzige faire und sportlich richtige Art, diese Diskussion zu beenden. Als General Clinin mit der Idee zu mir gekommen ist, Sonnenberg gegen den Sieger aus solch einem Turnier antreten zu lassen, war ich der erste, der sofort zugestimmt hat.

Nachdem Sonnenberg seinen Titel anständig und ehrlich im Wettkampf gewonnen hat, denke ich, daß es nur wenig fair ist, von ihm zu verlangen, ihn noch einmal im Zuge eines Elimination Turniers zu gewinnen. Noch nie zuvor in der Sportgeschichte habe ich davon gehört, daß von einem Champion verlangt wurde, seinen Titel ein zweites Mal zu gewinnen. Die Pflicht eines Champions ist es, seinen Titel zu verteidigen, nachdem er ihn gewonnen hat, und nicht ihn immer und immer wieder erneut gewinnen zu müssen.

Wie ich schon zuvor ausgeführt habe, bin ich jederzeit bereit, Sonnenberg verpflichten zu lassen, den Sieger aus jedem legitimen Turnier zu treffen, das allen Wrestlern der Welt offensteht. Ich behaupte, daß ein Turnier, wie Sie es vorschlagen, eine Handvoll Wrestler bevorzugt, und dabei 50 oder 60 Wrestler aus den ganzen USA auf der Strecke bleiben. Diese wären höchst unbefriedigt, und viele Gruppen würden sich weiterstreiten, genauso wie es jetzt schon geschieht. In weiterer Folge muß ich Ihnen abschlagen, daß Champion Gus Sonnenberg in einem Ausscheidungswettbewerb jedweder Art teilnimmt, auch wenn ich die Ehre zu schätzen weiß, welche ihm durch Ihren Vorschlag, in dem Turnier anzutreten, zuteil geworden ist.

Wie auch immer – lassen Sie mich abschließend noch sagen, daß sollten Sie sich jemals dazu entschließen, ein richtiges, legitimes Turnier zu veranstalten, werde ich der erste sein, der Ihre Bemühungen zu schätzen weiß, und ich werde der erste sein, der einem Aufeinandertreffen zwischen Gus und dem Sieger so eines Wettbewerbs zustimmen wird.

Mit der Einschätzung, daß dieses Schreiben meine Ansichten klar darlegt, verbleibe ich

Hochachtungsvoll,

James G. Brown,
Manager von Gus Sonnenberg, World's Champion Heavyweight Wrestler
 
 
 
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