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Mexiko: El Hijo del Aníbal gestorben

In den vergangenen Wochen hatte es im mexikanischen Lucha Libre zahlreiche Todesfälle gegeben, über die wir nicht separat berichtet haben, da es sich zumeist um Wrestler mit wenig überregionaler Bedeutung gehandelt hatte. Nun hat es wieder einen etwas größeren Namen erwischt: El Hijo del Aníbal ist gestorben. Vor etwa zehn Tagen hatten sich bei ihm erste Symptome einer Infektion mit Covid-19 gezeigt, die sich nach und nach immer weiter verschlimmerten, und heute ist er der Krankheit zum Opfer gefallen. El Hijo del Aníbal, dessen bürgerlicher Name niemals bekannt wurde, wurde fünfzig Jahre alt. Damit hat er noch nicht einmal das Alter seines legendären Vaters Aníbal erreicht, der anno 1994 im Alter von 53 Jahren an einem Hirntumor gestorben war.

Lange Zeit war unklar gewesen, ob El Hijo del Aníbal wirklich der Sohn des Originals war, die englischsprachige Wikipedia stellt dies beispielsweise noch bis heute in Frage. Als sich abzeichnete, dass der berühmte Aníbal aufgrund seiner Krankheit nicht mehr lange in den Ring steigen konnte, hatte man ein Mask vs. Mask Match gegen Máscara Año Dos Mil angesetzt, bei dem er seine Maske verlor. Damals hatte ein Sohn Aníbals die Maske seines berühmten Vaters abgenommen und geschworen, diesen irgendwann zu rächen. Es handelte sich jedoch um einen anderen jungen Mann, einen Stiefbruder des späteren El Hijo del Aníbal. Einige Zeit war öffentlich davon ausgegangen worden, dass jener Stiefbruder das Gimmick des Vaters übernehmen wurde, Aníbal überreichte seine Maske jedoch einem Wrestler, der zu jener Zeit als "Black Troop" unterwegs war. Damals wurde die Vermutung laut, Aníbal hätte sein Gimmick an diesen verkauft, um seine Behandlung bezahlen zu können. Dieses Gerücht blieb später an El Hijo del Aníbal - denn niemand anderes war "Black Troop" - kleben.

Tatsächlich hatte El Hijo del Aníbal bis dahin unter Gran Cochisse und dem legendären Diablo Velazco in der Arena Coliseo von Guadalajara trainiert, ohne den beiden Männern mitzuteilen, wer sein Vater war. Und auch nachdem ihm das Recht zugesprochen wurde, die Familienehre weiterzutragen, kämpfte er erstmal einige Monate als "La Saeta Azul" (einem Spitznamen seines Vaters), ehe er endgültig dessen Maske und Gimmick übernahm. Seine ersten Gehversuche als "El Hijo del Aníbal" absolvierte er in der damals schon komplett abgewirtschafteten Liga Lucha Libre Internaciónal (der UWA). Diese hielten jedoch nicht lange vor, denn als sein Vater starb, zog er sich erst einmal für mehrere Jahre weitgehend zurück.

Anlass für seine Rückkehr ins Wrestlinggeschäft war eine Fehde, die Promoter Benjamin Mora in Tijuana inszenierte. Dort kämpften Kato Kung Lee Jr. und ein falscher Aníbal Jr. (Súper Ángel), was zur Demaskierung des Letztgenannten führte. Gegen die unabgesprochene Verwendung des Gimmicks leitete El Hijo del Aníbal rechtliche Schritte ein und kündigte im gleichen Atemzug an, fortan selbst wieder in den Ring zu steigen. Zunächst kämpfte er eine Weile für das Consejo Mundial de Lucha Libre, unternahm unter der Ägide der Liga gemeinsam mit Atlantis einen Ausflug nach Japan, um an der "Fukumen World League" von Michinoku Pro Wrestling teilzunehmen, und wechselte dann zur AAA. Ein richtiger Durchbruch gelang ihm jedoch nicht. Die IWRG entschied sich im Jahr 2008, ihn zu einem ihrer Topstars zu pushen, doch die Planungen zerschlugen sich im Laufe der Zeit.

Parallel dazu begann El Hijo del Aníbal damit, selbst Shows zu veranstalten und Wrestler zu trainieren. In diesem Atemzug wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass er sich "sehr enge Verbindungen" zur Box- und Wrestlingkommission des Estado de México aufgebaut haben soll. Für seine Arbeit hinter den Kulissen erarbeitete er sich in den Folgejahren einen größeren Ruf als für seine Leistungen im Ring. Letztere konnte man fortan nur noch im Independent-Bereich erleben. Die aktive Karriere wurde immer wieder unterbrochen, etwa als sich eine Blinddarmentzündung zu einer Bauchfellentzündung weiterenwickelte, die beinahe tödlich verlief und ihn mehr als ein Jahr seiner Karriere kostete.

Erst vor einigen Monaten tauchte El Hijo del Aníbal wieder in den Lucha-Libre-Medien auf, allerdings aus einem sehr unschönen Anlass: Im Zuge der #MeToo-Bewegung wurden von der Wrestlerin Princesa Azul schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben, die bis dahin als seine Tochter vermarktet wurde. Tatsächlich handelte es sich gar nicht um eine Tochter von ihm, sondern um eine Schülerin, die das Aníbal-Gimmick weiterbenutzen sollte. Princesa Azul gab damals bekannt, dass El Hijo del Aníbal versucht hatte, sie zu sexuellen Handlungen zu erpressen, wenn sie weiter das Gimmick nutzen wollte. El Hijo del Aníbal behauptete im Gegenzug, ihre Vorwürfe seien eine Retourkutsche, weil er sie aufgefordert hatte, das Aníbal-Gimmick abzulegen, weil ihm ihre Outfits für den Namen unangemessen erschienen waren. Die beiden lieferten sich über die Medien eine Schlammschlacht, und wie es heißt, soll El Hijo del Aníbal seinen Einfluss hinter den Kulissen dazu ausgenutzt haben, dafür zu sorgen, dass Princesa Azul nicht mehr von anderen Veranstaltern gebucht wird.

Nun ist El Hijo del Aníbal also gestorben. Das Team von Genickbruch drückt den Hinterbliebenen und Freunden des streitbaren Wrestlers und Offiziellen sein Mitgefühl aus.


Benutzerkommentare auf dem Boardhell
KR790799
23.01.2021, 21:36 Uhr
Einloggen und zitieren
R.I.P.
Ein weiteres Opfer von COVID-19 und dabei auch wieder so ein junges. Zehn Tage ist echt schnell.
Traurig und beängstigend.
f3L1n0
25.01.2021, 2:06 Uhr
Einloggen und zitieren
Bei der Princesa Azul Sache sah Hijo del Anibal richtig mies. Daran was er im Ring drauf hatte, kann ich mich gar nicht erinnern. Trotzdem natürlich, 50 ist echt kein Alter. Scheiss Virus, die Zustände in Mexico sind bestimmt viel schlimmer als die offiziellen Zahlen sagen, so viele Wrestler wie es jetzt schon erwischt hat.

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