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Die Meinungsmacher

Seit Anfang April 2008 haben die User von Genickbruch die Möglichkeit, ihre Meinungen zu Wrestlern und Veranstaltungen im Biografie- und Veranstaltungsarchiv mitzuteilen und Noten zu vergeben. Seitdem wurden 41.878 Kommentare abgegeben und 567.893 Zensuren verteilt. Hier findet ihr eine umfangreiche Übersicht über alles, was Genickbruchs Meinungsmacher verzapft haben.
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DetlefSchrempfFan
MeinungsbilanzDetlefSchrempfFan schrieb 35 Wortkommentare.
BoardhellDetlefSchrempfFan schrieb 22 Beiträge in Genickbruchs Diskussionsforum, dem Boardhell.

Notenspiegel Note 1 Note 2 Note 3 Note 4 Note 5 Note 6 Schnitt
Wrestler771222438349162.92
Tag Teams2000001.00
Stables1101103.00
Shows1152203.27
Ligen4652102.44
Titel3101102.33

Meinungen
Wrestler
Tag Teams
Stables
Shows
Ligen
Titel

Meinungsliste
DetlefSchrempfFan
11.06.2020 15:00 Uhr
vergab Note 4
AEW Dynamite #36 (10. Juni 2020)
Was gut war:
- Chris Jericho
- der Opener, auf den ich gleich ausführlicher eingehen werde
- Promo von Dustin Rhodes (der Mann opfert sich selbst für die Liga quasi auf und tut alles, um dem restlichen Kader wie ein guter Assistent zuzuarbeiten - leider ist vieles von dem, was um ihn herum stattfindet, größtenteils dermaßen schwach und unprofessionell, dass er wie ein Star wirkt)
- die Gunns
- Cage (gute Präsenz)
- Cody Rhodes

Was schlecht war:
- Promo der Bucks, die eine der schwächsten Promos war, die ich in meinem Leben gehört habe
- Darby Allin
- Orange Cassidy und Chuck Taylor
- MJF
- The Dark Order

Zum Tag Team Match im Opener - hat mir gefallen. Durchdachtes Match zwischen zwei seriös arbeitenden Teams. ** 1/2 auf meiner Skala und damit eines der besten AEW Matches seit Gründung der Liga. Positiv überrascht haben mich hier FTR, die aussehen wie zwei dicke kleine Familienväter in ihren Spät-40ern, die aber tatsächlich arbeiten können.

Fazit: Ansehnliche Show. Das Damen-Match hat mir diesmal nicht besonders gefallen, weil zu overbooked - Einzelkämpfe waren in der Division meiner Ansicht nach in der Vergangenheit besser aufgebaut. Davon abgesehen haben mich viele der diversen Handlungen der Show erneut desinteressiert zurückgelassen und Tiefgang missen lassen.
DetlefSchrempfFan
07.06.2020 17:47 Uhr
vergab Note 1
Lars Sullivan
Der Hervorstechende aus einer verschwindend geringen Gruppe von Pro Wrestlern, die in den vergangenen 20 Jahren debütiert sind und tatsächlich hingebungsvoll an ihrem Look und ihren technischen Fertigkeiten gearbeitet haben und der erste Mann seit über 20 Jahren, den ich in der Tradition eines King Kong Brody oder eines Big Van Vader einordnen würde. Der Unvergleichliche in einer Generation von Gleichen. Ich hoffe, dass er trotz aller Umstände noch eine große Rolle in diesem Geschäft spielen wird - es ist ein Geist des Guten in dem Übel, zög ihn der Mensch nur achtsam da heraus.
DetlefSchrempfFan
04.06.2020 14:59 Uhr
vergab Note 4
AEW Dynamite #35 (3. Juni 2020)
Was gut war:
- Tully Blanchard und Shawn Spears
- Brian Cage
- Hardys Interaktion mit Guevara
- Chris Jericho
- mit Abstrichen die drei abschließenden Matches, die ich alle als grundsolide empfunden habe
- die Darstellung aller Titel

Was schlecht war:
- undifferenziert vorgetragene politische Kommentare im Pro Wrestling
- Aussehen, Antics und Technik von Jimmy Havoc
- Darby Allin
- Orange Cassidy
- Best Friends
- die Ankündigung dass die Best Friends nächste Woche ein Match haben werden

Fazit: Das Solide hat überwogen, daher insgesamt eine ansehnliche Show. Rhodes sieht aus und arbeitet wie ein Star. Meine heimliche Hoffnung ist, dass Shawn Spears in den kommenden Wochen eine ernsthaftere Rolle erhält und die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden. Ich würde ihn gerne in einem längeren Programm mit den Gunns sehen, das in den Dark-Programmen und gelegentlichen Interaktionen während des Haupt-Programms bereits angedeutet wurde.
DetlefSchrempfFan
29.05.2020 23:57 Uhr
vergab Note 2
Takeshi Morishima
Archetyp einer verlorenen japanischen Pro-Wrestling-Generation, die dachte, dass die fetten Jahre immer weitergehen würden und den Absprung nicht geschafft hat. Die GAEA Girls sind bei den Herren angekommen. Morishimas Unfähigkeit, das Game und seine Rolle hinter sich zu lassen, ist dabei angesichts seiner privaten Verfehlungen und seines nach außen getragenen Selbstverständnisses in den vergangenen Jahren besonders tragisch, aber auch eine hervorragende Metapher auf die Symptome, an denen die japanische Gesellschaft generell krankt und die angesichts der ähnlichen Gesellschaftsstrukturen auch sehr gut auf Deutschland übertragbar sind. Ich fand ihn gut im Ring. Schlag' weiter Cartwheels, großes Baby - schlag' Cartwheels in den Sonnenuntergang!
DetlefSchrempfFan
28.05.2020 20:13 Uhr
vergab Note 5
AEW Dynamite #34 (27. Mai 2020)
Was gut war:
- Chris Jericho
- Brian Cage
- Shida Vs. Jaynes
- Rhodes-Promo (wenn auch nichts was hängen bleibt; im Prinzip eine solide Promo, wobei Solides bei dieser Liga in Relation bereits angenehm heraussticht)
- mit Abstrichen Luchasaurus und Wardlow
- Billy und Austin Gunn
- halbnackte Cheerleaderinnen im Jahr 2020 im Live-Fernsehen nach dem Main Event bei einem Unternehmen mit SJW-Anspruch

Was schlecht war:
- chinesischer Staatszirkus im Opener
- Outfits von Butcher & Blade
- Fehler in Inhalt und Delivery bei der Taz-Promo
- Tonprobleme bei der Omega / Page - Promo
- MJF-Promo unterhalb Mean-Street-Posse-Niveau
- dass Jimmy Havoc, Jungle Boy, Luther, Marko Stunt, Brandon Cutler, Peter Avalon und Orange Cassidy eine Existenz im Pro Wrestling haben
- nochmal fett unterstrichen: Luther, der Anfang der 90er bei einer durchgeknallten Hardcore-Entertainment-Liga in Japan, in der alles möglich war, bereits locker als absurdeste Knalltüte und schlechtester Worker durchging, im Jahr 2020 im Live-Fernsehen im Main Event bei einem Unternehmen mit globalem Anspruch

Was dann am Ende der Show passiert ist verdient einen Extra-Eintrag. Mike Tyson kommt im Jahr 2020 mit Belfort, Evans und irgendjemandem, den ich nicht kenne, der sehr klein ist und mich nicht die Bohne interessiert, in den Ring und zettelt eine Schlägerei an, die so aussieht, als ob sich ein paar alte Säcke und eine große Menge amerikanischer Durchschnitts-Männer aneinander reiben und Chris Jericho befindet sich inmitten alldessen. Ich war mir nicht sicher ob ich darüber lachen, weinen oder Kindern in Sehweite die Augen zuhalten soll. Die ganze Szene ist vollkommen absurd, unglaubwürdig und evtl. unfreiwillig witzig - da bin ich mir selbst noch nicht ganz sicher.

Fazit: Erinnerungswürdig bedeutet nicht unweigerlich gut und WCW in der schwächsten Phase hatte ein weitaus stärkeres, logischeres Programm mit signifikant besserem Kader, als AEW derzeit.
DetlefSchrempfFan
24.05.2020 15:08 Uhr
vergab Note 4
Kris Stadtlander
Der Backflip in der Ringecke ist cool (wenn auch etwas wackelig ausgeführt und nicht ansatzweise so spektakulär wie seinerzeit bei Sean O'Haire) und auch davon abgesehen hat sie ein paar nette Hooks im Repertoire - leider fehlen dort vollkommen Strikes und in ihren Matches generell Brawling-Anteile, die zu dem meiner Ansicht nach dem Geschäft unwürdigen Ultimate Warrioress Gimmick wenigstens passen würden. Ich sehe athletisches Potenzial aber noch sehr wenig Verständnis für das Game.
DetlefSchrempfFan
23.05.2020 12:36 Uhr
vergab Note 1
Jim Cornette
Öffentlichkeit und Wahrhaftigkeit sind zwei aufeinanderliegende Ebenen. Ich bewege mich lieber auf der letzteren tiefer liegenden Ebene - diese ist sicherlich härter, dreckiger und schwieriger zur ertragen, aber auch verlässlicher. Die Realität braucht kein Wohlfühl-Framing. Daher kann ich Cornettes Promostil, den er in meinen Augen sehr clever ins 21. Jahrhundert überführt hat (paradoxerweise indem er Menschen von der ganz naiven Sorte den ewig Gestrigen vormacht), viel Vergnügen abgewinnen. Davon abgesehen hat auch der klassische Cornette der 80er und 90er Jahre als Archetyp des niemals Luft holenden, da bereits aus nichts als heißer Luft bestehenden Managers bei mir den einen oder anderen guten Schmunzler ausgelöst und ihm selbst Legendenstatus verliehen. Mir persönlich hat Cornette dabei gelegentlich einen Tick zu häufig Superstar Graham oder Dusty Rhodes mit all den "Brothers" und "Daddys" zitiert, das mindert die Wertung aber nicht.
DetlefSchrempfFan
02.05.2020 18:12 Uhr
Editiert: 02.05.20 18:16
vergab Note 3
Austin Gunn
Trägt sich gut, arbeitet sauber im Ring, ernstzunehmendes, durchdachtes Move Set und lässt am Mikrofon die vermeintliche Top Of The Card von AEW wie Amateure aussehen. Die 250 lbs. zweifle ich an, aber der Körperbau ist immerhin der eines Pro Wrestlers - auch hier starke Abgrenzung zu einem großen Teil der Liga und ein spürbares Bewusstsein dafür, was jemanden einzigartig und sehenswert macht. The Gunn Club - coole Anspielung und Austin wirkt nicht wie das Anhängsel des überlebensgroßen Papas, sondern ebenbürtig (auch weil Billy Gunn einfach ein klasse Worker ist und ihn dabei in vielen kleinen und sinnvollen Details unterstützt). Könnte sich in ein paar Jahren zu einem Einschaltgrund entwickeln.
DetlefSchrempfFan
02.05.2020 17:53 Uhr
Editiert: 02.05.20 18:29
vergab Note 1
Shawn Spears
Die Face- und Heel-Tunnel bei AEW sehen aus wie Papp-Schrott und von den bunten Spots möchte ich gar nicht erst anfangen - aber wenn Spears hindurchschreitet, dann habe ich das Gefühl, dass das, was ich sehe, real ist und gleich etwas passieren wird. Hitchcock nannte es Suspense. Die Bewegungen von Spears tragen derzeit so viel Verve, Wirkungs- und Kamera-Bewusstsein in sich, dass er auf mich wie ein Pro Wrestler aus einer anderen (in meinen Augen besseren) Zeit wirkt - oder anders ausgedrückt the ressurection of perfection. Dieses Selbst-Bewusstsein nimmt er - wie gehabt - mit in den Ring und wirkt dabei logisch, realistisch, intensiv und im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen niemals überfrachtet oder gar absurd. Er verfügt nicht über das, was ich als Superstar Look bezeichnen würde - aber er ist groß (und dennoch beweglich), er hat auch in dieser Hinsicht von der Frisur, über den Bart bis hin zum Körperbau und seinen Outfits erkennbar durchdachte Entscheidungen getroffen und all das weiß ich zu würdigen. In einer anderen Ära des Pro Wrestling hätte ich ihn gerne als guten Mid Carder gesehen und hier wahrscheinlich mit einer 2 bewertet - heute sticht er für mich aber so deutlich gegenüber dem Rest des Kaders und der Welt heraus, dass ich ihm eine 1 gebe. Heute wirkt er auf mich wie ein Star. Hoffentlich bekommt er trotz den End-Dreißigern noch eine Chance zu mehr, als einer Special Attraction bei AEW. Abschließend noch eine Anmerkung: sein Theme ist absolut krank!
DetlefSchrempfFan
18.08.2018 20:34 Uhr
vergab Note 5
Ronda Rousey
Erst Schauspielerin im Profi-Kampfsport, jetzt in Vollzeit - ein folgerichtiger Weg, wie ihn auch Gina Carano eingeschlagen hat. Was beide eint, ist eine volle Hose vor Cristiane Justino und die Erkenntnis, dass die UFC der Gegenwart ein echt tolles Sprungbrett für junge Frauen in die Entertainment-Branche sein kann. Carano war lediglich etwas zu früh dran, um so richtig fett abzuräumen - eine bestenfalls durchschnittliche, aber dafür sehr gut vermarktbare Kampfsportlerin war sie aber auch. Als Pro-Wrestlerin nun finde ich Rousey unterdurchschnittlich. Nette Submissions und Strikes stehen auf der Haben-Seite. Mic work, pacing, storytelling und die Darstellung der Rolle sind dagegen in meinen Augen durchgehend mangelhaft, der Charakter meinem Ermessen nach arg unglaubwürdig ausgearbeitet. Als verlogener, kindischer und zu allem fähiger Heel könnte sie bei mir unter gewissen Umständen dagegen durchaus punkten und hätte sicher keine Schwierigkeiten mehr mit der Glaubwürdigkeit. Trotz meiner harten Wertung wird sie in der WWE zweifellos ihren Weg (zum Erfolg) gehen. Schließlich hat sie alle nötigen USPs und ich gehöre nicht zur Zielgruppe.
DetlefSchrempfFan
08.07.2018 2:54 Uhr
Editiert: 08.07.18 15:20
vergab Note 4
CM Punk
Das Jahr 2000 markiert die in meinen Augen krasseste Zäsur, die die Wahrnehmung von Pro-Wrestling in den USA durch die Zuschauer erfahren hat. Von den Ursprüngen dieser Schauspielart, von extremem Realismus, Kayfabe und legitimer Athletik, hat sich Pro-Wrestling in den USA bis 2000 im Laufe der Zeit immer weiter entfremdet. Die 70er Jahre bildeten den Anfang einer schillernden, weniger auf Realismus ausgelegten Ära, in der sich die Legitimität der Protagonisten zunehmend nicht mehr aus ihren tatsächlichen Fähigkeiten, sondern der Größe ihrer Arme und der Flamboyanz ihres Kostüms ableitete. Vom Athleten zum überlebensgroßen Darsteller - glaubhaft nicht mehr durch Praxis, sondern durch Optik. Das Dargestellte wurde in gewisser Weise verlogener und dabei unverfrorener - und das nicht nur buchstäblich, sondern angesichts der Dopingaffäre, des Sexskandals, des Montreal Screwjobs und des Tods von Owen Hart (neben weiterer Ereignisse) auch metaphorisch. Mit dem Aufkommen des Internets wurde ein intensiverer Austausch unter Pro-Wrestling-Enthusiasten kultiviert und es entstand die Möglichkeit hinter die Kulissen zu blicken - damit verbunden die Möglichkeit, all das Üble, Schlimme, das dort geschehen ist, all das Aufgezählte und mehr mitzubekommen und in die eigene Meinungsbildung einfließen zu lassen. Ich glaube, dass zu dieser Zeit viele Zuschauer, die bestimmte Pro-Wrestler in ihrer Kindheit bewundert haben, von dieser generellen Verlogenheit und den handelnden Personen enttäuscht waren und deshalb eine Aversion gegenüber den typischen Eigenschaften von Akteuren dieser Zeit (z.B. college jock background, dicke Arme, egoistisches Wesen) entwickelt haben. Teile dieser Zuschauer bildeten wiederum die ursprüngliche, sehr kleine Internetgemeinde, die dann ab 2000 rasant angewachsen ist und von ihren Berichten und Meinungen, wie auch jenen solcher Beobachter wie Dave Meltzer oder Bryan Alvarez, geprägt wurde.

Was CM Punk nun mit alledem zu tun hat - sein relativer Erfolg im Pro-Wrestling ist meines Erachtens dem Umstand geschuldet, dass er wie kein anderer das verkörpert, wonach sich viele Zuschauer nach der verlogenen Ära der 90er Jahre gesehnt haben. Punk ist die Verkörperung des fan's own. "Love your hate, your faith lost, you are now, one of us." - ikonisch in dieser Hinsicht die Miseria Cantare, die er als Theme verwendete. Straight edge, ehrlich, kein Steroidmissbrauch, keine Verlogenheit, ähnlicher Gerechtigkeitssinn wie jener der Internetfans. Körperlich ein Leichtgewicht, das in Eric Bischoffs WCW wohl keine Chance oder bestenfalls einen Spot in der marginalisierten Cruiserweight Division bekommen hätte. Der geborene Underdog, mit einem Schuss Raven - alle sind gegen ihn und er resigniert bisweilen, aber lässt sich trotzig nicht aus dem Rampenlicht drängen.

Die Note 4 bekommt Punk nun von mir im Wesentlichen, weil diese Gründe für seine Popularität bei mir überhaupt nicht fruchten. Ich habe schon Anfang dieses Jahrtausends die Selbstreferenzialität solcher Charaktere, wie auch jene von Ligen wie Ring of Honor verabscheut, da sie in meinen Augen das eigentliche Wesen von Pro-Wrestling ad absurdum führt. Im Endeffekt ist Pro-Wrestling ein Schauspiel, dessen überzeugende Ausführung für mich gewisser technischer und athletischer Voraussetzungen bedarf - diese Voraussetzungen erfüllt Punk nicht. Er ist meiner Ansicht nach ein Anti-Athlet - eben, wie zuvor ausgeführt, einer von den Fans. Fans im Ring interessieren mich nicht und die Verlogenheit einer Ära hat zwar auch meinen Gerechtigkeitssinn verletzt, aber nicht im Ansatz die heftige Ablehnung gegenüber bestimmten Aspekten des Pro-Wrestling ausgelöst, die ich bei langjährigen Mit-Enthusiasten erkenne, mit denen ich mich regelmäßig austausche. Demnach hat sich bei mir auch nie die Genugtuung eingestellt, jetzt mal "einen von uns" mit dem Heavyweight Title zu sehen - diese Art von vierter Wand will ich überhaupt nicht und wollte ich auch nie durchbrechen. So bleibt unterm Strich nur ein gewöhnlicher Durchschnitts-Typ (durchschnittlich, wenn überhaupt), der nichts zu bieten hat, außer dem kontextuellen Merkmal, dass er das Gegenstück zum Prototyp des US-Pro-Wrestling-Entertainers der vorhergehenden Ära ist - das Gegenstück zum aufgepumpten Gockel, der bereits verglichen mit den ursprünglichen legitimen Kampfsportlern surreal wirkte, aber wenigstens in irgendeiner Hinsicht Alleinstellungsmerkmale hatte und dadurch unterhalten konnte. Ich habe lange überlegt, wie ich Punk nun bewerte. Mal wollte ich ihm eine 3 geben, mal eine 5 - letztlich habe ich mich für eine Note 4 entschieden; seine Bedeutung für die Post-2000-Ära erkenne ich an, aber überzeugt hat er mich nie.
DetlefSchrempfFan
21.06.2018 19:19 Uhr
Editiert: 21.06.18 19:20
vergab Note 1
Vader
Überlebensgroßer Charakter, durchaus auch ohne Race brauchbar am Mikrofon, dessen Offensivarsenal seinerzeit für einen Kerl von seiner Statur maßgebend war. Er hat die Geschwindigkeit in seine Bewegungen gebracht, die vielen Pendants seiner Generation (z.B. Yokozuna, Mabel, Tenta) fehlte und dadurch die Glaubwürdigkeit seiner Aktionen gesichert. In der Hinsicht hat er mir sogar besser als Bigelow gefallen, dessen Flashiness ihm abgesehen vom Moonsault fehlte, dem er in der Ausführung seiner Aktionen jedoch meiner Ansicht nach überlegen war. Gerade seine Hammers in der Ecke und die Lariats waren irrsinnig legit. Ein Gigant - körperlich und auch in seiner historischen Bedeutsamkeit für sein Handwerk.
DetlefSchrempfFan
11.06.2018 1:33 Uhr
vergab Note 1
AJ Styles
Das einstmals meiner Ansicht nach ewige Talent, das im kleinen Teich TNA nie an ausreichend Profil gewinnen konnte, um in einer TV-Show als Charakter zu funktionieren, hat sich in genau dieser Hinsicht letztlich in Japan emanzipiert. Aus Styles wird wohl nie ein hervorragender Schauspieler und Redner werden - aber er hat inzwischen Profil, der Lebenslauf voller ligen-übergreifender Erfolge verleiht ihm reichlich star appeal und löst Territorialzeit-Nostalgie aus und seine Arbeit im Ring ist in meinen Augen nach wie vor hervorragend, von einem großen Verständnis für Dramaturgie ausgezeichnet und dennoch herrlich bodenständig, gerade verglichen mit vielen seiner einstigen Tryhard-Kollegen aus Indy-Zeiten. In dieser Form ist Styles in meinen Augen im Herbst seiner Karriere locker der derzeit heißeste pro-wrestling act, mit ein paar abschließenden guten Jahren im Tank.
DetlefSchrempfFan
04.05.2018 2:20 Uhr
Editiert: 04.05.18 2:21
vergab Note 3
Cody Hall
Hat sich bei NOAH zuletzt ordentlich entwickelt, der Junge und bei der Global League '17 seine verfeinerten Fähigkeiten im Ring gezeigt. Gegen Typen wie Shiozaki oder Marufuji sieht das, was er macht, mittlerweile ganz gut aus und taugt durchaus für unterhaltsame zehn Minuten, wenn ihm auch für das tumbe US-Monster meinem Ermessen nach noch ein paar Kilogramm fehlen. Die diesjährige Global League dürfte ein guter Indikator dafür werden, welche Karriere Hall in Japan in weiterer Zukunft im Einzel nimmt - spätestens 2019 erwarte ich ihn zurück bei NJPW. Schafft er es bis dahin seine Mannerismen zu verfeinern und damit seiner Figur charakterliche Tiefe zu verleihen und im Ring noch eine Schippe drauf zu legen, könnte ich mir durchaus einen Push in den US/IC-Title-Bereich vorstellen. Mehr sehe ich für ihn aktuell nicht. Im Anschluss, etwa um das 30. Lebensjahr, würde mich alles andere, als der Schritt zur WWE, überraschen. Note 3 für einen inzwischen soliden Pro-Wrestler.
DetlefSchrempfFan
05.12.2017 15:55 Uhr
vergab Note 2
Triple H
Prototyp-Eigengewächs der Marke WWE - solider Brawler, groß, Bodybuilder-Look, wandlungsfähig, eigener Kopf, mit exzellentem kreativen Output. Das Schauspiel begeistert da, wo es am Handwerklichen fehlt. Im Kontext Sports Entertainment ein Akteur, der mich über weite Strecken seiner Karriere gut unterhalten hat.
DetlefSchrempfFan
11.10.2016 12:15 Uhr
vergab Note 1
Goldberg
Eine Wertung ist nunmal subjektiv und damit sollte auch jede Wertung erlaubt sein. Was ich allerdings für weitaus bedenkenswerter halte ist die Wertung in Kombination mit der Aussage "Habe seine aktive Zeit nicht verfolgt, muss ich auch nicht." - wer seine aktive Zeit nicht verfolgt hat darf halt meiner Meinung nach auch ruhig mal die Hände still halten und die Wertung einfach gut sein lassen. Denn mal ehrlich ... welche Sachlichkeit ist hier noch gegeben? Eine Karriere zu verfolgen und zu sagen "Mag ich nicht!" geht für mich völlig klar, weil am Ende des Tages jedes zu wertende Merkmal subjektiv und nicht messbar ist - aber hier wahllos Profile aufzurufen und 'nen 5er 'rauszuhauen weil einem die Visage nicht passt oder aus vgl. völlig oberflächlichen Gründen verzerrt dann für mich schon irgendwie den Geist dieses Wertungssystems.
DetlefSchrempfFan
05.10.2015 20:46 Uhr
vergab Note 1
Goldberg
@ Warriormaniac "Hat er Yokozuna geslamt oder Big Show herumgeschwungen oder getragen?" Klar hat er das. Damals hieß Big Show noch The Giant - man müsste sich halt wenigstens ein paar Matches mit Goldberg angesehen haben, um das zu wissen.

Ich erinnere mich noch an die Superfeuerwerke an Silvester 2000 - Goldberg war so ein Feuerwerk. Kam aus dem nichts, hinterließ einen unglaublichen Knall und verschwand dann so schnell wieder, wie er aufgetaucht war. Diese Beschreibung trifft sowohl auf seine Matches per se, als auch seine Karriere ut cunctus zu. Ende der 90er war er deshalb einer der heißesten Akteure im Pro-Wrestling - ein Jahrzehnt später wegen seiner Limitierungen eine persona non grata bei den Internetfans, die hinter die Kulissen blicken (wollen) und bei ihrer Meinungsbildung andere Aspekte berücksichtigen, als das Pro-Wrestling-Fans früher getan haben. Ich fand ihn damals einfach grandios und heute immer noch gut. Ob er Pro-Wrestling mochte oder belächelte, ob er Millionen verlangte oder nicht, das alles interessiert mich nicht die Bohne. Relevant ist für mich, dass er einen bestialischen Look, eine natürliche Superstar-Aura und eine unvergleichliche Physis hatte und bei seiner Darstellung in den Shows - ganz gleich bei welcher Liga - der Focus so geschickt auf diese Elemente gelegt wurde, dass er mich in jeder Sekunde, die er im Ring verbracht hat, unterhalten konnte. Sein maschinelles Vorgehen bei der Zerstörung seiner Gegner, akzentuiert von einem Offensiv-Repertoire voller "Matchender", hat seinen radikalen Push gerechtfertigt und ihn für eine kurze Zeitspanne von ein paar Jahren zu einem der interessantesten Pro-Wrestler der Welt gemacht. Schade fand ich einzig und allein, dass er nie die Chance bekommen hat, in einem handwerklich und dramaturgisch hochwertigen Match mitzuwirken - das Potenzial hätte er glaube ich dazu gehabt, aber seine Darstellung hat jegliche Längen in Matches verhindert.
DetlefSchrempfFan
23.09.2015 23:13 Uhr
Editiert: 23.09.15 23:15
vergab Note 3
Cody Hall
Der hat jetzt schon 'nen Noten-Durchschnitt von 1,86?! Ich sehe in ihm großes Potenzial. Gute Mimik und Gestik, anständiger, wenn auch ausbaufähiger Körperbau (könnte mehr Muskeln vertragen, ist mir noch zu lauchig), ordentliche Schnelligkeit für die Körpergröße, Wuchtigkeit fehlt noch ein bisschen, Moves könnten sauberer und intensiver ausgeführt werden. Aber der Bursche ist läppische 24 und darf das Handwerk in einer der heißesten Ligen der Welt (zumal als Mitglied in DEM wohl heißesten Stable der Welt) erlernen, die sich obendrein gerade immer noch in einem Entwicklungs- und Umstrukturierungsprozess befindet und wahrscheinlich noch wächst. Das, davon abgesehen, dass sein Nachname wohl ein Feifahrtschein in die WWE ist. Es gibt derzeit wahrscheinlich kaum einen Pro-Wrestler mit aussichtsreicheren Entwicklungsmöglichkeiten auf der Welt - daher bin ich sicher, dass er sich auf lange Sicht verbessern und seinen Weg gehen wird und ich meine Note in ein paar Jahren sukzessive aufstocken werde. Momentan ist er mir allerdings nicht mehr, als eine 4 wert - alles darüber halte ich für so einen jungen, unausgegorenen Wrestler einfach noch nicht für tragbar.
DetlefSchrempfFan
21.09.2015 0:46 Uhr
Editiert: 21.09.15 0:47
vergab Note 1
Super Dragon
Steht wie kaum ein anderer für die Post-ECW-Zeit, als in US-Indy-Ligen in Abgrenzung zur verweichenden WWE die Grenzen der Härte und des Risikos ausgelotet wurden. In dieser Zeit, als junge Pro-Wrestler von Matches, die sie im Internet gesehen haben, geprägt wurden, war der Super Dragon optisch und handwerklich ein Vorreiter, der Elemente von NJPs Strong Style, dem Lucha Libre der mexikanischen Ligen, dem halsbrecherischen Highflying der WCW-Leichtgewichte und dem Hardcore Wrestling aus ECW und FMW mit einem ausufernden Repertoire an Overkill-Moves und technischer Finesse in Grappling und Bodenkampf, wie man sie bis dahin nur von einem Dean Malenko oder Osamu Nishimura kannte, kombiniert hat. In seiner besten Zeit, schlank, mit guter Balance und ehrfurchtgebietender Härte, war der Super Dragon ein gottgleicher Alleskönner, der in winzigen Hallen in einer Lautstärke bejubelt wurde, die auf Zehntausende schließen ließe. Ultrastiff, schweigsam, mit dem Look einer japanischen Juniorlegende und dem erhobenen Mittelfinger als Symbol des Anarchismus und der Ungebundenheit war er auch charakterlich die personifizierte Abgrenzung zur WWE - was mit ein Grund sein dürfte, warum er dort nie gelandet ist und dort um Gottes Willen auch gar nicht hingepasst hätte. Genialer Typ - als Pro-Wrestler eine Legende, als Promoter klasse.
DetlefSchrempfFan
14.09.2015 18:23 Uhr
Editiert: 14.09.15 18:25
vergab Note 2
Riki Choshu
In vielerlei Hinsicht ein Vorreiter im japanischen Pro-Wrestling. Zum einen charakterlich, da er mit seinem Turn bei der Toukon Series '82 gegen Fujinami dem Gesinnungsspektrum japanischer Pro-Wrestler eine neue Farbe hinzugefügt und den ersten 'Verräter-Bösewicht' gespielt hat. Aus verschiedenen Gründen - u.a. seiner Herkunft und dadurch bedingt dem Umstand, dass er lange 'untengehalten' wurde, ganz im Gegensatz zu Inokis Posterboy Fujinami - ist Choshu dann wenig später zu einem Publikumsliebling und so ein bisschen dem gefeierten Helden der Arbeiterklasse avanciert, weil er mit der Revolution Army und seiner Versessenheit auf den Aufstieg in den Main Event damals den Nerv vieler Japaner getroffen hat. Er war aber auch ein Vorreiter im Ring, würde ich behaupten, denn mit ihm und Fujinami kam bei NJP erstmals die Schnelligkeit und Härte in die Matches, die später den Strong Style und generell das japanische Pro-Wrestling der 90er Jahre im Schwergewichtsbereich geprägt haben. Nebenbei war Choshu eine der tragenden Säulen der goldenen Ära bei New Japan Pro Wrestling, ein nur zeitweiliger, aber geschätzter und einschlagender Gast bei All Japan Pro Wrestling in den 80ern und jemand, der sich im Herbst seiner Karriere durchaus Mühe gegeben hat, die nachrückende Generation um Sasaki, Hashimoto, Muto und Chono in starken Hauptkämpfen over zu bringen.

Abzüge in der Note bekommt Choshu von mir allein deshalb, weil er historisch betrachtet zwar enorm wichtig für das japanische Pro-Wrestling war, ich ihn aber im Ring doch immer ein ganzes Stück schwächer als die ihm nachfolgende Generation fand. Ich weiß zu würdigen, dass Choshu zur Entwicklung des Strong Style beigetragen hat - aber gerade auch im Vergleich zu Wrestlern aus seiner Zeit wie dem brachialen Tsuruta, dem agilen Hünen Tenryu oder dem Grapplingass Fujinami fällt er für mich ab und verdient meines Erachtens nur eine Note 2. Außer Acht lasse ich bei der Benotung das World-Japan-Fiasko, die unverschämt hohe Siegesfrequenz unmittelbar nach der Jahrtausendwende, fragwürdiges Booking bei NJPW, Backstagepolitik, aber auf der Haben-Seite auch die hervorragende Trainerarbeit Choshus. Für mich zählt also nur seine Arbeit im Ring.
Seite: 1 2
 
 
 
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