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Die Meinungsmacher

Seit Anfang April 2008 haben die User von Genickbruch die Möglichkeit, ihre Meinungen zu Wrestlern und Veranstaltungen im Biografie- und Veranstaltungsarchiv mitzuteilen und Noten zu vergeben. Seitdem wurden 39.083 Kommentare abgegeben und 509.016 Zensuren verteilt. Hier findet ihr eine umfangreiche Übersicht über alles, was Genickbruchs Meinungsmacher verzapft haben.
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DetlefSchrempfFan
MeinungsbilanzDetlefSchrempfFan schrieb 26 Wortkommentare.
BoardhellDetlefSchrempfFan schrieb 16 Beiträge in Genickbruchs Diskussionsforum, dem Boardhell.

Notenspiegel Note 1 Note 2 Note 3 Note 4 Note 5 Note 6 Schnitt
Wrestler721192338150152.94
Tag Teams2000001.00
Stables1101103.00
Shows1150002.57
Ligen4652102.44
Titel3101102.33

Meinungen
Wrestler
Tag Teams
Stables
Shows
Ligen
Titel

Meinungsliste
DetlefSchrempfFan
18.08.2018 20:34 Uhr
vergab Note 5
Ronda Rousey
Erst Schauspielerin im Profi-Kampfsport, jetzt in Vollzeit - ein folgerichtiger Weg, wie ihn auch Gina Carano eingeschlagen hat. Was beide eint, ist eine volle Hose vor Cristiane Justino und die Erkenntnis, dass die UFC der Gegenwart ein echt tolles Sprungbrett für junge Frauen in die Entertainment-Branche sein kann. Carano war lediglich etwas zu früh dran, um so richtig fett abzuräumen - eine bestenfalls durchschnittliche, aber dafür sehr gut vermarktbare Kampfsportlerin war sie aber auch. Als Pro-Wrestlerin nun finde ich Rousey unterdurchschnittlich. Nette Submissions und Strikes stehen auf der Haben-Seite. Mic work, pacing, storytelling und die Darstellung der Rolle sind dagegen in meinen Augen durchgehend mangelhaft, der Charakter meinem Ermessen nach arg unglaubwürdig ausgearbeitet. Als verlogener, kindischer und zu allem fähiger Heel könnte sie bei mir unter gewissen Umständen dagegen durchaus punkten und hätte sicher keine Schwierigkeiten mehr mit der Glaubwürdigkeit. Trotz meiner harten Wertung wird sie in der WWE zweifellos ihren Weg (zum Erfolg) gehen. Schließlich hat sie alle nötigen USPs und ich gehöre nicht zur Zielgruppe.
DetlefSchrempfFan
08.07.2018 2:54 Uhr
Editiert: 08.07.18 15:20
vergab Note 4
CM Punk
Das Jahr 2000 markiert die in meinen Augen krasseste Zäsur, die die Wahrnehmung von Pro-Wrestling in den USA durch die Zuschauer erfahren hat. Von den Ursprüngen dieser Schauspielart, von extremem Realismus, Kayfabe und legitimer Athletik, hat sich Pro-Wrestling in den USA bis 2000 im Laufe der Zeit immer weiter entfremdet. Die 70er Jahre bildeten den Anfang einer schillernden, weniger auf Realismus ausgelegten Ära, in der sich die Legitimität der Protagonisten zunehmend nicht mehr aus ihren tatsächlichen Fähigkeiten, sondern der Größe ihrer Arme und der Flamboyanz ihres Kostüms ableitete. Vom Athleten zum überlebensgroßen Darsteller - glaubhaft nicht mehr durch Praxis, sondern durch Optik. Das Dargestellte wurde in gewisser Weise verlogener und dabei unverfrorener - und das nicht nur buchstäblich, sondern angesichts der Dopingaffäre, des Sexskandals, des Montreal Screwjobs und des Tods von Owen Hart (neben weiterer Ereignisse) auch metaphorisch. Mit dem Aufkommen des Internets wurde ein intensiverer Austausch unter Pro-Wrestling-Enthusiasten kultiviert und es entstand die Möglichkeit hinter die Kulissen zu blicken - damit verbunden die Möglichkeit, all das Üble, Schlimme, das dort geschehen ist, all das Aufgezählte und mehr mitzubekommen und in die eigene Meinungsbildung einfließen zu lassen. Ich glaube, dass zu dieser Zeit viele Zuschauer, die bestimmte Pro-Wrestler in ihrer Kindheit bewundert haben, von dieser generellen Verlogenheit und den handelnden Personen enttäuscht waren und deshalb eine Aversion gegenüber den typischen Eigenschaften von Akteuren dieser Zeit (z.B. college jock background, dicke Arme, egoistisches Wesen) entwickelt haben. Teile dieser Zuschauer bildeten wiederum die ursprüngliche, sehr kleine Internetgemeinde, die dann ab 2000 rasant angewachsen ist und von ihren Berichten und Meinungen, wie auch jenen solcher Beobachter wie Dave Meltzer oder Bryan Alvarez, geprägt wurde.

Was CM Punk nun mit alledem zu tun hat - sein relativer Erfolg im Pro-Wrestling ist meines Erachtens dem Umstand geschuldet, dass er wie kein anderer das verkörpert, wonach sich viele Zuschauer nach der verlogenen Ära der 90er Jahre gesehnt haben. Punk ist die Verkörperung des fan's own. "Love your hate, your faith lost, you are now, one of us." - ikonisch in dieser Hinsicht die Miseria Cantare, die er als Theme verwendete. Straight edge, ehrlich, kein Steroidmissbrauch, keine Verlogenheit, ähnlicher Gerechtigkeitssinn wie jener der Internetfans. Körperlich ein Leichtgewicht, das in Eric Bischoffs WCW wohl keine Chance oder bestenfalls einen Spot in der marginalisierten Cruiserweight Division bekommen hätte. Der geborene Underdog, mit einem Schuss Raven - alle sind gegen ihn und er resigniert bisweilen, aber lässt sich trotzig nicht aus dem Rampenlicht drängen.

Die Note 4 bekommt Punk nun von mir im Wesentlichen, weil diese Gründe für seine Popularität bei mir überhaupt nicht fruchten. Ich habe schon Anfang dieses Jahrtausends die Selbstreferenzialität solcher Charaktere, wie auch jene von Ligen wie Ring of Honor verabscheut, da sie in meinen Augen das eigentliche Wesen von Pro-Wrestling ad absurdum führt. Im Endeffekt ist Pro-Wrestling ein Schauspiel, dessen überzeugende Ausführung für mich gewisser technischer und athletischer Voraussetzungen bedarf - diese Voraussetzungen erfüllt Punk nicht. Er ist meiner Ansicht nach ein Anti-Athlet - eben, wie zuvor ausgeführt, einer von den Fans. Fans im Ring interessieren mich nicht und die Verlogenheit einer Ära hat zwar auch meinen Gerechtigkeitssinn verletzt, aber nicht im Ansatz die heftige Ablehnung gegenüber bestimmten Aspekten des Pro-Wrestling ausgelöst, die ich bei langjährigen Mit-Enthusiasten erkenne, mit denen ich mich regelmäßig austausche. Demnach hat sich bei mir auch nie die Genugtuung eingestellt, jetzt mal "einen von uns" mit dem Heavyweight Title zu sehen - diese Art von vierter Wand will ich überhaupt nicht und wollte ich auch nie durchbrechen. So bleibt unterm Strich nur ein gewöhnlicher Durchschnitts-Typ (durchschnittlich, wenn überhaupt), der nichts zu bieten hat, außer dem kontextuellen Merkmal, dass er das Gegenstück zum Prototyp des US-Pro-Wrestling-Entertainers der vorhergehenden Ära ist - das Gegenstück zum aufgepumpten Gockel, der bereits verglichen mit den ursprünglichen legitimen Kampfsportlern surreal wirkte, aber wenigstens in irgendeiner Hinsicht Alleinstellungsmerkmale hatte und dadurch unterhalten konnte. Ich habe lange überlegt, wie ich Punk nun bewerte. Mal wollte ich ihm eine 3 geben, mal eine 5 - letztlich habe ich mich für eine Note 4 entschieden; seine Bedeutung für die Post-2000-Ära erkenne ich an, aber überzeugt hat er mich nie.
DetlefSchrempfFan
21.06.2018 19:19 Uhr
Editiert: 21.06.18 19:20
vergab Note 1
Vader
Überlebensgroßer Charakter, durchaus auch ohne Race brauchbar am Mikrofon, dessen Offensivarsenal seinerzeit für einen Kerl von seiner Statur maßgebend war. Er hat die Geschwindigkeit in seine Bewegungen gebracht, die vielen Pendants seiner Generation (z.B. Yokozuna, Mabel, Tenta) fehlte und dadurch die Glaubwürdigkeit seiner Aktionen gesichert. In der Hinsicht hat er mir sogar besser als Bigelow gefallen, dessen Flashiness ihm abgesehen vom Moonsault fehlte, dem er in der Ausführung seiner Aktionen jedoch meiner Ansicht nach überlegen war. Gerade seine Hammers in der Ecke und die Lariats waren irrsinnig legit. Ein Gigant - körperlich und auch in seiner historischen Bedeutsamkeit für sein Handwerk.
DetlefSchrempfFan
11.06.2018 1:33 Uhr
vergab Note 1
AJ Styles
Das einstmals meiner Ansicht nach ewige Talent, das im kleinen Teich TNA nie an ausreichend Profil gewinnen konnte, um in einer TV-Show als Charakter zu funktionieren, hat sich in genau dieser Hinsicht letztlich in Japan emanzipiert. Aus Styles wird wohl nie ein hervorragender Schauspieler und Redner werden - aber er hat inzwischen Profil, der Lebenslauf voller ligen-übergreifender Erfolge verleiht ihm reichlich star appeal und löst Territorialzeit-Nostalgie aus und seine Arbeit im Ring ist in meinen Augen nach wie vor hervorragend, von einem großen Verständnis für Dramaturgie ausgezeichnet und dennoch herrlich bodenständig, gerade verglichen mit vielen seiner einstigen Tryhard-Kollegen aus Indy-Zeiten. In dieser Form ist Styles in meinen Augen im Herbst seiner Karriere locker der derzeit heißeste pro-wrestling act, mit ein paar abschließenden guten Jahren im Tank.
DetlefSchrempfFan
04.05.2018 2:20 Uhr
Editiert: 04.05.18 2:21
vergab Note 3
Cody Hall
Hat sich bei NOAH zuletzt ordentlich entwickelt, der Junge und bei der Global League '17 seine verfeinerten Fähigkeiten im Ring gezeigt. Gegen Typen wie Shiozaki oder Marufuji sieht das, was er macht, mittlerweile ganz gut aus und taugt durchaus für unterhaltsame zehn Minuten, wenn ihm auch für das tumbe US-Monster meinem Ermessen nach noch ein paar Kilogramm fehlen. Die diesjährige Global League dürfte ein guter Indikator dafür werden, welche Karriere Hall in Japan in weiterer Zukunft im Einzel nimmt - spätestens 2019 erwarte ich ihn zurück bei NJPW. Schafft er es bis dahin seine Mannerismen zu verfeinern und damit seiner Figur charakterliche Tiefe zu verleihen und im Ring noch eine Schippe drauf zu legen, könnte ich mir durchaus einen Push in den US/IC-Title-Bereich vorstellen. Mehr sehe ich für ihn aktuell nicht. Im Anschluss, etwa um das 30. Lebensjahr, würde mich alles andere, als der Schritt zur WWE, überraschen. Note 3 für einen inzwischen soliden Pro-Wrestler.
DetlefSchrempfFan
05.12.2017 15:55 Uhr
vergab Note 2
Triple H
Prototyp-Eigengewächs der Marke WWE - solider Brawler, groß, Bodybuilder-Look, wandlungsfähig, eigener Kopf, mit exzellentem kreativen Output. Das Schauspiel begeistert da, wo es am Handwerklichen fehlt. Im Kontext Sports Entertainment ein Akteur, der mich über weite Strecken seiner Karriere gut unterhalten hat.
DetlefSchrempfFan
11.10.2016 12:15 Uhr
vergab Note 1
Bill Goldberg
Eine Wertung ist nunmal subjektiv und damit sollte auch jede Wertung erlaubt sein. Was ich allerdings für weitaus bedenkenswerter halte ist die Wertung in Kombination mit der Aussage "Habe seine aktive Zeit nicht verfolgt, muss ich auch nicht." - wer seine aktive Zeit nicht verfolgt hat darf halt meiner Meinung nach auch ruhig mal die Hände still halten und die Wertung einfach gut sein lassen. Denn mal ehrlich ... welche Sachlichkeit ist hier noch gegeben? Eine Karriere zu verfolgen und zu sagen "Mag ich nicht!" geht für mich völlig klar, weil am Ende des Tages jedes zu wertende Merkmal subjektiv und nicht messbar ist - aber hier wahllos Profile aufzurufen und 'nen 5er 'rauszuhauen weil einem die Visage nicht passt oder aus vgl. völlig oberflächlichen Gründen verzerrt dann für mich schon irgendwie den Geist dieses Wertungssystems.
DetlefSchrempfFan
05.10.2015 20:46 Uhr
vergab Note 1
Bill Goldberg
@ Warriormaniac "Hat er Yokozuna geslamt oder Big Show herumgeschwungen oder getragen?" Klar hat er das. Damals hieß Big Show noch The Giant - man müsste sich halt wenigstens ein paar Matches mit Goldberg angesehen haben, um das zu wissen.

Ich erinnere mich noch an die Superfeuerwerke an Silvester 2000 - Goldberg war so ein Feuerwerk. Kam aus dem nichts, hinterließ einen unglaublichen Knall und verschwand dann so schnell wieder, wie er aufgetaucht war. Diese Beschreibung trifft sowohl auf seine Matches per se, als auch seine Karriere ut cunctus zu. Ende der 90er war er deshalb einer der heißesten Akteure im Pro-Wrestling - ein Jahrzehnt später wegen seiner Limitierungen eine persona non grata bei den Internetfans, die hinter die Kulissen blicken (wollen) und bei ihrer Meinungsbildung andere Aspekte berücksichtigen, als das Pro-Wrestling-Fans früher getan haben. Ich fand ihn damals einfach grandios und heute immer noch gut. Ob er Pro-Wrestling mochte oder belächelte, ob er Millionen verlangte oder nicht, das alles interessiert mich nicht die Bohne. Relevant ist für mich, dass er einen bestialischen Look, eine natürliche Superstar-Aura und eine unvergleichliche Physis hatte und bei seiner Darstellung in den Shows - ganz gleich bei welcher Liga - der Focus so geschickt auf diese Elemente gelegt wurde, dass er mich in jeder Sekunde, die er im Ring verbracht hat, unterhalten konnte. Sein maschinelles Vorgehen bei der Zerstörung seiner Gegner, akzentuiert von einem Offensiv-Repertoire voller "Matchender", hat seinen radikalen Push gerechtfertigt und ihn für eine kurze Zeitspanne von ein paar Jahren zu einem der interessantesten Pro-Wrestler der Welt gemacht. Schade fand ich einzig und allein, dass er nie die Chance bekommen hat, in einem handwerklich und dramaturgisch hochwertigen Match mitzuwirken - das Potenzial hätte er glaube ich dazu gehabt, aber seine Darstellung hat jegliche Längen in Matches verhindert.
DetlefSchrempfFan
23.09.2015 23:13 Uhr
Editiert: 23.09.15 23:15
vergab Note 3
Cody Hall
Der hat jetzt schon 'nen Noten-Durchschnitt von 1,86?! Ich sehe in ihm großes Potenzial. Gute Mimik und Gestik, anständiger, wenn auch ausbaufähiger Körperbau (könnte mehr Muskeln vertragen, ist mir noch zu lauchig), ordentliche Schnelligkeit für die Körpergröße, Wuchtigkeit fehlt noch ein bisschen, Moves könnten sauberer und intensiver ausgeführt werden. Aber der Bursche ist läppische 24 und darf das Handwerk in einer der heißesten Ligen der Welt (zumal als Mitglied in DEM wohl heißesten Stable der Welt) erlernen, die sich obendrein gerade immer noch in einem Entwicklungs- und Umstrukturierungsprozess befindet und wahrscheinlich noch wächst. Das, davon abgesehen, dass sein Nachname wohl ein Feifahrtschein in die WWE ist. Es gibt derzeit wahrscheinlich kaum einen Pro-Wrestler mit aussichtsreicheren Entwicklungsmöglichkeiten auf der Welt - daher bin ich sicher, dass er sich auf lange Sicht verbessern und seinen Weg gehen wird und ich meine Note in ein paar Jahren sukzessive aufstocken werde. Momentan ist er mir allerdings nicht mehr, als eine 4 wert - alles darüber halte ich für so einen jungen, unausgegorenen Wrestler einfach noch nicht für tragbar.
DetlefSchrempfFan
21.09.2015 0:46 Uhr
Editiert: 21.09.15 0:47
vergab Note 1
Super Dragon
Steht wie kaum ein anderer für die Post-ECW-Zeit, als in US-Indy-Ligen in Abgrenzung zur verweichenden WWE die Grenzen der Härte und des Risikos ausgelotet wurden. In dieser Zeit, als junge Pro-Wrestler von Matches, die sie im Internet gesehen haben, geprägt wurden, war der Super Dragon optisch und handwerklich ein Vorreiter, der Elemente von NJPs Strong Style, dem Lucha Libre der mexikanischen Ligen, dem halsbrecherischen Highflying der WCW-Leichtgewichte und dem Hardcore Wrestling aus ECW und FMW mit einem ausufernden Repertoire an Overkill-Moves und technischer Finesse in Grappling und Bodenkampf, wie man sie bis dahin nur von einem Dean Malenko oder Osamu Nishimura kannte, kombiniert hat. In seiner besten Zeit, schlank, mit guter Balance und ehrfurchtgebietender Härte, war der Super Dragon ein gottgleicher Alleskönner, der in winzigen Hallen in einer Lautstärke bejubelt wurde, die auf Zehntausende schließen ließe. Ultrastiff, schweigsam, mit dem Look einer japanischen Juniorlegende und dem erhobenen Mittelfinger als Symbol des Anarchismus und der Ungebundenheit war er auch charakterlich die personifizierte Abgrenzung zur WWE - was mit ein Grund sein dürfte, warum er dort nie gelandet ist und dort um Gottes Willen auch gar nicht hingepasst hätte. Genialer Typ - als Pro-Wrestler eine Legende, als Promoter klasse.
DetlefSchrempfFan
14.09.2015 18:23 Uhr
Editiert: 14.09.15 18:25
vergab Note 2
Riki Choshu
In vielerlei Hinsicht ein Vorreiter im japanischen Pro-Wrestling. Zum einen charakterlich, da er mit seinem Turn bei der Toukon Series '82 gegen Fujinami dem Gesinnungsspektrum japanischer Pro-Wrestler eine neue Farbe hinzugefügt und den ersten 'Verräter-Bösewicht' gespielt hat. Aus verschiedenen Gründen - u.a. seiner Herkunft und dadurch bedingt dem Umstand, dass er lange 'untengehalten' wurde, ganz im Gegensatz zu Inokis Posterboy Fujinami - ist Choshu dann wenig später zu einem Publikumsliebling und so ein bisschen dem gefeierten Helden der Arbeiterklasse avanciert, weil er mit der Revolution Army und seiner Versessenheit auf den Aufstieg in den Main Event damals den Nerv vieler Japaner getroffen hat. Er war aber auch ein Vorreiter im Ring, würde ich behaupten, denn mit ihm und Fujinami kam bei NJP erstmals die Schnelligkeit und Härte in die Matches, die später den Strong Style und generell das japanische Pro-Wrestling der 90er Jahre im Schwergewichtsbereich geprägt haben. Nebenbei war Choshu eine der tragenden Säulen der goldenen Ära bei New Japan Pro Wrestling, ein nur zeitweiliger, aber geschätzter und einschlagender Gast bei All Japan Pro Wrestling in den 80ern und jemand, der sich im Herbst seiner Karriere durchaus Mühe gegeben hat, die nachrückende Generation um Sasaki, Hashimoto, Muto und Chono in starken Hauptkämpfen over zu bringen.

Abzüge in der Note bekommt Choshu von mir allein deshalb, weil er historisch betrachtet zwar enorm wichtig für das japanische Pro-Wrestling war, ich ihn aber im Ring doch immer ein ganzes Stück schwächer als die ihm nachfolgende Generation fand. Ich weiß zu würdigen, dass Choshu zur Entwicklung des Strong Style beigetragen hat - aber gerade auch im Vergleich zu Wrestlern aus seiner Zeit wie dem brachialen Tsuruta, dem agilen Hünen Tenryu oder dem Grapplingass Fujinami fällt er für mich ab und verdient meines Erachtens nur eine Note 2. Außer Acht lasse ich bei der Benotung das World-Japan-Fiasko, die unverschämt hohe Siegesfrequenz unmittelbar nach der Jahrtausendwende, fragwürdiges Booking bei NJPW, Backstagepolitik, aber auf der Haben-Seite auch die hervorragende Trainerarbeit Choshus. Für mich zählt also nur seine Arbeit im Ring.
DetlefSchrempfFan
14.09.2015 16:27 Uhr
vergab Note 2
Osamu Nishimura
Der beste Wrestler, der nie einen großen Einzeltitel in Japan gehalten hat. Hatte ausnahmslos großartige Trainer, gute Exkursionen nach Europa und in die USA und legendäre Matches gegen Dean Malenko, Yuji Nagata, Toshiaki Kawada und Tatsumi Fujinami. Ein genialer Catcher und Vertreter des Muga-Stils. Am Ende des Tages hat ihn wohl allein sein personelles Umfeld und seine Verbundenheit zu gewissen Leuten eine große Karriere gekostet.
DetlefSchrempfFan
09.09.2015 13:33 Uhr
vergab Note 1
YOSHIHIKO
Ein Pro-Wrestling-Genie! Kann jeden Charakter spielen, jedes Gimmick verkörpern, beherrscht eine endlose Palette an Moves, die er bravourös und sauber ausführt und sieht gegen Wrestler aller Gewichtsklassen gut aus. Und zu alledem kommt noch seine Bereitschaft hinzu, seinen eigenen Körper für diesen Sport immer wieder zu opfern! Ohne Frage die Note 1.
DetlefSchrempfFan
29.08.2015 16:44 Uhr
vergab Note 3
Lucha Underground
Interessante Liga, vor allen Dingen konzeptuell, die völlig neue Vermarktungs- und Darstellungsstragien im Pro-Wrestling entwickelt hat, dabei aber nicht meinen Nerv trifft.
DetlefSchrempfFan
29.08.2015 16:39 Uhr
vergab Note 4
World Wrestling Entertainment
Ich wollte zuerst eine 2 geben, ehe mir eine Sache klargeworden ist - die Zeit, in der mir die Liga wirklich gefallen hat, reichte lediglich von ca. 1997 bis Mitte 2004. Das sind 7 1/2 Jahre. Das letzte mal, dass ich das Produkt dieser Liga so überzeugend fand, dass ich eine Note 1 oder 2 gegeben hätte, ist inzwischen rund 11 Jahre her. Wenn wir die Zeiträume mit berücksichtigen, in denen ich noch zwischen einer 2 und 3 geschwankt wäre, dann kämen vielleicht noch die Jahre 1995 und 1996, sowie 2004 und 2005 mit gutem Willen hinzu. Die restlichen Phasen der Liga kenne ich entweder nicht ausreichend genug, um sie beurteilen zu können (alles vor den 80ern) oder fand ich bestenfalls ausreichend, in vielen Fällen jedoch mangelhaft bis ungenügend (Großteil der 80er Jahre, Anfang der 90er Jahre und so ziemlich alles ab 2006, bis auf wenige vereinzelte Ausnahmen).

Warum ich zunächst die 2 geben wollte? Weil die 7 1/2 Jahre, die ich so stark fand, in meine erste Berührungsphase mit Pro-Wrestling fallen, ich diese Jahre retrospektiv nach wie vor glorifiziere und irgendwie als Sinnbild für das gesamte Produkt der WWE verstehe. Tatsächlich waren diese 7 1/2 Jahre aber lediglich ein kurzer Ausreißer in einem sonst recht gleichläufigen Produkt, das mich über weite Strecken nicht packt und auch nicht unterhält. Daher gebe ich eine 4, mit Blick auf die gesamte Historie der Liga, da ich diese Note für fairer halte, als die blumige 2.
DetlefSchrempfFan
29.08.2015 14:23 Uhr
vergab Note 3
Jeff Hardy
Ich bewerte hier wie immer einen Wrestler, von dem ich bereits zahlreiche Matches gesehen habe und den ich seit mehreren Jahren verfolge. Ich bewerte also einen Wrestler, den ich bestens kenne und gebe nicht einfach eine sinnlose, unüberlegte Wertung ab, die einzig und allein dem Zweck dient, die Chartsränge zu beeinflussen. Das ist etwas, das hier manche einfach nicht verstehen, was ich sehr sehr bitter finde.

Hardy ist meines Erachtens selbst im überzeichneten Produkt Pro-Wrestling etwas besonderes. Seine Selbst-Inszenierung, die von seinen Kostümen über seine Bewegungen bishin zu signifikanten Manövern und Match-Abfolgen führt, macht ihn in meinen Augen zu einem einzigartigen Akteur, dem es gelingt, seinem Handwerk eine künstlerische Note abzugewinnen und der auf diese Weise für reichlich Schauwert sorgt. Mit dazu beigetragen hat auch sein die eigene Gesundheit verachtender Stil, der ihm schon in jungen Jahren einen gewissen Kultstatus unter Wrestling-Fans eingebracht hat. Trotz alledem ist Hardy nicht das, was ich mir von einem Pro-Wrestler erwarte. In mancher Hinsicht übertrifft er meine Erwartungen, in anderer untertrifft er sie - und es gilt nun diese Aspekte zu werten und zu gewichten, um ein Mittel zu finden, das seine Benotung ergibt. Letzten Endes gebe ich Hardy eine 3, weil er, obwohl er außergewöhnlich ist, aus der Masse heraussticht und mich in vielen seiner Matches überrascht und bisweilen auch beeindruckt hat, doch ein sehr limitierter Wrestler ist, dessen Kampfstil sich auf Highflying beschränkt und dabei inszenatorische und narrative Elemente völlig über Bord wirft. So kreativ, wie Hardy bei seiner eigenen Darstellung und bei der Suche nach dem nächsten großen, bahnbrechenden Spot ist, so unkreativ ist er meines Erachtens bei der Matchführung, bei der Kreirung von Dramatik und beim Erzählen einer Geschichte. Hardy ist immer für einen kurzen, lauten Knall gut und das schätze ich an ihm - aber ein Top-Wrestler lässt mich für eine halbe Stunde gebannt vor dem Bildschirm sitzen, ohne sich selbst oder seinen Gegner zu verletzen und nicht nur für zwei lebensgefährliche Minuten.
DetlefSchrempfFan
24.08.2015 12:42 Uhr
vergab Note 1
Asuka
Wenn man Enuhito Glauben schenken kann, dann hat sie einen Vertrag mit WWE unterzeichnet und dazu kann ich die Liga nur beglückwünschen - denn die vielgelobte Divas Revolution ist nach wie vor ein Kindergeburtstag im Vergleich zu dem, was Kana im Ring zu liefern imstande ist. Ultraschnelles Grappling, schockentrüstende Reversals, explosives Striking, mörderische Submissions und voller Körpereinsatz zeichnen Kanas shoot-lastigen Kampfstil aus, den sie mit einem ambivalenten Look irgendwo zwischen süßem japanischen Mädchen und höllischer, martialischer Kämpferin kombiniert. Wahrscheinlich die derzeit beste Wrestlerin der Welt - ich würde drauf wetten.
DetlefSchrempfFan
21.08.2015 21:50 Uhr
vergab Note 2
Hayabusa
Von mir "nur" eine 2, weil er letztlich aufgrund seiner Treue und schließlich seines Unfalls den ganz großen Durchbruch in Japan verpasst hat (Möglichkeiten gab es reichlich, Jushin Liger soll Jahre lang schlecht auf Ezaki zu sprechen gewesen sein, weil der damals den hoch dotierten Vertrag von NJPW inklusive zugesichertem Gewinn des Junior Titles abgelehnt hat). Dennoch eine Deathmatch-Legende, die bei ihren Auftritten in den damaligen Big Two Japans mit blitzsauberem Wrestling und sagenhaftem Highflying für offene Münder und ordentlich Furore gesorgt hat. Welches Standing Hayabusa zeitweise hatte zeigt sich allein darin, dass Typen wie Misawa, Kobashi, Taue, Kawada, Sasuke, Liger - kurzum das who is who des japanischen Pro-Wrestling - unbedingt gegen ihn antreten wollten. Beeindruckender Typ mit einer Balance und Körperkontrolle, die seinesgleichen sucht.
DetlefSchrempfFan
21.08.2015 21:42 Uhr
Editiert: 21.08.15 21:43
vergab Note 1
Eddie Guerrero
Meine Meinung zu Eddie Guerrero: Er war ein Pro-Wrestler, der an einem Abend Lucha Libre, am nächsten Strong Style und die Woche darauf Sports Entertainment in den Ring tragen konnte und das auf einem hohen, schnellen, technisch sauberen Level. Toller Wrestler, der in den 90ern vor allen Dingen in Japan und der WCW seine Klasse bewiesen hat und dann in der WWE seinen Stil umgestellt und eine unglaubliche charakterliche und schauspielerische Entwicklung vollzogen hat. Dafür gibt es von mir eine ehrliche 1, denn die hat sich Eddie Guerrero verdient. Vielleicht nehmen sich an solchen ehrlichen Wertungen ja gewisse andere User mal ein Beispiel ... ;- )
DetlefSchrempfFan
15.08.2015 14:52 Uhr
vergab Note 1
NJPW G1 Climax 25 - Day 18 (15. August 2015)
Allein schon was die Card angeht war dieser Tag in meinen Augen vielversprechend. Das Vorgeplänkel lasse ich erneut beiseite und komme direkt zu den Turniermatches. Yujiro gegen Honma fand ich besser, als erwartet - beim Matchaufbau wurde geschickt mit der Möglichkeit gespielt, dass Honma nochmal gewinnen könnte. So hatte das Match einen dramatischen Wert, weil es für Honma eben noch um etwas ging. (** 1/2) Ishii gegen Elgin war eine einzige, brutale Schlacht, bei der vor allem Ishii mal wieder große Nehmerqualitäten bewiesen und einige irre Moves eingesteckt hat. Kurzweilig, aber leider wie bei Ishii-Matches üblich mit vielen Déjà-Vu-Momenten. (***) Goto und Nagata haben einfach ein astreines Match abgeliefert, meiner Ansicht nach ohne besondere Handlung oder einen Aufbau, der das Match einzigartig macht. (** 1/2) Kojima gegen Anderson hat mir in der Hinsicht schon besser gefallen. Über dem Match schwebten m.E. zwei Fragen: 1) Wer schafft zuerst den Ace Crusher? 2) Macht Anderson die Situation im Block doch nochmal spannend? Schön aufgebautes Match, in dem Anderson mal wieder seinen Finisher in ein paar völlig irren, unerwarteten Varianten gezeigt hat. (*** 3/4) Tja und dann kam der Main Event, in dem vor einer ausflippenden Kokugikan-Kulisse das eingetreten ist, was jeder schon vor Wochen antizipieren konnte, der seit mehr als fünf Minuten japanisches Pro-Wrestling verfolgt: der beste Pro-Wrestler der Welt (und vielleicht aller Zeiten) ist ins Finale des prestigeträchtigsten Turniers der Welt eingezogen! Nakamura schlägt den amtierenden IWGP Heavyweight Champion ... und in was für einem Match! Die Anfangs- und Mittelphase fand ich gut, aber noch nicht so richtig packend - nette Auseinandersetzung der beiden CHAOS-Asse, Okada sorgt dafür, dass Nakamura nach dem Tombstone draußen nicht ausgezählt wird; alles nette Details, aber noch nichts, was mich vom Hocker reißt. Die Endphase dann aber war was Dramatik, Stimmung und Aufbau betrifft nicht zu übertreffen und einfach unglaublich! Auch dass Okada nach dem Rainmaker nicht gecovert hat war ein geschickter Zug, der sicherlich noch im Match um den Title nach Nakamuras Turniersieg aufgegriffen wird (wäre er ausgekickt?). Was für ein geniales, richtungsweisendes Match, das für mich am Ende ohne nennenswerte Schwächen bleibt! (*****)
Seite: 1 2
 
 
 
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