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GLOW (Netflix) - Review zum Serien-Hit des Sommers

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Kolumne
Ausgabe

"GLOW (Netflix) - Review zum Serien-Hit des Sommers" von Prophecy
Ich weiß nicht genau, was die Verantwortlichen von Netflix geritten hat ausgerechnet dieses Kapitel aus der Geschichte des Wrestlings für eine neue Serie auszugraben, aber es hat sich gelohnt! Seit dem 23. Juni sind die zehn Folgen der ersten Staffel der Dramatic Comedy GLOW bei Netflix zu sehen und sie haben bisher unglaublich positives Feedback generiert. Bei IMDB steht die Serie aktuell bei 8,2 Punkten von 10 und bei Rotten Tomatoes bei einer Wertung von 96%. Und das für eine Serie über ein 80er Jahre Trashprodukt. Okay, so paradox hört sich das beim zweiten Nachdenken gar nicht an. Aber der Reihe nach, befassen wir uns zu aller erst einmal mit GLOW – dem Original.

(Wer direkt zum Review will, kann gleich auf der zweiten Seiter weiter machen)

Inhalt
1. Was war Glow (Seite 1)
2. Wer steckt hinter der Neuauflage? (Seite 2)
3. GLOW – Season 01 (Seite 2)
4. Die Charaktere (Seite 3)

1. Was war GLOW?
Wir sollten uns nicht von dem romantisch verklärten Bild täuschen lassen, das sich in den letzten Monaten im Zuge der Produktion der Netflix-Serie im Internet verbreitet hat. Da könnte der Eindruck entstehen, dass GLOW ein erfolgreiches Projekt war, das Fanscharen generiert hat. Das stimmt einfach nicht bzw. muss differenzierter betrachtet werden. David B. McLane war Ringsprecher für die World Wrestling Association und hatte aus dieser Position heraus die Idee für ein Wrestlingprodukt rund um Frauen, die in der WWA eher die Ausnahme waren und wie Midgets eher als Freakshow angesehen wurden, wenn sie dann doch mal antreten durften. Da er WWA-Besitzer Dick the Bruiser nicht von der Idee überzeugen konnte, ging McLane nach Hollywood, fand Geldgeber und zu einem Casting kamen mehr als 500 Schauspielerinnen – es wurden nämlich keine ausgebildeten Wrestlerinnen gesucht, sondern Schauspielerinnen. Diese bekamen in einem sechswöchigen Crashkurs beigebracht sich im Ring nicht zu verletzten und dann ging es in Las Vegas, im Kasino eines der Geldgeber, auch schon zur Sache. Zwischen 1986 und 1990 wurden insgesamt vier Staffeln mit jeweils 26 Episoden aufgezeichnet, die in den USA und einigen weiteren Ländern im TV ausgestrahlt wurden. Die Einschaltquoten der ganz frühen Ausgaben waren durchaus nicht schlecht, aber schon bald hatten die meisten Zuschauer genug gesehen. Der Neuheitenfaktor war verflogen und so dümpelte das Programm mehr als drei Staffeln so vor sich hin - hatte aber unumstritten eine treue Die-Hard-Fanbase.

Ich könnte jetzt versuchen den Charakter von GLOW mit eigenen Worten zu umschreiben, aber besser als die Einleitung der englischen Wikipedia würde ich es vermutlich auch nicht hinbekommen, da das Originalprodukt aus den 80er Jahren keinerlei Faszination auf mich ausstrahlt, da es meiner Meinung nach aus heutiger Sicht einfach nur schlecht gemachter Trash war und während gut gemachter Trash oftmals grandios ist, es gibt nichts schlimmeres als schlecht gemachten Trash! Hier also die Übersetzung der Einleitung von Wikipedia: "Farbenprächtige Charaktere, starke Frauen und vollkommen überspitzte Comedy-Sketche waren der integrale Bestandteil des Erfolgs der Serie. Die meisten Darsteller waren Schauspielerinnen, Models, Tänzerinnen und/oder Stuntfrauen, die darauf hofften im Showbusiness Fuß zu fassen." Vielleicht erinnert sich der ein oder andere ja an eine Folge von Eine Schrecklich Nette Familie, in der es Al Bundy mit GLOW-Star Big Bad Mama zu tun bekam. Sucht einfach mal auf YouTube. Da gibt es sowohl von diesem Aufeinandertreffen als auch von GLOW selbst einige nette Videos, mit denen ihr euch einen guten Eindruck davon verschaffen könnt, was es damit auf sich hatte. Da es sich um keine offiziellen Videos handelt, will ich diese hier lieber nicht verlinken, aber sucht beispielsweise einfach mal nach GLOW Pilot 1985. Es gibt zudem auch eine 2012 erschienene Dokumentation mit dem Titel GLOW: The Story of the Gorgeous Ladies of Wrestling.

In Deutschland lief GLOW ab 1993 im DSF (heute Sport 1) und wurde von Uli Fessler und Jo Williams kommentiert. Williams wurde relativ schnell von Peter William ersetzt. Wenn ich es richtig weiß, müsste GLOW sogar zu den Programmen gehört haben, mit dem das Deutsche Sport Fernsehen damals an den Start gegangen ist.
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