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Review: ECW Unreleased Vol. 1

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Kolumne
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"Review: ECW Unreleased Vol. 1" von Prophecy
Mit Extreme Championship Wrestling ist es in gewisser Weise so wie mit der Bill Cosby Show. Als Fan von Heathcliff, Theo und Rudy kann man sich die Shows auf Kabel1 immer und immer wieder rein ziehen. Doch mit der Zeit hat sich das ganze für die meisten auch irgendwie totgelaufen. War es früher sensationell und seiner Zeit in gewisser Weise voraus – so hat man sich heute doch irgendwie dran satt gesehen. Irgendwie schafft man es als Fernsehsender aber doch noch mit der Cosby Show Quoten zu ziehen und auch die DVDs, die es im gut sortierten Fachhandel für 9,99 € gibt, sollen sich laut den Experten von serienjunkies.de erschreckend gut verkaufen. Über eine solche Langlebigkeit können sich Politiker nur erfreuen, wenn sie es verstehen die Opposition mit mehr oder weniger demokratischen Mitteln auszuschalten. Auch Sportler können nur sehr selten auf eine solche Karriere zurückblicken und vor allem bekommt selbst ein Lothar Matthäus keine Tantiemen, wenn das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 mal wieder auf Sport 1 totgespielt wird. Da haben es Bill Cosby oder auch Rob Van Dam doch gleich viel besser getroffen. Denn sowohl die Cosby Show als auch Extreme Championship Wrestling erfreuen sich auch viele Jahre nach ihrer Absetzung noch einer treuen, fast kultartigen Anhängerschaft, die gerne bereit ist ein paar Euro auszugeben, um auch die neusten Veröffentlichungen ihrer Helden zu erstehen. So verwundert es auch wenig, dass sich die neuste Veröffentlichung zum Thema ECW direkt zum Verkaufsstart an die Spitze der Amazon.com Verkaufscharts im Bereich Sport setzte.

Wenn man Unreleased im Titel einer DVD-Veröffentlichung ließt, dann bekommt man spätestens seit Hulk Hogan's Unreleased Collector's Series ein schlechtes Gefühl. Doch während die Veröffentlichung über Hulk Hogan tatsächlich fast ausschließlich bedeutungslose Kämpfe beinhaltete, kann ECW Unreleased Vol. 1 nicht nur mit guten, sondern auch wichtigen Kämpfen aus der Geschichte von Extreme Championship Wrestling aufwarten. Das Unreleased bedeutet in diesem Fall ganz einfach, dass die hier beinhalteten Kämpfe nicht auf The Rise and Fall of ECW, Bloodsport und Extreme Rules enthalten sind. Bei manchen Kämpfen stellt man sich dann auch tatsächlich die Frage, wie das sein kann!

Eigentlich sollte diese DVD auch ein Match zwischen Rey Mysterio und Psicosis enthalten, das jedoch nach Mysterios Suspendierung einige Wochen vor der Veröffentlichung noch gestrichen wurde.

Solltet ihr euch für die DVD begeistern können, dann schlagt doch einfach hier (DVD-Version) oder hier (Blu-ray-Version) zu und unterstützt damit eure Lieblingsseite bei der Bezahlung unserer Serverkosten (natürlich ohne Zusatzkosten für euch!).

ECW Unreleased Vol. 1
Veröffentlicht am 05. Juni 2012 von World Wrestling Entertainment


Okay, handeln wir die unappetitlichen technischen Details, die ihr ohnehin in unserer Datenbank nachlesen könnt, gleich zu Beginn ab. Laut Amazon.com sind sowohl die DVD als auch die Blu-ray genau neun Stunden lang, was in Anbetracht der beiden Kämpfe, die nur auf der Blu-ray enthalten sind, irgendwie nicht wirklich sein kann, aber tun wir einfach mal so als würden wir es glauben. Wie üblich sind in diesem Set zwei (Blu-ray) bzw. drei (DVD) Scheiben enthalten. Die Veröffentlichung beinhaltet keine Dokumentation, schließlich wurde über Extreme Championship Wrestling nun wirklich genug gesagt, aber dafür 19 (DVD) bzw. 21 (Blu-ray) Kämpfe, die meistens mit kurzen Einspielern vorbereitet werden.

Präsentiert wird das Videomaterial vom langjährigen ECW-Kommentator Joey Styles, der natürlich wie kein anderer aktueller WWE-Angestellter über Hintergrundwissen über die Promotion und die Kämpfe verfügt. Es gibt zwar nicht für jedes Match eine Einführung von Joey, aber doch zumindest für etwa die Hälfte und selbst für langjährige Fans hat er immer wieder einige neue oder in Vergessenheit geratene Fakten zu bieten. Der Ablauf der DVD ist natürlich chronologisch gestaltet, da sich das halt anbietet. Auf der ersten DVD finden sich die Kämpfe aus der Vor-PPV-Zeit von 1993 bis 1996, gefolgt von Kämpfen aus den Jahren 1997 sowie 1998 und schließlich den Jahren 1999 bis zum Ende auf der dritten DVD. Dabei kann man sehr schön die Weiterentwicklung der Produktionsmöglichkeiten mitverfolgen. Während wir zu Beginn noch eine typischen Indy Promotion mit geringem Budget für die Produktion in der ECW Arena vor einer kleinen Zuschauermenge haben, geht es im weiteren Verlauf aus Philadelphia heraus in größere Hallen und die Technik wird, besonders im Zusammenhang mit der Produktion von Pay-Per-Views, immer besser.

Das Set ist noch einmal in zehn Unterkapitel eingeteilt, die die Entwicklung der Promotion unterstreichen. Das erste Kapitel Welcome to the Land of Extreme befasst sich, wie der Name bereits sagt, mit den Anfangstagen der extremen Promotion. So startet dieses Set auch gleich mit dem Match bzw. der Handlung, die die Promotion auf die Landkarte setzte. Das Finale des Turniers um den NWA World Heavyweight Title zwischen Too Cold Scorpio und Shane Douglas bleibt nicht unbedingt auf Grund der Qualität des Kampfes in Erinnerung. Beide hatten zusammen keine sonderlich gute Chemie und lieferten so nur einen soliden Kampf ab, der aber auch gleich in den Hintergrund tritt. Denn nach dem Kampf folgte die berühmte Promo des Franchise. Joey Styles hatte vorher noch die aktuelle Situation der NWA nach der Trennung von World Championship Wrestling und der neuen Allianz mit ECW erklärt, sodass die Bedeutung dieser Promo auch jedem neuen Fan klar werden sollte. So erklärte der Franchise, dass er nicht die Fackel einer toten Promotion übernehmen wolle, sondern seine eigene Fackel entzünden werde. Im gleichen Atemzug erhob er den ECW Heavyweight Title, den er damals hielt, zum World Title. Wer ein bisschen mehr Hintergrund dazu haben möchte, dem sei Timeline: The History of ECW 1994 - As told by Shane Douglas ans Herz gelegt, wo der Franchise die Geschichte bis ins letzte Detail erzählt. Dem folgte ein Match zwischen Raven und Tommy Dreamer bzw. erst einmal ein Interview von Ravens Lakai Stevie Richards gegen Dreamer, das die Vorgeschichte dieses Kampfes erklärt. Dreamer war zu dieser Zeit noch lange nicht der Innovator of Violence, sondern ein Bluechipper, der versuchte sich im Land der Extremen einen Namen zu machen und so hatte er sich bereits mehrfach an Raven versucht, war aber immer gescheitert. Dieses Match sollte nun seine letzte Chance sein. Dementsprechend war natürlich auch das Match aufgebaut, wenig Wrestling, aber dafür viel Brawling und eine Geschichte, die perfekt erzählt wurde. Und noch aus einem anderen Grund ist dieses Match absolut sehenswert, denn es beinhaltet einen Piledriver, den man als Dreamer-Fan einfach gesehen haben muss!

Weiter ging es mit Mat Mystery und zu einer Zeit, in der die Kämpfe immer extremer wurden, gab es eine Gegenbewegung in der eigenen Liga. Genau damit befasst sich dieses Kapitel und im Mittelpunkt stehen hier Eddie Guerrero und Dean Malenko. Zwei Matches mit diesen beiden Könnern werden hier geboten. Als erstes ein Tag Team Match zwischen Guerrero und Taz auf der einen und Malenko sowie Too Cold Scorpio auf der anderen Seite. Das besondere am ECW-Publikum war, dass sie eben nicht nur blutdurstig nach No Ropes Barbed Wire Matches verlangten, sondern sich auch auf solche Kämpfe einlassen konnten. Vor allem aber wird hier deutlich, dass sie jungen Wrestlern eine Chance geben. Denn sowohl Malenko als auch Guerrero waren hier extrem over. Das Tag Team Match ist stark und auch das darauf folgende Singles Match zwischen den beiden ist gut, aber definitiv nicht ihr bestes Singles Match gegeneinander. Allerdings ist das extrem starke 2 out of 3 Falls Match zwischen den beiden schon auf Cheating Death, Stealing Life: The Eddie Guerrero Story zu finden, sodass es hier nicht mehr gewählt werden konnte.

The Hardcore Legend kann sich im WWE Universe natürlich nur mit einem Mann beschäftigen und so ist es auch. Nach der kleinen Pure Wrestling Phase geht es im dritten Teil mit Garbage Wrestling zwischen Cactus Jack und Shane Douglas weiter. Dabei geht Joey Styles auch noch einmal auf die bis zu WCW zurück reichende Verbindung von Paul Heyman und Mick Foley ein. Wobei angemerkt werden muss, dass Foley den meisten heutigen Fans zwar mehr sagt als ein Terry Funk, aber der Funkster für ECW viel wichtiger war. Foley spielte damals übrigens den Heel als Eric Bischoffs Lieblingsschüler, ließ es sich aber trotzdem nicht nehmen einige extreme Aktionen auszupacken und einzustecken. Ich habe es zwar noch nirgendwo bestätigt gefunden, aber es ist gut möglich, dass dieses Match das Vorbild für das I Quit Match zwischen Foley und The Rock war. Auf jeden Fall sagt es schon viel aus, wenn die Stuhlschläge in diesem Match im Vergleich zu denen von Rocky total verblassen. Warum danach dann das Match zwischen Too Cold Scorpio und Chris Jericho folgt, weiß wahrscheinlich niemand. Aber auch wenn es nun wirklich besser zu den Mat Wars gepasst hätte, so liefern sich die beiden hier ein herausragendes Match. Mit Jericho hat Scorpio eine wahnsinnig gute Chemie und so wrestlen sich die beiden hier zum Showstealer dieser DVD.

Ab geht es auf den zweiten Silberling, direkt ins vierte Kapitel Extreme Style, das sich mit der neuen Generation an extremen Superstars beschäftigt, dem in Japan populär gewordenen Sabu und seinem Trainingspartner Rob Van Dam. Hier sieht man die beiden in einem Tables & Ladders Match um die ECW Tag Team Titles gegen die Eliminators. Man soll es kaum für möglich halten, aber das Match ist großartig. Ich bin kein übermäßiger Fan von Ladder Matches, da es mir meistens zu konstruiert wirkt, aber diese vier kriegen das wirklich gut hin und zudem kriegen wir hier auch noch eine waffenfrei Anfangsphase geboten, die es sich anzugucken lohnt. Im Anschluss gab es noch ein weiteres Match von Sabu gegen Taz, das Ringsprecher Bob Artese gleich mal als "Grudge Match of the Century" verkaufen will. Fakt ist, dass die beiden sich damals wirklich eine erbitterte Fehde lieferten, während der Bill Alfonso zu Taz geturnt war. Ein Jahr lang wurde das Match aufgebaut und das Publikum war voll mit dabei. Ein langes Match mit einer großartigen Matchstory und richtig gutem Wrestling. Der Main Event des ersten Pay-Per-Views war zwar Funk gegen Raven, weil man hier vor dem großen landesweiten Publium unbedingt die Fackelübergabe inszenieren wollte, aber eigentlich hätte es dieses Match sein müssen, das stattdessen nur als drittletztes Match auf der Card Platz fand. Auch die Post Match Promo solltet ihr euch nicht entgehen lassen!
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