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Das Scaffold Match

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Kolumne
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"Das Scaffold Match" von Perfect Stranger
Ein Scaffold Match findet nicht im Ring statt, sondern darüber. Am Ring werden wird dafür zwei Gerüste aufgestellt, die durch eine Planke verbunden sind, auf der dann der Kampf stattfindet. Sieger ist, wer seinen Gegner zuerst herunterbefördern kann. Diese Matches sind sehr gefährlich, was dazu führt, dass man den Teilnehmern ihr Unbehagen durchaus ansieht. Die Powers of Pain sollen sogar einst die National Wrestling Alliance verlassen haben, da sie auf keinen Fall, wie gefordert, eine Serie von Scaffold Matches gegen die Road Warriors bestreiten wollten. Ein weiteres Problem ist die geringe Größe der Planke auf der sich die Wrestler befinden und natürlich die Abwesenheit von Ringseilen etc., was dazu führt, dass nur sehr wenige Aktionen möglich sind.

Das Scaffold Match geht zurück auf Jerry Jarrett, der es 1971 für seine Promotion in Memphis erfand und auch selbst das erste Match dieser Art bestritt und gewann. Dieses Territorium blieb auch für die nächsten Jahre die Heimat des Scaffold Matches, das 1977 mit einer Scaffold Battle Royal auf die Spitze getrieben wurde. Auch im Mid-South-Territorium versuchte man sich daran, bei der Superdome Extravaganza Show im November 1984 besiegte dabei der Rock 'n' Roll Express den Midnight Express.

Bobby Eaton und Dennis Condrey waren auch am ersten Scaffold Match in einer der großen Ligen beteiligt, das zum wohl berühmtesten Match dieser Art wurde. Daran nicht unbeteiligt war ein Non-Wrestler, nämlich Jim Cornette. Bei Starrcade 86 trat der Midnight Express gegen die Roadwarriors an. Im Laufe des Matches wurde Cornette von den Roadwarriors das Gerüst hochgejagt und beim Versuch des Herunterkletterns fiel er hinunter. Das war auch geplant, aber eigentlich hätte er von Big Bubba aufgefangen werden sollen, verfehlte diesen jedoch und zog sich schwere Knieverletzungen zu. Zu allem Überfluss verletzte sich auch Eaton, als er am Ende des Matches planmäßig von der Planke befördert wurde, sich aber beim Aufprall den Knöchel verdrehte. Nichtdestotrotz kam es nur wenige Monate später zu einem Rematch mit dem selben Ausgang, das als Main Event eines Specials auf TBS ausgestrahlt wurde.

Der Midnight Express bestritt wohl mehr dieser Matches als jeder andere, ab 1987 allerdings in der Besetzung Eaton und Stan Lane. Bei Starrcade 88 verloren die beiden ein weiteres Scaffold Match, dieses Mal wieder gegen ihre Dauerrivalen vom Rock'n' Roll Express und während der Great American Bash Tour 88 gab es innerhalb zweier Wochen gleich 4 Scaffold Matches. Zwei davon verlor der Midnight Express gegen die Fantastics, zwei weitere gewannen die Roadwarriors gegen die Russians.

Bei der vorerst letzten Auflage beim Great American Bash 91 entschärfte man das Ganze, in dem es nun nicht mehr notwendig war, einen Gegner vom Gerüst zu werfen, sondern man nur noch die gegnerische Flagge erobern musste. Im Vorfeld der Show wurde dies allerdings nicht erwähnt und so war das Match, das auch noch den Opener der Show bildete und von 4 Midcardern bestritten wurde, von denen keiner einen Freiflug bekam, für viele Fans eine Enttäuschung. Scaffold-Experte Bobby Eaton gewann zusammen mit PN News gegen Steve Austin und Terry Taylor und der Bedarf an diesen Matches war auf beiden Seiten erst einmal für lange Zeit gedeckt.

In den Südstaaten-Promotions USWA und Smoky Mountain Wrestling blieb das Scaffold Match aber weiterhin beliebt und wurde bis 2003 weiter ausgetragen. Zusätzlich hielt es auch in der ECW Einzug. Schon 1993 hatte es beim Ultra Clash ein erstes solches Match gegeben und für die 1996 laufende, spektakuläre Fehde zwischen Tommy Dreamer und Brian Lee bot sich diese Stipulation geradezu an. Bei der passenderweise "High Incident" betitelten Show gelang es Tommy Dreamer sich mit einem Sieg an Lee für eine der berühmtesten ECW-Szenen zu rächen, in der dieser Dreamer einige Wochen zuvor per Chokeslam aus dem Eagles Nest der ECW Arena durch mehere aufeinandergestapelte Tische befördert hatte. Nun wiederfuhr dem Bulldozer das gleiche Schicksal, denn im Ring waren etliche Tische aufgestellt, die den Fall mildern sollten.

Ein letztes Mal wurde bei Fall Brawl 2000 bei World Championship Wrestling ein Scaffold Match ausgetragen, dabei trafen Shane Douglas und Torrie Wilson auf Billy Kidman und Madusa. Die breiter als übliche Planke war aber über dem Eingang angebracht, man musste um zu siegen auf der anderen Seite hinunterklettern und die Verlier (Kidman und Madusa) fielen nicht in den Ring, sondern etwas weicher auf eine vorbereitete Fläche. Am meisten im Gedächtnis blieb den meisten Zuschauern wohl der Gesichtsausdruck von Torrie, der man die Panik verständlicherweise ansah.

Da sich World Wrestling Entertainment nach dem Tode Owen Harts klugerweise mit solchen Matcharten nicht abgab und die WCW, die ECW und die USWA aufgehört hatten zu existieren, blieben nun nur noch Hardcore-Ligen im Independent-Bereich als mögliche Austragungsorte. Apropos Hardcore: eines der wenigen Scaffold-Matches in Japan hatte in einer der dortigen Hardcore-Ligen stattgefunden. Am 13.03.92 trafen bei W*ING Miguel Pérez Jr. und the Iceman (Ricky Santana) aufeinander. In den USA tat sich vor allem Xtreme Pro Wrestling mit der Ausrichtung dieser Matches hervor, dabei kam es am 23. Februar 2002 zu einem weiteren, berüchtigten Zwischenfall, als Vic Grimes sein Match gegen New Jack bei XPW Free Fall verlor, beim Sturz vom extra hohen Gerüst aber die im Ring stehenden Tische verfehlte und sich schwer verletzte. Das hielt die Liga nicht davon ab, keine 4 Monate später sogar ein Exploding Ring Scaffold Match zu veranstalten. Auch CZW hat schon Scaffold Matches veranstaltet, so z.B. bei Cage of Death 6, als man noch Leitern mit ins Spiel brachte.

Dabei hätte man es auch belassen können, doch im Ringen um neue Konzepte erinnerte sich Jeff Jarrett 2007 an die Erfindung seines Vaters und brachte das Scaffold Match zu Total Nonstop Action Wrestling. Dort hiess das Ganze nun "Elevation X" in Anlehnung an das spektakuläre und erfolgreiche "Ultimate X"-Match sowie an den Namen der Show, bei dem es seine Premiere feierte: Destination X. Statt einer Planke gab es nun zwei Planken, die sich kreuzten und damit das namensgebende X formten. Die Teilnehmer waren Rhino und AJ Styles. Die beiden zeigten einige innovative Moves, aber trotzdem waren alle froh, als es vorbei war und sich niemand verletzt hatte. Das Match gewann Rhino, als er dem an der Planke baumelnden Styles auf die Finger trat, so dass dieser loslassen musste und in den Ring fiel.

Obwohl er im Vorjahr sich sichtlich unwohl so weit oben gefühlt hatte, avancierte Rhino zum Experten für diese Matchart, denn als Destination X 2008 anstand, musste er wieder ran, dieses Mal gegen James Storm. Der Hauptteil des Matches spielte sich in und außerhalb des Ringes ab und als beide Männer endlich oben waren, ging es relativ schnell und mit der selben Aktion wie im Vorjahr konnte Rhino erneut siegen. Damit war das kreative Pulver für Elevation X aber verschossen und in den nächsten Jahren ersparte man der War Machine und allen anderen eine Neuauflage.

Durch die Einführung von anderen Matches, die sich in luftiger Höhe abspielen, wie Hell in a Cell und Lethal Lockdown mit den regelmäßigen Ausflügen auf Käfigdächer, Ultimate X und Leitermatches hat das Scaffold Match viel von seinem Sensationsfaktor verloren, umso deutlicher treten die unvermeidlichen Limitationen zu Tage. Die besten Tage hat dieses Gimmick Match hinter sich und wird wohl nur noch alle paar Jahre in Hardcore-Kreisen eine kleine Auferstehung feiern.
 
 
 
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