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FlimmerMania: WWF WrestleMania XV

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Kolumne
Ausgabe

"FlimmerMania: WWF WrestleMania XV" von Axel Saalbach
Im Showarchiv
WWF WrestleMania XV - The Ragin' Climax
Bart Gunn durfte bei WrestleMania trotzdem auflaufen. Sein Gegner war dabei der Boxer Butterbean - ein netter kahlköpfiger dicker Mann, der ein wenig an das Michelin-Männchen erinnert und dessen Kämpfe selbst für Leute interessant sind, die sonst nicht Boxen schauen. Denn im Stile eines Klitschkos verfügt der Herr über nicht den leisesten Ansatz einer Deckung, macht jedoch keinen Hehl daraus und lässt sich wie in einem guten Comic munter verhauen, als würde es ihm nichts ausmachen, ehe er dann seine Gegner auf die Bretter schickt (wenn es denn mal gelingt). Da man bereits ein Jahr zuvor mit einem Boxer die Buyrate von WrestleMania ins Unermessliche hatte steigen lassen, schien man zu glauben, man könnte mit Butterbean einen ähnlichen Effekt erzielen. Endergebnis war ein unsinniger Knockout nach wenigen Sekunden, und die Geschichte konnte schon wieder als abgehakt betrachtet werden. Bart Gunn verzog sich nach der Pleite zügig nach Japan und blühte dort erstaunlicherweise unaufhörlich auf wie ein Pickel.
Sieger: Butterbean nach 35 Sekunden (keine Wertung)

Ähnlich abstrus war auch die Situation rund um den WWF Hardcore Title. Als WrestleMania anstand, schritt Vince Russo durchs versammelte Roster und überlegte, wem er den Hardcore Title geben könnte. Nachdem er am Necroad Dogg, an Atsushi Blackman und an D'Lo Matsunaga vorbeimarschiert war, machte er vor dem Verlies des Mannes halt, der Abdullah the Butcher schon am noch jungen Morgen mit den eigenen Gabeln gefrühstückt hätte, wenn man ihm den dicken Abby vor die Füße gewuchtet hätte: Billy Gunnemura! Der zähnefletschende Rockabilly mischte daraufhin die Hardcore-Szene der Federation auf, anders ausgedrückt: er kam zum Hardcore Title in etwa so überraschend und unverhofft wie ein homosexueller Gockel zu einem Ei. Bei WrestleMania traf die Ein-Mann-Armee dann auf gleich zwei Herren auf einmal: auf Al Snow und auf Mister Death Match höchstselbst: auf Hardcore Holly. Es gab tatsächlich eine ganze Reihe von Fans der Federation, die der Ansicht waren, der Mann wäre wirklich ein Hardcore-Wrestler. Wie dem auch sei: das Match, das dabei herauskam, war vollkommener Müll. Ebensolcher befand sich auch reichlich im physischen Einsatz. Die Entscheidung kam durch den am häufigsten versiebten Finisher der Federation, nämlich Billy Gunns immer holprig aussehenden Rocker Dropper, äh... Fame-Asser, mit dem Al Snow von der lebenden Zeitbombe auf einen Stuhl befördert wurde. Anschließend schlug Hardcore Holly den Assman mit einem Stuhl nieder und pinnte Al Snow.
Sieger: Hardcore Holly - Titelwechsel nach 7:05 Minuten (schlecht)

Nun könnte man meinen, der Hardcore Title sei so irrelevant gewesen, dass es nichts ausmachen würde, dort vollkommen unpassende Leute hinzubooken. Zweifelsfrei nicht irrelevant ist jedoch der WWF Intercontinental Title. Das gute Stück, das in der Vergangenheit von den renommiertesten Stars getragen wurde, steckte zu Beginn des Jahres 1999 in einer tiefen Krise. Da man nichts mit dem Gürtel anzufangen wusste, versuchte man, ihn durch möglichst chaotisches Zufallsbooking nicht gänzlich außer acht zu lassen.

Deshalb plante man zunächst, Ken Shamrock gegen Val Venis antreten zu lassen. Allein diese Ansetzung wäre schon abgegangen wie die Wutz, aber das war Vince Russo und Oklahoma noch nicht genug! Deswegen zog man zunächst Billy Gunn aus der Kiste und ließ ihn ebenfalls um den Titel fehden. Zeitgleich steckte der Road Dogg in einer Fehde um den Hardcore Title. Oklahoma und sein Kumpan reichte es jedoch immer noch nicht, und so heckten sie einen fiesen Streich aus: sie vertauschten heimtückisch die Namen der New Age Outlaws in den langfristigen Bookingplänen. Mir nichts, dir nichts, war nicht nur Billy Gunn plötzlich wie oben beschrieben zum Hardcore Champion avanciert, auch der Road Dogg hatte plötzlich Gold um den Hüften: den Intercontinental Title. Und selbst das war dem Duo Infernale des Bookingkommitees noch nicht genug! Denn in einem lichten Moment fiel ihnen auf, dass sie bis dato ganz vergessen hatten, Goldust in eine WrestleMania-Fehde zu schreiben. Deswegen warf man auch den wunderlichen Dustin und seine Begleiter, The Blue Meanie und Ryan Shamrock, mitten hinein ins Geschehen rund um den Intercontinental Title.

Was dabei herauskam, war ein verwirrendes Four Corners Match zwischen dem Road Dogg, Ken Shamrock, Val Venis und Goldust. Ken Shamrock und der verhinderte Pornodarsteller wurden alsbald ausgezählt, so dass sich am Ende nur noch der Road Dogg und Goldust gegenüberstanden - selbstverständlich ohne auch nur ein Fitzelchen einer Vorgeschichte miteinander zu haben. Mit einem Finish zwischen Shamrock und Venis hätte man das Ganze ja noch storylinetechnisch zu einem halbwegs akzeptablen Abschluss bringen können, so aber artete das Match zu restlosem Unfug aus. Mit einem sensationellen... Einroller gewann der Road Dogg am Ende, und Vince Russo musste mit Morphium beruhigt werden, da er aus dem Lachen nicht mehr herauskam.
Sieger: Road Dogg nach 9:50 Minuten (schlecht)

Tja, und da wir schon bei schlechten Sachen sind: da war ja dann auch noch dieses Hell In A Cell Match, das ich schon am Anfang angesprochen hatte. Wer glaubt, es hätte nie "Boring"-Rufe bei WrestleMania vor dem Aufeinandertreffen von Goldberg und Brock Lesnar gegeben, der sollte sich dieses Match anhören. Wohlgemerkt sollte er es sich anhören, keinesfalls aber ansehen - andernfalls könnte es rasch passieren, dass die Augen zu bluten beginnen. Im Ring standen sich The Undertaker und der Big Boss Man gegenüber. Punch, Punch, Punch, Punch, Boss Man macht den Undertaker mit Handschellen am Käfig fest, Punch, Punch, Punch, Punch, Boss Man würgt Taker, Punch, Punch, Punch, Punch, Taker befreit sich, Punch, Punch, Punch, Punch, Tombstone, Ende. Danach tauchte die Brood auf und erhängte den Boss Man. Um der Gefahr zu entgehen, dass Charles Bronson ihn für diesen Schwachsinn mit einer Mundharmonika und einem zünftig geladenen Schießeisen auflauern würde, stampfte Vince Russo die ganze Geschichte anschließend sofort ein und hüllte sie unter einen Mantel des Schweigens.
Sieger: The Undertaker nach 9:45 Minuten (sehr schlecht)

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung setzten sich Jeff Jarrett und Owen Hart binnen weniger Minuten gegen D'Lo Brown und Test durch, indem Jarrett Brown einrollte. Damit behielten Owen und Jeff ihre WWF Tag Team Titles. Schätzungsweise hatte man vollkommen vergessen, eine vernünftige Fehde um die Tag-Team-Krone aufzubauen, deswegen bookte man kurz vor WrestleMania noch im Schnelldurchlauf eine Battle Royal zusammen, bei der die letzten beiden im Ring verbleibenden Personen gemeinsam einen Titleshot bekommen sollten - und das waren dann Test und D'Lo. Sable besiegte Tori in einem abscheulichen Match nach einem Eingriff des... äh, der debütierenden Nicole Bass und behielt damit den Damentitel. Kane setzte sich via Disqualifikation gegen Triple H durch, nachdem der ihn mit einem Stuhl geschlagen hatte. Den Stuhl hatte Hunter von Chyna bekommen, die damit zum Babyface turnte, denn skurrilerweise war Kane zu diesem Zeitpunkt ein Bösewicht im Dienste Vince McMahons und Triple H ein Guter. Chyna war ein paar Wochen zuvor zum Heel geturnt. Und wenige Minuten später turnte sie wieder gemeinsam mit Hunter zurück zum Heel. Denn im letzten noch nicht erwähnten Match des Abends turnte sie gemeinsam mit Triple H gegen dessen Kumpel X-Pac, der gerade versuchte, den European Title von Shane McMahon zu erringen, und schloss sich somit wieder der Corporation an. Bei so vielen Turns, die Russo hier zusammenbookte, war es eigentlich kein Wunder, dass er einige Zeit später bei Ted TURNer und World Championship Wrestling landete. Das Match um den WWF European Title war im Übrigen ziemlich ansehnlich - und damals war man regelrecht schockiert, was für Aktionen der junge McMahon leisten konnte.

So: warum zum Teufel hat dieser entartete Herr Saalbach nun zu Beginn geschrieben, dass WrestleMania XV nicht die schlechteste Ausgabe in der Geschichte der Liga war, nachdem er hier nun säuberlich ein Match nach dem anderen verrissen hat? Ganz einfach: zum einen waren der Main Event trotz übertriebenem Bookings und das Match zwischen Shane-O-Mac und X-Pac ganz ansehnlich, zum anderen muss man die Veranstaltung auch mal unter dem Blickwinkel betrachten, dass Russo in seinen Shows gar nicht erst den Anspruch entwickelt hatte, ein Produkt auf die Beine zu stellen, das man noch reinen Gewissens als Wrestlingveranstaltung bezeichnen konnte. WrestleMania XV war eine über viele Strecken völlig wirre Unterhaltungsshow mit ein paar Wrestlingelementen, die in der kaputten Welt der Dokusoaps, Gerichtsshows und von Dakota Harris auf deutschen Privatsendern wahrscheinlich gar nicht mehr überdurchschnittlich trashig wirken würde. Als Wrestlingfan der alten Tage muss man sich zwangsläufig die Hände vors Gesicht halten. Sucht man aber eine Veranstaltung, bei der man das Hirn in den Standby-Modus schalten kann und sich ein paar Stunden lang ohne jeglichen Anspruch dahinunterhaltenlassen will, ist man mit WrestleMania XV ganz gut bedient.

Das war es dann also mit der dieswöchigen Ausgabe von FlimmerMania! Am kommenden Donnerstag geht es weiter mit WrestleMania 2000 und dem Ende der Tradition, Babyfaces in den Main Events von WrestleMania zwingend gewinnen zu lassen. Bis dahin kann wie üblich das Kontaktformular für Resonanz jeglicher Art genutzt werden.
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