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Viddys Zeitmaschine #4: Royal Rumble 2007

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Kolumne
Ausgabe

"Viddys Zeitmaschine #4: Royal Rumble 2007" von Viddy
20 Jahre lang begeisterte die frühere World Wrestling Federation mit einer öligen Massenkarambolage. Was früher nur mit Prestige zu tun hatte, wurde zum Startschuss der "Road to WrestleMania". Herausforderer wurden gefunden, Legenden wurden geboren. Der Royal Rumble - zum 20. Mal.

Die Jubiläumsausgabe des Rumbles zeigte wieder ein komplett anderes Bild der nordamerikanischen Promotion. Das F wurde zugunsten des Pandavereins gestrichen und das E für Entertainment in den Firmennamen eingebaut. Gut, manchmal musste man nach dem Unterhaltungsfaktor mit der Lupe suchen, aber man kann nicht behaupten, dass Titan Sports das nicht versucht hätte. Manchmal auf sehr merkwürdige Weise, wie mit dem Brand Split der unheiligen Dreifaltigkeit, aber sie haben es versucht. Und damit herzlich Willkommen zum vierten Teil der Zeitreise, der uns direkt ins Jahr 2007 verfrachtet. Die Attitude Era liegt lange hinter uns, man befand sich noch in der strikten Phase der Brand Extension, als es sogar drei mehr oder weniger Hauptshows und drei mehr oder weniger World Champions gab.

Royal Rumble 2007
28. Januar 2007
AT&T Center in San Antonio, Texas

Der dritte Rumble in Texas (nach 1989 und dem grauenvollen Rumble 1997) brachte neben dem eigentlichen Rumble Match offiziell vier weitere Matches. Im Dark Match vor Beginn der Show konnte sich JTG gegen Lance Cade durchsetzen und hat darüber sicher in seinen zwei Groschenheften ausführlich berichtet.

Nach einem riesigen Feuerwerk und Nahaufnahmen der WrestleMania 23-Leuchtreklame wurden die Fans von den RAW-Kommentatoren Jim Ross und Jerry Lawler, sowie den SmackDown-Kommentatoren John Bradshaw Layfield und Michael Cole begrüßt. Ach ja, von Joey Styles und Tazz auch, die ECW on Sci Fi kommentierten. Doch es ging nicht mit einem ECW Match los, sondern mit einem Tag Team-Kampf.

MNM (Joey Mercury & Johnny Nitro) vs. Hardy Boyz (Matt Hardy & Jeff Hardy
Mercury präsentierte sich mit Gesichtsmaske, da ihm in einem TLC Match einen Monat zuvor die Nase mit einer Leiter gebrochen wurde. Eine der schlimmsten Verletzungen im Gesicht, die ich je im Wrestling gesehen habe. Da Matt und Jeff diese Verletzung (versehentlich) verursachten, gab es hier die Chance auf Revanche.
Mercury und der spätere John Morrison konnten zu Beginn Matt Hardy gut zusetzen, bis er den viel umjubelten Wechsel zu seinem noch nicht gelöschten Bruder Jeff schaffte. Beide Teams präsentierten sich zum Opener gut aufgelegt, wechselten die Offensive immer wieder ab. Mit eifrigem Double Teaming versuchten MNM ihre Gegner nach und nach zu zermürben, doch am meisten Wirkung zeigte eigentlich das nervige Gekreische von Melina. Es begann eine lange Phase der Dominanz von Mercury und Nitro, doch die Hardyz kamen zurück ins Match und sprangen in einer schönen Sequenz einen Splash und Leg Drop von den Seilen auf Nitro, der allerdings immerhin die Knie anziehen und damit Jeff aufhalten konnte. Am Ende purzelten Mercury und Matt irgendwie aus dem Ring, Jeff sprang die Swanton Bomb und pinnte Johnny Nitro.
Sieger: Hardy Boyz (Matt & Jeff Hardy) nach 15:27 Minuten (befriedigend)

Jeff hielt zu diesem Zeitpunkt im Übrigen den WWE Intercontinental Title, zudem war er bei RAW, Matt eigentlich bei SmackDown. Während der ersten Brand Extension also durchaus ein interessantes Match, welches taktisch auch ganz ansehnlich war, allerdings irgendwo auch eine Spur Dramatik fehlte. Beide Teams konnten es eigentlich besser, doch als Anheizer für die Veranstaltung war das ganz ordentlich.

ECW Title Match
Bobby Lashley (c) vs. Test

In dem Video vor dem Match bezeichnete sich Test immer und immer und immer wieder als "Impact Player". Lustig, dass Test knapp ein halbes Jahr später auch bei TNAW Impact auftreten durfte - ob er damit schon rechnete? Lashley startete im November 2006 bei ECW, gewann quasi direkt den ECW Title bei einem der schlechtesten WWE-PPVs aller Zeiten und durfte sich nun dieser Herausforderung stellen. Die beiden Kampfkolosse schoben sich durch den Ring, schlugen sich, traten aufeinander ein. Dann versuchte Test minutenlang seinem Gegner den Arm abzureißen, kassierte eine Clothesline, flog aus dem Ring und wurde ausgezählt.
Sieger: Bobby Lashley nach 07:18 Minuten (sehr schlecht)

Test ließ sich absichtlich auszählen und wurde anschließend noch von Lashley verprügelt. Hatte er auch verdient, denn als Veteran in diesem Match hatte er es versäumt, auch nur irgendeine interessante Aktion zu zeigen - wahrscheinlich war er allerdings aufgrund seines Steroidmissbrauchs so aufgeblasen, dass er dazu auch nicht mehr in der Lage war. Lashley im Gegensatz dazu war mit zwei Jahren Ringerfahrung noch viel zu grün und konnte es gar nicht besser. Grauenvoller Krampf, den man lieber komplett ignoriert. Während Test wie erwähnt bereits ein paar Monate später bei TNA aufkreuzte, pushte WWE Lashley in den Himmel. Er fehdete gegen Vince McMahon, war Donald Trumps Schützling beim Battle of the Billionaires und folgte dann doch irgendwann in Tests Fußstapfen - nur um einiges erfolgreicher.

WWE World Heavyweight Title Match
Batista (c) vs. Mr. Kennedy

Miiisssteerrr Kennedy... Kennedy erhielt die Titelchance, weil er seinen Gegner in der schnellsten Zeit besiegen konnte und anschließend seine Kontrahenten davon abhielt, die Zeit zu unterbieten. Anstatt also ein wirklicher konkurrenzfähiger Herausforderer zu sein, wieselte er sich zu einer Titelchance.
Schon zu Beginn präsentierte Batista seine Power und schleuderte Kennedy durch den Ring. Big Boot, Suplex, dann wurde Kennedy auch außerhalb des Ringes verprügelt. Doch Kennedy schleuderte Batista gegen die Ringtreppe und konnte sich so erstmals einen Vorteil erhaschen - was ein paar Sekunden andauerte. Später konzentrierte sich Kennedy auf das linke Bein des Champions und attackierte es pausenlos mit Tritten und Aufgabegriffen. Natürlich gab es den obligatorischen Ref Bump, Kennedy zeigte einen Low Blow und pinnte Batista nach einem Neckbreaker, doch Niemand zählte den Pin. Dann sprang Kennedy in eine Clothesline, kassierte die Batista Bomb und verlor.
Sieger: Batista nach 10:29 Minuten (ausreichend)

Ein sehr gradliniges Match. Der Heel versuchte den Champion systematisch auseinander zu nehmen, nachdem er körperlich unterlegen war, verletzte ihn scheinbar und verlor das Match dennoch. Lustig war es allerdings, dass eine große Fangruppe plötzlich Kennedy anfeuerte. Batista machte abgesehen von seiner Anfangsoffensive nichts, außer am Ende ein kleines Comeback zu feiern und blieb damit absolut bei seinen Möglichkeiten. Kein besonders spannendes Match, eine besonders gute Chemie hatten Batista und Kennedy auch nicht, aber so bleibt immerhin die Erinnerung, dass Mr. Kennedy tatsächlich mal um den World Title angetreten ist.

Interessant war, dass es an diesem Abend mehrere Segmente gab, in welchen Superstars ihre Startnummern zogen. Während das erste Segment mit den amtierenden WWE World Tag Team Champions Randy Orton und Edge, sowie King BOOKAH noch Starpower hatte, war das andere Segment mit Kevin Thorn, Ariel, Hornswoggle, The Great Khali, Kelly Kelly und Faarooq bodenlose Zeitverschwendung.
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