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Exklusivinterviews

In dieser Rubrik findet ihr 568 Interviews mit Wrestlern und Offiziellen, die im Laufe der Jahre auf Genickbruch veröffentlicht wurden. 75 der hier gelisteten Befragungen wurden exklusiv von Genickbruch-Mitarbeitern durchgeführt.
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Interview

Exklusivinterview mit Tassilo Jung
Mit Tassilo Jung stand unserem Mitarbeiter Captain Mightypants einer der Gesellschafter von Westside Xtreme Wrestling Rede und Antwort. Das Interview wurde am 17. Februar, vor "Scouting the Next Generation 35", geführt.


Hallo Tas, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast.

Lass uns beim letztjährigen Carat beginnen. Die wXw hat mit der Rückkehr von Ilja Dragunov einen unglaublichen Moment geschaffen, bei dem du mitten drin warst. Wie hast du die Stimmung in der Halle erlebt?


Das war schon cool. Gerade so ein Moment lebt ja sehr, wie man sich vorstellen kann, von der Überraschung dahinter. Die Urangst ist natürlich: Wie können wir irgendwie vermeiden, dass diese Überraschung schief geht, weil derjenige im selben Hotel wie die Hälfte der Fans ist, oder sich am Vorabend mal im Centro was zu Essen holen möchte oder was Ähnliches. Das ist ein gewaltiger, logistischer Prozess, an einem Wochenende an dem in der Stadt und auch um die Halle herum so viele Wrestlingfans präsent sind, so jemanden dann eben davon weg zu halten. Dieser Prozess ist uns so gut gelungen, dass nicht einmal der Großteil unserer Staff und Wrestler was davon mitbekommen hat. Das war wirklich stark, als WALTER den Three Way Dance angekündigt hat und dann die Musik von Ilja ertönt ist und die Leute einfach kollektiv ausgerastet sind. Das war ein absoluter Gänsehautmoment und ich glaube, sowas vergisst man so schnell nicht wieder.

Ich habe mich immer gefragt, wie aufgeregt Walter dabei gewesen ist. Natürlich ist er ein Vollprofi, aber ob er sich dann genau in dem Moment irgendwie verspricht oder etwas falsch ausdrückt...

Also ich kenne Walter seit 15 Jahren und mein Gefühl ist, das er einen Ruhepuls von 15 hat. Ich habe ihn sicher schon einmal wütend gesehen, aber ich habe ihn noch nie aufgeregt gesehen. Das passiert einfach nicht.

Mit etwas über 1000 Besuchern am zweiten Tag des Carat 2018 habt ihr einen Besucherrekord aufgestellt. Nun habt Ihr bereits angekündigt, das für alle drei Tage in diesem Jahr über 1000 Tickets verkauft wurden. Gibt es einen neuen Wrestlingboom in Deutschland? Wie erklärst du ihn dir? Kommt euch zugute, dass viele Fans, gerade im Internet, WWE mittlerweile eher kritisch betrachten?

Ich glaube, Wrestling ist ein sehr zyklisches Ding. Ich denke, es gibt wenige Menschen, die sich tagtäglich mit Wrestling beschäftigen, so wie du und ich. Und natürlich, wenn viele Freunde oder Familienmitglieder über etwas reden, interessiert man sich auch ein wenig dafür. Wrestling ist wie eine Sinuskurve, die immer wieder nach oben und unten verläuft. Ich glaube, dass wir aktuell noch nicht ganz oben sind, aber es läuft schon ganz gut.

Und das ist etwas, was wir vor allem WWE zuzuschreiben haben, die ganz viel gemacht haben, um WWE und damit auch Wrestling im Allgemeinen wieder in die Gesellschaft rein zu bringen. Ich kann mich erinnern, damals gab es einen Artikel in der BILD-Zeitung, in der dann in der Gerüchte-Sektion darüber geschrieben wurde, ob Cesaro jetzt dem Florian Silbereisen die Helene Fischer ausspannt. Das hat damals überhaupt keine Reichweite bekommen und war auf de letzten Seite vertreten.

Der nächste Anlauf war dann Tim Wiese, das hat wiederum ganz gut funktioniert. Damals hatte ich noch einen normalen Job und jeder hat mich im Büro darauf angesprochen. Es ist über zwei Jahre komplett durch die Medien gegangen und war im Endeffekt eine ganz, ganz große PR-Aktion, die dem Wrestling sehr viel gebracht hat. Ich finde, man sieht sehr, das WWE auf dem deutschen Markt aktiver geworden ist.

Klar, das Tryout im letzten Jahr in Köln hat ganz viel gebracht, auch das nun deutsche Wrestler in der WWE aktiv sind (Alexander Wolfe und Marcel Barthel, die Red.) hat sehr viel gebracht. Ich glaube, dass das ausschlaggebend für den Boom ist. Und klar, wenn sich viele Leute mit Wrestling beschäftigen und sich viele Leute mit WWE befassen, dann gibt es auch Leute die sagen “Okay, ich bin auch bereit, mir ein anderes Wrestlingprodukt anzusehen.”.

Entweder weil sie einfach Interesse an mehr haben oder weil ich eben diesen Link sehe und sage, ich möchte Wrestling gerne live sehen, aber WWE kommt zu selten oder ist mir zu teuer, oder weil ich sehen will wie Wrestler, die ich aus dem WWE Universum kenne, wie Toni Storm, wie Pete Dunne, wie Marcel Barthel, wie WALTER auch bei anderen Ligen auftreten. Oder es gibt natürlich auch die Fans, die sagen “Ich würde gerne Wrestling sehen, aber das was WWE mir anbietet, das gefällt mir nicht. Vielleicht mag ich Smackdown, RAW, NXT, NXT UK oder das Mae Young Classic nicht, aber das was mir eine andere Liga bietet, da bin ich gerne bereit mir diese andere Liga anzuschauen und mich damit zu beschäftigen.”

All das ist möglich und ich glaube alles das lässt sich zurückzuführen darauf, dass WWE auf dem deutschen Markt erfolgreich ist. Und wenn WWE auf dem deutschen Markt aktiv ist, dann ist das heutzutage gut für andere Akteure, die auf dem deutschen Markt aktiv sind.. Das ist was ganz anderes, als es in den 90ern war, als verstärkte Präsenz von WCW und WWF mit zahlreichen Live-Events eben schlecht für den deutschen Markt gewesen ist. Ich glaube, heute sind wir da eher komplementär, als als Substitute zu sehen.

Ich glaube auch, dass das damit zusammenhängt, dass sich WWE mittlerweile mehr geöffnet hat, gerade was auch das featuren von anderen Produkten oder Promotions angeht.

Ja, richtig. Und die Produkte sind auch nicht so gegensätzlich. Ich glaube, dass das, was WWE damals geboten hat, ein dermaßen anderes Produkt und auch ein dermaßen aufregenderes Produkt war, als das “alte Catchen”. Ich glaube, je mehr WWE bzw WWF und WCW auf dem Markt waren, desto biederer und langweiliger hat, beispielsweise, CWA gewirkt. Das war ganz schlecht (für die deutschen Ligen) damals und ich glaube, dass die Wrestlingprodukte heute viel besser zueinander passen, als es früher war. Es ist nicht so, dass, je aktiver WWE ist, desto langweiliger wirken die guten Independent Produkte, sondern ganz im Gegenteil. Ein schlechtes Independent Produkt wird immer schlecht wirken, egal was da gerade sonst im Business passiert.

Am 01.10.18 hat dann Christian Jakobi die wXw verlassen. Einen Tag nach seinem letzten Auftritt bei Progress Wembley, wo er Ilja Dragunov zum Ring begleitet hat. War das Zufall, dass es genau einen Tag danach war? Oder von euch so ausgesucht?

Nein, also wir wollten auf gar keinen Fall PROGRESS einen gut aufgebauten Angle wegschießen, in dem Christian geht. Und wir wollten auch Christian noch die Möglichkeit geben, diesen Angle zu machen, ohne das er dann an seinem letzten Tag in Wembley ganz, ganz viele schwierige Fragen beantworten muss. Das heißt, dass war durchaus ein Prozess, der lange gedauert hat und es war so getimed, dass wir soweit wie möglich Ruhe vor der World Tag Team League hatten und es eben nicht am Tag der World Tag Team League bekannt wird, und dass aber auch der PROGRESS-Angle davon nicht berührt worden ist. Das war uns schon sehr wichtig. Die Vorbereitung, das Christian ausscheiden würde und auch die Gespräche mit unseren Mitarbeitern sind alle bereits vor dem 01.10. gelaufen.

Wie du schon angesprochen hast, danach kam die World Tag Team League 2018 und damit der erste Event ohne Christian. Wie war das für euch?

Ich glaube, das Event ist gar keine Umstellung. Es waren eher andere Sachen, die schwierig waren. Zum Beispiel hatten wir einen Geschäftsführer, der nicht nur weggefallen ist, nachdem er im Vordergrund als Sprachrohr der Liga sehr aktiv war, sondern eben auch jemanden, der eine Burnout-Erkrankung hat und somit sukzessive immer weniger Aufgaben übernommen hat, weil er sie entweder bereits abgegeben hatte oder weil er sie nicht mehr hat erfüllen können. Das ist ja die Auswirkung dieser Erkrankung, dass man immer weniger leistungsfähig wird.

Wir aber hatten zwei Unternehmen zu führen, damals eben noch die wXw Europe GmbH und die wXw Wrestling Academy UG, die darunter gelitten haben, dass ein halbes bis ganzes Jahr der Geschäftsführer seine Arbeit nicht vernünftig hat machen können. Das heißt, wir mussten erstmal schauen: Was ist denn alles liegen geblieben und was liegt an?

Außerdem musste das Geschäftsmodell analysiert und angepasst werden, was ja traditionell auch ein Aufgabenbereich des Geschäftsführers gewesen wäre. Das bedeutet, wir mussten ganz viele Dinge umstellen, das war quasi unsere “Agenda 2019”. Wie können wir wXw für die Zukunft aufstellen, damit die wXw-Unternehmen 2019 und 2020 Bestand haben und erfolgreich sein können? Das war der viel schwierigere Prozess, diese Dinge zu analysieren, umzustellen und zu realisieren.

Parallel dazu musste gelöst werden, wie der alltägliche Bereich ohne Christian als Mitarbeiter laufen würde. Er wurde ja nicht durch einen anderen Mitarbeiter ersetzt. Wie konnte man die anfallenden Aufgaben am besten aufteilen?

Diese Gemengelage war der viel schwierigere Prozess, zumal das ja nicht in der Sommerpause geschehen ist, sondern im Herbst, mitten in der heißen Phase der Tour, als wir über drei Monate hinweg quasi jedes Wochenende einen oder mehrere Live-Events durchgeführt haben. Das war für jeden, der hier gearbeitet hat, eine sehr harte Zeit, viele durchgearbeitete Nächte, viele Wochenenden, viele Wochen mit 70-80 Stunden.

Die Durchführung der Events an sich ist davon gar nicht so sehr betroffen gewesen, weil Christian bei der Veranstaltung selber gar nicht so wahnsinnig viel gemacht hat. Er war gar nicht so präsent da - es ging eher darum, wie das Unternehmen an sich aufgestellt werden musste. Die Tag League war, aus meiner Sicht, ein sehr runder Event, aus dem jeder gut raus gegangen ist. Für ein Wrestlingfestival war das eine sehr angenehme und stressfreie Arbeitsatmosphäre. Wobei ich glaube, das was wir als stressfreie Arbeitsatmosphäre bezeichnen, würde in vielen anderen Berufen reichen, um frustriert hinzuschmeißen.

Nach dem Ausscheiden von ihm habt Ihr die wXw etwas umstrukturiert und beispielsweise wXwnow in eine eigene GmbH ausgelagert. Seid ihr mit diesem Umbau bereits zufrieden? Oder folgen noch weitere Änderungen?

Das ist durch. Dieser Umbau selber ist recht leicht gewesen. Der hat im Endeffekt einen sehr wohl definierten Geschäftsbereich, sprich den Bereich “Bewegtbildrechte” genommen und den in eine neue Firma outgesourced. Als Gesellschafter haben wir nur Leute genommen, die langjährige Mitarbeiter und langjährige Partner sind. Der Geschäftsbereich der Bildrechte ist sehr interessant, weil er werthaltiger ist, als die meisten anderen Bereiche und auch weniger Risikoschwankungen unterworfen ist, als andere Bereiche. Daher war es für uns eine Möglichkeit, Menschen, die lange für wXw gearbeitet haben, an wXw partizipieren zu lassen, ohne sie einem wirtschaftlichen Risiko aussetzen zu müssen, wie es bspw. bei Live-Veranstaltungen der Fall ist. In diesem Bereich können sich ganz schnell Dinge ändern, bei den Bildrechten eher nicht. Die Abläufe selber sind eigentlich ziemlich dieselben geblieben, nur dass eben jetzt nicht mehr alles über ein Konto läuft, sondern über verschiedene und die Beziehungen zwischen den beiden Unternehmen einmal ausgearbeitet werden mussten und einmal Preise rechts und links eingesetzt werden mussten. Aber das ist ein relativ einfacher Prozess gewesen, der Pi mal Daumen 3 Monate in Anspruch genommen hat.
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