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Helden früherer Tage

Die ehemalige Rubrik "Die Anfänge" unserer Homepage ist in diese Kategorie aufgegangen. Unter dem Begriff verbergen sich Biografien von Wrestlern, die den Fans von heute nur noch wenig sagen, obwohl sie absolute Legenden sind und deshalb jedem Wrestling-Fachmann ein Begriff sein sollten. Hier könnt ihr die 8 bisherigen Biografien nachlesen.
Kapitel

Ed Lewis - Eine Strangler-Bio in drei Teilen
1940 versuchte Lewis einmal mehr, den alten Box-Rivalen Jack Dempsey zu einem Mixed Match in den Ring zu bekommen, die Erlöse sollten ans rote Kreuz gehen. Wieder sagte Dempsey ab, da er Lewis fürchtete.

Obwohl er praktisch im Ruhestand war, kam Lewis 1942 noch einmal zurück ins aktive Geschehen in Hafts MWA. Orville Brown war dort seit 1940 Champ, und Lewis wollte noch einmal beweisen, dass er noch genügend in sich hatte, um ein Topstar sein zu können. Am 3. Dezember 1942 besiegte er Brown in Columbus, Ohio. Er hatte nicht vor, den Titel lange zu halten, denn er war in keiner guten Verfassung, er war zu 90 Prozent blind und sein Name zog schon bei weitem nicht mehr so wie früher. Am 28. Januar 1942 verlor er deshalb den Titel an den ebenfalls schon gealterten John Pesek. In Detroit gab es noch mehrere Matches gegen Brown, die ein durchschnittliches Zuschauerinteresse auf sich zogen. Lewis nutzte seine Zeit außerdem dafür, amerikanischen Soldaten ein wenig Judo und Jui Jitsu beizubringen. Für letzteres hatte er sich interessiert, seitdem er in den früheren zwanziger Jahren gegen Taro Miyake angetreten war. Zudem begann Lewis, in Detroit eigene Cards zu promoten, aber damit hatte er keinen großen Erfolg.

Lewis investierte einen großen Teil seines Geldes in die Behandlung seiner Bindehautentzündung. Laut eigener Aussage waren es Gebete, die ihn noch ein wenig weiter sehen ließen. In den frühen Vierzigern war er sehr religiös geworden. In den Jahrzehnten vorher war er ein Lebemann, niemand kann abschätzen, wieviele Frauen er in der Zeit hatte. Bis 1937 war er viermal (andere Quellen sagen siebenmal) verheiratet. Durch seine neue religiöse Einstellung wurde aus ihm ein anderer Mensch. Mit seiner letzten Frau Bobbie West blieb er bis zum Ende seines Lebens verheiratet, insgesamt über 29 Jahre. Trotzdem gab es hin und wieder ein paar Gerüchte über einzelne Affären.

Inzwischen nahmen auch die USA aktiv am 2. Weltkrieg teil, und viele der Topwrestler gingen in die Armee. Übrig blieben Leute wie Thesz, Bill Longson und Frank Sexton, letzterer weil er sich vorher verletzt hatte. Lewis versuchte sich speziell um Thesz und Cliff Gustafson zu kümmern. 1945 verlor er mehrfach gegen Thesz, um diesen over zu bringen. Durch seine Connections schafft er es auch Gustafson großzumachen, aber er erreichte nie auch nur annähernd den Status wie sein anderer Protegé.

Nach über 15 Jahren im Halb-Ruhestand trat Strangler Lewis am 25. Januar 1948 endgültig zurück. Jack Sherry bot ihm einen Abschlußkampf in Honululu, Hawaii an und Lewis nahm das Angebot an. Am Kampfabend drückte sich Sherry dann aber und wurde durch Butch Levy ersetzt. Der verlor prompt gegen Lewis. Es gab keine große Rücktritts-Zeremonie, keine großen Reden. Lewis wrestlete ganz einfach nie mehr (einige Quellen behaupten, er wäre doch noch hie und da angetreten).

Lewis' Verbindungen zum Pro-Wrestling verringerten sich in den Folgejahren immer mehr. Ende 1948 wurde er zum Vorsitzenden der "Wrestling Promoters' Association of America" in Los Angeles ernannt. Zur gleichen Zeit gründeten verschiedene Promoter aus dem ganzen Land die National Wrestling Alliance. Sie stellte eine Union aller Topleute des Landes dar. Sam Muchnick aus St. Louis, Al Haft aus Ohio, Tony Stecher aus Minnesota, Toots Mondt aus dem Nordosten, Vince McMahon Sr. und viele mehr traten bei. Orville Brown wurde zum ersten Träger des NWA World Heavyweight Title ausgewählt, da er den MWA Title im mittleren Westen hielt. Am 27. November 1949 sollte er auf Lou Thesz, den Champ der National Wrestling Association treffen, aber er verletzte sich bei einem Autounfall, somit war es Thesz, der die Titel der beiden NWAs vereinigte.

Im Mai 1950 besiegte Gorgeous George den Träger des AWA World Heavyweight Title Don Eagle durch einen Doublecross. Im Grunde lief die Sache praktisch 1:1 genauso ab wie der Survivor Series Screwjob von Bret Hart und Vince McMahon Jr. 47 Jahre später. George legte sich anschließend für Thesz hin und vereinigte damit den AWA Title mit dem der NWA. Im Mai 1952 besiegte Thesz Baron Michele Leon in Los Angeles und gewann damit auch die dortige Version des World Titles. Damit war Thesz der effektiv erste "Undisputed" World Champ seit Danno O'Mahoney 1935.

Nach seinem Rücktritt 1948 trat Lewis hin und wieder als Gastringrichter auf. Da er fast blind war, hielt er sich dabei sehr zurück und ließ einen anderen Referee den Hauptteil der Arbeit erledigen. Ein solcher von ihm geleiteter Kampf fand zwischen Buddy Rogers und Lou Thesz statt. Als Rogers und Thesz den Kampf diskutierten merkte Rogers an, dass Lewis ein Relikt der Vergangenheit wäre, das ihm und Thesz nur Kosten verursachen wüde. Thesz war über diesen Mangel an Respekt so erbost, dass dadurch eine jahrzehntelange Feindschaft zwischen ihm und Rogers entstand. Er weigerte sich, sich für Rogers hinzulegen. Da Rogers der populärste Mann dieser Zeit war, war dies ein finanzieller Rückschlag für die gesamte NWA.

In den Fünfzigern erreichte das Pro-Wrestling einen neuen Höhepunkt, angetrieben dadurch, dass es durchs nationale Fernsehen durchs ganze Land gesehen werden konnte. Anfangs diente es eigentlich nur dazu, freie TV-Zeiten aufzufüllen, schnell jedoch erreichte man damit Rekord-Einschaltquoten. Neben Thesz als World Champ wurden vor allem Gorgeous George, Buddy Rogers, Antonino Rocca und Killer Kowalski zu regelrechten "TV-Stars". Der neue Boom bewirkte allerdings auch, dass die Zeit vor dieser Epoche in Vergessenheit geriet.

1954 hatte Strangler Lewis fast sein komplettes Vermögen eingebüßt. Er arbeitete jetzt als "offizieller Begrüßer" im Los Angeles Athletic Club. Es war kein ganz armseliger Job, aber für einen Mann mit einer derartigen Vergangenheit muß es deprimierend gewesen sein. Zur gleichen Zeit stritt sich Thesz mit den NWA-Promotern darüber, dass sie ihn in die kleinsten Klitschen zum Kämpfen schickten, wo er kaum Geld verdiente. Thesz fragte deshalb bei Lewis an, ob er als sein Manager mit ihm touren würde und bot ihm als Ausgleich 3 Prozent der Einnahmen, die er dabei holen würde. Die Idee gefiel der NWA nicht, aber Thesz hatte viele Verbündete und war einer der wichtigsten Leute der Organisation, deswegen ließ man ihn gewähren. Lewis und Thesz wurden in den folgenden Jahren enge Freunde. Lewis fuhr immer eher in die Städte, wo Thesz antreten sollte und hypte dort die Matches. Er war ein fantastischer Redner, deswegen waren die Medien immer froh, ihn vors Mikro zu bekommen. Das Lewis-/Thesz-Team erwies sich als perfekte Partnerschaft. Thesz war der Weltklassewrestler, und Lewis seine Stimme. Die Verbindung hielt bis 1957, dann meinte Lewis, Thesz würde die NWA nicht mehr brauchen und man würde mehr Geld machen, wenn man als Freelancer durch die Welt ziehen würde. Lewis hatte das gleiche über Jahrzehnte gemacht. Thesz trat daraufhin in Australien, Singapur und Japan an, ehe er am 11. November 1957 seinen Titel an Dick Hutton verlor. Lewis trat von seinem Job als Manager zurück. Thesz zog in den nächsten Jahren allein um die Welt, während Lewis seinen Ruhestand genoß.

1963 brach Lewis fast alle Verbindungen zum Pro-Wrestling ab, abgesehen von ein paar Freundschaften. Thesz kehrte in die NWA zurück, da deren Chef Sam Muchnick wollte, dass er Buddy Rogers den Titel abnimmt. Dick Hutton hatte keine Zuschauer gezogen, deswegen verlor er den Titel 1959 an Pat O'Connor. Der wiederum gab ihn 1961 an Rogers weiter. Die Promoter von Rogers waren Vince McMahon Sr. und der alte Toots Mondt. Mondt war dafür bekannt, oftmals ein falsches Spiel zu spielen, McMahon dagegen stand in einem besseren Licht da und war dafür bekannt, jederzeit sein Wort zu halten. Der Plan der beiden war es, Rogers erst den Title holen zu lassen und ihn dann in ihrem Territorium, dem Nordosten, zu behalten. Als Muchnick und die NWA das herausfanden, erinnerte man sich an Thesz und spannte ihn für diese Sache ein. Thesz spielte quasi jetzt die Rolle, die Lewis dreißig Jahre zuvor gespielt hatte. Anstelle von Londos war da nun Rogers, anstelle von Mondt stand jetzt Muchnick, und ironischerweise spielte Mondt selbst Ed Whites Rolle. Am 24. Januar 1963 war es so weit, Thesz holte sich in Toronto den Titel von Rogers. Thesz soll Rogers während dem Kampf gesagt haben: "We can do this the easy way...or the hard way". Rogers wählte den einfacheren Weg. Kurze Zeit später formierten Mondt und McMahon Sr. ihre eigene Promotion, die World Wide Wrestling Federation, und machten Rogers zum Champ, wenn auch nur für kurze Zeit. Rogers jobbte recht schnell für Bruno Sammartino.

1964 verlor Lewis sein Augenlicht endgültig. Wrestlingzeitschriften interviewten ihn auch weiterhin gerne. Niemals beklagte er sich über seine Blindheit. Er sagte stets "This is just another test to prove the allness, the omnipotence of God. I'm going through a beautiful experience". Abgesehen davon, dass er mittlerweile sehr fett war, verblieb er in guter körperlicher Verfassung und sagte, seine Blindheit sei der einzige kleine Makel seines Körpers.

Am 7. Januar 1966 verlor Thesz in St. Louis den NWA Title zum letzten Mal, diesmal an den früheren kanadischen Footballstar Gene Kiniski. Es war das letzte Achtungszeichen von Thesz als Topstar, genau wie es für Lewis der Kampf gegen Londos dreißig Jahre zuvor war. Londos war bis in die frühen Fünfziger ein wichtiger Mann geblieben, auch wenn er zu der Zeit schon steinalt war. Thesz wandte sich nun vorwiegend Promoter-Arbeit zu, wrestlete nur noch ab und zu, genau wie Lewis vor ihm. Der Unterschied der beiden war, daß Thesz sein letztes Match 1990 im Alter von 73 Jahren bestritt, Lewis war 1948 "nur" 56 Jahre alt, und 1957 bei seinem letzten Job als Manager 65.

Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Lewis in Tulsa, Oklahoma. In seiner Freizeit traf er sich oft mit Thesz. Ihre letzte gemeinsame Reise führte sie ins Skillern Hotel von Oklahoma City. Lewis hatte gemerkt, dass sich sein Leben dem Ende zugeneigt hatte, und er wollte noch eine letzte Nacht mit Thesz plaudern. Einige Wochen später wurde er ins Veterans Hospital von Muskogee eingeliefert. Einige alte Freunde besuchten ihn dort. Jack Pfeffer ließ Thesz ausrichten, dass Lewis in einer sehr schlechten Verfassung wäre und er kommen sollte. Thesz tat dies, Lewis war jedoch nicht mehr in der Lage zu sprechen. Kurz danach, am 7. August 1966, verstarb Lewis im Alter von 75 Jahren im Schlaf.

Robert Friedrich war als Ed "Strangler" Lewis einer der bekanntesten und erfolgreichsten Pro-Wrestler aller Zeiten. In den Zwanzigern war er einer der weltweit wichtigsten Sportpersönlichkeiten. Er half dem Business auf die Beine, als es durchs Bekanntwerden der Works verachtet wurde. Während Stars anderer Sportarten wie Baseballer Babe Ruth noch bis heute bekannt sind, ist Strangler Lewis den meisten heutigen Wrestlingfans kein Begriff mehr. Lewis langweiliges defensives Kampfverhalten in den Jahren vor 1920 hatte dem Business etwas geschadet, das "Gold Dust Trio" war jedoch eine Marketingmaschine und machte aus Lewis ein Phänomen der Zwanziger. In den dreißiger Jahren sank seine Zugkraft, Lewis merkte das und war sich nicht zu schade, andere Leute rüberzubringen. Lewis wußte, wann seine Zeit gekommen war.

Obwohl Lewis ein sehr guter Ringer war, hatte er in der Hinsicht nie die Klasse von Ad Santel, Karl Gotch oder Lou Thesz. Seine Stärke lag nicht im Mat Wrestling, sondern in seiner Ausdauer und in seinem Körperbau. Vielleicht war er der ausdauerndste Wrestler aller Zeiten. Seine legendären Marathons gegen Joe Stecher sprechen da eine deutliche Sprache. Später nannte er Stecher als seinen größten Rivalen und besten Gegner, da er der einzige war, der so lange gegen ihn durchhielt. Andere Leute sagen umgekehrt, er sei der einzige gewesen, der so lange gegen Stecher durchhalten konnte. Es ist traurig, dass solch eine Legende nur noch einigen Historikern ein Begriff ist.
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