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GB100: die 100 wichtigsten Wrestler des Jahres

Seit dem Jahre 2004 setzt sich immer in der Weihnachtszeit ein ausgesuchtes Gremium unserer Homepage zusammen und analysiert die wichtigsten Fehden, die besten Kämpfe und herausragendsten Ereignisse des Jahres, immer verbunden mit einem Blick auf die Bedeutung der Liga bzw. der Ligen, in denen sich die betroffenen Szenen abspielten. Das Ergebnis sind Genickbruchs einhundert wichtigste Wrestler eines jeden Jahres.
Jahr
Ansicht

99
Joey Janela
Während auf Platz 100 ein desolater Wrestler verweilt, haben wir auf Platz 99 einen Wrestler, von dem man eigentlich nichts besseres erwartet hätte. Wenn man einer Person einen ersten Eindruck von Joey Janela vermitteln will, dann kann man sagen, dass er Bumps wie ein Sick Nick Mondo nimmt. Dass er einen Hang zur Selbstzerstörung wie so einige ECW Wrestler hat. Dass er wohl eine Neuauflage von Trent Acid ist, da beide mit 15 mit dem Wrestling begannen und vielleicht einen ähnlich ungesunden Lebensstil haben. Also ist Joey Janela scheinbar jemand, der alles dafür macht, um einen jungen Niedergang zu erleben. 2016 hat er das ja auch im Grunde mit seinem unfassbaren Bump gegen Zandig geschafft. Janelas letzten Tage sollten wohl so deprimierend sein wie bei Axl Rotten und Balls Mahoney. Und dennoch ist Joey Janela eher eine der Erfolgsgeschichten des Jahres 2017. Sein Gewinn des A1 Outer Limits Title ist dafür wohl bezeichnend. Nein, noch besser ist da wohl Gewinn des Ironman Heavymetalweight Title von DDT, den er am selben Tag an einen unsichtbaren Wrestler verlor. Und zwar backstage. Es war wild, es war bizarr, es war unterhaltsam.

Aber wie soll man einer Person den Reiz von Joey Janela erklären? Und wie kann man auch nur ansatzweise den Erfolg von seiner Veranstaltung Joey Janela's Spring Break erklären? Naja, vielleicht muss man das nicht einmal versuchen. Wie könnte man auch erklären, dass er es beim überfüllten WrestleMania Weekend Janela geschafft hat, mit den Main Events von Marty Jannetty vs. Joey Janela (mit Earl Hebner und Virgil!) und Matt Riddle vs. Dan Severn eine Menge Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Bezeichnend war wohl, dass dieser Event von Game Changer Wrestling veranstaltet wurde. Janela schafft es mit dem Einsatz des ganzen Social-Media-Gedöhns von Twitter bis Facebook over zu gelangen. Wobei wir natürlich in den heutigen Zeiten nicht ausschließen können, dass er sich dabei letztendlich sein eigenes Grab schaufeln wird, wie es 2017 vielleicht ein Lio Rush geschafft hat.

2017 hat es Joey Janela nach Irland und Kanada verschlagen, er debütierte in Ligen wie PROGRESS und PWG, er besiegte Leute wie Zack Sabre Jr., Matt Riddle und Penta el 0M. Atmet bitte einmal tief durch und überlegt, wie es dazu kommen konnte. Wie konnte er solch bedeutende Wrestler besiegen?! Und überhaupt, was hatte er sonst noch für unfassbare Matchpaarungen. Joey Janela und Penelope Ford gegen Da Hit Squad! Wiederholte Matches gegen Scott Norton und Teddy Hart! Joey Janela ist der personifizierte Wahnsinn des Wrestling. Ob Joey Janela nun die Qualitäten des Postmodernismus besitzt, wollen wir nicht müßig ausdiskutieren. Wrestling war schon immer die Kunst, aus Nichts Geld zu machen. Dazu gehört es interessant zu sein, dazu gehört es Interesse zu generieren. Joey Janela hat dies geschafft und er ist dabei neue Wege gegangen. Dadurch ist er vielleicht zu einem Game Changer im Wrestling geworden. Und eine solche Leistung wird im Gegensatz zu Platz 100 mit einem Platz 99 von uns honoriert.
100
Jeff Jarrett
Eine der Gesetzmäßigkeiten im Wrestling ist es seit nun über einer Generation, dass Jeff Jarrett irgendwie in einer zumindest selbsternannten Nummer-2-Promotion an der Macht sein wird. Und zum Jahresbeginn sah alles wieder perfekt für den Chosen One aus. Am 4. Januar hatte er mit Hilfe von Anthem sein Wrestle Kingdom scheinbar wieder unter Kontrolle, Billy Corgan und Dixie Carter waren dabei ausgebootet worden. Die Mind Games von Double J hatten wohl einmal mehr funktioniert. Man bedenke die Möglichkeiten, die der Liga nun wieder zur Verfügung stehen. Massentapings! Make Impact Great Again! Rechtsstreitigkeiten mit den Wrestlern! Indien! Jeremy Borash vs. Josh Matthews! Alberto el Patrón! Ja, das liest sich irgendwie, als ob das jemand im Suff verbrochen hat. Und es scheint wohl auch so zustande gekommen zu sein.

Eine Handvoll Matches hatte Jeff im Jahr 2017 ... wobei man wohl lieber sagen sollte: Er hatte ein Sixpack an Matches. Der Zustand, in dem er jeweils aufgetreten ist, war so erbarmungswürdig, dass sich bei AAA TripleManía seine Tag-Team-Partner Moose und Lashley scheinbar aus Scham lieber gegenseitig attackierten. Und so hart es klingt: Es ist unsicher, ob Jarrett auch nur ein Match 2017 hatte, bei dem er nicht volltrunken war. Fleißige Podcasthörer werden auch von seinem damaligen Gegner Jurn Simmons mitbekommen haben, dass Jarrett auch bei deren wXw-Match 2016 nur bedingt arbeitsfähig war und doch arg dem Alkohol gefrönt hatte. Um nicht von Jarrett unter den Tisch getrunken zu werden, flüchteten einige Wrestler zur Konkurrenz, nur Bram passte sich den Gegebenheiten in Japan bei Pro Wrestling NOAH an. Dies erklärt auch seinen vorzeitigen Abgang aus Pro Wrestling NOAH.

Jarretts House of Cards fiel im Herbst in sich zusammen. Nach seinem desolaten AAA-Auftritt sollte er ein Wochenende in Kanada bei Real Canadian Wrestling verbringen. Er schaffte es zu einer von zwei Shows. Er hätte bei dieser Show wohl nicht einmal mehr seine Double-J-Masche korrekt herunterlallen können. Was war geschehen? Na klar, Mind Games! Bei TripleManía war er in einem Match mit Heavy Metal, und bei RCW war er auch in einem Match gegen Heavy Metal ... doch das war nicht die selbe Person! War das ein Versuch, ihn bei Wie-auch-immer-die-Liga-heute-heißt auszubooten? Das alles hat den alten Buchstabenzähler wohl so aus der Fassung gebracht, dass er nicht mehr zur zweiten RCW-Show erschienen ist. Wer weiß, vielleicht wäre da ja ein dritter Heavy Metal aufgetreten.

Jeff Jarrett ist ein fünfzig Jahre alter Alkoholiker, der mit seinen Forderungen vielleicht im Alleingang die Neuauflage von World of Sports Wrestling in Großbritannien abgewürgt hat. Der Zustand von Jeff und den Ligen, in denen er involviert war, ist erbarmungswürdig. Fünf Tage vor Jahresende gab es nun in Nashville im Music City Bowl einen wohl privaten GFW Event, zu dem wir keine genauen Informationen finden können. Für all dies, und mit seinen nicht einmal rechtlich abgesicherten Ligenumbenennungen hat er sich die Wut und Häme von Genickbruch.com zugezogen. Für 2018 erwarten wir nach "Global Force Gold" ein Unterfangen wie "GF-Coin", es sollte Potcoin im Vergleich respektabel erscheinen lassen.
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