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GB100: die 100 wichtigsten Wrestler des Jahres

Seit dem Jahre 2004 setzt sich immer in der Weihnachtszeit ein ausgesuchtes Gremium unserer Homepage zusammen und analysiert die wichtigsten Fehden, die besten Kämpfe und herausragendsten Ereignisse des Jahres, immer verbunden mit einem Blick auf die Bedeutung der Liga bzw. der Ligen, in denen sich die betroffenen Szenen abspielten. Das Ergebnis sind Genickbruchs einhundert wichtigste Wrestler eines jeden Jahres.
Jahr
Ansicht

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Marty Scurll
Im Jahr 2014 schien es, als wäre die Karriere von Marty Scurll bereits an ihrem Zenit angekommen. Der Brite galt zu diesem Zeitpunkt zwar als durchaus talentierter Wrestler und hatte schon einen Run bei "Impact Wrestling" hinter sich, wo er Teil der ersten Staffel des "British Bootcamp" war. Dennoch war der Charakter des Party Marty trotz seiner Beliebtheit sehr eindimensional und wurde eher in Multi Men- oder Comedy-Matches eingesetzt statt in den großen Fights. Doch das änderte sich ab Ende 2014: In mehreren bei Youtube veröffentlichten Videobotschaften erklärte Scurll seine Unzufriedenheit mit seinem bisherigen Status und präsentierte eine neue Seite seines Charakters: der Villain Marty Scurll war geboren. Und nachdem dieser schon 2015 erste Erfolge feiern konnte, stand 2016 erst recht im Zeichen des Villain.

Schon im Januar konnte sich Scurll seinen ersten World Title sichern, als er sich den Gürtel von PROGRESS Wrestling nach einem Sieg gegen den bisherigen Champion Will Ospreay umschnallte. Diesen Titel konnte er in Einzelmatches gegen Mark Haskins, Will Ospreay, Chris Hero und Tommy End verteidigen und sich auch im Thunderbastard Match gegen Ospreay, Haskins, Eddie Dennis, Mark Andrews, Morgan Webster, Paul Robinson, Rampage Brown und Zack Gibson durchsetzen, bevor er den Titel kurzfristig an William Eaver abgeben musste. Doch bereits im Rückmatch konnte sich Scurll den Titel zurückholen und noch einmal gegen Mark Andrews verteidigen, bevor er ihn schließlich in einem 3-Way Match mit Tommy End an Mark Haskins abgeben musste. Im weiteren Verlauf des Jahres konnte er sich zwar noch einmal zum #1-Herausforderer krönen, schaffte es jedoch nicht, den Titel erneut zu erringen. Stattdessen musste er sich bis zum Jahresende mit dem Rückkehrer Jimmy Havoc befassen.

Ähnlich erfolgreich lief sein Jahr in Deutschland bei Westside Xtreme Wrestling. Nachdem er sich im Januar gegen den späteren WWE-Cruiserweight-Classic-Teilnehmer Da Mack für das 16 Carat Gold Tournament qualifizieren konnte, schied er dort bereits in der ersten Runde gegen den späteren Finalisten Axel Dieter Jr. aus. Nachdem er an den anderen beiden Turniertagen in Nicht-Turniermatches erfolgreich war, ging es in den ersten Monaten nach dem Turnier auf und ab für den Villian. Eine Show im August, die ganz dem Abschied von Tommy End gewidmet war, brachte ein Ereignis, das den Rest seines wXw-Jahres prägen sollte: Im Main Event der Show traf die "Sumerian Death Squad", gebildet von Tommy End und Michael Dante, auf die "Leaders of the New School", bestehend aus Zack Sabre Jr. und Scurll. Wenngleich die Reunion zumindest auf deutschem Boden als "One Night Only" angekündigt worden war, wurde dieses Duo trotzdem als Tag Team für die World Tag Team League im Oktober bestätigt. Dort konnten Scurll und Titelverteidiger Zack Sabre Jr. immerhin das Finale erreichen, wo sie gegen David Starr und Shane Strickland um die wXw World Tag Team Titles unterlegen waren. Einen weiteren Titelshot gegen Absolute Andy und Marius Al-Ani konnten die Leaders ebenfalls nicht nutzen; dennoch sorgte Scurll noch für Aufsehen, als er den seit Monaten dominierenden wXw Unified World Wrestling Champion Jurn Simmons bezwang. Dieser Sieg war für ihn der Weg in ein Titelmatch beim Finale der 16th Anniversary Tour. Dort konnte er sich tatsächlich gegen Adam Cole und Simmons durchsetzen und den World Title erringen. So hätte das Jahr optimal für ihn enden können - doch leider kam es anders, und in einer spontan angesetzten Titelverteidigung sicherte sich Axel Dieter Jr. den Titel des Villains.

Solche Erfolge wecken natürlich auch Interesse in Übersee. So durfte Scurll im abgelaufenen Jahr mehrfach bei EVOLVE antreten und überzeugen, unter anderem auch in einem Match um den EVOLVE Title gegen Timothy Thatcher. Auch bei PWG durfte er 2016 wieder Matches bestreiten. Nachdem der Auftakt beim "All Star Weekend" mit zwei Niederlagen eher bescheiden ausfiel, konnte er im Laufe des Jahres noch Siege gegen Sami Callihan und Mark Andrews sammeln. Beim alljährlichen "Battle of Los Angeles" konnte er sich gegen Pentagón Jr., Cody Rhodes, Mark Haskins, Trevor Lee und Will Ospreay durchsetzen und das Turnier gewinnen. Einen anschließenden Titleshot gegen den Champion Zack Sabre Jr. bei "Mystery Vortex IV" nutzte er nicht, überzeugte aber in dem mehr als halbstündigen Match erneut. Nicht verwunderlich, dass mit Ring of Honor eine weitere Liga auf Scurll aufmerksam wurde. Noch während der England-Tour holte er sich den ROH World Television Title von Will Ospreay und verteidigte ihn bis zum Jahresende erfolgreich.

Party Marty mag lang genug als Held gelebt haben, um zum Villain zu werden. Aber Marty Scurll musste auch zum Villain werden, um zu einem großen Helden des Wrestling zu werden. Nicht unverdienterweise hat er es mit seinen Erfolgen auf Platz 14 der GB100 geschafft, und bei der Entwicklung bleibt abzuwarten, auf welchem Platz er im nächsten Jahr landen wird.
15
Shinsuke Nakamura
2016 begann für den Japaner mit Gold um den Hüften, denn er startete als IWGP Intercontinental Champion in das neue Jahr - und verteidigte seinen Titelgürtel am 4. Januar bei der prestigeträchtigen Tokyo-Dome-Show von New Japan Pro Wrestling gegen AJ Styles. Da er seinen damaligen Arbeitgeber aber an jenem Tag darüber informierte, dass es ihn zukünftig nach Nordamerika und zu WWE zog, musste er seinen Titel dann doch noch abgeben - allerdings ohne ihn in einem Match zu verlieren.

Am 1. April war es dann soweit, und bei "NXT TakeOver: Dallas" stieg Swagsuke zum ersten Mal bei einem WWE-Event zwischen die Seile. Dort begann dann auch die Siegesserie des Japaners, der sich erst gegen Sami Zayn durchsetzen konnte und in der Folge auch gegen Austin Aries und Finn Bálor. Damit verdiente er sich bereits im August einen Titelkampf gegen NXT-Champion Samoa Joe, und keine fünf Monate nach seinem Debüt sicherte sich Nakamura hierbei bereits seinen ersten Titel im WWE-Universum.

Zwar verlor Swagsuke das Titelgold bereits im November wieder, doch kurz darauf gewann er es bei einem NXT-Event in Japan zum zweiten Mal. So geht der 36jährige als Champion in das neue Jahr 2017. Es kann gut und gerne davon ausgegangen werden, dass er es nicht als NXT Champion verlassen wird - aber vielleicht ja als Träger eines Titelgürtels von RAW oder SmackDown.
16
Kyle O'Reilly
Sieben Jahre lang trat Kyle O’Reilly für Ring of Honor an. Er ebnete sich seinen Weg von ganz unten, als junger Nachwuchswrestler, bis an die Spitze der Promotion. In einem atemberaubenden und blutigen Main Event besiegte er seinen Langzeitrivalen Adam Cole beim PPV "Final Battle". Sein Jahr bei Ring of Honor begann wie gewohnt an der Seite seines Tag-Team-Partners Bobby Fish. Nach einigen Siegen bekam er bei der 14th Anniversary Show erstmalig die Chance auf den Gürtel, scheiterte jedoch mit Adam Cole in einem 3-Way Match an Jay Lethal. Einige Wochen später besiegte er Cole in einem No Holds Barred Match.

Im Mai und Juni nahm er erfolgreich am Super-Juniors-Turnier von New Japan Pro Wrestling teil. Für eine Teilnahme im Finale reichte es hierbei jedoch nicht. Dennoch konnte er im Rahmen des Turniers und der restlichen Tour unter anderem die japanischen Wrestler Gedo, BUSHI und KUSHIDA besiegen. Auch bei der zweiten großen Tour im September des Jahres war er gemeinsam mit Bobby Fish erfolgreich. Dabei ist vor allem auffällig, dass Kyle O'Reilly bei allen großen Shows der Tour siegreich war.

Im Sommer verlor er in den Vereinigten Staaten nur zwei Matches. Diese Niederlagen kassierte er jeweils in Titelkämpfen gegen Jay Lethal um den ROH World Title und Zack Sabre Jr. um den PWG Title. Ansonsten konnte er sämtliche Einzelmatches auf nordamerikanischem Boden gewinnen. Diese Serie zog sich bis zum Ende des Jahres. So wurde er bei Ring of Honor zum glaubwürdigen Herausforderer aufgebaut und siegte am Jahresende in einem tollen Match gegen Adam Cole.

Zu dieser beeindruckenden Leistung im Jahr 2016 kommt noch hinzu, dass Cole etliche hochklassige Matches bestritt. So bot er gemeinsam mit Marty Scurll einen Klassiker bei PWG in Kalifornien. Die Matches in Japan gegen Matt Sydal, KUSHIDA und vor allem Katsuyori Shibata lösten ebenfalls große Begeisterung aus. Bei Ring of Honor war es eigentlich jedes Matches gegen Jay Lethal und Adam Cole. O'Reilly konnte auf ganzer Linie überzeugen und steht daher zurecht auf diesem Platz in der GB100.
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