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Die 100 einflussreichsten Wrestler

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#088 - Vince Russo
# 88: Vince Russo
Sports Entertainment. Dieser Begriff hielt in den 90er Jahren Einzug ins Wrestling und heute hat das Entertainment mehr Einfluss auf das Wrestling als jemals zuvor. Das führt nicht selten zu 20-minütigen Interviews und 4- bis 5-minütigen Kämpfen. Während die Traditionalisten meckern, gibt es allerdings keinen Weg daran vorbei zu erkennen, dass es ein großer Erfolg für das Business gewesen ist. Heute erleben die jungen Fans das Wrestling als Entertainmentprodukt und es gibt keinen Mann, der darauf so viel Einfluss gehabt hat wie die Nummer 88 in unserer Liste Vince Russo. Er brachte das Crash TV im Rahmen der gefeierten Monday Night Wars und wurde damit zu einem der meist umstrittenen Charaktere hinter den Kulissen überhaupt.

Vince Russo wurde am 24. Januar 1961 in New York City geboren und verbrachte dort auch seine Jugend. Wie jeder Wrestlingfan wurde er dort natürlich von der WWWF, der Top Promotion des Territoriums, beeinflusst. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für das Wrestling und erkannte schnell das Potential des Wrestlings als Unterhaltungsmedium und nicht mehr nur als Sportart. Darin wurde er in den 80ern während des Wandels der WWF natürlich noch bestärkt. In den frühen 90ern kam Russo dann selbst ins Business und präsentierte eine Radioshow, in der er einen Einblick ins Business, der immer wieder an die Grenzen ging und damit viele Geheimnisse offenbarte, bot, bevor es einige Jahre später durch das Internet normal wurde. Die WWF wurde auf Russos Show aufmerksam und erkannte die Gefahr, die von seiner Show ausging und verpflichteten ihn für ihr WWF Magazin, wo er schnell aufstieg und zum leitenden Redakteur ernannt wurde. Zu dieser Zeit war die WWF nicht mehr so frisch und hatte sich noch nicht vom Abgang eines Hulk Hogans erholt. Russo präsentierte im WWF Magazin unter anderem auch ein eigenes Feature, in dem er seine eigenen Ideen für die Storylines aufzeigte und erzeugte damit das Interesse von Vince McMahon, der Russo schnell ins Booking Team beförderte. Es war eine Traumkarriere, denn auch hier dauerte es wieder nicht lange bis Russo sich an die Spitze der Abteilung hoch gearbeitet hatte und damit den Start der Attitude Ära einläutete. Eine neue Ausrichtung des Programms auf die ältere Zielgruppe, während das Programm vorher mit dem Comic-Stil eher auf die Kinder ausgerichtet war. Russo führte neue Charaktere und neue Storylines ein, die WWF erfolgreich machen sollten, wie die unglaubliche Fehde zwischen Vince McMahon und Steve Austin, die mit dafür verantwortlich war die WWF wieder an die Spitze des Business zu führen. Auch war Russo dafür verantwortlich, dass Traditionen gebrochen wurden, was wiederum dazu führte, dass Wrestling auch wieder Main Stream Interesse bekam.

Im Herbst 1999 war die Wrestlingwelt schockiert als angekündigt worden, dass Vince Russo mit seinem Freund und Arbeitskollegen Ed Ferrara die WWF verlassen und die kreative Kontrolle in der WCW übernehmen würde. Zu dieser Zeit wurde der Wechsel als ein großer Coup angesehen, der die Dinge in der WCW wieder drehen könnte. Damals wurde noch angenommen, dass Russo das alleinige kreative Genie hinter dem Boom der WWF gewesen sei und das Produkt neu aufleben lassen könnte. Unter anderem wurde er in der WCW allerdings immer wieder von Standards and Practices von AOL-Time Warner dazu veranlasst Teile seiner Shows umzuschreiben, um sie familienfreundlicher zu machen und egal was nun die Gründe für sein Scheitern auch immer gewesen sein mögen, auf jeden Fall schaffte er es nicht die WCW aus der Krise zu manövrieren. Nachdem er erst immer wieder hoch und heilig versprochen hatte, niemals vor die Kamera zu treten bookte er sich dann eben doch vor die Kamera und veränderte einiges in der Liga. Während seiner Zeit in der WCW wurde er auch kurzzeitig abgesetzt, da AOL verzweifelte. Aber nicht viel später war er an Eric Bischoffs Seite zurück in der WCW und führte zusammen mit ihm die Liga. Zusammen wollten die beiden eine neue WCW starten und junge Wrestler pushen. Für diesen Zweck führten sie die New Blood ein, die es in den Shows mit dem Millionaire’s Club aufnehmen sollte. Die beiden waren aber einfach nicht dazu fähig nebeneinander zu existieren und so bekämpfte Russo schnell die alten Wrestler, mit denen sich Bischoff solidarisch zeigte. Russos Regime erreichte seinen Höhepunkt als er beim Bash at the Beach 2000 Hulk Hogan entließ, was zu einem Gerichtsprozess Hogans gegen AOL-Time Warner führte, der erst einige Jahre nach dem Ende der WCW beigelegt werden sollte.

In der WCW ging Russo wohl zu weit mit dem Pushen des Entertainments als er David Arquette und sogar sich selbst zum World Heavyweight Champion machte. Für die WCW ging es konstant weiter bergab und so wurde sie schließlich 2001 von der WWF aufgekauft. Russo bekam später eine on Air Rolle bei NWA-TNA und ist mittlerweile damit beschäftigt eine Priesterschule aufzubauen. Betrachtet man seine Karriere, so ist Russo der umstrittenste Mann im Wrestling mit sowohl positiven als auch negativen Einflüssen aufs Business. Es kommt natürlich ganz drauf an, ob man sein Sports Entertainment Produkt mag oder eben nicht und egal wie man nun zu ihm steht, muss man doch eingestehen, dass er einen großen Einfluss auf den Sport gehabt hat und somit hat er sich Platz 88 verdient.
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