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Die 100 einflussreichsten Wrestler

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#063 - Mildred Burke
# 63: Mildred Burke
Denkt man an Women's Wrestling ist man nicht nur um den Schlaf gebracht und muss sich leidgeplagt an die Eskapaden von The Fabulous Moolah erinnern… und vergisst dabei die Pionierin dieser Untergruppe des Wrestlings, die damit wohl für alles Gute im Women's Wrestling jemals verantwortlich gewesen war. Wer kann das sein und wie schaffte sie das?

Es war Mildred Burke, die als jüngstes von sechs Kindern am 5. August 1915 in Coffeyville, Kansas geboren wurde. Ihre Familie lebte häufig in Kansas als auch in Kalifornien, weil ihr Vater ein Erfinder war. Mit 15 trennten sich ihre Eltern und Mildred wurde eine Bedienung im Zuni Reservat der Indianer in Gallup, New Mexico, wo ihre Mutter als Köchin arbeitete. Sie hasste das Leben im Reservat und heiratete mit 17 und zog mit ihrem Ehemann nach Kansas. Dort besuchte sie ihre erste Wrestling Show und gebar ihr erstes Kind – und begann auf Rummelplätzen selbst zu wrestlen, was damals aber nur als "Vaudeville" angesehen wurde, vergleichbar vielleicht mit den Rummelplätzen in Europa früherer Jahrhunderte (Vaudeville wird häufig als Begriff für Künstler jeglicher Art verwendet).

Wenige Jahre später traf sie Billy Wolfe, ein Missouri Wrestling Champion und Betreiber eines YMCAs. Burke wollte unbedingt von ihm trainiert werden. Zu erst lehnte er ab, nahm dann aber unter der Bestimmung an, dass sie trainieren könnte falls sie nicht von Männern besiegt werden würde. Wolfe bezahlte einen Wrestler einen Dollar damit dieser Mildred so hart zusetzen würde, dass sie aufgeben wolle. Allerdings geschah das unfassbare und Mildred gelangen zwei Pinnfalls obwohl er 50 Pfund schwerer war als sie. Wolfe wurde Burkes Manager und nach einer Scheidung heirateten sie sogar. Am 28. Januar 1937 besiegte Burke Clara Mortensen in Chattanooga, Tennessee um den NWA World Women's Title. Wolfe wurde letztlich zum "Booker" von Amerikas Women’s Wrestling, denn er baute eine Truppe auf die in ganz USA auftrat.

Women’s Wrestling gab es eigentlich schon lange, genau wie Wrestling schon seit Jahrhunderten gibt und man kann sogar einen Frauentitel bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen mit dem Champion Josie Wahlford. Aber Milded Burke schaffte es Women’s Wrestling auf die Bildfläche zu bringen. Sie war zwar klein und zierlich, aber gleichzeitig sehr schön und eine sehr gute Wrestlerin. Sogar Lou Thesz lobte sie für ihre Fähigkeiten und Lou lobt nur Leute, die Weltklasse sind in ihren ringerischen Fähigkeiten. Burke konnte also mit ihrer Mischung aus Schönheit, Eleganz und Können sich zu einem Star und Women’s Wrestling zu einem etablierten Sport machen. Sie erfand mehr oder minder noch eine Aktion, den Alligator Clutch, einem verrückt aussehenden Aufgabegriff den jemals überhaupt nur sie und seit wenigen Jahren auch Mike Quackenbush zeigen. Burke war unangefochten die Meisterin der Frauen für Jahre. 1940 wurde sie zu einer der bestangezogensten Frauen der Welt gewählt, sie hatte ein Faible dafür viel Haut zu zeigen von ihrem athletischen Körper und wurde dafür von vielen vergöttert. Burke behauptete der erste Wrestler zu sein, der mit teuren Roben zum Ring kam und führte Juwelen im Wert von 50.000$ mit sich. 1938 kämpfte sie auch im ersten Schlammwrestling Match. Dies war als orientalisches Match angepriesen worden, da so etwas dort üblich war und wurde ein riesiger Kassenschlager. Um 1940 gab es sehr viele Matches dieser Art und nicht oft wurden andere Substanzen verwendet um ein ähnliches Spektakel zu erzielen. Doch mehr dazu ein anderes Mal. Burke verdiente zeitweise 2.000$ am Tag und 300.000$ im Jahr.

Burke forderte ständig Männer heraus, wer sie in 10 Minuten pinnen könnte, würde 25$ bekommen. Niemals gewann einer das Geld. In den 50ern gründete sie die World Women's Wrestling Association, die WWWA. Burke wurde zum ersten Champion, wobei sie bei der Gründung der NWA auch zu deren Women’s Champion ernannt wurde. Mit 39 Jahren verlor Burke dann nach 5000 Matches die Titel am 20. August 1954 gegen June Byers. Das eigentliche 2 of 3 Falls Match wurde nach einer Stunde abgebrochen und June wurde, da sie einen Fall erreicht hatte, zur Siegerin erklärt. Burke protestierte und blieb danach noch WWWA Champion bis sie 1956 zurücktrat.

Nach Burke schien es als ob niemand in ihre Fußstapfen treten könnte. June Byers kämpfte noch als NWA Champion bis 1964, als sie einen Autounfall hatte. Penny Banner wurde erster AWA Women’s Champion. Burke selbst wurde eine sehr erfolgreiche und wegweisende Trainerin, insgesamt soll sie über 2000 Schülerinnen gehabt haben wie Susan Sexton, Rhonda Singh Lita Marez und noch viele mehr. Ihre wichtigste Schülerin war wohl Fabulous Moolah, Lillian Ellison. Moolah wurde ihre Nachfolgerin 1956 als WWWA Champion. Danach konzentrierte sich Burke darauf das Wrestling nach Japan zu bringen. Mit den Matsunaga Brüdern, den Besitzern von All Japan Women's Pro Wrestling (auch Zenjo genannt) erarbeitete sie die wohl wichtigste Zusammenarbeit zweier„Promotione“ im Wrestling überhaupt. Wobei natürlich die WWWA keine richtige Promotion im klassischen Stil war, sie kann eigentlich als eine Gruppierung aller amerikanischer Wrestlerinnen angesehen werden. Mit den Amerikanerinnen als Heels konnte sich AJW langsam aber sicher etablieren und so entstand die "Joshi" Bewegung in Japan (Joshi heißt übersetzt Frau bzw. Dame und wird oft als weiblicher Gegenpart vom Puroresu Begriff verwendet, obwohl es eigentlich Joshi Puroresu sein sollte. Aber wer stellt schon Abkürzungen in Frage). Ab den 80ern hatte AJW aber mehr als genügend eigene Wrestlerinnen und Draws, weshalb diese Zusammenarbeit mehr oder minder endete.

Nicht nur als Trainerin hatte sie Erfolg, nein, sie verkaufte auch viele Videos mit alten Women’s Wrestling Matches im Versandhausstil. Sie arbeitete auch an einem Buch, welches aber nicht veröffentlicht wurde. Am 14. Februar 1989 hatte sie einen Schlaganfall und starb im Alter von 73 Jahren. "Woman Who Never Met Her Match" war zusammenfassend gesehen die Person, die verantwortlich dafür war, dass das Women’s Wrestling viel früher viel mehr Erfolg als das Frauenboxen hatte und durch sie verdanken wir die ganze Joshi Szene mit ihrer Unmenge an Klassikern.

Zusammenfassend kann man also Mildred Burke als die Person charakterisieren die verantwortlich war das Women’s Wrestling in Japan und den USA professionell zu machen, die mit ihrem Aussehen und ihren Können alle zum Staunen brachte und die nachhaltig für den Erhalt eines hochklassigen Niveaus sorgte.
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