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Die 100 einflussreichsten Wrestler

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#034 - Harley Race
#34 Harley Race
Er wird als der vielleicht härteste Typ im Business beschrieben und während seiner 30-jährigen Karriere war er einer der größten und dominantesten Wrestler, die dieser Sport jemals gesehen hat. Auf Platz 34 der legendäre "Blue-Collar Champion" Harley Race.

Harley Leland Race wurde am 11. April 1943 in Quitmore, Missouri als eines von sechs Kindern geboren. Race lernte im frühen Kindesalter für sich selbst zu sorgen und wurde ein Wrestling Fan. Ein Mal in der Woche gab es damals in seiner Gegend im Fernsehen Wrestling aus Chicago. Als Jugendlicher besuchte er eine Wrestling Schule und fing an dort zu trainieren während er auf der Farm von Stanislaus Zbyszkound Wladek Zbyszko, die beide frühere World Champions sind, arbeitete. Natürlich gab es von Zeit zu Zeit auch diverse Trainingseinheiten von den beiden Veteranen.

Während seiner Zeit auf der Quitmore High School entbrannte ein Streit zwischen Race und einem Klassenkameraden, der schließlich auch mit den Fäusten weiter geführt wurde. Als der Direktor dazu kam, um die beiden Streithähne zu trennen, traf dieser Race mit dem Knie am Kopf, was den 15-jährigen Race dazu veranlasste den Direktor zu attackieren, was wiederum zu einem Verweis von der Schule führte. Zu dieser Zeit war Race bereits knapp 1,90m groß und wog etwas weniger als 100kg und so fiel sein Alter nicht weiter auf, als er sich dann direkt im Wrestling auf Jahrmärkten in der Umgebung versuchte. Diese Auftritte, die Harley in seiner allgemein sehr schön zu lesenden Biografie sehr ausführlich beschreibt, erweckten Interesse beim St. Joseph Promoter Gust Karras, der ihn 1959 als Chauffeur für Happy Humphrey, ein 350kg schwerer Superstar der 50er. Schnell trat Race in den Openern der Shows mit Humphrey auf und wurde auch oft als Referee eingesetzt. So knüpfte Race immer mehr Kontakte zu erfahrenen Wrestler wie Buddy Austin und Ray Gordon, die ihm beim Training unterstützten. Im Alter von 18 Jahren nahm Race den Namen Jack Long an und trat nun mit seinem "Bruder" Johnny Long in Nashville an, wo sich die beiden 1961 die Southern Tag Team Titles sichern konnten. In den frühen 60ern trat Race in diversen NWA Territorien an und beeindruckte die Fans mit seinem Mix aus gutem Wrestling und herausragendem Brawling. Race galt als kommender Superstar, als er in einen schweren Autounfall verwickelt wurde. Harleys Verletzungen waren so schlimm, dass er seinen Körper eine Zeit lang nicht bewegen konnte nachdem er aus dem Koma erwachte. Die Ärzte rieten ihm an nie wieder einen Wrestling Ring zu betreten, aber nach vielen Monaten der Therapie war Race wieder fit.

Als er seine Karriere Mitte der 60er wieder aufnahm, wrestlete er im Funk’schen Territorium in Amarillo, wo er sich mit einem weiteren jungen Brawler namens Larry Hennig zusammen tat. Larry sollte später den Beinamen "The Ax" und mit Curt Hennig einen nicht unbekannten Sohn bekommen. Die beiden freundeten sich schnell an und arbeiteten auch im Ring sehr gut zusammen. Neben ihren regelmäßigen Auftritten in Amarillo mischten die beiden aber auch die in Minneapolis beheimatete AWA spät im Jahr 1964 auf, als sie dort als "Handsome" Harley Race und "Pretty Boy" Larry Hennig auftraten. Wie die Beinamen es schon vermuten lassen, verkörperten sie ein eingebildetes Duo, das viel von sich und nichts von ihren Gegner und den Fans hielt. Die Regelbrecher wurden schnell zu einem der Top Heel Teams und am 30. Januar 1965 sollten sie sogar das legendäre Tag Team von Dick the Bruiser und The Crusher um die AWA World Tag Team Titles besiegen. In den späten 60ern dominierten Race und Hennig die Tag Team Szene der AWA und konnten sich zwischen 1965 und 67 insgesamt viermal das Gold um die Hüften schnallen, während sie sich berüchtigte Schlägereien mit dem Bruiser und dem Crusher lieferten.

Um seine Singles Karriere voran zu treiben verließ Race plötzlich die AWA und trat wieder in verschiedenen Territorien wie seinem ursprünglichen Central States Territorium und Amarillo an. Am 24. März 1973 stieg Race zu einem Top Star auf, als er Dory Funk Jr. um dessen NWA World Heavyweight Title besiegen konnte und damit eine vier Jahre andauernde Titelregentschaft beendete. Races Regentschaft dauerte allerdings nur vier Monate an, denn dann musste er den Titel an Jack Brisco weiter geben. Dem sollte ein langer, steiniger Weg zurück an die Spitze folgen. Die darauffolgenden vier Jahre verbrachte er damit diverse regionale Titel einzusammeln wie neun NWA Central States Heavyweight Titles, sieben NWA Missouri Heavyweight Titles, den Mid-Atlantic United States Title, den NWA Georgia Heavyweight Title und den Stampede North American Heavyweight Title. Langsam baute er seinen Status als Top Herausforderer wieder auf und Dank einiger Fürsprecher im NWA Championship Committee sollte er sich den Titel am 2. Februar 1977 von Terry Funk zurückholen. Wie Race selbst sagt war es eine besondere Ehre für ihn den Titel beide Male von seinen Förderern aus Amarillo gewinnen zu dürfen. Nun hatte sich Race endgültig etabliert und verteidigte den Titel in den meisten Wochen fünf oder sechs Mal gegen Wrestler wie die Funks oder Mr. Wrestling #2. In den späten 70ern bekam Race sogar einige Title vs. Title Matches gegen die WWWF Champions Billy Graham und Bob Backlund.

Nach 2 ½ Jahren verlor er den Titel dann am 21. August 1979 an Dusty Rhodes allerdings konnte er ihn sich bereits eine Woche später wieder zurück holen, was sich später zur Freude von Giant Baba und Tommy Rich noch zwei Mal wiederholte. Damit egalisierte er Lou Thesz' Rekord von sechs Titelgewinnen. 1981 unterlag Race seinem Erzfeind Rhodes ein weiteres Mal und war dieses Mal trotz einiger Rückkämpfe nicht in der Lage sich den Titel wieder zu sichern. Am 10. Juni 1983 brach er dann allerdings Thesz’ Rekord, indem er sich den Titel mit einem Sieg über Ric Flair zum siebten Mal um die Hüften schnallen konnte. Dann war es allerdings die Fackel weiter zu geben und so gab Race den NWA World Heavyweight Title bei der aller ersten Starrcade am 24. November 1983 an den Nature Boy weiter. Bis heute ist Flair Race sehr dankbar und nennt ihn immer wieder, wenn es darum geht wer für seinen Erfolg mit verantwortlich ist.

Mit seiner besten Zeit hinter sich unterschrieb Race 1986 bei der WWF, was ihm einiges an Kopfzerbrechen bereitete, da er die NWA nicht verraten wollte, aber die NWA andererseits schon längst am Boden lag. Schließlich entschied er sich des Geldes wegen für die WWF und steht bis heute zu diesem Schritt. Mit Bobby Heenan wurde ihm ein Manager an die Seite gestellt und mit dem Gewinn des King of the Ring Turniers wurde aus dem Blue-Collar Champion der "King" Harley Race. Als er sich dann allerdings weigerte einen Sklaven (Haku – ein guter Freund von Race, den er in Japan kennen lernte) an die Seite gestellt zu bekommen, war die glorreiche Zeit dann auch vorbei und eigentlich hat der Old School Race sowieso nie in das Sports Entertainment Konzept der WWF gepasst. Daraufhin kehrte er zur NWA/WCW zurück und agierte unter anderem erfolgreich für Vader als Manager und führte das Monster aus den Rocky Mountains zu drei Titelregentschaften. In den Jahren danach wurde er sowohl in die WCW als auch in die WWE Hall of Fame eingeführt und führt mittlerweile seine eigene Promotion namens World League Wrestling. Er war ein weltklasse Wrestler und einer der größten Champions aller Zeiten. Der Held der Arbeiterschicht wird hier mit Platz 34 geehrt.

Als kleinen persönlichen Tipp empfehle ich jedem Harley Races Biografie "King of the Ring"!
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