Die größten Wrestling-Skandale

 
 
Der Wendi Richter Screw Job
Mitte der 80er Jahre war Wendi Richter die beliebteste Wrestlerin der USA. Sie hatte eine solche Popularität erreicht, daß sie House Shows headlinte, etwas was noch keine Frau vor ihr geschafft hatte. Ende 1985 wollte Vince McMahon ihren Vertrag mit einigen für Richter negativen Änderungen verlängern. Richter dagegen wußte natürlich, wie populär sie war und wollte eine Gehaltserhöhung herausschlagen. Als sie am 11. November 1985 gerade bei einer Veranstaltung im Madison Square Garden auf dem Weg zum Ring war, um dem WWF Women's Title gegen eine Wrestlerin namens Spider Lady zu verteidigen, kam ein WWF Offizieller zu ihr und verlangte, daß sie sofort den neuen Vertrag unterschreibe. Richter wollte sich den Vertrag aber verständlicherweise erst einmal mit ihrem Anwalt durchlesen. Der Offizielle bestand darauf, daß sie den Vertrag sofort unterschreibt, was sie erneut ablehnte. 

Sie ging also zum Ring und wurde sofort von der maskierten Spider Lady attackiert. Normalerweise wurde die Spider Lady von Penny Mitchell gespielt und von Fabulous Moolah gemanagt. An diesem Abend steckte jedoch Moolah unter der Maske. Ob Wendi Richter das wußte, ist bis heute umstritten. Richter war sich sicher, ihren Titel an dem Abend zu verteidigen. Vince McMahon, Moolah und Ringrichter Dick Kroll hatten jedoch andere Ideen. Als die falsche Spider Lady ein Cover versuchte, zählte der Ringrichter sofort bis drei durch und machte damit den Titelwechsel klar - obwohl die Schulter von Richter schon beim ersten Zählen eindeutig wieder oben war. Moolah demaskierte sich nach dem Sieg und Wendi machte ein Gesicht, wie man es dann erst zwölf Jahre bei Bret Hart wiedersah. 

Richter warf den Gürtel im Ring auf den Boden und trat danach nie wieder in der WWF an. Sie wechselte sofort zur AWA. Damals war noch nicht soviel über die Hintergründe beim Professional Wrestling bekannt und man sah diesen Screw Job als Strafe dafür an, daß Richter nicht nach den Regeln der WWF gespielt hatte. Daher stand Vince McMahon auch lange nicht so in der Kritik wie nach dem Montreal Screw Job.