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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kritik: "Paycheck"


m.u.r.i.
09.01.2004, 12:31
http://imagecache2.allposters.com/images/153/420833.jpg

John Woo ist eigentlich ein Garant für spektakuläre Filme. Sei es „Face off“, „Mission Impossible 2“ oder sein Klassiker „Hard Boiled“. Und wenn dann noch das Drehbuch vom Erfinder von „Blade Runner“ oder „Minority Report“ Phillip K. Dick stammt, dann kann man sich auf was gefasst machen.

Nun, die Basis der Geschichte ist natürlich interessant. Ein Mann ohne Erinnerung will anhand von kleinen Hinweisen herausfinden, was passiert ist. Langsam ergibt das Puzzle einen Sinn und schlussendlich muss etwas katastrophales abgewendet werden.
Zwar nichts neues, aber dennoch immer wieder für Spannung gut. Und dieser Geschichtsrahmen ist dann auch das, was den Besucher in’s Kino lockt.

Was der zahlende Kinogänger dann serviert bekommt, hat mit der Spannung und dem Geheimnis des Trailers nur noch am Rande zu tun. Zwar wird gerätselt, geflohen, geschossen, explodiert und gejagt, aber was da zwischendurch geliefert wird, sorgt für manch unfreiwilligen Lacher.
Da werden Biologieroboter zu Kampfwaffen, hoch ausgebildete Scharfschützen zu Blindgängern und Hauptpersonen vom normalen Ingenieur zum „Daredevil“, der mit seinem Stock die Hälfte der bösen Buben fertig macht. Hat man das einfach aus Affleck’s letztem Film übernommen?

Ben Affleck spielt dann auch das, was er am besten kann. Frisch gebügelt, top geföhnt und mimisch auf bescheidenem Niveau, gibt er die Laborratte, die zum Mr. Perfect wird. Man mag ihn oder auch nicht. Aber hier ist er höchstens durchschnittlich.
Auch Uma Thurman, (die gesagt hat, dass die Action-Szenen in „Paycheck“ ein Klacks waren gegenüber der Anstrengung von „Kill Bill“...) scheint hier nicht so richtig warm zu werden. Sie hinterlässt eigentlich keinen bleibenden Eindruck.
Der Oberbösewicht Aaron Eckhardt fällt vor allem durch seine streng frisierte Frisur auf, welche dem Besucher auch hier den einen oder anderen Schmunzler abgewinnen kann....

Fazit:
Auch wenn (wie immer bei John Woo), die Tauben kommen und auch wenn die Geschichte eigentlich interessiert, so vermag „Paycheck“ praktisch nie über den Status eines 08/15-amerikanischen-Actionfilms herauszubrechen. Und trotz grosser Publicity und ebensolchen Erwartungen wurde ich zwar unterhalten, aber der grosse „Wow-Effekt“ blieb leider aus.
Eigentlich bin ich mir von Filmen von John Woo schon besseres gewohnt....

Duke Skywalker
09.01.2004, 16:59
Danke für die Kritik. smile.gif

Naja, ich habe befürchtet das auch Paycheck genau wie John Woos letzten Filme, nicht an Face/Off (the Killer und Hard Boilied, laut Woo Fans ja neben Face Off seine besten Filme, habe ich leider noch nicht gesehen) rankommt.

Und Ben Affleck hat IMO null Ausstrahlung und wirkt auf mich auch immer etwas unsympatisch.

Werd mir den Film aber trotzdem mal ansehen.

Schweinekopf
09.01.2004, 20:55
ich weiss nicht.
ich fand face off auch schwach.
war in meinen augen was viele dinge angeht kitschig und irgendwie medley seiner vorherigen werke.
wenn ich zurückblicke auf the killer und a better tomorrow könnt ich heulen.
das problem ist das schon fast jeder 08/15 us regieseur von ihm geklaut hat.
das seine vison der überdramatischen gunfights der hk kinos der 80er und frühen 90er immer mehr von hollywood assimiliert wurden. das fing an mit tarrantino anfang der 90er beweise für seine woo inspirierten dinge spiegeln sich in dem vohn ihm verfassten drehbuch von "true romance" wieder sowie der anfangsdialog in jackie brown über waffen). später (1996/97) war auf einmal jeder grosse blockbuster mit viel slow motion und 2knarren (meisst 45er) schusswechseln. face off hat einiges dazu begetragen.
so wie steigert man seinen stil? woo neigete wohl zur übertreibung. mi2 wirkte in seiner extremen surrealen art lächerlich. ok john woo hatte den titel des regieseurs mit überdrüber action wieder gewonnen. and along comes the matrix.
was bleibt ist ein regieseur der hochgelobt wird aber irgendwie ausgebrannt ist (durch andere).
das ganze actionfilmgenre ist ausgebrannt. desswegen die unzähligen comic verfilmungen (die auch langsam zu viel werden) und das "neue" lieblingsgenre von hollywood-der sandalenfilm.

Kabal the Bloody
09.01.2004, 21:02
Hm...anschauen werde ich ihn mir trotzdem mal, aber erwarten tu ich nicht sonderlich viel.

Ebenfalls überzeugen mich die Schauspieler allesamt vom Namen her nicht, von daher...abwarten und Tee trinken.

Jugulator
10.01.2004, 10:53
Wenigstens gibt es in der Filmcrew einen guten Frisör ...

SethGecko
30.01.2004, 11:24
Ich hab einen Fehler gemacht:
Ich hab nen John Woo Film erwartet...war aber keiner! Trotzdem besser wie MI2, in dem Woo seine eigenen Trademarks beinahe zerstört hat, weil alles aufgesetzt wirkte! Ich befürchte, Face/Off war der letzte John Woo Film, alles was jetzt kommt sind Hollywood Filme!
Jedoch, mir persönlich hat Paycheck auf jeden Fall besser als Minority Report gefallen, der beste Film des Jahres wirds allerdings definitiv nicht. Aber schade ums Geld wars mir definitiv auch nicht!

tafkatrav
30.01.2004, 14:42
Der Film war recht unterhaltsam, obwohl man ja die Story komplett vergessen kann. Aber gutes Popkornkino, ohne sein Hirn allzu sehr anstrengen zu müssen, wars allemal. Jedoch schwache schauspielerische Leistung von Affleck.