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GB100: die 100 wichtigsten Wrestler des Jahres

Seit dem Jahre 2004 setzt sich immer in der Weihnachtszeit ein ausgesuchtes Gremium unserer Homepage zusammen und analysiert die wichtigsten Fehden, die besten Kämpfe und herausragendsten Ereignisse des Jahres, immer verbunden mit einem Blick auf die Bedeutung der Liga bzw. der Ligen, in denen sich die betroffenen Szenen abspielten. Das Ergebnis sind Genickbruchs einhundert wichtigste Wrestler eines jeden Jahres.
Jahr
Ansicht

20
Kento Miyahara
Nicht nur New Japan hatte 2017 ein starkes Jahr, auch All Japan besann sich auf alte Stärken. Das Gesicht dieser Stärke hieß Kento Miyahara. Miyahara war zu Jahresbeginn bereits seit zehn Monaten Unified Triple Crown Heavyweight Champion und hatte Mitte Januar mit Takao Omori seinen ersten Herausforderer. Nach all den Monaten als Champion konnte Miyahara auch gegen Omori siegreich aus dem Match gehen. Einen Monat später versuchte Miyahara an der Seite des Rookies Jake Lee sein Glück, um doppelter Champion zu werden, doch ein World Tag Team Titles Match gegen The Big Guns ging verloren. Aus diesem Grund gab es zwei Wochen später die nächste Titelverteidigung des wichtigsten Titels von All Japan gegen eine Hälfte der Big Guns. Miyahara konnte die Niederlage im Tag-Team-Kamüf wieder wettmachen und behielt gegen The Bodyguard die Oberhand. Die darauffolgenden Wochen konzentrierten sich auf Tag Matches, denn anschließend stand das wichtigste Turnier von All Japan an, der Champions Carnival.

Miyahara gewann die ersten drei Matches in der Gruppenphase, dann folgte ein dreißigminütiger Time Limit Draw gegen Daisuke Sekimoto, daraufhin zwei Niederlagen gegen Zeus und Ryoji Sai. Durch die zwei Niederlagen verpasste er den Sieg in der Gruppe und wurde nur Zweiter. Shuji Ishikawa gewann so den Carnival und bekam Ende Mai das Titlematch gegen den Champion. In einem hochklassigen Kampf verlor Miyahara die neunte Titelverteidigung und Ishikawa wurde Champion.

Mit der Niederlage im Rücken bekam es Miyahara bei der nächsten Show in der Korakuen Hall in einem Special Match mit Suwama zu tun - auch aus diesem Match ging er als Verlier hervor. Wieder einen Monat später war Miyahara auf Versöhnungskurs und traf auf den im Januar in den Ring zurückgekehrten Joe Doering. Dieses Mal konnte sich das Ace durchsetzen. Das Match war nur kurz, aber trotzdem ein intensiver Fight.

Im August veranstaltete All Japan in der Sumo Hall von Tokyo die größte Show des Jahres. Miyahara bekam hier seinen Rückkampf gegen den Champion Ishikawa. Die beiden lieferten sich eines der besten Matches außerhalb New Japans und Miyahara konnte den Triple Crown Title zurückgewinnen. Ins anschließende Royal Road Tournament ging er als Champion, kam bis ins Halbfinale und musste sich dort wiederum Shuji Ishikawa geschlagen geben.

Nach der Niederlage gegen Suwama einige Monate zuvor, musste Miyahara in seiner ersten Titelverteidigung seinen Titel gegen diesen aufs Spiel setzen. Anfang Oktober gab es dieses Match in der berühmten Korakuen Hall. In einem weiteren Match of the Year Candidate verlor Miyahara überraschend und Suwama war wieder Champion. Zum Ende des Jahres nahm Miyahara an der Seite von Yoshitatsu an der Real World Tag League teil. Mit fünf Siegen bei vier Niederlagen wurden die beiden in der Gruppenphase geteilter Dritter.

All Japan konnte das Momentum aus dem vorletzten Jahr mit ins Jahr 2017 nehmen, wobei Kento Miyahara als Ace auftrat und so die Menschen begeistern konnte. Auch 2017 war er fast ständig in den Kampf um den wichtigsten Titel der Company involviert.
21
Goldberg
GOOOOOLDBERG! GOOOOOLDBERG! GOOOOOLDBERG! Kein Name wurde bei World Championship Wrestling in den neunziger Jahren lauter gerufen als der des ehemaligen Footballspielers Bill Goldberg. Und was lange nicht für möglich gehalten wurde, wurde 2016 Realität: Goldbergs Comeback in den Ring nach über zwölf Jahren. Schaffte er es 2016 mit nur einem Match auf Platz 97 unserer Liste, reicht es 2017 sogar für einen Platz unter den 25 wichtigsten Wrestler des letzten Jahres und das, obwohl er nur ganze drei Mal im Ring stand.

Der Grund ist einfach: er war gemeinsam mit Brock Lesnar der wichtigste Mann zur wichtigsten Zeit in der wichtigsten Liga. Die ganze Road to WrestleMania wurde um den inzwischen 51jährigen Amerikaner aufgebaut. Für den Royal Rumble wurde mit Lesnars Revanche geworben, nachdem Goldberg ihn bei der „Survivor Series 2016“ in wenigen Sekunden besiegt hatte. Beim Rumble wiederholte Goldberg das Kunststück und eliminierte Lesnar nach wenigen Sekunden. Nachdem Goldberg etwas später vom Undertaker eliminiert wurde, keimte bei nicht wenigen Fans kurz die Hoffnung auf, dass es bei WrestleMania zu einem Aufeinandertreffen der beiden Legenden kommen würde. Stattdessen holte sich Goldberg im März den WWE Universal Title von Kevin Owens und brauchte auch hierfür nur zwei Moves.

Im Anschluss war Goldberg zu Gast in zahlreichen US-amerikanischen Medien, um das finale Match gegen Lesnar zu bewerben, das er bei „WrestleMania 33“ letztendlich in immerhin knapp fünf Minuten verlor. Damit war eines der spektakulärsten Comebacks Geschichte, aber es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir von Goldberg gehört haben, denn er gilt als heißer Anwärter, bald in die Hall of Fame eingeführt zu werden. Sogar ein weiteres In-Ring-Comeback ist nicht ausgeschlossen, denn wie Goldberg vor nicht allzu langer Zeit sagte: „Never say never!“
22
Dr. Wagner Jr.
Es war das Jahr 2004, als das Consejo Mundial de Lucha Libre plante, Dr. Wagner Jr. bei der großen jährlichen Anniversary Show die Maske verlieren zu lassen. Fünf Tage vor der großen Show verstarb jedoch der originale Dr. Wagner, eine Welle der Sympathie und des Mitgefühls ergoss sich über dem Junior und das Consejo konnte unmöglich die ursprünglichen Pläne weiter verfolgen. Statt Wagner verlor damals Universo Dos Mil seine Maske, und der Doktor setzte zu einem neuen Sprung auf der Karriereleiter an. Fortan war Wagner endgültig einer der größten Stars des Landes.

Nicht nur, dass seine Maske als geradezu unbezahlbar galt, geriet Wagner in den Ruf, sich sämtlichen Storylines zu verweigern, die den Verlust seiner Maske zum Ziel haben könnten. So wurde es geradezu ein Running Gag, dass er und L.A. Par-K sich über viele Jahre durch die unterschiedlichsten Ligen und den Independent-Bereich verfolgten und sich immer wieder zu Mask vs. Mask Matches herausforderten, zu denen es dann niemals kam.

Inzwischen ist aber das geschehen, womit niemand mehr ernsthaft gerechnet hat: Wagner ist seine Maske los und nun als wrestlender Graubart unterwegs. Schon im August 2016 hatte Psycho Clown den Galeno del Mal herausgefordert, als dieser in den damaligen Main Event von "TripleManía" - ein Mask vs. Hair Match, das Psycho Clown gegen Pagano gewinnen konnte - eingegriffen hatte. Das Mask vs. Mask Match wurde schnell als Main Event für die 2017er Auflage von "TripleManía" festgeschrieben, und der Startschuss für eine ein Jahr lang kontinuierlich vorangetriebene Fehde war abgefeuert.

Nachdem es anfangs noch niemand so recht ernst nahm, dass die AAA bei all ihrer traditionell fehlenden Konstanz eine zwölf Monate währende Fehde durchbooken würde, wurden nach und nach alle Unkenrufe beseitigt und alle Kritiker Lügen gestraft. Wagner und der Clown bestritten einen Main Event nach dem anderen, immer wieder bezwang der Doktor seinen Rivalen, zwischendrin gewannen die beiden Feinde gemeinsam ein doppeltes Mask vs. Mask Match gegen das Poder del Norte, und am Ende trafen sie bei "TripleManía" tatsächlich aufeinander. Das Gesicht von Dr. Wagner Jr. ist nun bekannt, und Wagner selbst ist um 4,5 Millionen Pesos reicher. Zum Zeitpunkt des Kampfes bedeutete dies umgerechnet mehr als 255.000 Dollar, womit Wagner für seine Maske mehr Geld erhielt als jeder andere Luchador vor ihm.
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