![]() Wrestling.
Denn "The Backyard" nimmt sich diesen Menschen an, die es kaum zu grossen Ehren in irgendwelchen ausverkauften Hallen bringen können, sondern ihrer Leidenschaft in den Hinterhöfen der Vorstadt, in der Wüste oder sonst in irgendwelchen Gärten frönen. Dort werden provisorische Ringe aufgestellt und eigene Geschichten erzählt. Und weil das alleine kaum cool ist, wird der halbe Baumarkt dahingeschleppt und man holt sich die "Uuhs" und "Oohs" damit ab, in dem man sich gegenseitig mit Stacheldraht, Strassenschildern, Glühbirnen oder sonstigen Werkzeugen in die Fresse haut, bis das Blut literweise fliesst. "The Backyard" geht diesem Phänomen nach. Einer Erscheinung, die
immer mehr junge Menschen zwar von der Strasse holt, aber sich schlussendlich
als brutale, tumbe und gefährliche Art der Unterhaltung herausstellt.
Kids ohne jegliches Grundtraining springen von Leitern durch Tische, schneiden
sich mit Rasierklingen die Stirn auf oder lassen sich in Reisszwecken werfen.
Hinterhofstars wie "The Lizard", der sich für ein Vorsprechen der grossen Wrestling-Federation beworben hat, "Scar", "The Retarded Butcher" kommen zu Wort und demonstrieren ihr "Können". Ebenso hat einer ders geschafft hat, einen Auftritt und lässt uns seine Meinung über die "Backyarder" hören. Der "WWE"-Superstar Rob Van Dam. Was ist die Motivation dieser jungen Leute? Von wo kommen sie? Was ist
ihr gesellschaftlicher Hintergrund? Wieso tun sie sich das an? Was ist
der Unterschied zwischen den einzelnen Gruppierungen? Wieso verabscheuen
die einen das "blading" und andere stecken sich bei jeder Gelegenheit eine
Rasierklinge in die Stirn?
Kritik
Leitern, Tische, Stühle, Glühbirnen, Reissnägel oder
Baseballschläger. Es wird alles gebraucht, das irgendwie Schmerzen
bereitet und schön viel Blut fliessen lässt. Wer sich auf "The
Backyard" einlässt, braucht starke Nerven. Nicht unbedingt wegen den
blutig geprügelten Kids oder den halsbrecherischen Aktionen, sondern
aufgrund der Frage nach der Motivation der Kids.
Ich mag Wrestling. Die Show im Ring, die Charaktere, die Fehden, die
Figuren und natürlich die spektakulären Moves.
Nach diesem Plädoyer gegen das Backyard-Wrestling, sollte man diese
Doku erst recht anschauen. Denn es werden nicht nur die brutalen Kämpfe
gezeigt, sondern auch die Personen dahinter. Jungs mit Träumen. Jungs
die weg von der Strasse wollen und Wrestling dem Leben in einer Gang vorziehen.
Organisatoren, die Nachbarskinder zusammentrommeln und mit Flyern und Postern
auf die nächste Show hinweisen. Es ist nicht alles traurig, was da
geboten wird. Ein paar Figuren in diesem Zirkus haben tatsächlich
mehr im Kopf als sich rumprügeln.
Fazit:
Die DVD hat zusätzlich zum Film ein Musikvideo von "Fozzy" (einer
Band, in der der Wrestler Chris Jericho gar nicht mal so schlecht singt),
ein paar längere Kommentare von Rob van Dam als "deleted Scenes",
sowie eine Trailershow der speziellen Art. Denn die Filme, die da vorgestellt
werden, machen den Eindruck von Amateurprojekten und sehen auch dementsprechend
aus.
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