Blade - Trinity


 

Wieder mal ist es Zeit für eine Comicverfilmung. Und wieder mal ist die Reihe am einzigen Vampir (Halbvampir, um genau zu sein), die Welt von allem Übel zu befreien. Mit allerhand tödlichen Gadgets, scharfen Schwertern, präparierten Pistolenkugeln und One-Linern, die Arnold Schwarzenegger vor Neid erblassen lassen, präsentiert sich Wesley Snipes in der Rolle, die ihn doch noch ab und zu in die Kinos bringt und nicht in den Tiefen der Videotheken, neben Jean-Claude Van Damme oder Chuck Norris vergessen lässt. Und die Basis erfolgreicher Filme wurde durch Blade durchaus gelegt. Die Fortsetzung ein paar Jahre später konnte dann an den Kassen nochmals schöne Gewinne einfahren, überzeugte aber die Fangemeinde nicht wirklich. So hoffte man auf den dritten Teil. Und siehe da, er ist da. 
Und Blade ist so lahm wie noch nie zuvor.

Der Film fängt recht ansehnlich an. Im Irak wird ein Übervampir gefunden. Eine sogenannte "Weapon of Mass Destruction" (sorry, der musste sein...) Somit baut man einen neuen Gegner für Blade auf, der auch gar keine so schlechte Figur macht. Allerdings frag ich mich, warum in letzter Zeit jeder Beisser seine Klappe wie der "Predator" ausklappen muss. Wo bleibt der klassische Vampirmund? Die ausfahrbaren Eckzähne? Naja, man muss wohl mit der Zeit gehen und so lässt man dann diesen bösen Buben auf die gute Seite los. Viele sterben, ein paar wenige schlagen zurück.

Die böse Seite kann auch in Blade: Trinity wieder ein paar Punkte einfahren. Neben dem ansprechenden Häuptling schleichen vor allem zwei Figuren herum, die es zu beachten gibt. 
Parker Posey als "Schlampe mit ihren Vampirzähnen in Vagina" ist lächerlich, nervend und nie (und ich meine wirklich; NIE) ansprechend. Ein Witz, diese Figur. 
Den zweiten hier spezieller behandelten Charakter wird von Wrestling-Star Triple H gemimt. Und wozu kann man einen Wrestler mit imposantem Körperbau am besten brauchen? Jawohl, um Leute in der Gegend rumknallen, Muskeln zeigen und ein bisschen "Watch out" oder "Motherfucker" rufen. Und genau das liefert dieser Figur ab. Zwar ist der Oberkörper dauernd bedeckt, aber sonst passt "Grimwood" genau ins Schema des tumben Schlägers, der ohne Tiefe und Hirn erst zuschlägt und dann ein dummes Gesicht macht. 
Und seine Hunde sind so was von blöd....
Diesen finsteren Gesellen gegenüber steht natürlich Wesley Snipes, dem irgendwie die Lust am Ganzen zu vergehen scheint. Nicht nur, dass er (fast) keine Promoarbeit für den Film macht, nein, seine Figur ist hier einfach "too cool". Und zwar in dem Sinne, dass es ein Ärger ist, ihm zuzuschauen und man hofft, dass doch endlich mal einer kommt, der ihm die Sonnenbrille von der Nase schlägt. 
Ryan Reynolds ist der Clown und der Mann für die blöden Sprüche. Da kann ein böser Vampir noch so lange auf ihn einprügeln, der Typ steht immer wieder auf, plappert und reisst Witze. Nur von Hunden hat der Mann Angst... Aber wenigstens bringt er das Publikum das eine oder andere Mal zum schmunzeln. Die Dritte im Bunde ist Jessica Biel und ist ganz klar das Fight-Chick der Geschichte. Sieht gut aus, darf austeilen, coole Waffen benützen und trotzdem sehr oberflächlich bleiben. Ein Auftritt mit Potenzial, den sie vielleicht in einem Spin-off nochmals verbessern könnte.

Fazit:
Blade: Trinity ist der klar schwächste Blade-Film. Die Geschichte ist langweilig, die Action zwar satt aber schon 1000 mal gesehen und der eigentliche Held mag nicht mehr. Auch wenn die Geschichte versucht, auf die Gegenwart Rücksicht zu nehmen, so sind einzelne Szenen halt einfach dummdämlich und verärgerten mich als Fan gewaltig. 
In der Hoffnung, dass der gute Vampirjäger jetzt das Feld räumt, könnte ich noch "Fan-Sterne" verteilen. Mach ich aber nicht, denn Blade: Trinity ist eine ganz grosse Enttäuschung. Und das bereits am Anfang vom Jahr. Das kann ja heiter werden.

Noch was zu Triple H:
- Er darf wirklich nur ein paar Sätze in den Raum werfen
- Er zeigt einen Running Powerslam (als einzigen Wrestling move)
- Zieht sich in einer Szene herrliche einen Pfeil aus dem Auge, als alle am Tisch sitzen
- Sieht scheisse aus, mit dieser Frisur
- Lächerliche "Hunde-Action" zwischen ihm und dem kleinen Köter
- Stirbt einen blöden Tod

Endfazit:
Hochgelobt, aber schlussendlich halt doch kein "Rock". Ist ein durchwachsener Anfang, den uns HHH da bietet. Aber wenn er sich auf physische Rollen beschränkte (Conan, etc), dann könnte er es durchaus in die Videotheken schaffen. Grad neben Roddy Piper, Hulk Hogan und Sting. 

Kritik von muri